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Jakob Moneta verstorben
Jörg Meyer

Jakob Moneta verstorben

Jakob Moneta, bekannter Sozialist und Gewerkschafter, verstarb im Alter von 97 Jahren am Samstag in einem jüdischen Altenheim in Frankfurt am Main

Unten links

Der uns kürzlich abhanden gekommene Bundespräsident wird am Donnerstag mit Großem Zapfenstreich verabschiedet. Ganz abgesehen davon, dass in diesem Land offenbar nur noch Leute mit Selbstbedienungsmentalität (ob nun geistig oder monetär) zu derlei Ehren kommen - weshalb das Ding vermutlich Zapfen von Anzapfen und Streich von Einstreichen heißt -, ist Wulffs Abschiedsdatum wohlüberlegt. Denn Donner...

Tausende demonstrieren gegen Solar-Kürzung

Tausende demonstrieren gegen Solar-Kürzung

Mehrere tausend Menschen aus ganz Deutschland haben am Montag in Berlin gegen Einschnitte bei der Solarförderung demonstriert. Branchenverbände und Gewerkschaften kritisieren vor allem die geplanten Kürzungen für Dachanlagen von 20 bis 30 Prozent.

Einig in der Atomfrage

Israel wird das Wahlergebnis in Iran nicht besänftigen: So deutlich die Niederlage für die Gefolgsleute des Israel-Hassers Mahmud Ahmedinedschad bei den Parlamentswahlen auch ausfiel - auf die Außenpolitik Irans hat der Urnengang sowenig Einfluss wie auf die Einschätzung Israels, dass Teheran so oder so, unter welchem Präsidenten auch immer um jeden Preis an die Atombombe gelangen will. So bleibt ...

Putin kehrt in den Kreml zurück

Moskau (dpa/nd). Begleitet von den erwarteten Betrugsvorwürfen und unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat Russland am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Der Favorit, Regierungschef Wladimir Putin, kam nach Auszählung von 14,5 Prozent der Stimmen auf 61,8 Prozent. Laut Wählerbefragungen lag Putin bei etwa 59 Prozent. Die anderen Kandidaten waren den Angaben zufolge weit abgeschlagen. Der ...

Jan Keetman, Istanbul

Triumph des Ayatollahs

Bei der Parlamentswahl in Iran stehen die Gegner von Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor einem überwältigenden Sieg. Das stramm konservative Bündnis um Parlamentspräsident Ali Laridschani liegt mit 120 Mandaten deutlich vorne, während das ebenfalls konservative Präsidentenlager bisher erst 30 von 290 Sitzen einheimsen konnte.

Markus Drescher

Wulff soll auch Büro bekommen

Die Diskussion um Christian Wulff und den Ehrensold erhält eine neue Dimension, eine räumliche: Der Ex-Präsident möchte ein Büro, für 280 000 Euro pro Jahr.

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Es gibt viel zu verteilen

Geht es nach den Arbeitgebern, gibt es nie den richtigen Zeitpunkt für mehr als nur moderate Lohnsteigerungen: Lief die Konjunktur im Vorjahr schlecht, heißt es, die Gewinne seien leider nicht ausreichend dafür. Brummten die Geschäfte aber, soll wegen des bevorstehenden Abschwungs Rücksicht genommen werden. Dies gilt für die jetzige Tarifrunde. Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie erwi...

Hans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main

Ein Stück vom Kuchen

Am Dienstag eröffnen die Spitzen von IG Metall und Gesamtmetall regionale Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie. Los geht es in den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

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ndPlusRené Heilig

Nachfrage unerwünscht

Deutschlandweit wird - laut Bundeskriminalamt - nach über 150 Rechtsextremisten gefahndet. Der Aufklärungseifer ist trotz der erschreckenden Taten des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) nicht besonders ausgeprägt.

Der letzte Schlick aus dem Boden
Ina Beyer, Vancouver

Der letzte Schlick aus dem Boden

Die Ölindustrie und die kanadische Regierung wittern das große Geschäft mit den Teersanden, die unter der Provinz Alberta liegen. Um in ganz großem Stil fördern zu können, müssten Pipelines erweitert oder neu gebaut werden. Doch dagegen regt sich Widerstand.

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Doppelmoral

Der CDU-Politiker Klaus Brähmig fordert die Kennzeichnung von Diktaturen in Reisekatalogen. Das ist ungerecht. Denn warum sollten Bürger nicht dort auch Urlaub machen, wo ihre Politiker eifrig Hände schütteln? Die vormaligen Diktatoren der beliebten Reiseziele Tunesien und Ägypten freuten sich stets über den lieben Besuch europäischer Politiker. Der Warnhinweis würde zumindest eines bloßstelle...

Küsschen nicht für jeden

Küsschen links und Küsschen rechts - vor allem ältere Generationen diesseits und jenseits des Rheins freut es, dass sich Nicolas und Angela so blendend zu verstehen scheinen. Der ungezwungene Umgang der mächtigsten Politiker Frankreichs und Deutschlands mag sich wohltuend von den sonst so steifen diplomatischen Umgangsformen abheben, doch es geht um knallharte Machtpolitik: Schon neulich beim Staa...

Ausgestreckte Hand

Beate Klarsfeld, die Kandidatin der Linkspartei für die Wahl des Bundespräsidenten, polarisiert. Ihr Name hat in der LINKEN nicht nur Begeisterung hervorgerufen, aber im Großen und Ganzen herrscht eine Stimmung, die man so beschreiben kann: Die Linkspartei reicht ihr die Hand. Diese Formulierung verwendete Klarsfeld selbst, als sie sich jetzt bei der Nordost-LINKEN vorstellte. Die DDR habe ihr sei...

ndPlusJürgen Holz

Lichtgestalt

Der 59-jährige gebürtige Gummersbacher gilt als Lichtgestalt des deutschen Handballsports. Unter der Regie des Mannes mit dem Walrossbart als unverkennbares Markenzeichen feierte die deutsche Männer-Nationalmannschaft Erfolg um Erfolg, den größten mit dem Gewinn des Weltmeistertitels 2007 im eigenen Land. Mit diesem Triumph hatte er etwas vollbracht, was vor ihm erst einem deutschen Handballer ver...

Doppelte Entwertung
Robert Kurz

Doppelte Entwertung

»Großbankrotte wie bei der Drogeriekette Schlecker kündigen einen neuen Schub in der Entwertung des Sachkapitals an.«

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Aigner gegen Googles Datenschutz

Berlin (dpa/nd). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat die neuen Datenschutzbestimmungen des Internetriesen Google scharf kritisiert. »Mit der Zusammenlegung der Daten hat das Unternehmen eine Kehrtwende vollzogen und alle Bedenken europäischer und US-amerikanischer Datenschützer ignoriert«, sagte Aigner der dpa. »So verspielt man Vertrauen.« Es bleibe völlig unklar, welche Information...

Schnelle Sanktionen gefordert

Güstrow (Agenturen/nd). Die Bundespräsidenten-Kandidatin Beate Klarsfeld, hat sich für schnellere Strafverfahren gegen rechte Straftäter ausgesprochen. »Die Täter müssen sofort zur Rechenschaft gezogen werden«, sagte Klarsfeld am Samstag auf einem Landesparteitag der LINKEN Mecklenburg-Vorpommerns in Güstrow. Gegenwärtig dauerten solche Prozesse zu lange. »Wenn man der Öffentlichkeit zeigen will, ...

ndPlusRolf-Henning Hintze, München

Stoibers Sohn unter Plagiatverdacht

Schmerzlich für die CSU: Nachdem Karl-Theodor zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt wurde, wird jetzt wegen Plagiatverdachtes gegen einen CSU-Politiker mit einem sehr prominenten Vater ermittelt. Im Visier diesmal Dominic Stoiber, Abgeordneter des Oberbayerischen Bezirkstages. Eine Bewertung des Verdachts steht noch aus.

Voll daneben

Voll daneben

Pfandflaschen sind unterwegs ein lästiges Anhängsel, oft landen sie deshalb »unachtsam« im nächsten Mülleimer, obwohl sie Flaschensammlern bares Geld bringen. Matthias Gomille, 29-jähriger Grafiker aus Berlin, rief deshalb das Projekt »Pfand Gehört Daneben« ins Leben. Über die Idee sprach mit ihm für »nd« Christin Odoj.

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Wette gewonnen

Wette gewonnen

Wie hier in Berlin-Oberschöneweide gab es am Samstag bundesweit über 430 Infostände der LINKEN. Dafür verantwortlich zeichnet Klaus H. Jann aus Wülfrath, für seine Wetten berühmt. Dieses mal ging es um mehr als 400 Infostände. »Die Wette ist voll aufgegangen«, freut sich Jann....

Hannover bleibt auf Giftmüll sitzen

Hannover (nd-Jung). Entwickelt sich wegen einer umstrittenen Asbest-Entsorgung ein Rechtsstreit zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein? Die Region Hannover beharrt auf dem Transport von 170 000 Tonnen Asbestmüll aus Wunstorf zu Deponien in den beiden Nachbarländern. Die aber wollen den gefährlichen Stoff, nicht haben. Auch im Umweltausschuss des niedersächsis...

Neonazi-Aufmarsch durchgesetzt

Münster machte mobil gegen Neonazis. 5000 Menschen gingen auf die Straße. Trotzdem ermöglichte die Polizei die Demo der Rechtsextremisten. Antifaschisten beklagen die überzogene Härte der Einsatzbeamten.

Widerwille bei Euro-Rettung

Harte Fronten in Sachen Euro-Rettung: Merkels Regierungspartner CSU warnt scharf vor einer Ausweitung des Rettungsschirms ESM. Und auch die Opposition könnte der Kanzlerin in die Fiskalpakt-Parade fahren.

Wohin mit dem Asbest?

Wohin mit dem Asbest?

Asbest gibt es vielerorts zu entsorgen. Wie kann dies geschehen, wo soll der einstmals als billiges Bau- und Isolierungsmaterial gepriesene Stoff hin? In dieser Sache sind noch etliche Fragen offen, weiß der niedersächsische Landtagsabgeordnete und Umweltexperte der Linksfraktion Kurt Herzog. Für »nd« sprach mit ihm Hagen Jung.

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Romney siegt in Washington

Seattle (AFP/nd). Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat der Favorit Mitt Romney den nächsten Sieg eingefahren: Der Multimillionär gewann am Samstag die Vorwahlen im Bundesstaat Washington. Die Ergebnisse sind für die Vergabe der Delegierten aus Washington nicht bindend, stärken den früheren Gouverneur von Massachusetts aber vor den zehn Vorwahlen am »Super-Dienstag«. ...

China erhöht Militäretat

Peking (AFP/nd). China erhöht seine Militärausgaben im Jahr 2012 um 11,2 Prozent. Vor der Eröffnung der Sitzung des Volkskongresses sagte dessen Sprecher Li Zhaoxing am Sonntag, das Verteidigungsbudget werde auf 80,6 Milliarden Euro angehoben werden. Angesichts von Vorbehalten in der Region gegenüber einem Ausbau des chinesischen Militärs betonte Li, dass die Streitkräfte für niemanden eine Bedroh...

Kein Ende der Kämpfe in Syrien

Auf mehr als 7500 beziffert die UNO die Zahl der Opfer des Konflikts in Syrien. Peking ruft nun beide Seiten zum sofortigen Ende der Gewalt auf.

ndPlusGerhard Dilger, Porto Alegre

Hugo Chávez macht in Optimismus

Die Krebserkrankung von Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat seine »Vereinigte Sozialistische Partei« (PSUV) in eine tiefe Krise gestürzt. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Zukunft der »boliviarianischen Revolution«.

Israel lässt die Muskeln spielen

Israel setzt vor den Iran-Gesprächen in Washington auf Stärke. Während Ministerpräsident Netanjahu Forderungen nach Aufgabe des iranischen Atomprogramms stellte, deutete Außenminister Lieberman sogar einen Alleingang bei der »Lösung« des Konflikts mit Teheran an.

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ndPlusAnna Maldini, Rom

Verhärtete Fronten im Susa-Tal

Die Proteste gegen die Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon sind inzwischen auch in Rom angekommen. Eine Lösung für den Konflikt scheint nicht in Reichweite.

ndPlusThomas Ruttig

Afghanistans »kumulative« Proteste

Die Vereinten Nationen haben nach der Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan Disziplinarverfahren gegen die Verantwortlichen gefordert. Selbst wenn es dazu kommen sollte, die Koranverbrennung ist aus Sicht vieler Afghanen nur der Tropfen, der das Fass des Unmuts über den Westen zum Überlaufen gebracht hat.

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Kartellamt missfallen Spritpreise

Düsseldorf (dpa/nd). Das Bundeskartellamt denkt über ein Modell aus Australien nach, um der Preispolitik der großen Tankstellenketten beizukommen. In Australien müssen Unternehmen jeweils um 14 Uhr den Benzinpreis für den nächsten Tag beim Handelsministerium melden. »Dieser Preis gilt ab 6 Uhr morgens und darf erst am Tag danach verändert werden. Die Unternehmen wissen also nie, wie teuer der Kraf...

Stromleitungen notfalls selber bauen

Der Ausbau des Stromnetzes zieht sich hin - deswegen will die Windenergiebranche handeln und das Problem selbst in Angriff nehmen. Doch dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Ölpest: BP zahlt Entschädigung

Chicago (AFP/nd). Knapp zwei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich der BP-Konzern mit privaten Klägern auf Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe geeinigt. Wie der Konzern am Freitagabend mitteilte, umfasst der außergerichtliche Vergleich Zahlungen im Umfang von 7,8 Milliarden Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro). Die Klagen des US-Justizministeriums und mehrerer US-Bundesstaate...

ndPlusAndrea Klingsieck, Paris

Umzug nach Griechenland

Die französische Charterfluggesellschaft »Air Méditerranée« greift angesichts ihrer schwierigen finanziellen Lage zu brutalen Mitteln. Sie stellt ein Drittel ihrer Belegschaft vor die Wahl: Arbeitsplatzverlust oder Umzug nach Griechenland.

ndPlusPeter Liebers, Weimar

Diagnose Kinderarmut

Die Kinderarmut bewegt sich in Deutschland weiter auf erschreckend hohem Niveau. Dieses Thema beschäftigte auch die Teilnehmer des 18. Kongresses des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte (bvkj).

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Artenschwund geht weiter

Manche Feststellungen hat man schon so oft gehört, dass man sie fast für normal hält. Eine davon kommt alle Jahre wieder zum Internationalen Tag des Artenschutzes, dem 3. März. Und die lautet - von WWF über NABU bis hin zum Bundesamt für Naturschutz - ziemlich unisono: Die Menschheit rottet so viele Tier- und Pflanzenarten aus wie sonst nur die großen Katastrophen der Erdgeschichte. 1,7 Millionen ...

Schlechtes Wasser, zuviel Kohle
ndPlusArmin Osmanovic, Johannesburg

Schlechtes Wasser, zuviel Kohle

Südafrika belegt in einer Studie zum Umweltzustand Platz 128 von 132 untersuchten Staaten. Selbst im Vergleich zu 20 anderen Staaten in Subsahara-Afrika nimmt Südafrika den letzten Platz ein. Die Studie für die EU-Kommission und das Weltwirtschaftsforum haben Wissenschaftler der US-Universitäten Yale und Columbia erarbeitet.

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Zwischen Vision und Vorsicht

Dänemark baut seit Jahrzehnten die Nutzung erneuerbarer Energiequellen aus. 2020 soll die Hälfte des Bedarfs durch Wind gedeckt werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) lobte diesen konsequenten Weg jetzt in einem ihrer Länderberichte.

Caroline M. Buck

Des Schweins Albtraum: Dosen-Ravioli

Kann man anhand einer Dose Ravioli erzählen, wie sich Massentierhaltung, Fabrikarbeit und Knochenarbeit auf dem Feld anfühlen? Wie lang die Wege mancher Zutaten auf einem globalen Markt sind, bevor sie als Dose mit Teigtaschen in Tomatensauce im Supermarktregal zusammenfinden? Man kann.

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Soziales besser transparent

(epd). Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sieht weiteren Regelungsbedarf für Sozialunternehmen und deren Träger. In der Öffentlichkeit gebe es Erwartungen an gemeinnützig tätige Unternehmen, die durch das Gemeinnützigkeitsrecht allein nicht hinreichend abgedeckt werden, sagte Czaja. Hier bestehe für Träger und Verwaltung gemeinsamer Handlungs- und - wenn nicht anders möglich - vertraglicher R...

Demo gegen Reaktor

(dpa). Gegen den Weiterbetrieb des Forschungsreaktors in Wannsee haben am Samstag Atomkraft-Gegner in Potsdam und in der Bundeshauptstadt demonstriert. Sie forderten, die seit Herbst 2010 abgeschaltete Anlage nicht wieder anzufahren und endgültig stillzulegen. Mit Fahnen, Tonnen und Schildern markierten die Mitglieder eines Anti-Atom-Bündnisses nach eigenen Angaben die Grenzen der Evakuierungssper...

Keine Lösung nach Streiks

(dpa). Nach den Warnstreiks auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld am Freitag ist eine Einigung zwischen dem Flughafen-Dienstleister Globeground und der Gewerkschaft ver.di nicht in Sicht. Flughafenbetreiber und Arbeitgeber setzen auf eine Rückkehr der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch. »Wir stehen kurzfristig für Gespräche bereit«, sagte eine Globeground-Sprecherin. Kurzfristige Verhandlungsb...

Betrügerische Pflegedienste

(dpa). Ambulante Pflegedienste in Berlin sind nach Aussagen des Berliner Staatssekretärs für Soziales an Betrug im großen Stil beteiligt. »Das sind mafiöse Strukturen«, sagte Staatssekretär Michael Büge (CDU) der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Ein Drittel der 560 ambulanten Pflegedienste allein in Berlin würde systematisch betrügen und nicht erbrachte Leistungen abrechnen. In der Summe...

Immer mehr Unfallflüchter

(dpa). Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht ist 2011 in Berlin deutlich angestiegen. Die meisten Fälle gab es in den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf. Dort flüchteten insgesamt 5376 Fahrer bei 25 327 Unfällen. In Mitte gab es mit 3739 Fällen die wenigsten solcher Delikte. Jedoch krachte es dort im vergangenen Jahr auch nur 19 058 mal. Das geht aus der Antwort auf eine...

Auf Warteliste in die Katastrophe
ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Auf Warteliste in die Katastrophe

Im geheizten Reisebus sitzen einige Gerettete. Eine junge Frau ist übel zugerichtet - das Gesicht in dunklem Blau, das Schienbein mit einer roten Fleischwunde. Doch nein, bereut haben sie ihre Teilnahme an »Crash BER 2012« nicht, lachen die Komparsen. Insgesamt 100 waren zur ersten großen Notfallübung am Samstag auf dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld aufgeboten. Die meisten sind ...

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Mahnmal wird teurer

(epd). Berlin droht wegen des Mahnmals für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma ein neuer Bauskandal um eine NS-Gedenkstätte. Obwohl das geplante Mahnmal noch nicht einmal in Umrissen erkennbar ist, sind die eingeplanten zwei Millionen Euro bereits ausgegeben. Für das vor fast genau 20 Jahren beschlossene Projekt am Reichstag rechnet die Bundesregierung mittlerweile mit Gesamtkosten in Höh...

Tom Mustroph

Finanzpolitik zu Lasten von Bibliotheken und Theatern

Ist das noch Deutschland? Ist das noch Berlin? Eine Anhörung der Linksfraktion in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zum Kulturabbau im Bezirk sorgte für schockierende Blicke zurück und voraus. Drei Vertreter von mittlerweile ehrenamtlich betriebenen Bibliotheken ließen ihre Kampf- und Leidensgeschichte Revue passieren. »Als wir geschlossen werden sollten, haben wir die Bibliothe...

Menschliche Spuren
Volkmar Draeger

Menschliche Spuren

Kunst aus dem Baltikum findet eher selten den Weg in unsere Breiten. Die Werkstattgalerie ist gerade dabei, diesen Zustand zu ändern. Am Anfang stand schlicht die Teilnahme an einer der wenigen Kunstmessen in Osteuropa. Bei »Art Vilnius« zeigte die Galerie an der Eisenacher Straße ihre assoziierten Künstler und traf baltische Künstler, Kuratoren und Professoren. Das war die Initialzündung für die ...

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DDR-Kunst unter Verschluss

Gera/Chemnitz (dpa/nd). Rund 4000 Auftragsarbeiten aus der Zeit der DDR umfasst die Kunstsammlung des bundeseigenen Bergbausanierers Wismut. Vertreten sind Künstler wie Willi Sitte, Bernhard Heisig, Werner Tübke, Siegfried Otto-Hüttengrund und Werner Petzold. Doch öffentlich zu sehen sind diese Bilder kaum. Der Plan, große Teile im neuen Haus der Archäologie in Chemnitz auszustellen, ist an den Ko...

Matthias Bossaller, dpa

Kickend ins neue Leben

»Als ich Fußball gespielt habe, hatte ich keine Probleme. Erst als ich damit aufgehört habe, habe ich Scheiße gebaut«, sagt Christian Saborowski. Der 22-Jährige ist Insasse der Jugendstrafanstalt (JSA) Berlin. Zwei Jahre saß er im geschlossenen Vollzug, seit zwei Monaten befindet er sich im offenen. »Ich hoffe, dass ich Ende März entlassen werde«, meint der Jugendliche, der gute Chancen hat, außer...

Sabine Dobel, dpa

Mit Schneekanonen gegen Klimawandel

Der Klimawandel wird auch die bayerischen Alpen treffen. Experten erwarten mehr Regen und steigende Schneegrenzen. Kunstschnee soll den Wintertourismus retten - Umweltschützer protestieren.

ndPlusMarina Mai

Was zu viel ist

Knapp eine Stunde vor Beginn der Demonstration gegen die rechte Infrastruktur in Schöneweide am Freitagabend kam die erlösende Nachricht: Der Demonstrationszug darf doch durch die Brückenstraße führen und damit vorbei an Berlins berüchtigter Nazikneipe »Zum Henker« und dem von NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke betriebenen Klamotten- und Waffenladen »Hexogen«. So hatte das Verwaltungsgericht entsc...

ndPlusHarald Lachmann

Von gleichen Verhältnissen noch weit entfernt

Das Führungstandem des Hallenser Wirtschaftsforschungsinstituts IWH, Oliver Holtemöller und Jutta Günther, rechnet mit einem noch Jahrzehnte andauernden schwierigen Aufholprozess des deutschen Ostens. Die Politik könne dafür nur Rahmenbedingungen setzen, wachsen müssten die Unternehmen durch eigene Innovationen von allein, so die beiden.

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Vermisstes Kind entdeckt

Wittstock (dpa). Große Erleichterung in Wittstock/Dosse: Ein seit Freitagnachmittag vermisster Erstklässler ist dort wohlbehalten zu seiner Familie zurückgekehrt. Zuvor hatte ein Geschwisterpaar den Siebenjährigen dank eines Fahndungsplakats am Samstag auf einem Spielplatz entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Die sieben und acht Jahre alten Kinder zeigten ihm sein Bild, auf dem er sich wiedererkan...

Kahnfahrten ab 31. März

Lübbenau (dpa). Die bei Touristen beliebte Spreewaldregion läutet am 31. März in Lübbenau offiziell den Frühling und die Urlaubssaison ein. Dann beginnt auch wieder die Zeit der Kahnfahrten über die zahlreichen Fließe der Spree. Traditionell nehmen an dem Samstag die Kahnfährmänner und -frauen geschmückte Rudel - Stangen zur Fortbewegung der Kähne - entgegen. Daneben gibt es auch wieder eine symbo...

CDU ohne OB-Kandidat für Weimar

Weimar (dpa/nd). Der Anspruch der Thüringer CDU, bei den Kommunalwahlen flächendeckend mit eigenen Kandidaten anzutreten, wankt. In Weimar fehlt der Union ein Bewerber, andernorts ist sie auf Parteilose angewiesen. Immerhin will sie mehr Leute ins Rennen schicken als SPD oder LINKE. Erst vor kurzem hatte der ursprünglich für Weimar vorgesehene OB-Bewerber der CDU Frank Metzger aus persönlichen Grü...

CDU kritisiert Lärmschutz

Potsdam (dpa). Die CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag hat der Flughafengesellschaft vorgeworfen, die Lärmschutzziele für den Hauptstadtflughafen in Schönefeld »weichzuspülen«. Sie wolle, dass der im Planfeststellungsbeschluss festgelegte Grenzwert von 55 Dezibel bis zu 1079 Mal im Jahr überschritten werden darf, sagte der Verkehrsexperte der Fraktion, Rainer Genilke. Er forderte Ministerprä...

Kein Geld mehr für München?

Finanzminister Markus Söder (CSU) will den kommunalen Finanzausgleich in Bayern neu ordnen: Das reiche München soll zu Gunsten ärmerer Kommunen auf die jährlichen Zuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe verzichten.

Andreas Fritsche

Wo der Motorpflug getestet wurde

Landwirtschaft in Berlin? Kann das denn sein? So ungefähr fragt Edda Gutsche ihre Leser. Die Autorin schrieb ein Buch über »Historische Gutsanlagen in Berlin und Umgebung«. Aber ja, Güter gebe es in großer Zahl, notiert Gutsche. Denn schließlich war die Hauptstadt früher nicht so groß wie heute. So kommt es, dass am Rande der Metropole und im brandenburgischen Umland lange Ackerbau und Viehzucht g...

ndPlusWilfried Neiße

Mehr Polen als Holländer zu Gast

Während Brandenburg durch die Solarkürzung als Industriestandort weiter in Bedrängnis gerät, baut es seine Position als Reiseland schrittweise aus. Erstmals wurden 2011 über elf Millionen Übernachtungen gezählt, teilte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) mit. Was für den Tourismus der Republik Irland im laufenden Jahr das Titanic-Untergangsjubiläum ist, das ist für Brandenburg im sel...

Velten Schäfer

Das große Nachschlagen

In einer Reihe von nordrhein-westfälischen und niedersächsischen Städten wird derzeit über Straßennamenspatrone debattiert. Am gründlichsten verläuft die Debatte in Münster, wo sich nun eine Mehrheit für eine Umbenennung des dortigen »Hindenburgplatzes« ausgesprochen hat.

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Akos Kertesz

Der ungarisch-jüdische Schrift-steller Akos Kertesz hat um Asyl in Kanada gebeten, weil er infolge des medialen Kesseltreibens in seiner Heimat »physischen Belästigungen und Drohungen ausgesetzt war, auch [...] auf offener Straße angegriffen wurde und sein Leben in Gefahr sah«, heißt es in einem Schreiben seines Pressebüros. Der 79-Jährige sei am 29. Februar in Montreal eingetroffen. Kertesz, n...

Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Herr Mosekund hatte eine Verabredung mit einem alten Freund, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sie verbrachten in Herrn Mosekunds Stammlokal einen Abend voller sentimentaler Erinnerungen an die Jugend, und als sie tief in der Nacht das Lokal verließen, seufzte der Freund gerührt: »Herr Mosekund, uns vereint immer noch gleicher Sinn, gleicher Mut.« - »Genau«, antwortete Herr Mosek...

Gabriele Günter

Was hält Helden?

Das deutsche Theater ist ein Aufräumkommando. Es holt Stücke auf die Bühne, um ihnen den Helden auszutreiben. Wo etwas nach Helden aussieht, wird beschmutzt, beschnitten. So erfolgt der Anschluss der Kunst an die Realität.PATRICE CHEREAU im ORF Wien * Der Held. Eine Projektion. Eine Droge. Ein Hilfeersuchen, weil wir selber zu grau, schwach und uncharismatisch sind für das Leuchtende. Was i...

Pferd, Hahn, Hund und andere
ndPlusHans-Dieter Schütt

Pferd, Hahn, Hund und andere

Frank Castorfs Anarchokraft verstieß diesmal gegen die heilige Arbeitsordnung am Haus: Sie ging trotz erheblicher Schwächeattacken auf die Bühne. Und sie wäre wohl weit eher ein Fall für jenen Arzt gewesen, der hier die scheinbar unbefleckte Empfängnis einer verwitweten Marquise zu diagnostizieren hat (der über 90-jährige Joachim »Tommy« Tomaschewsky im kurzen Auftritt wieder unverkennbar augensch...

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PLATTENBAU
ndPlusFranz X.A. Zipperer

PLATTENBAU

Sie probten den »Aufstand im Schlaraffenland« und kamen nach kurzer Analyse zu dem Ergebnis, dass »Arbeit nervt«. Die Beats waren fett, der HipHop hart und das Elektrogefrickel punkig. Optisch waren sie Deutschlands grellbunteste Spaßguerilla, erschaffen aus Lust an der Inszenierung, Leuchtfarbe, Plastiksäcken, Kopfpyramiden und viel Klebeband. Aktuell führen sie den »Befehl von ganz unten« aus. U...

Trautes Heim, weite Welt
Roberto Becker

Trautes Heim, weite Welt

Der neue »Ring« in Frankfurt am Main ist schon deshalb rund geworden, weil Sebastian Weigle und das Museums- und Opernorchester im Graben beachtliches Niveau und langen Atem aufboten. Vor allem aber, weil die große, kreisrunde Scheibe, die Jens Kilian als Einheitsbühnenbild gebaut hat, zum Markenzeichen geworden ist. Wie eine Kochplatte von Omas Küchenherd besteht sie aus lauter Ringen, die sich s...

ndPlusAnita Wünschmann

Am Rand mittendrin

Time is out of Joint« in der Berlinischen Galerie: Die Retrospektive Boris Mikhailov spannt einen großen Bogen von frühen Arbeiten aus den Sechzigern bis zum Gegenwartsschaffen des 1938 in Charkow (Ukraine) geborenen Künstlers. Anders gesagt: Hier zeigt sich das gesamte vitale, traurige, glückliche, trostlose, fantasievolle, sich selbst behauptende, nackte Leben, wie es der Menschenfreund Boris Mi...

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ndPlusAlexander Ludewig

Schuldfrage

Zugegeben, das Wort Krise kommt einem beim FC Bayern immer etwas früher über die Lippen als bei anderen Klubs. Grund dafür sind die - derzeit absolut unbegründeten - Ansprüche auf die nationale Vormachtstellung. Somit ist klar: Nach dem 0:2 in Leverkusen steckt der Rekordmeister in der Krise. Sieben Punkte Rückstand auf Dortmund, null Tore in den letzten drei Auswärtsspielen - »Von der Meister...

Tina Hofmann, dpa

Zur richtigen Zeit

Ronny König riss die Arme in die Höhe, schaute gen Himmel und musste kurz mit dem Kopf schütteln. Der Stürmer von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue konnte nicht fassen, wie sich sein Team den ersten Heimsieg seit dem 30. September 2011 gesichert hatte. Gegen den FSV Frankfurt setzte sich die Mannschaft von Karsten Baumann am Sonntag vor 9400 Zuschauern mit 4:3 (3:3) durch. »Es war ein Lebenszeich...

Alexander Ludewig

Hertha ist wieder dabei

Mit Nebensächlichkeiten gibt sich Otto Rehhagel nicht ab. »Lasst das sein«, war für den Trainer von Hertha BSC nach dem 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen nichts unwichtiger, als die Kritik von Jürgen Trittin. Der Grünen-Politiker hatte das Management des Berliner Bundesligisten hart kritisiert. Es sei suizidal veranlagt. Sogar die Namen der eigenen Spieler interessieren ihn nicht. »Bei mir heißt er Pa...

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Schweriner Frauen feiern 12. Pokalerfolg

In den Pokalfinals des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) setzten sich vor 10 700 Zuschauern in der ausverkauften Gerry-Weber-Arena in Halle (Westfalen) die Frauen des Schweriner SC gegen Rote Raben Vilsbiburg mit 3:1 und die Männer des VfB Friedrichshafen im Duell der Erzrivalen gegen Generali Haching mit 3:0 durch.

ndPlusFrank Thomas, dpa

Wolf darf vom WM-Gold träumen

Kurz vor den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften hat die Berliner Sprinterin Jenny Wolf noch einmal kräftig Selbstbewusstsein getankt. In der niederländischen WM-Arena von Heerenveen holte sie sich nach bisher durchwachsener Saison über 500 Meter ihren 60. Weltcupsieg.

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Mich stört nichts mehr

nd: Herr Fourcade, waren Sie überrascht, sogar mit zwei Fehlern den WM-Sprint zu gewinnen?Fourcade: Ich hätte nicht mal gedacht, dass das mit einem Fehler möglich wäre. Umso stolzer bin ich über meine Laufleistung. In der Verfolgung konnte ich mir sogar vier leisten. Meine Techniker haben mir aber auch grandiose Ski hergerichtet.Wischen die Medaillen die Enttäuschung der Mixedstaffel weg?Ja, da wa...

Oliver Händler, Ruhpolding

Wenn nur der Platz nicht wär

»Hey, komm zurück!«, rief Mark Kirchner seinem Athleten hinterher. Arnd Peiffer bremste, schaute ungläubig seinen Trainer an und trottete dann doch zurück. Beim Anschießen zum Verfolgungswettkampf einer Biathlon-WM werden die Schießbahnen nach den Leistungen aus dem Sprint auf die einzelnen Nationen verteilt. Nach einem verkorksten Samstag mussten die deutschen Männer auf Bahn 12. Elf Nationen hat...

ndPlusOliver Händler, Ruhpolding

Dominanz der Favoriten

Die Favoriten setzen sich durch. Das erste WM-Wochenende der Biathleten in Ruhpolding wurde von den besten Athleten im Weltcup bestimmt, für große Überraschungen ist da kein Platz. In Sprint und Verfolgung setzte sich bei den Männern der im Weltcup führende Franzose Martin Fourcade (siehe Interview rechts) durch. Und auch die Frau im Gelben Trikot enttäuschte die riesigen Erwartungen nicht. Magdal...