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Unten links

Otto Rehhagel übernimmt den FC Bundestag, den Fußballklub der Fraktionen im Bundesparlament. Das hat der Trainer angeblich versprochen. Die größten Hoffnungen richten sich seither auf die Erfolgsmeldungen, die das Parlament endlich produzieren könnte. Statt Merkels endlosen Gesprächen mit Sarkozy entscheidet künftig der völkerverbindende Gedanke des Sport über die Entwicklung in Europa. Nachdem Re...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Grass: »Kein Widerruf!«

»Was gesagt werden muss« - das Gedicht von Günter Grass sorgt weiter für ein heftiges Für und Wider in der deutschen Öffentlichkeit. Grass selbst: »Kein Widerruf!«

Ingolf Bossenz

Menetekel am Syntagma-Platz

Nach dem Suizid eines wegen seiner sozialen Lage verzweifelten Rentners ist es in Athen zu Massenprotesten gegen die Sparpolitik der Regierung gekommen.

Ostermärsche müssen sein
ndPlusPeter Strutynski

Ostermärsche müssen sein

Als am vergangenen Samstag rund 70 Menschen in Potsdam bei eisigen Temperaturen, stürmischem Regen und Hagel auf die Straße gingen, um für »Frieden, Abrüstung und gegen Atomtransporte!« zu demonstrieren, mag mancher am Sinn der Ostermärsche zu zweifeln begonnen haben. Lohnt der Aufwand der Vorbereitung, wenn am Ende doch nur so wenige kommen? Meine Antwort: Es lohnt sich. Noch nie in der 52-jä...

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ndPlus

»Was gesagt werden muss«

Warum schweige ich, verschweige zu lange,was offensichtlich ist und in Planspielengeübt wurde, an deren Ende als Überlebendewir allenfalls Fußnoten sind.Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,der das von einem Maulhelden unterjochteund zum organisierten Jubel gelenkteiranische Volk auslöschen könnte,weil in dessen Machtbereich der Baueiner Atombombe vermutet wird.Doch warum untersage ich m...

Blick auf die Gefahrenzonen
ndPlusPedram Shahyar

Blick auf die Gefahrenzonen

Günter Grass hat mit seinem Gedicht »Was gesagt werden muss« die Schleusen der Kritik geöffnet, seine Warnung vor einem atomaren Krieg gegen Iran wird weithin geschmäht - von den einen als Auswurf tief verwurzelter Judenfeindlichkeit, von den anderen als sachlich inkompetente Äußerung eines alternden Schriftstellers. Aber vor allem jenseits der politischen Feuilletons mehren sich auch die Stimmen, die Grass verteidigen und seine Warnung ernst zu nehmen verlangen.

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Rudolf Stumberger, München

Mobilmachung zum »Hasenfest«

Die Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen in Deutschland nehmen seit Jahren ab. Ausgerechnet zu Ostern war nun eine Kampagne zum Kirchenaustritt geplant.

ndPlusJirka Grahl, London

Monarchie im Alltag

Ein schmales dreigeschossiges Haus in Spittalfield, East End, London: Schwere Vorhänge vor ungeputzten Fenstern. Hier und da blendet einfallendes Sonnenlicht das Auge. Sonst Dunkelheit, Punkte von Kerzenlicht. Es riecht nach Rauch, nach Winteräpfeln und Putz. Auf dem Tisch liegt angebrochenes Brot, daneben ein Stück reifer Käse, Krümel bedecken den samtenen Teppich. An der Wand hängt eine frischer...

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ndPlus

Der Mut der Union

Gut, dass es die C-Parteien noch gibt. Wer würde sonst die richtig heißen Themen anpacken in diesem Land? Nun kommt die Union, pünktlich zum höchsten Kirchenfest - und pünktlich zum Prozessauftakt gegen den anti-islamistischen Massenmörder Anders Breivik - mit einer Konferenz gegen die Ausbreitung der Scharia in Deutschland daher. Wie gravierend das »Problem« ist, weiß man zwar noch nicht. Klar is...

ndPlus

Rettung erst zu Pfingsten?

Die Insolvenz ist angemeldet, nun geht das Gezerre um die Überreste des Schlecker-Konzerns los. Für die 13 500 verbliebenen Mitarbeiterinnen heißt es also weiter täglich hoffen und bangen; schließlich ist unklar, ob ein Investor die Drogeriekette ohne weiteren Jobabbau übernehmen würde. Bei internationalen Finanzkonzernen wie der slowakischen Penta ist dies - trotz anderslautenden Beteuerungen im ...

Dickes Ei in Rom

Trotz seines Gewichts von 250 Kilogramm ist das von der Süßwarenindustrie im lombardischen Cremona gestiftete Schokoladen-Osterei derzeit nicht das dickste Ei im Vatikan. Das machte Papst Benedikt XVI. klar, als er am Gründonnerstag bei einer Messe im Petersdom vor rund 3000 Prälaten wider »eine Gruppe von Priestern in einem europäischen Land« wetterte. Gemeint war die Mitte 2011 in Erscheinung ge...

ndPlusWolf H. Wagner

Ohne Boss(i)

Die Nachricht war ein Paukenschlag im vorösterlichen Italien: Umberto Bossi gibt den Vorsitz der rechtspopulistischen Lega Nord ab. Er fühle sich jedoch nicht besiegt, erklärte der 70-Jährige am Abend seiner Demission trotzig. »Die ganze Geschichte stinkt doch, die hängen das meiner Familie an, um die Lega zu beschädigen!« Die »ganze Geschichte« ist: Die Lega steckt tief im Schlamassel. Schatzm...

»nd« im Schnappschuss

»nd« im Schnappschuss

Liebe Leserinnen und Leser, diejenigen, die »nd« vor allem im Internet verfolgen, wissen, dass wir dort umfangreiche Angebote unterbreiten: Online-Abo, E-Paper, die Zeitung zum Herunterladen, Archiv, Online-Shop und vieles mehr. Wie wichtig das für uns geworden ist, zeigt sich daran, dass der Kanal Internet inzwischen mehr als 25 Prozent unseres Abo-Aufkommens »liefert«. Von den seit Jahresbeginn ...

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Schröders Extremismusfalle
Marcus Meier

Schröders Extremismusfalle

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stellt sich selbst ein Bein: Ihre Extremismusklausel, die als »Linksextremisten« ausgemachte Akteure von staatlichen Geldern fern halten soll, behindert ausgerechnet Schröders Modellprojekte »gegen Linksextremismus«.

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Waffenhändler Bout erhielt 25 Jahre

Waffenhändler Bout erhielt 25 Jahre

New York (AFP/nd). Der russische Waffenhändler Viktor Bout muss in den USA 25 Jahre lang ins Gefängnis. Ein Bundesgericht in New York verurteilte den 45-Jährigen am Donnerstag (Ortszeit) unter anderem wegen Verschwörung zum Verkauf eines umfangreichen Waffenarsenals an den USA feindlich gesinnte Rebellen in Kolumbien zu der hohen Haftstrafe. Bout erhielt zudem in drei weiteren Anklagepunkten, ...

Unschuldig eingesperrt
ndPlusChristian Klemm

Unschuldig eingesperrt

Damit sich Migranten einer geplanten Abschiebung nicht entziehen können, werden sie in Haft gesteckt. Das muss und kann vermieden werden, meint der Jesuiten-Flüchtlingsdienst. Eine neue Studie belegt diese Auffassung.

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ndPlus

24 000 Flüchtlinge

Ankara (AFP/nd). Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei hat mit 24 000 einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 36 Stunden seien rund 2800 Menschen über die Grenze gekommen, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu am Freitag im Fernsehen. Davutoglu rief in der Nacht UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an, um ihn über den neuen Anstieg zu informieren. Dabei wies er auf Berichte hin, nach denen...

Tuareg rufen eigenen Staat aus

Tuareg-Rebellen in Mali haben den Norden des westafrikanischen Landes für unabhängig erklärt. Sie nennen ihr Land Azawad.

ndPlusKnut Mellenthin

Zwischen Dominanz und Pyrrhos-Sieg

Ob es in Nahost um Gaza, Iran oder Syrien geht - die Türkei hat sich in der Regierungszeit von Ministerpräsident Erdogan (seit 2003) zu einem politischen Faktor entwickelt, an dem keiner vorbeikommt, der in der Region eine Rolle spielen will. Doch die Türkei blickt auch nach Westen - und könnte an dem Spagat zwischen NATO und islamischer Welt scheitern.

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ndPlus

BASF plant Versuche mit Gen-Kartoffeln

Ludwigshafen (dpa/nd). Die Gentechnik-Tochter des Chemiekonzerns BASF will in Europa gentechnisch veränderte Kartoffeln testen. In diesem Jahr gebe es in Sachsen-Anhalt sowie in Schweden und in den Niederlanden Feldversuche mit drei Sorten, für die EU-Genehmigungsverfahren liefen, kündigte das Chemieunternehmen an. Die Knollen sollen entweder gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent sein oder n...

Frankreich: Brand in AKW gelöscht

Paris (AFP/nd). Der Austritt radioaktiven Wassers im AKW Penly in Nordwestfrankreich ist gestoppt. Das teilte der Betreiber, der Stromkonzern EDF, am Freitagmorgen mit. Seit dem frühen Morgen gebe es kein Leck mehr. Die »Rückkehr zur Normalität« im Kühlkreislauf habe es erlaubt, den Aktionsplan für das Personal aufzuheben. Das radioaktive Wasser war demnach an der Dichtung der Pumpe im Primärkreis...

ndPlus

Pommes und Hamburger wieder börsennotiert

New York (dpa/nd). Die weltweit zweitgrößte Hamburger-Kette Burger King kehrt nach anderthalb Jahren an die Börse zurück. Das passiert über ein kompliziertes Tauschgeschäft. Zu den neuen Besitzern wird auch Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen gehören. Burger King war erst im Oktober 2010 für vier Milliarden Dollar vom Finanzinvestor 3G Capital gekauft und von der US-Börse genommen worden. Je...

ndPlus

Investorenpoker um Schlecker

Das Rennen um Schlecker ist eröffnet: Noch sollen mehrere Investoren interessiert sein. Ver.di fordert, dass der künftige Investor auch in die Mitarbeiter investiert.

Ralf Streck, Madrid

Hoffen und Bangen in Portugal

Krisenland Portugal konnte seine Staatsanleihen wieder etwas günstiger versteigern. Dennoch sehen nicht alle Prognosen gut aus.

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ndPlusJürgen Holz

Stark in allen Zonen

»Die Eisbären waren sehr stark in allen Zonen«, musste Dan Ratushny anerkennen. Ratushny ist Trainer der Straubing Tigers, die im ersten Playoff-Halbfinalspiel dem fünffachen deutschen Eishockeymeister Eisbären Berlin mit 1:4 unterlagen. »Wir müssen uns zu Hause steigern, um sie zu schlagen«, ergänzte der aus Kanada stammende ehemalige Verteidiger und promovierte Jurist. Die Straubing Tigers w...

Ruben Stark, SID

Vierter Titel für Stefan Nimke

Stefan Nimke hat im 1000-m-Zeitfahren seinen vierten WM-Titel geholt. Nach den Olympischen Spielen in London will der 34-Jährige eigentlich seine Laufbahn beenden. Doch so ganz sicher ist Nimke sich nicht.

Kein gutes Ende

Birgit Fischer blickte wehmütig auf die vorbeifahrenden Boote auf der Duisburger Regattastrecke und gab nach dem geplatzten Comeback mit trauriger Miene Einblick in ihr Seelenleben. »Das ist kein gutes Ende für mich und keine einfache Situation. Das macht die Sache so schwer, wenn man will, aber nicht kann«, sagte Deutschlands Rekord-Olympiasiegerin. Herzrhythmusstörungen haben die Rückkehr der 50...

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Tarifeinigung am Flughafen

(dpa). Nach monatelangen Verhandlungen ist der Tarifkonflikt an den Berliner Flughäfen beendet. Die Gewerkschaft ver.di und der Dienstleister GlobeGround haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie beide Seiten der dpa mitteilten. Damit wird es vorerst keine weiteren Warnstreiks an den Flughäfen Tegel und Schönefeld geben. Gewerkschaft und Arbeitgeber verständigten sich darauf, dass die Beschäft...

ndPlus

Kritik an SPD-Chef

(dpa/nd). Trotz innerparteilicher Querelen will SPD-Landeschef Michael Müller im Juni wieder für das Führungsamt kandidieren. »Ich sehe keinen Grund, auf meine Kandidatur, die ich im Herbst 2011 frühzeitig angekündigt hatte, zu verzichten«, sagte er dem »Tagesspiegel«. In seiner Doppelrolle als Senator für Stadtentwicklung und SPD-Landesvorsitzender fühle er sich vom Regierenden Bürgermeister Klau...

ndPlus

Mehr Fahrer bei der S-Bahn

(dpa/nd). Beim fahrenden Personal der S-Bahn entspannt sich die Lage allmählich. Noch ist der Mangel nicht behoben, doch die Lücke bei den Triebfahrzeugführern wird kleiner. Am 31. März waren 951 von ihnen bei der S-Bahn beschäftigt, inklusive der Anwärter, die demnächst zum Einsatz kommen, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Bis Ende April werden bis zu 27 weitere neue Fahrer nach dem Ende ih...

ndPlus

Mikrokosmos Straße

Der Straßenverkehr wird oft unterschätzt. Damit ist nicht etwa die Gefahr gemeint, der sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer tagtäglich aussetzen, sondern vielmehr der philosophische Aspekt. Denn genau betrachtet ist der Verkehr ein Mikrokosmos der Gesellschaft: Er verrät einiges über die Beschaffenheit der Menschen. Verweilt man nur fünf Minuten an einer belebten Kreuzung in der Hauptstadt, bieten ...

Julian Mieth, dpa

Schießerei in Neukölln

Einen Tag nach der Schießerei vor einer Klinik im Stadtteil haben sich etliche Zeugen bei der Polizei gemeldet. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, seien »deutlich mehr als zehn Hinweise« eingegangen und es würden immer mehr. Die Berichte würden nun ausgewertet. Die Sschüsse fielen in der Nacht zum Gründonnerstag ohne Vorwarnung: Der Täter näherte sich einer Gruppe von mehreren jungen Mä...

Auf holprigen Wegen
Martin Kröger

Auf holprigen Wegen

Jede neue Erhebung schmerzt. Wer auf dem gepflasterten Fahrradweg in der Prinzenstraße in Kreuzberg schnell mit dem Rad unterwegs ist, kann die mangelnde Instandhaltung heftig physisch spüren. Nämlich immer dann, wenn das Fahrrad wieder von durch die von Wurzeln hochgedrückten Pflastersteinen aus der Bahn geworfen wird. Das erinnert ein bisschen an Surfen auf Wellen. Doch bringt es im Gegensatz zu...

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ndPlus

Titanic sinkt im Babylon

(nd). Die Titanic soll am kommenden Samstag live im Kino Babylon versinken. Die Tragödie um den am 14. April 1912 gesunkenen Luxusliner will genau 100 Jahre später die Improvisationstheatergruppe Theatersport Berlin zu einem Happening verarbeiten. Angekündigt ist eine Zeitreise, in eine Situation, die laut Initiatoren viele Parallelen zum Heute aufweist: So sei die »Titanic« eine Metapher für ...

Caroline M. Buck

Visionäre Bogenschützen

Es sind zehn Filme aus zehn Jahren, von 1941 bis 1951, mit denen die britischen Ausnahme-Talente Michael Powell und Emeric Pressburger im April im Arsenal vorgestellt werden, neun davon unter dem Zielscheiben-Logo ihrer gemeinsamen Firma »The Archers«: die Bogenschützen. »The Archers« ist auch der Titel der Filmreihe über die besten Jahre des symbiotischen Duos, das zu den faszinierendsten krea...

Volkmar Draeger

Das Fest der Fälscher

Bilder überfluten den Zeitgenossen, brennen sich in sein Hirn ein, stehen für Geschichte, ob sie so stattgefunden hat oder nicht. Nicht alles sei wirklich geschehen, was Geschichte uns biete, zumindest nicht so geschehen wie dargeboten und zudem nur ein Geringes dessen, was überhaupt geschehen. So urteilt Goethe 1806 ziemlich geringschätzig über Geschichtsschreibung. Sein Zweifel an der tradierten...

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Berliner Endung für Webadressen

(dpa). Berliner Unternehmen, Vereine und Blogger können sich bald möglicherweise eine Internetadresse mit der Endung ».berlin« zulegen. Die dotBerlin GmbH will sich bei der Internet-Verwaltung ICANN um die Domain bewerben. Mit einem Unterstützerbrief des Senates sei der Weg zur Genehmigung nun frei, teilte die Senatskanzlei am Donnerstag mit. Die Bewerbung, die bis zum 12. April eingereicht sein m...

ndPlus

Heringsaison beendet

Freest/Sassnitz (dpa/ND). Nach einem Monat mit satten Fängen stehen die Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Abschluss der Heringssaison. Die Fischereigenossenschaft Freest - die größte in Vorpommern - hat eigenen Angaben zufolge die Quote von rund 1650 Tonnen bereits im Verlauf des März weitgehend abgefischt. »Wir haben mit einem so geringen Fischereiaufwand noch nie so viele Herin...

ndPlus

Wohnprojekt sorgt für Aufregung

(dpa/nd). In Weißensee hat ein geplantes Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter Aufregung ausgelöst. »Die Sorgen der Anwohner sind menschlich verständlich. Jetzt ist es wichtig, umfassend zu informieren«, sagte die Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Franciska Obermeyer, am Donnerstag. Sie verwies darauf, dass in dem sanierten Haus an der Großen Seestraße wed...

Ewig lockt das schwarze Gold

Auf Usedom dreht sich wieder der Bohrer: Zunächst in Pudgala, dann ab Juni in Lütow fahndet die Firma CEP nach Erdöl. Die Suche nach dem schwarzen Gold ist umstritten.

ndPlusHarald Lachmann, Leipzig

Bluna geht klar, Whisky nicht

Wunderliche Namen wünschen sich manche Bürger für den Nachwuchs. Nicht alles ist erlaubt, nicht alles Schräge aber auch von vornherein unmöglich. 3000 Anfragen erreichen dazu jährlich Deutschlands einzige spezialisierte wissenschaftliche Vornamensberatung in Leipzig. Derzeit beherrscht viel rechtliche Unklarheit über dieses Metier.

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Bestechlicher Mediziner?

Erfurt (dpa/ND). Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat Anklage gegen einen Arzt und zwei Apotheker aus Thüringen wegen einer Bestechungsaffäre im Zusammenhang mit Krebsmedikamenten erhoben. Der Arzt soll von den Apothekern Vorteile und Zahlungen von einigen 100 000 Euro erhalten haben, so die Staatsanwaltschaft. Laut »Spiegel« gibt es bundesweit solche Ermittlungen. Der Arzt in Thüringen soll dafü...

ndPlus

Wie man Wolken gegen Eisbällchen impft

Wer sich einer Unwetterwand im Flugzeug nähert, hat ein ziemlich ungutes Gefühl. Bei den Anti-Hagel-Piloten gehört kühles Blut zum Job. Ihr Einsatz soll massive Schäden am Boden vermeiden helfen.

Elke Richter, dpa

Es kräht einfach kein Hahn nach ihnen

Sie haben ihre Heimat hinter sich gelassen, doch die Musik ist ihnen geblieben: In Nürnberg treten arbeitslose Profimusiker aus Osteuropa als Ein-Euro-Jobber vor Kindern und Senioren auf. Eine Stelle hat so aber keiner gefunden. Nun streicht die Arbeitsagentur die Förderung.

ndPlusAndreas Fritsche

Fleißige Bienen und faule Brut

Ganz im Zeichen der Biene steht die nd-Wanderung am 22. April. Von Henningsdorf aus geht es nach Hohen Neuendorf, wo sich seit 1992 das Berlin-Brandenburger Länderinstitut für Bienenkunde befindet.

Aufklärung sexuell und historisch
ndPlusRalf Hutter

Aufklärung sexuell und historisch

Englisches Stimmengewirr hallt durch das zur Zeit bunt geschmückte Treppenhaus des Kurt-Löwenstein-Hauses (KLH). Im ersten Stock drängen sich junge Menschen um Aushänge oder füllen Zettel aus. Sie müssen sich vor dem Mittagessen entscheiden, welchem inhaltlichen Schwerpunkt sie sich diese Woche widmen wollen. Die Themen sind etwa: Welches Gesellschaft verändernde Potenzial haben nicht-heterosexuel...

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Alle Vögel sind noch da Oder nicht?
ndPlusChristina Matte

Alle Vögel sind noch da Oder nicht?

Osterspaziergang in Brandenburg. Wir haben ihn etwas vorverlegt, damit Sie uns, pünktlich zum Fest, auf unserem Ausflug begleiten können. Wobei das Wort »Ausflug«, wie uns schnell bewusst wird, angesichts des Flugverkehrs der Vogelwelt über uns in den Lüften leider nicht mehr als Hochstapelei ist - wohl Ausdruck einer Menschensehnsucht. Doch wenn wir uns auch nicht aufschwingen können, erhebend si...

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Vielfalt in der Gemeinschaft
ndPlusDagmar Embshoff

Vielfalt in der Gemeinschaft

In Deutschland existiert eine bunte Vielzahl von Zusammenschlüssen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Solidarischer Ökonomie beschäftigen: Oft unter Begriffen wie Selbstverwaltung, Genossenschaften, Kollektivbetriebe, Commons, Gemeinwohlökonomie, soziale Ökonomie, fairer Handel. Jedoch fehlen eine gemeinsame Identität, eine spürbare Bewegung und eine entsprechende Vernetzung der Soli...

Fenster zur herrschaftsfreien Welt
Gisela Notz

Fenster zur herrschaftsfreien Welt

Bedürfnisorientiertes Wirtschaften: »Von alternativen Ökonomien zur ökonomischen Alternative zum Kapitalismus« - unter diesem Motto lud am vergangenen Wochenende die Loccumer Initiative kritischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu einer Tagung in Bremen ein.

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»Zwei Seelen, ach!«
Friederike Habermann

»Zwei Seelen, ach!«

Solidarische Ökonomien orientieren sich nicht an Profit, sondern an menschlichen Bedürfnissen. Aber immer wieder wenden Kritiker ein, dass Menschen endlos Bedürfnisse hätten, die niemals erfüllt werden könnten. Dieses Vorurteil verdient eine Widerrede. »Na, wat will se denn?«, fragt jedes Mal der Butt den Fischer, dessen Frau Ilsebill, wie dieser stets betont, nicht so will, »as ik wol will«. S...

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Piraten
ndPlusBernd Zeller

Piraten

Die junge dynamische Piratenpartei feiert Wahlerfolge, besonders in Umfragen, und liegt bundesweit bereits bei zwölf Prozent. Politikbeobachter und Feuilletonisten wären auch gern so jung oder möchten es sich zumindest nicht anmerken lassen, ihre Jugend in einer anderen Epoche verbracht zu haben, so dass sie es sich nicht leisten können, die Piratenpartei nicht ernstzunehmen. Programmatisch hat...

Rastlose Reise durch die Welt der Kunst

Rastlose Reise durch die Welt der Kunst

Er kam als Sohn eines Konzertgeigers und einer Sängerin in New York zur Welt. In seiner Kindheit wurde er von seinem Vater traditionsgemäß im Geigenspiel unterrichtet, doch seine Liebe galt schon bald der Malerei. Mit 16 Jahren fuhr er zum ersten Mal nach Deutschland, um seine Eltern auf einer Konzertreise zu besuchen. Später ließen diese sich in Hamburg nieder, wo er auf eigenen Wunsch Zeichenunt...

Das Krokodil im Gefühlshaushalt
Hendrik Lasch, Dresden

Das Krokodil im Gefühlshaushalt

Wo sitzen eigentlich die Gefühle? Die Liebe - gar keine Frage: Sie hat ihren Platz im Herzen. Der Schreck dagegen - er fährt natürlich in die Glieder. Überkommt einen die Angst, ist es die Kehle, die zugeschnürt wird. Wo aber manifestiert sich der Zorn? Das Alte Testament kennt eine, wenn auch aus heutiger Sicht merkwürdige, Antwort: Rasender Zorn steigt dort in die Nase. Auch andere Organe und Kö...

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Lesen und leben lassen
ndPlusAdelbert Reif

Lesen und leben lassen

nd: Herr Professor Magris, Sie eröffnen Ihr Buch »Das Alphabet der Welt« mit einem Rückblick auf jene Bücher, von denen Sie in Ihrer Kindheit und Jugend geistig geprägt wurden. Es ist eine beeindruckende Zahl an Schriftstellern und Dichtern, denen Sie sich zuwandten. Ist es heute noch vorstellbar, sich solchen Leseabenteuern hinzugeben?Magris: Ja, ich bin überzeugt, dass die Begegnung mit Flaubert...

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Frau Clinton und das Pazifische Jahrhundert
ndPlusJürgen Heiducoff

Frau Clinton und das Pazifische Jahrhundert

»Die Zukunft der Politik wird in Asien … entschieden … und die Vereinigten Staaten werden direkt im Zentrum des Geschehens sein.« Das schrieb Außenministerin Hillary Clinton unter dem Titel »Amerikas Pazifisches Jahrhundert« im US-Magazin »Foreign Policy« (November 2011. Eine breit verteilte militärische Präsenz der USA im Raum zwischen Pazifischem und Indischem Ozean biete große Vorteile. So wäre...

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WOCHEN-CHRONIK

7. April 1926: Ein Attentatsversuch des irischen italienischen Adligen Violet Albina Gibson verletzt den italienischen Diktator Mussolini lediglich an der Nase. 7. April 1977: Mit dem tödlichen Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback beginnt ein Jahr schärfster Konfrontation zwischen bundesdeutschem Staat und RAF. 9. April 1682: Im Salon du Louvre in Paris wird die erste Kunstausst...

Die »Titanic«
Horst Diere

Die »Titanic«

Pünktlich zum 100. Jahrestag des Untergangs der »Titanic« legt die an der Universität Aarhus in Dänemark lehrende Professorin für Musikwissenschaft und Kulturgeschichte Anna Maria Koldau ein neues Buch über die »Titanic« vor. Die mit dem Untertitel geschürte Erwartung wird auf hervorragende Weise erfüllt. Die Autorin weiß sehr genau, dass es die Wahrheit über den Untergang der »Titanic« nicht gibt...

ndPlusMartin Koch

Achtzehn gegen Adenauer

Wenn in der Geschichte von Protest und Aufruhr die Rede ist, werden als deren Urheber häufig nur Männer genannt. Auch die am 12. April 1957 veröffentlichte sogenannte Göttinger Erklärung gegen die nukleare Aufrüstung der Bundeswehr macht da keine Ausnahme. Sie trägt die Unterschrift von 18 westdeutschen Atomforschern, die hierdurch zu weltweitem Ruhm gelangt sind. Eines wird dabei bis heute leider...

Er hatte Recht - nicht die Partei
Stefan Bollinger

Er hatte Recht - nicht die Partei

Robert Havemann war kantig, unbändig optimistisch, unduldsam, risikobereit und lebensfroh, kritisch und aktiv links. Der hervorragende Chemiker war schon in Nazideutschland wissenschaftlich tätig, auch in der Giftgasforschung. Zugleich organisierte er eine Widerstandsgruppe, Europäische Union genannt. Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt, aber wegen kriegswichtiger Forschungen noch nicht hinger...

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Reim auf die Woche

Gedichte fürchtet - ist das so? - ein jeder:So reift, wer schreiben kann, zum Weltenrichter.Am Konsens kratzt jetzt Grass, Nobelpreisdichter,mit letzter Tinte. Und dann sinkt die Feder. Gealtert, sucht der deutsche Wortverfechter,auf Israel sich keinen Reim zu machen.Nichts lässt sich leichter als Papier entfachen.Sogar ein Land, man hofft es sehr, brennt schlechter. Es tut die Welt nicht, n...

Singender Sachse

Singender Sachse

Am 9. April 2002 ist er gestorben. »Sing mei Sachse, sing« - das sang er nicht einfach nur. Er krümmte sich etwas, wie ein Torpedo aus Schmiegstoffen, das Gesicht bekam Tegtmeier-Konturen. Jürgen Hart (Foto: dpa) verkörperte, im wahren Sinn des Wortes und gern und groß, die ganze List, die ganze tücksche Feigheit, die ganze Psüüche des Sachsen, der sich gleichzeitig vorteilheischend spannen wie pr...

»Ich engagierte Sie nicht als Kohlesack«
Kerstin Yvonne Lange

»Ich engagierte Sie nicht als Kohlesack«

Martin Wuttke ist einer der großen Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Er war jahrelang am Berliner Ensemble engagiert, bei Heiner Müller, leitete das Theater nach dessen Tod, spielt nun, in der Ära Peymann, noch immer den Arturo Ui in Müllers letzter Inszenierung. Bei Frank Castorf prägte Wuttke die bedeutenden Dostojewski-Inszenierungen der Volksbühne mit. Ostersonntag und Ostermontag ist er in der ARD in einem zweiteiligen »Tatort« zu sehen.

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Ostern, Weihnacht

In den Fenstern der Osterputz, draußen schon der Zipfel vom Weihnachtsbaum, der freilich noch einige Monate Leben vor sich hat. Erwartung und Hoffnung zeigen ihre ermunternde Symbolik. Ganz schön wird's nie - eine Einsicht, die den Satz gebar: Ehe Lamm und Wolf zueinander fänden, fielen wohl eher Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Auf diesem Foto sind sie einander schon sehr nah. Aber an der Ha...

Feuille-Ton der Anderen

»Was gesagt werden muß« - das Gedicht von Günter Grass bestimmt die Feuilletons. Frank Schirrmacher (FAZ) zitiert Grass: »Warum schweige ich, verschweige zu lange,/ was offensichtlich ist und in Planspielen/ geübt wurde, an deren Ende als Überlebende/ wir allenfalls Fußnoten sind.« Dann kommentiert er:Man muss sich klarmachen, was dieser Meister der Sprache assoziativ aufruft. Es spricht ein poten...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der Doyen

Mit seinem lyrisch kostümierten Angriff auf Israels Iran-Politik lief Günter Grass gegen eine Mauer des Unverständnisses. Der israelische Historiker Tom Segev nennt ihn »egozentrisch«, der Schriftsteller tue so, »als würde er ein großes Schweigen brechen, dabei gibt es in Israel eine intensive Diskussion«. Dies ist nicht irgend jemandem passiert, sondern gleichsam dem Doyen einer bundesdeutsche...

ndPlusIngolf Bossenz

Ein HERR, doch kein Hirte

Sein Diktum vom Charakterbild, das, »von der Parteien Gunst und Hass verwirrt«, in der Geschichte schwankt, machte Schiller an Wallenstein (1583-1634) fest. Nicht weniger treffend passt es auf einen Mann, der 100 Jahre vor Wallenstein zur Welt kam und ohne den es des Friedländers Kriegszüge nicht gegeben hätte: Martin Luther (1483-1546). Die Rasanz, mit der sich Europa zwischen dem Thesenansch...

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DOKfilm: Streit um Auschwitz

Auschwitz steht wie kein anderer Ort für den industriell betriebenen Massenmord an den europäischen Juden, Roma und Sinti. Doch Auschwitz ist auch Oświęcim, eine Kleinstadt, die es schon vor dem Vernichtungslager gab. Die Frage des korrekten Erinnerns spaltet auch dort heute die Menschen. Marian Ehret beschreibt in seinem Film »Auschwitz-Dialoge« (2007) die Konflikte. Es geht u.a. um ein...

ndPlus

OUT of SPACE: Digitale Revolution

Die digitale Revolution wird die Haltung der Menschen zur Welt ähnlich tiefgreifend ändern, wie es vor rund 500 Jahren die Erfindung des Buchdrucks getan hat. Das aus der klassischen Medientheorie stammende Schema von Sender und Empfänger wird durch ein anderes ersetzt: Wir sind Sender und Empfänger zugleich. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat das kürzlich als einer der wenigen Politike...

ndPlusAnne Roth

BLOGwoche: Internet und Schule

Es wird ein bisschen themenfremd. Aber ich lege ja, zur Irritation der unterschiedlichsten Leute, Wert darauf, in den Dreizeilern zur Beschreibung meiner Person auch zu erwähnen, dass ich Mutter bin. Weil das mein Erleben der Welt erheblich prägt, und weil es sehr viel von meiner Zeit beansprucht. Das bringt mit sich, mich viel mit Schule beschäftigen zu müssen. Ein Elend. Ein ganz unglaubliches E...

Entpolitisierung des Radioprogramms?
Helmut Lorscheid

Entpolitisierung des Radioprogramms?

Die geplante Reform des Radioprogramms WDR 3 stößt auf Widerstand. In der Kritik stehen dabei vor allem die von Rundfunkdirektor Wolfgang Schmitz vorgeschlagene Streichung politischer Magazine und Beiträge. In dem, für seine vergleichsweise noch immer hohe Qualität bundesweit geschätzten WDR-3-Programm sollen künftig Beiträge aus dem WDR 5 wiederholt, der Anteil der eigens für WDR 3 produzierten S...

ndPlusRobert D. Meyer

Kunst braucht Freiraum zum Atmen

Die Verantwortlichen für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte wollen seit Januar stärker auf die Quote anstatt auf den Inhalt ihres Programms schauen. Dabei ist das Schielen auf den Massengeschmack nicht Auftrag dieses einmaligen Projektes. Es ist ganz gewiss ein Zufallstreffer, doch dieser steht symptomatisch für eine sich schon länger abzeichnende Entwicklung beim deutsch-französischen Fer...

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Heidi Diehl

Wo haben Sie noch einen Koffer?

Einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, saßen ganz offensichtlich schon eine ganze Weile in den Startlöchern, als in der vergangenen Woche der 10. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb unter dem Motto »Reiselust und Welt-Anschauung« startete. Denn schon einen Tag später lagen die ersten beiden Geschichten im elektronischen Postkasten. Dieter Lämpe aus Hoppegarten erzählte uns von seiner To...

ndPlusHeidi Diehl

Schöne Künste waren stets ihr Metier

Es war eine Sensation, als am 7. Juni 1964 die damals 17-jährige Erika Barth bei den DDR-Meisterschaften in Halle auf dem schmalen Schwebebalken einen Flickflack sprang und sicher stand. Sie war weltweit die Erste, die das auf dem »Zitterbalken« wagte. Alle Olympiahoffnungen der DDR lagen auf der schönen jungen Turnerin, doch kurz bevor die Reise nach Tokio starten sollte, riss sie sich in einem W...

Von einem Teppich, der im Duo kam

Von einem Teppich, der im Duo kam

Der Berliner Kabarettist Martin Buchholz attestierte uns »Ehemaligen« nach der Wende: »Bisher hatten die DDR-Bürger eine Weltanschauung - jetzt dürfen sie sich die Welt anschauen!« Und das taten wir dann auch. Je nach Geldbeutel ging weit in die Welt hinaus oder eben nur mal kurz zu den westlichen Nachbarn. Weniger aufwendig, trotzdem nicht uninteressant. So führte uns anno 1992 eine Reise nach...

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Gefiederte Monster
ndPlus

Gefiederte Monster

Dass zweibeinig laufende Dinosaurier (Therapoda) die Vorfahren der Vögel waren, ist in der Evolutionsbiologie längst Konsens. Doch erst im letzten Jahrzehnt mehrten sich Fossilienfunde von Dinosauriern, die, obwohl noch per pedes, bereits ein Federkleid getragen haben. Die bisherigen Funde solcher gefiederten Dinos repräsentieren allerdings vergleichsweise kleine Vertreter dieser Sauriergruppe. Do...

ndPlusRonald Friedmann

Umstürzende Sonde

Die US-amerikanische Sonde »Lunar Reconnaissance Orbiter«, (LRO), die seit Juni 2009 den Mond umkreist, hat bisher mehr als 192 Terabyte an Daten, Fotos und Karten zur Erde übermittelt, eine Datenmenge, die etwa 41 000 herkömmlichen DVDs entspricht. Diese Datenmenge brachte nicht nur neue Erkenntnisse über den Mond selbst, sondern auch zur Geschichte der Mondforschung: Mit Hilfe der hoch aufgelöst...

Martin Koch

Physik in der Küche

Folgt man seinem Erfinder Ian Fleming, dann legte der britische Geheimagent James Bond stets großen Wert auf ein perfekt gekochtes Ei. In der Episode »Liebesgrüße aus Moskau« (1957) erfährt man auch, wie lange »007« seine Eier kochen ließ, damit sie anschließend schön weich waren: drei und ein Drittel Minuten. Was damals funktioniert haben mag, könnte heute Probleme bereiten. Denn die im Haush...

Walter Schmidt

Chefs im tiefsten Brustton der Überzeugung

Kein Wetterbericht wirkte je so glaubhaft wie der von Elmar Gunsch vorgetragene. In den 1980er Jahren präsentierte der donnerstags nach dem »heute«-Journal das Wochenendwetter. Gunschs gemütliche Bassstimme klang sehr überzeugend - und sollte das auch. Casey Klofstad von der Universität Miami im US-Bundesstaat Florida hat die Überzeugungskraft tiefer Stimmen einmal mehr experimentell nachgewies...

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Letzte Runde
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Letzte Runde

Kaum jemand hatte vor der letzten Runde daran gezweifelt, dass Laurent Fressinet (Frankreich; 30) der neue Europameister werden würde. Er hatte einen halben Punkt Vorsprung vor den Zweitplatzierten. Doch dann nahm die Tragödie in der letzten Runde ihren Lauf. Dmitri Jakowenko (Russland; 29) schlug Fressinet und holte sich die EM-Krone. Diese entscheidende Partie stellen wir heute vor. Jako...

Mönche und Novizen
ndPlusHeiko Frings

Mönche und Novizen

Wer »Der Name der Rose« gelesen oder gesehen und genossen hat, wird sich in der »Abtei der Rätsel« gleich zu Hause fühlen. Der aus jeder Perspektive genauso schöne wie übersichtliche Spielplan zeigt das Gemäuer aus der Vogelperspektive. In seinen Räumen, Höfen und Nebengebäuden schickt jeder von uns einen Mönch auf die Suche nach der Lösung eines Rätsels, das aus einem fünf bis zehn Buchstaben lan...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewin...

Abends wurde Tutti munter und lernte fliegen
ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Abends wurde Tutti munter und lernte fliegen

Irgendwer hatte uns einen jungen Waldkauz aufgeschwatzt, der hilflos im Stadtgebiet saß. Junge Eulen pflegen das Nest zu verlassen, ehe sie ausreichend flugfähig sind. Im Wald (unser Foto) sollte man sie sitzen lassen, sie werden von den Eltern auch am Boden gefüttert. Das kam hier aber nicht in Frage. Wir waren nicht froh darüber, denn wir hatten gerade erst den Steinkauz Wichtel an den Rostocker...

»Wir sind da für Kinder, die uns brauchen«
René Gralla

»Wir sind da für Kinder, die uns brauchen«

Ein gemeinsamer Schachverband für Hip-Hop-Fans und Schachfreaks? Klingt wie ein schräger Scherz. Doch ADISA BANJOKO (42) aus San Francisco hat genau das getan. Er ist Journalist und Sicherheitsbeauftragter an einer High School. Außerdem hat er sich als »Bishop of Hip-Hop« einen Namen gemacht. Nun trommelt er seit gut fünf Jahren auch für seine von ihm gegründete »Hip-Hop Chess Federation« (HHCF).

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Ostereierei
ndPlusHeidi Diehl

Ostereierei

Auch wenn demnächst die ersten Pfefferkuchen in den Supermärkten uns dezent darauf hinweisen, dass es langsam Zeit wird, an den Kauf der Tanne zu denken, vorerst hat der Weihnachtsmann noch Hausverbot. Notfalls wird er einfach weggeschlossen. Warum denn nicht einfach mal in ein Osterei, so als kleinen Hinweis darauf, dass es noch andere Feiertage gibt. Möglicherweise hat ja der Künstler, der diese...

»Aufi, s'Vieh sammla!«
Frank Heinzl

»Aufi, s'Vieh sammla!«

Ohne meinen Morgenkaffee geht gar nichts - das war einmal. Inzwischen brauche ich morgens zuallererst Frischluft und Bewegung. Nicht, weil ich meinen Schreibtischjob aufgegeben habe und unter die Fitnessfreaks gegangen bin, sondern weil mich ein Sommer auf der Alpe verändert hat. Aber von vorne. Als typischer Städter fehlte mir eigentlich nichts und doch plötzlich irgendetwas. Das tägliche Ein...

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Roland Mischke

Musterland der Aufklärung und der Kunst

Es sind russische Sponsoren, die Katharina der Großen huldigen. Sie schuf die Weltmacht Russland, sagen sie, wenn sie in Zerbst vor dem Denkmal der einstigen Zarin Blumen ablegen. Die Skulptur wurde vom russischen Bildhauer Michail Perejaslawez geschaffen, sie steht vor dem Torso des immer noch mächtigen Schlosses auf einem Hügel. Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg (17...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Auferstehung? Auferstehung!

Natürlich gibt es Auferstehung. Es gibt ja auch König Lear und Anna Karenina, obwohl sie nie existierten. Diese Gestalten, wie Effi Briest oder Jesus oder Richard III. oder Hiob oder Peter Pan, sie treiben sich herum in uns, sie treiben uns um. Sie sind erfunden, aber sie leben, all die Himmel und Höllen der Einbildung, all die Apostel oder sieben Zwerge oder Märtyrer - sie leben, und zwar von uns...