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Unten links

Die Signalfarben einer Ampel regeln den Verkehr, das weiß jeder: Bei Rot bleibe steh'n, bei Grün kannst du geh'n. Was uns aber die Ampelmetaphorik in der Politik mitteilen soll, versteht kein Mensch. Steht Rot für Stillstand? Gelb für Unentschiedenheit? Grün für Fortschritt? Die SPD in Schleswig-Holstein will die Dänen-Ampel, obwohl sie genau weiß, was passiert, wenn einer Ampel das Licht ausgeht:...

Herkunft und Beschaffenheit der in Berlin am 1. Mai aufgefundenen Rohrbomben weiter ungeklärt

Die Beschaffenheit der drei möglicherweise hochexplosiven Rohrbomben nahe der linksradikalen Revolutionären 1. Mai-Demonstration in Berlin ist weiter ungeklärt. Während der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), und der Berliner Landesverband der Gewerkschaft der Polizei (GdP) von "Terrorismus" oder "terroristischen Charakter" der Bombenlegungen ausgehen, sieht man das bei der Berliner Polizei zurückhaltender.

Ein anderes Europa

Auch wenn es weder so aussieht noch jedem unbedingt bewusst ist, haben Griechenlands Wähler ein eindeutiges Votum abgegeben: Wir wollen ein anderes Europa, lautet ihre Botschaft. Sie straften alle Parteien ab, die hinter der mit den Gläubigern vereinbarten Austeritätspolitik stehen. Ihre Stimme gaben sie überwiegend Parteien, die sich sowohl für einen Verbleib in Euro und EU als auch für ein Ende ...

Linke Erfolge in Athen

Bei den Parlamentswahlen am Sonntag haben die Wähler in Griechenland der bisherigen Regierungspolitik eine klare Absage erteilt. Am härtesten traf es die Sozialisten (PASOK), die mehr als zwei Drittel ihrer Wähler von 2009 verloren und mit knapp 831 000 Stimmen und 13,2 Prozent auf dem dritten Platz landete. Sie verfügt damit nur noch über 41 Sitze (2009: 160 Sitze) Die zweite Regierungspartei, Ne...

ndPlusMartin Ling

Mit Wachstum auf dem Holzweg

Vor 40 Jahren traf der Club of Rome mit dem Bericht »Die Grenzen des Wachstums« auf Skepsis bei wachstumsgläubiger Politik und Gesellschaft. Der Folgereport »2052« zeichnet noch dramatischere Schäden für Menschheit und Erde auf. Politik und Gesellschaft sind inzwischen zwar sensibilisiert, doch der Kurswandel steht aus.

Rote Signale aus Thüringen

Insgesamt standen am Sonntag sechs Landratsämter und vier Oberbürgermeisterposten kreisfreier Städte zur Wahl. Abgestimmt wurde auch über Bürgermeister in 24 weiteren Kommunen, in denen beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreicht hatte. Alle sieben Kandidatinnen und Kandidaten der Linkspartei - darunter vier Frauen aus der Landtagsfraktion,...

Rote Signale aus Thüringen

Rote Signale aus Thüringen

Insgesamt standen am Sonntag sechs Landratsämter und vier Oberbürgermeisterposten kreisfreier Städte zur Wahl. Abgestimmt wurde auch über Bürgermeister in 24 weiteren Kommunen, in denen beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreicht hatte. Alle sieben Kandidatinnen und Kandidaten der Linkspartei - darunter vier Frauen aus der Landtagsfraktion,...

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Höchste Zeit für den Plan B

Bereits Anfang Juni stehen in Griechenland die nächsten Tage des Zitterns an. Vertreter der Troika aus EU-Kommission, EU-Zentralbank und IWF wollen in Athen die Umsetzung der Einsparprogramme kontrollieren und Beschlüsse über neue Kürzungen bei Renten und Löhnen im Umfang von 11,6 Milliarden Euro entgegennehmen. Von der Bewertung hängt ab, ob EU und IWF die nächste Kredittranche freigeben. 30 Mill...

Siegerlächeln beim Star der Linken

Er ist der jüngste politische Führer Griechenlands, ein frisches Gesicht, das nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Sonntag nicht aufhörte zu strahlen. Alexis Tsipras, 37 Jahre alt, ist der eigentliche Sieger der Parlamentswahlen in Griechenland. Unter seiner Führung erlangte das Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA), das sich als Schwesterpartei der deutschen Linkspartei versteht, das beste Erge...

Anke Stefan, Athen

Das Volk hat die Dinge geändert

Nach dem Wahldebakel der beiden bis dato stärksten Parteien in Griechenland sehen diese ihre Vorstellungen einer relativ bequemen Regierungsbildung vorerst durchkreuzt. Die erstarkten Gegner des Griechenland aufgezwungenen Spardiktats in die Kabinettsbildung einzubeziehen – daran möchte die etablierte politische Klasse in Athen nicht einmal denken.

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Hollandes Schattenkabinett

François Hollande ist noch nicht zum Präsidenten ausgerufen, da wird bereits heftig über die Zusammensetzung seiner Regierungsmannschaft spekuliert. Jean-Marc Ayrault (62), gelernter Deutschlehrer und langjähriger Fraktionschef der Sozialisten, gilt als Favorit für das Amt des Premierministers. Auch Martine Aubry (61), Tochter von EU-Kommissionspräsident Jacques Delors und PS-Vorsitzende, wird hoc...

ndPlusOlaf Standke

Die Kanzlerin wartet mit offenen Armen

Wie werden sich die deutsch-französischen Beziehungen nach dem Machtwechsel in Paris gestalten? Beide Seiten haben den Willen zur Fortsetzung der engen Zusammenarbeit bekundet, sehen aber auch substanzielle Divergenzen.

Ralf Klingsieck, Paris

Der ewig unterschätzte Hollande

Er ist der siebte Präsident der 5. Republik, doch erst der zweite Sozialist in diesem Amt: Auf den Tag genau 31 Jahre nach seinem Vorbild François Mitterrand wurde am Sonntag François Hollande zum Staatsoberhaupt Frankreichs gewählt.

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Hans-Dieter Schütt

Kämpfer

Zum Beispiel:Dürers Mutter, dazu die Aufschrift »Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten?« Oder die Manager der bundesdeutschen Rüstungsindustrie, zum Foto der Text: »Alle reden vom Frieden. Wir nicht.« Klaus Staeck hat deutsche Plakatgeschichte geschrieben. Und auch als Akademiepräsident, also in kulturpolitischer Aktion, ist er von protestantischer Sinnsüchtigkeit, von kämpferischer Direkthe...

Selbsttäuschung

In Schleswig-Holstein den Wiedereinzug in den Landtag klar verfehlt, in Thüringen erfolgreich bei den kommunalen Stichwahlen in Landrats- und Bürgermeisterämter eingezogen: Reduziert sich die LINKE nun doch auf eine Ostpartei? Kein Zweifel, die Zeichen für die NRW-Wahl am nächsten Sonntag stehen für die Linkspartei arg ungünstig, sie muss einen zweiten Rückschlag fürchten. Aber die unterschiedlich...

Adieu Tristesse

Selbst wenn der Unterschied nur drei Prozentpunkte ausmacht: Nach dem unrühmlichen Abgang von Dominique Strauss-Kahn als ursprünglicher Favorit der Sozialisten für das Präsidentenamt Frankreichs, nach dem Gerangel der »Elefanten« der Parti socialiste um die Kandidatur, nach einem aggressiv und mit populistischen Parolen geführten Wahlkampf des Amtsinhabers ist der Sieg François Hollandes ein klare...

Das große Boykottspiel
ndPlusBrigitte Zimmermann

Das große Boykottspiel

Was war eigentlich los? Das Gesellschaftsspiel der letzten Woche lief darauf hinaus, dass Politiker verschiedener Herren und Damen Länder ihren Besuch bei der Fußball-EM in der Ukraine absagten. Und keiner fragte, warum sie dort unbedingt sein müssen. Beim Fußball, denkt man, sind die Spieler wichtig, die Schiedsrichter sowie die Milliarden Fans im Stadion und an den Bildschirmen. Nur auf dieser S...

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Eine gefährliche Liebe
Eckart Roloff

Eine gefährliche Liebe

»Erzähl es niemandem!« Hier geht es offenbar um ein Geheimnis, etwas sehr Vertrauliches, vielleicht ein Tabu. Schon auf den ersten Seiten des Buches ist viel von Heimlichkeiten die Rede, von einem dunklen Kapitel in der Familiengeschichte, von Kriegsjahren, von Schweigen und Scham. Die Norwegerin Lillian Crott Berthung vertraute ihrer 17-jährigen Tochter Randi bereits 1969 gegen den erklärten Will...

Hoch auf dem Roten Berg ...
ndPlusKarlen Vesper

Hoch auf dem Roten Berg ...

Den heutigen Tag der Befreiung will Horst Behrendt mit seiner Frau im Kapitulationsmuseum in Berlin-Karlshorst feiern. Wie jedes Jahr. »Das lassen wir uns nicht nehmen«, sagt der bald 92-Jährige im Gespräch mit »neues deutschland«.

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ndPlusChristin Odoj

Die Qual mit dem Personal

Bei der Linkspartei beginnt nach dem enttäuschenden Wahlergebnis in Schleswig-Holstein das Wundenlecken. Für die Wahl in Nordrhein-Westfalen gibt sich die Partei jedoch optimistisch.

Aert van Riel

Der unbekannte Dritte

Der Aufstieg der Piraten setzt SPD und Grüne unter Druck. Diese müssen sich im künftigen Fünf- oder Sechsparteiensystem Gedanken über neue Bündnisse machen. Doch gegen alle potenziellen Dreierkoalitionen gibt es bei Sozialdemokraten und Grünen massive Vorbehalte.

ndPlusInes Wallrodt

Rot, grün, blau

Die SPD setzt nach der Landtagswahl auf eine Ampel mit Grünen und SSW. Die signalisieren Unterstützung.

»Nach schneller Analyse fit fürs Wahljahr 2013«

nd: Ist das Wahlergebnis im Norden eine Abstrafung oder Nichtbeachtung durch den Wähler?Möhring: Es ist ein enttäuschendes Ergebnis. Wir haben zunächst einen guten Wahlkampf hingelegt. Doch Wahlen verliert und gewinnt man nicht in sechs Wochen. Von Abstrafung möchte ich nicht reden. Manche, die die LINKE wählen würden, gehen bei Landtagswahlen nicht mehr an die Urne. Sie haben die Lust an der Einm...

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ndPlusFolke Havekost und Volker Stahl

Retter der FDP - aber nur im Norden

Wolfgang Kubicki hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Liberalen wieder in den Landtag von Schleswig-Holstein eingezogen sind.

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Bonn: Islamist in Haft

Bonn (dpa/nd). Nach den Ausschreitungen von Islamisten in Bonn ist Haftbefehl wegen dreifachen versuchten Mordes gegen einen 25-Jährigen ergangen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Deutsch-Türken zur Last, am Samstag am Rande einer Demonstration drei Polizisten gezielt mit dem Messer angegriffen zu haben. Die Tat ist nach Angaben der Ermittler auf einem Video der Polizei festgehalten. Der Mann se...

Uwe Kalbe

Zu spät für Mitgliederentscheid

Der lange umstrittene Mitgliederentscheid der LINKEN über die neue Parteiführung sorgt noch einmal kurzzeitig für Aufmerksamkeit. Er war vom Geschäftsführenden Parteivorstand im Januar nicht zugelassen worden. Was die Bundesschiedskommission der Partei nun für falsch erklärt hat.

Guter Rat an Westverbände

Guter Rat an Westverbände

nd: Wie schwer wiegt der Thüringer Erfolg angesichts des Misserfolgs in Schleswig-Holstein?Harzer: Er ist hoch zu bewerten. Weil es zeigt, dass die LINKE für die Menschen weiterhin wählbar ist. Wenn sie mit Menschen antritt, die vor Ort, in Vereinen und Verbänden verankert sind. Das unterstellt, dass die LINKE in Schleswig-Holstein nicht genug verankert ist.Es gibt sicher einige hausgemachte ...

Die glorreichen Sieben
Hans-Gerd Öfinger

Die glorreichen Sieben

Prädikat »äußerst spannend«. Nach der Stichwahl am Sonntag besetzt die Thüringer LINKE mit drei Landrätinnen und einer Oberbürgermeisterin erstmals wichtige Führungsämter.

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Ohne Armdrücken

Bei der Parlamentswahl in Armenien hat die Republikanische Partei von Präsident Sersch Sargsjan klar gesiegt. Die Regierungspartei erreichte laut dem am Montag verkündeten vorläufigen amtlichen Endergebnis 44,05 Prozent der Stimmen.

Nach den Wahlen wenig Zahlen

Das Ergebnis der Parlamentswahlen in Serbien war am Montag immer noch unklar. Bei der Abstimmung über das Präsidentenamt wird es eine Stichentscheidung geben.

Karin Leukefeld, Damaskus

Nur Töne der gleichen Farbe?

Erstmals haben die Syrer nach Einführung eines Mehrparteiensystems und eines neuen Wahlgesetzes am Montag ein Parlament gewählt.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Putins »Schwerkraftzentrum«

Wladimir Putin ist seit Montag nicht nur de facto, sondern auch de jure wieder der Mann, der Russlands Schicksal maßgeblich bestimmt.

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Kompendium für NSU-Aufklärer
ndPlusRené Heilig

Kompendium für NSU-Aufklärer

Der am heutigen 8. Mai, dem Tag der Befreiung von Krieg und Nazi-Diktatur, im Hamburger VSA-Verlag erscheinende Band »Made in Thüringen?; Nazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal« wird vom Fraktionschef der Thüringer LINKEN Bodo Ramelow herausgegeben. Die Artikelsammlung entstand mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

ndPlusRené Heilig

Nazi-Terror als »Kriegsfolgeschaden«

Das »Runterrechnen« der rechtsextremen Gewalt hat Tradition in der Bundesrepublik Deutschland. 182 Todesopfer rechter und rassistischer Gewalt sind seit 1990 zu beklagen. Die Regierung anerkennt lediglich 59. Sieben Jahre lang konnten Neonazi-Terroristen morden und rauben, die Sicherheitsbehörden waren unfähig, sie zu stoppen. Nur unfähig?

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Anschlag auf Streifenwagen

(dpa). Als neue Stufe der Gewalt hat die Berliner Polizei den Anschlag auf einen Streifenwagen in der Nacht zum Sonntag bewertet. Die Tat stelle eine »neue Qualität von Gewalt« dar, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Mehrere Unbekannte hatten ein Polizeiauto mit zwei Beamten an einer Ampel im Stadtteil Kreuzberg mit Steinen und Brandsätzen angegriffen. Die Heckscheibe des Fahrzeugs wurde zers...

Harte Arbeit für Beirat

(epd). Auf den neu gewählten Berliner Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen warten nach Meinung des Integrationsbeauftragten Günter Piening schwierige Aufgaben. Nach dem Aufdecken der rechtsextremen Mordserie an Migranten und an einer Polizistin und der Sarrazin-Debatte müsse es darum gehen, verlorengegangenes Vertrauen der Zuwanderer wieder zu gewinnen, sagte Piening am Montag in Be...

7000 neu eingebürgert

(epd). Nach kontinuierlichen Rückgängen in den zurückliegenden vier Jahren sind 2011 erstmals wieder mehr Menschen in Berlin eingebürgert worden. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag in der Hauptstadt mitteilte, erhielten im vergangenen Jahr 6959 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Jahr davor war mit 5537 Einbürgerungen in Berlin der niedrigste Stand seit Einführung des...

Plastikbunte Ironie

Der heilige Christophorus höchstpersönlich hat extra für die Werbekampagne einen Imagewandel durchlaufen. Erst stolpert er im Leinenhemd und mit Vollbart durch die Straßen, in den Händen ein zerknicktes Pappschild mit den Worten »Nehmt mehr Rücksicht!«. Nach seiner Beratung durch eine Marketingagentur hält er, umgestylt zum himmelblauen Lackaffen mit perlweißen Zähnen, eine ebenso frisch aussehende, weil mit Wasserperlen benetzte Dose Rücksicht in die Kamera. »Gibt's auch hier in Berlin.«

Kritik am Wasser-Kauf

(nd-Herrmann). »Mehr Fragen als Klarheit« hat Klaus Lederer (LINKE), Mitglied im Sonderausschuss Wasserverträge, gestern beklagt. Er verwies auf Medienberichte über den Rückkauf von Anteilen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) vom Energiekonzern RWE durch das Land Berlin. Lederer meinte in Erinnerung an die Teilprivatisierung der BWB, »es wäre verheerend, wenn jetzt der eine schlechte Deal durch ein...

ndPlusSarah Liebigt

Rücksicht aus der Dose

Die blaue Dose glänzt taufrisch, in weißen Buchstaben steht »Rücksicht« darauf. Sie ist Kernstück der Kampagne für mehr Gelassenheit und Sicherheit im Straßenverkehr. Das Modellprojekt in Berlin und Freiburg startete am Montag und soll langfristig zu einem besseren Klima zwischen Radlern, Fußgängern und Autofahrern führen - und die Zahl der Verkehrsunfälle senken. Die zur Kampagne gehörenden Ra...

Polizei sammelte am 1. Mai drei Rohrbomben auf
Martin Kröger

Polizei sammelte am 1. Mai drei Rohrbomben auf

Seit dem 3. Mai wusste die Berliner Polizei Bescheid, erst gestern machte die Behörde die Funde öffentlich: Polizisten von Einsatzhundertschaften aus Berlin und Sachsen-Anhalt haben laut Polizei am Abend des 1. Mai in unmittelbarer Nähe der Revolutionären 1. Mai-Demonstration in Kreuzberg kurz hintereinander drei Rohrbomben gefunden.

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Politiker wird Künstler

(dpa). Der Berliner Politik-Referent Guido Brendgens erhält ein sechsmonatiges Stipendium am Institut des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Der Beitrag zur 7. Berlin Biennale versteht sich als politisch-didaktisches Experiment. Brendgens ist Referent für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt bei der LINKEN-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Er kann nun an Projekten des von Eliasson gegründet...

Studenten demonstrieren

(dpa). Im Streit über die Schauspielschule »Ernst Busch« sind am Montag Studenten in Mitte auf die Straße gegangen. Sie forderten einen Neubau für das renommierte Ausbildungsinstitut. Mit der Aktion protestierten die Studierenden gegen einen Beschluss des Haushaltsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses. Danach steht ein Neubau der Schule wegen Mehrkosten auf der Kippe. Aus gleichem Anlass...

Peter H. Feist

Würdigung und Disput

Der kenntnisreiche, wortgewaltige Kunsthistoriker Werner Haftmann beherrschte in den 1950er Jahren die Meinungsbildung in der Bundesrepublik über moderne Kunst. In Europa könne diese künftig nur abstrakt sein. Das war Bestandteil des ideologischen Kalten Krieges gegen den Osten und dessen Realismus. Dem diente auch der Bau einer Neuen Nationalgalerie im geteilten Berlin, da die alte im Ostteil sta...

Karin Schmidt-Feister

Untoter Fritz

Mit dem Schwank »Wie man sich eine Frau verschafft« eröffnete am 14. 2. 1889 das »Stadttheater Cöpenick« in Klein´s Hotel am Alten Markt erstmals seine Pforten. Boulevardtheater mit Amüsement lockte bis in die 50er Jahre Jung und Alt. Dann wurde das baufällige Gebäude abgerissen und mit ihm die Theatertradition. Die 90er Jahre brachten die Rückbesinnung auf Regionalgeschichte(n) und so wurde 1992 ...

Liebe in Zeiten der Migration
ndPlusTom Mustroph

Liebe in Zeiten der Migration

Ein kleines Theaterwunder ist geschehen. In Kreuzberg, im kleinen Ballhaus Naunynstraße ist es passiert, dass Theaterkunst endlich einmal ohne formalistische Spitzfindigkeiten auf die Höhe der Zeitgenossenschaft zurückgeholt wurde. Beteiligt daran sind eine in Moskau und Berlin aufgewachsene Autorin, ein in Berlin geborener, aber in Ankara sozialisierter und später an die Spree zurückgekehrter Fil...

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Hilfen für Kleingärtner

Schwerin (dpa/nd). Im Abwasserstreit mit der Landesregierung können Kleingärtner in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auf finanzielle Hilfe hoffen. Für die Jahre 2012 und 2013 werden insgesamt 160 000 Euro Fördergelder für die Abwasserentsorgung in Kleingartenanlagen bereitgestellt, wie die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp am Montag mitteilte. Ursprünglich sei dafür im Haushaltsentwurf kein Geld v...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Mehr Licht in Sachsens Amtsstuben

Über Verwaltungsvorgänge und Verträge reden Behörden nicht gern - auch in Sachsen. Die LINKE will Bürgern zu mehr Informationen verhelfen und dazu auch die Verfassung ändern.

ndPlusDieter Sell, epd

Futter für die Seele

Das Geld ist knapp, die meisten haben keinen Job, und um die Gesundheit ist es bei vielen auch nicht gut bestellt. Doch Deutschlands einziges »Tafeltheater« in Hannover ist für die Laienschauspieler etwas Besonderes.

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Atomgegner wehren sich

Greifswald (dpa/nd). Begleitet von einer Mahnwache von rund 40 Atomkraftgegnern hat am Montag vor dem Amtsgericht in Greifswald ein Verfahren um eine umstrittene Ankettaktion an den Gleisen vor dem atomaren Zwischenlager Nord Lubmin begonnen. Zwei Atomkraftgegner der Umweltorganisation »Robin Wood« hatten einen Zug mit hoch radioaktivem Abfall am 16. Dezember 2010 für rund sieben Stunden gesto...

Party unter Polizeiaufsicht

Mit Horst Seehofer in die Promi-Disco: Bayerns Ministerpräsident will sich in Szene setzen - doch in München hat man ein ungutes Gefühl. Das Vorgehen werde von der CSU-Landesleitung gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden besprochen, erklärte Seehofer am Montag.

ndPlusReimar Paul

Schünemanns CDU will Rechtsextreme feuern

Ende April waren rechtsextremistische Äußerungen beziehungsweise Umtriebe zweier Mitglieder des CDU-Kreisverbandes Holzminden in Niedersachsen öffentlich bekannt geworden. Das ist der Kreisverband des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann. Nun gibt es Bestrebungen, die Rechtsextremisten loszuwerden.

Velten Schäfer

Der Fall Demmin

Im Mai 1945 brannten sowjetische Truppen Demmin nieder, Hunderte Bewohner töteten sich selbst. Seit fünf Jahren benutzen Neonazis die grausige Geschichte als Mobilisierungsthema. Doch nun wehrt sich die Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

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Liao Yiwu

Der chinesische Exil-Schriftsteller Liao Yiwu hat am Montag in Berlin in einem Appell die Freilassung seines Freundes und Kollegen Li Bifeng gefordert. An dem Aufruf beteiligten sich rund 170 Künstler aus aller Welt, darunter Nobelpreisträgerin Herta Müller. dpa...

In aller Schärfe

Zu Rolf Hochhuths Austritt aus der Akademie der Künste erklärte der Präsident, Klaus Staeck, in einer Pressemeldung: »Die Sektion Literatur hatte für ihre Sitzung im Rahmen der Frühjahrs-Mitgliederversammlung den Nahost-Experten Michael Lüders zu einem Referat und Gespräch eingeladen. Lüders erläuterte die hochbrisante Sicherheitslage im Verhältnis zwischen Israel und dem Iran.« Im Verlauf der ...

Werk, Würde

Seine Studenten kämpfen derzeit. Sie eroberten sich protestierend die Bühne des Berliner Theatertreffens, noch bevor der Staatsminister es eröffnete. Sie kämpfen um einen gefährdeten Gebäudeplan und zugleich um mehr. Sie ringen atemstark um Werk und Würde - und um den qualitätsgemäßen Erhalt der traditionsreichen Institution. Einbruch des Lebens in die Spielereien. Der Direktor dieser Studenten - ...

ndPlusCaroline M. Buck

Bis zu den Knien im Dreck

Um in Moskau eine Wohnung kaufen zu können, muss man einen Banker umbringen oder einen Goldbarren in der Kanalisation finden.« Der diese denkwürdigen Worte spricht, ist Klempner und zuständig für 4000 Wohnungen in einer Schlafstadt am Stadtrand von Moskau. Jeder der sechs Plattenbaublöcke, die er betreut, hat 16 Stockwerke, 12 Aufgänge, 760 Wohnungen, ein Standardbau »aus den Zeiten der globalen U...

Christoph Funke

Zertrümmerung einer Legende

Paul und Paula, Ulrich Plenzdorfs vom Verlauf der Zeiten unberührte Liebende, leben in einer luftigen, gleichsam gesetzlosen Welt. Sie suchen (im DEFA-Film von 1973) nach einem Glück, das Zwänge und Normen nicht kennt. Die Gegebenheiten des real existierenden Sozialismus in der DDR gelten für sie nicht. Paul und Paula erhöhen ihren Alltag zum Märchen, machen ihn zur geheimnisumwitterten Legende. W...

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Wir machen weiter

Rank und schlank, mit platinblondem Wuschelkopf und Sonnenbrille - Omega-Frontmann Janos »Mecky« Kobor sieht beim Pressetermin in Berlin topfit aus. Anlass des Interviews mit »nd«-Autorin Antje Rößler ist das 50-jährige Bühnenjubiläum der ungarischen Band, die auch in der DDR eine große Fangemeinde hatte. Die Musiker feiern mit einer ausgedehnten Europa-Tour.

ndPlusJürgen Amendt

Wer hat, dem wird gegeben

Nur die Besten sollen Karriere machen dürfen, erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Ende April. Das ist jetzt sinngemäß und etwas schludrig wiedergegeben, im Original hat die Ministerin, die sich derzeit des Vorwurfs erwehren muss, beim Abfassen ihrer Dissertation vor 32 Jahren nicht ganz sauber zitiert zu haben, nicht exakt dasselbe gesagt. Sie meinte »die Besten eines Jahrgangs...

Hans-Dieter Schütt

»Bereinige dein Gewissen«

Gulag heißt: Hauptverwaltung Lager (russisch: Glawnoje Uprawlenije Lagerej) des Volkskommissariats, später Ministeriums des Inneren der Sowjetunion. Eine Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg - »Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929 bis 1956« - erzählt in Bildern, Dokumenten, Stücken die Geschichte dieser harten Erziehungsinseln, dieser auspresserischen Arbeits-Plätze, dieser mitleidfreien Strafkolonie...

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ndPlusRené Heilig

Risse fliegen mit bis zum Jahresende

Airbus plant zum Jahresende die Umstellung der Flügelproduktion für den A380. Vor ein paar Monaten wurden kleine Risse im Inneren der Tragflächen entdeckt, die aber nicht sicherheitsrelevant sein sollen.

Respekt allein genügt nicht
Ulrike Henning

Respekt allein genügt nicht

Menschen mit Behinderungen bekommen in Deutschland nicht die Gesundheitsversorgung, die sie brauchen und die ihnen nach der UN-Behindertenrechtskonvention zusteht. Eine Tagung der Grünen-Bundestagsfraktion untersuchte am Montag in Berlin, wie das zu ändern wäre.

Steffen Schmidt

Spötter behielten nicht Recht

Vor 40 Jahren wurde beim 3. St. Gallener Symposium die Studie »Grenzen des Wachstums« vorgestellt. Auftraggeber war der Club of Rome. Nach dem Ende der ersten Ölkrise fanden die Thesen des Reports allerdings lange kaum noch Beachtung.

Seite 18
Elfi Schramm

Nichts ist peinlich

Als alleinerziehende Mutter eines Sohnes und freiberufliche Dolmetscherin hatte Helga Rohra immer alles ohne fremde Hilfe gemanagt. Mit der Diagnose Demenz drohten der 50-Jährigen Gedächtnisstörungen, sinkende Leistungsfähigkeit, finanzieller Verlust und damit Existenzängste. Sie stürzte in eine tiefe Depression, aus der sie sich nur mühsam befreien konnte. Alles begann mit Kleinigkeiten. Sie k...

Martin Koch

Parasitengefahr für die Haut

Weltweit sind schätzungsweise 300 Millionen Menschen von einer Erkrankung betroffen, die man »Bilharziose« nennt. Denn ihr Erreger wurde 1851 von dem deutschen Arzt Theodor Bilharz entdeckt, dessen Todestag sich am 9. Mai zum 150. Mal jährt.

ndPlusAndreas Knudsen

Pikser ohne Effekt

Eine dänische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Grippeschutzimpfungen und den durch die Krankheit bedingten Arbeitsausfällen. Die Ergebnisse sprechen nicht unbedingt für die Impfungen.

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Reif

Schon das Lob des Bundestrainers verriet, dass die einzig wirkliche Überraschung im erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft die Fußball-EM wohl nicht erleben wird. »Er hat Potenzial für die nächsten Jahre«, sagte Joachim Löw über Julian Draxler vom FC Schalke 04. Der 18-jährige Mittelfeldspieler ist neben dem Gladbacher Torwart Marc-André ter Stegen der einzige Neuling. Viel muss Lö...

ndPlusCarsten Lappe, dpa

Querpassverbot

Beim Gedanken an die russischen Stars platzte Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker der Kragen. Der sonst so besonnene Schweizer stauchte die deutschen Nationalspieler im Abschlusstraining vor dem heutigen dritten WM-Spiel gegen den Rekordweltmeister so richtig zusammen. Die anhaltenden Abwehrfehler gingen ihm auf die Nerven. »Tief spielen und nicht schon wieder so einen Scheiß-Querpass«, motzte ...

Christoph Ruf, Rastatt

Vertrauen in die Alphatiere

Bei der Nominierung des DFB-Kaders für die Fußball-EM in Polen und der Ukraine blieben Sensationen aus. Die ein oder andere Überraschung hat sich Bundestrainer Joachim Löw aber nicht nehmen lassen.

Oliver Händler

Die letzte Chance als Mannschaft

Ab heute spielen die Volleyballer in Sofia um ihr Olympiaticket für London. Die letzte Chance deutscher Teamsportler, die Bilanz von nur zwei qualifizierten Teams bei zwölf Möglichkeiten aufzubessern. Doch die simple Mathematik täuscht.