Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 1

Unten links

Noch mehr Kunden sollen künftig per E-Mail über Zugverspätungen informiert werden. Mit dieser frohen Kunde überraschte die Deutsche Bahn am Montag ihre Passagiere. Ihren Service nennt sie Verspätungsalarm, obwohl Alarm vielleicht doch ein wenig zu aufschreckend klingt. Geht es doch bei dem im Februar eingeführten Service darum, die Ruhe zu bewahren. Vorbei ist damit der haltlose Zustand, dass imme...

François Allmächtig

Es scheint als hätte Frankreichs Präsident François Hollande seinem Wahlsieg vor einem Monat selbst nicht ganz getraut, als müssten die Parlamentswahlen ihn noch einmal bestätigen, bevor er so richtig loslegen kann. So könnte der unbedingte Wille, die absolute Mehrheit im Parlament zu erringen, erklärt werden. Doch womöglich ist das Pochen auf die Allmacht in der Nationalversammlung ein erstes Zei...

Vergifteter Kuchen
ndPlusUwe Kalbe

Vergifteter Kuchen

Während die Finanzmärkte mit Kurssprüngen auf die Nachricht reagierten, dass Spanien Euro-Hilfe unterm Rettungsschirm suchen will, sank die Stimmung am Montag im politischen Berlin gegen Null. SPD und Grüne fühlten sich von der Koalition über den Tisch gezogen.

Ralf Klingsieck, Paris

Hollande kann auf Mehrheit bauen

Die Sozialisten liegen nach der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich klar vor der konservativen UMP. Fraglich ist nur noch, ob sie auf einen Koalitionspartner angewiesen sein werden.

Schnöder Ergebnisfußball

Mit schnödem Ergebnisfußball haben Frankreich und England zum Auftakt der EM viele Wünsche offengelassen. In einer von Taktik und Kampf geprägten Partie trennten sich beide Teams am Montag in Donezk 1:1 (1:1) und konnten ihre Ambitionen auf das Viertelfinale noch nicht untermauern. Englands Innenverteidiger Joleon Lescott (30. Minute) ließ mit seinem Führungstreffer den gesperrten Stürmerstar Wayn...

LINKE: 120 Tage zur Versöhnung

Berlin (nd/AFP). Die neuen Vorsitzenden der LINKEN, Katja Kipping und Bernd Riexinger, haben ihre Partei für die »ersten 120 Tage nach dem Göttinger Parteitag« zu einer breiten Debatte über den weiteren Kurs eingeladen. In einer gemeinsamen Erklärung mit Gregor Gysi, Vorsitzender der Bundestagsfraktion, erklären sie es zu ihrer »zentralen Aufgabe ..., die politischen und organisatorischen Weichens...

Seite 2

Bankenhilfe auf Spanisch

Bis zu 100 Milliarden Euro kann Spanien beim EU-Rettungsschirm beantragen. Das Geld soll in den staatlichen »Fonds für geregelte Bankenrestrukturierung« (FROB) fließen. Dieser wurde im Juni 2009 von der sozialistischen Regierung unter Premier José Luis Rodriguez Zapatero gegründet, vor allem um strauchelnde Kreditinstitute durch überregionale Fusionen aufzufangen. Betroffen sind weniger die spanis...

Eine Last für alle

Die Börsen reagierten am Montag erfreut auf die Nachricht, dass Spanien für seine strauchelnden Banken bis zu 100 Milliarden Euro aus dem EU-Rettungsfonds beantragen wird. Die Aktienkurse und der Euro legten deutlich zu. Noch sind die Details des Antrags unklar. Klar ist dagegen, dass die Sparmaßnahmen, die die Regierung in vorauseilendem Gehorsam auf den Weg gebracht hat, die Lage im Land weiter verschärfen werden.

Seite 3
ndPlusAnke Engelmann, Erfurt

Wer im Glaskasten sitzt ...

Dicke Luft bei der »Thüringer Allgemeinen« (TA): 75 Mitarbeiter der 130-köpfigen Redaktion haben einen Brief an den Chefredakteur unterzeichnet. Darin prangern sie Missstände an: Kommunikationsdefizite, die Ausrichtung der Zeitung, Lesereinbußen.

René Heilig

Bei Anruf NSU

Im Sommer soll die Anklageschrift gegen die Überlebende der Neonazi-Terrorzelle Beate Zschäpe sowie Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) vorliegen. Es wird kompliziert werden, den Tätern die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nachzuweisen. Vor allem für die zehn Opfer des NSU, für die Verletzten und deren Angehörige kommt sie 14 Jahre zu spät. René Heilig mit Anmerkungen zu einer vom Nazi-Terroristen Uwe Mundlos verfassten Telefonliste .

Seite 4

Kaffeehaus-Krieger

Schon wieder Mißfelder. Wird in der Union einer gebraucht, der mal eben nach Krieg ruft, kann man sich auf den außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU im Bundestag verlassen. Vor sechs Monaten redete sich der Mann in Harnisch und brandmarkte die Zögerlichkeit des Westens, das Regime in Iran militärisch zu züchtigen. Das äußerst verhaltene Bedürfnis der Verbündeten nach neuen Kriegsfronten führte abe...

Zynisch

Wenn die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) etwas empfiehlt, ist oft Vorsicht geboten. Schließlich fühlt sich die in Paris ansässige Institution einer freien Marktwirtschaft verbunden, die möglichst nicht durch wettbewerbsverzerrende Maßnahmen behindert werden soll. Ihre aktuelle Studie zu den bereits existierenden europäischen Betreuungsgeld-Modellen verdient a...

Frauenquote light

Ihren Verbleib in der Koalition hat sie an die Frauenquote geknüpft. Also ihre komplette politische Existenz. Wenn die Quote kommt, ist Kristina Schröder weg. Das klingt zunächst verlockend, denn der Vorstoß aus dem Hamburger Senat könnte parteiübergreifend mehrheitsfähig sein. Ein verwässerter Entwurf ist das jedoch, den Kristina Schröder zur Not locker überleben würde. Der zögerliche Anlauf, der...

Andreas Fritsche

Die Mutige

Oberhavel ist einer von drei Landkreisen in Brandenburg, die Flüchtlinge immer noch mit Gutscheinen abspeisen, anstatt Bargeld auszuzahlen. Tannaz Bidary und andere Betroffene aus dem Asylheim in Stolpe-Süd haben im vergangenen Jahr aus Protest dagegen zeitweise die Annahme der Gutscheine verweigert und von Spenden gelebt. In Anerkennung dafür erhielt Bidary gestern das »Band für Mut und Verständi...

Das Ding

Das Ding

Die Sache »fliegt auf« - logisch, bei einem fliegenden Teppich. Niebel ist »der Teppich-Überflieger«, hat eine »Bruch-«, bzw. »Bauchlandung« hingelegt, geht mit seinem Bettvorleger verbal voll auf die Klötzer, um mit dem handgeknüpften Fluggerät nicht zu hart zu landen. Dabei ist der Teppich nur »die Spitze des Eisbergs«, der »Pik Niebel«, sozusagen: Oder ist er »der Tropfen, der das Fass zum Über...

Seite 5

Irreführende Schreiben

Berlin (AFP/nd). Gerichte haben Verbraucher vor irreführenden Auftragsbestätigungen oder Begrüßungsschreiben der Deutschen Telekom AG geschützt. Ohne einen verbindlichen Auftrag seien solche Schreiben den Urteilen zufolge unzulässig und wettbewerbswidrig, teilte die Verbraucherzentrale Bundesverband am Montag mit. Sie hatte die Urteile vor dem Landgericht Bonn und dem Oberlandesgericht Köln erstri...

ndPlusChristin Odoj

Kampf um die Quote

Die Debatte um eine feste Frauenquote in Führungspositionen erregt erneut die Gemüter der schwarz-gelben Koalition. Der Hamburger Senat prescht unterdessen mit einer Bundesratsinitiative nach vorn.

Herdprämie bremst Integration
ndPlusFabian Lambeck

Herdprämie bremst Integration

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) übt Kritik am Betreuungsgeld: Ein solches Modell senke nicht nur die Beschäftigungsquote von Frauen, sondern wirke sich auch negativ auf die Integration von Zuwanderern aus. Derweil fragen sich selbst Koalitionspolitiker, ob das entsprechende Gesetz verfassungswidrig ist.

Seite 6

Stummer Protest

Würzburg (epd/nd). Der Protest iranischer Flüchtlinge in Bayern weitet sich aus. Am Montag traten drei weitere Asylbewerber in den verschärften Hungerstreik, wie die Gruppe mitteilte. Zwei Männer aus Würzburg und Augsburg sowie eine Frau aus Bayreuth hätten sich ebenfalls die Lippen zugenäht. Die Zahl der auf diese Weise Protestierenden steigt somit auf sechs. Insgesamt protestieren derzeit zwö...

AKW-Gegner wegen Ankettaktion verurteilt

Greifswald (epd/dpa/nd). Zwei Atomkraftgegner sind am Montag vom Amtsgericht Greifswald zu Geldstrafen verurteilt worden. Wegen ihrer Proteste gegen einen Castor-Transport ins Zwischenlager Nord bei Lubmin müssen sie jeweils 40 Tagessätze zahlen, wie Gerichtsdirektor Jörg Dräger am Montag sagte - eine Frau 920 Euro und ein Mann 440 Euro. Sie hatten sich am 16. Dezember 2010 auf der Castorstrecke i...

Opposition verlangt mehr Aufklärung

Die Kanzlerin nimmt ihn in Schutz, die Opposition will sich mit den Erklärungen Niebels nicht zufrieden geben: Sie will die Teppich-Affäre in das Kontrollgremium für die Nachrichtendienste bringen.

Marcus Meier

Der Dino und die Weltgeschichte

Er ist der Mann, der urplötzlich im Rampenlicht des Göttinger LINKE-Parteitages stand, der Kommunist mit der Thälmann-Mütze, der Anspruch auf den Bundesvorsitz erhob und sich selbst als »rote Speerspitze« anpries, »die dem Kapitalismus den Todesstoß versetzt«. Doch wie lebt, was plant Bernd Horn?

Seite 7

Auge um Auge in Nigeria

Addis Abeba/Abuja (dpa/nd). Christen haben im Norden Nigerias mindestens fünf Muslime getötet. Dies bestätigte der Sprecher der Spezialeinheit der nigerianischen Armee, Markus Mdahyelya, am Montag. Bei den Opfern der Vergeltungsaktion handele es sich um Motorrad-Taxifahrer aus der Stadt Jos, hieß es. Die jugendlichen Christen reagierten mit dem Racheakt auf zwei Attacken auf Kirchen, bei denen am ...

Mubarak wiederbelebt?

Kairo (AFP/nd). Der zu lebenslanger Haft verurteilte ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak ist am Montag nach Angaben aus Medizinerkreisen wiederbelebt worden. Mubarak habe zweimal einen Herzstillstand erlitten, und die Ärzte hätten beide Male einen Defibrillator einsetzen müssen, hieß es. Er sei mal bei Bewusstsein, mal bewusstlos und verweigere die Nahrungsaufnahme. Zuvor hatte ein Vertre...

Gedenkstätte Yad Vashem geschändet

Jerusalem (AFP/nd). Unbekannte haben die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geschändet. An den Mauern rund um ein Denkmal für die Widerstandskämpfer im Warschauer Getto und nahe einem zum Gedenken an die Massendeportation der Juden aufgestellten Eisenbahnwaggon wurden am Montag zahlreiche Graffiti entdeckt. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurden sieben rot-weiße...

»Veranstaltung der Verbrecher«

Buenos Aires (epd/AFP/nd). In Chile spaltet das Gedenken an den früheren Diktator Augusto Pinochet weiter die Gesellschaft. Rund 1200 Anhänger des verstorbenen Diktators versammelten sich am Sonntag (Ortszeit) in der Hauptstadt Santiago zu einer öffentlichen Würdigung Pinochets. Aus Protest gegen diese Ehrung zogen mehrere Tausend Demonstranten zum Veranstaltungsort Theater Caupolicán. »Das ist ei...

Juristen im Gefängnis

Die in Libyen unter Spionageverdacht festgenommenen Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sind in Untersuchungshaft genommen worden.

Seite 8
Gerhard Dilger, Porto Alegre

Perus Linke sagt Humala »Adiós«

Perus Staatspräsident Ollanta Humala trifft heute Kanzlerin Angela Merkel, um den Ausbau von Geschäftsbeziehungen zu diskutieren. Unterdessen bröckelt der Rückhalt für ihn im eignen Land, linke Kabinettsmitglieder wenden sich ab.

ndPlusMichael Lenz, Bangkok

Krieg in Kachin - Kehrseite der Reformen in Myanmar

Myanmars Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi begibt sich diese Woche nach Europa. In Oslo, London und Genf wird die Friedensnobelpreisträgerin die politischen Fortschritte in ihrer Heimat loben, aber auch - wie im Mai schon in Thailand - die Probleme nicht verschweigen. Ein Problem ist der Krieg gegen die Kachin.

Gábor Kerényi, Budapest

Viktor Orbáns wahrer Systemwechsel

Nachdem der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán durch ein Ultimatum von EU und Internationalem Währungsfonds in zentralen Fragen seiner Politik zum Rückzieher gezwungen worden ist, versucht er neue politisch-taktische Wege einzuschlagen. Unter anderem äußert sich das in der unübersehbaren Wucherung einer Art Symbolpolitik.

Seite 9

Rekord bei Erneuerbaren

Rio de Janeiro (dpa/nd). Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien haben im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP wurden 2011 insgesamt 257 Milliarden US-Dollar (205 Milliarden Euro) in grüne Energieressourcen investiert und damit 17 Prozent mehr als 2010. Die Summe sei im Vergleich zu 2004 um das Sechsfache gestiegen und liege um 94 Proze...

Jörg Meyer

XL-Pleite

Die Verhandlungen zwischen Gläubigern und Investor sind gescheitert. Die Drogeriekette »dm« bekundete Interesse an bis zu 80 »IhrPlatz«-Filialen

ndPlusRené Heilig

Im Boom-Land Verluste verkündet

Die europäischen Fluggesellschaften werden in diesem Jahr laut Schätzung der Weltluftfahrtorganisation IATA voraussichtlich 1,1 Milliarden US-Dollar (881 Millionen Euro) als Verlust verbuchen müssen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Die Macht der Scheinriesen

Die Kleinheit der drei führenden Ratingagenturen steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Bedeutung. Nicht einmal 4000 Analysten arbeiten für Moody's, Fitch, Standard & Poor's, und doch bringen sie ganze Euroländer ins Wanken. Private europäische Agenturen wollen Abhilfe schaffen.

Seite 10
Marianela Jarroud, Santiago (IPS)

Chilenen leiden unter Feinstaub

In Chile hat der neue Bericht der Regierung über den Zustand der Umwelt 2011 tiefe Bestürzung ausgelöst. Demnach kostet die Umweltbelastung in dem südamerikanischen Land jedes Jahr mehr als 4200 Menschen das Leben. »Die Situation ist ernst, eine Lösung des Problems dringend erforderlich«, sagte Cecilia Sepúlveda, die Dekanin der medizinischen Fakultät der Universität von Chile, nach der Veröffentl...

In Los Cabos steht ein Neuanfang aus

Fast alle reden von Rio+20 und fast keiner von Los Cabos. Dabei ist das Treffen der Staats- und Regierungschefs der G20 am 18. und 19. Juni in Mexiko das Forum, indem potenziell über eine grundlegende Reform des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems entschieden wird. Dass es in Los Cabos dazu kommt, ist freilich nicht zu erwarten. Zwar werden globale wirtschaftliche Fragen einschlie...

Alfred Michaelis, Pailin

Unter Pol Pot diskreditiert

In der kambodschanischen Provinz Pailin gibt es inzwischen 34 regis-trierte Genossenschaften. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist im Gesamtkontext bescheiden, doch die Mitglieder sind zufrieden.

Die Erben Wangari Maathais
ndPlusLeila Dregger

Die Erben Wangari Maathais

In Kenia gibt es vielerorts extreme Armut, Lebensmittel- und Wasserknappheit. Doch die Heimat der verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai hat auch zahllose Selbsthilfe-Initiativen und ökologisches, soziales und Frauenbewusstsein hervorgebracht. Sie machen das Land zu einem Vorreiter nachhaltiger Entwicklung in Ostafrika.

Seite 11

Weniger YOU-Besucher

(dpa). 115 000 Menschen haben am vergangenen Wochenende nach Angaben des Veranstalters die Jugendmesse YOU in Berlin besucht - 25 000 weniger als im vergangenen Jahr. 235 Aussteller präsentierten von Freitag bis Sonntag ihre Angebote. Dabei konnten die Jugendlichen auf 11 000 Quadratmetern neue Trendsportarten ausprobieren. Zum ersten Mal war nach Veranstalterangaben in diesem Jahr die Bundesagent...

BER-Stopp kostet Millionen

(dpa). Die Unternehmen am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld rechnen wegen der verschobenen Eröffnung mit einem Mehraufwand in Millionenhöhe. Gehälter, »totes Kapital« auf der Flughafenbaustelle, die Absicherung gegen Diebstahl und Kredite für bestellte Waren führten bei vielen zu Liquiditätsproblemen, sagten Unternehmensvertretergestern bei einer Anhörung der Grünen im Abgeordnetenhaus. ...

SPD streitet über S-Bahn

(nd-Kammer). Beim Berliner S-Bahn-Tisch ist der Wechsel an der Spitze der Berliner SPD »mit Interesse« zur Kenntnis genommen worden. »Es ist ein gutes Zeichen, dass die SPD von jemandem geführt wird, der die S-Bahn nicht privatisieren will«, sagte Rouzbeh Taheri, Sprecher des Bündnisses, das die Ausschreibung des S-Bahn-Betriebs verhindern will. Der neue Landeschef Jan Stöß hatte unmittelbar ...

Bernd Kammer freut sich über die Avus-Sanierung

Beispielhaft

Es kommt selten vor, aber heute ist es soweit: Wir haben eine gute Nachricht vom Berliner Bauwesen zu würdigen. Die Avus wird zehn Monate eher fertig als geplant, man glaubt es kaum. Herzlichen Dank, liebe Bauleute, und herzlichen Glückwunsch auch lieber Stadtentwicklungssenator, der diese Botschaft verkünden durfte, wenngleich das für Michael Müller sicher nur ein schwacher Trost ist für den gera...

Avus schneller saniert

(dpa). Die aufwendige Sanierung der Stadtautobahn Avus (A 115) wird zehn Monate früher fertig als geplant. Der 4. Bauabschnitt stadtauswärts zwischen Anschlussstelle Hüttenweg und Anschlussstelle Spanische Allee werde zeitlich auf die Verkehrs ärmere Zeit der Sommerferien vorgezogen und soll am 24. Juni beginnen, teilte die Verkehrsverwaltung am Montag mit. So soll eine der viel befahrendsten Auto...

Weil es uns nicht gibt ...
ndPlusSarah Liebigt

Weil es uns nicht gibt ...

»Weil es uns nicht gibt, haben Straßen Löcher, verwahrlosen Grünanlagen«, steht auf den Schildern geschrieben. In weißen Anzügen und weißen Masken versammelten sich am Montagmorgen MitarbeiterInnen der Finanzämter vor der Senatsverwaltung für Finanzen. »Jede zehnte Stelle fehlt«, verkündet ein Transparent. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte die Protestaktion organisiert. Den Berliner...

ndPlusMartin Kröger

Ermittler befürchten Eskalation im Rockerkrieg

Der Ex-Präsident der Hells Angels »Nomads«, André S., rang gestern weiter mit dem Tod. Er war am frühen Sonntagmorgen am Hinterausgang seiner Kneipe »Germanenhof« in Hohenschönhausen von einem Unbekannten mit sechs Kugeln niedergeschossen worden. Ob der Anschlag einer Eskalation des Konflikts im kriminellen Milieu der Motorradbanden zuzurechnen ist, blieb gestern unklar. In der Nacht zu Montag hat...

Seite 12

Lesemarathon für Anne Frank

(epd). Zum 70. Jahrestag des Tagebuchs der Anne Frank werden die Aufzeichnungen des jungen Mädchens am Dienstag von 10 bis 20 Uhr am Hackeschen Markt in Berlin vorgelesen. Wie das Anne Frank Zentrum am Montag in Berlin mitteilte, werden sich unter anderem die Zeitzeugin Margot Friedlander, der Theater-Schauspieler Ulrich Matthes und Schüler aus Berlin-Neukölln an der Lesung beteiligen. Rund um den...

»Wadenpisser und -beißer«

Das Berliner Stadtmagazin »tip« bietet jetzt eine nostalgische Rückschau auf vier Jahrzehnte Berliner Kulturtrubel. Anlass ist das 40-jährige Bestehen des Blattes.

Katja Kollmann

Stummer Schrei

Ein Kind sitzt auf der Brüstung eines Glockenturms und lässt die Beine baumeln. Dann springt es in den Berliner Abendhimmel und schreit: »Ich kann fliegen!« Kurz darauf stürzt es senkrecht zu Boden, fällt auf den Asphalt und ist tot. Ein Kind rennt wegen seines Spielzeugautos auf die Straße. Es wird von seinem Vater mit dem Auto gestreift, fliegt durch die Luft, schlägt auf Beton und ist tot. ...

ndPlusTom Mustroph

Wurstigkeit und Anmut

Mit großer Geste beendet Matthias Lilienthal seine neunjährige Intendanz beim von ihm auch gegründeten Theaterkombinat aus den Betriebsteilen HAU1, HAU2 und HAU3. Zum Abschluss hat er sich noch fette Teile einer Flughafenkonkursmasse besorgt und damit - es lebe die Verschwörungstheorie! - gleichzeitig einen Hinweis auf die mögliche Zukunft des verunfallten Großprojekts in Schönefeld gegeben: die »...

Seite 13
BER geht an die Wäsche

BER geht an die Wäsche

(nd). Das »letzte Hemd« könnte der BER-Flughafen die Berliner kosten, befürchten seine Gegner und haben die Kleidungsstücke vor dem Roten Rathaus auf eine Leine gehängt. Heute Abend ab 18 Uhr, wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) 2000 Gäste zu seinem Hoffest erwartet, soll sich eine Protest-Kette aus Menschen und Hemden vom Neptunbrunnen zum Rathaus spannen. BER-Aufsichtsrats...

Immer mehr Einwände gegen AKW

Passau (dpa/nd). Immer mehr ostbayerische Bürger erheben Einwand gegen die Erweiterung des tschechischen Atomkraftwerks Temelin. Bei einer Online-Aktion des Umweltinstituts München gegen den Ausbau, beteiligten sich Vereinsangaben zufolge mittlerweile mehr als 18 000 Menschen. Zudem sammelten die Landtagsgrünen einen Katalog mit mehr als 1000 Protestschreiben gegen die geplante Erweiterung um zwei...

47 Millionen Euro Mietschulden

Magdeburg (dpa/nd). Die beiden großen Wohnungswirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts klagen über steigende Mietschulden. Diese wuchsen 2011 erstmals wieder und lagen bei 47 Millionen Euro, wie die Verbände am Montag in Magdeburg mitteilten. Das waren 5,3 Millionen Euro mehr als 2010. »Besonders Geringverdiener konnten ihre Miete nicht zahlen«, sagte der Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenscha...

Großstädter entdecken das Gärtnern
ndPlusNissrine Messaoudi

Großstädter entdecken das Gärtnern

Als Stadtmensch weiß man in der Regel sehr wenig über Natur. Wenn man Tomaten braucht, geht man in den Supermarkt. Wie das Gemüse wächst, das man alltäglich braucht und woher es kommt, das wissen die wenigsten. Die Bewegung des »Urban Gardening« versucht dies zu verändern und das mit Erfolg, wie der Prinzessinnengarten in Kreuzberg zeigt. Mitten am verkehrsdichten Moritzplatz wachsen Kräuter a...

Der Auftragsmord von der Fischerinsel

Eine unheimliche Stille lag an diesem feuchtkalten Novembertag über dem träge dahinfließenden schwarztrübem Wasser der Spree, nur spärlich erleuchtet von spinnenwebenverdreckten Gaslaternen, als drei bellende Schüsse die Luft zerrissen - so in etwa könnte ein mittelmäßiger Krimi beginnen. So begann ein realer Krimi am 3. November 2008 gegen 19.25 Uhr auf der Fischerinsel am Ufer der Spree. Dre...

Seite 14

Arm im Alter: unterschätzte Gefahr

Potsdam (dpa/nd). Angemessene Preise für Miete, Energie und öffentlichen Nahverkehr hat die Landesarmutskonferenz für ältere Menschen gefordert. »Wer im Alter arm wird, der hat keine Chance mehr, sich daraus zu befreien«, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, gestern in Potsdam bei der Fachtagung »Alt und arm - die unterschätzte Gefahr«. Die Konferenz v...

4,4 Millionen Gäste bewirtet

Potsdam (dpa). Das brandenburgische Gastgewerbe hat im vergangenen Jahr mehr Gäste bewirtet und mehr Personal beschäftigt. Wie der märkische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Montag mitteilte, stieg die Gästezahl 2011 um 4,4 Prozent auf insgesamt 4,1 Millionen. Gleichzeitig kletterte die Anzahl der Vollbeschäftigen in Hotels und Gastronomie um 5,9 Prozent auf 28 000. Wermutstropfen sind le...

Andreas Fritsche

Gegen Rechts gespielt, geredet und gearbeitet

Hausfrau Anna Zielenzinger, Bankier Franz Bernhard, Großhändler Moritz Hirschbruch und Architekt Paul Salinger sind von den Nazis verfolgte Juden. Potsdamer Schüler erforschten ihr Schicksal und sorgten dafür, dass dort, wo die Opfer einst wohnten, Stolpersteine verlegt wurden. Am Montag erhielt Josefine Markarian von der Voltaire-Gesamtschule für ihr Engagement einen Sonderpreis des »Bündnisse...

Wilfried Neiße

Kindheitsmuster nachmessen

Um Mitarbeit bittet das Brandenburgische Literaturbüro bei einem sehr ehrgeizigen Projekt. »Kindheit in Brandenburg« heißt das Vorhaben, das in Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte erarbeitet werden soll. Dazu ruft das Büro alle Brandenburger auf, die meinen, etwas Interessantes auf ein bis zwei DIN-A 4-Seiten aus ihrer Kindheit erzählen und Fotos dazu vorweise...

Jan Brinkhus, dpa

Alarm im Schlafzimmer

Die kleinen Geräte können nervtötende Töne von sich geben. Aber sie retten im Notfall Leben. In wenigen Wochen sind Rauchmelder in jedem Wohnhaus in Rheinland-Pfalz Pflicht.

ndPlusFritz Arndt

Kaiser, König, Bettelmann

Die hessische Kurstadt Bad Homburg bei Frankfurt am Main ist für ihre teuren Wohnlagen mit einer Reihe von Villengebieten bekannt. Doch was die offizielle Politik gern verschweigt: Von den rund 50 000 Einwohnern sind etliche Tausend auf staatliche Hilfe angewiesen.

Seite 15
Hans-Dieter Schütt

Der bajuwarische Kommunist

Der graue Kopf war Jahrzehnte in den Zuschauerräumen speziell der Berliner Theater unübersehbar. Dunkle Brauen überm Blick signalisierten Strenge, wie man sie vom Theaterkritiker erwarten zu müssen glaubt. Aber in dieser Borstenkraft über den Augen lag auch etwas Unbezähmbares, als hätten quere Gedankenströme den Befehl zum Widerborstigen ausgegeben. Ihm, dem Wissenschaftler! Ja, Ernst Schumachers...

Heimspiel mit Pferd und Motorrad
ndPlusGunnar Decker

Heimspiel mit Pferd und Motorrad

Im Alter erwacht Kindheit: der Anfang drängt sich noch einmal mit Macht vor das näher rückende Ende. Das ist verwirrend intensiv, melancholisch, weil doch längst vorbei, auch komisch, denn nichts liegt näher, so vom Ende her betrachtet. Sind Erinnerungen letztlich das eigentliche Leben? Für den Dichter gewiss. Erwin Strittmatters »Der Laden«: Eine Reise im Kopf, ein Bilderbogen von Zeiten und ...

Seite 16
Anika Stralau

Viel Bunt

Fernsehen ist das moderne Leitmedium. Und wohl auch das entscheidende Leidmedium. In Brüssel fand man jetzt einen Rentner, der schon sehr beträchtliche Zeit tot in seiner Wohnung gelegen hatte. Der Fernseher lief. Laut späterer Angaben der Rechtsmedizin konnte der etwaige Zeitpunkt des Todes auch mit Hilfe einer TV-Programmzeitschrift ermittelt werden, die geöffnet auf dem Tisch neben der Leiche l...

Sommer mit Freaks

Mit der festlichen Verleihung des »Monica Bleibtreu Preises« sind am Sonntag die ersten Privattheatertage zu Ende gegangen. Innerhalb von neun Tagen wurden die zwölf sehenswertesten Inszenierungen deutscher Privatbühnen in Hamburg aufgeführt. Als bestes Stück in der Kategorie moderner Klassiker wurde »Ein Sommernachtstraum« der Bremer Shakespeare Company ausgezeichnet. Das Berliner Ballhaus Nau...

Jan Helbig

Viel Schwarz

Eine Wirtschaftsstudie aus Freiburg teilt mit, dass der Anteil der Schwarzarbeit in Deutschland abnehme. So? Schwarz zu sehen für die Zukunft - ist das keine Arbeit? Ein klarer Blick kostet die meiste Kraft. Und die dunklen Machenschaften der Finanzherrscher? Bestbezahlte Arbeit. Nur weil derzeit wenig darüber geredet wird, minderte sich in den Parteien doch nicht die rege Zuarbeit für schwarze Ka...

Hans-Dieter Schütt

Viel Grün

Die ostdeutschen Kleingartenanlagen, so wurde gemeldet, sind in Gefahr. Sie leeren sich. In Sachsen-Anhalt liegen schon 25 Prozent der Gärten brach.

»Stahlhelm, Stahlhelm, Stahlhelm - Blauhelm, Braunhelm, Flickschelm«

»Stahlhelm, Stahlhelm, Stahlhelm - Blauhelm, Braunhelm, Flickschelm«. Mir war zum Beginn meiner 9. EM zum Reimen zumute. Deutschland besiegte Portugal, ich verballerte in Berlin meine Sylvester-Reste, und in Lwiw gaben sich meine Landsleute mit Knüllpapier zufrieden. Nun drohen die UEFA-Alliierten mit der Spaltung Leverkusens. Aufregend wird es während der K.O.-Runden. Hoffentlich handeln die ...

Ralf Hutter

Keine langweiligen Bücher

Bei der soeben erfolgten Verleihung der Max-und-Moritz-Preise - der vielleicht wichtigsten Preise für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum - im Erlanger Markgrafentheater durften auch Jugendliche aus mehreren Bundesländern auf die Bühne, die im Französisch-Unterricht Bildergeschichten beurteilt hatten. Als die Moderatorin eine Schülerin fragte, ob es denn Spaß gemacht habe, diese Comics d...

Seite 17

Lesebrille wird überflüssig

Das nur 3,8 Millimeter kleine Kamra-Implantat sitzt wie eine Lochblende über einer menschlichen Pupille und verkleinert die Öffnung. Dadurch entsteht mehr Tiefenschärfe beim Sehen. Das neuartige Verfahren macht nach Ansicht von Chirurgen bei einer Altersweitsichtigkeit künftig die Lesebrille überflüssig. Ein sogenanntes Kamra-Inlay aus hauchdünnem Kunststoff werde vor der Pupille in die Hornh...

Genussmaximierung
ndPlusAnke Nussbücker

Genussmaximierung

Wer in der Stadt seine eigenen Tomaten anbaut, wird kritischer gegenüber der industriellen Lebensmittelindustrie, erhält einen neuen Zugang zu Wissen und Respekt vor dem Pflanzenwachstum. Dieser Gedanke zieht sich durch Martin Raspers Buch »Vom Gärtnern in der Stadt«. »Ein Gespenst geht um in Europa, ein fröhliches buntes Gespenst mit Dreck unter den Fingernägeln«, spielt er gleich im ersten Satz ...

Martin Koch

Zehn Tropfen Hoffnung

Obwohl die Homöopathie in der DDR offiziell als Placebobehandlung galt, war sie von Staats wegen zu keiner Zeit »verboten«. Bis zuletzt fanden homöopathische Ärzte und Heilpraktiker in der Bevölkerung großen Zuspruch, wie eine Historikerin jetzt faktenreich belegt.

Seite 19

nd-Teams in Top-Ten

Das wird ja immer besser. Die Organisatoren des Berliner Jedermann-Radrennens Velothon haben noch mal genau hingeschaut und ihre Ergebnislisten überarbeitet. Da unsere schnellste Frau Anke Speth natürlich auch Mitglied unseres Teams ist, wurde die 60-km-Mannschaft mit ihr im Ergebnis nachträglich noch auf Platz 9 hinaufgestuft. Die 120-km-Armada des »nd« belegt sogar Rang 6. Herzlichen Glückwu...

Gabi Kotlenko

Volleyballer erfüllen sich Olympiatraum

Die deutschen Volleyballer fahren nach London. Sie qualifizierten sich mit ihrem Turniersieg in Berlin nach Peking 2008 zum zweiten Mal nacheinander für die Olympischen Spiele.

Seite 20

Es geht auch billiger

Besuchen Sie NICHT diese EM! Dies Aufforderung wurde zwar von Medien und Politikern nicht wirklich postuliert, aber Schreckensmeldungen über schlechte Infrastruktur in Polen und der Ukraine oder stundenlange Wartezeiten an der Grenze zwischen beiden Ländern hielten bislang viele Zuschauer vom EM-Besuch ab. Der normale Fan (und Journalist) scheut überteuerte Flug- und Hotelpreise. Aber mit dem...

Elisabeth Schlammerl, Poznan

Empfehlung in eigener Sache

Der Angreifer vom VfL Wolfsburg spielt unter Trainer Felix Magath keine Rolle mehr, im Nationalteam ist er allerdings die Idealbesetzung.

ndPlusJirka Grahl, Lwiw

Russischer Tag in Warschau

Ob alles ruhig bleibt? In Warschau geht heute das Match über die Bühne, dass politisch am meisten überfrachtet ist: Gastgeber Polen trifft um 20.45 Uhr im Nationalstadion auf Russland. In Polen fordert die Zeitung »Super Express« ein neues Wunder an der Weichsel. Die russischen Fans wollen den heutigen »Tag Russlands« auf Warschaus Straßen feiern.

Seite 21
Eine vierfache Umkehr
ndPlusMichael Brie, Direktor des Instituts für Gesellschaftsanalyse der RLS

Eine vierfache Umkehr

Noch vor einem Jahr schien alles klar. Auf jede neue Krisennachricht hieß es in Europa: Noch mehr Sparen! Noch mehr Privatisieren! Noch mehr Rechte der Beschäftigten abbauen! Noch mehr Diktat der Finanzmärkte, Großkonzerne und ihrer politischen Sachwalter. Eine Regierung nach der anderen fiel dem zum Opfer. Ein Protest nach dem anderen lief ins Leere. Ein Alternativvorschlag nach dem anderen wurde...

Seite 22
Gefragt sind Kriterien
Gregor Gysi

Gefragt sind Kriterien

Alternativen gibt es immer nur zu etwas Bestimmtem. Je konkreter dies benannt wird, desto größer ist die Menge möglicher Alternativen. Die Alternativen zum »Kapitalismus« sind alle möglichen nichtkapitalistischen Gesellschaftsformen. Wenn wir dagegen den Begriff des Kapitalismus näher betrachten, so erscheinen viele Möglichkeiten, wie sich kapitalistische Herrschaftsverhältnisse in unterschied...

Seite 23
Privatisierung? Nein danke.
ndPlusHeidrun Bluhm

Privatisierung? Nein danke.

Wenn es die Situation erfordert, müssen verantwortungsvolle Bundestagsabgeord-nete auch außerparlamentarische Aktionen ins Leben rufen. Die Genossenschaftsgründung am 13. April 2012 war der Startpunkt für unser Projekt, mit dem Ziel, eine der letzten großen Privatisierungen des ehemaligen DDR-Volksvermögens an internationale Investoren zu verhindern. 30 Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE...

Seite 24
Die Zukunft ist immer und überall
Rainer Rilling

Die Zukunft ist immer und überall

Das neue »Handbuch für Zeitreisende« (im April 2012 von Charles Yu veröffentlicht) fragt auf Seite 37: »Aber wozu brauche ich schon das Jetzt? Das Jetzt, finde ich, wird überbewertet. Das Jetzt hat's für mich nie so recht gebracht.« Zeit also, sich mit der Zukunft zu beschäftigen, ist sie doch immer und überall gegenwärtig! Zum Beispiel: Mit der Aussicht auf Profite in der Zukunft wird je...

Seite 26
ndPlusAnnelie Buntenbach

Arbeit braucht ein menschliches Maß

Als die Entwicklungsarbeiten zum DGB-Index Gute Arbeit im Jahre 2006 begannen, stand der öffentliche Diskurs in Deutschland noch ganz im Banne von Slogans, in denen Fragen nach der Qualität der Arbeitsbedingungen für völlig unerheblich, ja schädlich erklärt wurden. Eine verhängnisvolle Weichenstellung: In einer Zeit, in der - gerade angesichts globalisierter Märkte - ein auf Nachhal...

Seite 28
Benjamin Winkler

Auf dem Weg zur Demokratie 2.0?

Als im Frühjahr 2011 der tunesische Diktator Ben Ali nach mehrmonatigen Massenprotesten zurücktrat und damit die erste Welle des arabischen Frühlings ihren Erfolg feierte, trugen DemonstrantInnen Schilder mit der Aufschrift »Merci Facebook!«. Hierin zeigte sich symbolisch die Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Proteste und Demonstrationen der Millionen Menschen in der arabischen...

Seite 30
ndPlusSabine Leidig

Hier die Technik, dort der Mensch?

Die Gleichsetzung von Mobilität und Verkehr ist ein Irrweg. Mobilität bedeutet Beweglichkeit und nicht Auto, wie es in den Wochenendbeilagen bedeutender Tageszeitungen suggeriert wird. Viel Mobilität mit wenig Verkehr ist möglich, wenn Schulen, Einkaufsläden, Ärzte oder Parks in der Nähe erreichbar sind – am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Öffentliche Verkehrsmittel sollen allen zur Verfügung ...

Seite 32
Martin Hatzius

A wie Anfang

Ein Lexikon der Alternativen dürfte es gar nicht geben, wenn man der Krisenrhetorik der Regierenden Glauben schenkt. Was sollte in einem solchen Nachschlagewerk - außer lauter weißen Seiten - denn zu finden sein, wenn Bankenrettungen, Schuldenbremse, Sozialabbau nun einmal »alternativlos« sind? Der »Killerphrase von der Alternativlosigkeit« ein trotziges »Stimmt nicht!« entgegenzuschleudern, ge...