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Unten links

Indem die EU den Friedensnobelpreis erhält, wird besonders deutlich, wie ungerecht es in der Welt zugeht. Die Chinesen sind ein Milliardenvolk, jedoch nur ein einziger Chinese bekam den Nobelpreis für Literatur. Dass sich freilich was ändern würde im Preiswesen, hatte sich abgezeichnet. Franziska Weber und Tina Dietze gewannen bei Olympia Gold im Zweier-Kajak. Aha! »Pussy Riot« soll den Luther-Pre...

Der Verräter, Stalin, bist du!

Er gilt als Vorreiter moderner Medien und als Pressezar, man hat ihn einen kommunistischen Verführer im Auftrag Moskaus genannt - jenen Mann, der Ende der 1930er Jahre mit Stalin und der KPD brach: Willi Münzenberg. An diesem Freitag beginnt in Berlin eine europäische Tagung unter dem Titel »Internationalismus, transnationale Solidaritätsnetzwerke, Antifaschismus und Antistalinismus in den 1920er und 1930er Jahren«, auf der eine kritische Bilanz der bisherigen Forschung zu Leben, Werk und Wirken des gebürtigen Erfurters.

ndPlusIngolf Bossenz

Unglaublich: Friedensnobelpreis an EU

Ob es eine »wunderbare« Entscheidung war, wie Angela Merkel meint, ist gewiss Ansichtssache. Eine überraschende war es auf jeden Fall: Die Vergabe des Friedensnobelpreises 2012 an die Europäische Union.

ndPlusWolfgang Hübner

Bundeswehr als Friedensbewegung?

Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hat eine vernünftige, man kann sogar sagen: mutige Entscheidung getroffen: Wenn Bundeswehr-Offiziere zum Politikunterricht in Schulen gehen und dort Reklame zu machen, soll künftig ein nichtmilitärischer Gesprächspartner dabei sein – ein Friedensaktivist etwa oder ein Kirchenvertreter -, damit sich die Schüler aufgrund unterschiedlicher Argumente eine Meinung bilden können. Der Publizist und Berufsprovokateur Henryk M. Broder allerdings findet das ziemlich bekloppt und meint, nach dieser Logik müsste ein KZ-Überlebender auch von einem Mitglied der Waffen-SS begleitet werden. Broder liebt schräge Vergleiche.

Irina Wolkowa, Moskau

Streit um brisante Luftfracht

Das politische und mediale Gezerre um die Fracht des von der Türkei abgefangenen syrischen Passagierflugzeugs zieht sich hin. Es belastet zunehmend auch das Verhältnis Ankaras zu Moskau.

ndPlusDetlev von Larcher

Den Druck aufrechterhalten

Endlich ein entscheidender Schritt vorwärts! Seit der Gründung 1998 in Frankreich und 2000 in Deutschland setzt sich Attac für die Einführung einer Transaktionssteuer auf den Finanzmärkten ein. Diese Steuer trägt Attac im Namen. Die Finanzkrise war Anlass, die Kampagne für die Einführung erneut zu verstärken. Seit drei Jahren gibt es in Deutschland dafür ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis...

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Olaf Standke

Auf dem Weg zur Militärunion

Die EU als Friedensunion? Nicht nur die Friedensbewegung hierzulande hat da ihre Zweifel. Mit seiner diesjährigen Wahl habe das Nobelpreiskomitee die Fehlentscheidung für USA-Präsident Barack Obama wohl noch getoppt, sagte Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, am Freitag gegenüber »nd«. »Die EU ist kein Friedensprojekt nach außen.« Strutynski verweist auf die »mör...

Anspruch und Realität

Der Friedensnobelpreis für die Europäische Union wurde weltweit zumeist mit Zustimmung aufgenommen. Viele Politiker lobten wie das Nobelpreiskomitee die friedensstiftende Wirkung der europäischen Einigung. Doch vor allem aus dem linken Lager gab es scharfe Kritik an der zunehmenden Militarisierung der EU und der Entscheidung in der norwegischen Hauptstadt.

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Eine Heimat für die Sorben

Der 29 Jahre alte David Statnik, der als Bühnentechniker im Deutsch-Sorbischen Nationalensemble arbeitet, führt die Domowina seit März 2011. Er wurde damals der zweitjüngste Vorsitzende des Verbands. Über dessen Zukunft sprach mit ihm nd-Korrespondent Hendrik Lasch.

ndPlusHendrik Lasch, Bautzen

Sprechen gegen Anpassung

Eine Minderheit lebt, solange ihre Sprache lebt. Sorbisch, so scheint es, wird derzeit mit neuem Selbstbewusstsein gesprochen - vielleicht auch dank des von der Domowina getragenen »Witaj«-Projekts.

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Ingolf Bossenz

Folter mit Gütesiegel

Nicht nur der Weg zur Hölle, auch der zum Schlachthof ist mit Vorsätzen gepflastert. Allerdings nicht mit guten. Das macht die Europäische Union deutlich, indem sie Jahr für Jahr Hunderte Millionen »Nutztiere« vorsätzlich ohne klar definierte Zeitbegrenzungen durch den Kontinent karren lässt. Unter Bedingungen, deren Horror allenfalls bei einer der löchrigen Kontrollen oder beim Einsatz engagierte...

ndPlusChristian Klemm

Brandgefährliche Rhetorik

Die ansteigende Zahl von Flüchtlingen aus Serbien und Mazedonien macht Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich große Sorgen. Lieber heute als morgen würde er die Zuwanderung aus diesen Ländern stoppen. Denn die hätten bei uns nichts zu suchen und wollen nur die angeblich üppigen Geldbezüge für Asylbewerber abkassieren, meint offenbar der CSU-Minister. Ähnlich hat sich Friedrichs Parteifreund Hans...

Simon Poelchau

Spiel auf Zeit

Frau Merkel get out - mit Sprüchen wie diesen wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Athen empfangen. Die heimischen Medien echauffierten sich daraufhin über die undankbaren Griechen. Deutschland tue schließlich alles Erdenkliche zu Rettung des Euros. Die letzten Tage gaben den griechischen Protestlern Recht. Die Kanzlerin und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble blockten mal ...

ndPlusMartin Kröger

Roter Hirte

Es war eine skurrile Wahl: Das Bündnis gegen Homophobie hatte ausgerechnet den Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Kardinal Woelki, für seinen diesjährigen »Respektpreis« nominiert. In der Begründung schrieb der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD), der Kardinal sei »die erste hochrangige Persönlichkeit der Katholischen Kirche, die sich öffentlich für ein neues Miteinander in der ...

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ndPlusMarcus Meier

Offizier bleibt, Pazifist kommt

Friedensaktivisten wollen Jugendoffiziere ganz aus Schulen verbannen. In Nordrhein-Westfalen hat das Schulministerium nun angewiesen, dass sie nur mit einem zivilen Gegenpart eingeladen werden dürfen. »Waffengleichheit« ergibt sich daraus nicht, monieren Antimilitaristen.

Gesa von Leesen

CDU bangt um Erbhof Stuttgart

Beim zweiten Wahlgang der Stuttgarter OB-Wahl in einer Woche hat Fritz Kuhn gute Chancen gegen den Mann von der CDU. Sollte Kuhn gewinnen, würde er der erste Grünen-Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt. Die CDU warnt bereits vor der grünen Übermacht im Ländle.

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26 Mitglieder von solid im Staatsvisier

Lächerlich oder Skandal? Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat 26 Mitglieder der Linksjugend solid sowie des Studierendenverbandes (SDS) der LINKEN im Nachrichtendienstlichen Informationssystem der Behörde (NADIS) erfasst.

Marian Krüger

Wegezoll für Fiskalpakt

Im Bundesrat fand am Freitag eine Premiere statt. Mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ist erstmals ein Grünen-Politiker zum Präsidenten der Länderkammer gewählt worden.

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Drohne kam von Hisbollah

Beirut (dpa/nd). Die radikale libanesische Schiitenbewegung Hisbollah hat nach eigenen Angaben die Drohne geschickt, die vergangene Woche in Israel abgeschossen wurde. Das hoch entwickelte Aufklärungsflugzeug sei über viele wichtige Standorte geflogen, bevor es von den israelischen Luftwaffe entdeckt worden sei, sagte Hisbollahführer Hassan Nasrallah im Fernsehen. Das unbemannte Fluggerät sei ...

ndPlusMax Böhnel, New York

Zweite Reihe fast erstklassig

Nach der Debattenschlappe Barack Obamas gegen seinen Herausforderer Mitt Romney in der vergangenen Woche lieferten sich die Kandidaten für die Vizepräsidentschaft in den USA am späten Donnerstag ein spannendes Fernsehduell. Vizepräsident Joseph Biden patzte in Stilfragen, überflügelte Romney-Stellvertreter Paul Ryan aber inhaltlich.

ndPlusThomas Mell, Tallinn

Regierungswechsel in Litauen scheint gewiss

Litauens Ministerpräsident Andrius Kubilius - darin sind sich die Umfrageinstitute einig - wird nach den Parlamentswahlen, deren erste Runde am Sonntag stattfindet (zweite Runde am 28. Oktober), sein Kabinett räumen müssen. Sein Sparkurs hat die Wähler verprellt.

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Dissonanzen in Tokio

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat bei der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Tokio einen weiteren Schuldenabbau angemahnt. Es gebe »keine Alternative« zur Reduzierung der Staatsschulden in der Eurozone, sagte Schäuble am Freitag, einen Tag nach dem Plädoyer von IWF-Chefin Christine Lagarde für eine zweijährige Gnadenfrist für Griechenland.

IWF spricht mit gespaltener Zunge

Rainer Falk, Soziologe und Herausgeber des Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung, verfolgt seit vielen Jahren die Entwicklung beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und den G7/G8-Gipfeln. Martin Ling befragte Falk über die Tagung von IWF und Weltbank, die dieses Wochenende in Tokio stattfindet.

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UN warnen vor »verlorener Generation«

Die Schuldenkrise wird nach Schätzung von UN-Experten im kommenden Jahr sieben Millionen weitere Arbeitsplätze vernichten. Damit werde die Zahl der arbeitslosen Menschen auf weltweit 207 Millionen anwachsen, wenn die Wirtschaftsnationen nicht entschlossene Gegenmaßnahmen ergreifen.

Abu Dhabi trennt sich von Daimler-Aktien

Stuttgart/Abu Dhabi (dpa/nd). Daimlers bedeutendster Großaktionär, das Scheichtum Abu Dhabi, hat sich von Anteilen des Autobauers getrennt. Der Staatsfonds Aabar besitze keine direkten Stimmrechte mehr an dem DAX-Konzern, wie am Donnerstag aus einer Mitteilung an die Finanzwelt hervorging. Ein Daimler-Sprecher erklärte auf Anfrage, dass Aabar keine physischen Aktien mehr halte, sehr wohl aber n...

Merkel stellt Praxisgebühr in Frage

Die Koalition streitet über die Praxisgebühr. Fast 30 Milliarden Euro dürften in der gesetzlichen Krankenversicherung bald auf der hohen Kante liegen.

ndPlusDieter Hanisch, Niebüll

Asklepios baut Drohkulisse auf

Die Tarifgespräche zwischen Klinikbetreiber Asklepios und den Beschäftigten kommen nicht voran. Nun fährt Asklepios schwere Geschütze auf.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Die Kunst des Spekulierens

Auf der Suche nach nachhaltig Rendite garantierenden Spekulationsobjekten konzentrieren sich viele Anleger inzwischen vermehrt auf Kunst.

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ndPlusStephan Fischer

Die erste Frau

Wer ihm als Teamchef seines Rennteams folgen sollte, stand für Peter Sauber lange fest: Monisha Kaltenborn übernimmt als erste Frau die Leitung eines Formel-1-Teams. Mag eine Frau an der Spitze in diesem Metier überraschen, ein revolutionärer Wechsel ist es nicht. »Jetzt passt es für uns beide, und deshalb ist der Moment für die Stabübergabe richtig«, sagte Sauber, der mit Kaltenborn eine Garantin...

ndPlusChristian Kunz, dpa

»Er war ein wahrer Champion«

Das gestrige WM-Qualifikationsspiel der DFB-Elf gegen Irland wurde vom Tod des einstigen Nationalspielers Helmut Haller überschattet. Die deutsche Mannschaft lief in Dublin mit Trauerflor auf. Freunde und Weggefährten in Deutschland, Italien und England gedachten des Fußball-Idols.

Stephan Fischer

Gerade dieses Spiel

Am Sonntag treffen der amtierende Meister Turbine Potsdam und der Pokalsieger FC Bayern München aufeinander. Stefanie Mirlach, im Sommer von den Bayern nach Potsdam gewechselt, kann verletzungsbedingt nur zuschauen.

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Polizisten Ziel von Straftaten

Auf der Jagd nach Verbrechern werden Polizisten immer wieder selbst zu Opfern. Im ersten Halbjahr diesen Jahres wurden 3020 Vollzugsbeamte Ziel von Straftaten. Das ist rund jeder fünfte Polizist. Im Vorjahr traf es 6465 Gesetzeshüter, wie aus der Antwort von Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.

Wowereit: A 100-Urteil akzeptieren

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Gegner der A 100-Verlängerung aufgerufen, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu akzeptieren

Demonstration für Flüchtlinge

Nach dem Protestmarsch von Flüchtlingen nach Berlin stoßen am Samstag vor dem Reichstag mehrere Demonstrationen zum Thema Asylpolitik aufeinander. Linke Gruppen und Parteien wollen am Nachmittag vom Oranienplatz in Kreuzberg ins Regierungsviertel ziehen, um mehr Rechte für Flüchtlinge einzufordern

Ausschuss zu BER-Debakel

Der Untersuchungsausschuss zum Debakel am Hauptstadtflughafen will schon in der konstituierenden Sitzung die ersten Beweisanträge behandeln. Er wolle schnell in die Sacharbeit einsteigen, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Delius (Piraten).

Wissen, wohin

Zuständigkeiten und Ansprechpartner für Straftäter sind hinreichend bekannt. Polizei, Staatsanwaltschaft, Vollzug. Nicht selten erscheinen Verantwortliche sogar beim Übeltäter vor Ort. Geladen wird zu Vernehmung und Verhandlung, geurteilt über Verwahrung. Alles ist geregelt, geht im Normalfall seinen Gang. Das Opfer ist in jeder Beziehung übel dran. Erst einmal war es leidtragend, dann weiß es...

Mathias Behnis

Wasser-Rekommunalisierung geht nur mit Demokratisierung

Das, was seit Monaten rund um die teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe (BWB) politisch geschieht, spottet allen Zielen der Bürgerinitiative Berliner Wassertisch und ihrer Unterstützer beim Volksentscheid.

Mathias Behnis

Wasser-Rekommunalisierung geht nur mit Demokratisierung

Das, was seit Monaten rund um die teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe (BWB) politisch geschieht, spottet allen Zielen der Bürgerinitiative Berliner Wassertisch und ihrer Unterstützer beim Volksentscheid am 13. Februar 2011. Damals wurde ein Gesetz implementiert, welches u. a. die Offenlegung und auch die Prüfung der Teilprivatisierungsverträge von 1999 durch das Abgeordnetenhaus vorsah. Das...

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Falscher Film

(nd). In den Artikel »Nachhaltigkeit kontra Blockbuster« vom 11. Oktober auf dieser Seite hat sich ein Fehler eingeschlichen. Der Titel des für den »Oscar« nominierten Films der Produktionsfirma »Razor Film« lautet »Der Stein der Geduld« und nicht, wie irrtümlich berichtet, »Wadjda«....

Echo Klassik wird verliehen

Preisträger beim Echo Klassik, der an diesem Sonntag im Berliner Konzerthaus verliehen wird, sind in diesem Jahr unter anderem der Tenor Klaus Florian Vogt, die Geigerin Isabelle Faust und der Dirigent Riccardo Chailly. Daniel Barenboim wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Wurstige Kunst

Diese Wurst ist vegetarisch - aber nicht genießbar. Unter dem Motto »Fleischig flauschig« imitiert die Künstlerin Silvia Wald Fleischwaren aller Art in genähter Form. Sie selbst ist Vegetarierin.

ndPlusVolkmar Draeger

Alltag und Antike

Besonders die Stillleben unter den knapp 25 Arbeiten von Ulrich Hachulla, die in der Galerie Schwind zu sehen sind, haben trotz sachlicher Darstellung etwas Geheimnisvolles, dem man kaum müde wird nachzufahnden. Das macht sie, wie viele weitere Werke, überzeitlich anregend, künstlerisch gültig. Nicht Bewegtheit zählt, sondern die Stille eines Augenblicks, wie ihn Hachulla sorgsam und verinnerlicht...

Klaus Hammer

Grande Dame

Ein Gesicht, das man nicht vergisst, das orientalische Mützchen auf dem schlohweißen Haar, die Augen kritisch prüfend zusammengezogen, scharfe Falten bedecken die Stirn und ziehen sich von der Nase zu den Mundwinkeln. Eine ungeheuer wache, ja energiegeladene Person schaut uns ironisch, spöttisch an und kann dennoch die Güte des Herzens nicht verleugnen. Diese wunderbare Frau, die auch recht ungeha...

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Protest in Dessau

Dessau-Roßlau (epd/nd). Ein breites gesellschaftliches Bündnis will am Samstag in Dessau-Roßlau unter dem Motto »Bunt statt braun« gegen einen Aufmarsch von Neonazis am selben Tag protestieren. Geplant sei zunächst am Hauptbahnhof, wo der rechte Aufzug beginnt, »lautstarker Protest mit Musik und Trillerpfeifen«, teilte das »Netzwerk Gelebte Demokratie« am Freitag mit. Im Anschluss wird zu einem »d...

Schlafsäcke für Obdachlose dringend benötigt

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat erstmals in seiner elfjährigen Amtszeit die Berliner Bahnhofsmission am Zoo besucht. Als eine der zentralen sozialen Einrichtungen der Stadt für Wohnungslose und Reisende werden dort nach Angaben des Trägers 600 Menschen pro Tag mit Essen und Kleidung versorgt.

Bettina Grachtrup, dpa

CDU-Nachwuchs übt Parteikrach

Zwischen den JU-Landesverbänden Saarland und Baden-Württemberg hängt der Haussegen schief. Hintergrund ist eine Kampfabstimmung um den Bundesvorstand, geschehen vor kurzem auf dem Rostocker Deutschlandtag des CDU-Nachwuchses.

Andreas Jacob

Nächste Etappe für S 21

Die Arbeiten für die Nordanbindung des Hauptbahnhofs gehen ab Montag in die nächste Etappe. »Wir werden das Friedrich-List-Ufer am Humboldt-Hafen für die kommenden 30 Monate sperren, um einen unterirdischen S-Bahnhof zu errichten«, wie Projektleiter Arno Jaeger am Freitag mitteilte. Auswirkungen werden die Arbeiten vorerst nur auf den Busverkehr haben. Reisende erreichen die Linien TXL und M 8...

Hagen Jung, Hannover

»Unsere Umfragewerte steigen wieder«

100 Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen fand am Freitag in Hannover ein Bundestreffen der LINKE-Fraktionschefs statt. Die Erfolgschancen der niedersächsischen Genossen bei der Wahl am 20. Januar 2013 seien gut, meinte Gregor Gysi.

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Rassisten demaskieren

Potsdam (dpa/nd). Justizminister Volkmar Schöneburg (LINKE) hat dazu aufgerufen, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus und Extremismus zu stärken. »Rechtsextremisten nutzen die Anonymität des Internets verstärkt für ihre menschenverachtende Hetze sowie zur Vorbereitung von Straftaten«, erklärte er am Freitag. Die jüngsten Attacken seien dafür ein offensichtlicher Beleg. Das Landesk...

Kirche wird Herberge

Dahme (epd/nd). Die evangelische Marienkirche in Dahme bei Luckau ist künftig eine Kulturherberge. Die einstige Klosterkirche wurde am Freitag von Bauminister Jörg Vogelsänger (SPD) ihrer neuen Bestimmung übergeben, teilte das Ministerium mit. Für die rund 2,1 Millionen Euro teure Sanierung stellt das Land rund 1,5 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Die Bauarbeiten sollen 2014 abgeschlosse...

Alte neue Fremdsprache

In der DDR lernte es jedes Kind. Doch Russisch verlor nach der Wende an Bedeutung. Heute sehen Experten ein neues Interesse an dieser Sprache in Sachsen-Anhalt aufkommen.

Axel Vogel

Die LPG sind Geschichte, jetzt kommt die agrar AG

Brandenburg gilt als Land der agrarischen Großbetriebe. Aber über 60 Prozent der landwirtschaftsbetriebe drängen auf vier Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche, während die größten zehn Prozent fast 70 Prozent des Landes beackern. Diese Flächenkonzentration ist kein Ergebnis naturräumlicher Umstände, sondern Folge bewusster Politik (Bodenreform, Zwangskollektivierung) in SBZ und DDR. Nach 19...

ndPlusWilfried Neiße

Streit um BBG-Verträge

Um die Verlängerung der bestehenden Geschäftsbesorgungsverträge mit der Brandenburgischen Boden Gesellschaft mbH (BBG) um weitere zwei Jahre ist ein Streit ausgebrochen. LINKEN-Fraktionschef Christian Görke indes erteilte den Vorwürfen der Opposition eine Abfuhr. Die BBG wurde in den 90er Jahren gegründet, um die rund 100 000 Hektar einst militärischer Areale einer neuen Nutzung zuzuführen. In die...

Dieter Hanisch, Lübeck

Vertragsabschluss mit Kunstpause

Die Vermieter des Thor Steinar-Ladens in Glinde bei Hamburg wollen den Mietvertrag beenden. Sie seien getäuscht worden, erklärten sie vor Gericht. Es geht um die Frage, ob bei Vertragsabschluss mit verschiedenen Vertragsversionen gearbeitet wurde.

Hoffnung für die Donau

Seit Jahrzehnten streiten Umweltschützer und Politiker um den Ausbau der Donau in Bayern. Jetzt hat sich Umweltminister Marcel Huber positioniert. Der CSU-Politiker ist gegen eine Staustufe. Er bekommt Gegenwind aus den eigenen Reihen und Zustimmung von politischen Gegnern.

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ndPlusBurga Kalinowski

Diva aus der DDR

Natürlich ist sie eine Legende. Eine Diva aus der DDR. Berühmte Interpretin der Songs von Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Kurt Weill, der Chansons von Tucholsky, Kästner und Jacques Brel. Beispielhaft und eigenständig ihre Mutter Courage am Berliner Ensemble. Gisela May im nd-Interview.

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Frank Odenthal

Wirkstoff: Solidarität

Oft ist es ein langer Weg zu einer sicheren ärztlichen Versorgung (Straße zu einem Hospital in Ghana; Foto: Frank Odenthal). Gerade deshalb versuchen Menschen in aller Welt konkrete gesundheitspolitische Alternativen zu entwickeln. Die Veränderungen beginnen im Kleinen und strahlen darüber hinaus. Die experimend-Seiten stellen heute das System der genossenschaftlichen Mikrokrankenversicherung in Afrika, das Länder wie Ghana auf das gesamte Gesundheitswesen übertragen haben, und das Kollektiv einer Berliner Hausarztpraxis vor, in der alle den gleichen Stundenlohn erhalten.

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Gesundes Arbeitsklima
Ulrike Henning

Gesundes Arbeitsklima

Ein Altbau in Berlin-Kreuzberg, Reichenberger Straße. Der Treppenaufgang in den zweiten Stock ist mit Graffiti übersät, an den Fensterscheiben diverse politische Aufkleber: für Tierrechte, gegen Nazis in Dortmund. Im Empfangsbereich der Praxis ein Plakat zu einem Film über Tupamaros, eine Stadtguerilla in Uruguay, hoch oben zwischen zwei Fenstern fordert ein rot-weißes Poster: »No war!« Die gro...

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Auf der Suche nach den Vätern
Adelbert Reif

Auf der Suche nach den Vätern

nd: Frau Bronnen, die Auseinandersetzung mit Ihrem Vater Arnolt Bronnen zieht sich durch Ihre gesamte schriftstellerische Laufbahn. Bereits in Ihrem Debütroman »Die Tochter« befassten Sie sich 1980 mit Ihrem Vater. Haben Sie Ihr Leben lang unter Ihrem Vater gelitten?Bronnen: Das würde ich nicht sagen. Ich habe ihn ja auch geliebt. Aber ich habe ihn gesucht. Ich war mit lauter Rätseln konfrontiert,...

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Beißt sich die Katze in den Schwanz?

nd: Herr Professor Sandkühler, es scheint hierzulande wieder größeres Interesse an Philosophie zu geben, was sich auch im Angebot auf der Buchmesse widerspiegelt. Verdankt sich dies einer »neuen Unübersichtlichkeit« in der Welt?Sandkühler: Ihre Beobachtung ist durchaus zutreffend. Bücher über Glück und gutes Leben sind Renner; mit »Unsere Auto-Philosophie« etc. wird geworben. Andererseits ist mit ...

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ndPlusMartin Stolzenau

Anna Freud

Sie war das jüngste von sechs Kindern des berühmten Psychoanalytikers Sigmund Freud und erlangte als Mitbegründerin der Kinderanalyse selbst internationalen Ruhm. Geboren am 3. Dezember 1895 in Wien, hat sie nach dem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung als Lehrerin absolviert, um jedoch hernach zur persönlichen Sekretärin des Vaters zu avancieren, den sie sogar auf wissenschaftlichen Kongresse...

Gerd Fesser

Vorbote der Ur-Katastrophe

Es war das kleine Montenegro, das am 8. Oktober 1912 dem großen »Osmanischen Reich« den Krieg erklärte. Vor 100 Jahren gehörten die Balkanstaaten Makedonien, Albanien und Kosovo sowie der Norden des heutigen Griechenlands noch zu jenem Imperium, das damals bereits als »kranker Mann« am Bosporus galt. Montenegro konnte es wagen, den Türken den Kampf anzusagen, da es ein Bündnis mit Bulgarien, Serbi...

Martin Küster

»Mit bemerkenswertem Muthe«

Ein über hundertjähriges Konversations-Lexikon vermeldet über die badische Stadt Bruchsal lakonisch: Tabak und Gefängnis. In diesem Gefängnis saß sechs Jahre lang, von Oktober 1849 bis Oktober 1855, in Einzelhaft ein Mann, der unter seinem Nom de guerre »Corvin« dem heutigen Leser vor allem als Verfasser des »Pfaffenspiegels« ein Begriff sein dürfte. Sein Taufname lautete Otto Julius Bernhard von ...

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Mappus, WWF und Kunstmarkt

Der Journalist Andreas Müller von der »Stuttgarter Zeitung« wird für seine Berichterstattung über die EnBW-Affäre des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU), mit dem ersten Preis der Otto-Brenner-Stiftung für kritischen Journalismus ausgezeichnet. Nur weil sich der Journalist nicht mit vagen Erklärungen zufrieden gegeben habe, habe die Öffentlichkeit vom ganzen A...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Mitte und Dissidenz

Das Nobelpreis-Komitee von Stockholm ist der wahre Sieger, und zwar ihres eigenen Entscheids - man muss dies noch mal anerkennend sagen: Ein Name fiel - und der Streit hub an. Klassisch gut, denn Harmonie würde langweilen. Der chinesische Schriftsteller Mo Yan erhält im Dezember den Nobelpreis für Literatur. Chinas Staatsfernsehen spricht von einer »Inspiration für alle Schriftsteller im Land...

ndPlusRalf Hutter

MP3 für Orchester

Die Nürnberger Symphoniker führen am Samstag ein bei Ihnen in Auftrag gegebenes Werk auf. Der Titel: »MP3-Player. Visualized Symphony for Moving Picture Experts Group Audio Layer III«. Willi Vogl im Interview über die Sinfonie mit visuellen Effekten.

Gunnar Decker

Heil dem Eroberer!

»Wer seid Ihr?« fragt der Aztekenkönig Montezuma die Spanier, die in sein Land kommen. Ja, wenn man das nur immer gleich wüsste! Die Kriegstruppe um General Cortez entdeckt die Neue Welt. Eldorada! Das ist immer der Traum von einer Bank, die man ungestraft plündern kann. Gerhart Hauptmann hat über den Beginn des »Kampfes der Kulturen«, der conquista von 1520, ein Versdrama geschrieben, in dem...

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ndPlusKnut Henkel

Plattenbau

Staff Benda Bilili heißt Kinshasas derzeit international wohl populärste Band. Die Truppe querschnittsgelähmter Straßenmusiker war nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland im Sommer 2011 ein Top-Act. Und dies nicht nur, weil die Geschichte hinter der ungewöhnlichen Band aus Kongo wie ein Märchen klingt, sondern weil die Musiker um Ricky Likabu schlicht gut sind und ihre funkige Rumba i...

Organisiert euch!

Am Frankfurter Stand des Verlags André Thiele stellte der 28-jährige britische Historiker und Journalist OWEN JONES sein Buch »Prolls« vor. Darin schildert er, wie Arbeiter in Großbritannien von einer selbstbewussten Schicht zur Zielscheibe von Verachtung und Klassenhass werden konnten.nd-Redakteur MARTIN HATZIUS sprach mit dem Autor.

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Spanner am Zaun

Der Londoner Flughafen Heathrow ist der größte seiner Art in Europa. An der Umzäunung stehen Tag für Tag merkwürdige Gestalten - alles ältere Männer. Sie schauen mit Ferngläsern in den Himmel - immer auf der Suche nach dem Ungewöhnlichen, nach dem Flugzeug, das sie bislang noch nicht fotografiert haben, ein neuer Schnappschuss für ihr Album. Benjamin Kracun, Ewan McNicol haben ihrerseits die alten...

Adultismus und Klassenwechsel

Der Wohnungsmarkt in Berlin ist derzeit angespannt und selbst Plätze in einer Wohngemeinschaft sind rar gesät. Die Ansprüche der Anbieter sind hoch. So suchte Ende August via Internet eine WG »eine_n langfristige_n Mitbewohner_in, die_der sich nicht cis-männlich positioniert«. Wer diese Kriterien erfüllt, darf sich auf »sowohl weiblich als auch männlich erstsozialisierte Personen (freuen)«, von de...

Anne Roth

Männer machen Medien

Der ewige Dauerbrenner »Keine bzw. kaum Frauen als Referentin oder sonst Vortragende bei Konferenzen« fand kürzlich seine x-te Fortsetzung. Der Journalistinnenbund schrieb deswegen einen pampigen Offenen Brief an die OrganisatorInnen des »Mainzer Mediendisputs«. »Sehr geehrter Herr Prof. Leif, herzliche Gratulation zur programmlichen Gestaltung des diesjährigen ›Mainzer Mediendisputs‹ - und zu...

ndPlusSabine Sölbeck

»Ihr kriegt Kohle, wir kriegen Korfu«

Seit Ausbruch der Euro-Krise steht Griechenland in den hiesigen Medien weniger für die Wiege abendländischer Hochkultur denn für Verfall und Chaos. Eine deutsch-griechische Autorengruppe hat jetzt die Berichterstattung in den deutschen, aber auch in den griechischen Medien näher untersucht. Ergebnis: Die negative Charakterisierung ist längst über die Medien hinaus zur Routine im deutschen Sprachge...

Eckart Roloff

Mode mit markanten Mängeln

Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal einen Leserbrief geschrieben haben, ob an das »nd« oder an eine andere Redaktion, aber ich weiß, was Sie dazu wissen: Zu einem Leserbrief gehört der Name dessen, der ihn geschrieben hat; unter diesem Namen wird er dann veröffentlicht. Das ist nicht irgendein Spitzname oder ein Pseudonym, sondern der tatsächliche, auch Klarname genannt. Diesen Klarnamen meint auc...

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Werner Reh

Ablenkungsmanöver einiger Politiker

Nur ein Don Quichote würde so etwas versuchen. Das Problem fehlenden Geldes zum Erhalt von Straßen, Brücken und der Verkehrsinfrastruktur insgesamt lässt sich mit einer City-Maut nicht ansatzweise lösen. Die Debatte um die Einführung einer solchen Maut lenkt hingegen nur von den wirklichen Aufgaben bei der Verkehrsfinanzierung ab. Worum geht es nun tatsächlich? Über die Lkw-Maut nimmt die Bund...

Seite 28

Mit Kakao zum Preis

Schokolade ist ein dankbares Studienobjekt: So fanden Wissenschaftler, dass dunkle Schokolade gut ist für die Blutgefäße. Nun hat Franz Messerli von der New Yorker Columbia University einen weiteren Vorzug ausgemacht: Hoher Pro-Kopf-Konsum von Schokolade bringt mehr Nobelpreise, meint der Mediziner. Komisch nur, dass Schweden trotz mäßigem Schoko-Konsum mit der Schweiz an der Spitze der Pro-Kopf-N...

Leben rückwärts

Der britische Entwicklungsbiologe John Gurdon (79) wollte 1962 nur herausbekommen, ob differenzierte Körperzellen die gleichen Gene wie Embryonalzellen besitzen. Denn bis dato kannte die Entwicklungsbiologie nur einen Weg: von der befruchteten Eizelle über die Differenzierung zu spezialisierten Zellen bis zum Zelltod. Gurdon ersetzte Zellkerne in Eiern von Krallenfröschen durch Kerne von Darmzelle...

Sensible Zellen

Hormone tragen bekanntlich entscheidend zur Erhaltung der Lebensfunktionen bei. So steigert etwa Adrenalin den Blutdruck und lässt das Herz schneller schlagen. Es war jedoch lange ein Rätsel, wie Hormone auf Zellen wirken. Vermutet wurde, dass dafür spezielle Andockstellen auf der Zelloberfläche, sogenannte Rezeptoren, zuständig sind. Wo aber sitzen diese, und wie arbeiten sie? Heute sind diese Fr...

ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Das Gewimmel in uns

Kennen Sie eigentlich alle Ihre Untermieter? Vermutlich nicht, denn es sind ziemlich viele und sie sind zumeist ruhig. Aber auch hilfsbereit. Jeder Mensch beherbergt allein in seinem Darm mindestens 160 verschiedene Bakterienarten. Ein großer Teil davon gehört zur Darmflora (besser Mikrobiom - Bakterien sind ja keine Pflanzen). Der Begriff Mikrobiom wurde von Joshua Lederberg (1925-2008), dem ...

Martin Koch

Teilchen in der Ionenfalle

Zu den faszinierenden Problemen der Physik gehört die Quantenwelt, deren Eigenschaften den Rahmen des gewöhnlich Vorstellbaren sprengen. Das rührt hauptsächlich daher, dass atomare Teilchen (Photonen, Elektronen etc.) keine Billardkugeln im Miniformat sind. Sie sind eher als subatomare Überlagerungszustände aufzufassen, die sensibel auf Einflüsse aus ihrer Umgebung reagieren. Eine der Herausforder...

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Udo Bartsch

Verkehrte Welt

Ole bekommt ein merkwürdiges Paket. Drin ist ein Kasten aus Metall mit einem roten Knopf, und ein Zettel liegt dabei: »Bitte nicht drücken!« Dasselbe Paket hat Siri bekommen. Aber wie das so geht, wenn man etwas nicht tun soll: Die Neugierde ist größer. Beide Kinder drücken - und die Welt ist plötzlich eine andere, verkehrte. Die Mütter trinken Bier und rülpsen, die Väter lassen sich Strähnche...

ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Topalow kommt

Offiziell gewannen drei Spieler den ersten FIDE-Grand-Prix: Wesselin Topalow (Bulgarien; 37), Boris Gelfand (Israel; 44) und Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan; 27). Doch Topalow hatte die beste Sonderwertung, und sein Sieg war eine große Überraschung. Der FIDE-Weltmeister von 2005 steckte seit über zwei Jahren in einer tiefen Spielkrise. Nämlich seit er 2010 das Turnier von Linares gewann und d...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewinner w...

René Gralla

Sieben ziehen auf einen Streich

Vor 53 Jahren ist das Spiel auf den Markt gekommen: »Diplomacy«, eine Simulation der europäischen Machtpolitik während der Schicksalsjahre vor 1914, ausgetüftelt vom heute 80-jährigen Harvard-Absolventen Allan B. Calhamer. Die Hobby-Diplomaten der Republik werden an diesem Wochenende in Berlin ihren Champion 2012 küren. André Ruddeck , ein 31-jähriger Stadt- und Regionalplaner in spe, ist auch dabei.

ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Buschbohnen sollen Giersch stoppen

Sie kann zwar wieder nicht mit einem Herbstauftritt in leuchtendem Gelb auftrumpfen, meine Gemeine Rosskastanie, weil ihr die gemeine Miniermotte diesen vermasselt hat. Aber sie trotzt diesem gefräßigen Winzling mit reichlich und großen Früchten: Bastelmaterial für kleine und ältere Menschenkinder. Die meisten Kastanien trage ich zu den Tieren in den Wald. Einen fantasievollen Umgang mit ihnen ent...

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ndPlusSandra Rauch

Nur die Mode hat sich geändert

Die grauen Stufen sind noch dieselben und auch die Rhône fließt nach wie vor breit und ruhig in ihrem Bett neben der Treppe, die von der Uferpromenade in Arles hoch zur Brücke von Trinquetaille führt. Geändert hat sich vor allem die Mode der Passanten, die heute hier hoch- und runtersteigen. Die Herren tragen eher Baseball-Kappe als Hut, auch die Röcke der Damen sind um Welten kürzer geworden. Auf...

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Gabi Kotlenko

Wo Max die Besucher verängstigt

Dem kleinen Nils Holgersson, der einst mit den Wildgänsen reiste, erschien seine südschwedische Heimat aus luftiger Höhe wie ein gewürfeltes Tuch. Auf dem Rücken des zahmen Gänserichs Martin sitzend, sah Nils eine bunte Mischung aus Wäldern, Wiesen und Seen. Als ihm die Gans Akka mitteilte, er könne wegen guter Führung in einen Menschen zurückverwandelt werden, war er enttäuscht und entschied sich...