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Unten links

Bald ist es wieder soweit: Das Ende der Welt naht. Wie zuvor bereits in den Jahren 70, 1033, 1196, 1200, 1260, 1524, 1666, 1692, 1800, 1874, 1910, 1914, 1975, 1998, 1999, 2000, 2002, 2003 und 2005. Und dazwischen noch ein paar Dutzend Mal. So oft blieben die Warnungen vor dem Ende am Ende folgenlos, dass man inzwischen von einer Endlosschleife sprechen kann. Dieses Mal waren es die Maya, die angeb...

Präsident hinter Gittern

Das Banner vor dem Präsidentenpalast belegt es: »Das Volk will das Regime stürzen.« Ägyptens Präsident Mohammed Mursi stößt auf Widerstand. Erstmals in der seit zwei Wochen andauernden Krise über seine Sondervollmachten schaltete sich am Wochenende das ägyptische Militär ein und sprach ein Machtwort. Im Streit um die künftige Verfassung müsse es einen Kompromiss geben, der im Interesse der Nation und der Menschen in dem Land ist, ließ die Armeeführung am Samstag in Kairo verlesen.

Katze im Sack

Trotz seines holprigen Starts als designierter Kanzlerkandidat steht die SPD diszipliniert hinter Peer Steinbrück. Er wurde mit einem deutlichen Ergebnis von 93,45 Prozent der Delegiertenstimmen beim Sonderparteitag in Hannover zum Kandidaten gekürt. Auch die einstigen Steinbrück-Gegner halten sich mit ihrer Kritik inzwischen zurück. Die Prognose von Juso-Chef Sascha Vogt vor etwa einem Jahr, dass...

Berlusconi gibt Monti den Rest

Rom (nd-Maldini). Es war ein turbulentes Wochenende in Italien, die Entscheidungen fielen Hals über Kopf. Zunächst hatte die Berlusconi-Partei Volk der Freiheit der Regierung von Mario Monti das Vertrauen entzogen. Dann erklärte Ex-Premier Silvio Berlusconi nach einem unendlichen Zickzack-Kurs, er werde nun doch als Spitzenkandidat seiner Partei antreten, einfach, »weil es keinen Besseren gibt«. S...

Aert van Riel, Hannover

SPD huldigt Steinbrück

Die SPD-Basis hat sich mit großer Mehrheit hinter ihren umstrittenen Frontmann Peer Steinbrück gestellt. Beim Sonderparteitag in Hannover votierten 93,45 Prozent der Delegierten dafür, dass der Hamburger der nächste Kanzlerkandidat der SPD wird.

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Marianne Gysae, WFD

HIV - ein Virus gefährdet Menschenrechte

Jahr für Jahr sterben 350 000 Südafrikaner und Südafrikanerinnen an Aids. Aufklärung über HIV/Aids ist nach wie vor dringend nötig. Der Weltfriedensdienst hilft dabei in dem Land.

Dörte Lüneberg, SODI

Wenn die Herkunft entscheidet

Das Recht auf Entwicklung gehört zu den allgemein anerkannten Menschenrechten. In Vietnam unterstützt SODI ethnische Minderheiten bei der Verwirklichung dieses Rechtes.

ndPlusChristine Wiid, INKOTA

Vom Recht, ein Kleinbauer zu sein

Großflächige Landnahmen ausländischer Konzerne in Mosambik haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. INKOTA hilft Kleinbauern, sich dagegen zu wehren.

Verwehrte Rechte
ndPlusMartin Ling

Verwehrte Rechte

Der 10. Dezember hat eine lange Tradition als Tag, an dem die Menschenrechte besonders im Blickpunkt stehen. Bereits seit 1901 wird am Todestag Alfred Nobels jedes Jahr in der norwegischen Hauptstadt Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. Die Auszeichnung geht 2012 an die Europäische Union. Das ist alles andere als unumstritten. Angefangen vom südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Erzbischof D...

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Behindertenrechte: Von Geburt an benachteiligt

Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) gilt in Deutschland ebenso wie das Zusatzprotokoll dazu, das 2009 in Kraft getreten ist. Die Bundesregierung hat 2011 einen Nationalen Aktionsplan entworfen, der für die Umsetzung der BRK sorgen soll. Die Organisationen für die Rechte Behinderter freuten sich darüber - und wurden bald ernüchtert. Denn in den Berichten zur Ausführung des Aktionsplans hieß es...

Armut in Deutschland: Leben, aber wovon?

Schon 1968 hat die Bundesrepublik den »Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte« unterschrieben, fünf Jahre später ratifiziert. Er sieht vor, dass diese den politischen und bürgerlichen Menschenrechten als ebenbürtig zu betrachten sind. Die WSK-Rechte werden allerdings in Deutschland weder in die Gesetzgebung aufgenommen, noch in der Praxis gewährt.

Gender: Frauen bleiben billige Arbeitskräfte

Trotz Frauenquoten, des Rechtes auf einen Kitaplatz und zwölfmonatiges Elterngeld sieht es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter im Berufsleben düster aus: Frauen verdienen im Schnitt 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Niedriglohnsektor sind 70 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt. Auf dem Arbeitsmarkt, in der Sozialversicherung, im Gesundheitssystem und im Steuerrecht wer...

Polizeigewalt: Keine Hilfe für Opfer

Bei deutschen NGO gehen immer wieder Berichte über Polizeigewalt ein. Es gebe sogar eine »außerordentlich große Zahl« solcher Fälle. Trotzdem gibt es keine bundesweite Statistik zu polizeilichen Übergriffen. Die Zahl der Anzeigen steht in diskrepantem Verhältnis zu den eröffneten Verfahren und den späteren Verurteilungen. Maßnahmen, um die Opfer von Polizeigewalt zu schützen, fehlen ebenso wie ein...

ndPlusMarlene Göring

Ausländerpolitik: Rechtlos und eingesperrt

Zwischen 500 000 und einer Million Menschen haben in Deutschland keinen Aufenthaltstitel. Sie leben größtenteils in prekären Verhältnissen und können weder ihre Rechte einklagen noch ins Krankenhaus gehen - aus Angst, deportiert zu werden. Alle öffentlichen, nicht-schulischen Institutionen sind per Gesetz dazu verpflichtet, Migranten ohne Dokumente zu melden.

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Montis Abgang

Das war es also mit der Regierung von Mario Monti. Was jetzt noch kommt, ist Routine. Vor einem Jahr hatte der Professor im Lodenmantel Silvio Berlusconi abgelöst und wirklich alle Welt war erleichtert. In den letzten zwölf Monaten schlug die neue Regierung dann einen harten Sparkurs ein, der viele Italiener in die Armut trieb, aber zumindest die sogenannten Märkte beruhigte und das Land wieder zu...

Weiterwursteln

Betrachtet man die Verhandlungen der UN-Klimagipfel seit Kyoto, scheint es wie ein Wunder, dass 1997 überhaupt ein verbindliches Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase zustande kam. Denn seither gab es kaum mehr als Rückzieher (das australische Parlament und der US-Senat verweigerten die Ratifizierung) und Taktieren. Schon eine bloße Verlängerung der Geltungsdauer des Kyoto-Protokolls brauchte...

Ägyptens Weichenstellung

Politisches Manöver oder erste Einsicht? Es spricht einiges dafür, dass die »Jugendbewegung 6. April« mit ihrer Einschätzung recht hat, dass der Verzicht von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi auf seine sich selbst zugestandenen Sondervollmachten vor allem taktischer Natur ist. Der Widerstand auf der Straße in den vergangenen zwei Wochen war sicher größer als von Mursi kalkuliert und über das tatsä...

Olaf Standke

Skandalfrei

Vor fast genau zwölf Monaten nahm Lloyd Austin das letzte US-amerikanische Kampftruppenkontingent aus Irak in Kuwait in Empfang. Ein gutes Jahr lang hatte der farbige General die Verbände im Zweistromland kommandiert. Mit dem offiziellen Abzug endete ein auch in den USA scharf kritisierter Kriegseinsatz. Nun soll der 59-Jährige, inzwischen Vize-Stabschef der Armee, die Führung der US-Streitkräfte ...

Scheinlösung bei der Rente
ndPlusChristoph Butterwegge

Scheinlösung bei der Rente

Während der vergangenen Jahrzehnte galt (Alters-)Armut hierzulande eher als gesellschaftliche Randerscheinung, bevor sie wieder stärker in den Blickpunkt rückte. Große öffentliche Aufmerksamkeit wurde dem Thema erst zuteil, als Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) im September 2012 dramatische Zahlen zur mutmaßlichen Rentenhöhe von normalen Arbeitnehmern im Jahr 2030 veröffentlichte, ...

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ndPlusUwe Kalbe, Hannover

Peer, das ist heute dein Tag

Die deutsche Sozialdemokratie hielt sich zunächst bedeckt, wen sie im kommenden Jahr als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ins Rennen schickt. Drei Männer wurden als Bewerber gehandelt. Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück. Steinbrück wurde im Oktober vom Parteivorstand als Spitzenkandidat nominiert. Gestern folgte dann die Kür. Mit großer Mehrheit wurde er auf dem Parteitag in Hannover von den Delegierten zum Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewählt.

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Fabian Köhler

Hass für den Frieden

Seit eineinhalb Jahren teilt der Krieg in Syrien die Menschen in Befürworter und Gegner des Regimes. Auch bei Exil-Syrern nimmt der Hass mit jedem Toten zu. Zwei Demonstrationen am Samstag in Berlin zeigten wieder einmal, dass beide Seiten eigentlich nur eines wollen: Frieden.

Nicht mehr als eine Doppelspitze

Hans Modrow über die Aussichten der SPD nach Lösung der K-Frage, ungelöste Aufgaben der Linkspartei und kubanische Lösungsansätze. Mit dem Vorsitzenden des Ältestenrates der LINKEN sprachen Gabriele Oertel und Tom Strohschneider.

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Flaggenstreit in Belfast

Im Zusammenhang mit der Entscheidung des Stadtrates von Belfast, die britische Flagge nur noch an wenigen Tagen im Jahr über dem Rathaus zu hissen, hat es in der nordirischen Hauptstadt erneut gewaltsame Proteste gegeben.

Bangladesch in Aufruhr

Dhaka (AFP/nd). In Bangladesch hat es im Streit um vorgezogene Neuwahlen in mehreren Orten des Landes gewaltsame Proteste gegeben. Die Polizei ging am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka und anderen Städten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vor, die Straßen blockierten und Brandbomben auf die Einsatzkräfte warfen. Nach Polizeiangaben wurden mindestens zwei Menschen getötet und Dutz...

Chemiewaffen im Einsatz?

Das syrische Regime hat vor dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch Aufständische gewarnt. Die Führung in Damaskus wandte sich mit einem Schreiben an die Vereinten Nationen und den UN-Sicherheitsrat, wie staatliche Medien am Wochenende unter Berufung auf das Außenministerium berichteten.

Hamas-Exilchef im Gazastreifen

Bei den Feiern der radikalislamischen Hamas anlässlich ihrer Gründung vor 25 Jahren hat sich Exilchef Chaled Maschaal kompromisslos im Konflikt mit Israel gezeigt.

ndPlusPedram Shahyar, Kairo

Mursi mit Teilrückzieher

Ägyptens Opposition hat zurückhaltend auf die Annullierung des umstrittenen Dekrets von Präsident Mohammed Mursi reagiert. Die Aktivisten demonstrieren weiter.

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ndPlusHans Voß

OSZE auf der Suche nach Profil

Die diesjährige Tagung der Außenminister der OSZE-Staaten in Dublin bot das bekannte Bild: Es fehlte nicht an demonstrativen Gesten.

Ralf Klingsieck, Paris

Verbittert über die Linksregierung

Als Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault dieser Tage besorgte Stahlarbeiter aus Florange empfing, um ihnen das Abkommen der Regierung mit dem Stahlkonzern Mittal zu erläutern, zeigten sich die Gewerkschafter anschließend vor der Presse enttäuscht und verbittert.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Die Wiederbelebung von König Zucker

Kubas Ministerrat hat jetzt den aktuellen Zustand der Wirtschaft und die Ziele für 2013 analysiert. Die Zuckerproduktion hat dabei auch künftig große Bedeutung.

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Kaum noch Chancen für Opel in Bochum

Bochum (dpa/nd). Für den Standort Bochum ist beim Autohersteller Opel offenbar kein Platz mehr: Nach Angaben des Betriebsrates vom Wochenende habe die Geschäftsleitung noch einmal unmissverständlich klar gemacht, dass nach 2016 in der Ruhrgebietsstadt keine Fahrzeuge mehr gefertigt werden sollen. Damit würden gut 3000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. So ernst und bedrohlich sei die La...

ndPlusJörg Staude

Keine Stromsperre für Arme

Eine europäische Krisenpolitik gibt es nicht, auch keine europäische Asylpolitik, aber vielleicht gibt es eine europäische Energiepolitik mit Auswirkungen auf die Energiewende hierzulande? Das diskutierte die Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) Nordrhein-Westfalen am Wochenende in Köln unter der linksorientierten Überschrift »Solidarisch und solar«.

ndPlusNick Reimer, Doha

Leeres Paket aus Doha

Die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz in Doha sind bei Umweltschützern und Entwicklungsorganisationen auf Kritik gestoßen. Nach einer langen Hängepartie hatten sich die Teilnehmer unter anderem auf eine neue Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll verständigt.

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ndPlusMarlene Göring

Schmieriges Geschäft

Dem Kunden eine Holland-Tomate als Bioprodukt aus Omas Garten verkaufen: Beim »Green washing« schmücken sich Unternehmen mit Etiketten wie Verantwortung, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit - während Raubbau und Ausbeutung zu ihrem Alltagsgeschäft gehören. Auch Unilever, einer der größten Produzenten von Verbrauchsgütern weltweit, fährt diese Strategie. Seit Jahren versucht der niederländisch-...

Ralf Streck

Energie im Wellental

Die Länder Südeuropas könnten Vorreiter bei erneuerbaren Energien sein. Ein Strategiepapier von EU-Energiekommissar Günther Oettinger sah hier finanzielle Hilfen vor. Doch im EU-Haushaltsentwurf kommen solche Zukunftsinvestitionen zu kurz. Ein Problem für das Wellenkraftwerksprojekt Peniche in Portugal.

Deutscher Atommüll unter freiem Himmel

Deutscher Atommüll unter freiem Himmel

Angarsk ist eine von vier russischen Städten, in denen abgereichertes Uran aus der deutschen Urananreicherungsanlage der Firma Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau lagert. Die russische Journalistin Swetlana Slobina engagiert sich seit 2006 bei der russischen Anti-Atomkraft-Bewegung. Mit ihr sprach Bernhard Clasen über die Umweltprobleme der Stadt unweit des Baikalsees mit dem deutschen Uranmüll und der russischen Anreicherungsanlage vor Ort.

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Klage gegen Wasserpreise

(dpa). Gegen weiterhin hohe Wasserpreise in Berlin regt sich Widerstand. »Wir werden ziemlich sicher dagegen juristisch vorgehen«, kündigte ein Sprecher des Verbandes der Grundstücksnutzer (VDGN) in der »Berliner Morgenpost« an. Am vergangenen Freitag hatten die Wasserbetriebe angekündigt, die Tarife im kommenden Jahr nicht zu verändern, solange der Rechtsstreit um die Preissenkungsverfügung des B...

ndPlusBernd Kammer

Jingle Bellen

Über 60 Weihnachtsmärkte soll es in Berlin geben, auf denen es mehr oder weniger besinnlich zugeht. Jedenfalls ist für jeden Geschmack etwas dabei. Für jeden Geschmack? Nein, nicht für jeden. Denn der Hauptstädter denkt wieder nur an sich allein, und nicht an seinen treuesten Freund: Den Hund. Der darf in die Röhre gucken, womöglich noch in eine mit Bratäpfeln gefüllte. Aber dieses tierische Le...

Flughafen noch nicht pleite

(dpa/nd). Das Bundesverkehrsministerium hat Spekulationen über eine drohende Insolvenz der Berliner Flughafengesellschaft zurückgewiesen. Das Magazin »Focus« hatte berichtet, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sehe die erhebliche Gefahr, es könne wegen mangelnder Liquidität im Januar zum Insolvenzverfahren beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens kommen. »Es gibt keine Befürchtung, dass di...

Erster Kältetoter?

(dpa/nd). Starker Schneefall hat Berlin und Brandenburg am zweiten Adventswochenende in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. Besonders intensiv zeigten sich die weißen Flocken in der Bundeshauptstadt. Hier fielen bis zu zehn Zentimeter Schnee. Die Minusgrade könnten indes den ersten Kältetoten gefordert haben: Am Samstag war ein Mann leblos in einem Kreuzberger Hinterhof gefunden worden. Be...

ndPlusRobert D. Meyer

Schlafmöglichkeit für den Winter

Wochenlang haben die Flüchtlinge am Oranienplatz und Brandenburger Tor den sinkenden Temperaturen getrotzt, doch nun ist teilweise Schluss damit. Etwa 100 Menschen haben am Samstag zwei Gebäude der ehemaligen Gerhardt-Hauptmann-Schule in Kreuzberg besetzt. Die Flüchtlinge erhalten dabei Unterstützung von zahlreichen politischen Aktivisten. Medienberichte, wonach sich keine Flüchtlinge an der ...

Nissrine Messaoudi

Noch viele Barrieren in der Stadt

Gegen Nantes (Frankreich) und Stockholm (Schweden) konnte sich Berlin durchsetzen. Die Hauptstadt wurde kürzlich von der Europäischen Kommission als barrierefreie Stadt 2013 ausgezeichnet. Zu Recht, meinen Behindertenverbände.

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Antje Rößler

Mäuse im Cello

Der Wintereinbruch stürzt das ehemalige DDR-Rundfunkgelände in eisige Stille. Nach dem knirschenden Gang über das weitläufige, monumental bebaute Areal an der Nalepastraße lockt am Ende jedoch der gemütliche, holzvertäfelte Sendesaal. Dort darf man sogar die Schuhe ausziehen und sich auf eine Liege betten. Langsam geht das Licht aus; und die Musiker des Solistenensembles Kaleidoskop sowie der Gerä...

ndPlusKira Taszman

Rache im Grunewald

Ein Zug rattert in gefühltem Wahnsinnstempo eine Schwarz-Weiß-Landschaft entlang. So schnell kann er nicht sein, denn er wird noch mit Kohle befeuert. Doch die angriffslustige Musik - sie passt zu dem Racheschwur, den die Hauptfigur ausstößt - und die Szenerie erinnern an ein wohl definiertes Filmgenre. Haben wir es also wirklich mit einem Western zu tun? Kaum, denn der Film spielt im Jahre 1970. ...

Martin Hatzius

Wagner. Wessen Wagner?

Bloß keine große Wagner-Feier! »Das wollte Klaus Staeck auf keinen Fall«. Sagt Nele Hertling auf einem Pressetermin zur Ausstellung »Wagner 2013« in der Akademie der Künste, die sie mitorganisiert hat. Sie sagt es so, als hätte das Verdikt ihres Präsidenten, eine Huldigung zu vermeiden, den Gestaltern der Schau beständig in den Ohren geklungen. Staeck sitzt daneben, freundlich bestimmt, weiß Gott ...

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Gewalt gegen Döner-Wirt

Bautzen (dpa/sn). Fünf Männer haben in der Nacht zum Samstag in einem Döner-Imbiss in Bautzen randaliert und den türkischen Wirt zusammengeschlagen. Das Motiv für den Angriff sei unklar, teilte die Polizei mit. Ein ausländerfeindlicher Hintergrund könne derzeit ausgeschlossen werden. Allerdings sei der Staatsschutz in die Ermittlungen einbezogen worden. Die Täter hatten in dem Bistro Bier gekau...

Kein Geld für East Side Gallery

(dpa). In der Euphorie des Mauerfalls kamen die Bilder auf Teile der einstigen Grenzanlagen in Berlin. Touristen aus aller Welt sahen die Galerie unter freiem Himmel schon. Doch nun gibt es Ärger: Die Bilder der bekannten Berliner East Side Gallery werden immer öfter zum Ziel von illegalen Sprayern. Die Vandalismusschäden und Schmierereien seien erheblich, zwei Werke seien bereits übermalt, sa...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Ohne Fahrschein in die Straßenbahn

Dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit jeder Tariferhöhung ein Stück unattraktiver wird und damit auch der Anreiz für Autofahrer zum Umsteigen auf Bus und Bahn schwindet, will eine Erfurter Initiative nicht weiter hinnehmen.

ndPlusRainer Balcerowiak

Ringen um die Stadtentwicklung

Braucht Berlin erneut eine Internationale Bauausstellung (IBA)? Und wenn ja, wie sollte ein derartiges Großereignis gestaltet werden? Dieser Frage widmen sich derzeit sowohl die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als auch Fachpolitiker der Opposition und unabhängige Experten.

Susann Witt-Stahl, Hamburg

»Einfach nur schäbig«

Seit dem richterlichen Beschluss eines vorläufigen Stopps der Elbvertiefung ist das Bündnis der Umweltschützer, das ihn erwirkt hat, Ziel von Spaltungsversuchen. Aber seine Mitglieder wissen sich zu wehren.

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Rot-Rot in Wiesbaden

Wiesbaden (dpa/nd). Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel schließt im Falle eines Siegs bei der nächsten Landtagswahl eine Koalition mit der Linkspartei nicht grundsätzlich aus. »Ich schließe wie gesagt nichts aus. Aber nochmal: Ich werbe für eine starke Sozialdemokratie, um eine rot-grüne Koalition zu bilden«, sagte Schäfer-Gümbel der »Wetzlarer Neuen Zeitung« vom Sonnabend. In Hessen muss spä...

SPD-Landrat vor Abwahl

Luckenwalde (dpa). Nach seiner Verurteilung wegen Untreue und Vorteilsannahme steht der SPD-Politiker Peer Giesecke (SPD) vor der Abwahl als Landrat von Teltow-Fläming. Der Kreistag will an diesem Montag darüber entscheiden. Es gilt als sicher, dass die Abwahl erfolgt. Neben der CDU hatten sich auch die Sozialdemokraten dafür ausgesprochen. »Die Verurteilung ist nicht mit dem Amt vertretbar«, sagt...

Endgültiger Abschied von der Kohle

Nach dem Saarland nimmt 2012 eine weitere Bergbauregion Abschied von ihrer letzten Zeche: der Niederrhein. Dann gibt es bundesweit nur noch drei Steinkohlebergwerke. Der Ausstieg ist sozial abgefedert, aber er tut trotzdem weh.

Hans-Joachim Schlichtholz

Wo Erich Honecker mit Helmut Schmidt sprach

Schon vor Jahrhunderten lockten die Wälder der »Großen Heide Werbellin« Kurfürsten und Könige zur Jagd. Auch spätere Machthaber kamen gern her, um sich auf der Pirsch oder bei einer Treibjagd zu erholen. Der Nazi Hermann Göring, der sich in der Schorfheide eine riesige Residenz mit dem Namen »Karinhall« anlegen ließ, hatte schon vorher, 1934, am gegenüber liegenden Nordufer des Großen Döllnsees fü...

ndPlusHeidrun Böger

»Das macht uns sehr betroffen«

Eine Wanderausstellung zeigt wohnungslose Menschen als Opfer des NS-Systems. Aber auch heutzutage werden sie immer wieder zur Zielscheibe für Neonazis.

ndPlusDörthe Hein, dpa

Seit 1945 im Geschäft

Helga Weyhe gilt als die älteste aktive Buchhändlerin Deutschlands. Mit 90 Jahren steht sie noch jeden Tag in ihrem eigenen Laden. Ihr Gehstock und persönliche Beratung sind ihre Waffen im Konkurrenzkampf.

ndPlusAndreas Fritsche

Bei allem Ärger immer eine LINKE

Im Foyer des Rüdersdorfer Kulturhauses »Martin Andersen Nexö« werden am Sonnabend die Stimmen für Dagmar Enkelmann gezählt. In Zehnerblöcken türmt sich zunächst ein erster und dann ein zweiter Haufen mit Stimmzetteln. »...80, 90, 100«, zählt eine Genossin mit, und noch einmal: »...80, 90, 100!« Exakt 200 Stimmen sind es also. Es gibt keine einzige Gegenstimme und nur zwei Enthaltungen. Damit is...

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nd-Buch bei Herder

»Friedrich Schorlemmer: Zorn und Zuwendung« (ein Band von Hans-Dieter Schütt aus der inzwischen zehn Titel umfassenden nd-Interviewreihe des Verlages Das Neue Berlin) erschien soeben als Taschenbuch im Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 240 S., 9,99 Euro....

Märchen-Schau

Der Kamm, mit dem Schneewittchen umgebracht werden sollte, oder das Hexenhaus aus »Hänsel und Gretel« - mit vielen Installationen lockt die Schau »Es war einmal. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen 1812-2012« seit Sonntag im Brüder-Grimm-Museum Kassel. Vor allem geht es um die Frage, wie Jacob und Wilhelm Grimm zu ihren Geschichten kamen und wie sie diese veränderten, kindgerecht machten. dpa...

ndPlusWolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Zu Weihnachten wollte Herr Mosekund seinen Freunden etwas Besonderes schenken. Er dachte lange nach und bastelte dann liebevoll gestaltete Wettergutscheine. »Wie soll das funktionieren? Wollen Sie etwa auf Wunsch die Sonne anschalten?« fragte ein Nachbar, dem er davon erzählte. Herr Mosekund überhörte den Spott und erklärte: »Irgendwann, wenn genau das Wetter herrscht, das sich der Betreffende wün...

Allervorzüglichst

Die Schönheit einer Grafik, eines Gemäldes in all seiner Sinnlichkeit, die den Weg zu Emotion und Gedanke bahnt, offenbart sich nur im Original. Darin liegt auch ein Teil des ästhetischen Reizes, der von einem Künstlerbuch ausgeht. Wer solch ein bibliophiles Werk in die Hand nimmt, weiß, was Goethe meinte: »Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten.« Das ...

Anika Stralau

Lob des »Ulysses«

Der »Ulysses« nach Joyce erhält im März den Preis für das Hörspiel/Hörbuch des Jahres 2012. Eine 21-Stunden-Produktion von SWR und Deutschlandfunk (Leitung: Klaus Buhlert, Manfred Hess). Anspruchsbewusster kann nicht gezielt werden. Ein Schauspielerstimmenfest. Das Hörspiel lebt, nicht nur in den Wertungslisten der Intelligenzija. Die Rundfunksender melden Quotenerfolge. Glanz des Randes, dort,...

ndPlusKlaus Bellin

Kurioses, heikles Ding

Die Arbeit war beinah geschafft, das Ende des Romans greifbar nah, als Thomas Mann die Lust an seinem Unternehmen verlor. Plötzlich klagte er über einen »fehlenden Mangel an Energie«, der »Felix Krull« erschien ihm »jetzt im Licht des Unfughaften und Unwürdigen«, und er bereute schon, nicht nach dem »Doktor Faustus« das Zeitliche gesegnet zu haben. Der »Faustus« war ja noch ein richtiges, ein groß...

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ndPlusDanuta Schmidt

Obst und Bücher

Er saß zwischen Hunderten Büchern, sie umgaben ihn, vergruben ihn, verstörten und bestätigten ihn. Bücher waren sein Elixier, eine sinnliche Beziehung auf Lebenszeit. 17 000 waren es am Ende, die der Schriftsteller Franz Fühmann im Laufe seiner 62 Lebensjahre kaufte, geschenkt bekam, tauschte

ndPlusGunnar Decker

Die Stunde der Kunst

Loriot wusste es, als er über das Personal des »Ring des Nibelungen« sprach: »eigentlich« seien es ganz nette Leute. Das Problem dieses »eigentlich« ist die Verschuldung. Denn Göttervater Wotan hat sich auf ein nicht seriös zu finanzierendes Bauprojekt eingelassen, das ihm seine Ehefrau Fricka eingebrockt hat, die ihn an seinem - auch erotischen - Umherschweifen hindern will. Die Götterburg Walhal...

Hans-Dieter Schütt

Im Stande der Gunst

Er schrie. Er war auf der Bühne ein Vulkan. Brecht schildert, ein Kronleuchter im Theater habe gewackelt. Sein Sohn erzählt: Wenn sein Vater, Alexander Granach, den Shylock spielte, dann litt man mit dem gesamten jüdischen Volk, aber spielte Werner Krauß den Juden Shakespeares, verließ man das Theater als Antisemit. Gab Granach den Mephisto, dann war der ein »Teufelchen«, spielte Gründgens, war Go...

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ndPlusAlexander Ludewig

Umdenken

Wolfgang Stark war einsichtig. Sein »Wahrnehmungsfehler« brachte Dortmund beim 2:3 gegen Wolfsburg auf die Verliererstraße: Elfmeter für den VfL und, viel schwerwiegender, Rot für Dortmunds Verteidiger Marcel Schmelzer - für ein Handspiel, das keines war. Damit hat Schiedsrichter Stark auch eine Vorentscheidung in der Bundesliga besorgt. Dortmund liegt nun 14 Punkte hinter dem FC Bayern. Wie es...

ndPlusOliver Mucha, SID

Bogenlampe ins Glück

Borussia Mönchengladbach hat den Höhenflug des FSV Mainz 05 gestoppt. Der fünfmalige deutsche Meister kam trotz einer lange Zeit nur mäßigen Leistung zu einem 2:0-Erfolg und hat damit die Europa-League-Plätze wieder fest ins Visier genommen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, die nur eines der vergangenen zehn Pflichtspiele verloren hat, liegt jetzt nur noch einen Zähler hinter Rang fünf. ...

Jörg Soldwisch, SID

Dresden entlässt Aufstiegstrainer

Mehrmals stand »Stehaufmännchen« Ralf Loose in dieser Saison schon auf der Kippe, jetzt hat es ihn erwischt: Der abstiegsgefährdete Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat seinen Aufstiegstrainer entlassen. Die Klubverantwortlichen teilten dem Coach die Entscheidung noch in der Nacht zum Sonntag nach der 0:3-Heimniederlage gegen den VfL Bochum mit. Der Schritt fiel dem Traditionsklub nicht leicht, angesichts der verschärften Abstiegssorgen war er jedoch unausweichlich.

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Listiger Offensivliebhaber

Eintracht Frankfurt liefert beim 4:1 gegen Werder Bremen eine Reihe von Indizien, auch in der Rückrunde die Überraschung der Liga zu bleiben.

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ndPlusAndreas Schirmer, dpa

Der Chef setzt sich durch

Selten wurde auf einer Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes so leidenschaftlich diskutiert wie in Stuttgart. Thema: die Strafverschärfung für Doping. Der Leichtathletik-Verband kassierte eine Niederlage, Präsident Thomas Bach siegte.

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Frauen nun ohne Druck

Nach dem mühsamen Einzug der deutschen Handballerinnen in die EM-Hauptrunde wurde im Teamhotel im kleinen Rahmen gefeiert. Denn nun haben sie bei der EM in der Gruppe 2 im serbischen Novi Sad in den Partien gegen den viermaligen Weltmeister Russland (Sonntag nach Red.-Schluss), gegen den Olympiazweiten Montenegro (Dienstag) und Rumänien (Donnerstag/jeweils 18.15 Uhr) nichts mehr zu verlieren. ...

ndPlusFrank Thomas, dpa

Eissprinter Schwarz lässt aufhorchen

Die beiden Berliner Samuel Schwarz und Jenny Wolf setzten beim Weltcup in Nagano mit zweiten Plätzen Achtungszeichen für die deutschen Eissprinter. Dabei hatte einen Tag vor den Rennen ein Erdbeben in Japan für einige Unruhe auch im deutschen Team gesorgt.

Erik Roos, SID

Drei Podestplätze auf Olympiaschanze

Sotschi 14 Monate vor Olympia: Die Skispringer testeten beim Weltcup in Krasnaja Poljana die Olympiaschanzen. Beim ersten Springen auf der Normalschanze verpasste Severin Freund als Zweiter seinen dritten Saisonsieg. Am Sonntag sorgten Richard Freitag als Zweiter und Andreas Wellinger als Dritter für zwei weitere Podestplätze.