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Unten links

Gut ist, dass die Wissenschaft immer weiter voranschreitet auf der Suche nach neuen Ufern. Manches Ufer aber hätte man lieber nicht betreten. Beispielsweise hätte man gern darauf verzichtet, dass in den Heidi-Klum-Labors ausdruckslose Kleiderpuppen in Serie geklont werden. Ähnlich ist es mit den Weihnachtsbäumen: In Berlin, liest man, wurde ein Verfahren entwickelt, das die »genetisch identische V...

ndPlusFabian Lambeck

Von Äpfeln und Birnen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff muss ein guter Rechner sein. Immerhin studierte er in der DDR Physik und arbeitete am Institut für Umweltschutz in Wittenberg. So viel ist sicher. Weniger sicher ist, wie der Landesvater auf die Idee kam, dass es Hartz-IV-Beziehern heute besser gehe als Arbeitnehmern in der DDR.

Japan lässt wieder strahlen

Nur 21 Monate nach der verheerenden Atomkatastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Japans halten die Regierenden des Kaiserreiches die Schamfrist offenbar für abgelaufen. Hatte Ministerpräsident Yoshihiko Noda als Lehre aus dem Reaktorunglück noch einen Ausstieg aus der Atomenergie-Erzeugung versprochen, so verkündete der Nachfolger Nodas nach der jüngsten Parlamentswahl am Donnerstag in Tokio den Ausstieg aus dem Ausstieg.

Jugend als Armutsrisiko

Trotz aller Erfolgsmeldungen vom deutschen Arbeitsmarkt: Im Jahre 2012 galten etwa 300 000 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren als arbeitslos. Die Hartz-IV-Statistik der Bundesagentur für Arbeit meldete für den gleichen Zeitraum sogar 534 000 Hartz-Bezieher in der entsprechenden Altersgruppe. Dies ergab eine aktuelle Untersuchung des DGB.

René Heilig

Neben »Leos« bald Laser

Es klingt nach Science Fiction, aber in vier bis fünf Jahren sind sie vermutlich serienreif: Laserwaffen von Rheinmetall. Jüngst waren Tests im Schweizer Studen erfolgreich. 2013 ist der Bau eines Technologiedemonstrators mit 60 Kilowatt Strahlleistung geplant.

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Hilmar König

»Ich bin die Stimme Indiens«

Mehr Polizeipräsenz. Härtere Gesetze. Konsequentere Justiz. Todesstrafe. Kastrieren ... Das alles sind Forderungen der Protestierenden, die durchaus auch von Prominenten und Politikern Indiens vertreten werden.

ndPlusHilmar König

Eine Nation in Aufruhr

24 206 Vergewaltigungen gab es im vergangenen Jahr laut offiziellen Angaben in Indien. Abgesehen davon, dass die Dunkelziffer erheblich höher liegen dürfte, hat keiner dieser Fälle die Öffentlichkeit derart empört wie das Verbrechen an einer 23-jährigen Medizinstudentin, die jüngst in Delhi Opfer eines besonders brutalen Überfalls wurde. Das Thema »Diskriminierung der Frau« drängte stürmisch wie selten in die öffentliche Debatte.

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ndPlusChristine Wiid, INKOTA

Mosambiks Wirtschaft wächst - doch die Armut bleibt

Mosambik gehört zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Doch das auf Rohstoffförderung beruhende Wachstum geht häufig auf Kosten der Umwelt; für den Großteil der Bevölkerung fallen bestenfalls Brosamen ab.

Hendrik Lasch, Lonzig

Wie Beirut vor dem Hoftor

Der Zeitzer Forst ist das größte Waldgebiet im Süden Sachsen-Anhalts - für die Anwohner aber in weiten Teilen tabu: Die Bundeswehr betreibt einen Übungsplatz. Dessen geplanter Ausbau bringt die Bürger in Rage.

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Stones und Stasi

Der Umgang mit Stasiakten macht - ja, was: traurig, trübsinnig, trostlos? Vielleicht gar tollkühn. Behördenchef Roland Jahn neigt zu Letzterem. Er gestand der »Rheinischen Post« seine Hoffnung: ein Konzert der Rolling Stones auf dem Dach der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin. Ein gigantisches Konzert, so träumt Jahn, möge das Eröffnungs-Ereignis fürs geplante »Campus der Demokratie« sein, das de...

Aert van Riel

Deutsches Europa

Mit ihren Forderungen zur Reform der EU präsentiert sich die CSU wieder einmal als europafeindliche Partei. Unter dem Deckmantel von Schlagworten wie Demokratie, Effizienz und Kostensenkung haben die Christsozialen ein Konzept entwickelt, das vor allem der Stärkung Deutschlands und der Schwächung kleinerer EU-Staaten dient. So soll die EU-Kommission, in die jeder Mitgliedstaat je ein Mitglied ents...

ndPlusSimon Poelchau

Drohpotenzial

Kurz vor Jahresende muss die Wirtschaftswelt noch einmal zittern. Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht im Streit um den US-Haushalt, droht den Vereinigten Staaten der Sprung über die sogenannte Fiskalklippe. Die Lage ist ernst. Nicht nur für die USA. Die Quasi-Pleite Amerikas hätte »dramatische Konsequenzen für Weltwirtschaft«, warnt der Finanzchef des Internationalen Währungsfonds,...

ndPlusMarcus Meier

Halbkritisch

Aufsehen erregte 2010 die erste Schätzung der wirtschaftlichen Kosten der deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan. Drei mal so hoch wie bisher gedacht seien sie, rechnete Tilman Brück vor. »Nur wenn die Kosten eines Krieges offengelegt werden, kann eine aufgeklärte öffentliche Debatte darüber beginnen, ob der politische Nutzen des Kriegs den hohen Preis rechtfertigt«, verteidigte der Ökonom ...

Bochum braucht Zukunft

General Motors hat seine Entscheidung, den Opel-Standort Bochum ab 2016 zu schließen, mit Verweis auf die roten Zahlen seiner Tochter gerechtfertigt. Schaut man sich aber die Entwicklung der Verkaufszahlen an, wird schnell klar, dass die Krise bei Opel zum einen durch GM hausgemacht ist und zum anderen die europäische Kürzungspolitik von Angela Merkel mit Opel Bochum ihr erstes größeres Opfer auch...

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Was sich 2013 ändert

Das neue Jahr bringt einige Veränderungen für den Bürger. Zum Teil erklären sich Regelungen aus Richtlinien der EU, die umgesetzt werden müssen. Teils sind es Gebühren, die an steigende Kosten angepasst, oder neue Erkenntnisse, denen Verordnungen angeglichen werden. Doch auch politische Botschaften liegen einigen Neuregelungen zugrunde: Botschaften der Bundesregierung an die Bürger im Wahljahr 2013 etwa.

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SPD: Neues Arbeitsmodell für Familien

Berlin (dpa/nd), Die SPD will mit einer staatlich bezuschussten 30-Stunden-Woche für junge Väter und Mütter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. »Einerseits gibt es viele Frauen, die stärker aus ihrem Beruf rausgehen müssen, als sie es wollen. Und wir haben auf der anderen Seite Männer, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden«, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ...

CSU will EU-Gremium halbieren

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag fordert grundlegende institutionelle Reformen auf EU-Ebene. In einem Positionspapier für die Klausurtagung der Landesgruppe Anfang Januar in Wildbad Kreuth, das am Donnerstag bekannt wurde, wird unter anderem aus Spargründen eine Halbierung der EU-Kommission gefordert.

Fabian Lambeck

Der letzte Überschuss

Am Donnerstag konnte die Bundesagentur für Arbeit einen Rekordüberschuss melden. Doch dieses Plus von 2,5 Milliarden Euro ist nur eine Momentaufnahme: Schon für 2013 erwartet die Nürnberger ein kräftiges Defizit. Schuld daran ist nicht nur die sich eintrübende Konjunktur.

ndPlusChristoph Nitz, Hamburg

Hacker-Treffen im Plüsch der 70er

In Hamburg hat gestern das größte jährliche Hackertreffen in Europa begonnen - nachdenklich und politisch. Die Veranstaltung trägt den Titel »Not my department« (»Nicht mein Fachgebiet«) - eine Anspielung auf die Neigung von Technikern, sich nicht um Verantwortung und Konsequenzen ihres Handelns zu kümmern.

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Zahl der Kältetoten in gestiegen

Moskau (dpa/nd). Starker Frost hat in Russland bislang mindestens 135 Kältetote gefordert. Zuletzt seien acht Menschen erfroren, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Mehr als 160 Personen seien wegen Erfrierungen in Kliniken gekommen, die Zahl der Patienten stieg dadurch auf mehr als 1000. In der fernöstlichen Republik Tuwa waren nach dem Aus...

AQMI fordert Gespräche mit Frankreich

Nouakchott/Paris (AFP/epd/nd). Der nordafrikanische Ableger des Terrornetzwerkes Al Qaida (AQMI) hat Frankreich vorgeworfen, die Verhandlungen über die Freilassung von vier französischen Geiseln zu verweigern. In einem Video, das am Dienstagabend von dem mauretanischen Nachrichtenportal Sahara Medias veröffentlicht wurde, versichert ein AQMI-Führer, dass die Gruppe nach wie vor Verhandlungen wolle...

Chávez gibt Aufgaben ab

Venezuelas krebskranker Staatschef Chávez hat einige Amtsbefugnisse an seinen Vizepräsidenten abgetreten. Dieser kann künftig unter anderem Vizeminister ernennen, die Ausgaben der Ministerien bewilligen und Enteignungen anordnen.

Blockade gelockert

Israel lockert die Einfuhrbeschränkung für den Gazastreifen. Erstmals seit 2007 dürfen täglich 20 Lastwagenladungen mit Baumaterial für den privaten Sektor in das Gebiet am Mittelmeer gebracht werden.

Irina Wolkowa, Moskau

Russland plant Einführung einer Luxussteuer

Neujahrsfeiern, wie aufstrebende Unternehmen sie derzeit im Moskauer Umland veranstalten, sind auch dazu gut, der Konkurrenz mal richtig zu zeigen, was eine Harke ist.

Ralf Klingsieck, Paris

Paris und Algier gehen aufeinander zu

Angesichts der Polemik um die Bewältigung der schwierigen gemeinsamen Vergangenheit und der zahlreichen geschlossenen Wirtschaftsabkommen ist beim Algerienbesuch von Präsident Hollande kurz vor Weihnachten eine außenpolitische Kehrtwende Frankreichs fast unbeachtet geblieben.

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ndPlusKatja Herzberg

Wer profitiert vom Binnenmarkt?

Dass der Binnenmarkt noch nicht vollendet ist, bezweifelt niemand. Über die Bewertung des bisher Erreichten wird dennoch gestritten.

ndPlusThomas Händel

Entleerte Versprechen

20 Jahre alt ist er nun, der europäische Binnenmarkt. Zweifellos: Er hat Einiges vorzuweisen. Zumindest rückblickend betrachtet. Ökonomisch wurden viele Ziele erreicht, der Lebensstandard gesteigert, die »Wettbewerbsfähigkeit« im globalen Kontext gestärkt. Aber um welchen Preis?

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Rainer Balcerowiak

Ein Dinosaurier namens Ilse

Agrarministerin Ilse Aigner hat sich mit ihrer Politik bei Umweltverbänden keine Freunde gemacht. Jetzt bekommt sie dafür einen Schmähpreis.

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Chronologie

2. März: In Brüssel unterzeichnen 25 EU-Staaten den Fiskalpakt für eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild. Großbritannien und Tschechien lehnen den Pakt ab. 14. März: Die Eurostaaten geben das zweite Hilfspaket für Griechenland von 130 Milliarden Euro frei. Einen Tag später gewährt der Internationale Währungsfonds Hilfen von 28 Milliarden Euro. 30. März: Die Euro-Finanzminister verständ...

ndPlusWolfgang Kühn

Hohe Produktivität, niedrige Löhne

Deutschland wird von der Krise aufgrund seiner Exporterfolge und Niedriglohnstrategie noch weitgehend verschont. Doch diese haben die Turbulenzen im Euroraum mit verursacht.

Hermannus Pfeiffer

Bankreformen erst im Rohbau

Es war eine der Lehren nach der Lehman-Pleite: Damit sich solche Vorgänge nicht wiederholen, müssen die Finanzmärkte strenger reguliert werden. Doch fünf Jahre nach Ausbruch der großen Krise stehen die wichtigen Reformprojekte erst im Rohbau.

ndPlusStephan Schulmeister

Prozess der Selbstzerstörung

Seit einigen Monaten werden auch die »guten« EU-Länder von der Krise erfasst. Überall steigt die Arbeitslosigkeit, selbst in Deutschland. Gleichzeitig boomen die Börsen. Letzteres deuten die Mainstream-Ökonomen als Indiz für einen baldigen Aufschwung. Tatsächlich dürfte die europäische Wirtschaft in eine Depression abgleiten. Südeuropa befindet sich bereits in einer Abwärtsspirale: Die Kürzunge...

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Lernbedingungen unbefriedigend

Ab dem 3. Januar sei das BAföG-Amt Charlottenburg-Wilmersdorf wieder geöffnet, verkündet das Bezirksamt auf seiner Website. Bleibt die Frage, ob die vielen Auszubildenden bis dahin ihre Miete vom nicht-existenten Weihnachtsgeld zahlen sollen?

Sarah Liebigt

Ohne BAföG ab in die Wohnungslosigkeit

Immer noch warten in Berlin noch rund 7500 Studierende, Auszubildende und Schüler auf ihren BAföG-Bescheid. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin der LINKEN im Abgeordnetenhaus, Regina Kittler, hervor

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Der Senat macht einen miserablen Job

Udo Wolf ist seit 2009 Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, dem er seit 2001 angehört. Mit dem studierten Politikwissenschaftler, der aus Frankfurt am Main nach Berlin kam, sprach Klaus Joachim Herrmann.

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Parallelwelt Kellerbar

(nd.) Die Dokumentation über das Berlin der 90er Jahre »Berlinized - Sexy an Eis« zeigt das Lichtblick-Kino am kommenden Samstag um 16 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Lucian Busse. Volker Schlöndorf nannte Busses Werk ein »großes Zeitdokument«, für Dirk von Lowtzow von Tocotronic ist »Berlinized« ein »Film über eine Zeit, als Berlin die aufregendste Stadt dieses Planeten war und noch nicht die h...

»West Side Gallery« geplant

Auf der Rückseite der weltberühmten East-Side-Gallery sollen künftig wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Für die Einrichtung der sogenannten West-Side-Gallery an der früheren Berliner Mauer setzen sich die Grünen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ein, berichtet eine Tageszeitung. Zum Auftakt sollen im kommenden Sommer 35 Panoramabilder des Fotografen Kai Wiedenhöfer aus acht Grenzregionen der Welt gezeigt werden.

ndPlusNada Weigelt, dpa

Pergamon-Museum wird saniert

Das Pergamon-Museum ist Deutschlands meistbesuchtes Kunstmuseum. Zu Jahresbeginn rücken in dem imposanten Gebäude die Bautrupps an: Im Rahmen des Masterplans für die unter Unesco-Schutz stehende Museumsinsel wird das Haus bis zum Jahr 2025 grundlegend saniert und umgebaut.

Tom Mustroph

Kargheit und Kassiber

Nicht alles, was aus Alteuropa kommt, ist eine kulturelle Errungenschaft. Darauf machte die deutsche Premiere des Films »Typ F« aufmerksam. Sie fand kürzlich im Neuköllner Kino Karli statt, das unterm Dach des Shopping-Paradieses der Neukölln Arcaden im Südwest-Berliner Problembezirk eingerichtet ist. Die unteren Etagen des Konsumtempels standen dabei in seltsamem Kontrast zur Filmpremiere selbst....

Volkmar Draeger

Brücke nach Tel Aviv

Der Ort für das neue Denkmal könnte geschichtsträchtiger kaum sein. Hier, neben dem Kulturforum, wo Friedrich August Stülers 1845 fertiggestellte Kirche St. Matthäus als letztes Relikt der alten Bebauung wie ein historischer Monolith aufragt, pulsierte einst jüdisches Leben. Die Brüder Cassirer betrieben Verlag und Salon, in denen Barlach und Beckmann, Corinth, Liebermann und Slevogt Gäste waren, ...

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»Marke Saarland«

Saarbrücken (dpa/nd). Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die Vorzüge des kleinsten deutschen Flächenlandes stärker herausstellen - und so auch dessen Eigenständigkeit sichern. Der dpa sagte sie, nur durch offensives Marketing könne man im zunehmend härteren Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsstandorten bestehen. Dabei setzt die Regierungschefin weniger auf ein teures We...

ndPlusUwe Kraus, Magdeburg

Erkundung eines weißen Flecks

Zwischen Sachsen-Anhalt und den Niederlanden bestehen historische, aber auch zunehmend ganz aktuelle Verbindungen. Und doch weiß man in den Niederlanden wenig über das ostdeutsche Bundesland.

Robert D. Meyer

Kartoffeln empfehlen Knoblauch

Käme ein Verein auf die Idee, deutschen Jugendlichen ohne berufliche Zukunft den Anbau von Kartoffeln als Jobperspektive anzubieten, wäre die Empörung mit ziemlicher Sicherheit groß. Der Kartoffel liebende Deutsche?

Anstieg bei Bürgerbeschwerden

Mecklenburg-Vorpommerns neuer Bürgerbeauftragter, Matthias Crone, geht verstärkt auf die Bürger zu. Fast wöchentlich bietet er auch auswärtige Sprechstunden im Land an. Doch nicht nur deshalb geht die Zahl der Beschwerden im Land wieder in Höhe.

ndPlusMartin Kröger

Oasen in Gefahr

Kahlschlag von Grünflächen und kleineren Kleingartenkolonien für den Wohnungsneubau? Der jüngste Vorschlag von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) stößt im Milieu der Kleingärtner auf Kopfschütteln. »Wenn man Grünflächen platt macht, wird die Stadt nicht schöner«, sagt Manfred Schulz, der eine Parzelle in einer Kolonie in Prenzlauer Berg hat. Sein Kleingarten habe zwar eine Bestandsgaran...

ndPlusStefan Otto

Kathedrale der Subkultur

»Keiner macht uns den Hof!«, verkünden Unterstützer der Kirche von Unten (KvU) trotzig auf einem Plakat. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es den Jugendclub bereits. Nun sieht es finster aus. In diesen Tagen zu Ende Dezember läuft der Mietvertrag für die Räume in der Kremmener Straße unweit des Mauerparks aus.

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Am besten gar keine Böller

Potsdam (dpa/nd). Verbraucherschutzministerin Anita Tack (LINKE) plädierte dafür, ganz auf den Kauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten. »Das eingesparte Geld ist auf den Spendenkonten zuverlässiger Hilfsorganisationen besser angelegt«, hieß es in einer Mitteilung. Die Ministerin warnte zugleich vor gefährlichen Feuerwerkskörpern und appellierte, wenn überhaupt, nur geprüfte Erzeugnisse zu verwend...

Bislang kein einziger Investor abgesprungen

Bei der märkischen Wirtschaftsförderung hat die wegen Baumängeln verschobene Eröffnung des neuen Großflughafens in Schönefeld auf das Jahresergebnis 2012 durchgeschlagen. Dafür verzeichnet die Zukunftsagentur Brandenburg ein Erstarken der Industrie. Die Nachrichtenagentur dpa sprach mit dem Geschäftsführer der Zukunftsagentur, Steffen Kammradt.

Bürgerrat in Sachen Rathaus

Mainz (nd-Luchs). Teure Sanierung oder Abriss und Neubau: Der Streit um die Zukunft des Mainzer Rathauses - ein Bau des international bekannten dänischen Architekten Arne Jacobsen (1902-71) - ist noch lange nicht ausgestanden. Allerdings scheinen inzwischen die Befürworter einer Sanierungslösung in der Mehrzahl zu sein. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) jedenfalls ist kurz vor dem Jahreswechs...

Diebe nutzen Weihnachten für Einbrüche

Potsdam (dpa). Einbrecher haben sich über die Weihnachtstage vielerorts die Abwesenheit von Hausbewohnern zunutze gemacht, aber auch Unternehmen heimgesucht. Die angezeigten Fälle füllten jedenfalls am zweiten Weihnachtstag etliche Seiten der Polizeiberichte. Den mit mindestens 55 000 Euro größten angegebenen Schaden richteten unbekannte Täter in Sonnewalde (Elbe-Elster) an. Nachdem sie dort in...

Dem Moor eine Zukunft geben

Die Brandenburger können ab sofort direkt den Erhalt von Mooren unterstützen und damit zugleich einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten - durch den Kauf sogenannter Moorfutures. In Mecklenburg-Vorpommern etwa gibt es diese Möglichkeit bereits. Mit Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (LINKE) sprach Andreas Fritsche.

ndPlusAlexandra Stahl, dpa

Hannover ist überall

Wer in Berlin, Hamburg oder München lebt, muss sich nicht schämen. Wer jedoch in Hannover oder Kassel wohnt, so meint mancher, braucht zumindest einen Grund. Städte wie sie zu schmähen, gehört fast zum guten Ton. Doch was ist das Problem mit Deutschlands mittelgroßen Städten?

Andreas Fritsche

Leben auf einem Ponyhof

Ja, sie hatten tatsächlich nicht nur den selben Vornamen. Sie sahen sich wirklich zum Verwechseln ähnlich: der beliebte Schriftsteller Erwin Strittmatter und der großartige Schauspieler Erwin Geschonneck. Es gibt eine schöne Anekdote, die davon erzählt, dass Strittmatter bei einem Termin immer wieder als Geschonneck angesprochen wird, und dann sieht er den echten Geschonneck, der fröhlich Autogram...

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Wanderer

Im Alter von 93 Jahren ist in einem Pflegeheim in Wismar der Schriftsteller Joachim Seyppel gestorben. Dem 1919 in Berlin Geborenen haftete das Image eines Grenzgängers und Gesellschaftskritikers an. Weder in den USA, wo er von 1949 bis 1961 lebte, noch in West- oder später in Ostdeutschland wollte er sich mit den Verhältnissen abfinden (Nachruf folgt). dpa...

ndPlusGabriele Günter

So tot

Google öffnete ein Web-Portal zur Dokumentation gefährdeter Sprachen, das »Endangered Languages Project«. Aufmerksamkeit für 3000 Sprachen (die Hälfte aller bekannten Sprachen), die vom Aussterben bedroht sind. Ehrenwert. Doch was sind Sprachen, die nur von Wenigen gesprochen und verstanden werden, gegen eine Sprache, die von unerträglich Vielen abgesondert, aber von niemandem je begriffen wir...

Emy Karbow

So kalt

Während der Festtage betonten Repräsentanten, man müsse mehr gegen die Kälte in der Welt tun. Der Ruf politischer Amtsträger ist so gesunken, dass man zu verteidigen geneigt ist, was sie angreifen. Sogar die Kälte. Es wäre doch gut, bewahrten Viele einen kühlen Kopf. Die Eisheiligen könnten eine Religion gegen den Klerus stiften. Der Bau von Schneefrauen beförderte die Gleichstellungsdebatten....

ndPlusJan Helbig

So rot

Lang geplant, jetzt aber wohl vor der Premiere: In Russlands Internet soll es eine »Karte der Idioten« geben: Bürger melden ihre bösen Erfahrungen mit den Behörden, die jeweilige Provinz erhält dafür rote Strafpunkte. Errechnet wird die »Durchschnittsdummheit« einer regionalen Beamtenschaft. Wer durch das Projekt entlarvt wird, muss befürchten, »auf der Straße zu landen«. Russland werde sich »der ...

ndPlusAnika Stralau

Zu gut

Ein armer Mann rettete ein Kind aus einem brennenden Haus. Die betuchte Familie dankte ihm mit einer überaus hohen Summe Geldes. Das Gesetz sah sofort Rot: Postwendend bekam der Obdachlose, von Sozialhilfe Lebende ein Gerichtsverfahren. Steuerhinterziehung und - bei so viel plötzlichem Guthaben - Entzug der Finanzstütze. So geschehen jüngst in Belgien. Da tut ein armer Schlucker ungewöhnlich G...

Sabine Stefan

Zu privat

Zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland, so jüngste Umfragen, seien nicht bereit, berufliche Ziele über Privates zu stellen. Alarmierend ist das nicht, es offenbart nur einmal mehr die Zweiteilung einer Gesellschaft in viele Beruhigte und wenige Besessene. Die sich gegen das einnehmend Berufliche wenden, wissen noch nichts von ihren Talenten oder haben keines. Das Mittelmaß ist Rettung...

Hans-Dieter Schütt

Präsidentin der Dokfilmwoche Leipzig

Sie war die Blonde, Spontane, der man an geröteten Wangen die Aufgeregtheit ansah, das Unperfekte, Unkalkulierte, jenes Unbeholfene, mit dem sie freilich auch spielte. Bis ins Späte ihrer Zeit hinein hatte sie etwas keck und skurril Mädchenhaftes. Beinah zwei Jahrzehnte war sie Präsidentin eines DDR-Weltereignisses, der Dokfilmwoche Leipzig. Nun ist Annelie Thorndike 87-jährig gestorben.

ndPlusKarlen Vesper

Die Guten

Er ist mit dem Rad unterwegs. Die Alarmsirenen sind gerade verstummt, die Straßen noch leer. Die vierte Kriegsweihnacht steht bevor. Harald Poelchau, Anstaltspfarrer von Plötzensee, eilt durchs Tor, über den ersten Hof, dann über den zweiten. Früher hatte Plötzensee eine Todeszelle, jetzt einen Todestrakt. Poelchau öffnet die Tür. »Ah, Herr Pfarrer. Hier sind die Listen.« Er liest. Das also sind d...

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ndPlusJürgen Amendt

Ein relativer Rekord

Das ist doch mal eine gute Nachricht zum Ende des Jahres: Die öffentlichen Bildungsausgaben steigen in diesem Jahr voraussichtlich auf ein Rekordhoch von mehr als 110 Milliarden Euro - 4,7 Milliarden Euro mehr als 2011. Der positive Tenor der Meldung, die dieser Tage vom Statistischen Bundesamt verschickt wurde, muss allerdings durch ein »aber« relativiert werden

ndPlusErhard Korn

Unterrichtsversorgung im Musterländle mangelhaft

In Baden-Württemberg wächst der Unmut über die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung. Eltern und Lehrer klagen vor allem über den zunehmenden Unterrichtsausfall an den Schulen des Landes, der sich durch die geplanten Streichung von Lehrerstellen noch verschärfen könnte.

Scheinbar hohe Bildungsinvestitionen

Es liest sich gut, wenn www.spiegel.de (bit.ly/YkgiVu) auf den Bildungsfinanzbericht 2012 verweist und verkündet, dass die öffentlichen Bildungsausgaben in diesem Jahr gestiegen sind. Gleichzeitig wird aber auch zu bedenken gegeben, dass Deutschland im internationalen Vergleich nach wie vor schlecht abschneidet: »Die öffentlichen Ausgaben für alle Bildungsbereiche zusammen machten 2009 hierzulande...

Leicht gesagt, aber schwer gemacht

2008 hat Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Behinderten ratifiziert. Damit hat sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet, Sonderschulen für Behinderte nach und nach aufzulösen und behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten. 2012 wurde von Politikern und Verbänden zum Jahr der Inklusion erklärt. Vieles spricht dafür, dass das Thema Inklusion ab 2013 wieder aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden wird. Trotzdem hinterlässt die Debatte Spuren. Ein Resümee von Lena Tietgen.

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Sommer: Diskussionen um neuen DGB-Chef verfrüht

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat Spekulationen über seine Nachfolge als verfrüht zurückgewiesen. »Ich bin gewählt bis zum 12. Mai 2014 und werde mein Amt bis dahin mit Kraft und Engagement ausführen. In Endzeitstimmung bin ich nicht«, sagte er der dpa in Berlin.

Jörg Meyer

Gemeinsam stark genug

Nicht nur die Drucker stehen unter Druck. Durch die Krise in der Medienbranche insgesamt wird die Situation immer prekärer. Wenn weniger Zeitungen gedruckt werden, Blätter ganz eingestellt werden oder Insolvenz anmelden, wie jüngst die »Financial Times Deutschland« oder die »Frankfurter Rundschau«, dann entstehen Überkapazitäten in Druckereien, dann werden weniger Menschen gebraucht, die sich um den Versand von Zeitungen kümmern oder Beilagen einlegen. Seit Jahren verschwinden Betriebe von der Bildfläche. Das Beispiel der Tabel GmbH ist also leider nur eines unter vielen.

Haidy Damm

Ständig unter Druck

Als die WAZ-Mediengruppe im Sommer diesen Jahres ihr Tochterunternehmen Versand und Weiterverarbeitung Essen (VuW) an die niedersächsische Leiharbeitsfirma Tabel GmbH verkaufte, waren die Befürchtungen in der Belegschaft groß. Seitdem geht es bergab.

ndPlusReiner Tosstorff

Metallarbeiter im Widerstand

Die Gewerkschaftsgeschichtsschreibung ist um zwei lesenswerte Bände reicher. Forscher von der Freien Uni Berlin beschreiben anhand von Biografien von Metallarbeitern den Widerstand gegen die Nazis zwischen 1933 und 1945.

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ndPlusManfred Hönel

»Wir kommen in breiter Front von ganz unten«

Baukräne und kaum Schnee prägten das Bild im Krasnaja Poljana, dem Roten Tal bei Sotschi. Der deutsche Skispringer Richard Freitag, ist trotzdem begeistert von dem kommenden Olympiaort und das nicht nur, weil er beim Weltcup auf der Olympia-Normalschanze von 2014 mit 100 und 102,5 Metern auf den zweiten Rang gesegelt ist: »Die Leute in Sotschi sind richtig heiß auf Olympia. Bis zum nächsten Jahr b...

Tom Mustroph

Das Jahr, in dem die Dopinggötzen fielen

2012 hat Bewegung in die Bestenlisten gebracht. Sieben Jahrgänge der Tour de France stehen kopflos da, weil den Siegern - zu Recht - die Titel aberkannt wurden. Das Glorienbild des einstigen Wundersportlers Lance Armstrong ist auf das immer noch bemerkenswerte Bild eines Krebsüberlebenden, der mit Betrug im Sport erfolgreich wurde, reduziert worden.

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Reiner Oschmann

Merry Christmas, Your Majesty

Zu berichten ist von einem besonders schönen Fall der feinen englischen Art. Von einer fabelhaften Idee, einer großen Geste, ach was: vom ultimativen Höhepunkt! Dem krönenden Abschluss des Jahres, in dem die Briten – und mit ihnen die Millionen offenen und heimlichen Royalisten in blassen Demokratien rund um den Globus - den 60. Jahrestag, das Diamantene Dienstjubiläum ihrer Herrscherin, Queen Elizabeth II. begingen.