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Unten links

In Schweden hat es jetzt ein Fußballer zu vorläufig ewigem Ruhm gebracht. Der Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic legte zuletzt ein paar so sensationelle Spiele hin, dass »zlatanieren« im Neuschwedischen als Synonym für »stark dominieren« gilt und sogar Eingang in den schwedischen Duden fand. Insofern darf man die These wagen, dass Angela Merkel die deutsche Politik seit sieben Jahren zlataniert. Z...

Neue Klagen wegen Kundus-Mord

Berlin (nd-Heilig). Gut drei Jahre nach einem mörderischen Bombenangriff bei Kundus fordern weitere Hinterbliebene der Opfer Schadenersatz. Das Landgericht in Bonn bestätigte den Eingang von zehn Sammelklagen. Sie richten sich gegen die Bundesrepublik Deutschland. Rechtsanwalt Karim Popal aus Bremen hatte bereits im Herbst 2011 eine erste Sammelklage für vier Personen eingereicht. Darüber ist noch...

Fair, aber leer

Berlin (nd). »Generalsekretäre versprechen sauberen Wahlkampf«, meldet »Bild«, für die die Parteienlandschaft dort endet, wo die politischen Unterschiede erst anfangen. »Bei aller notwendigen Auseinandersetzung in der Sache«, sagt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, »ist mir der menschlich faire Umgang wichtig.« Seine SPD-Kollegin Andrea Nahles verspricht, man werde »hart in der Sache, aber fair im...

Simon Poelchau

USA am Rande der Fiskalklippe

Der Streit um Steuererleichterungen für Reiche könnte in den USA zu einer Rezession führen, solange Republikaner und Demokraten sich nicht einigen.

Gabriele Oertel

Die Ruhe zwischen den Stürmen

Viele Mitglieder und Sympathisanten mögen es mit einer gewissen Erleichterung registriert haben, dass es um die Linkspartei in den letzten Monaten ziemlich still geworden ist. Nach den Eruptionen beim Parteitag in Göttingen zur Jahresmitte ist das Aufatmen nur allzu verständlich. Und durchaus bemerkenswert, dass es gelang, der Unkultur des gegeneinander Anschreiens mit einer Kultur des gegenseitig...

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ndPlusFabian Lambeck

Wenn der GEZ-Kontrolleur zweimal klingelt

Rundfunkgebühren sind kein Phänomen der Neuzeit. Schon in der Weimarer Republik zahlte man eine solche Abgabe. Allerdings hat die Akzeptanz bei den Beitragszahlern stark nachgelassen.

Rainer Balcerowiak

Die Gebühr ist tot, es lebe die Zwangsabgabe!

Ab 1. Januar 2013 ändert sich das System der Rundfunkgebühren. Sie wird nicht mehr pro Fernseher oder Radio gezahlt, sondern pro Haushalt einmal pauschal. Die Reform ist umstritten, werden doch zukünftig auch jene herangezogen, die weder Radio noch Fernsehen nutzen. Zudem müssen Datschenbesitzer für ihr Zweitdomizil die volle Gebühr entrichten. Noch nicht ganz klar ist, ob dies auch für ostdeutsche Kleingärtner gilt, deren Lauben »zum Wohnen geeignet« sind.

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Silviu Mihai

»Gescheitert, aber bunt«

»Allianz für Europäische Integration« nennt sich das Regierungsbündnis der Republik Moldau (in der Landessprache Moldova). Doch von diesem Ziel - dem Beitritt zur EU - scheint das Land weit entfernt zu sein.

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Einflüsterer der Politik

Nachdem die Debatte über Vortragshonorare und Nebentätigkeiten des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück abgeebbt war, hat der Springer-Konzern nun noch einmal nachgelegt. Er erstritt gerichtlich die Veröffentlichung von Honoraren, die das Bundesfinanzministerium an die Anwaltskanzlei Freshfields während Steinbrücks Amtszeit gezahlt hatte. Damals sind etwa 1,83 Millionen Euro für Beratertätigkeite...

Falscher Ehrenhain

Potsdam soll Standort eines Ehrenhaines für die in Afghanistan gestorbenen Bundeswehrsoldaten werden. Das haben der evangelische Militärbischof Dutzmann und sein katholischer Kollege Overbeck dem Verteidigungsminister vorgeschlagen. Bislang kamen 52 Deutsche in Leichensäcken vom Hindukusch zurück: 34 starben - wie es im Militärjargon heißt - »durch Fremdeinwirkung«, 18 stürzten mit einem Hubschrau...

Paris entscheidet in Bangui

Es wird eng für den Herrscher der Zentralafrikanischen Republik: François Bozizé. Dafür sorgt nicht allein der Vormarsch der Rebellen, sondern insbesondere die Haltung Frankreichs: Präsident François Hollande hat unmissverständlich erklärt, dass sich Paris ohne ein UN-Mandat nicht in den internen Konflikt einmischen kann. Hält er sich daran, ist der Sturz Bozizés nur noch eine Frage der Zeit. Ohne...

Marlene Göring

Gewinnerin

Frauenrechtlerin, Buchautorin, Kassiererin: Ein Rauswurf hat Barbara Emmes Leben völlig umgekrempelt. Zur Erinnerung: Bekannt wurde die Berlinerin unter dem Pseudonym »Emmely« - die Frau, die wegen 1,30 Euro ihren Job verlor. Eigentlich müsste sie dafür dankbar sein, sagt sie heute. 2008 wollte sie nur ihr gutes Recht. Damals wurde der Kassiererin wegen angeblich eingelöster Pfandbons zu 48 und...

Beim Recht alleingelassen?

nd: Herr Jirku, die Gewerkschaft ver.di hat eine Unterschriftenkampagne gegen einen Gesetzentwurf zur Beratungs- und Prozesskostenhilfe begonnen. Warum?Jirku: Der Gesetzesentwurf des FDP-geführten Justizministeriums würde den Zugang zur Beratungs- und Prozesskostenhilfe für die unteren Einkommensschichten verbarrikadieren. Dabei sind die Fallzahlen seit Jahren relativ stabil, Tendenz sinkend - obw...

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Aert van Riel

Die teuren Berater von Peer Steinbrück

Das Bundesfinanzministerium zahlte während der Amtszeit des heutigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück etwa 1,83 Millionen Euro Beraterhonorare an die Kanzlei Freshfields. Diese wiederum vergütete 2011 einen Vortrag Steinbrücks.

ndPlusReinhard Schwarz

Ayodele soll bleiben

Ein Schüler soll von Hamburg nach Nigeria abgeschoben werden. Mitschüler, Lehrer und Schulleiter sowie Prominente der Hansestadt setzen sich für ein Bleiberecht des jungen Afrikaners ein.

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Bozizé in Bedrängnis

Angesichts des Vormarschs von Rebellen auf die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik haben die USA ihre dortige Botschaft geschlossen. Allgemein wächst die Sorge vor einer baldigen Niederlage des ZAR-Staatspräsidenten François Bozizé.

Rösler lässt Zukunft als FDP-Chef offen

FDP-Chef Philipp Rösler hat offengelassen, ob er sich im kommenden Jahr erneut um das Amt des Parteivorsitzenden bewerben will. »Jetzt konzentrieren wir uns erst mal auf Niedersachsen«, sagte er am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin« mit Blick auf die Landtagswahl am 20. Januar.

Rechtsextreme in Uniform

Hakenkreuz-Schmierereien, "Sieg Heil"-Rufe, Hitlergruß: Die Zahl rechtsextremistischer Vorfälle bei der Bundeswehr ist 2012 wieder gestiegen. Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus sieht in den Zahlen keinen Grund zur Beunruhigung.

ndPlusHagen Jung

Bärendienst aus Berlin

Keine Weihnachtsfreude hat FDP-Chef Philipp Rösler mit seiner Absage an Mindestlöhne den Liberalen in Niedersachsen beschert, er hat ihnen eher einen Bärendienst erwiesen. Denn die Landtagswahl mit ihrer Fünf-Prozent-Hürde naht, und da sind unpopuläre Statements aus Berlin alles andere als hilfreich.

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Warnung an Cameron

London (AFP/nd). EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat den britischen Premierminister David Cameron gewarnt, für Großbritannien weitere Sonderrechte innerhalb der Europäischen Union zu reklamieren. »Wenn jeder Mitgliedstaat sich die Richtlinien aussuchen könnte, die er am liebsten mag, und aus denen austreten könnte, die er nicht mag, würden sich die Union im Allgemeinen und der Gemeinsame Markt ...

Holger Politt, Warschau

Polen fast wie vor einem Jahr

Regierungschef Donald Tusk klagte in diesem Jahr über einen neuen Kalten Krieg in Polen. Die Erben der »Solidarnosc« hoben Schützengräben aus, die nationalistische Rechte blies das Angriffssignal.

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Pleitewelle in Portugal auf Rekord-Höhe

Lissabon (dpa/nd). Die Zahl der Insolvenzfälle ist dieses Jahr in Portugal um 62 Prozent in die Höhe geschossen. Wie die Zeitung »Público« unter Berufung auf die Consulting-Firma IIC berichtete, wurde bis zum 26. Dezember die Rekordzahl von 18 627 Pleiten verzeichnet. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2010 betrage der Anstieg sogar 174 Prozent. Von den Pleiten sind den Angaben zufolge in zunehmendem ...

Bundesschatzbrief: Das Ende einer Ära

Der Bundesschatzbrief ist den Deutschen in mehr als vier Jahrzehnten ans Herz gewachsen. Zum Jahreswechsel werden die »Schätzchen« vom Staat beerdigt. Dem Bund ist das Geschäft mit Privatanlegern zu teuer. 1968 erdacht, entwickelte sich die erste Geldanlage des deutschen Staates für die breite Masse zum Klassiker unter den Bundeswertpapieren. Der Schatzbrief wurde zur Institution - wie der Wel...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Zockerei und Sicherheit

Im Jahr 2012 war das Auf und Ab bei der Euro-Krise das beherrschende Thema an den Börsen. Anleger mieden Südeuropa und fanden stattdessen Deutschland und die Schweiz toll.

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366+1

Das Themenjahr Reformation und Musik der evangelischen Kirche geht am Silvestertag in Zittau in der Oberlausitz mit einen festlichen Konzert zu Ende. Die »längste Musikreihe des Jahres« habe an den 366 Tagen des Schaltjahres 2012 täglich ein Konzert oder einen besonderen Musikgottesdienst geboten, erklärte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag in Hannover. Der EKD-Ratsvorsitze...

Flüchtiger Alter und Erotik

Für Sadomaso-Sex und einen Altenheim-Flüchtling haben sich die deutschen Buchkäufer in diesem Jahr in der Belletristik am meisten begeistert - bei den Sachbüchern dominierte »Die Kunst des klaren Denkens«. Wie Media Control am Freitag mitteilte, landete die Amerikanerin E. L. James mit ihrer kompletten Erotik-Trilogie »Shades of Grey« an der Spitze der Taschenbuch-Belletristik-Jahrescharts. Bei de...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der »kaputte Typ«

Oft gewisse Personen beleidigt, kränkbar schöne Frauen, zu viele Mädchen betrogen, die allerunschuldigsten Irrtümer zu spät eingesehen, nie eine grade Linie verfolgt, geschwankt, gezögert, umgefallen, zu spät begriffen.« Schreibt er in seiner letzten literarischen Marginalien, die im November 2011 im »nd« erschien. Da war er schon der tapfer aktive Greis, der sich nun - so schien es - sogar in jen...

Hans-Dieter Schütt

Frisör im Gefängnis

Haare, die auf dem Weg in den Nacken sehr geradlinige, ja: strähnige Wege gehen. Im Gegensatz zu den Sprachbildern, die er unter der Kopfhaut türmt. Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, dort Professor - er brennt und knäult die Locken seines sehr beweglichen Geistes; er tut es mit der Lust eines Mannes, der überall nur Glatzen sieht. Auf denen er sich tummelt, in der unaufhörlichen Hoffnun...

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Bamberg und Alba verlieren

Lange kämpften sie tapfer, doch am Ende ließen die Basketballer von den Brose Baskets Bamberg und Alba Berlin die Köpfe hängen. Der Auftakt zur Zwischenrunde endete für beide Klubs mit Niederlagen gegen spanische Spitzenteams. Während der Meister aus Franken dem verpassten Sieg beim 82:85 bei Unicaja Malaga nachtrauerte, sah Berlin positive Ansätze bei der am Ende klaren 63:77-Niederlage vor über ...

ndPlusGerald Fritsche, dpa

Warmlaufen für die Weltmeisterschaft

Für die einen ist die Tour de Ski der Jahreshöhepunkt, für die anderen ein Warmlaufen für die Weltmeisterschaften. Die siebte Auflage des Etappenrennens verlangt den Startern wieder alles ab. Für die Deutschen ist sie eine Standortbestimmung.

Tom Mustroph

Die geschundene Fortuna

Das Sportjahr 2012 wurde neben herausragenden Leistungen auch geprägt von Skandalen und Betrügereien. Doch Sportfunktionäre beschäftigen sich mit Wettbetrug und Spielmanipulation nur, wenn sie ein neuerlicher Skandal dazu treibt.

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Beliebtestes Silvester-Ziel

(dpa). Silvester am Brandenburger Tor - das wird einer Umfrage zufolge im In- und Ausland immer populärer. Mehr als jeder dritte Deutsche würde den Jahreswechsel gern in Berlin verbringen, wie aus einer Befragung des Hotelbuchungsportals Hotels.com hervorgeht. Die riesige Open-Air-Silvesterfeier am Brandenburger Tor zieht auch internationale Gäste in die Hauptstadt. So hätten die Suchanfragen finn...

Umfrage: SPD verliert, CDU vorne

(dpa/nd). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und seine Partei befinden sich weiterhin im Abschwung. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der »Berliner Zeitung« kommt der Regierungschef in der Beliebtheitsskala auf den viertletzten Rang - eine leichte Verschlechterung im Vergleich zum Vormonat. Nach der Wahl-Umfrage liegt die SPD deutlich hinter den Christdemokraten. Wä...

Ausrede BER

Klaus Wowereit und seine SPD sacken durch. Die erste Überraschung ist längst abgelöst von Gewöhnung. Zur Begründung für alles Missgeschick starren und zeigen Freund, Feind und Beobachter immer wieder auf den Unglücksflughafen BER. Doch der ist, wenn auch selbst in seiner Peinlichkeit ein Jahrhundertbau, inzwischen längst die einfache Antwort. Das missratene Vorhaben dient eher als Ausrede, denn al...

Robert D. Meyer

Proteste gegen frostige Abschiebung

Rund 60 Demonstranten protestierten gestern Mittag vor der Senatsverwaltung für Inneres in der Klosterstraße in Mitte gegen die Abschiebung von Flüchtlingen während der Wintermonate. Die Initiativen, darunter der Flüchtlingsrat Berlin, wiesen darauf hin, dass es insbesondere Minderheiten wie Roma in osteuropäischen Ländern schwer hätten, durch die kalte Jahreszeit zu kommen, da sie dort kaum Unter...

Kathedrale der Subkultur
ndPlusStefan Otto

Kathedrale der Subkultur

»Keiner macht uns den Hof!«, verkünden Unterstützer der Kirche von Unten (KvU) trotzig auf einem Plakat. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es den Jugendclub bereits. Nun sieht es finster aus. In diesen Tagen zu Ende Dezember läuft der Mietvertrag für die Räume in der Kremmener Straße unweit des Mauerparks aus.

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Förderung für Künstlerinnen

(nd). Stipendien und Projektzuschüsse für Künstlerinnen sowie für frauenspezifisch arbeitende Kulturinitiativen in Höhe von insgesamt 282 000 Euro hat die Senatskulturverwaltung in diesem Jahr im Rahmen des Berliner Künstlerinnenprogramms vergeben. Dies sind laut Senat 90 000 Euro mehr als im Vorjahr. Im Einzelnen erhielten die Komponistin Hanna Eimermacher den mit 10 000 Euro dotierten Berlin-...

Geld für Reformatoren?

(epd). Ausgerechnet das oft als »gottlos« verschriene Berlin hat 2012 bewiesen, dass es für große kirchliche Ereignisse taugt: Beim Taizé-Treffen gleich zu Jahresbeginn 2012 war die Stadt der kirchliche Mittelpunkt Europas. Zehntausende Jugendliche aus über 70 Ländern bevölkerten die Bundeshauptstadt. Am Ende dieses Jahres wirft schon die nächste kirchliche Großveranstaltung ihre Schatten vora...

ndPlusKira Taszman

Als Schnüffler durch Berlin

Ein Junge im Sonntagsanzug springt auf eine Straßenbahn auf dem Ku’damm auf (oder war es doch die Joachimsthaler Straße?), fährt an der - intakten! - Gedächtniskirche vorbei und beobachtet eifrig einen verdächtigen Passagier mit Melone (auf dem Kopf). Diese Bilder mit Seltenheitswert verdanken wir der ersten Verfilmung von Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker »Emil und die Detektive« aus dem Jahre ...

Volkmar Draeger

Allein in der Box

Den Traum hatte man schon mehrfach: Wie, wenn man ganz allein die Museen der Welt - Louvre, Eremitage, Uffizien - besichtigen dürfte! Würden dann die Kunstwerke anders zu einem sprechen, als wenn man nur dicht gedrängt in der Masse vorwärts geschoben wird, lediglich einen kurzen Blick auf die Exponate erhaschen kann? Im Kleinen darf man das gegenwärtig in den Kunstwerken an der Auguststraße testen...

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Marina Mai

Obdachlose als Missionsobjekt

Die Arztpraxis und Tagesstätte für Obdachlose am Ostbahnhof wurde zu Ende Juli nächsten Jahres gekündigt. Grund ist der Trägerwechsel. Bisher wird die Einrichtung, in der Obdachlose kostenlos von Ärzten und Zahnärzten behandelt werden und sich in geheizten Räumen mit Tee und Suppe aufwärmen können, von der MUT GmbH betrieben. Das ist ein mit der Ärztekammer verbundenes Unternehmen.

Uwe Kraus, Halberstadt

Zwischen den Füßen des Elefanten

Die Theater- und Musiklandschaft im Ostharz steht vor dem Umbruch, um auch künftig gefördert zu werden. Nordharzer Städtebundtheater und Philharmonisches Kammerorchester Wernigerode kooperieren, die beiden Theater im Nord- und Südharz wollen 2014 fusionieren.

ndPlusRainer Funke

»Des Diebes Ungeschick stimmt uns heiter«

Der Alltag rings um Delikte und Spitzbuben birgt wenig Frohsinn, wie den Mitteilungen zu entnehmen ist, die das Berliner Polizeipräsidium herausgibt. Dabei fällt die Doofheit mancher Täter auf. Wie die eines Sportbootbesitzers. Er hatte die Einsatzzentrale gebeten einzuschreiten, weil irgendwer dabei war, seinen Außenbordmotor zu klauen. Die Funkstreife fand am Wannsee anderes heraus: Der Mann...

Licht aus bei First Solar

Für die Beschäftigten von First Solar im brandenburgischen Frankfurt (Oder) war gestern der letzte reguläre Arbeitstag. Der US-Konzern schließt dieser Tage seine beiden Werke in Brandenburg. Bis spätestens Ende Mai verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Unterdessen läuft die Suche nach Investoren weiter.

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Stromsteuer abschaffen

Potsdam (dpa). Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) hat die kurzfristige Abschaffung der Stromsteuer gefordert. »Die anstehenden Strompreiserhöhungen können die Akzeptanz der Bürger sowie der mittelständischen Wirtschaft für die Energiewende in Deutschland gefährden«, sagte Christoffers am Freitag. Die Streichung dieser Steuer könnte die Kosten für Verbraucher und Wirtschaft dämpfen und d...

61 neue Fahrzeuge für die Feuerwehr

Potsdam (dpa/nd). Drehleitern, Löschtanker und Spritzenwagen: Brandenburgs Stützpunktfeuerwehren sind im fast abgelaufenen Kalenderjahr mit 61 nagelneuen Einsatzfahrzeugen vom Land ausgerüstet worden. »Die Herausforderungen für die Einsatzkräfte werden immer vielfältiger und komplexer. Eine fortlaufende Modernisierung der Fahrzeuge ist deshalb unabdingbar, um die Aufgaben auch in Zukunft erfolgrei...

Kirchenaustritt nach Weihnachten

Die große Austrittswelle ist zwar vorbei. Dennoch: Auch in diesem Jahr kehrten wieder viele Menschen ihrer Kirche den Rücken, wie Zahlen aus Bayern zeigen. Nicht wenige nutzen dafür ausgerechnet die besinnlichen Tage kurz vor dem Jahreswechsel.

Isabell Scheuplein, dpa

Die »Enterprise« im Mist

Der Weltraum, unendliche Weiten: Mehr als 700 Episoden zählt die TV-Serie »Star Trek«. Doch bei den Dreharbeiten zu den Geschichten über Mister Spock & Co ist nicht immer alles glatt gegangen. Etliche Mängel hat ein Wissenschaftler aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz aufgelistet.

ndPlusReinhard Schwarz, Hamburg

Ein Linker in Blankenese

Was tut man als Linker in Hamburgs Elbvororten, die vielen als Wohnorte der Reichen und Schnösel gelten? Jan Thiem, einst in der KPD, jetzt aktiv bei der Hamburger LINKEN, kennt die Antwort.

Andreas Fritsche

»Da kannste nich meckern!«

Mit höchstens 300 Zeichen sollten prominente Brandenburger für ihre Heimat werben. Die Potsdamer Staatskanzlei hatte sie darum gebeten, um die Antworten im Internet zu veröffentlichen. Einige kamen gerade so mit 300 Zeichen aus. Aber die Boxlegende Axel Schulz benötigte nur 31 Buchstaben: »Brandenburg - da kannste nich meckern!«

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Mathias Wedel

Einer grunzt, einer lacht

Schneeschieben ist so ähnlich wie »Die Flucht« mit Frau Furtwängler oder »Die Flut« mit Helmut Schmidt - eine kleine Katastrophe, ein bisschen Heldentum. Da ruft man einander starke Sachen zu. »Scheiß Schnee!« natürlich. Aber auch: »Früher haben wir Schnee geschoben, damit keiner auf die Schnauze fällt, heute aus Angst vor dem Ordnungsamt.« Einer lacht, einer grunzt. »Früher«, das ist, wo ich wohn...

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KalenderBlätter

Kalenderblatt 1913: 100 JAHRE WILLY BRANDTAls Willy Brandt am 18. Dezember 1913 in Lübeck Herbert Ernst Karl Frahm geboren wurde, hatten gerade Friedrich Ebert und Hugo Haase den Vorsitz der SPD vom verstorbenen August Bebel übernommen. 1964 wurde Brandt selbst einer der Nachfolger an der SPD-Spitze. Wenn die Sozialdemokratie 2013 ihr 150-jähriges Bestehen feiert, wird sie auch ihres wohl beliebte...

Velten Schäfer

Weiter so, Michel!

Von Aktenschwund bis Zielvereinbarung: Was der erfolgreiche Staatsbürger 2012 wissen musste.

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ndPlusGabriele Oertel

Vielseitig, ideenreich - isoliert

Nein, so beeindruckend und mächtig, wie die Generalstreiks in Griechenland oder die Demonstrationen in Spanien gegen diverse von IWF, EU-Kommission und EZB diktierte Sparpakete zulasten der Bevölkerung, waren im zu Ende gehenden Jahr die Proteste in der Bundesrepublik nicht. Eine Fülle davon gab es dennoch landauf landab. Laut oder leise, schrill oder traditionell, wütend oder heiter - auf alle Fä...

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Im Grunde ein Kompliment
ndPlusGeorg Fülberth

Im Grunde ein Kompliment

Die nächsten rund zehn Monate drohen langweilig zu werden. Zu befürchten ist, dass die öffentliche Leidenschaft fast ausschließlich folgenden Fragen gelten wird: Wie wird welche Partei bei der Bundestagswahl abschneiden? Bleibt Merkel? Kommt Steinbrück? Oder wer sonst? Wer bildet die neue Regierung, wer muss in die Opposition? Was wird aus den Piraten? Nur: Man wird feststellen, dass nach der Wahl relevante gesellschaftliche Probleme bleiben werden, für deren Bewältigung eine Bundestagswahl zwar nicht belanglos ist, die von ihr aber nicht gelöst werden.

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ndPlusKatja Herzberg, Athen

Vom Flüchtling zum Verbrecher

Griechenland ist mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen überfordert. Die Verwaltung wird immer weniger mit Neuankömmlingen aus Afrika, Nahost und Asien fertig. Ein Asylsystem, das diesen Namen verdient, fehlt schon seit Jahren. Unter der schweren wirtschaftlichen Krise und der verordneten Kürzungspolitik leiden Migranten mit unsicherem Aufenthaltsstatus am meisten. nd-Redakteurin Katja Herzberg hat den Abschiebeknast Elleniko besucht.

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Dario Azzellini

Wir lernen alle von allen

Kaum betrete ich das Gemeinschaftszentrum »Sala de Batalla Alicia Benitez« in Petare, einem Armenstadtteil in Groß-Caracas, kommt mir Lorenzo Martini strahlend entgegen: »Unsere Kommunen-Genossenschaften, die wir das letzte Mal, als du hier warst, geplant haben, arbeiten schon!« Ende 2009 und Anfang 2010 hatte ich die selbstorganisierten Strukturen in dem Stadtteil, der gemeinhin als »Lateinamerik...

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Stille Straße, nicht stille Stube
ndPlusChristina Matte

Stille Straße, nicht stille Stube

In Athen stürmen Rentner das Gesundheitsministerium. In Berlin-Pankow besetzen Senioren die Villa, die ihren Seniorentreffpunkt beherbergt und nun verkauft werden soll. 112 Tage und Nächte harren sie aus - und zwingen die Politik zum Einlenken. Im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg formieren sich die »Palisaden-Panther«, alte und schwerbehinderte Menschen, die in der Palisadenstraße in Häusern des sozialen Wohnungsbaus leben. Die Medien, auch diese Zeitung, entdecken das Phänomen des »Senioren-Protests«.

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Otmar Steinbicker

Herr Steinbicker, Sie haben den kürzlich veröffentlichten so genannten Fortschrittsbericht der Bundesregierung zu Afghanistan einen »Rückschrittsbericht« genannt. Warum? Weil der »Fortschrittsbericht Afghanistan der Bundesregierung 2012« einen erheblichen Rückschritt darstellt gegenüber dem gleichnamigen Bericht vom Dezember 2010. Auch über den damaligen Bericht konnte man kon᠆trovers d...

Paul Schäfer, LINKE

Anfang des Jahres haben Sie sich nach dem NATO-Verteidigungsministertreffen empört, »die Bundesregierung droht, den Abzug aus Afghanistan zu verschlafen«. Ist die Koalition inzwischen aufgewacht? Die Bundesregierung hat weder eine konsequente Abzugsstrategie noch einen Plan, wie der friedliche Aufbau des Landes vorangebracht werden kann. Jüngstes Indiz dafür ist die Entsendung von Tiger-Kampfhu...

Christian Ströbele, Grüne

Im Mai haben Sie die Bundesregierung aufgefordert, »noch im Laufe dieses Jahres einen ersten Teil der deutschen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen«. Zufrieden? Das neue Mandat für den Einsatz in Afghanistan ist eine Mogelpackung. Gleich zweimal heißt es in der Begründung wortgleich: »Der Grundsatz der Allianz in Afghanistan bleibt: Gemeinsam hinein, gemeinsam heraus«. Schon das stimmt doch ni...

Gute Aussichten für Afghanistan?

Die Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA) betreibt Alphabetisierungskurse, Schulen und Waisenhäuser und lehnt jede Militärintervention in Afghanistan ab. Ihre Filmaufnahmen und Fotos von Hinrichtungen in Sportstadien durch die Taliban fanden weltweite Beachtung. RAWA-Mitglied Zoya war auf Einladung der Fraktion der LINKEN im Bundestag mehrmals zu Gast in Deutschland. Die Abgeordnete Heike Hänsel befragte sie während ihres jüngsten Besuchs.

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»Man muss Glück auch bemerken«

»Auf ein glückliches neues Jahr!«, das dürfte einer der am meisten gesagten Sätze morgen Nacht sein. Doch was ist eigentlich Glück? Und wie kann man es finden? Darüber sprach Ines Wallrodt mit einem Mann, den diese Frage seit Jahren beschäftigt: Karlheinz Ruckriegel, der sich sich selbst als beinahe vollkommen glücklichen Menschen bezeichnet.

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Operation to go
ndPlusSilvia Ottow

Operation to go

Ob es die schnelle Operation für einen lebendigen Blick ist, die Sex-Dich-Schlank-Methode zum Abnehmen, das Mittanzen von heilsamen Zahlenschwingungen oder das Auflegen von Magneten gegen Schmerz - nichts bleibt unversucht, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu locken. Ob sich der versprochene Gesundheitseffekt tatsächlich einstellt, bleibt zumindest umstritten.

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ndPlusGunnar Decker

Die Stille vor dem Schuss

Äußerlich scheint alles ruhig in diesem Jahr vor der Jahrhundertkatastrophe, dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914. Aber die Nervosität ist groß, unter der Oberfläche gärt es. Unser Autor unternimmt eine Art Animation, die auch Reanimation ist und illustriert damit die kulturgeschichtliche Rundschau des Jahres 1913.

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282. 92. 31. 153. 49. 72. 348. 38. 23. 148. 17. 54. 39. 20. 300.

Ziffern. Auch: verlorene Leben. Zahlen verblassen. Jährliche Wiederkehr der bittersten Mengenlehre: Die Bilanzen scheinen so verflucht austauschbar. Als sei Sterben Buchhaltung. Jede Ziffer lügt den individuellen Tod weg! ... Opferzahlen, von oben: Gefängnisbrand in Honduras. Sprengstoffanschlag in Sanaa. Flugzeugabsturz in Westsibirien. Flugzeugabsturz in Nigeria. Erdrutsch in Papua-Neuguinea. Bo...

Verbrechen, Blätterfall

Ein Verbrechen.Jedes Jahr sterben mehr als zwei Millionen Kinder weltweit an Durchfall und Lungenentzündung - Hauptursachen: schmutziges Trinkwasser, elende Sanitäranlagen. Trauriges Desertieren.Ständig wächst die Selbstmord᠆rate unter US-Soldaten - im Durchschnitt wählt täglich ein Mitglied der Streitkräfte den Freitod. Hilfe!Der Europäische Gerichtshof bekräftigt seine Nichtein...

... nennt es Verwandlung

Das ist die zerrende Illusion: Jemand ist nicht gestorben, er hat sein Hemd über den Stuhl gehängt, ist ein Stück Sommerweges gegangen, so, wie es Hermann van Veen kürzlich sagte: »Wenn der Tod zu mir kommt, werde ich dafür sorgen, dass ich nicht zu Hause bin.« Irgendwann muss der Tod ja wieder gehen. Vielleicht ... Aus der Illusion werden wir wir in die Wahrheit zurückgestoßen.

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Weltrekord
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Weltrekord

Das 4. London Chess Classic wird in die Geschichte eingehen. Und zwar als das Turnier, in dem Magnus Carlsen (Norwegen; 22) den historischen Welt-ELO-Rekord von Garri Kasparow (Russland; 49) brach. Im Juli 1999 hatte Kasparow mit 2851 Punkten die damals höchste ELO-Zahl aller Zeiten erreicht. Carlsen kommt nun 13 Jahre später nach seiner Performance in London auf 2856 ELO-Punkte - fünf mehr als se...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges gelost. Die drei Gewin...

ndPlusMonika Salz

Was und wie kommt alles an Bord?

Vor dem Spiel steht erst mal der Aufbau. Wir kommen uns ein bisschen vor, als hätten wir eine Weihnachtspyramide aufgebaut, das Holzschiff schwankt schon ohne Ladung bei der kleinsten Berührung bedenklich in den Pappwellen - das wird eine ganz schöne Herausforderung. Wir packen die Tüte mit den Holzteilen aus, die die Ladung markieren - Flaschen, Kisten, Fässer, Truhen usw., und wir staunen ungläu...

Glückwunsch allen Gewinnern!

Preisrätsel Ich liebe den Deutschen,ich lieb den Franzos,Die Welschenund Niederländ’schen,Ich lieb den Schwed,den Böhm und Spanjol.Ich liebe in ihnen den MenschenHeinrich Heine, 1853. Waagerecht: 2. Ute, 4. Lab, 7. Sam, 10. Rae, 15. Tränke, 22. Eure, 23. Ich liebe den Deutschen, 24. Aldan, 25. Ate, 27. Doi, 28. Abt, 29. Ene, 30. Ria, 31. Pai, 32. Talent, 35. ich lieb den Franzos, 40. Rattan,...

Jupiter und Wintersechseck dominieren
Hans-Ullrich Keller, dpa

Jupiter und Wintersechseck dominieren

Glanzpunkt des winterlichen Nachthimmels im Januar ist zweifellos der Riesenplanet Jupiter. Er übertrifft, vom Mond natürlich abgesehen, mit seiner Helligkeit alle anderen Gestirne der Nacht. Erst am Morgenhimmel bekommt Jupiter Konkurrenz vom Morgenstern. Allerdings geht er noch vor Aufgang der Venus unter. Er hält sich im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier auf. Das Goldene Tor wird von...

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Heidi Diehl

Gefeiert wird später und Heimweh weggelächelt

Drei Wanduhren hängen in René Peters Büro: Die erste zeigt an, wie spät es gerade in Hamburg ist, die mittlere die aktuelle Ortszeit, und an der dritten kann er ablesen, welche Stunde es gerade zu Hause in Kapstadt schlägt. René Peter ist General Manager auf der »Mein Schiff 2« und in dieser Funktion gewissermaßen »Mädchen für alles«. Oder anders gesagt, Peter ist zuständig für das Wohlergehen von...