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Tunesien schwankt

Ägyptens Muslimbrüder haben mit ihrem Kurs der Re-Islamisierung einen großen Stein ins Wasser geworfen. Dessen Wellen lösten ein politisches Erdbeben aus: Wenn aber das Zentrum der arabischen Nation vibriert, lassen die Ausläufer auch der Nachbarn politische Gefüge erzittern.

Digitales Kriegsgebiet

In der digitalen Welt gibt es wie in der realen eine Menge Krisenherde: Hackerattacken auf Unternehmen, staatliche Überwachung, die in Ländern mit repressiven Regimen tödliche Folgen haben kann, und auch für zwischenstaatliche Auseinandersetzungen rüsten Staaten auf.

Massenproteste in Tunis

Die Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd hat in Tunesien eine schwere Regierungskrise ausgelöst. In der Hauptstadt Tunis und anderen Städten versammelten sich zahlreiche Menschen zu Demonstrationen. Am Rande kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

ndPlusRené Heilig

Deutsches U-Boot vor US-Küste

Die deutsche Marine erweitert systematisch ihre globale Operationsfähigkeit. Demnächst trifft man sich mit Verbündeten vor der Ostküste der USA und probt den U-Boot-Krieg. Dafür fällt eine geplante Operation im Persischen Golf vermutlich erst einmal aus.

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»Entweder Foltern oder unsere Software einsetzen«

Der 23-jährige Jurist Eric King ist Forschungsdirektor der in London ansässigen Menschenrechts- und Datenschutzorganisation Privacy International. Im Gespräch mit Uwe Sievers erklärt er, wie Privacy International den Markt für Überwachungstechnologien untersucht.

ndPlusUwe Sievers

Lebensbedrohliche Software

Zahlreiche europäische Firmen verdienen ihr Geld damit, Diktaturen und repressiven Regimen das digitale Ausspionieren von Aktivisten und Dissidenten zu ermöglichen. Das kann für die Betroffenen mit Folter, Inhaftierung oder dem Tod enden. Von Menschenrechtsorganisationen werden Europas Regierungen Versäumnisse bei der Exportkontrolle vorgeworfen. Auch für die digitale Kriegsführung rüsten Staaten auf. Ihre Fähigkeiten würden die USA dabei auch für einen Erstschlag gegen Kontrahenten einsetzen.

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ndPlusMarkus Symank, Kairo

Tunesien in Aufruhr

Die Ermordung des linken Oppositionsführers Chokri Belaïd offenbart die Spaltung der tunesischen Gesellschaft. Hunderte Menschen sind am Donnerstag in Tunesien erneut aus Protest gegen die islamistische Regierung auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Tunis rief die Menge: »Das Volk will den Sturz des Regimes.« Die Demonstranten zogen durch die schwer gesicherte Habib-Bourguiba-Allee zum In...

ndPlusChristian Jakob

Menschliches Strandgut des Libyen-Krieges

230 Flüchtlinge in Tunesien sollen das Land verlassen, aber keiner will sie. Zurück in ihre Heimat können oder wollen sie nicht. Am vergangenen Sonnabend endete ihr Protest. Rund 100 afrikanische Flüchtlinge hatten das Büro des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) belagert.

Christian Jakob

Verschollen vor Lampedusa

Als Rathiba Soyed das letzte Mal die Stimme ihres Sohnes hörte, war alles gut. »Heute ist das Meer ganz ruhig, und wir können los«, sagte der 17-jährige Hatib. Das war am 13. März 2011. Seither verbringt Soyed ihre Tage mit dem verzweifelten Versuch, noch einmal Hatibs Stimme zu hören. 429 Tage später, an einem heißen Nachmittag, steht sie im Innenhof der Universität Monastir, in einer Gr...

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Fusion mit Gemüt

Jüngste Aufforderungen zu einer Länderfusion von Berlin und Brandenburg kommen von Politikern mit Verantwortung fürs Geld. Das ist die Regel. Petra Merkel als Chefin den Haushaltsausschusses des Bundestages sieht die Möglichkeit zu einem gerechten Ausgleich der Länderfinanzen.

Sanktionsschraube

Wenn die 49. Sicherheitskonferenz in München vor ein paar Tagen überhaupt etwas Greifbares gebracht habe, so Kommentatoren, dann die leise Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Atomgespräche mit Teheran. Noch am Montag hatte USA-Vizepräsident Joe Biden das Dialogangebot bekräftigt, und auch Irans Außenminister Ali-Akbar Salehi signalisierte großes Interesse an der Rückkehr zum Verhandlungstisch.

CSU familiär

Wer sollte etwas dagegen haben, junge Familien zu unterstützen? Wer, die angespannte Wohnsituation etwa in Großstädten zu entspannen? Niemand. Das genau wird sich auch die CSU gedacht haben, die aus dem Mund ihres Generalsekretärs eine neue soziale Wohltat, nun, nicht verkündet, aber schon mal ankündigt für den Fall, dass sie wieder an der Bundesregierung beteiligt würde. Man kann ja nie wissen.

ndPlusVolkmar Draeger

Kosmopolit

Nacho Duato wird im August 2014 Vladimir Malakhov als Intendant des Staatsballetts Berlin ablösen. Der Spanier verfügt über einen großen Namen, und doch will nicht nur Freude über seine gestern verkündete Berufung aufkommen.

ndPlusThomas Blum

Deutsche Filme fördern?

Während im vergangenen Jahr die Einnahmen der Kinos in Deutschland stiegen, ging der Marktanteil deutscher Filme weiter zurück. Luc Jochimsen, die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, findet das „wenig erstaunlich“.

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Die Pressefreiheit ist eingeschränkt

Am Mittwoch haben Polizisten die Wohnungen von neun Pressefotografen durchsucht, um an Fotomaterial von einer Demonstration im März beim Aktionstag gegen Kapitalismus in Frankfurt am Main zu kommen. Gewerkschafter Andreas Köhn hält die Polizeirazzien bei Fotografen für rechtswidrig.

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Rot-grüne Autobahnen in Niedersachsen

Hannover (dpa/nd). SPD und Grüne in Niedersachsen haben bei ihren Koalitionsverhandlungen einige Hürden genommen. Die Eckpunkte der gemeinsamen Agrarpolitik stehen, und die Planungen für die umstrittenen Autobahnprojekte A 20 und A 38 werden weitergeführt - wenn auch nicht mehr mit dem gleichen Nachdruck wie zuvor. Insgesamt wurden am Mittwoch mit den Ressorts Soziales, Wirtschaft und Landwirts...

Unmut über Schavan wächst

Nach der Aberkennung ihres Doktortitels wachsen die Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Annette Schavan (CDU) als Bundesbildungsministerin. Der Rücktritt der Ministerin wäre »möglicherweise doch die richtige Konsequenz«, sagte am Donnerstag der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Prof. Bernhard Kempen.

ndPlusFabian Lambeck

»Wie verstrahlt bist Du denn?«

Bei der Piratenpartei eskaliert der Streit an der Spitze. Vorläufiger Höhepunkt: Am Donnerstag machte Geschäftsführer Johannes Ponader seinen privaten SMS-Verkehr mit dem Berliner Fraktionschef Lauer öffentlich, weil dieser ihn angegriffen habe.

Reimar Paul

Alles wartet auf Gazale Salame

Das Abschiebedrama um Gazale Salame ist noch nicht beendet. Unterstützer werfen der Landesregierung in Hannover vor, die Einreise zu verzögern. Derweil befinden sich Salame und ihre Kinder in einem schlechten Zustand.

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Chamenei: Dialog mit USA sinnlos

Das geistliche Oberhaupt Irans, Ayatollah Ali Chamenei, lehnt bilaterale Gespräche mit den USA über das iranische Atomprogramm ab. »Ihr wollt mit uns verhandeln, während ihr mit einer Waffe auf den Iran zielt«, sagte Chamenei am Donnerstag in einer Rede bei der iranischen Luftwaffe, wie es auf seiner Webseite hieß.

Japan verlangt Aufklärung von China

Japan fordert China im Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer zum Dialog auf. Der chinesische Einsatz eines Feuerleitradars gegen ein japanische Küstenwachschiff sei bedauerlich, bekräftigte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Donnerstag im Parlament.

Julian Bartosz, Wroclaw

Transparenz hat in Polen Grenzen

Zu den 54 Staaten, in denen es Geheimgefängnisse der CIA gegeben haben soll, gehört auch Polen. Dort ist das Thema dieser Tage wieder hochgekocht.

Olaf Standke

Westerwelle soll nicht schweigen

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat am Donnerstag auf den Philippinen seine dritte Südostasienreise innerhalb von zwölf Monaten begonnen. Nichtregierungsorganisationen erwarten von ihm kritische Worte zur dortigen Menschenrechtslage.

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ndPlusPeter Nowak

Datenschützer rufen zum Einmischen auf

Seit Anfang Januar liegen die Berichte des EU-Parlaments zu einer grundlegenden Datenschutzreform in Europa vor. Nun melden sich Datenschützer und Bürgerrechtler zu Wort. Am Dienstag eröffneten insgesamt 36 Organisationen aus mehreren Ländern das europäische Kampagnenportal privacycampaign.eu.

Martin Lejeune

Ökologie geht vor soziale Belange

Mit knapp 37 Prozent ist die Agrarpolitik der zweitgrößte Ausgabenblock der EU. Nach den Reformplänen der Europäischen Kommission sollen nachhaltige Umweltleistungen noch stärker als bisher gefördert werden.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Nicht alle wollen Einigung um jeden Preis

Der letzte Sondergipfel im November scheiterte. Jetzt unternimmt die EU einen neuen Versuch, einen knapperen Haushalt zu beschließen. Die Chancen auf eine Einigung sind gestiegen. Doch den Regierungschefs stehen harte Verhandlungen bevor.

Thilo Maack

Europa kündigt der Überfischung den Kampf an

Es war ein historischer Moment für den Meeresschutz, auf den wir und viele andere Meeresschutzverbände lange hingearbeitet haben: Am frühen Mittwochnachmittag hat das Europaparlament mit klarer Mehrheit für eine massive Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik in Europa gestimmt.

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ndPlusAnke Stefan, Athen

Wenn das Geld nicht mehr fürs Essen reicht

Die Lage in Griechenland ist hochexplosiv. Immer mehr Menschen leben in Armut und sind auf Unterstützung angewiesen. Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen belasten die Menschen in dem Land zunehmend auch seelisch.

»Die sind am Ende«

Georg Pieper ist Psychologe und auf die Traumatherapie spezialisiert. Mit ihm sprach »nd«-Redakteur Simon Poelchau.

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Gerhard Klas

Die Ökonomie der Armen

Der Inder Abijith Banerjee und die Französin Esther Dulfo füllen große Hörsäle an Universitäten. Sie haben schon zahlreiche Preise gewonnen, so auch für ir jüngst auf Deutsch erschienenes Buch »Poor Economics - Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut«.

Elisa Elschner, London

Irland wickelt Zockerbank ab

Die Anglo Irish Bank ist das Symbol für den Beginn der irischen Finanzkrise. Nun hat das Parlament beschlossen, die Bank zu schließen. Hintergrund ist der Versuch, die Schulden gegenüber der EU umzustrukturieren.

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Kandt will mehr Personal

(dpa). Im Vorgehen gegen rücksichtslose Fahrradfahrer in der Innenstadt erwartet der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt keine Verbesserung. Auf die Frage, warum solche Radfahrer nicht stärker kontrolliert würden, antwortete Kandt laut »Bild«-Zeitung bei einer Veranstaltung der CDU: »Ich mache Ihnen wenig Hoffnung, dass wir über die jetzige Kontrolldichte hinweg noch mehr machen können.« ...

Benefiz für Kältehilfe

(epd). Zugunsten der Berliner Kältehilfe und ihrer »Frostschutzengel« geben am 15. Februar Künstler ein Solidaritätskonzert in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Unter anderen werden auf der Bühne des Roten Salons die »Meystersinger« mit den Stimmkünstlern Luci van Org und Roman Leitner-Shamov sowie Francesco Wilking, Frontmann von Tele, die Postrock-Band Geschmeido und der Solokünstler Je...

NS-Geschichte aufgearbeitet

(epd). Der Berliner Dom will seine NS-Geschichte aufarbeiten. Dazu sei 2013 ein Promotionsprojekt an der theologischen Fakultät der Humboldt-Universität gestartet worden, sagte die Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, die frühere Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen die umfangreichen Archivbestände des Doms aufgearbeitet werden. Die Doktorarbei...

Keiner versteht den Altkanzler

(dpa/nd). Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat mit seiner Berlin-Schelte zum Wiederaufbau des Stadtschlosses Unverständnis und Kritik bei Berliner Politikern ausgelöst. Schmidt hatte erhebliche Zweifel geäußert, wer das Schloss wirklich wolle und den Berlinern vorgeworfen, sie seien groß darin, das Geld anderer auszugeben. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete seine...

Wir brauchen ein Mahnmal für die Opfer

Dagmar Riedel-Breidenstein ist Pressesprecherin von Heroes. Das Präventionsprojekt qualifiziert junge Männer zum Thema Ehre, Gleichberechtigung und Menschenrechte. Die bisher ausgebildeten 32 »Helden« bieten wiederum Workshops in Schulen an, um mit Schülern über die genannten Themen zu diskutieren.

Peter Nowak

Verbilligte Strom-Kontingente für Bedürftige

Start eines Volksbegehrens, das kommunale Energieversorgung in Berlin fordert, ist am 11. Februar. Bis zum 10 Juni 2013 wollen sie 200 000 Unterschriften für ihren Gesetzentwurf sammeln, der eine »demokratische, ökologische und soziale Energieversorgung« in Berlin fordert

Nissrine Messaoudi

Eine Frage der Ehre

Ehre. Was ist das? Etwas ganz Individuelles? Oder ein an Normen und Werten der Mehrheitsgesellschaft orientierter Maßstab für Sitte und Moral? Der Bruder von Hatun Sürücü jedenfalls knüpfte den Begriff an den »freizügigen« Lebensstil seiner Schwester, die er vor acht Jahren erschoss.

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»Wir sollen dienen«

(nd/Riegel). Eine übertrieben respektvolle, fast devote Haltung gegenüber den Wettbewerbsfilmen der Berlinale hat Jury-Präsident Wong Kar Wai offenbart. »Wir sind hier, um Filmen zu dienen, nicht um sie zu bewerten«, sagte der chinesische Regisseur auf einer Pressekonferenz. Das ist aus dem Munde des obersten Richters über die Bärenvergabe bemerkenswert und kommt fast schon einer Arbeitsverweig...

ndPlusGunnar Decker

Lauter kleine Höllen

Am Freitag wird im Berlinale-Wettbewerb der dritte Teil der »Paradies«-Triologie von Ulrich Seidl gezeigt. Dieser dritte Teil heißt »Hoffnung«. Die vorangegangenen waren »Liebe« und »Glaube« und wurden bei den Filmfestspielen in Venedig und Cannes uraufgeführt.

Gunnar Decker

Die Ästhetik des Kampfes

Es regnet. Es schneit. Die Jahreszeiten spielen eine heimliche Hauptrolle. Es wird gekämpft. Immer und - fast - überall. Warum eigentlich? So zu fragen, hieße ein völliges Unverständnis gegenüber jener mythischen Bilderwelt zu offenbaren, die »The Grandmaster« wie ein Tableau ausbreitet.

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Thüringer Talsperre war verseucht

Erfurt (dpa/nd). Die Quelle für die Colibakterien, die im Sommer 2012 das Trinkwasser in Teilen Thüringens verseucht hatten, war die Ohra-Talsperre. Das habe der Chef der Thüringenwasser GmbH (Thüwa), Andreas Reinhardt, öffentlich vor dem Ausschuss für Ordnung und Sicherheit des Erfurter Stadtrates angegeben, berichtete die »Thüringer Allgemeine«. Starker Regen nach langer Trockenheit habe demn...

Kostenfalle Elbtunnel

Hamburg (dpa/nd). Baustellenabsperrungen am Nordzugang zum St. Pauli Elbtunnel in Hamburg: Das Denkmal und Wahrzeichen der Hansestadt wird derzeit saniert, die Kosten dafür sind bereits viermal so hoch wie geplant. Grüne und Linkspartei forderten in dieser Woche vom SPD-Senat wie auch von der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) Rechenschaft. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass...

Bayerns Koalition vertagt ihren Streit

CSU und FDP in Bayern haben ihren Streit um eine schnelle Abschaffung der Studiengebühren im Landtag bei einem ersten Gespräch in der Staatskanzlei noch nicht ausgeräumt. Die Koalitionspartner senden jedoch Signale der Entspannung.

ndPlusWolfgang Weiß und Bernd Kammer

Ganz langsam zur Schnellstraße

Marianne Wolf aus der Erwinstraße in Biesdorf-Süd ist genervt und manchmal auch regelrecht verzweifelt. Wenn die 77-jährige sehbehinderte Frau ihren Sohn und dessen Familie besuchen will, steht sie vor einem für sie fast unüberwindbaren Hindernis, obwohl die Entfernung kaum 100 Meter beträgt. Aber dafür muss sie Köpenicker Straße überqueren. Früh und abends, wenn hier die Autos Stoßstange an St...

Alice Bachmann, Bremen

Lauter Tischherren

Die traditionelle Schaffermahlzeit gilt in der Hansestadt Bremen als eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse. Der übliche Ausschluss von Frauen beim Schaffermahl - bislang gab es nur zwei Ausnahmefälle - gerät zunehmend in die Kritik.

Gaby Gottwald

Milieuschutz schützt nicht immer

Der Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg gilt als wackerer Kämpfer gegen die soziale Umwälzung der Bewohnerstruktur in seinem Bezirk. Doch die Vorgänge an der Boxhagener Straße 26 Zweifel aufkommen, ob Franz Schulz (Grüne) dieses Anliegen immer energisch verfolgt.

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Rosen von Ravensbrück erfroren

Fürstenberg/Havel (dpa). Rosen spielen in der Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück eine zentrale Bedeutung. Seit Überlebende 1957 das Massengrab an der Mauer des einst größten Frauenlagers der Nationalsozialisten auf deutschem Gebiet mit ihnen bepflanzten, wurden es immer mehr. Doch den strengen Frost im Winter 2011/2012 haben die Rosenstöcke nicht überstanden. Und nun ist guter Rat ...

Kritik am Bauverzug der Bahn

Verzögerungen beim Ausbau der Bahnstrecke Rostock-Berlin sorgen im Landkreis Oberhavel für massive Kritik. »Ich vermag nicht zu sagen, ob hier Ignoranz oder Unfähigkeit im Spiel ist, wahrscheinlich beides«, kommentierte Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD) den Bauverzug auf dem Bauabschnitt Löwenberg-Nassenheide in Nordbrandenburg.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Itzehoer kündigen »Spiegel« und »Stern«

Bei der Tiefdruckerei von Prinovis gehen nächstes Jahr im August alle Lichter aus. Nach dem Aus für den Standort Itzehoe hat der Kampf um die Zukunft der Beschäftigten begonnen. Betroffen sind über 700 Festangestellte sowie knapp 400 Leiharbeiter- Ver.di kündigte harte Verhandlungen an.

ndPlusPeter Jähnel, dpa

Märkischer Karneval vor dem Aus?

Der Abschluss der närrischen Jahreszeit wird auch in Brandenburg mit dem Straßenkarneval gefeiert. Doch in den Frohsinn mischen sich auch Sorgen, unter anderem Probleme mit der Finanzierung der Faschingsveranstaltungen.

Diebstähle und Einbrüche auf der Tagesordnung

Frankfurt (Oder) (dpa/nd). Die Brandenburger Soko »Grenze« hat Diebstähle von 14 Fahrzeugen aus dem gesamten Bundesgebiet aufgeklärt. Die Wagen seien zwischen 2010 und 2013 gestohlen worden, allein acht im Land Brandenburg, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Donnerstag mit. Polnische Beamte waren bei der Fahndung nach einem am 1. Februar gestohlenen Auto auf ein abseits gelegenes ...

ndPlusAndreas Hummel, dpa

Biobauern in der Klemme

Weit mehr als eine Milliarde Euro setzen die deutschen Biobauern jedes Jahr mit ihren Erzeugnissen um. Doch bei der Verarbeitung von Milch, Getreide oder Fleisch gibt es vor allem in Ostdeutschland noch Nachholbedarf. Das drückt die Erlöse hiesiger Biobauern.

Rochus Görgen, dpa

Der letzte Zeuge bleibt ungehört

War es ein natürlicher Tod oder Mord? Das können oftmals nur Rechtsmediziner herausfinden. Doch die klagen über zu wenig Geld. In Sachsen-Anhalt steht die Finanzierung der Rechtsmedizin derzeit auf dem Prüfstand.

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Er gestaltete Yoda

Der britische Maskenbildner Stuart Freeborn, der die »Star Wars«-Charaktere Yoda, Chewbacca und Jabba der Hutte gestaltete, ist tot. Das gab der US-Medienkonzern Lucasfilm am Mittwoch (Ortszeit) auf seiner Homepage bekannt. Freeborn wurde 98 Jahre alt. »Seine Kunst und sein Handwerk werden für immer in seinen Figuren weiterleben«, sagte »Star Wars«-Erfinder George Lucas (68) in einem Stat...

Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse hat die Freiburger Jungautorin Lisa Kränzler (»Nachhinein«) für den diesjährigen Buchmesse-Preis nominiert. Daneben können sich in der Kategorie Belletristik auch Ralph Dohrmann (»Kronhardt«), Birk Meinhardt (»Brüder und Schwestern«), David Wagner (»Leben«) und Anna Weidenholzer (»Der Winter tut den Fischen gut«) Hoffnung auf die Auszeichnung machen, wie die Buchmesse am Donnerstag mitteilte.

ndPlusKarin Paul

Wer A sagt, ...

Tino Eisbrenner, einst Frontmann der Ostrock-Band »Jessica«, interpretiert auf seiner neuen Platte »BRECHT« Gedichte und Lieder des großen Dramatikers. Die »Haifischtour« zum Brecht-Programm beginnt am Freitag in Neustrelitz. Karin Paul sprach im Vorfeld für »nd« mit dem Sänger.

Karlen Vesper

Vivat! - Vivat?

Das ist mal wieder typisch: die DDR in der Schmuddelecke«, empörten sich einige Erstbesucher der Ausstellung »Mythos und Wissenschaft - 125 Jahre Urania« im Foyer des Hauses des Berliner Bildungsvereins. Nun hat der Kurator zwar in seinem Eröffnungsreferat selbst angemerkt, das Kapitel DDR sei »leider in der rechten Ecke gelandet«, was keine Geringschätzung impliziere. Doch die Frage bleibt, wa...

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ndPlusJürgen Amendt

Eine Frage der Einstellung

Die Aussage eines Hamburger Schulleiters, er halte die Inklusion für eine »gesetzliche Vorgabe«, von der er jedoch möglichst verschont werden will, ist symptomatisch. Sie macht zweierlei deutlich: Zum einen, dem Schulleiter zugute haltend, dass die Politik zwar die tollsten Bildungsreformen verkündet, die Schulen aber bei der Umsetzung faktisch im Stich gelassen werden.

Kopfnote: ungenügend

Ab kommendem Schuljahr soll es in Mecklenburg-Vorpommern wider Kopfnoten geben. Ob damit Arbeits- und Sozialverhalten wirklich erfasst wird, ist sehr umstritten, noch umstrittener ist es, ob Haltungen sich durch Zensuren ändern. Erwiesen ist aber, dass es sich um eine disziplinarische Erziehungsmethode handelt. Das geben manche Pädagogen unumwunden zu. So der Lehrer sofawolf auf www.news4...

Guido Sprügel

Hurra, hurra die Schule brennt!

Die Bildungspläne des Hamburger Senats sind ambitioniert. Vor allem bei der Inklusion, also der gemeinsamen Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern, will man Vorreiter sein. Angesichts der Realität erscheinen diese Pläne wie eine Farce.

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ndPlusJörg Meyer

Aus zehn mach zwölf

Ein wegweisendes Urteil sprachen kürzlich Richterinnen und Richter des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt. Der Zweite Senat gab der Kündigungsschutzklage eines Mannes recht, der in einem Kleinbetrieb mit zehn Festangestellten und Leiharbeitern beschäftigt war - das Gesetz greift für nach dem 31. Dezember 2003 Eingestellte jedoch erst ab einer Betriebsgröße von über zehn fest Beschäftigten.

Hans-Gerd Öfinger

Weiter Spekulation um »FR«

Im Tauziehen um die insolvente »Frankfurter Rundschau« (FR) gibt sich der türkische Medienkonzern Estetik Yayincilik offensiv. So zeigte sich Konzernchef Burak Akbay in einem dpa-Interview am Mittwoch zuversichtlich, dass er mit einem aufgestockten Angebot die »FR« weiterführen könne. Neben 100 Redaktionsstellen könne auch die Druckerei in Neu-Isenburg teilweise weiter bestehen, versprach Akbay. Dort will er eine Deutschlandausgabe seiner Boulevardzeitung »Sözcü« drucken.

Rainer Balcerowiak

Neue nd-Serie

In den letzten Jahrzehnten hat die Durchsetzungskraft der Gewerkschaften nachgelassen. Eine Debatte über die Zukunft und eine Neuaufstellung tut Not. Teil eins der nd-Serie zur Konferenz »Erneuerung durch Streik« der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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ndPlusJohannes Ehrmann

3 Fragen an ...

nd: Didier Deschamps, wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus? Deschamps: Es war ein sehr lebendiges Match mit einem hohen Rhythmus. Ich glaube, wir haben heute ganz interessante Dinge angestellt, vor allem in der Offensive. Wir konnten uns viele Torchancen erspielen gegen eine starke deutsche Mannschaft – das war positiv. Man hat aber auch die Klasse der Deutschen gesehen. Sie haben unsere Fehler ...

Australiens Sport im Sumpf

Doping, Drogen, Verbindungen zur organisierten Kriminalität - ein Bericht über den Zustand des eigenen Sports hat Australien erschüttert. Ermittlungen der staatlichen Kommission zur Verbrechensbekämpfung (ACC) haben ein verheerendes Bild des Profisports in Australien gezeichnet. »Die Ergebnisse sind schockierend und werden die australischen Sportfans abstoßen«, sagte Justiz- und Innenminister Jason Clare am Donnerstag bei der Vorstellung des Reports in Canberra.

Elmar Dreher, dpa

Burkina Faso stellt Afrikas Fußballwelt auf den Kopf

Burkina Faso sorgt beim Afrika-Cup weiter für Furore. Mit dem sensationellen 3:2 über Titelkandidat Ghana galoppierten die »Hengste« ins Finale. Dort will der Außenseiter auch den Favoriten Nigeria ärgern, der Malis Höhenflug stoppte.

Johannes Ehrmann, Paris

Genie der Arbeit

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt im ersten Spiel des Jahres in Frankreich 2:1. Beide Seiten schwärmen danach von einem schönen Abend in Paris, dem temporeichen Spiel und einem überragenden deutschen Spielmacher.