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Merkel berät über Gestaltung der Energiewende

Kanzlerin Angela Merkel ist am Donnerstag mit Vertretern von Wirtschaft, Kirchen, Wissenschaft und Umweltverbänden zu Beratungen über die Gestaltung der Energiewende zusammengekommen. Der Präsident der Bundesnetzagentur soll über den Stand beim Netzausbau informieren.

Otto nimmt T-Shirt nach Shitstorm aus dem Sortiment

Der Hamburger Versandhändler Otto hat ein Kinder-T-Shirt nach negativen Kommentaren im Internet in Österreich aus dem Sortiment genommen. Das T-Shirt für Mädchen trägt den Aufdruck »In Mathe bin ich Deko« und wurde von vielen Otto-Kunden als diskriminierend für Mädchen angesehen.

Unten links

Andreas Voßkuhle ist vor die Hauptstadtpresse getreten. Der »Spiegel« wurde danach mit einer Rüge der Bundespressekonferenz bedacht. Das Magazin habe Vertraulichkeit missachtet. Denn der Richter hatte seine Auskünfte »unter drei« gegeben. Was im informellen Regelwerk der Presse soviel heißt wie: Das Gesagte ist nur für den Hintergrund, darf nicht zitiert werden. Das dürfen nur Informationen »un...

Katharina Dockhorn

Midlife Crisis trifft auch Hollywood-Stars

Für Bille August stand Jeremy Irons in der Bestsellerverfilmung „Das Geisterhaus“ vor der Kamera, Bruce Willis ärgerte er als Bösewicht in „Stirb langsam 2“. Der Engländer fühlte sich im actionreichen Blockbuster-Kino ebenso zu Hause wie im europäischen Arthouse-Kino. Drei Filme drehte der 64-jährige mit dem Kanadier David Cronenberg, für „Die Affäre des Sunny B.“ gewann er 199...

Vermächtnis

Hugo Chávez hat in seinem Leben viel und viele bewegt. Mit dem Tod des venezolanischen Präsidenten ist es nicht anders. Vor allem in Lateinamerika sind es Millionen, überwiegend aus den Unterschichten, die trauern. Ihnen hat der große Kommunikator eine Stimme verliehen, wie sie in den neoliberalen 80er und 90er Jahren in Lateinamerika nicht vernehmbar war. Chávez' Tod ist auf alle Fälle e...

Gericht kippt Stromrabatt für Industrie

Berlin (dpa/nd). Die Befreiung großer Unternehmen an den Kosten für das Stromnetz ist nichtig. Dies entschied am Mittwoch das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf. Damit kippte das Gericht eine Verordnung, die der Bundestag 2011 beschlossen hatte. Diese habe keine ausreichende gesetzliche Grundlage gehabt, begründeten die Richter in ihrem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist. Geklagt hatten f...

Der Comandante ist tot

Caracas/Berlin (nd). Nach dem Tod des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez zog am Mittwoch in der Hauptstadt Caracas eine Trauerprozession mit dem Sarg des Verstorbenen zur Militärakademie. Familienangehörige, Regierungsvertreter und tausende Chávez-Anhänger begleiteten den mit der Nationalfahne bedeckten Sarg durch die Straßen der Metropole. Vor dem Leichenwagen liefen der venezolanische Vi...

ndPlusFabian Lambeck

Bloß nicht zu kritisch

Angesichts der Manipulationen am aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung werden Forderungen laut, künftig eine unabhängige Kommission mit der sozialen Bestandsaufnahme zu betrauen.

ndPlusKatharina Dockhorn

Midlife Crisis trifft auch Hollywood-Stars

nd: Kennen Sie das Gefühl von Gregorius, dass das Leben wie ein langer, ruhiger Fluss ereignislos vor sich hin plätschert? Irons: Ja, von der persönlichen Erfahrung mache ich meine Entscheidung für eine Rolle jedoch niemals abhängig. Ich habe den Roman mit großer Begeisterung gelesen und hatte Bedenken, ob die philosophische Ebene überhaupt auf die Leinwand gebracht werden kann. Dies traute i...

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ndPlusJohn Dyer, Boston

Gehasst und bewundert

Hugo Chávez hatte sich immer wieder mit den USA angelegt und war dort ein erklärtes Feindbild. Nur Stunden vor der Nachricht von seinem Tod wies Venezuelas Vizepräsident Nicolás Maduro zwei US-amerikanische Diplomaten aus, denen eine Verschwörung vorgeworfen wurde.

Leo Burghardt, Havanna

Havanna hielt den Atem an

Es war gegen 16 Uhr Ortszeit am Dienstag in Alt-Havanna. Der Lärm in der Hauptgeschäftsstraße Obispo ebbte auf einmal ab, zwei, drei Sekunden lang. Dann hörte ich: »Chávez ist tot!« Die Betriebsamkeit erstarrte völlig. So etwas habe ich noch nie erlebt. Für einen Moment herrschte beinahe Stille. Dann wieder: »Chávez ist tot! Alle Fernsehkanäle übertragen es aus Caracas.« Ist Chávez wirklich tot...

Harald Neuber

Lateinamerika trauert um Chávez

Von Chile bis in die Karibik - aus fast allen lateinamerikanischen Ländern schicken die politischen Führungen Sympathiebekundungen für Venezuelas verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez. In einigen Ländern wurde sogar Staatstrauer ausgerufen.

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Stimmen: Anerkennung aus fast der ganzen Welt

EU: In einer sechs Zeilen langen Erklärung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso heißt es, die EU habe »mit Trauer« auf die Nachricht vom Tode des Präsidenten Hugo Chávez reagiert. »Venezuela hat sich durch seine soziale Entwicklung und für seinen Beitrag zur regionalen Integration Südamerikas ausgezeichnet«, heißt es weiter. »In der Hoffnung auf...

ndPlusTobias Lambert

Der Fürsprecher der Armen

Hugo Chávez hinterlässt in Venezuela ein polarisiertes Land. Der Grund: Er hat es als erster Politiker in Venezuela glaubhaft geschafft, die Armut und Ausgrenzung der Mehrheit der Bevölkerung auf die politische Agenda zu setzen. Zum Verdruss vieler in der Mittel- und Oberschicht.

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ndPlusKurt Stenger

Energiewende für lau

Ein stromintensives Unternehmen müsste man sein. Dann gäbe es vom Versorger einen Schnäppchenpreis pro Kilowattstunde sowie obendrein vom Staat Rabatte bei der EEG-Umlage und die Netzentgelte gleich ganz geschenkt. In die Röhre gucken dagegen Otto Normalverbraucher und auch Unternehmen, die mittels teurer Technik versuchen, ihren Stromverbrauch klimaschonend zu minimieren. Dass dies jeder...

Uwe Kalbe

Notruf für Frauen

Notrufe von Frauen haben die Bundesregierung schon in verschiedener Form erreicht. Es ging dann etwa um Beteiligungsrechte, Verdienstmöglichkeiten oder Kinderbetreuungsmöglichkeiten - Themen, die in Deutschland regelmäßig debattiert werden, mit denen es aber nicht recht vorangeht. Frauen sind in ihren Rechten, Chancen und Vergütungen benachteiligt, und die Bundesregierung hat daran nichts geänd...

ndPlusMarkus Drescher

Liberale Parallelgesellschaft

Die Risse in der deutschen Gesellschaft werden immer tiefer. Ganze Bevölkerungsgruppen verlieren den Kontakt zur Realität und igeln sich in fundamentalistischen Parallelgesellschaften ein. Als besondere Bedrohung hat sich in den letzten dreieinhalbJahren eine Gruppierung erwiesen die sich »Liberale« nennt. Deren politischer Arm, die Freie Demokratische Partei (FDP), strebt die Abschaffung der R...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Idealer Lear

Die Bosheit so freundlich. Die Skepsis so kreuzfidel. Bärbeißige Schwere, eine listig-verschlagene Kreatürlichkeit. Jürgen Holtz: als seien Brecht, Commedia dell'arte und Beckett von Heiner Müller zum Verschwörertreff gebeten. Das Theater, das den lohnenswerten Leichtsinn begeht, diesen Schauspieler zu Arbeit einzuladen, lädt sich ihn auf. Muss fortan mit tragen, was der anschleppt. Konzepte, Z...

Ralf Klingsieck

Atomausstieg in Frankreich?

nd: Aus Anlass des zweiten Jahrestags der Katastrophe von Fukushima organisieren Sie am Sonnabend eine Menschenkette quer durch Paris. Was ist das Ziel? Fest: Die Atomkatastrophe von Fukushima ist vor Ort noch längst nicht bewältigt. Hunderttausende Menschen müssen in Territorien leben, die in bedenklich hohem Maße atomar verseucht sind und die dies noch über Jahrhunderte sein werden. In viel...

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Öffentlich dienstlich sauer
ndPlusAnja Krüger, Hendrik Lasch 
und Sarah Liebigt

Öffentlich dienstlich sauer

Am Donnerstag beginnt die entscheidende Verhandlungsrunde für die rund 800 000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst. Seit Wochen legen Angestellte des öffentlichen Dienstes immer wieder die Arbeit nieder. Mittwoch waren in Deutschland über 50 000 Menschen im Warnstreik.

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Erneut grüner Protest gegen Stuttgart 21

Stuttgart (nd/Agenturen). Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann hat die Entscheidung des Bahnaufsichtsrates zum Weiterbau von Stuttgart 21 erneut kritisiert: »Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass der Aufsichtsrat sozusagen das Fass größer gemacht hat, nämlich die Kosten von viereinhalb auf sechs Milliarden Euro erhöht hat«, sagte er im Phoenix-Interview. »Aber es i...

ndPlusHaidy Damm

Keine traute Runde

Vor der Bundestagswahl macht der DGB seine Erwartungen an die nächste Bundesregierung deutlich. Die Forderung des DGB ist klar: die Arbeitnehmer in diesem Land brauchen einen Politikwechsel. Gestern debattierten die Generalsekretäre der Parteien vor dem Bundesausschuss in Berlin.

René Heilig

»Piato« war nicht allein

Der Brandenburger Verfassungsschutz hatte offenbar gleich zwei V-Leute im unmittelbaren Umfeld der NSU-Terrortruppe platziert: Carsten Szczepanski (»Piato«) und die - noch nicht enttarnte, womöglich weiter aktive - Quelle 370 004. Beide hatten auch intensive Kontakte zu Combat 18.

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China: Ruhe bewahren

Nach der Drohung Nordkoreas, das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakrieges von 1953 aufzukündigen, hat China zur Zurückhaltung aufgerufen.

Kinder schlecht behandelt

Das Kinderhilfswerk UNICEF beklagt eine »schlechte Behandlung« palästinensischer Minderjähriger im israelischen Justizsystem.

Deutschland torpediert Frauenquote

München (Agenturen/nd). Die Bundesregierung will die Initiative von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in Aufsichtsräten verhindern. Die Ständige Vertretung Deutschlands in Brüssel sei aufgefordert worden, dafür zu sorgen, dass die geplante Richtlinie keine Mehrheit in der EU finde, schreibt die »Süddeutsche Zeitung«. In einer »Weisung« der Bundesregierung heißt es demnach...

Olaf Standke

Smith&Wesson lädt durch

Erst Sturm Ruger, nun Smith&Wesson: Amerikas Waffenschmieden melden Rekordumsätze - trotz oder gerade wegen der Bemühungen von Präsident Obama, die Gesetze zu verschärfen.

Ulrich Glauber

Verdacht auf Luftschlösser in Bilanzen

Die Staatsanwaltschaft hat die Firma Windreich wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation durchsuchen lassen. Der größte deutsche Projektentwickler von Windparks hat offenbar schon länger Finanzierungsprobleme.

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Waffen von EU verlangt

Die syrischen Rebellen benötigen nach Angaben ihres Militärchefs dringend Waffen von der Europäischen Union für ihren Kampf gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

De Maizières Varianten

Keine zwei Jahre vor dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes in Afghanistan ist das weitere militärische Engagement der Bundeswehr am Hindukusch immer noch unklar.

Anja Bengelstorff, Nairobi

Kenia in der Warteschleife

In Kenia wachsen Anspannung und Enttäuschung unter den Wählern, während die Überforderung der nationalen Wahlkommission immer deutlicher zutage tritt.

ndPlusAndreas Landwehr (dpa), Peking

China: Urbanisierung als Wirtschaftsmotor

China hat eine neue Zauberformel: Urbanisierung. Auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand ziehen Millionen Chinesen in die Städte. Das kurbelt Investitionen, Konsum und somit die Wirtschaft an. Aber das alte, strenge Meldesystem in China steht der Zukunft noch im Wege.

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ndPlusFabian Lambeck

Ökologisch und sozial sind keine Widersprüche

Ein ehemaliger CDU-Bundesumweltminister, Sozial- und Verbraucherverbände, Kirchen und Umweltgruppen haben sich zusammengetan und einen Forderungskatalog zur Energiewende erarbeitet. Am Mittwoch präsentierte sich das Bündnis erstmals in Berlin.

Harald Neuber

Hohe Strahlenbelastung in ganz Japan

Die atomkraftkritische Ärzteorganisation IPPNW hat alarmierende Zahlen zu Erkrankungen und Krebsprognosen nach dem Reaktorunfall in Japan veröffentlicht. Kritik übt man an einem beschönigenden WHO-Bericht.

ndPlusHendrik Lasch, Halle

Freie Fahrt auf den Nebenstraßen

In Ostdeutschland wird mehr Energie aus Wind und Sonne erzeugt als verbraucht. Das Stromnetz muss deshalb ausgebaut werden. Es ist immer weniger für den Ansturm des Stroms aus Sonne und Wind gewappnet. Über deren Ausbau wollen sich die sechs Netzbetreiber im Osten jetzt abstimmen.

Simon Poelchau

Häuser verfehlen Klimaziele

Die Bundesregierung will den Energieverbrauch in Gebäuden bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent senken. Doch realistisch sind für den Wohnungsverband GdW nur 62 Prozent, falls nicht zusätzlich gefördert wird. Dann rücken die klimapolitischen Ziele zunehmend in weite Ferne.

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Josh Duhamel

Der US-amerikanische Schauspieler, geboren am 14. November 1972 in Minot/North Dakota, begann seine Karriere relativ spät. Nach einem Biologie-Studium an seiner Heimat-Universität ging er nach Kalifornien und arbeitete einige Zeit als Model. 2002 hatte er seinen ersten Auftritt in einer TV-Serie und wurde 2005 mit der Titelrolle in »The Picture of Dorian Gray« bekannt. Er sieht gut aus, ist spo...

Tobias Riegel

Die Leben der Anderen

In das Leben »großer« Menschen einzutauchen - eine Vielzahl an jüngst verfilmten Biografien macht das derzeit möglich. Oder sie gaukeln zumindest vor, in knapp zwei Stunden die Höhen und Tiefen eines Promidaseins ausloten zu können. Ein Betrug zweifellos, aber ein süßer, den viele Kinogänger offensichtlich gerne in einen Selbstbetrug ummünzen. Denn dass die Existenzen auch von Abraham Lincoln, ...

ndPlusCaroline M. Buck

Regenbogenbunte Revolution

Womit lässt sich ein Diktator bezwingen? Indem man ihn lächerlich macht, meinte Charles Chaplin, und ließ seinen Adenoid Hynkel Kauderwelsch bellen und seine Welteroberungsfantasien mit einem platzenden Globus-Luftballon tanzen. Oder indem man den Herrscher mit einer regenbogenbunten Fröhlichkeit und einer Anti-Kampagne begegnet, die mitten in der Diktatur bewusst auf jede Aufklärung verzichtet...

Marion Pietrzok

Ruck-Zuck

Dieses Werk des alten Filmhasen Bille August gehört für mich zu den Ruck-Zuck-Alles-ist-klar-Filmen: Da wird ein Bild, ein Detail gesetzt und, zuck, schon im nächsten Augenblick erschließt sich seine Bedeutung. Mein Geschmack, da ich vom Kino Zauber, Spannung, Geheimnis auch in klar erzählter Geschichte erwarte, ist das nicht. Das Schwingen von Ambivalenzen ist mir entbehrlich nur bei einem aus...

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Bewährung für Propaganda

(dpa/nd). Ein 20-jähriger Mann ist am Mittwoch wegen Werbens für Mitglieder einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Laut Kammergerichts hatte der Verurteilte ein islamistisches Propaganda-Video im Internet verbreitet. Damit wurde für die terroristische Organisation »Islamische Bewegung Usbekistan« (IBU) geworben....

Straßenkampf

Auf Berlins Straßen geht es gefährlich zu - keine Frage. Mehr als 130 782 Verkehrsunfälle allein im vergangenen Jahr, diese Zahl spricht für sich. Wobei die Dunkelziffer noch wesentlich höher liegen dürfte, schließlich werden viele Unfälle gar nicht angezeigt. Besonders besorgniserregend ist über die Gesamtzahl hinaus die Zunahme bei den getöteten Radlern und die gestiegene Zahl verletzter Fußg...

Martin Kröger

Anklage im Fall Jonny K.

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat im Fall des tödlichen Angriffs auf Jonny K. Anklage gegen vier Beschuldigte erhoben. Jonny K. und sein Begleiter waren am 14. Oktober 2012 am Alexanderplatz von insgesamt sechs Tätern brutal mit Schlägen und Tritten attackiert worden - K. erlag am nächsten Tagen im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Sein Tod hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Den nu...

Theresa Münch

Geisterbahnhof unter dem BER

Nach einem kalten Luftzug aus dem dunklen Tunnel fährt ein Zug in den Geisterbahnhof. Kein Passagier steigt aus, keiner ein. Als die leere S-Bahn wieder abfährt, bleibt der Bahnsteig verwaist. Die Atmosphäre im Kellergeschoss des Pannenflughafens in Schönefeld ist gespenstisch.

Nicolas Šustr

Radfahrer sind gefährdet

Es ist eine schreckliche Bilanz: 42 Menschen, darunter ein Kind, kamen bei Verkehrsunfällen in Berlin im Jahr 2012 ums Leben. »Historisch« gesehen, sei dies jedoch der niedrigste Wert seit 1990, betont Polizeipräsident Klaus Kandt, bei einer Pressekonferenz.

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Idyll unter Schatten

(nd). Der ungefilterte Realismus der Plastiken von Kristin Kolb irritiert zunächst. Doch der wegen der klaren bildlichen Wiedergabe vermutete Anachronismus, die gewitterte Naivität im Anspruch der Künstlerin werden durch die mannshohen Werke nicht belegt. Statt dessen tritt nach einem zweiten Blick Unruhe in den Vordergrund. Denn die dargestellten lieben Kinderlein sind gar nicht lieb. Über der...

Ausblicke auf das »Radio der Zukunft«

Heute startet das Festival »Radio Zukunft« an der Akademie der Künste (AdK). Vier Tage lang loten Experten in Vorträgen und Diskussionrunden Möglichkeiten des künftigen Hörfunks aus. MAREIKE MAAGE hat als Assistentin der künstlerischen Leitung das Festivalprogramm mit gestaltet.

ndPlusGunnar Decker

Gefangen im Traum

Die Inszenierungen dieser Regisseurin arbeiten wechselweise mit Mikroskop und Teleskop. Die kleinste Falte am Mund ähnelt dann einer Landschaft mit Krater. Da will jemand sehr genau wissen, wie sich noch das kleinste Detail ins große Ganze fügt. Hier werden wahrhaft neuen Perspektiven geprobt! Das ist vor allem eine Frage des Rhythmus - und der Hilfsinstrumente. Katie Mitchell ist zum die...

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Erfolg für Schulrebellen

Zittau (dpa/nd). Im Streit um eine nicht genehmigte fünfte Klasse in Seifhennersdorf (Sachsen) haben die betroffenen Familien juristische Rückendeckung erhalten. Das Amtsgericht Zittau stellte gestern die Bußgeldverfahren gegen die Eltern ein, die ihre Kinder ohne Erlaubnis des sächsischen Kultusministeriums an die Mittelschule der Stadt schicken, wie Amtsgerichtsdirektor Andreas Behrens sagte....

Mit Beipack-Zettel

München (dpa/nd). Verstörend: Erstmals in Deutschland präsentiert das Haus der Kunst in München den Südafrikaner Kendell Geers mit Arbeiten von 1988 bis heute. Neben der Eintrittskarte bekommt der Besucher eine Art Beipack-Zettel: Der »Wichtige Hinweis zu Ihrer Sicherheit« warnt davor, dass aus einigen Ausstellungsstücken Glasscherben ragen, scharfer Klingenstacheldraht in Kunstwerke eingearbei...

Wolfgang Weiß

Studentenbude kontra Luxusloft

»Für uns ist wichtig, dass hier etwas passiert. Wir möchten, dass sich das Gebiet zu einem anerkannten Wissenschaftsstandort weiterentwickelt, der über die regionalen Grenzen hinausstrahlt.« Dirk Maier vom Regionalmanagement Schöneweide spricht von einem rund 2200 Quadratmeter großen Areal zwischen Laufener- und Reinbeckstraße, direkt am Kranbahnpark in Oberschöneweide und damit im Zusammenhang...

ndPlusHagen Jung

Schulen ohne Schlapphüte

Die LINKE nicht mehr ausspähen, keine Geheimdienstler mehr in die Schulen schicken: Das hatten Niedersachsens SPD und Grüne in ihrer Koalitionsvertrag ebenso vereinbart wie das Ende der diskriminierenden Überwachung islamischer Gemeinden. Nun beginnt die VS-»Neuorientierung«.

Frank Pfaff, dpa

Quadratur der Kreise

Mecklenburg-Vorpommerns Landkreise und Kommunen dringen auf mehr Geld vom Land. Nach diversen Hilfsfonds zuvor schon soll es nun erneut 100 Millionen Euro geben, um die Umsetzung der Kreisgebietsreform in Schwung zu bringen. Doch das Land denkt nicht an Erhöhung der Zuwendungen.

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Staatsanwalt unter Druck

Nürnberg/München (dpa/nd). Grüne und Freie Wähler in Bayern haben im Fall Mollath den politischen Druck auf den Nürnberger Generalstaatsanwalt Hasso Nerlich am Mittwoch verstärkt. In einem Dringlichkeitsantrag fordern sie Nerlichs Entbindung, weil er befangen sei. Sie wollten den Antrag heute im Rechtsausschuss des bayerischen Landtags einbringen. Nerlich erklärte, er werde sich in der Ausschus...

Lufthansa: Ruhe hemmt Investitionen

Schönefeld (dpa). Vor der nächsten Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am Freitag fordert die Lufthansa ein Ende der Diskussion über ein strengeres Nachtflugverbot. »Die Debatte ist ein schweres Investitionsrisiko für den Standort Berlin«, sagte der Konzernbevollmächtigte Thomas Kropp gestern. Es müsse weiter gelten, was das Bundesverwaltungsgericht entschieden habe. Demnach gilt am ...

Marion van der Kraats

Andreas Dresens Silberner Bär wird eingemottet

Das Bett aus dem DEFA-Streifen »Paul und Paula«, Briefe an Zarah Leander, der Silberne Bär von Regisseur Andreas Dresen - alles verschwindet für mindestens ein Jahr im Depot. Das Filmmuseum Potsdam war am Wochenende noch geöffnet, am Montag begann der Abbau. Das Kino blieb noch ein paar Tage länger geöffnet. Aber morgen werden die bis zu rund 500 Kilogramm schweren Projektoren und Schnitt...

Streit um Konkordat in Bayern

Das umstrittene Konkordat des Freistaates Bayern mit dem Vatikan wird nun wohl ein Fall für das Bundesverfassungsgericht. Es handelt sich um einen komplizierten Vertrag aus dem Jahr 1924, welcher der katholischen Kirche allerlei Privilegien sichert.

Reinhard Schwarz, Hamburg

Panik-Pläne für die Speicherstadt

Der Ort steht schon fest: In der Speicherstadt im Hamburger Hafen ist eine »Panik-City« geplant. Hier sollen Exponate aus dem Leben Udo Lindenbergs präsentiert werden. Auch kreativen Talenten wird eine Förderung in Aussicht gestellt. Doch die Finanzierung bereitet Probleme.

ndPlusChristian Schultz, dpa

Wenn die Bibliothek hupt

Er ist Treffpunkt für Jung und Alt, Fundus für Bücher, Zeitschriften und vieles mehr - der Koblenzer Bücherbus. In Rheinland-Pfalz gibt es nur den Koblenzer Bücherbus. Deutschlandweit gibt es nur noch 112 dieser Fahrzeuge, denn in vielen Kommunen regiert der Rotstift.

ndPlusWilfried Neiße

Die Polizei gelangt an ihre Grenze

Erstmals seit 2007 ist die Grenzkriminalität messbar zurückgegangen. Bei aller Freude darüber musste Innenminister Dietmar Woidke (SPD) gestern einschränken: »Wir sind noch nicht über den Berg.« Zwar sorgte die massive Präsenz der Bereitschaftspolizei an der polnischen Grenze für einen Rückgang der Diebstähle von etwa 11 300 im Jahr 2011 auf rund 9100 im vergangenen Jahr. Doch es gibt dor...

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Bild-Hauer

D der Bildhauer Johannes Wald erhält an diesem Samstag den mit 15 000 Euro dotierten Ernst-Rietschel-Kunstpreis. Das teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am Mittwoch mit. Der Preis erinnert an einen der bekanntesten deutschen Bildhauer des Spätklassizismus. Rietschel (1804-1861) stammte aus Pulsnitz bei Dresden und schuf bedeutende Skulpturen wie das Goethe- und Schiller- Denkmal in ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

So schwer wie leicht

Wenn man die Bezeichnung »Der Dicke« wörtlich und generell nimmt, dann meint man bald, das prägend Beleibte sei auch dem Namen »Bloch« beigemischt - er hat etwas Felsiges, Blocksteiniges; der Vokal wuchtet etwas hin, knapp und präzis. Dieter Pfaff (Foto: dpa/ Carstensen) war Titelheld in beiden ARD-Fernsehserien, und wenn er ins Bild kam, schweigend und beobachtend, schien er entschlossen, alle...

ndPlusWladislaw Hedeler

Gulag und Grammophon

Nach Eugen Ruges preisgekröntem Buch »In Zeiten des abnehmenden Lichts« legte der Rowohlt-Verlag einen weiteren »Lebensroman« vor. Sergej Lochthofen, 1953 in Workuta geboren, erzählt in »Schwarzes Eis« die Geschichte seines Vaters und dessen Familie.

Jürgen Amendt

Was darf Satire?

Was darf Satire? Die Frage ist eigentlich falsch gestellt, denn die gängige Antwort von Satirikern lautet: alles. Über ein solches Diktum lässt sich kaum noch diskutieren. Richtigerweise müsste die Frage zur Satire also lauten: Was ist Satire? Die Störung des Normalbetriebs?

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Vom Eigensinn

Was macht einen Menschen unbequem, was unterscheidet ihn vom Außenseiter, der früh in die Vergessenheit gerät, und was führt dazu, dass sein Einfluss auf die Gesellschaft, ja auf die Zeitläufte anhält? Dass sich die Leute noch Jahrzehnte erinnern? ... Unbequeme entziehen sich unseren gängigen Deutungsmustern, sie verweigern sich unseren Erwartungen, verhalten sich nicht immer ihrem Standa...

Kurt Wernicke

Aus Völkern wurden Kriegsvölker wurden Völker

Ungern erinnert man sich daran, dass vor vier Jahren der 250. Geburtstag des deutschen Nationaldichters Friedrich Schiller im öffentlichen Bewusstsein total verschwand - hinter dem Jubel, der dem 20. Jahrestag der Herbstrevolution von 1989 galt. Angesichts der für dieses Jahr abzusehenden Konzentration der Gedenkkultur auf Jahrestage, die mit dem NS-Regime verknüpft sind, ist Skepsis angebracht...

ndPlusKarlen Vesper

Rotbuch als Replik auf ein Braunbuch

Die Neuauflage des 1983 erstmals in deutscher Übersetzung in der Edition Nautilus erschienenen »Roodboek. Van der Lubbe en de Rijksdagbrand« ist eine leidenschaftliche Verteidigung des von den Nazis in der Brandnacht am Tatort als »Brandstifter« verhafteten holländischen Anarchisten.

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Richtig dicke Brocken

Mit einer reifen Leistung hat Dortmund das Viertelfinale der Champions League erreicht. Nach dem 2:2 im Hinspiel in der Ukraine siegte die Borussia am Dienstagabend gegen Schachtjor Donezk im Rückspiel 3:0. Für Trainer JÜRGEN KLOPP Anlass genug, in Superlativen zu sprechen.

Jürgen Holz

Der Frust sitzt tief

Den Berliner Eisbären droht nach sechs Titelgewinnen in der Deutschen Eishockey-Liga seit 2005 wieder ein Jahr der Pleite. Es scheint ein Gesetz der Serie zu sein: Zwei Erfolgsjahren folgte stets ein Aussetzer. So war es 2010 und 2007 - nun auch 2013?

ndPlusTom Mustroph

Mission zwischen den Meeren

Gestern begann die siebentägige Radrundfahrt Tirreno Adriatico. Am Start ist auch das Team MTN Qhubeka - als erster afrikanischer Rennstall auf der World Tour. Im Vordergrund steht dessen soziales Engagement in seiner südafrikanischen Heimat.

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Tödliche Lawinen in den Alpen und Sibirien

Mehrere Lawinen haben in den Alpen am Dienstag sieben Menschen getötet. In Österreich starben drei Menschen, in Frankreich vier Alpinisten. Auch in Sibirien gab es Opfer. Der Nordosten der USA wurde unterdessen von heftigen Schneefällen und Stürmen heimgesucht.

Solotänzer gesteht Auftrag für Säureangriff

Ein Solotänzer des weltberühmten Bolschoi-Balletts steht nach Polizeiangaben als Auftraggeber hinter dem Säureangriff auf den Ballettchef Sergej Filin. »Ich habe dieses Verbrechen angeordnet«, sagte Pawel Dmitritschenko in einem aufgezeichneten Polizeigeständnis, das am Mittwoch im russischen Fernsehen gezeigt wurde. Ballettchef Sergej Filin erlitt bei dem Angriff Mitte Januar Verätzungen...

Annette Birschel, dpa

Vom Camping zum König

Die Niederländer wollen den Thronwechsel in acht Wochen groß feiern. Viele fürchten die Kosten. Andere wittern ein großes Geschäft und bieten Betten zu Wucherpreisen an.