Seite 1

Unten links

Schön ist es, wenn sich Politiker, die sich vor allem durch Reden hervortun, gelegentlich körperlich betätigen. Ja, sogar Sport treiben. Und dann auch noch im Dienste der Allgemeinheit. Da können die deutschen Abgeordneten einiges lernen. Beispielsweise von den Kollegen in der Ukraine, die es sich zur schönen Gewohnheit gemacht haben, einander im Hohen Haus abschließend gepflegt die Fresse zu p...

Kurt Stenger

Kleineres Übel

Das klare Nein des zyprischen Parlaments zu den Details des Rettungsplans ist mit Blick auf die arg gebeutelte Demokratie in Europa ein wirklich gutes Zeichen: In Zypern hat man die harten Auflagen der Eurokraten nicht zähneknirschend hingenommen, sondern besteht auf dem Recht, Nein zu sagen. Nikosia befindet sich in einer besseren Position als etwa Athen oder Lissabon: Man ist nicht auf ...

Die Effizienzlüge

Einblick verboten: Das gehört zu den Grundprinzipien der komplizierten Verträge, mit denen Bund, Länder und Gemeinden im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften (engl. abgekürzt: PPP) den Bau, die Sanierung und den Betrieb von Infrastruktur an Privatunternehmen übertragen.

Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer

Berlin (nd-Göring). Fast drei Monate mehr Arbeit für das gleiche Geld: Bis heute müssten Frauen arbeiten, um auf den gleichen durchschnittlichen Vorjahreslohn wie ihre männlichen Kollegen zu kommen. Dieser Tag ist traditionell der Equal Pay Day, wie er in Deutschland seit 2009 stattfindet. In der Bundesrepublik verdienen Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Im Ursprungsland USA, in ...

ndPlusKurt Stenger

Ringen um »Plan B« für Zypern

Das zyprische Parlament hat am Dienstagabend mit deutlicher Mehrheit das von den Euroländern geforderte Maßnahmenpaket zur Vermeidung eines Staatsbankrotts abgelehnt. Danach hat in Nikosia hat die Suche nach einem »Plan B« begonnen. Dabei hofft Zypern auf Russland.

Seite 2

Spur des Scheiterns

Wenn Länder und Gemeinden für Bauprojekte private Investoren ins Boot holen, geht alles effizienter – so das Versprechen von Öffentlich-privater Partnerschaft (engl. kurz PPP). Unter Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde die angebliche Alternative zur Privatisierung populär.

Seite 4
Steffen Schmidt

Stoffkreislauf-Kollaps

Deutschland gehen die Rohstoffe aus. Dergleichen liest man immer öfter. Ein gern geäußerter Lösungsvorschlag: Recycling. Besonders Elektronikschrott hat's in sich. Die gefragten Stoffe sind allerdings so verdünnt, dass eine Wiedergewinnung recht schwierig ist. Da wäre es doch um einiges besser, den Bedarf zu reduzieren. Der Weg dahin ist im Grunde einfach. Langlebige Produkte müssen nicht so sc...

ndPlusOlaf Standke

Nicht gottgegeben

Nach dem Amoklauf in Newtown vor gut drei Monaten schien erstmals seit vielen Jahren in den USA die politische Chance für eine Verschärfung der Waffengesetze zu bestehen. Allen voran Präsident Barack Obama drängte zum Beispiel auf den Bann von Sturmgewehren und Magazinen mit großer Patronenzahl. Doch auch dieses Vorhaben muss nun wohl in die Schublade seiner gescheiterten Projekte wandern. Im R...

Haidy Damm

Aigners Freunde

Zwei Tage haben die EU-Agrarminister verhandelt. Zwei Tage, in denen sie - allen voran Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner - nach der Abstimmung im EU-Parlament vergangene Woche ebenfalls möglichst wenig übrig gelassen haben vom Plan des EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos. Der »Bauernschreck« wirbt seit 2011 für verpflichtenden Umweltschutz in der Landwirtschaft. Am Dienstagabend sagte er, die ...

Fabian Lambeck

Fränkisch

Bayern und Franken mögen sich nicht. Diese traditionelle Feindschaft pflegen beide Seiten mit grimmiger Unversöhnlichkeit. Und so geht es bei dem alljährlichen Aufeinandertreffen von Bayern München und dem 1. FC Nürnberg stets um mehr als einfach nur Fußball. Äußerst selten hingegen beschäftigt sich der Deutsche Städtetag mit Fußball. Stattdessen kümmert sich der kommunale Spitzenverband um die...

Der große Volksbetrug

In einem Katalog für Geschenkideen sehe ich ein Angebot für Toilettenpapier mit dem Aufdruck von 50-Euro-Scheinen: »Vollwertig, sanft und saugfähig, als Hingucker in Ihrem WC oder auch als Party-Gag sehr gut geeignet.« Ich finde, diese Geschenkidee nimmt einiges von dem vorweg, was auf uns zukommt. Schwarzmalerei? Die offizielle Inflationsrate nach Angaben des Statistischen Bundesamts lie...

Seite 5
Tomasz Konicz

Deutsches Diktat

Wer ist für das Desaster in Zypern verantwortlich? Aus einer Fülle von Presseberichten und Äußerungen der beteiligten Akteure lässt sich belegen, dass die Bundesregierung mit ihren Helfershelfern in den EU-Institutionen als treibende Kraft bei der angestrebten Teilenteignung der zyprischen Sparer auftrat. Nicht nur Demonstranten in Nikosia machen die Berliner Führung für die Kriseneskalation ve...

ndPlusChristiane Sternberg, Nikosia

Schatzsuche am Rande Europas

Das »Rettungspaket« für Zypern samt der Zwangsabgabe auf Bankguthaben ist krachend durchgefallen. Der Sieg über den mit der Eurogruppe ausgehandelten Deal zieht jedoch schmerzhafte Ungewissheit nach sich. Fieberhaft wird nun nach Alternativen gesucht.

Seite 6
Haidy Damm

Wegwerfen als Strategie

Ein Gutachten der Arge Regio Stadt- und Regionalentwicklung GmbH im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen sieht enormen Handlungsbedarf gegen die ressourcenverbrauchende Unternehmensstrategie der »Obsoleszenz«.

Der feine Unterschied - beim Lohn

Donnerstag ist Equal Pay Day - der Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssten, um genauso viel Lohn wie ihre männlichen Kollegen im Vorjahr zu bekommen. In den USA wurde er zum ersten Mal 1966 gefeiert. Seit 2009 macht der BPW auf die Ungleichheit aufmerksam. »nd« sprach mit Henrike von Platen.

Marcus Meier, Bonn

Richter gucken erst mal Youtube

In Bonn begann gestern die zivilrechtliche Aufarbeitung des Bombardements zweier Tanklastwagen im afghanischen Kundus, bei dem 2009 Dutzende Zivilisten getötet wurden. Opferanwälte wollen dem Oberst und künftigen Brigadegeneral Georg Klein grobe Fahrlässigkeit nachweisen.

Seite 7

Protest in Kandahar

Kandahar/Kabul (dpa/nd). Bei gewaltsamen Protesten nach einer angeblichen Koranschändung durch einen Polizisten sind in der südafghanischen Provinz Helmand vier Menschen getötet worden. Dies teilte die Provinzregierung am Mittwoch mit. Provinz-Polizeichef Nabi Elham sagte, der Polizist sei im Bezirk Musa Kala unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Koran verbrannt zu haben. Die Demonstran...

Streik in Guantanamo

Im US-Gefangenenlager Guantanamo befinden sich nach Angaben der dortigen Leitung mittlerweile 24 Häftlinge im Hungerstreik. Acht von ihnen würden künstlich ernährt, sagte der für die Kommunikation verantwortliche US-Offizier Robert Durand am Dienstag (Ortszeit).

1,1 Millionen flüchteten aus Syrien

Washington/Damaskus (dpa/nd). Mehr als 1,1 Millionen Syrier sind nach Angaben des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge, António Guterres, wegen des Bürgerkriegs in ein Nachbarland geflohen. Rund 3,6 Millionen Menschen seien innerhalb des Landes auf der Flucht, sagte Guterres am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat in Washington. »Die syrische Krise ist der komplizierteste Konflikt, der gefährli...

Weiter gilt: Sturmgewehre für alle

Für einen Gesetzentwurf gegen Sturmgewehre in Privathand gebe es nicht genügend Stimmen, sagte der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid. Gut drei Monate nach dem Amoklauf in Newtown stehen die Bemühungen für ein Verbot von Sturmgewehren und Magazinen vor dem Aus.

Karin Leukefeld

Alle schauen auf Öcalan

Nach fast 30 Jahren könnte der Kurdenkonflikt in der Türkei beigelegt werden. Für Donnerstag wird ein Waffenstillstandsaufruf des inhaftierten kurdischen Rebellenchefs Abdullah Öcalan erwartet. Öcalan ist darum in den türkischen Medien Schlagzeile Nummer eins.

Markus Schönherr, Kapstadt

Die Akzeptanz unter den Ethnien wächst

»Junge Buren glauben, dass sie ihre Frauen oder ihre Kinder besitzen.« Diese Aussage sorgte in Südafrika für nationales Aufsehen. Heute ist der Internationale Tag gegen Rassendiskriminierung. In Südafrika fragt sich eine Nation: Wie viel Rassendenken ist im Staat am Kap üblich?

Seite 8

Rentenanstieg im Osten um 3,29 Prozent

Berlin (epd/nd). Die Renten steigen in diesem Jahr spürbar nur im Osten Deutschlands. Das Bundesarbeitsministerium teilte am Mittwoch mit, die Altersbezüge in den neuen Ländern würden zum 1. Juli um 3,29 Prozent angehoben, in den alten Ländern dagegen nur um 0,25 Prozent. Grund sind unterschiedlich starke Lohnsteigerungen im Osten und Westen sowie Abschläge für die Westrentner. Grundlage ...

ndPlusHaidy Damm

Grüne Landwirtschaft mit vielen Ausnahmen

Der Abstimmungsprozess für den EU-Agrarhaushalt hat eine weitere Hürde genommen. Am Dienstagabend einigten sich die EU-Agrarminister in Brüssel auf ihre Forderungen für eine Reform. Hinter den Plänen von Eu-Agrarkommissar Dacian Ciolos blieben die Minister weit zurück.

Ulrike Henning

Kranken-Zuzahlungen unsolidarisch

Die Abschaffung der Praxisgebühr nutzte die Linksfraktion im Bundestag Ende letzten Jahres, um der Bundesregierung wegen der übrigen Zuzahlungen auf den Zahn zu fühlen. Die Kleine Anfrage wurde Mitte Dezember 2012 beantwortet, stellte die Fraktion aber wenig zufrieden.

Simon Poelchau

Lobbyarbeit gegen EEG-Umlage

Heute findet der Energiegipfel im Kanzleramt statt. Stromversorger werden verpflichtet, einen bestimmten Anteil an Erneuerbaren zu liefern. Welche Ökostromquelle sich durchsetzt, soll nach diesem Modell der Markt entscheiden. Lobbyverbände bereiten Wende der Energiepolitik vor.

Seite 10

Sylvia Hoeks

In Giuseppe Tornatores »The Best Offer - Das höchste Gebot« ist die vielseitige niederländische Schauspielerin jetzt in der international besetzten italienischen Produktion als mysteriöse, verführerische Frau zu sehen. Auch in Deutschland stand sie bereits vor der Kamera - als Touristin in der bayerischen Komödie »Vatertage - Opa über Nacht« (2012). Bereits abgedreht ist die deutsch-niederländi...

ndPlusGunnar Decker

Körper sucht Seele

Hier hat sich das Gottsucherthema auf radikale Weise festgesetzt. Denn Gott ist abwesend, er könnte überall sein, vielleicht sogar in unseren Haustieren, doch in der katholischen Kirche ist er auf keinen Fall. Da spricht jene katholische Erziehung aus dem Österreicher Ulrich Seidl, die ihn gegen jede Art von Weihrauch immunisiert. Man denkt bei seinen Filmen wie »Jesus du weist«, »Tierisc...

Gunnar Decker

Dem Sonnengott folgend

Dies ist ein Film über eine Legende in gleich mehrfacher Hinsicht. Der Zweite Weltkrieg ist verloren, man blickt nach vorn. Wir sollen die Welt nicht zu erobern versuchen, aber wir können sie entdecken! So der Geist des Jahres 1947, als der Norweger Thor Heyerdahl sich mit Kon-Tiki auf den Weg von Peru nach Polynesien macht. Nein, keine gezielte Reise, sondern ein sich Treiben-Lassen auf ...

Seite 11

Verordnung für Mahnmal

(epd/nd). Für das zentrale Mahnmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma im Tiergarten soll eine Besucherordnung erlassen werden. In Absprache mit dem Architekten der Gedenkstätte, dem israelischen Künstler Dani Karavan, werde in den kommenden Wochen im Eingangsbereich eine entsprechende Bodenplatte mit einem Text in Deutsch und Englisch eingelassen, sagte die Sprecherin der Stiftung...

Caritas wirbt um Ärzte

(epd). Zur Behandlung von Obdachlosen sucht die Caritas in Berlin dringend Ärzte und erbittet Medikamentenspenden. Die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo und das Caritas-Arztmobil seien auf Allgemeinmediziner, Internisten, Dermatologen, Orthopäden und Chirurgen angewiesen, die stundenweise ehrenamtlich mitarbeiten. Auch Ärzte im Ruhestand seien sehr willkommen, erklärte der Caritasverband für das ...

Flughafen aus Plaste pünktlich

Na bitte, es geht doch! Es ist durchaus möglich, den neuen Hauptstadtflughafen BER schnell zu errichten und pünktlich zu eröffnen. Der Spielzeughersteller Lego hat es in nur sechs Monaten Bauzeit geschafft. Er präsentierte seine 100 000 Legosteine umfassende Version des BER gestern auf dem Airportgelände in Schönefeld. Jetzt stellt sich selbstverständlich die Frage, ob es richtig war, Ex-...

Schweitzer neuer Chef der DIHK

(dpa). Der Berliner Unternehmer Eric Schweitzer ist neuer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Er wurde am Mittwoch von der Vollversammlung einstimmig zum Nachfolger von Hans-Heinrich Driftmann gewählt, der nicht mehr antrat. Der 47-Jährige, der Mitinhaber des Recycling-Konzerns Alba ist, steigt damit zum jüngsten Chef in der 152-jährigen Geschichte des mächtigen Wi...

ndPlusNicolas Šustr

RATP möchte S-Bahn-Ring übernehmen

Auf vier Kontinenten betreibt RATP Personennahverkehr. In Paris unterhält der Verkehrsbetrieb zwei Linien der Rgionalbahn. Ist die RATP ein möglicher künftiger Betreiber der Ringbahn? »Das Berliner Netz muss in der Tat zum Teil renoviert werden«, sagt RATP-Vertreter Polonsky.

Rückkehr unter Beobachtung
ndPlusRobert D. Meyer

Rückkehr unter Beobachtung

Rund 3000 Kilometer liegen hinter den 20 Flüchtlingen, die vor 23 Tagen am Protestcamp auf dem Oranienplatz in Kreuzberg aufbrachen. Wie so oft auf ihrer Reise zu den 35 Flüchtlingslagern in der gesamten Bundesrepublik ist gestern auch in Spandau die Polizei mit vor Ort.

Seite 12

Historische Kuppel für Stadtschloss

(dpa). Das rekonstruierte Berliner Schloss bekommt aller Voraussicht nach doch eine historische Kuppel. Die für den Bau verantwortliche Stiftung bestätigte am Mittwoch Medienberichte, denen zufolge ein anonymer Spender die Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt hat. »Es ist nicht das Geld für die gesamte Kuppel, aber ein weiterer Schritt zu ihrer Realisierung«, sagte Stiftungssprecher Bernhar...

Jüdische Identität, jüdischer Witz, Witze über Juden

(nd). Darf man über die Shoa Witze machen? Der Holocaust-Witz ist stets eine Gratwanderung zwischen Humor und Wahnwitz. Es stimmt schon, dass sich Schreckliches besser ertragen lässt, wenn man darüber lachen kann. Diese Feststellung trifft jedoch für die zu, die das Schreckliche zu erleiden haben - oder hatten. Mit der Zeit wird aber auch dieser Unterschied zwischen den Generationen verwischt. ...

ndPlusLucía Tirado

Tröpfchen für Tröpfchen

Es hätte der Tropfen sein können, der alles zum Überlaufen bringt. Auch der stete, der den Stein höhlt. Aber Matthias Kubusch und Robert von Wroblewsky haben bei ihrem Filmprojekt letztlich einen Regentropfen vor Augen. »Der Tropfen - Ein Roadmovie« erzählt die Geschichte von Rainer aus Thüringen. Mitte 40 ist er, hatte seinen Lebensplan. 1989 kam von seinem Kurs ab bei der »Wende«. Die Schrift...

ndPlusVolker Trauth

Ende der Visionen

Die Welt ist aus den Fugen geraten - so der Tenor der Inszenierungen, Workshoppräsentationen, szenischen Lesungen und der Gastspiele auf dem Festival F.I.N.D.. Vieles wurde von internationalen Regiekollektiven mit Schauspielern der Schaubühne erarbeitet. Gerade in Zeiten, in denen die europäischen Theater, besonders die gesellschaftskritischen, rigiden Sparzwängen unterworfen sind und sich nati...

Seite 13

Bezirke mit 57 Millionen im Plus

(dpa). Die zwölf Berliner Bezirke haben 2012 ein Haushaltsplus von insgesamt 57,3 Millionen Euro erzielt. Nur Friedrichshain-Kreuzberg erwirtschaftete im vergangenen Jahr wegen zu hoher Ausgaben ein Minus von 2,7 Millionen Euro, gab Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) am Mittwoch bekannt. Die wichtigste Botschaft lautet deshalb für den Finanzsenator: »Die Bezirke sind ausfinanziert. Sie ha...

Stephan Fischer

Gefährliche Schmetterlinge

Kleiner als ein Stecknadelkopf: Kaum länger als 0,3 Millimeterwerden die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner. Doch obwohl sie mit bloßem Auge kaum zu sehen sind, stellen sie für die Gesundheit ein so großes Problem dar, dass Senatsverwaltungen und Bezirke mit einer gemeinsamen Strategie präventiv gegen den Falter vorgehen wollen. Wolfgang Klein von der Senatsverwaltung für Gesundheit ...

Alice Bachmann, Bremen

Leuchtturm ohne Fundament

Eigentlich sollte die 1999 gegründete Bremer Privat-Uni sich längst selbst tragen. Doch die finanzielle Basis ist nach wie vor schlecht, obwohl pro Jahr und Nase 20 000 Euro Studiengebühr verlangt werden. Und wieder wird Geld aus dem öffentlichen Haushalt gerufen.

Seite 14

Mehr Anfragen an Bürgerbeauftragte

Dürfen Beamte mehr als normale Leute? Und was soll das eigentlich mit Chips für Hunden? Mehr als 800 Anfragen bearbeitete die Thüringer Bürgerbeauftragte im vergangenen Jahr - Tendenz steigend.

Ministerpräsident achtet die Pressefreiheit

Im Programm des öffentlich-rechtlichen Senders rbb müsse nichts geändert werden, findet Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Er würde nicht auf die Idee kommen, Korrekturen zu verlangen. Dennoch wolle die rot-rote Landesregierung in Zukunft »noch mehr Zurückhaltung üben«.

Wilfried Neiße

Ungebührlich zur Rundfunkgebühr

Bei der Neuregelung der Rundfunkgebühr können sich die öffentlich-rechtlichen Sender auch der amtlichen Meldebehörden bedienen. Trotz Kritik von maßgeblicher Stelle geht das völlig in Ordnung. Woraus geht dies hervor? Aus einer Antwort von Staatskanzleichef Albrecht Gerber auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg (LINKE) am Mittwoch in der Fragestunde des Parlaments. ...

ndPlusHarald Lachmann

Gebirgskräuter für die Ostfriesen

Als Schäfermeister Falk Bräuer nach einer Odyssee durch halb Europa schließlich nach Sachsen zurückkehrte, brachte er eine Herde Schwarzer Ostfriesischer Milchschafe mit. Heute führt er im sächsischen Bärenstein einen Biobetrieb samt Herdbuchzucht, Käserei und Direktvermarktung.

Andreas Fritsche

Keine Minuspunkte für linke Unternehmer

Unter kapitalistischen Bedingungen eine Firma leiten und sich dabei wie ein Sozialist benehmen - geht das überhaupt, und wenn ja, wie funktioniert das? Mit der Orientierung von Unternehmen aufs Gemeinwohl befasst sich am Freitag der Offene Wirtschaftsverband von kleinen und mittleren Unternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen (Owus). 1994 gegründet, steht der Owus den Sozialisten nahe...

ndPlusMartina Rathke, dpa

Müll über Bord!

Farbeimer, Elektroschrott oder Plastikfolien: An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns spülen derzeit die Frühlingsstürme neben Tang und Algen auch Müll an die Strände. Wie groß das Müllproblem in der Ostsee tatsächlich ist, ist bislang nur grob bekannt.

Seite 15

Heute hier

Der Liedermacher Hannes Wader erhält für sein Lebenswerk einen Echo-Musikpreis. Der 70-Jährige werde bei der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises am heutigen Donnerstag in Berlin zusammen mit den Toten Hosen seinen Klassiker »Heute hier, morgen dort« spielen.

Beliebt auch in Europa

In Ecuador haben die Behörden mehr als Tausend wertvolle archäologische Fundstücke beschlagnahmt. Sie stammen nach Angaben der für das Kulturerbe des südamerikanischen Landes zuständigen Ministerin aus illegalen Grabungen. Die insgesamt 1147 Fundstücke wurden in mehreren Häusern in der Stadt Esmeraldas beschlagnahmt, sagte Ministerin María Belén Moncayo am Dienstag (Ortszeit). Die Artefakte aus...

2,2 Millionen an Barlach

Der Suhrkamp Verlag muss knapp 2,2 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2010 an seinen Minderheitsgesellschafter Hans Barlach zahlen. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main am Mittwoch entschieden. Barlach berief sich vor der Handelskammer mit Erfolg auf eine Vereinbarung unter den beiden Suhrkamp-Gesellschaftern. Danach war der Gewinnanteil aus dem Verkauf des Frankfurter Verlagsg...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Vom Grund des Meeres

Die »Münzenberg-Lektionen« im nd-Gebäude: kein Lehrstoff, Streitstoff allemal. Der »Rote Pressezar« Willi Münzenberg (1889-1940) als Namensgeber für Geschichtsstunden besonderer Art. Großer Andrang - Irina Liebmann las aus ihrem berührenden, preisgekrönten Buch »Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt«. Herrnstadt war von 1949 bis 1953 nd-Chefredakteur. Auch: Kandidat d...

Martin Hatzius

Ein Genie, ohne Zweifel

Vor zehn Jahren, zum 75. Geburtstag von Peter Hacks, erschien im Eulenspiegel-Verlag die 15-bändige Werkausgabe mit Gedichten, Stücken, Dramen, Essays und Dichtungen für Kinder. Kein halbes Jahr später starb Peter Hacks, Begründer und einzige Vertreter der »sozialistischen Klassik«.

Seite 16
ndPlusSabine Neubert

Hinter jedem Namen eine Seele

Die arbeitslose Tänzerin, Regisseurin und Autorin Marina Schubarth kümmert sich seit Jahren um Soforthilfe für ukrainische »Ostarbeiter«, also ehemalige Zwangsarbeiter. Dabei kommt ihr zugute, dass sie selbst ursprünglich aus der Ukraine stammt. Bei der Suche nach Daten einer Überlebenden von Ravensbrück, so offenbart sie Gabriele Goettle im Gespräch, habe sie einmal dort vor dem Computer geses...

Irmtraud Gutschke

Wunder der Gnade

Ein großartiger Roman, der durchaus den Preis der Leipziger Buchmesse verdient hätte. Aber damit hätte der kleine Salzburger Verlag Jung und Jung schon zum wiederholten Male einen Platz auf dem Siegertreppchen besetzt. Das wollte ihm die Jury offenbar nicht zugestehen. Aber die Jung und Jung-Autorinnen Melinda Nadj Abonji und Ursula Krechel erhielten 2010 und 2012 den Deutschen Buchpreis in Fra...

Seite 17

Lenin

Schon zu Lebzeiten wurde Lenin in den Rang eines Klassikers des Marxismus erhoben ... Später fanden sich in vielen Städten des sowjetischen Einflussbereiches Lenin-Devotionalien in nahezu allen Größen, heute ein fast vergessenes Kapitel. Denn nach den Umbrüchen im »sozialistischen Lager« verschwanden sie schnell wieder ... Der Hinweis auf Lenin und die Hervorhebung der Oktoberrevolution in Russ...

ndPlusKlaus Kinner

In Hass und Liebe zum Kommunismus

Der den Lesern dieser Zeitung und historisch Interessierten als Autor wohlbekannte Mario Keßler hat ein erstaunliches Buch vorgelegt. Erstaunlich aus drei Gründen: Erstens wegen des Themas; Ruth Fischer ist heute nur noch wenigen bekannt. Zweitens wegen der Materialdichte, drittens wegen des Umfangs. In Leipzig geboren, in Wien aufgewachsen, entwickelte sich die ältere Schwester von Gerha...

Karlen Vesper

»Die Revolution war zu groß ...«

Statur: schlank, hager. Haare: rot. Bart: rot. Stirn: gewölbt. Augenbrauen: blond. Augen: grau. Nase: spitz. Gesichtsfarbe: blaß. Trägt eine Brille.» Mit erst 25 Jahren war er bereits im Visier der Schlapphüte: der 1823 in Mainz geborene Kaufmannssohn Ludwig Bamberger, einer der bedeutendsten Protagonisten des Liberalismus im 19. Jahrhundert und Mitbegründer der Deutschen Bank im Jahr vor der R...

Seite 19

Bundestrainer stellt sich auf Beckerts Seite

Der Bundestrainer der deutschen Eisschnellläufer, Markus Eicher, hat vor dem heutigen Start der Einzelstrecken-WM im Streit zwischen Claudia Pechstein und Stephanie Beckert nun doch Stellung bezogen und sich skeptisch über die Zukunft der fünfmaligen Olympiasiegerin Pechstein geäußert. »Wir unterstützen Stephanie Beckert. Die Angriffe von Claudia Pechstein haben sie sehr getroffen«, sagte Eiche...

ndPlusJirka Grahl

Frischer Wind

Beim Bund Deutscher Radfahrer herrschen Unruhe und Ungewissheit : Niemand mag vorherzusagen, wer am Samstag in Gelsenkirchen die Wahl zum BDR-Präsidenten gewinnt: Rudolf Scharping, der nun doch eine dritte Amtszeit anstrebt oder die rigorose Dopinggegnerin Sylvia Schenk.

Alexander Ludewig

Millionengeschäft im Dunklen

Spielerberater genießen keinen guten Ruf. Deren wachsende Macht und den Handel mit Fußballern beklagen Vereine und Trainer, die aber ebenfalls Akteure in diesem heimlichen Millionengeschäft sind. Ein Film, der auf dem Fußballfilmfestival »11mm« in Berlin lief, ließ etwas tiefer blicken.

Seite 20

Schlammmassen töten in Petrópolis 27 Menschen

Nach heftigen Regenfällen und massiven Erdrutschen haben Rettungsmannschaften in der brasilianischen Stadt Petrópolis nördlich von Rio de Janeiro weitere Todesopfer aus den Schlammmassen geborgen. Die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben vom Mittwoch inzwischen auf 27. Noch immer werden einige Menschen vermisst. In Petrópolis, der ehemaligen Sommerresidenz des brasilianischen Kai...

ndPlusEva Krafczyk, dpa

Rettung aus 1000 Metern Tiefe

Die Erleichterung stand Grzegorz Wolek, dem Leiter der Grubenwehr, am Mittwochmorgen ins Gesicht geschrieben. »Das war eine sehr schwierige Aktion. Wir hatten keine Ahnung, ob sie noch leben«, sagte er. Sie - das waren die 19 Bergleute der polnischen Kupfermine »Rudna« in Polkowice.

Jochen Neumeyer, dpa

Niederlage für Kachelmann

Berichte über Details aus dem Sexualleben von Jörg Kachelmann waren zulässig - soweit vor Gericht darüber verhandelt wurde. Das entschied der Bundesgerichtshof und stärkte damit die Rechte von Journalisten.