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Tödliche Freiheit

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder der unmöglichen Begrenztheit? 200 Millionen Schusswaffen sind in Privathand, jeder dritte Haushalt ist auf diese Art bewaffnet. Wie leicht es ist, in den USA an Waffen zu kommen. zeigt ein Bericht von Max Böhnel.

Unten links

Unser Wald, der Deutschen liebste Sehnsuchtslandschaft. Immer irgendwie bedroht, immer ein Ort, an dem sich alternativpädagogische Kindergärten eröffnen lassen. Grün, sturmerprobt, dampfend. Es gibt Waldberichte und Waldstrategien, Waldemar Hartmann und Waldfriedhöfe. Und natürlich wäre der Geldverkehr ohne Eichenlaub auf der Cent-Münze gleich viel weniger anheimelnd. Nun aber droht neues Ungem...

ndPlusFabian Lambeck

Koordinator gesucht

Nein, die Bundesregierung macht derzeit keine gute Figur im Kampf gegen rechts. Weder beim NPD-Verbotsverfahren, das von ihr nicht unterstützt wird. Auch nicht beim Zurückdrängen rechter Gewalt auf den Straßen, wie die neuesten Zahlen aus dem Bundesinnenministerium zeigen.

EU rückte Zypern an den Abgrund

Brüssel (Agenturen/nd). Am Sonntagabend kamen die Finanzminister der Euroländer zusammen, um über das revidierte Rettungspaket für Zypern mit einem Umfang von 10 Milliarden Euro zu beraten. Umstritten war bis zuletzt die verlangte Eigenbeteiligung von 5,8 Milliarden Euro. Diese sollte ursprünglich mit einer Zwangsabgabe auf Kontenguthaben zusammenkommen, die vom Parlament in Nikosia abgelehnt w...

EU rückte Zypern an den Abgrund

Am Sonntagabend kamen die Finanzminister der Euroländer zusammen, um über das revidierte Rettungspaket für Zypern mit einem Umfang von 10 Milliarden Euro zu beraten. Umstritten war bis zuletzt die verlangte Eigenbeteiligung von 5,8 Milliarden Euro, die Nikosia abgelehnt hatte.

ndPlusFabian Lambeck

Noch mehr NSU-Helfer?

Offenbar umfasst die Verdächtigenliste der möglichen NSU-Helfer weit mehr Namen als bislang bekannt. Zudem musste der Bundesinnenminister am Wochenende eingestehen, dass die Zahl rechter Straftaten im vergangenen Jahr erneut gestiegen ist.

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Irina Wolkowa, Moskau

Russlands Scheinrückzug von der Insel

Europa erlebe im 21. Jahrhundert seinen Niedergang, das Integrationsprojekt könne als gescheitert abgehakt werden. Die Musik spiele künftig nicht mehr am Atlantik, sondern am Pazifik. Meint der russische Regierungschef Dmitri Medwedjew. Russland werde daher die Region Fernost erneut zur Sonderwirtschaftszone machen.

ndPlusChristiane Sternberg, Nikosia

Rettung in letzter Minute?

»Wir sind alle mitverantwortlich für den Zustand unseres Landes«, gestand Averof Neophytou, Vorsitzender der Regierungspartei DISY, und entschuldigte sich am Sonnabend beim zyprischen Volk. Denn die Entscheidungen, die das Parlament am Wochenende zu treffen hatte, könnten sich wesentlich einschneidender auswirken als das ursprüngliche Gesetz, das die Abgeordneten am 19. März abgelehnt hatten. Z...

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ndPlusOlaf Standke

Kaufen Sie ein Jagdgewehr!

Joe Biden ist kein Waffenabstinenzler. »Kaufen Sie ein Jagdgewehr!«, riet der Vizepräsident unlängst in einer Internet-Fragestunde des Magazins »Parents« jungen Eltern. Das reiche zur Selbstverteidigung völlig aus. Er fand damit auch die Unterstützung seines Chefs im Weißen Haus. Wie Biden hält Barack Obama Waffen im Militärstil in privater Hand dagegen für völlig fehl am Platze. Nach dem...

Max Böhnel, New York

Auf Waffenschau in »Tanners Sports Shop and Gun Center«

New York gilt bei amerikanischen Waffennarren als verrückt, weil es nach dem Schulmassaker von Newtown im vergangenen Dezember die strengsten Waffengesetze der USA eingeführt hat. Weshalb also nicht einfach in einem benachbarten Bundesstaat eine Schusswaffe kaufen?

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ndPlusHilmar König

»Pakistan zuerst«

Mit dem markigen Slogan »Pakistan zuerst« hat sich Pervez Mu-sharraf auf die politische Bühne zurückgemeldet. Ob er dort wirklich Fuß fassen kann, werden die Parlamentswahlen im Mai zeigen.

Christian Klemm

Sieg an der Heimatfront?

Nach etwa 20 Jahren zum Teil völkerrechtlicher Militäreinsätze hat sich die harte Arbeit gelohnt: Das Verhältnis der Deutschen zum Krieg habe sich normalisiert, weiß der amtierende Verteidigungsminister Thomas de Maizière stolz zu berichten.

Kurt Stenger

Erpressung

Wenn Ihr bis Montag nicht unserem Rettungsplan zustimmt, drehen wir euch den Geldhahn zu, Ihr geht Pleite und fliegt aus dem Euro! Mit einer schlichten Erpressung versuchte die europäische Krisendiplomatie die zyprischen Politiker weich zu kochen und auf Kurs zu bringen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Wortstark

Beim jüngsten Wirbel um das Nein der aufmüpfigen Bochumer Opel-Belegschaft zum »Sanierungsplan« ist ein wichtiger Akteur kaum in Erscheinung getreten. Dabei ist Armin Schild als Arbeitnehmervertreter und ranghöchster Repräsentant der IG Metall im Opel-Aufsichtsrat keine Randfigur.

Ein ganz anderes Land

Das zehnjährige Jubiläum der Agenda 2010 bot Politikern, Medien und Öffentlichkeit dieser Tage eine willkommene Gelegenheit, Sinn und Zweck sowie Erfolg oder Misserfolg der Regierungserklärung von Gerhard Schröder zu diskutieren

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Eckpunkte für Bildungssparen

Berlin (dpa/nd). Die Bundesregierung hat sich nach einem Bericht der »Passauer Neuen Presse« intern auf Eckpunkte für das geplante Bildungssparen verständigt. Es soll das ab 1. August wirksam werdende Betreuungsgeldgesetz ergänzen. Wer sich das Betreuungsgeld für seine zwei- und dreijährigen Kinder nicht bar auszahlen lässt, kann das Geld zunächst ansparen und es sich dann ab dem 14. Lebensjahr...

BND gründet Abteilung gegen Hackerangriffe

Berlin (dpa/nd). Der Bundesnachrichtendienst (BND) rüstet sich nach einem »Spiegel«-Bericht für den Kampf gegen Hackerangriffe auf Bundeseinrichtungen und die deutsche Industrie. BND-Chef Gerhard Schindler habe in der vergangenen Woche eine kleine Runde von Bundestagsabgeordneten darüber informiert, dass es hierfür eine neue Abteilung mit bis zu 130 Mitarbeitern geben solle. Derzeit arbeite man...

Gedenken an KZ-Häftlinge in Dachau

Dachau (epd/dpa/nd). In Dachau ist am Sonntag an die ersten ermordeten Häftlinge des Konzentrationslagers vor 80 Jahren erinnert worden. In der evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der heutigen KZ-Gedenkstätte wurden die Namen der ersten Dachauer Mordopfer - Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Juden - verlesen, die in der Karwoche 1933 sterben mussten. Der bayeris...

Gesetzentwurf für Endlager im Sommer

Berlin (dpa/nd). Der Bund und das Land Niedersachsen haben ihren Streit über das Standortsuchgesetz für ein deutsches Atommülllager beigelegt. Sie verständigten sich am Sonntag bei einem Treffen von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) auf einen gemeinsamen Vorschlag. Dieser sieht vor, den Entwurf für das End...

ndPlusPeter Richter

Mit dem Finger im Wind

Genau weiß man nicht, ob Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust seinen kürzlichen Vergleich Angela Merkels mit einer Hausärztin tatsächlich als Kompliment meinte. »Man hat ein Problem, und die sagt: Da schreibe ich Ihnen was auf. Und man denkt: Prima, die schreibt was auf.«

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Susann Witt-Stahl

Islamhasser im Schneeballhagel

Ein absurdes Szenario war am Samstag im Hamburger Stadtteil Horn zu beobachten: Eine Gruppe von Islamhassern aus dem Milieu der Neuen Rechten brüllten linken Gegendemonstranten »Nazis raus!« entgegen.

ndPlusDieter Hanisch

Neonazis als Kinderschützer

»Todesstrafe für Kinderschänder«? Eine Tagung im schleswig-holsteinischen Neumünster beschäftigte sich mit rechtsextremen Kampagnen zum Kindesmissbrauch. Immer wieder versuchen Neonazis, den Volkszorn gegen »Kinderschänder« für ihre Zwecke zu nutzen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

SPD-Linke gibt sich selbstbewusst

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl setzen linke Sozialdemokraten auf »Nachschärfungen« im SPD-Wahlprogramm und drängen auf Spitzenpersonal an der Seite von Kanzlerkandidat Steinbrück, das eine glaubhafte Abkehr von der »Agenda 2010« verkörpern soll.

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AQMI-Führer in Mali tot

Paris (AFP/nd). Frankreich hat den Tod eines der wichtigsten Anführer von Al Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bestätigt. Der Extremist Abdelhamid Abou Zeid sei Ende Februar bei einer französischen Angriff im Ifoghas-Gebirge im Nordosten Malis getötet worden, erklärte der Elysée-Palast am Samstag in Paris. Der Tod des AQMI-Anführers sei eine »bedeutende Etappe im Kampf gegen den Terrorismus i...

Revolte in Zentralafrika

Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik haben am Sonntag den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bangui eingenommen. Präsident Bozizé sei in die Demokratische Republik Kongo geflohen, meldete der Fernsehsender Al Dschasira.

Beresowski tot

Nach dem Tod des russischen Oligarchen Boris Beresowski im britischen Exil ermittelt die Polizei zur Ursache. Am Sonntag untersuchten ABC-Experten das Haus des einstigen Multimilliardärs, der inzwischen in Geldnöten steckte, in Ascot bei London, fanden aber nichts.

Bersani sucht nach Partnern

Die schwierige Regierungsbildung nach dem Patt bei den Parlamentswahlen in Italien geht in eine entscheidende Phase. Der Spitzenkandidat des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, hat den Auftrag für die Regierungsbildung erhalten. Er will mit allen sprechen.

Karin Leukefeld

Libanons Premier warf das Handtuch

Am Sonnabend appellierte Ministerpräsident Mikati für eine nationalen Einheit. Doch istdie libanesische Regierung am Wochenende zurückgetreten. Das Land ist gespalten in Gegner und Unterstützer der syrischen Regierung. Die Furcht vor einer Eskalation wächst.

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ndPlusHilmar König

Musharraf wieder in Pakistan

General Pervez Musharraf, der sich 1999 an die Macht geputscht und Pakistan als Kriegsrechtsverwalter und Präsident bis 2008 regiert hatte, kehrte nach vier Jahren im Exil am Sonntag in die Heimat zurück. Kurz zuvor fielen 17 Soldaten einem Selbstmordanschlag zum Opfer.

ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

Israel und Türkei erneuern ihre Allianz

Der israelische Regierungschef Netanjahu hat sich für den Tod von neun Türken im Jahre 2010 entschuldigt und damit die Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Ankara geschaffen.

Leo Burghardt, Havanna

Kuba erweckt den Karfreitag wieder

Wie aus heiterem Himmel stellte Kubas Ministerium für Arbeit und Soziales in einer Resolution, die im KP-Organ »Granma« in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, für den kommenden Freitag, den 29. März, einen arbeitsfreien Tag in Aussicht.

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Bosch zieht sich aus Solar-Branche zurück

Nach Milliardenverlusten hat Bosch die Reißleine gezogen. Das Solargeschäft wird abgewickelt. Die Mitarbeiter des Bosch- Solar-Werkes im thüringischen Arnstadt stehen vor einer ungewissen Zukunft. Auch ein Tochterunternehmen in der Uckermark ist betroffen.

Hermannus Pfeiffer

Prallvolle Konzernkassen

Unternehmen in Europa und den USA wissen nicht, wohin mit dem vielen Geld, verfügen z.T. über Barreserven von Milliarden Dollar. Auch deutsche Konzerne ruhen sich auf ihren Kapitalpolstern aus, statt in Fabriken oder Büros zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen.

ndPlusUlrike Henning

Ausländische Töchter helfen Abgaben sparen

Zunehmendes Missfallen löst weltweit die Praxis der Steuervermeidung durch international tätige Konzerne aus. Der Fall Google ist beispielhaft. Der Finanzausschuss des Bundestages hörte zu dieser Frage bei einem Fachgespräch in Berlin kürzlich einige Experten an.

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ndPlusSteffen Schmidt

Der Müll muss weg

Die Zahlen der Europäischen Umweltagentur (EEA) und des EU-Statistikamts Eurostat weichen im Detail voneinander ab, doch eine Aussage lässt sich aus beiden ableiten: Die Europäer dürften erhebliche Schwierigkeiten haben, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen, bis zum Jahre 2020 die Hälfte allen Haushaltsmülls zu recyceln. Dabei ist die Müllmenge in vielen EU-Ländern seit 2001 weiter gewachsen....

Benjamin Beutler

Bolivien schützt größtes Feuchtgebiet

Das mit einer Fläche von mehr als sieben Millionen Hektar größte Feuchtgebiet der Erde - die »Llanos de Moxos« in Bolivien - steht seit kurzem unter Schutz. Überhaupt ist Bolivien heimlicher Star beim Schutz von Feuchtgebieten. Und leistet einen »wichtigen Beitrag zur Ausweisung der wichtigen Amazonas-Feuchtgebiete«.

Steffen Schmidt

Nachhaltige Landnutzung geht anders

Auch hierzulande nimmt die biologische Vielfalt ab. Parallel zu den EU-Verhandlungen über die gemeinsame Agrarpolitik stellte das Bundesamt für Naturschutz vergangene Woche in Berlin Positionen zu einer nachhaltigen Landnutzung vor.

ndPlusGert Lange

Algenblüte im Polarmeer

Der massive Rückgang des Polareises in den vergangenen Jahren zeigte überraschende Folgen auf das polare Ökosystem in mehr als 4000 Metern Tiefe, schneller als vermutet: Die Algenblüte an der Oberfläche nährt viele Tiere, die dort bisher nicht heimisch waren.

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Runder Tisch zu Mauerloch

(dpa). Im Streit um die Berliner East Side Gallery gibt es laut »B.Z. am Sonntag« erneut einen Runden Tisch beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Zu dem Treffen im Roten Rathaus werden demnach am Dienstag auch der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), sowie Investor Maik Uwe Hinkel kommen. Hinkel sagte der Zeitung: »Ich bin grundsätzlich zu eine...

Kritik an Flugübung

(dpa). Nach der Hubschrauber-Kollision in Berlin mit einem Toten wird Kritik an der Übung der Bundespolizei lauter. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus verlangte am Sonnabend umfassende Aufklärung. Die Übung hätte wegen des Schneetreibens vorzeitig abgebrochen werden müssen, meinte der Abgeordnete Benedikt Lux. Nun müssten die Umstände geklärt werden, die zu dem tragischen Unfall am Olympia...

Bekenntnis zur Schrippe

»Wer folgt auf Wolfgang Thierse?« Mich interessiert das nicht die Bohne. Oder besser: es interessiert mich genauso wenig wie die Frage, ob die Brötchen nebenan als Schrippen oder als Wecken verkauft werden.

Berliner wollen Tegel offen halten

(dpa). Die Debatte um den Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel auch nach Öffnung des neuen Hauptstadtairports reißt nicht ab. Erneut sprach sich in einer Umfrage deutlich mehr als die Hälfte der Berliner für den Erhalt von Tegel aus. In einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes Forsa waren 69 Prozent dafür. Dies berichtete in ihrer Wochenendausgabe die »Berliner Zeitung«, die die ...

Fabian Köhler

Keiner verschwand nach Hause

Fast eskalierte die Situation am Berliner Oranienplatz: »Verschwinde endlich nach Hause«, entrüstet sich lautstark eine Frau. »Einmal mit extra Fleisch«, lässt ihr Gegenüber die Zurechtweisung mit demonstrativer Coolness an sich abprallen.

Hannah Loeffler, dpa

Alle Plätze belegt

In den Frauenhäusern in Berlin gibt es nicht genügend Platz für alle bedürftigen Frauen und ihre Kinder. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die 317 Plätze in den sechs Häusern waren laut Senatsverwaltung für Frauen im vergangenen Jahr an 131 Tagen voll belegt. 148 Frauen seien abgelehnt worden, wobei nicht klar sei, wie viele von ihnen sich anonym mehrmals meldeten und an andere...

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Krisengewalt, Staatsgewalt, Bürgerhände

»Wir sind der Staat. Warum Volk sein nicht genug ist« - so lautet der Titel des neuen Buchs der Schriftstellerin Daniela Dahn, das dieser Tage erschienen ist und das sie am Dienstag in der Reihe »literatur live« im Kino Babylon präsentieren wird.

Wolfgang Hübner

Ich red mit dir, BVG

Man hat sich ja sowieso schon längst den Gedanken abgewöhnt, dass im öffentlichen Nahverkehr so etwas wie ein Gespräch stattfinden könnte. Inzwischen hat nahezu jeder Mensch, sobald er aus dem Haus geht, ein Gerät in der Hand oder am Ohr, das jegliche direkte Kommunikation unterbindet. Da zuckt man schon zusammen, wenn doch mal ein Passagier das Wort erhebt. Und dann auch noch äußerst vernehmli...

ndPlusEkkehart Krippendorff

Die Großvater-Entdeckung

Im reichen Angebot seiner drei Spielstätten fällt im Deutschen Theater ein Stück durch seine Unauffälligkeit auf: »Hans Schleif« heißt es zu dem Untertitel »Eine Spurensuche.« Aber dahinter versteckt sich eine faszinierende hochpolitische Ein-Mann-Show.

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Peter Nowak

Keiner muss allein zum Jobcenter

Der Kühlschrank ist leer, das Konto ebenfalls, und das Jobcenter weigert sich, Geld zu überweisen. Dieser Albtraum vieler Erwerbsloser wurde für Bettina Kemper (Name geändert) zur Realität. Viele Betroffene sind in dieser Situation überfordert und hilflos.

»Junge Menschen wollen die Wahrheit wissen«

Rund 50 Jugendliche aus neun Nationen setzen sich bis zum 28. März mit der Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen auseinander. Entkräftet Menschen von ständigem Hunger - die Eindrücke vor Ort gehen tiefer als jeder Unterricht.

ndPlusStephan Fischer

Schwere Zeiten für Jugendklubs

Kinder, Jugendliche und die MitarbeiterInnen der kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen können erst einmal aufatmen: Vier Jugendklubs in Lichtenberg sollen nach dem Willen der bezirklichen Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Grünen in öffentlicher Trägerschaft verbleiben. Die Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte sich lange für die Übergabe der Klubs an freie Träger au...

Kai Böhne, Göttingen

Eine Lobby für die Älteren

Beispiel Göttingen: Schon heute sind 21 Prozent der Bürger der niedersächsischen Stadt älter als 60 Jahre. Zum Jahresende 2012 lebten in Göttingen 27 876 Personen in diesem Alter. Doch welche Möglichkeiten der Interessenvertretung gibt es für Senioren?

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Zu teuere Befragung

Potsdam (dpa). Nach der Volksbefragung von 2011 bleiben einige Kreise in Brandenburg auf selbst verschuldeten Mehrkosten von rund 350 000 Euro sitzen. Hauptgrund sind zu hohe Personalkosten, wie aus einer Antwort von Innenminister Dietmar Woidke (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. Die Behörden haben demnach zu viel oder auch zu teures Personal eingesetzt. Außerdem seien Rechnung...

Pensionsgeld in Zypern angelegt

Potsdam (dpa). Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Haus würde riskante Anlagegeschäfte in Zypern betreiben. »Kein Mitarbeiter und schon gar nicht der Minister spekulieren mit öffentlichen Geldern«, hieß es in einer Mitteilung vom Sonnabend. Zwar seien Gelder aus dem Pensionsfonds für Beamte in Zypern angelegt, dabei handele es sich jedoch um einen minimalen A...

ndPlusDanuta Schmidt

Autowerkstätten und Jurten

Werkstatt und Haus sind eins. Um Kaffee zu trinken, geht Torsten Kietz in die Küche im Obergeschoss, wenn er Öl wechseln und Zylinderkolben austauschen muss, läuft er eine Treppe tiefer. Kietz lebt und arbeitet in Gräbendorf (Dahme-Spreewald). Der Weg zur Arbeit ist bei ihm gewöhnlich sehr kurz, aber manchmal auch Tausende Kilometer lang. Seit 13 Jahren reist der Kfz-Mechaniker mehrmals i...

Matthias Krauß

DDR-Aufarbeitungsindustrie

»Geschichte, die nie vergeht« lautet der Titel eines neuen Bändchens aus der Reihe »Perspektive21«. Es handelt sich um nichts weniger als die Antwort der märkischen SPD auf den Streit um die DDR und die Nachwendezeit. Die Autorenliste wird angeführt von Matthias Platzeck.

ndPlusLea Sibbel, dpa

Wissenschaftler schießen mit Röntgenstrahlen

Lichtblitze und Röntgenlaser - was sich anhört, als käme es direkt aus der Welt von Comic-Helden wie Superman, X-Men und Co., ist in Hamburg das Werkzeug echter Physiker. In Teilchenbeschleunigern bringen sie Elektronen in Fahrt.

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Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Herr Mosekund traf beim Spaziergang einen Bekannten, der seinen Hund ausführte. »Gut, dass ich Sie treffe«, rief der Bekannte, »wie spät ist es denn?« Herr Mosekund gab die gewünschte Auskunft und fragte verwundert: »Funktioniert denn Ihre prächtige Schweizer Taschenuhr nicht mehr?« - »Das schon«, antwortete der Bekannte, »aber der Hund hat sie neulich verschluckt.« Sie gerieten ins Plaudern üb...

Schmid steigt aus

Wenige Wochen vor Beginn des Filmkunstfestes in Schwerin sorgt eine weitere Personalie für Überraschung. Der Regisseur und Vorjahrespreisträger Hans-Christian Schmid zog seine Zusage für die Mitarbeit in der Jury zurück. Er habe sich »nach langem Überlegen« zu diesem Schritt entschlossen, sagte der Filmemacher gegenüber dpa. Grund seien vor allem die seit längerem anhaltenden Personalquerelen u...

ndPlusHarald Kretzschmar

Machtmissbrauch? Finanzspekulation? Alles da.

Es ist ein wundersamer, vielleicht sogar gesetzmäßiger Zufall. Der impressionistische Maler Max Liebermann betonte einst: Der Franzose Honoré Daumier sei über dessen Lebenszeit von 1808 bis 1879 hinaus als ein ungeheures künstlerisches Genie zu würdigen.

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Silvia Ottow

Heute sind wir allein

Nie hat man ihn ohne seine Wallemähne gesehen, weiß und üppig war sie geworden im Laufe der Jahre. Und sie passte gut zum gleichfarbigen Schnauzer. Zusammen mit den Falten, die sich in 67 Jahren eben mal so ansammeln, gaben diese Accessoires Reinhard Lakomy sein typisches, immer gleiches und immer gemütlich wirkendes Seehundoutfit. Der Komponist des »Traumzauberbaums« - wie das berühmte Platten...

Roberto Becker

Und ewig lächeln die Rheintöchter

Den Brecht-Schüler merkt man Achim Freyer nicht mehr so ohne weiteres an. Das Outfit und der weiße Wuschelkopf dieses auf die Achtzig zugehenden Jungspundes haben zwar mittlerweile auch so einen Wiedererkennungswert wie weiland die bb-Zigarre.

Hans-Dieter Schütt

Narbenland

Der Schriftsteller Rolf Schneider erzählt sein Leben. Großenteils geradlinig, also von der Kindheit aufwärts, mitunter auch seitwärts. Und da Leben abnehmend verläuft, naturgemäß auch: abwärts - in früh angelegter Melancholie und dem Gefühl für Unwiederbringlichkeiten.

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Steve Kramer, SID

Hartes Stück Arbeit für Klinsmann

Zufriedenheit dagegen bei Klinsmann. Die Fußball-Nationalmannschaft der USA gewann trotz heftigem Schneefalls gegen Costa Rica mit 1:0. Am Ende zitterten sie sich die US-Spieler bei Minusgraden zu einem wichtigen Sieg in der WM-Qualifikation.

ndPlusThomas Lipinski, SID

Gipfeltreffen der Nachbarn

Frankreich sieht seine »Blauen im Finale«, Spaniens Presse schon »die Weltmeisterschaft in Gefahr«. Frankreich hat im WM-Qualifikationsduell gegen Spanien die Nase vorn. Der Welt- und Europameister spielte nur ein 1:1 gegen Finnland.

Frank Hellmann, Herzogenaurach

Rüffel nach Tempoverlust

Vor dem morgigen Rückspiel gegen Kachsachstan in Nürnberg verspricht Mittelfeldspieler Mesut Özil schöneren Fußball als noch im Hinspiel am vergangenen Freitag.

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Frank Thomas, dpa

Für Pechstein kann Sotschi kommen

Auf dem WM-Eis gab Claudia Pechstein eine bessere Figur ab als beim Zoff mit Stephanie Beckert. Mit zwei Bronzemedaillen rettete sie dem deutschen Verband die Bilanz. Beckert verlässt die WM als Verliererin. Ihr Manager fordert Konsequenzen.

ndPlusJonathan Sachse, Gelsenkirchen

Angst vor Veränderungen

Zu wenig Kommunikation mit der Basis. Eigenwillige Entscheidungen von der Spitze. Viel Populismus, wenig Konkretes. In den vergangenen Wochen übte die deutsche Radsportgemeinde vermehrt Kritik an ihrem Präsidenten Rudolf Scharping - und wählte ihn dennoch.

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Oliver Händler

Der leichteste Titel

Die Basketballer von Alba Berlin haben am Sonntag durch ein 85:67 gegen Ulm den deutschen Pokal gewonnen. Für den siebenten Cupsieg in der Geschichte mussten die Hauptstädter lediglich zwei Heimsiege einfahren.

Fußballer kommen mit ihrer Untiefe davon

Seit mehr als einem Jahrzehnt dreht ALJOSCHA PAUSE Filme über den Fußball und liefert mit ihnen immer wieder beeindruckende Einblicke in eine verschlossene Welt, z.B über Homosexualität. Im Interview verriet der Filmemacher Details über sein spannendes neues Projekt.