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Unten links

Am Donnerstagabend lief im ZDF der Film »Lotta und die frohe Zukunft«. Wir wissen nicht, worum es darin ging, da wir wegen der unfrohen Gegenwart von Lotto weder Zeit noch Nerven dafür hatten. Vielleicht ist Lotta mit Lotto verwandt, aber weniger verklemmt. Da es sich um eine Komödie handeln soll, ist diese wahrscheinlich zum Kugeln und muss deshalb ohnehin umgehend wiederholt werden. Bis dahin...

René Heilig

Dienstlich mitgelesen

Die drei Geheimdienste des Bundes haben 2011 massiv in das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis eingegriffen. Allein der BND las 2011 fast 2,9 Millionen E-Mails, SMS und andere Telekommunikationsverkehre mit. Es genügte der Verdacht auf z.B. Terrorismus und Menschenhandel.

ndPlusUlrich Schneider

Bildungspaket: Murks, der nicht funktioniert

Zu bürokratisch, zu kleinteilig - das Bildungs- und Teilhabepaket ist wohl das Lebensfernste, was von der Leyen bisher auf den Weg gebracht hat. Das jedenfalls meint Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, in einem nd-Gastbeitrag.

nd -Frühjahrsskat

Platzierung Name Ort Gesamt. 1 Teschner, Siegfried Alt-Lewin 2538 2 Wiedemann, Fred Wildau 2479 3 Schröder, Hans B...

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Weiße Ostern

Mancher hatte sich angesichts der Klimaprognosen schon auf sinkende Heizkosten im Winter eingestellt. Und nun das: Sommerzeitbeginn mit Schnee. Hat die Klimaerwärmung eine Pause eingelegt oder ist sie gar, wie besonders in den USA viele glauben, eine bloße Verschwörung gegen die Wirtschaft? Für den Klimaforscher Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) ...

Zeitkonten schützen vor Entlassungen

nd: Der Bund hat das Saisonkurzarbeitergeld erstmalig zum Winter 2006/2007 eingeführt, um wetterbedingte Entlassungen zu vermeiden. Nehmen die Unternehmen diese Möglichkeit an? Kalayci: Die Einführung erfolgte erst, nachdem wir als IG BAU massiven Druck auf die Politik ausgeübt haben. Gleich im ersten Jahr führte die Regelung zu 50 Prozent weniger Winterentlassungen. Inzwischen gibt es kaum n...

ndPlusMarlene Göring und Robert D. Meyer

Drei Milliarden für Schlaglöcher

Das anhaltend kalte Wetter sorgt für zahlreiche Probleme: Städte müssen dringende Straßenarbeiten verschieben, Wirtschaftsbranchen schwächeln, Bauarbeiter sitzen mit Kurzarbeitergehalt daheim und die Obdachlosenunterkünfte sind überfüllt.

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ndPlusFabian Köhler

Endspiel

In einer beispiellosen Kampagne nehmen weltweit Satellitenbetreiber iranische TV- und Radiosender vom Netz. Was Einzelfälle sein sollen, entlarven geheime Regierungsdokumente als gezieltes Vorgehen europäischer Regierungen gegen die Medienfreiheit.

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ndPlusMarcus Meier

Spott zum Mitmachen

Die Jugendverbände von Grünen und Linkspartei haben eine Kampagne gegen die politisch und wissenschaftlich stark umstrittene »Extremismustheorie« gestartet. Gefordert wird die Auflösung der Verfassungsschutzämter. Unionspolitiker reagieren reflexhaft und schwingen die Keule.

Hans-Gerd Öfinger

Amazon-Beschäftigte wollen streiken

Die Urabstimmung in Leipzig kurz vor Ostern lässt keinen Zweifel zu: Mit dem klaren Ergebnis von 97 Prozent, das am Freitag bekanntgegeben wurde, ist hier ein Streik näher gerückt. Ver.di fordert die Aufnahme von Tarifverhandlungen und den Abschluss eines Haustarifvertrages.

Folke Havekost, Hamburg

Auf Extremistenjagd

In Hamburg trafen sich am Freitag die SPD-Innenminister. Neben einer effizienteren Zusammenarbeit von Bundes- und Landesbehörden bei der Extremismusbekämpfung appellierten sie in der »Hamburger Erklärung« auch an den Bundestag, sich dem NPD-Verbostverfahren anzuschließen.

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Piratenpartei mit neuer Ordnung

Nach monatelangen Querelen in der Parteispitze wollen die Piraten mit einer thematischen Offensive aus dem Umfragetief kommen. Der scheidende Geschäftsführer Johannes Ponader stellte am Freitag zwölf Bundesbeauftragte der Partei für verschiedene Themenfelder vor.

ndPlusHarald Neuber

Strafe droht in Deutschland

Hartmut Hopp wurde in Chile wegen Verbrechen in der Sektensiedlung Colonia Dignidad verurteilt. Dass er seine Strafe in Deutschland absitzen muss, ist nicht mehr ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft in Krefeld, Fluchtort des 68-Jährigen, ist dafür treibende Kraft.

Fabian Lambeck

Streit ums Restgeld

Das Bildungs- und Teilhabepaket ist ein Flop. In Berlin wurden gerade mal 37 Prozent der vom Bund dafür bereitgestellten Mittel abgerufen. Ein Indiz dafür, wie schlecht das Bildungspaket vor Ort ankommt. Nun gibt es Streit darüber, ob die Kommunen Anspruch darauf haben.

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Kerry bekommt Chance

Die palästinensische Führung will zunächst nicht mehr versuchen, ihren politischen Status international weiter aufwerten zu lassen. Auf diese Weise wollten die Palästinenser eine neue Friedensinitiative der USA fördern, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.

Türkei hat erstmals ein Asylgesetz

Ein jetzt von der Türkei verabschiedetes Asylgesetz könnte nach Einschätzung der EU auch den Gesprächen über eine Lockerung der Visabedingungen für Türken bei Reisen nach Europa neue Impulse geben. Asylbewerber erhalten in dem EU-Bewerberland erstmals einen Rechtsstatus.

Massenflucht vor Syriens Krieg

Immer mehr Not leidende Menschen in Syrien können nach Angaben von Hilfsorganisationen nur noch durch Unterstützungslieferungen überleben. Das Flüchtlingskommissariat UNHCR beziffert die Zahl der syrischen Binnenflüchtlinge auf rund vier Millionen, sagte eine Sprecherin in Beirut.

Jan Keetman, Istanbul

Rummel um den »Rat der Weisen«

Um eine Lösung der Kurdenfrage vorzuschlagen, hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ein Komitee von 63 Persönlichkeiten zusammengerufen, die Vorschläge erarbeiten sollen. Der Ministerpräsident empfing die von ihm für den »Rat der Weisen« Ausgewählten.

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Gespräche zu Iran stocken

Almaty (AFP/nd). Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Kasachstan sind offenbar ins Stocken geraten. Iran habe »keine klare und konkrete Antwort« gegeben auf einen Vorschlag der sogenannten 5+1-Gruppe, zu der neben den UN-Vetomächten auch Deutschland gehört, wie ein westlicher Diplomat am Freitag am Rande der Gespräche im kasachischen Almaty sagte. Die Verhandlungspartner seien »...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Putin ist für Störfeuer präpariert

Mit Protesten muss Russlands Präsident Wladimir Putin rechnen, wenn er am Sonntagabend gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover-Messe eröffnet. Russland ist Partnerland der Ausstellung. Amnesty International und andere laufen Sturm.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Zähe Friedensverhandlungen in Havanna

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die Friedensverhandlungen in Havanna zwischen der kolumbianischen Guerilla FARC und der Regierung in Bogotá kommen nur schleppend voran. Der Beginn der siebten Gesprächsrunde wurde deswegen auf den 15. April verschoben.

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Toleranzbereich

Einem erfolgreichen Kandidaten werden solche Äußerungen verziehen. Einem Kandidaten ohne Erfolg nicht, und einem großmäuligen ohne Erfolg gleich gar nicht. »Toleranz gegenüber Muslimen« - damit wähnte sich Peer Steinbrück wohl auf der sicheren Seite.

Ende eines Geschäftsmodells

Bei Amazon stehen alle Zeichen auf Streik. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gab am Freitag bekannt, dass sich 97 Prozent der abstimmungsberechtigten Beschäftigten am Standort Leipzig in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf ausgesprochen haben.

Antieuropäische Reflexe

Es geht um mehr als einen formellen Akt. Die EU hat sich mit Inkrafttreten des Lissaboner Vertrages Ende 2009 dazu verpflichtet, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) beizutreten. Doch das ist bis heute nicht geschehen.

ndPlusRalf Streck

Untragbar

Gerade hat die portugiesische Regierung einen Misstrauensantrag der Opposition überstanden, da zwingt ein Skandal den Vizeregierungschef zum Rücktritt: Der konservative »Superminister« Miguel Relvas erklärte am Donnerstagabend seinen Rücktritt.

Flüchtlingsparadies Türkei?

Man muss sich den Gesetzentwurf erst einmal im Detail ansehen. Wichtig ist insbesondere die Frage, ob und inwieweit Rechtsschutz und Verfahrensgarantien für die einzelnen Asylsuchenden enthalten sind. Asylgesetze dürfen nicht Dekrete sein, sondern müssen Rechtswege eröffnen.

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Misstrauen gegenüber dem Sparbuch

Düsseldorf (AFP/nd). Angesichts der Zypern-Rettung verlieren die Deutschen das Vertrauen in das Sparbuch. Weniger als jeder Dritte halte das Sparbuch noch für eine verlässliche Geldanlage, ergab eine Forsa-Umfrage. Die Heranziehung privater Spareinlagen zur Bekämpfung der Bankenkrise auf Zypern habe das Vertrauen der Deutschen in die Sicherheit ihrer Vermögen deutlich geschmälert, schrieb das »...

Börsenkurse über Facebook abrufen

New York (dpa/nd). Die US-Börsenaufsicht SEC hat Unternehmen grünes Licht gegeben, Twitter und Facebook für die Bekanntgabe wichtiger Informationen zu nutzen. Allerdings müssten Anleger auch wissen, dass die Profile für diese Zwecke eingesetzt werden, schränkte die Behörde am Dienstag ein. Auslöser für die SEC-Klarstellung war ein Facebook-Eintrag des Chefs der Online-Videothek Netflix, Reed Ha...

ndPlusSimon Poelchau

IG BAU einigt sich mit Arbeitgebern

Die Verhandlungen waren hart. Doch nach fast 24 Stunden intensiver Gespräche einigte sich die Industriegewerkschaft Bauen-Argrar-Umwelt (IG BAU) am Freitagmorgen in Frankfurt mit dem ZDB) und dem HDB auf ein Tarifergebnis. Für die Beschäftigten gibt es ab 1. Mai mehr Geld.

Haidy Damm

Empörung allein reicht nicht

Nach den Enthüllungen von Journalisten zu Steueroasen mehren sich die Stimmen für eine schärfere Strafverfolgung von Steuerbetrug und für verbindliche internationale Regeln. Auch die Forderung der Linkspartei für eine Bundesfinanzpolizei findet plötzlich Gehör.

Hermannus Pfeiffer

IWF bedrängt Dänemark

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat unseren nördlichen Nachbarn ins Visier genommen: Der IWF drängt Dänemark, hochriskante tilgungsfreie Hypothekendarlehen aufzugeben. In vielen Ländern sei diese Art von Krediten verboten, gab ein IWF-Vertreter zu bedenken.

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ndPlusMartin Pfaffenzeller, dpa

Berlin will das Tempo bestimmen

Mit einem Sieg in Málaga verabschiedete sich Alba Berlin aus der Euroleague. Ein versöhnlichen Abschluss der Euroleague-Spielzeit. Kaum war die Schlusssirene nach dem 68:55-Erfolg in Málaga verklungen, richtete sich der Fokus auf den Endspurt in der Liga.

Marcus Meier, Duisburg

Rassismus nicht zu erkennen

Das Spiel der Mannschaften, die beide von türkischstämmigen Akteuren und Funktionären geprägt sind, endete nach Onukogus Attacke in Tumulten und wurde schließlich vom Schiedsrichter abgebrochen - Onukogu wurde gesperrt.

Erik Eggers, Brno

Druck in der Herzkammer

Bedrohung für den deutschen Handball. Noch nie verpasste eine deutsche Handball-Auswahl eine Europameisterschaft. Soll das so bleiben, müssen nach der Niederlage in Brno die restlichen drei Qualifikationsspiele gewonnen werden. Am Sonntag kommen die Tschechen zum Rückspiel.

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Am 1. Mai zum Tor

Rund 10 000 Demonstranten wollen am 1. Mai zum Brandenburger Tor ziehen. Die jetzt angemeldete Route der 18-Uhr-Demonstration werde geprüft, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Freitag. Geplant seien dazu auch »Kooperationsgespräche« mit den Anmeldern.

Geldflaute für Professoren

(dpa). Berliner Professoren können auch mehr als ein Jahr nach dem Karlsruher Urteil zur höheren Besoldung noch nicht mit mehr Geld rechnen. Wenn die neue Regelung kommt, soll das Geld aber rückwirkend zum 1. Januar 2013 gezahlt werden, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wissenschaft mitteilte. Die Verwaltung für Inneres erarbeite derzeit einen Gesetzentwurf. »Für uns ist aber klar, dass...

Freie Sicht auf Zebrastreifen
Bernd Kammer

Freie Sicht auf Zebrastreifen

Berliner Fußgängerüberwege sind sicher, im Prinzip jedenfalls. Trotzdem ereigneten sich an den rund 400 Zebrastreifen in der Stadt zwischen 2006 und 2011 insgesamt 232 Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Das waren etwa 1,7 Prozent aller Fußgängerunfälle.

ndPlusHelmar Rendez

Kompetenz ist keine Eigentumsfrage

Um die Zukunft der Energie und der Stromnetze findet derzeit in Berlin eine der spannungsgeladensten politische Debatten statt. Im »nd« diskutieren Akteure, wie es mit der Konzession der Stromnetze und der möglichen Gründung eines Stadtwerkes in Zukunft weitergehen soll.

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Herkuleskeule gastiert in der Distel

»Ein verdummtes Volk kann man besser regieren, weil es sich besser bescheißen lässt«, sagte einmal der Kabarettist Georg Schramm. Fernsehen bringt Verdummung, weshalb man die Dresdner »Herkuleskeule« selten auf dem Bildschirm sieht. Oder? Am Sonntag gastiert sie in der »Distel«.

ndPlusLucía Tirado

Welch ein Zirkus!

So einfach lässt sich nicht die Spreu vom Weizen trennen. »Die Schönen und die Schmutzigen« sind kaum auseinander zu halten. Dazu ist das Leben zu kompliziert. Davon weiß Jeremys Großvater Grillo ein Lied zu singen. Als Gypsy wird sein Enkel es nie leicht haben, prophezeit er dem schlaksigen Halbwüchsigen. Kurz darauf taucht auch schon Hans-Günter vom Jugendamt auf, um den Knaben bei Nacht und ...

Klaus Hammer

Unterbrechungen in vielfältigen Variationen

Die konkrete Kunst ist jene ungegenständliche Richtung, die Linie, Farbe, Fläche, Raum als autonome künstlerische Mittel einsetzt und ihre bildnerischen Elemente aus einem mathematisch kalkulierten Formenrepertoire bezieht. Horst Bartnig ist Meister dieser Technik.

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ndPlusSandra Arm, dpa

Ausweis unter der Haut

Er ist nur wenige Millimeter groß und enthält eine Nummer: der elektronische Hunde-Chip. Alle Hunde in Thüringen müssen seit vergangenem Jahr solch einen Mikrochip unter der Haut tragen - doch die Kommunen haben Probleme mit der Kontrolle.

ndPlusAndreas Fritsche

Mit den Kanzlern geht es abwärts

Die kommende »nd«-Frühjahrswanderung startet am 14. April von 8 bis 11 Uhr am U-Bahnhof Ruhleben beziehungsweise am S-Bahnhof Jungfernheide. Ziel ist die Gaststätte »Zollpackhof« in der Elisabeth-Abegg-Straße 1, die seinen Namen von einem echten Zollpackhof übernahm.

Harald Lachmann

Leipziger Quantensprünge

Alle Jahre wieder ist Leipzig für eine Überraschung gut. Plötzlich zaubert man ein 1000-Jahr-Jubiläum aus dem Hut, auch wenn darüber noch etwas gestritten wird. Markenzeichen der sächsischen Stadt ist seit je eine Mischung aus Bürgerstolz, Macherqualitäten und auch Größenwahn.

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Mehr Ärztefehler in Sachsen

Dresden (dpa/nd). Schäden nach Operationen oder fehlerhafte Diagnosen - 2012 sind mehr Menschen in Sachsen Opfer von ärztlichen Kunstfehlern geworden. Laut Jahresbericht der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen wurden 69 Behandlungsfehler festgestellt, 13 mehr als 2011, teilte die Sächsische Landesärztekammer am Freitag mit. »Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel, denn hinter jedem Fehler...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Eine starke Stimme für die Pflege?

Eine Pflegekammer soll künftig die Interessen ihrer Mitglieder in Rheinland-Pfalz vertreten. Das ist das Ergebnis einer mehrwöchigen Abstimmung unter Pflegekräften. Ver.di sieht dafür keine Grundlage, zu wenige hätten sich an der Abstimmung darüber beteiligt.

Andreas Fritsche

Hoffnung für Altanschließer

Immer noch und immer weiter werden heute Beiträge bei Eigenheimbesitzern kassiert, deren Häuser bereits vor 1990 an das Trinkwassernetz und die Kanalisation angeschlossen wurden. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts stellt dies nun »massiv in Frage«.

ndPlusWilfried Neiße

Blaue Eier und bunte Blüten

Vom Eise befreit - so jedenfalls wird am 13. April die Landesgartenschau (Laga) in Prenzlau eröffnet. Davon zeigten sich am Freitag die Akteure überzeugt, als sie das Festprogramm in Potsdam präsentierten. Erst einmal soll das »Blaueier-Wettschwimmen« für Stimmung sorgen.

ndPlusSteffi Prutean, dpa

Brückenbus

In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist es längst Alltag, im Land Brandenburg noch neu. Für Frankfurt (Oder) im Osten Brandenburgs und Slubice im Westen Polens ist er ein Novum, der Bus 983. Seit ein paar Monaten erst fährt er über die Grenze zum polnischen Nachbarn.

Grit Büttner, dpa

Modische Pampe

Ein alter Baustoff kommt in Mode. Luftgetrocknete Lehmsteine werden wieder per Hand in der historischen Ziegelei Benzin hergestellt. Die Museumsmanufaktur, vor über 100 Jahren errichtet und eine der letzten ihrer Branche, lockt auch Touristen in die Mecklenburger Provinz.

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ndPlusChristina Matte

»Dafür trainiere ich«

Wie viele Kleinstädte Brandenburgs braucht Luckenwalde dieser Tagen dringend ein Geschenk des Himmels: ein paar Sonnenstrahlen. Der 1. Luckenwalder SC braucht so etwas auch, eines, welches der IOC dem Ringerverein bereiten könnte. Ließe der den Ringersport im Olympia-Programm.

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Tim Zülch

Nicht wenige haben es satt

Kleinbäuerlicher, ökologischer Landbau hat es schwer in einer Welt, die vom neoliberalen Umbau geprägt ist. Die experimend-Seiten stellen Projekte vor, die trotz allem versuchen, eine Alternative zur agrarindustriellen Wirtschaft der Reichen und Mächtigen zu leben.

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Tierra y Libertad

Tierra y Libertad

Luis Hernández Navarro, geboren 1955 in Mexiko-Stadt, berichtet in seinem Buch »Wer Beton sät, wird Zorn ernten« über den Kampf der Indígenas und Campesinas. Mit dem Redakteur der mexikanischen Tageszeitung »La Jornada« sprach nd-Redakteurin Karlen Vesper.

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Es geht der Weg ins Dunkle

Nach-Erzählen geht nicht. Und nur Nach-Empfinden wäre wenig. Aber Erzählung und Empfindung, das ist schon was. Lesen heißt fragen. Nicht jeder, der in der Sprache zu leben versucht, wird Geschehnis! Dieser Dichter hier ja!

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Jörn Schulz

Der Kapitalismus als Wille und Vorstellung

»Ich habe es satt, Männer zu treffen, die ich nicht bewundern kann«, klagt Jennifer. Die 22-Jährige aus Columbus, Ohio, will sich jedoch nicht unterwerfen, sie sucht »jemanden, der zu meinem unbeugsamem Geist passt«, nämlich »meinen John Galt«. Deshalb wandte sie sich an Atlasphere, eine Website, die Fans der Schriftstellerin und Philosophin Ayn Rand miteinander in Verbindung bringt, zu Diskuss...

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Oliver Eberhardt

Am Verhandlungstisch ist meist Endstation

Der US-amerikanische Außenminister John Kerry wird am Montag erneut im Nahen Osten erwartet. Dort soll er nach Präsident Barack Obamas Jerusalemer Rede den Friedensprozess wieder in Gang bringen - eine schwierige Aufgabe. Es mangelt auch an Visionen für die Zukunft.

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WOCHEN-CHRONIK

7. April 1348: Der böhmische König Karl IV. gründet in Prag die erste Universität Mitteleuropas. 7. April 1958: Mit ihrem Protestzug zum Atomforschungszentrum Aldermaston eröffnen 15 000 britische Atomwaffengegner die Tradition der Ostermärsche. 8. April 1968: Eine neue Verfassung, in der die Führungsrolle der SED fixiert wird, ersetzt die parlamentarisch-demokratische DDR-Verfassun...

Ralf Höller

Thomas Hobbes

Ist der Mensch von Natur aus gut? Dies fragte sich Thomas Hobbes in seinem 1651 erschienenen Hauptwerk »Leviathan«. Der am 5. April 1588 im Haus eines Landvikars im beschaulichen Malmesbury geborene englische Philosoph und Staatsrechtler hatte guten Grund für sein Misstrauen. Er hat den Dreißigjährigen Krieg und den neun Jahre währenden Bürgerkrieg auf der Insel erlebt. Der Mensch ist also nich...

Marcel Bois

Mit Kirchengeläut aus der Taufe gehoben

Berlin, 8. April 1928: Während überall die Kirchenglocken die Auferstehung Jesu Christi verkündeten, trafen sich 150 Delegierte im Gebäude des Preußischen Landtags, um den von ihnen befürchteten Untergang ihrer Partei zu verhindern. Sie gründeten den Leninbund.

Heinrich Fink

Berufsverbotspraxis unterm Hakenkreuz

Nicht erst »Auschwitz« ist Signatur des faschistischen Antisemitismus. Bereits 68 Tage nach der Ernennung von Hitler zum Reichskanzler wurde ein Gesetz veröffentlicht, das es ermöglichte, jüdische und politisch missliebige Personen aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen.

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Depardieu bedauert

Filmstar Gérard Depardieu ist einem weiteren Gerichtstermin zu einer Trunkenheitsfahrt in Paris ferngeblieben. Der Schauspieler erschien am Freitag nicht zum Auftakt eines Prozesses in der französischen Hauptstadt, weil er sich zu Dreharbeiten in New York aufhielt, wie sein Anwalt Eric de Caumont sagte. »Er wollte anwesend sein, aber er konnte nicht, er bedauert es sehr.« Demnach dreht de...

Der letzte Filmminister

Horst Pehnert, der letzte Filmminister der DDR, ist tot. Er starb bereits am 1. April an den Folgen einer Krebserkrankung. Pehnert ist 80 Jahre alt geworden. Als Sohn eines Schneiders 1932 in Neuenkirchen (heute Ortsteil von Borna) geboren, absolvierte Pehnert eine Buchdruckerlehre, wurde Journalist der FDJ-Tageszeitung »Junge Welt« und 1966 deren Chefredakteur. Von 1965 bis 1971, als er ...

Martin Lejeune

Nur eine deutsche Kartoffel

Ich gestehe, auch wenn es wenig glamourös klingt: Ich wurde in Hannover geboren. Auch gebe ich zu: Ich hatte nie eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche. Auch meine Eltern und Großeltern hatten immer nur die deutsche Staatsangehörigkeit.

ndPlusHorst Nalewski

Sechs oder sieben Stunden in Erfurt

Gehe ich meine alphabetisch geordneten Bücherreihen ab, finde ich Heinrich Böll mit 13 Titeln: Erzählungen, Hörspiele, Reden, vor allem die Romane. Von »Wo warst du Adam?« (1956 bei Rütten & Loening) bis zu »Frauen vor Flusslandschaft« (1986 bei Insel). Doch in diesem Zeitraum eben nicht den »Clown«. Erst in den letzten Wochen der Existenz der DDR erschien der Roman im Insel Verlag Leipzig....

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ndPlusJürgen Amendt

Das muss man sich leisten können

Der Fluch, der mittlerweile auf jeder Debatte lastet, ist deren mediale Kurzlebigkeit. Das Nachdenken über Bildung, darüber, was geändert, was beibehalten werden sollte, erfordert jedoch Zeit - Zeit, die uns das Fernsehen und noch mehr die große Verwurstungsmaschine Internet nicht mehr lässt.

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ndPlusHeidi Diehl

Das ging ja flott los

Lag es am Osterwetter bei dem nur Hartgesottene gern stundenlang draußen auf Eiersuche gehen wollten oder doch eher daran, dass die Zeit nun wirklich reif für den Beginn des 11. nd-Lesergeschichten-Wettbewerbes unter dem Motto: »Chance verpasst und Glück gehabt« war? Auf jeden Fall hatten wir bereits am ersten Arbeitstag der Woche die ersten drei Geschichten im Postkasten. Am schnellsten war di...

Mit einer Schlafmütze ins Glück

Das Auftaktbild zu diesem Lesergeschichtenwettbewerb ist so voller romantischer Poesie, dass sie mich beflügelt hat, meine Geschichte zu erzählen. Es war der 1. Mai vor 60 Jahren. Ich fühlte mich wie das Mädchen mit dem Schirm, der ihr eine Chance gab, in die Höhe des Glücks zu fliegen. Der 1. Mai war für uns Schülerinnen und Schüler des Internats in Werneuchen immer ein besonderer Feiert...

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Parteimitgliedschaft und Journalismus - passt das zusammen?

Journalisten berichten unabhängig und unvoreingenommen über Vorgänge im In- und Ausland. Das jedenfalls glaubt ein Großteil derjenigen, die tagtäglich die Zeitung lesen oder sich durch andere Medien über politische Zusammenhänge informieren. Was aber ist, wenn der Zeitungsredakteur oder Fernsehkorrespondent einer Partei angehört? Kann ein Journalist zum Beispiel über das Rentenkonzept der CDU b...

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Termiten ziehen Kreise

Die rätselhaften Kahlstellen in der Wüste Südwestafrikas - die sogenannten Feenkreise - werden vermutlich durch Termiten verursacht. Zu diesem Schluss jedenfalls kam Norbert Jürgens von der Universität Hamburg im Fachblatt »Science«. Zwischen 2006 und 2012 hatte der Biologe einen 2000 Kilometer langen Wüstenabschnitt vom mittleren Angola bis ins nordwestliche Südafrika untersucht. Wenn er...

ndPlusMartin Koch

Verborgene Entwicklung

Es mutet im Grunde paradox an und versetzte schon Charles Darwin in Erstaunen: Es gibt Lebewesen, die ihren Körperbau über erdgeschichtlich lange Zeiträume bis heute kaum verändert haben und daher als »lebende Fossilien« bezeichnet werden. Dazu zählen die Lungenfische, das Schnabeltier und der berühmte Quastenflosser, der schon als ausgestorben galt, ehe man 1938 überraschend ein lebendiges Exe...

Kalk und Vitamin D
ndPlusIris Rapoport, Berlin und Boston

Kalk und Vitamin D

Kürzlich war ich in Hongkong bei einem der Biolumnisten zu Gast. Die Stadt ist gerade um eine Attraktion reicher geworden: Einzigartig in der Welt erstrecken sich ockerfarbene Säulen vulkanischen Ursprungs im Osten der Stadt bis ins Meer. Seit kurzem ist das imposante Naturbauwerk der Öffentlichkeit im »Geopark« zugänglich. Die vulkanische Schmelze ist zu haushohen sechseckigen Säulen ers...

Dieter B. Herrmann

Die ältesten Nachrichten der Welt

Die Geschichte des Universums zu schreiben, stellt eine der größten Herausforderungen an die moderne Wissenschaft dar. Seit der US-Amerikaner Edwin Hubble 1929 die Rotverschiebungen von Linien in den Spektren extragalaktischer Objekte entdeckte, hat sich die Astronomie diesem Problemfeld zugewandt.

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Per Zielfoto
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Per Zielfoto

Dramatisch, historisch, episch. So war das WM-Kandidatenturnier 2013. Vor allem, weil es am Ende eher einem 100-Meter-Endspurt glich, denn einem Schachfinale. Magnus Carlsen (Norwegen; 22) setzte sich ganz knapp gegen Wladimir Kramnik (Russland; 37) durch (nd, 3. 4., Sportteil). In der letzten Runde hatten beide sogar verloren, doch »per Zielfoto« kam Carlsen zum Gesamterfolg. Zuvor hatte der n...

Monika Salz

Punkten in der Toskana

Der erste Eindruck von »Die Paläste von Carrara«: unglaublich viel Material. Und dann ist da auch noch ein Umschlag, auf dem steht: »Erst öffnen, nachdem Ihr mindestens zwei Partien des Grundspiels gespielt habt!«. Da ist dann noch eine Erweiterung des Grundspiels drin - netter Zug vom Verlag »Hans im Glück«! Bei »Paläste von Carrara« konkurrieren zwei bis vier Spieler um Siegpunkte. In d...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Ganz lange Jugendzeit, ganz schnelles Ende

In einen Wasserkessel, der in unserem Garten als Vogeltränke eingegraben war, fiel ab und zu eine Birne. Einmal ragte eine aus dem Wasser, die von Insektenlarven umrahmt war. Man hätte meinen können, dass sie die Möglichkeit nutzen, um bequem frische Luft zu schöpfen. Doch es waren Eintagsfliegenlarven, die ja durch Kiemenblättchen atmen. Auf der Birnenhälfte könnten sie Algen abgeweidet oder f...

ndPlusRené Gralla

Cheerleader auf Kufen, aber ohne Pompon

Längst spielen Mädchen und Frauen ja auch Eishockey - schnell, hart und technisch ausgereift. Sie sorgen beim rauen Eishockey für optische Kontrapunkte, wie die Ice Girls von der Elbe. Zwei von ihnen sind die 20-jährige Sozialökonomiestudentin Cemre und die 23-jährige Anna.

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ndPlusHeidi Diehl

Lecker Lektüre von dem Horst und det Judruns Jeschichten

Wieder einmal ist der Reisejournalist Franz Lerchenmüller unterwegs gewesen - nach Touren im Norden, Süden und Osten zog es ihn diesmal in den tiefsten Westen des Landes, in den Ruhrpott. Obwohl er, wie er gleich im Vorwort seines vierten Büchleins der Reihe »Deutschlandreise« aus dem Lübecker Schöning Verlag bekennt, erst nicht nach Nordrhein-Westfalen wollte. Das wäre jammerschade gewes...

Karsten-Thilo Raab

Nur mit einem Handtuch hinüber nach Russland

Der Bus hält an keiner Haltestelle; verkehrt auch nicht nach Fahrplan. Dennoch geraten die Passagiere rund um Kuusamo im Nordosten Finnlands mächtig in Fahrt. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier im hohen Norden Europas wartet mit dem ersten Sauna-Bus der Welt ein ganz besonderer Genuss auf die Wellnessfreunde. Während manche Zeitgenossen schon Schweißausbrüche bekommen, wenn sie nu...

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Heidi Diehl

Happy Birthday, olle Richie!

Reiseredakteurin Heidi Diel führt die Leserinnen und Leser auf eine kleine Tour durch die Kinder-, Jugend- und frühen Erwachsenenjahre des Komponisten Richard Wagner in Sachsen, die nachdrücklich sein Leben prägten. Begonnen wird die Tour in der Stadt Leipzig.

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Gabriele Oertel

Gottverdammich!

Zugegeben, es gibt viele Menschen, deren beruflicher Alltag kein eitel Sonnenschein ist. Aber haben Sie schon einmal daran gedacht, wie schwer es seit Wochen die Meteorologen haben? Jeden Tag schauen den Kämpfern an der Wetterfront Millionen Augen erwartungsvoll entgegen...