Seite 1

Unten links

Man mag von dir, liebe Anti-Euro-Partei, halten, was man will, eines aber muss man dir ernsthaft danken: Du, Alternative für Deutschland, trägst ein Wort der Hoffnung in deinem Namen - und gemeint ist nicht Deutschland. Das lähmende Gelärme von der Alternativlosigkeit gehört dem Gestern an, die Zeit des Fatalismus ist vorbei; danke AfD! Nichts muss bleiben, wie es ist, alles darf wieder anders,...

Herr des Verfahrens?

Wenn man von jemand sagt, er sei »Herr des Verfahrens«, dann bedeutet das, er habe eine Sache im Griff. Das Oberlandesgericht München hat den Prozess gegen die NSU-Angeklagten jedenfalls nicht im Griff. Es hat eine Zugangsregelung beschlossen, die einen Teil der Journalisten, ausgerechnet der türkischen und anderer internationaler Medien, von der Prozessbeobachtung ausschloss.

Martin Ling

Maduros Bewährungsprobe

Die Chavisten können durchatmen, aber nicht aufatmen. Weit knapper als erwartet setzte sich Chávez Wunschkandidat Nicolás Maduro bei den Präsidentschaftswahlen in Venezuela durch. So knapp, dass sich Henrique Capriles schlicht weigert, sich in die Niederlage zu fügen.

Maduro stimmt Neuauszählung zu

Nach Angaben der Wahlbehörde erhielt Maduro am Sonntag 50,66 Prozent der Stimmen, der rechte Oppositionskandidat Henrique Capriles 49,07 Prozent. Allerdings erkennt Capriles das Ergebnis nicht an. Maduro reagierte gelassen auf die Vorwürfe und sicherte eine Neuauszählung zu.

ndPlusJürgen Amendt

Armut ist nicht sexy

Journalisten zerbrechen sich ihre Köpfe mehr über die Probleme der Reichen als über die Folgen der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) herausgegebene Studie, die Ende der Woche in Berlin vorgestellt wird und die »nd« vorab vorliegt.

Seite 2

Chronologie des Streits um die Presseplätze

26. März: Acht der zehn Mordopfer der Neonazi-Terroristen stammten aus der Türkei - bei der Vergabe der garantierten Presseplätze beim NSU-Prozess gehen türkische Medien jedoch leer aus. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, spricht von einem unglaublichen Vorgang. Unter anderem SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kritisieren das Verfahr...

»Meine Mandantin ist völlig außer sich«

Angehörige der migrantischen NSU-Opfer sind entsetzt angesichts der Verschiebung des NSU-Prozesses. Der Berliner Rechtsanwalt Sebastian Scharmer vertritt die Nebenklägerin Gamze Kubasik. Ihr Vater wurde in seinem Geschäft ermordet. Mit dem Anwalt sprach Ines Wallrodt.

Rudolf Stumberger, München

Nein, das weiß ich nicht

Nach wochenlangem Streit um die Vergabe der Presseplätze beim NSU-Prozess sowie nach dem Eilentscheid des Bundesverfassungsgerichts ist der Auftakt des Verfahrens geplatzt. Das Gericht muss nun entscheiden, wie es die Vorgabe aus Karlsruhe umsetzt. Opfer-Angehörige sind entsetzt.

Seite 3

Kein Zurück zum Gestern

Im Ausland wurde der Ausgang der Wahl in Venezuela mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während die engsten Verbündeten Venezuelas in Lateinamerika Genugtuung äußerten, wird der Wahlsieg in Washington wohl nüchtern zu Kenntnis genommen werden.

Harald Neuber

Der Erbe des Comandante

Der neue Präsident Venezuelas muss einen politischen Prozess fortführen, der in hohem Maße auf seinen Amtsvorgänger Hugo Chávez zugeschnitten ist. Es kann ihm gelingen, weil er selbst ein Produkt der Bolivarischen Revolution ist.

Seite 4
Aert van Riel

Neue Klientel

Vor dem Wahlparteitag der Grünen Ende April in Berlin spitzt sich der Streit um die steuerpolitische Ausrichtung von Rot-Grün weiter zu. Kürzlich wandten sich der baden-württembergische Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Stellvertreter von der SPD, Nils Schmid, schriftlich an ihre Parteiführungen. Sie fordern, dass die Vermögenssteuer einer rot-grünen Bundesregierung Betrieb...

ndPlusAndreas Fritsche

Ein Sieg für den Verlierer

Es ist absurd: Die SPD verlor am Sonntag mit Pauken und Trompeten die Landratsstichwahl im brandenburgischen Teltow-Fläming. Weil aber Wahlsiegerin Kornelia Wehlan (LINKE) ganz knapp das Quorum von 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten verfehlte, dürfen bei der SPD die Sektkorken knallen. Denn die erste Landrätin der märkischen Linkspartei ist vorerst verhindert. Anstelle der Bürger ent...

Robert D. Meyer

Demokratin

Erinnert sich noch jemand an Franziska Drohsel? Im Jahr 2007 geriet die damalige Vorsitzende der Jungsozialisten unter massiven Druck, als konservative Kreise Drohsels Mitgliedschaft in der Roten Hilfe zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte machten. Die Juso-Chefin knickte ein und trat aus der linken Rechtshilfeorganisation aus, um Schaden von der SPD abzuwenden. Immerhin stuft der Verfassun...

ndPlusBrigitte Zimmermann

Der Wirbel von gestern

Von wem hatte man schon länger nichts gehört, obwohl zeitweilig fast ausschließlich über sie geredet wurde? Zum Beispiel von Julia Timoschenko. Zwar gab es vorige Woche Donnerstag nach Monaten eine Meldung über die inhaftierte ukrainische Politikerin. Aber die stieß medial weitestgehend auf das Rubrum »Was auch noch passierte« und politisch auf totale Ignoranz. Man musste schon zufällig auf dem...

Seite 5
Silvia Ottow

Entspannt Euch!

Schaut man, mit welcher Vehemenz sich die politische Führungsriege von CDU und FDP dem Kampf gegen die Frauenquote in Führungspositionen widmet, könnte man fast Mitleid bekommen. Angela, Volker, Rainer! Es geht dieses Mal »nur« um ein paar verflixte Börsenheinis, die eventuell in einigen Jahren vielleicht womöglich höchstwahrscheinlich eine Frau vor die Nase bekommen könnten. Ihr wisst doch all...

ndPlusSilvia Ottow

Gleichstellung, Gender, Gedöns

Einer Physikerin zahlt man im Durchschnitt 32 Prozent weniger als ihrem männlichen Kollegen, einer Einkäuferin 26 Prozent, einer Ingenieurin 22 Prozent und einer Köchin circa 20 Prozent weniger. Neuer Tiefpunkt für die Geschichte der Geschlechter-Gleichstellung.

Uwe Kalbe

Frauenverbrüderung, wie das denn!

Wie viel Weiblichkeit vertragen die Wirtschaftseliten in Deutschland? Vor der Wirtschaft muss die Politik, die diese Frage aufgeworfen hat, sie selbst beantworten. Und das ist kompliziert genug. Am Donnerstag kommt es im Bundestag zum Schwur.

Seite 6
Dieter Hanisch, Kiel

Brunsbüttel als »Atomklo der Republik«?

In und um Brunsbüttel ist man entsetzt, an der grünen Parteibasis auch: Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat das Zwischenlager des vom Netz genommenen AKW Brunsbüttel als Zwischenlager für die aus der Wiederaufbereitung 2015 von Deutschland vertraglich abzunehmenden Castorbehälter ins Gespräch gebracht.

ndPlusAert van Riel

Vermögensabgabe bleibt draußen

Auch wenn der von dem linken SPD-Verein DL 21 geforderte »Marshallplan« für Europa nicht im Programm steht, hat die Partei in der Europapolitik einen Konsens finden können. Die Sozialdemokraten streben einen »Europäischen Investitions- und Aufbaufonds« an.

Fabian Lambeck

Halb und halb

Seit mehr als zwei Jahrzehnten werden Hunderte Ostdeutsche des Jahrgangs 1973 regelmäßig zur ihren Ansichten befragt. Nun liegen die Ergebnisse der letzten Erhebung vor: Beinahe 90 Prozent der Befragten fühlen sich gleichermaßen als Bürger der DDR und der Bundesrepublik.

Seite 7

EU: Handel mit Menschen nimmt zu

Brüssel/Berlin (epd/nd). Die EU-Kommission ruft Deutschland und 20 andere EU-Länder auf, die europäische Richtlinie gegen Menschenhandel vollständig umzusetzen. »Es ist sehr enttäuschend, dass nur sehr wenige Länder die Regelungen in Kraft gesetzt haben«, rügte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Montag in Brüssel. Die Frist zur Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht war am 6. April ...

USA offen für »echte« Verhandlungen

Tokio (AFP/nd). US-Außenminister John Kerry hat Nordkorea Bereitschaft zum Dialog signalisiert. Die USA seien offen für »echte und glaubwürdige« Verhandlungen mit Nordkorea, allerdings sei die Führung in Pjöngjang am Zug, sagte Kerry am Montag in Tokio. Nordkoreas Führung müsse »bedeutende Schritte« unternehmen, um zu zeigen, dass sie ihre internationalen Verpflichtungen einhalten wolle, sagte ...

Terrorteppich über Irak

Insgesamt starben am Montag bei Terroranschlägen in Irak mindestens 24 Menschen. Polizei und Krankenhausärzte zählten 145 Verletzte. Die Attentate richteten sich sowohl gegen Zivilisten als auch gegen die Polizei. Vor dem Flughafen von Bagdad explodierte eine Autobombe

ndPlusOlaf Standke

USA weiter Rüstungsweltmeister

Erstmals seit 1998 sind laut Analyse des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI im Vorjahr die weltweiten Militärausgaben leicht zurückgegangen - gegenüber 2011 um etwa 0,5 Prozent. Der leichte Rückgang zeige einen Trend für die nächsten Jahre.

Seite 8
Irina Wolkowa, Moskau

Iran strebt nach Wiederanschluss Aserbaidshans

In Irans Parlament liegt seit Ende letzter Woche ein brisanter Gesetzentwurf: Durch Kündigung alter Friedensverträge mit Russland soll der Weg für einen Wiederanschluss Aserbaidshans frei werden.

ndPlusSuvendrini Kakuchi (IPS), Ginowan

Kultur statt Militärbasen

Die Insel Okinawa ist als Basislager für die Mehrheit der 50 000 in Japan stationierten US-Soldaten bekannt. Doch japanische Unternehmer arbeiten daran, die größte in der südlichen Präfektur gelegene Insel als attraktives Ferienziel und Wissenschaftsstandort bekannt machen.

Mit einem Guerillero an der Spitze

Seit vier Jahren regiert in El Salvador die linke FMLN-Partei. Über das bisher Erreichte und die Aussichten der FMLN auf Regierungserhalt sprach Tom Beier für »nd« mit Roger Blandino Nerio San Salvador. Blandino ist verantwortlich für die Beziehung zu sozialen Bewegungen.

Seite 9
ndPlusSimon Poelchau

Zehn Indikatoren für den Wohlstand

Die Enquetekommission »Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität« wurde unter dem Eindruck der Finanzkrise eingesetzt. In zwei Jahre Diskussion über Fragen wie Nachhaltigkeit und Wachstum hat sich Schwarz-Gelb durchgesetzt: Zehn Variablen sollen künftig die Lage der Nation messen.

»Die Krise ist kein Betriebsunfall«

Ulla Lötzer war als Abgeordnete der LINKEN Mitglied in der Enquete-kommission für »Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität«. Haidy Damm sprach mit ihr über ihr Fazit nach zwei Jahren Kommissionsarbeit, LINKE-Politik, über zukünftige Projekte und feministische Kritik.

Seite 10

Nord-Süd - Termine

HEUTE IN HAMBURG - »Globalisierungskino: Kurzfilme aus und über Marokko.« Die Kurzfilme einer marokkanischen attac-Aktivistin beschäftigen sich mit sozialen Kämpfen auf dem Land und in den Städten sowie mit den ausdauernden Demonstrationen, der Bewegung M20 und der Repression. Filme und Diskussion, 19 Uhr, Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., W3 - Saal, Nernstweg 32-34, 22765 H...

Antje Krüger

Baustopp in Pascua Lama

Der Spruch »Wasser ist mehr wert als Gold«, der seit Eröffnung des binationalen Bergbauprojekts Pascua Lama der Firma Barrick Gold auf der Grenze von Chile und Argentinien auf die möglichen Umweltfolgen des Tagebaus aufmerksam macht, hat jetzt rechtlichen Zuspruch erhalten. Indigene Anwohner vom Volk der Diaguita haben geklagt, dass die Arbeiten an der Mine zu hohen Anteilen von Arsen, Aluminium, ...

Das Ende von Polio ist in Reichweite
ndPlusMartin Ling

Das Ende von Polio ist in Reichweite

Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam. Mit diesem Slogan wurde ab 1962 in der Bundesrepublik Deutschland Polio der Kampf angesagt - in der DDR war bereits 1960 die erste Massenschluckimpfung eingeführt worden. Hierzulande ist die nicht gänzlich ungefährliche Schluckimpfung inzwischen durch die Injektionsspritze ersetzt worden und das Ziel erreicht, was für die Welt noch aussteht: De...

Markus Schönherr, Kapstadt

Besser als ihr Ruf: islamische Entwicklungshilfe

Bei einer Konferenz in Florida stand vergangene Woche ein Thema im Fokus, das eher selten beleuchtet wird: Entwicklungshilfe seitens islamischer Organisationen und Staaten. Religiöse Netzwerke hätten in Afrika entscheidend zum Bildungs- und Gesundheitssystem beigetragen.

Feminismus ist eine komplizierte Sache

Millaray Painemal ist Mapuche und Koordinatorin für indigene Fragen bei des Nationalen Verbandes ruraler und indigener Frauen Anamuri in Chile. Anamuri hat es sich zum Ziel gemacht, die Interessen dieser Frauen zu vertreten. Mit ihr sprach für »nd« David Rojas-Kienzle.

Seite 11

Donnerwetter

Autofahrer aufgepasst: Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist es womöglich schon zu spät. Dann sind Sie vielleicht in eine der mehr als 200 Radarfallen getappt, die die Polizei heute den ganzen Tag über im gesamten Stadtgebiet aufgebaut hat, um solche wie Sie zu erwischen. Obwohl die Ordnungshüter immerhin - anders als wir - so fair waren, die Aktion vorher anzukündigen. Denn es gehe nicht ums Abkass...

Martin Kröger

Flüchtlinge haben im Innenausschuss keinen Zutritt

Hinter den verrammelten Türen steht derweil die Polizeiliche Kriminalstatistik 2012 (PKS) auf der Tagesordnung. Die Gesamtzahl der Straftaten ist in Berlin auch unter Innensenator Frank Henkel (CDU) leicht um 912 Delikte auf 495 297 Fälle angestiegen. die Aufklärungsquote sank.

»Wir machen mit der CDU gute linke Politik«

Der Fraktionschef der SPD, Raed Saleh, gilt als einer der heißen Nachfolgekandidaten für den Regierenden Bürgermeister, sollte Klaus Wowereit vorzeitig abtreten. Er ist Inhaber einer Medienfirma. Mit ihm sprachen die »nd«-Redakteure Martin Kröger und Bernd Kammer.

Seite 12

Flugfeld wird zur Bühne

(dpa). Das ehemalige Flugfeld in Berlin-Tempelhof verwandelt sich am Wochenende nach Himmelfahrt in eine Konzertbühne. Bei dem Projekt der New Yorker Komponistin Lisa Bielawa werden Hunderte Profi- und Freizeitmusiker aus Deutschland und den USA über das riesige Gelände verteilt und ohne Noten eine »urbane Symphonie« spielen, wie es in der Ankündigung vom Montag heißt. Der Eintritt für di...

Auszeichnung für »Liebling Kreuzberg«

(dpa). Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug hat seine Erfolge in Ost und West gefeiert - gestern wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) überreichte es dem «Liebling Kreuzberg» im Auftrag des Bundespräsidenten in seinem Amtszimmer. Der Schauspieler und Musiker Manfred Krug wurde 1937 in Duisburg geboren und kam als Kind 1949 in di...

Stefan Amzoll

Abend der Kontrahenten

Da ist zunächst das Programm: Der Jüngere wider den um anderthalb Generationen Älteren. Romantische Flexibilität versus Romantik aus dem Geist der Klassizität. Die Konzertform im ideellen Streit mit der Sinfonieform. Ein Abend der Kontrahenten. Reger - Brahms. So weit liegen die doch nicht weg voneinander, mögen Hörer wie Leser meinen. Gewiss. Doch die Differenz überwiegt. Beide Komponisten sin...

Seite 13

Nur noch der halbe Lärm

Dresden/Turów (dpa/nd). Der Lärm, der vom polnischen Kraftwerk Turów nahe der Grenze zu Sachsen ausgeht, soll spätestens 2015 deutlich nachlassen. Bis dahin sollen die vor knapp drei Jahren begonnenen Schutzmaßnahmen abgeschlossen und der Geräuschpegel halbiert sein, wie Sachsens Umweltministerium am Montag in Dresden mitteilte. »Wir sind der Kraftwerkleitung sehr dankbar, dass sie eine große G...

Verletzter nach Demonstration in Klinik

(nd). Auf einer Demonstration für die in der vergangenen Woche zwangsgeräumte und kurz darauf verstorbene Rosemarie F. kam es am Sonntag zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstrationsteilnehmern. Dabei wurde laut dem Bündnis »Zwangsräumung stoppen« ein Teilnehmer verletzt. Der Betroffene sei im Krankenhaus, »in zur Zeit noch unklarem Zustand«, hieß es am Montag. Die Demonstration ...

Belastung durch Tegel-Flüge steigt weiter

(dpa). Für die Anwohner des Berliner Flughafens Tegel sieht der Leiter der Fluglärmkommission, Rainer Teschner-Steinhardt, kaum Chancen auf Entlastung. Die Zahl der Flüge nehme noch immer zu, und die großen Fluggesellschaften seien nicht bereit, auf den Flughafen Schönefeld auszuweichen, sagte er am Montag der dpa in Berlin. Nach einer Auswertung von Flugdaten ist der Verkehr in Tegel seit Somm...

ndPlusAndreas Fritsche

Strittiges Quorum

Weil die Mindestanzahl der Stimmen nicht erreicht wurde, ist die Landratsdirektwahl im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming gescheitert. Nun wird in dem Bundesland erneut diskutiert, ob das Wahlrecht geändert werden muss.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Denkmal des Anstoßes

Noch immer tun sich kirchliche und lokale Honoratioren im bundesdeutschen Südwesten mit der Aufarbeitung der NS-Geschichte schwer. Ein anschauliches Beispiel liefert der seit Jahren schwelende Konflikt um ein Kriegerdenkmal in einem Mainzer Vorort.

Seite 14

Lehrerin zweiter Klasse

Mainz (nd-Luchs). Der Rechtsstreit kann teuer werden für Rheinland-Pfalz. Eine Lehrerin aus dem Westerwald fühlt sich benachteiligt und klagt vor dem Verwaltungsgericht Koblenz auf Gleichbehandlung und gleiche Bezahlung. Sie bekommt weniger Gehalt, obwohl sie dieselben Klassen unterrichtet wie die Kollegen und Kolleginnen an ihrer Realschule Plus in Nentershausen. Das hat mit ihrem Studienabsch...

Romina Kempt, dpa

Warten auf den 21-Grad-Wecker

Spritzen und jede Menge Medizin: Die stacheligen Patienten in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) sind noch sehr schläfrig. Doch bald wird die Igel-Auffangstation aus dem Winterschlaf erwachen.

ndPlusWilfried Neiße

Ein bisschen Staat muss sein

Zwar ist die Staatswirtschaft auch in Brandenburg Geschichte, doch heißt das nicht, dass die Politik sich nun völlig aus Wirtschaftsfragen heraushält. Als Türöffner ist sie beliebt. Ob das viel bringt, muss sich zeigen. Auf 29 Prozent hat sich die Exportquote der märkischen Wirtschaft erhöht, gab Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) gestern erfreut bekannt. Inzwischen umfassen di...

Marlene Göring

Streit um „Technostrich" geht wieder los

Für die einen ist es ein Schandfleck, für die anderen städtebauliches Kunstwerk: Das Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks nördlich der S-Bahn-Gleise zwischen Warschauer Straße und Modersohnbrücke, kurz: RAW.

ndPlusChristian Klemm, Bremerhaven

Flucht ins Ungewisse

Zwischen 1830 und 1974 haben mehr als sieben Millionen Menschen über Bremerhaven ihre Heimat verlassen. Seit 2005 erinnert im historischen Hafen das Deutsche Auswanderhaus an ihr Schicksal. Im vergangenen Jahr wurde das Museum um 300 Jahre Einwanderungsgeschichte erweitert.

Andreas Fritsche

Vergeblicher Wahlsieg

Kornelia Wehlan (LINKE) hat am Sonntag bei der Landratsstichwahl in Teltow-Fläming noch einmal knapp 6000 Stimmen hinzugewonnen. An der verfehlten Mindestanzahl der Stimmen ist die Landratsdirektwahl in Teltow-Fläming gescheitert. Nun wird diskutiert, das Wahlrecht zu ändern.

Seite 15

Spotten via Twitter

Wegen Beleidigung des Islam ist der weltbekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say am Montag von einem Gericht in Istanbul zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Say habe sich mit im Internet verbreiteten Kommentaren der Verletzung religiöser Werte schuldig gemacht, zitierte türkische Medien aus dem Urteil. Der Künstler, der nicht selbst vor Gericht erschien, hatte ü...

Herr der großen Orchester

Der führende britische Dirigent Sir Colin Davis ist tot. Wie das Londoner Symphony Orchestra (LSO) am Sonntagabend mitteilte, starb Davis nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Davis war international für seine Interpretationen von Mozart, Berlioz und Sibelius berühmt. Er hatte unter anderem enge Beziehungen zum Bayerischen Rundfunkorchester und der Dresdner Staatskapelle. »Wir werden ...

ndPlusRoberto Becker

Ende im Operngulag

Musikfreunde können einen Satz von Stalin zu dieser Oper immer noch zitieren. »Chaos statt Musik« - bis zum Tod des Diktators heimlich, und danach offen, wurde dieses Verdikt, mit dem er Schostakowtischs »Lady Macbeth von Mzensk« 1936 verdammte, zum Qualitätsprädikat.

ndPlusGunnar Decker

Die Helden von gestern, heute und morgen

Dieser Drache ist ein kundiges Monster. Was heißt, er ist nicht von gestern. Sonst wüsste er schließlich nicht, wie man freie Menschen in Untertanen verwandelt. Als Jewgeni Schwarz 1943 das moderne Märchen vom Drachen als absoluten Herrscher erzählte, wusste er, was er tat.

Seite 16
Jürgen Amendt

Herkunft und Habitus

Wie viel verdienen Kita-Erzieher in Deutschland? Die Frage klingt einfach, ist aber schwierig zu beantworten. Die Verdienstspanne ist groß; je nach Berufserfahrung, Beschäftigungsart (Teil- oder Vollzeit), Arbeitgeber (Kommunen oder Freie Träger), Region (Land, Stadt, Ost, West) oder Geschlecht kommt eine Erzieherin auf ein monatliches Einkommen zwischen rund 1900 und knapp 3000 Euro brutto. Wo...

Blackbox Reichtum

Die Berichterstattung in den Medien über Armut und Reichtum hat einen großen Einfluss sowohl auf die öffentliche Meinung wie auf die politische Debatte. Doch wie unvoreingenommen blicken Journalisten auf die soziale Realität in Deutschland? Wie sehr spielen eigene Befindlichkeiten und Herkunft eine Rolle bei der Berichterstattung? Dieser Frage sind Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz in ihrer Studie »Portionierte Armut, Blackbox Reichtum - Die Angst des Journalismus vor der sozialen Kluft« nachgegangen.

Seite 17

Pollen kreuzen Atemwege

Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, hat häufig auch mit manchem Obst und Gemüse Probleme, warnt Marianne Rudischer von der Krankenkasse BARMER GEK. Grund ist deren botanische Verwandtschaft. Die Allergene der Birkenpollen kommen in ähnlicher Form auch in Lebensmitteln vor und können die gleichen Krankheitssymptome hervorrufen. Fachleute sprechen dann von Kreuzallergien. Mehr als die Hälft...

ndPlusElfi Schramm

Rezension: Blick & Blut

Florian Teeg ist seit neun Jahren Arzt und seit zwei Jahren Facharzt für Innere Medizin. So manches hat er erlebt, was man als Patient lieber nicht wissen möchte. Er hat es dennoch aufgeschrieben. Dass Ärzte auch nur Menschen sind und Fehler machen, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem fragt man sich, was es einem Leser nutzen soll, wenn ihm seltsame Arztrituale wie die »Blickdiagnose« erklä...

ndPlusDorothee L. Weiß

Streit unterm Apfelbaum

Um Dapagliflozin, ein neues Medikament gegen Diabetes mellitus, ist Streit entbrannt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) spricht der Arznei einen Zusatznutzen ab, die Fachgesellschaft möchte es für die Mehrzahl der Diabetespatienten zur Verfügung stellen.

Anke Nussbücker

Frisches von der Fensterbank

Da die Ernte von regionalem Obst, Gemüse und Kartoffeln noch auf sich warten lässt, könnten Kräuter als erstes Grün wichtige Lieferanten für die Vitamine C, E und Folsäure sein. Immerhin decken schon sieben Gramm Petersilie, wenn sie frisch geerntet wurde, den Tagesbedarf an Vitamin C.

Seite 19

Doppelte Freude

»Es fühlt sich großartig an!« Dirk Nowitzki klang, als hätten die Dallas Mavericks durch das 107:89 bei den New Orleans Hornets doch noch die Playoffs erreicht. Die Tür bleibt zwar zu, dennoch war Nowitzki bester Laune. Zum einen knackte der Basketballstar als 17. NBA-Spieler die Marke von 25 000 Karrierepunkten. Zum anderen haben die Mavs nach langer Zeit wieder eine ausgeglichene Bilanz, so d...

ndPlusAndreas Frank, SID

Die goldene Generation ruht sich aus

Titelverteidiger Philipp Boy zurückgetreten, Ex-Europameister Fabian Hambüchen angeschlagen, der Olympiazweite Marcel Nguyen erschöpft - ausgerechnet in der Königsdisziplin Mehrkampf sind die deutschen Kunstturner bei den europäischen Titelkämpfen in Moskau ohne Medaillenchance.

ndPlusFrank Hellmann, Wolfsburg

Ungeliebtes Wiedersehen

Das Duell gegen seinen Ex-Klub Bayern München hätte Wolfsburgs Ivica Olic gern noch um eine Runde verschoben. Nun führt seine letzte Chance auf Europa über einen guten Kumpel. Am Mittwoch begegnen sich Olic‘ alter Verein, FC Bayern München, und sein neuer, VfL Wolfsburg.

Seite 20
ndPlusAnita Pöhlig, dpa

Eine Woche ohne

Sie simsen, telefonieren, surfen, spielen und hören Musik mit ihren Handys - viele Jugendliche können sich den Alltag kaum mehr ohne diese Geräte vorstellen. Schüler aus Braunschweig versuchen es seit Montag.

Alfred Michaelis, Vientiane

Wasserschlacht zur Begrüßung

Die Liste, die vor den Feiern vorgelegt wurde, war lang. Der Mann, der sie vorträgt, blickt finster drein. Oberstleutnant Phommachanh Souanbounma sagte: »Keine Feuerwerkskörper, kein künstlich gefärbtes oder schmutziges Wasser, kein mit Eiswürfeln gemischtes Wasser in Plastiktüten, keine spärliche Kleidung, keine Glücksspiele, keine Pornografie und kein Fahren unter Alkohol.« Es ging nicht um d...

Wolf H. Wagner, Grosseto

Kapitän Schettino blieb auf Giglio

Am Montag hat die Voranhörung im Verfahren um das verunglückte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia begonnen. Der Hauptangeklagte, Kapitän Schettino, muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.