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Unten links

Das, Klaus Wowereit, ist in der Tat eine clevere Idee: die eigene Amtszeit mit der Fertigungsdauer eines nie enden wollenden Großprojekts zu verbinden. »Der Flughafen wird eröffnet werden, und ich werde dabei sein - als Regierender Bürgermeister«, kündigen Sie im Fachblatt für politische Überlebenskünstler »Cicero« an. Nach dem Stand der Schönefelder Dinge dürfte das auf eine lebenslange Amtsze...

ndPlusGabriele Oertel

Steueroase Bayern

Alles Abtauchen der letzten Tage hat ihm nichts genützt. Bayerns Ministerpräsident Seehofer ist vom Hoeneß-Skandal längst eingeholt. Da kann er noch so vehement den Vorwurf der Kungelei von sich weisen - die Nähe des FC Bayern-Präsidenten zur CSU, auf die Münchner Staatskanzlei wie Parteizentrale jahrelang stolz waren, kann den Parteigranden fünf Monate vor der Landtagswahl tüchtig auf die Füße...

Vorsichtig ins Camp Nou

Der Torwart des FC Bayern München, MANUEL NEUER, war beim 4:0 über den FC Barcelona nahezu beschäftigungslos. Der 27-Jährige spricht über das Geheimnis des Erfolgs im Halbfinalhinspiel der Champions League, die gewachsene Stärke der Münchner und warnt vor dem Rückspiel.

Friedrichs Sicherheitspolitik abgesegnet

Das Bundesverfassungsgericht hat die umstrittene Antiterrordatei grundsätzlich gebilligt, einzelne Vorschriften jedoch für verfassungswidrig erklärt. Die höchsten deutschen Richter gaben dem Gesetzgeber bis Ende 2014 Zeit für die Änderungen. Beispielsweise zur Menge der Daten.

Aert van Riel

SPD: Schäuble schont Hoeneß

Die Opposition hat der Regierung im Bundestag vorgeworfen, sie habe durch das geplatzte Abkommen mit der Schweiz Steuerhinterzieher schützen wollen. Schwarz-gelbe Politiker sprachen von »Polemik im Wahlkampf«.

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»Höhere Renten waren schon lange notwendig«

Mit Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag sprach Stefan Otto über die Situation der Contergan-Opfer und über einen Antrag der Linksfraktion zur Verflichtung der Eigentümerfamilie Wirtz, Gewinn in die Contergan-Stiftung einzuzahlen.

ndPlusSilvia Ottow

Rechnung ohne Wirtz

Wenn der Bundestag heute höhere Renten für die etwa 2500 Contergan-geschädigten Menschen in Deutschland beschließt, so ist das den hartnäckigen Bemühungen der Opfer dieses Arzneimittelskandals zu verdanken. Die Verursacher sind fein raus.

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ndPlusNicolaus Raßloff

»Wir weigern uns, Feinde zu sein«

Daoud Nassar, ein 42-jähriger Palästinenser, spricht gut Deutsch. Seine Reifeprüfung hat er in Österreich bestanden, in Bielefeld ein Jahr lang Tourismus studiert. Gerade war er wieder in Deutschland und stellte sein Begegnungsprojekt »Zelt der Völker« vor.

Max Böhnel, Tel Aviv

Marathon gegen den Status quo

In Bethlehem, einer der palästinensischen Autonomiestädte, fand der erste »nationale Marathon« statt. In strömendem Regen absolvierten gut 400 Läufer und Läuferinnen die Rennen. Abdel Nasser Awadschneh widmete seinen Sieg »Yassir Arafat und dem palästinensischen Volk«.

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Katja Herzberg

Alte Mächte

Mit seinen erst 46 Jahren könnte Enrico Letta als neuer Ministerpräsident einen Wandel in der italienischen Politik einleiten. Die vergreiste, volksferne, in Teilen auch korrupte - von Beppe Grillo schlicht zurecht verachtete - Politikerkaste im Belpaese scheint am Ende zu sein. Doch Letta ist Hoffnungsträger und Totengräber zugleich. Er steht zwar für einen anderen Politikertypus, nicht ...

Ingolf Bossenz

Ausgehackt

Allsekündlich werden gigantische Ladungen megalomanischen Mülls über »Datenautobahnen« in die daran parkenden Hirne befördert. Um in dieser Welt der Netz- und Sinnfreiheit noch wunschgemäß wahrgenommen zu werden, reicht der profane »Tweet« längst nicht mehr. Zwei Explosionen im Weißen Haus und ein dabei verletzter US-Präsident sind zwar durchaus der Stoff, um aus dem »Hashtag« Hysterie zu schla...

ndPlusSimon Poelchau

Liberaler Mindestlohn

Drei Euro pro Stunde sind auch für Wirtschaftsminister Philipp Rösler zu wenig. Der FDP-Politiker sprach sich deswegen mit Blick auf den Parteitag der Liberalen im Mai für einen Mindestlohn aus. Das hört sich doch schon mal ganz gut an. Denn lange Zeit wehrte sich die Mövenpick-Partei mit Händen und Füßen gegen einen Mindestlohn. Er führe die deutsche Wirtschaft unweigerlich ins Verderben...

Hans-Gerd Öfinger

Hausmächtig

Auf Christian Ude, Oberbürgermeister von München, folgt Ulrich Maly, Oberbürgermeister von Nürnberg. Dass am Mittwoch erneut ein SPD-Mann an die Spitze des Deutschen Städtetages gewählt wurde, dürfte der Stärke seiner Partei geschuldet sein.

Kein Asyl in Bayern?

nd: Herr Nasir, Sie haben in Kabul für die Vereinten Nationen gearbeitet und sind dort von den Taliban bedroht worden. Deshalb sind Sie nach Deutschland geflohen. Nachdem Ihr Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, klagten Sie gegen die Entscheidung. Was erwarten Sie von der morgigen Gerichtsverhandlung? Nasir: Ich habe nicht viel Hoffnung auf einen Erfolg, da Bayern jungen afghanischen Männern kein...

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Merkel bleibt stur

Angesichts der Forderungen nach einer Abkehr vom Sparkurs und nach neuen Milliarden-Programmen zur Wirtschaftsbelebung in Europa hat der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Politikwechsel abgelehnt. DGB-Chef Michael Sommer übte scharfe Kritik.

CDU soll Volkspartei bleiben

In der Richtungsdebatte über den Kurs der CDU gehen Vertreter des konservativen und des Modernisierer-Flügels aufeinander zu. Wortführer der beiden Strömungen erstellten gemeinsam ein Strategiepapier. Tenor: Die CDU müsse Volkspartei bleiben. Die Autoren kommen aus Hessen.

René Heilig

NPD hat frech lachen

Beantragt das Parlament am Donnerstag vor dem Bundesverfassungsgericht ein Verbot der NPD? Je nach Antrag der Fraktionen ist die NPD eine »verfassungswidrige« oder eine »verfassungsfeindliche« Partei. Schlussfolgerungen sind höchst verschieden.

ndPlusDieter Farke, Karlsruhe

Terrordatei soll besser werden

Am Ende finden alle Seiten Bestätigung: Das Bundesverfassungsgericht hat die Sicherheitspolitik der Bundesregierung gestützt, indem es die Antiterrordatei für rechtens erklärte. Der Beschwerdeführer wiederum hat Recht: Einzelne Bestimmungen verstoßen gegen das Grundgesetz.

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Geldstrafe für LINKE-Politikerinnen

Lüneburg (dpa/nd). Wegen eines Aufrufs zum »Schottern« bei einem Castor-Transport sind die beiden Linkspartei-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen und Inge Höger zu Geldstrafen verurteilt worden. Auch die frühere niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner (DKP) muss wegen des öffentlichen Aufrufs zu Straftaten zahlen, entschied am Dienstag das Amtsgericht Lüneburg. Höger soll 4500 Eu...

Neustart für Atom-Endlager

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Gesetzentwurf für die Suche nach einem Atommüll-Endlager gebilligt. Jahrzehntelang galt der Salzstock in Gorleben als perfektes Endlager für Atommüll. Doch jetzt soll die Suche nach einer Lagerstätte noch einmal ganz von vorne beginnen.

Gewerkschaft für geeinteren Osten

Der DGB fordert eine intensivere Zusammenarbeit der ostdeutschen Bundesländer und eine bessere Berücksichtigung ostdeutscher Belange in der Bundespolitik. Dazu solle der Ostbeauftragte der Bundesregierung nach der Wahl im September wieder im Kanzleramt angesiedelt werden.

Dieter Hanisch, Kiel

Grüne unterstützen Habeck

Die Grünen in Schleswig-Holstein haben auf einem Sonderparteitag der Zwischenlagerung von Castor-Behältern in ihrem Bundesland zugestimmt. Gegen heftigen Widerstand in den eigenen Reihen.

ndPlusMichael Bartsch

Keine Beweise gegen König

Erste Zeugen im Prozess gegen den Jenaer Stadtjugendpfarrer vor dem Dresdner Amtsgericht höhlen die Anklage der Staatsanwaltschaft weiter aus. Die Verteidigung wäscht scharf nach und erinnert die sächsische Justiz an Grundrechts- Selbstverständlichkeiten.

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USA: Hacker verwirren den Aktienmarkt

Eine gefälschte Twitter-Nachricht über einen angeblichen Anschlag auf Präsident Barack Obama hat die US-Börse kurzzeitig auf einen Sturzflug geschickt. Unbekannte hackten sich am Dienstagabend in das Twitter-Konto der Nachrichtenagentur AP und verbreiteten die Falschmeldung an mehr als 1,9 Millionen Abonnenten.

ndPlusHilmar König

»Rana Plaza« wurde zur tödlichen Falle

Dutzende Menschen kamen am Mittwoch in Savar, einem Vorort der Hauptstadt Bangladeschs, ums Leben, als ein kommerziell genutztes Gebäude einstürzte. Unter den Trümmern wurden noch viele Opfer vermutet. Zahlreiche Teams der Feuerwehr, der Polizei und der Armee waren im Einsatz.

USA bezweifeln Einsatz von C-Waffen in Syrien

US-Außenminister John Kerry hat israelische Berichte über den Einsatz von Giftgas durch das syrische Regime angezweifelt. In einem Telefongespräch habe ihm Israels Regierungschef Netanjahu die Verwendung dieser Massenvernichtungswaffe nicht bestätigen können, sagte Kerry.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Große Koalition rückt näher

Zwei Monate nach den Wahlen hat der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano den Auftrag für die Regierungsbildung erteilt. Designierter Ministerpräsident ist Enrico Letta, bis vor wenigen Tagen stellvertretender Vorsitzender der Demokratischen Partei (PD).

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Kampagne gegen Kampfdrohnen

Berlin (nd-Standke). Die bundesweite Kampagne zum Appell »Keine Kampfdrohnen!« hat sich in einem Offenen Brief an den Londoner Botschafter in Deutschland, Simon McDonald, besorgt darüber gezeigt, dass Großbritannien als einziges europäisches Land, das eigene bewaffnete Drohnen einsetzt, dieses Arsenal erweitern wolle. Zudem plane man, auf der Insel die wahrscheinlich erste Leitstelle für Drohne...

Thomas Kachel

LINKE für Ächtung bewaffneter Drohnen

Mit der heutigen Bundestagsdebatte zu den Anträgen von LINKEN und Grünen gegen die Beschaffung von Kampfdrohnen ist klar: Diese Frage wird zum Wahlkampfthema. Die Bundesregierung hält am Diktum der »ethisch neutralen« Waffen fest. Wird nach der Bundestagswahl gekauft?

ndPlusRalf Streck, Lissabon

Ein Hauch von Nelkenrevolution

Portugal begeht heute feierlich und kämpferisch den 39. Jahrestag der Nelkenrevolution. Wohl nie in den vergangenen Jahren war die Stimmung am »Tag der Freiheit« so rebellisch. Eine Mehrheit will die konservative Regierung von Pedro Passos Coelho »zum Teufel jagen«.

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Gewinn bei Daimler bricht massiv ein

Stuttgart (Agenturen/nd). Bei Daimler ist der Gewinn in den ersten Monaten des Jahres massiv eingebrochen. Von Januar bis März verdiente der Stuttgarter Autohersteller unter dem Strich 564 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Dies entspricht einem Rückgang um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, als Daimler noch einen Gewinn von knapp 1,43 Milliarden Euro verbucht...

ndPlusChristoph Nitz

Dünne Luft auf dem Umsatzgipfel

Wenn ein Unternehmen ganz oben angekommen ist, wird die Luft dünn. Die Aktionäre von Apple mussten diese Erfahrung in den vergangenen Wochen machen. Der US-Konzern hat in den vergangenen Jahren den Computer-, Handy- und Musikmarkt umgekrempelt. Doch die Boomzeiten scheinen vorbei.

ndPlusRobert D. Meyer

Abkehr vom bloßen Gewinndenken

Geschäftsberichte analysieren bisher vor allem Umsatz- und Gewinnzahlen. Beim Modell der Gemeinwohlbilanz stehen dagegen ökologische und soziale Kriterien im Mittelpunkt des Unternehmertums. Wie diese Idee der Gemeinwohlökonomie aussehen könnte, beantwortet Christian Felber.

ndPlusHaidy Damm

Kohle kostet mehr

Eine Untersuchung der europäischen Nichtregierungsorganisation »Allianz Gesundheit und Umwelt« (HEAL) bestätigt schwerwiegende gesundheitliche Folgen durch Kohleverstromung. Vor kurzem hatte eine Greenpeace-Studie für Aufregung gesorgt. Die Kohleunternehmen dementieren das.

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R.B.

Rooney Mara

Regisseur David Fincher gab der vor zwei Jahren noch relativ unbekannten Schauspielerin die Hauptrolle (Lisbeth Salander) in der US-amerikanischen Filmversion von Stieg Larssons Roman »Verblendung« (2011). Mit ihrer großartigen Darstellung wurde sie schlagartig weltweit bekannt, wurde für Oscar und Golden Globe nominiert und mit zahlreichen Preise geehrt, u.a. als Beste Darstellerin des Interna...

Caroline M. Buck

Der Blues des Lebens

Ihren ersten Schultag erlebt Maybelle noch, dann beginnt das Zahnfleischbluten. Das vorher springlebendige Kind ist plötzlich dauernd müde, die Arme voller blauer Flecken. Kein Fall von Missbrauch, sondern von Schicksal. Maybelle hat Krebs, die Chemo schlägt nicht an, und einen Versuch der Stammzellenübertragung von einem familienfremden Spender wird sie nicht überleben. Nach einer Dreiviertels...

ndPlusThomas Behlert

Ein sehr ernster Spaß

Bier her, Bier her, oder ich fall' um«, hätte als Untertitel des Dokumentarfilms »Beerland« hervorragend gepasst, denn hier dreht sich alles um den Gerstensaft in deutschen Landen . Regisseur Matt Sweetwood, der seit längerem in Deutschland lebt, wollte erfahren und erleben, was es mit dem Bier im Allgemeinen und den Riten und Legenden um dieses so auf sich hat. Hätte er doch die immer no...

ndPlusCaroline M. Buck

Lektionen in Sturheit

In Deutschland gilt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Zeit ist Geld. Also bloß keine verschwenden. Wenn man zu Hause mal die Musik aufdreht, beschweren sich die Nachbarn. Schnell kann etwas als Korruptionsversuch gewertet werden und deshalb gibt es viele Tabus.

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Spatenstich der Extraklasse am Holzmarkt

Einen »Spatenstich der Extra-Klasse« soll es am 1. Mai in Berlin geben: Dann startet das Projekt Holzmarkt an der Spree mit einem Fest. Die Kreativszene will rund um den einstigen Ort der »Bar 25« ein alternatives Wohn-, Kultur- und Gewerbedorf errichten.

Naziversand »Reconquista« angeklagt

(nd-Kröger). Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen die Besitzer des rechtsextremen Internetversandhandels »Reconquista« Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Der Versand von André R. und Dirk B. hatte im Anschluss an die zehn Morde des »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) T-Shirts mit dem Aufdruck »Killer-Döner nach Thüringer Art« verkauft. Die Strafverfolgungsbehörden hatten den Ver...

Pfähle aus Schloss fast ausverkauft

(dpa). Die rund 2000 Holzpfähle aus dem früheren Fundament des Berliner Schlosses sind zu 90 Prozent versteigert worden. Die dreitägige Auktion sei sehr erfolgreich gewesen, sagte eine Sprecherin von Auktionator Hans Peter Plettner am Mittwoch auf Anfrage. Plettner gehe davon aus, dass die restlichen Holzstämme in den kommenden zwei Wochen noch im freien Verkauf Abnehmer fänden. Zum Erlös der V...

Zäsur in der Stadtentwicklung

Der erste Spatenstich bei Neubauprojekten ist normalerweise alles andere als eine glamouröse Angelegenheit. Häufig werden dazu Politiker in dunklen Limousinen angegekarrt, die dann lustlos eine Schaufel in die Erde stoßen. Es folgt das obligatorische Pressefoto und Shakehands mit den Investoren. Einen solchen Spatenstich hätte es sicherlich auch auf dem Spree-Grundstück an der Holzmarktstraße g...

IG Metall droht im Norden mit Streik

(nd). Die 2. Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg ist am Mittwoch ohne Einigung vertragt worden. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) hatte ein zweites Angebot vorgelegt: »Der Lösungsvorschlag« sieht eine Einkommenserhöhung ab dem 1. Juli 2013 um 2,3 Prozent vor bei einer Gesamtlaufzeit des Abschlusses von 13 Monaten bis...

Proteste gegen Nazis am 1. Mai

Die Vorbereitungen für die antifaschistischen Proteste gegen den geplanten Aufmarsch der rechtsextremen NPD am 1. Mai in Berlin laufen auf Hochtouren. Zu den Protesten im Südosten werden jedoch nicht nur Anti-Nazi-Gegner von vor Ort erwartet, sondern aus ganz Berlin.

Marlene Göring

Immer länger krank

Berliner sind zwar im bundesweiten Vergleich seltener krank, dafür aber länger. 14,1 Tage war jeder Einwohner der Hauptstadt 2012 krankgeschrieben. Das vermeldet der DAK-Gesundheitsreport 2013, der gestern von der Krankenkasse vorgestellt wurde. Häufig: psychische Erkrankungen.

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Verbesserte Mythen

(nd). Die griechischen Mythen stimmen nicht. Warum sonst hätte Christoph Hein an ihnen »Korrekturen« vornehmen sollen? So jedenfalls heißt sein neues Buch »Vor der Zeit« im Untertitel. Hein, bekannt als Chronist der Gegenwart, greift auf die alten Sagen zurück, um ihnen durch kluge Eingriffe neue, oft überraschende Bedeutungen zuzuweisen. Auf einer Doppel-CD zum Buch liest der Autor seine Gesch...

DSO spielt russisch

(dpa). Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) setzt in der kommenden Saison auf selten gespielte Werke der russischen Klassik. In der Spielzeit 2013/14 werde das Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Tugan Sokhiev unter anderem eher unbekannte Werke von Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch aufführen, wie das DSO am Mittwoch mitteilte. Außerdem stehen große Kompositionen...

Kein Platz für Kindertheater

In der letzten Woche erreichte das Atze Musiktheater im Wedding die Nachricht, dass das Bezirksamt den Mietvertrag für das erfolgreiche Kindertheater nicht verlängern wird. Mitte 2014 droht der Einrichtung nun das Aus. Leiter THOMAS SUTTER versteht die Welt nicht mehr...

Anouk Meyer

Das Kabinett im Kabarett

Dass Angela Merkel und ihre Regierung nicht alleine ihre poltischen Entscheidungen treffen, weiß man. Doch wer zieht eigentlich die Strippen im Kanzleramt, wer sind all diese Berater? Das neue Distel-Programm »Die Kanzlerflüsterer« wirft einen durchaus satirischen Blick.

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Meckern und strafen

Magdeburg (dpa/nd). Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kommt nach der Entlassung seiner Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) zunehmend in die Kritik. Die Art und Weise der Entlassung sei bei der SPD auf Unverständnis und Kritik gestoßen, sagte SPD-Fraktionschefin Katrin Budde (SPD) gestern. Sie sehe es zudem als ein großes Problem, dass Wolffs Nachf...

Vivantes muss Flüchtlinge aufnehmen

(epd). Der Berliner Senat hat erstmals die Nutzung eines Gebäudes als Unterkunft für Flüchtlinge erzwungen. Nach einem Medienbericht wurde der landeseigene Krankenhauskonzern Vivantes angewiesen, ein leerstehendes Verwaltungsgebäude der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf zur Verfügung zu stellen. Dort sollen etwa 200 Flüchtlinge untergebracht werden. Wegen des anhalt...

Hagen Jung

Niedersachsen reduziert Beobachtung der LINKEN

Niedersachsens früherer Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte noch Landtagsabgeordnete der LINKEN bespitzeln lassen. Unter Rot-Grün soll es das nun nicht mehr geben, Teile der LINKEN bleiben dennoch im Visier des Verfassungsschutzes.

ndPlusPeter Nowak

Spazieren gegen Rendite

Die Baustellen sind in der Rigaer Straße in Friedrichshain nicht zu übersehen. »Doch für wen werden diese Wohnungen gebaut«, fragt Heinz Steinle (Name geändert). Der Aktivist der Stadtteilinitiative »Keine Rendite mit der Miete« verweist auf die Schilder: Mieter gesucht.

ndPlusHendrik Lasch, Vockerode

Ein Heim, das kein Heim ist

Im Dezember wurde das Flüchtlingsheim Möhlau in Sachsen-Anhalt geschlossen; jetzt leben 210 Migranten in Vockerode. Die Lage dort ist besser, aber vom Ideal weit entfernt. Das Landratsamt Wittenberg sieht Vockerode nicht als Heim - weil ohne Gemeinschaftsküchen.

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ndPlusWilfried Neiße

DDR-Kunst im Palais Barberini

Nach heftigen Auseinandersetzungen um eine Kunsthalle anstelle des Potsdamer Hotels »Mercure« scheint sich nun eine gute Lösung anzubahnen. Dem Vernehmen nach erwägt der Softwaremilliardär Hasso Plattner, seine Sammlung DDR-Kunst in einem nachgebauten Palais »Barberini« zu zeigen. Neben dem alten Stadtschloss, das Ende des Jahres als neues Landtagsgebäude seine Auferstehung feiert, soll a...

ndPlusKristina Wienand, dpa

Mehr Platz fürs Hobby

Großstadtwohnungen sind oft teuer und klein. Immer mehr Menschen lagern ihre Hobbyarbeiten deshalb aus - Beispiele aus München.

ndPlusAndreas Fritsche

Rot-Rot verteidigt Mindestlohn

Bei rund 70 000 Brandenburgern reicht der Lohn zum Leben nicht aus. Sie sind zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen. Etwa 20 000 Betroffene arbeiten Vollzeit und das Gehalt reicht trotzdem nicht, weil es so unverschämt niedrig ist.

Andreas Fritsche

Strafe muss sein, doch ein Rückfall nicht

Der Ton hat sich nicht geändert. Im Zusammenhang mit der Verabschiedung des neuen Justizvollzugsgesetzes erneuerte der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum gestern seine Vorwürfe: Die rot-rote Koalition gefährde die Sicherheit der Bevölkerung und vernachlässige die Interessen der Opfer. Brandenburg erhalte das »täterfreundlichste Strafvollzugsgesetz in Deutschland«. Noch nie hatten Kriminel...

Mein Fischbrötchen, dein Fischbrötchen

Diebstahl von Möbeln, Falschgeldvorwürfe und böse Beschuldigungen - im Stralsunder Fischbrötchengeschäft ist nach Angaben eines Zeugen mit harten Bandagen gekämpft worden. Auch die Oma des Hauptangeklagten war offenbar involviert.

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Latchinian wird Intendant

Sewan Latchinian soll neuer künstlerischer Geschäftsführer des Rostocker Volkstheaters werden. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft beauftragte Bürgermeister Roland Methling (parteilos) am Dienstag, Latchinian zum 1. September 2014 für fünf Jahre als Nachfolger des dann scheidenden Intendanten Peter Leonard zu verpflichten. Damit folgte der Ausschuss einer Empfehlung des Aufsichtsrats der Volkst...

Jury von Cannes ist komplett

Der zweifache Oscar-Preisträger Christoph Waltz (56, »Inglourious Basterds«) sitzt in der Jury für das 66. Filmfestival von Cannes. Auch Schauspielerin Nicole Kidman (45, »Eyes Wide Shut«) und Regisseur Ang Lee (58, »Brokeback Mountain«) sollen über die Vergabe der Goldenen Palme mitentscheiden, wie die Veranstalter am Mittwoch in Paris mitteilten. Bereits Ende Februar hatten sie den US-Regisse...

Jörn Schulz

Für eine halbe Ente

Selbst die höchsten politischen Ämter könnten als Teilzeitstelle ausgeschrieben werden, wenn ihre Inhaber auf Dienstleistungen für Unternehmer verzichten würden. Dieser Eindruck drängt sich nach dem Abschluss der Ermittlungen gegen Christian Wulff auf. Dass die »freie Wirtschaft« auf staatliche Protektion nicht verzichten mag, war bekannt. Interessant ist jedoch, mit welcher Sorgfalt Wulff dara...

ndPlusGeorg Leisten

Ein Raum sieht rot

Ein Raum sieht rot, ein riesiger Raum. Mit seinen rund 1250 Quadratmetern Ausstellungsfläche verkörpert der Vierecksaal des Württembergischen Kunstvereins (WKV) in Stuttgart vorbildlich das Ideal des White Cube, des neutralen, stützenlosen Präsentationsorts, wie ihn sich die Avantgarden des vergangenen Jahrhunderts für ihre reduzierten Schönheiten wünschten. Doch nun kommt ein Künstler namens P...

ndPlusJürgen Amendt

Krise und Wandel

Ein grundlegendes Marktgesetz besagt, dass nur das Unternehmen überleben kann, das mit neuen Ideen neue Produkte kreiert und damit Umsatz macht. Anders ausgedrückt: Eine Produktpalette, die nicht ständig erweitert, verändert wird, wird irgendwann zum Ladenhüter. Womit wir beim Thema wären: der gedruckten Zeitung.

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ndPlusHarald Loch

Knick im Leben

Das war‘s dann«: Kurz vor dem Ende der Sonate klappte der Pianist Marek Olsberg den Deckel zu, verließ das Podium und das Gebäude der Berliner Philharmonie. Er wollte Beethoven nicht bis zum sicheren Applaus spielen, wollte wohl überhaupt nicht mehr spielen, wollte keine Tourneen mehr absolvieren. Der Schweizer Autor Alain Claude Sulzer entwickelt ein virtuoses Spiel mit vielen Opfern, de...

Werner Jung

In irritierend fremder Welt

Clemens Lang, der Ich-Erzähler in diesem Roman, ist Fotograf und wird zu einer internationalen Tagung in eine ferne Stadt eingeladen - wohin genau, bleibt dem Leser bis zum Schluss verborgen, mutmaßlich Pakistan oder Indien. Dort soll er Proben seines Werks vorstellen, und er ergreift sogleich die Chance, aus seiner gewohnten Alltäglichkeit auszubrechen. Doch die Merkwürdigkeiten beginnen...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Ängste, Gewalt

Dies ist die Geschichte eines Verbrechens, aus einem Gefühl der Notwehr begangen, aber bald wird man verstehen: nicht nur. Dirk Kurbjuweits Roman ergründet auf glänzende Weise das bundesdeutsch Bürgerliche mit all seinen Gefährdungen. Dabei will der Autor gar nicht glänzen; seine Sprache ist auf Genauigkeit bedacht. Auch für sich selbst möchte er etwas klären, etwas, wie man beim Lesen merken w...

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Gotthold Schramm

Wolfs Briefe

Schlicht und einfach »Mischa« getitelt ist ein jüngst im neu gegründeten Verlag »Die Möwe« erschienenes Buch. Es erinnert an Markus Wolf, Antifaschist, langjähriger Leiter der Auslandsaufklärung der DDR und Autor des in der DDR große Aufmerksamkeit findenden Buches »Troika« (1989). Anlässlich seines 90. Geburtstages Anfang dieses Jahres hat seine Frau Andrea Wolf aus dem Nachlass über hundert B...

ndPlusKlaus Haupt

Sein Arbeitskleid: das blaue Hemd

Die »blauen Jahre«, von denen hier die Rede ist, liegen weit zurück. Länger als ein halbes Jahrhundert. Sie fallen in die Zeit eines großen Aufbruchs. Für den Autor beginnt dieser mit dem Jahr 1950. Er ist gerade 23 Jahre alt. Soeben heimgekehrt aus polnischer Kriegsgefangenschaft. Als junger Bursche war er in das Morden getrieben worden, »Untermenschen« töten, Russen, Polen ... Das hatte ihm f...

Wladislaw Hedeler

Überleben in der Parallelwelt

Die in Verse gekleidete Bitte von Anna Achmatowa, ihr einen Gruß, eine Nachricht aus dem Gulag durch die Sterne zukommen zu lassen, bringt die Situation der politischen Häftlinge in Stalins Gulag auf den Punkt. Die Erlaubnis oder Verweigerung des »Rechts auf Korrespondenz« war ein beliebtes Mittel der Lageradministration, die inhaftierten Männer und Frauen unter Kontrolle zu halten, gefügig zu ...

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ndPlusAndreas Morbach, Berlin

Der nette Herr Lambertz

Lutz Buschkows Plan war klar. Der Direktor Leistungssport des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) hat aufreibende Zeiten hinter sich, vor allem mit dem ambitionierten und konfrontationslustigen Ex-Bundestrainer Dirk Lange.

Jirka Grahl, München

Den Besten überlegen

Der FC Bayern hat Barca – als beste Vereinsmannschaft zum Halbfinalhinspiel der Champions League angereist – samt Dauerweltfußballer Lionel Messi mit vier Toren aus den Angeln gehoben. München feiert ausgelassen und ein wenig übermütig, der Rest der Welt staunt und schwärmt.

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Reimar Paul

Höllenlärm und Hexenspuk im Harz

Im Harz ist in der Nacht zum 1. Mai wieder der Teufel los. Hexen reiten auf ihren Besen, Drachen verlassen ihre Höhlen, Trolle tummeln sich auf Straßen und Plätzen. In rund 25 Orten des Mittelgebirges geht in der Walpurgisnacht höllisch die Post ab.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Schön wie ein Tempel im Tal der Könige

Paris hat sein ältestes Kino wieder. Als das Louxor 1921 eröffnet wurde, war es einer der schönsten Lichtspielpaläste der französischen Hauptstadt. Seine besondere Attraktion war die aus tausenden farbigen Mosaiksteinen zusammengefügte Art-Deco-Fassade im neoägyptischen Stil und der große Saal, der mit seinen Fresken, Ornamenten und Halbplastiken an den Wänden sehr frei einem altägyptischen Tem...