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Unten links

Endlich dürfen Kleinkinder zu ihren Vätern ins Gefängnis, um mit ihnen ein paar Jahre abzusitzen. Das Gesetz für eine ungebrochene Vater-Kind-Beziehung wird zuerst in Rheinland-Pfalz eingeführt. Soziologen zeigen sich erfreut. Sie sind gespannt, wie Kleinkinder auf die für den Vater ungewohnte Umgebung reagieren. Die Kleinen müssen in einer für ihre Entwicklung wichtigen Zeit nicht auf schwedis...

Europa unter Druck

Als im Frühjahr 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull riesige Mengen Asche in die Atmosphäre spuckte, war halb Europa gelähmt. Der Flugverkehr musste in Teilen des Kontinents eingestellt werden, mit drastischen Folgen. Wie das Sinnbild der europäischen Währungskrise.

Venezuelas Wahl wird angefochten

Der bei der Präsidentenwahl in Venezuela unterlegene Oppositionskandidat Henrique Capriles hat angekündigt, das Ergebnis der Abstimmung offiziell anzufechten. »Wir werden die Wahlen gestützt auf alle Beweise anfechten«, sagte Capriles dem Sender Globovision.

Georg Fülberth

Relevante Außenseiter

Es ist eine bürgerliche Partei, die AfD, die Schwarz-Gelb auf Trab bringen will. Eine superharte deutsche Währung ist schlecht für den Export. Soll dieser Nachteil kompensiert werden, müssen Löhne und Sozialabgaben noch mehr gedrückt werden. Seid gewarnt!

Uwe Kalbe

Kein Recht auf Bestechung

Abgeordnetenbestechung ist ein Thema mit viel Erregungspotenzial. Kein Wunder, dass es auch am Freitag im Bundestag, aufgerufen durch die SPD, hoch her ging. Das Thema Korruption sorgt regelmäßig für Streit im Bundestag. Ein Gesetz muss her, und das scheint schwierig zu sein.

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Es geht auch darum, die Betroffenen besser zu beteiligen

nd: Fluglärm- und Bahninitiativen demonstrieren erstmals gemeinsam. Wächst der Druck auf die Politik zu mehr Bürgerbeteiligung? Weinandy: Auf jeden Fall! Selbst das Bundesverkehrsministerium sagt heute, man muss die Art der Bürgerbeteiligung verbessern. Wir fordern das schon lange, wobei es nicht nur darum geht, mehr, sondern auch besser zu beteiligen. Da gibt es noch Luft nach oben. Wa...

Hans-Gerd Öfinger

Über den Kirchturm hinaus

Viele Jahre interessierten sich Menschen nur für den Lärm vor ihrer Haustür. Inzwischen vernetzen sich die lokalen Protestinitiativen aber überregional. Am Samstag gehen erstmals Fluglärmgegner aus verschiedenen Städten und Bahnlärmgegner gemeinsam auf die Straße.

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Thomas Hug, Husavik

Erfolg schützt vor Strafe nicht

Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir ist beim Volk unbeliebt, obwohl Island unter ihrer Führung die 2008 ausgebrochene Krise gemeistert hat. Dabei halfen der Tourismus und ein wirtschaftliches Umdenken.

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Keine Mehrheit für eine Steuerpolizei

Der Fall Uli Hoeneß ist offenbar nur für Wahlkampfzwecke gut. Nachdem bekannt wurde, dass sich der FC-Bayern-Präsident wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt hatte, überboten sich alle Parteien mit härteren Maßnahmen gegen Steuerkriminalität. Mäßig nachhaltig allerdings.

Jörg Meyer

»Die Unternehmen tun nichts«

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Geschäftsgebäudes in Bangladesch ist auf über 308 gestiegen. In der Hauptstadt Dhaka tobten am Freitag heftige Proteste. In Deutschland werden die Forderungen nach einem internationalen Brandschutzabkommen lauter.

ndPlusRobert D. Meyer

Wenig Geld für viele Geförderte

Drei Viertel der Kinder aus sozial benachteiligten Familien profitieren laut aktuellem Bericht des Bundesarbeitsministeriums von dem vor zwei Jahren eingeführten Bildungs- und Teilhabepaket. Doch ein Blick in die Statistik nährt Zweifel am von der Regierung behaupteten Erfolg.

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Die CSU würde das Betreuungsgeld nicht kippen

Koalition in Richtung Sozial- und Christdemokraten? Gesine Agena war im Bundesvorstand der Grünen Jugend, bis sie vor einem halben Jahr in den Rat der Bundespartei gewählt wurde. Aert van Riel sprach mit ihr über die Ausrichtung der Partei im Wahlkampf.

Marcus Meier

Chaos vor dem Piratenparteitag

Wird die Piratenpartei ihren Politischen Geschäftsführers abschaffen statt bloß den derzeitigen Amtsinhaber Johannes Ponader loszuwerden? Wahlkampfchef Matthias Schrade meint, das sei »nicht völlig abwegig«. Eigentlich sollte man sich auf den Wahlkampf vorbereiten.

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Südkoreaner sollen raus aus Kaesong

Seoul (AFP/nd). Nordkorea hat der Aufforderung des Südens zu Verhandlungen über die gemeinsame Industriezone Kaesong eine Absage erteilt - und riskiert damit das Aus für das Prestigeprojekt. Südkorea rief am Freitag alle seine noch in Kaesong verbliebenen Staatsbürger zum Verlassen des Gebiets auf. In der grenznahen Sonderwirtschaftszone waren bisher über 120 südkoreanische Firmen und mehr als ...

ndPlusRené Heilig

An die rote Linie gedrängt

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagt, die US-Regierung halte es für wahrscheinlich, dass die syrische Führung Chemiewaffen eingesetzt hat. Doch noch ist Präsident Obama nicht bereit, deswegen in den Krieg zu ziehen.

ndPlusBenjamin Beutler

Bolivien hofft auf Meer

134 Jahre nach dem Salpeter-Krieg zwischen Bolivien und Chile hat der bolivianische gegen den chilenischen Staat Klage vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingereicht. Ziel ist, Chile zu neuen Verhandlungen über einen Zugang zur Pazifikküste zu zwingen.

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Busunglück im Süden Afghanistans

Kandahar (dpa/nd). Mindestens 30 Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, sind bei einem Busunglück im Süden Afghanistans ums Leben gekommen. Der Bus sei am Freitagmorgen auf dem Weg von Herat in die Hauptstadt Kabul gewesen, als er mit einem Lastwagen zusammenstieß, sagte ein Sprecher der Provinz Kandahar. Dabei seien auch mindestens zehn Menschen verletzt worden. Die Unfallursache war auch am...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Letta hat Kabinett in Aussicht

Nach der wochenlangen Krise in Italien will der designierte Regierungschef Letta so schnell wie möglich eine Kabinettsliste präsentieren. Berlusconi wird wohl nicht auf ihr stehen. Die linke SEL und die Bewegung der Fünf Sterne haben das Angebot zur Kooperation abgelehnt.

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ndPlusRobert D. Meyer

Bildungsflop

Es kommt immer darauf an, wie man eine Statistik liest. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) interpretiert die Zahlen zum gestern vorgelegten Bildungspakt als einen Erfolg. Logisch, schließlich entstammt die Idee dazu auch aus ihrer Feder. Insofern ist es nur konsequent, wenn sie sich mit ausgewählten Daten schmückt. So erhalten zwei Jahre nach dem Start des Förderprogrammes drei ...

Olaf Standke

Hoflieferanten

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Nach diesem Motto scheint die Bundesregierung immer häufiger die Genehmigungen für Waffengeschäfte zu handhaben. Wie jetzt erst auf Nachfrage der Linksfraktion im Bundestag öffentlich wurde, hat der Bundessicherheitsrat hinter verschlossenen Türen nicht nur einen Rüstungsdeal der Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann mit Katar über 62 Leopa...

ndPlusJörg Meyer

Für zwölf Cent mehr

Mehr als 700 Tote allein in den letzten zwölf Monaten - dafür gestorben, dass die Schnäppchenjägerinnen und -jäger hier den schicksten Fummel möglichst billig kaufen können. Geiler Geiz ... Der Einsturz des Geschäftsgebäudes mit den fünf Bekleidungsfabriken in Bangladesch zeigt einmal mehr, wie nötig es ist, dass endlich international verbindliche Standards zu Brandschutz und Gebäudesicherheit ...

ndPlusChristian Klemm

Genesen

Standhaft hat CSU-Fraktionschef Georg Schmid darauf verwiesen, dass die Anstellung seiner Ehefrau rechtlich nicht zu beanstanden sei. Am Ende ist seine bessere Hälfte, die bis zu 5500 Euro im Monat in seinem Büro verdient hatte, ihm doch noch zum Verhängnis geworden. Am Donnerstag nahm Schmid seinen Hut. Vermutlich auch deshalb, weil die Christsozialen mit der Hoeneß-Affäre schon genug um die O...

Jörg Meyer

Wie stoppt man das Sterben der Textilarbeiter?

Vor dem Hintergrund des jüngsten Fabrikeinsturzes in Bangladesch fordert Markus Löning, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, die Unternehmen in der Bekleidungsbranche zum Handeln auf. nd-Gespräch über Arbeitsbedingungen und Korruptionsbekämpfung.

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Parade für Respekt

(epd). Berliner Juden laden für Sonntag wieder zu einer großen Parade und einem Straßenfest im Zeichen des Respekts vor anderen Menschen ein. Anlass ist das Fest der jüdischen Einheit, »Lag BaOmer«. Um 13 Uhr beginnt am Olivaer Platz im Stadtteil Wilmersdorf die Parade, teilte die orthodoxe jüdische Gemeinschaft Chabad Lubawitsch mit. Zu »Lag BaOmer« wird den Angaben zufolge an das Ende einer g...

Rosemarie Fließ beerdigt

(epd). Eine Mitte April unmittelbar nach ihrer Zwangsräumung verstorbene Frau ist am Freitag in Berlin unter öffentlicher Anteilnahme beigesetzt worden. Die 67-jährige Rosemarie Fließ fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Jerusalem-Friedhof im Stadtteil Kreuzberg. Die schwerbehinderte Frau war zwei Tage nach ihrer Zwangsräumung in Reinickendorf am 11. April in einer Wärmestube verstorben. Die eva...

Kritik an Ausschreibung der Netze

Die Oppositionsfraktionen der Linkspartei und der Grünen im Abgeordnetenhaus haben den rot-schwarzen Senat für das Verfahren der Ausschreibung zu den Gas- und Stromnetzen in Berlin kritisiert. Der Senat führe das Verfahren hinter verschlossenen Türen, monierte Harald Wolf.

Ein falscher Platz ist teuer

Der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld wird jetzt nicht teurer als erwartet, sondern nur teurer als bislang behauptet. Denn welcher Schallschutz als notwendig betrachtet werden muss, das stand und steht ja ziemlich unmissverständlich im Planfeststellungsbeschluss von 2004.

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Tom Mustroph

Tanzbühne bleibt

Es gibt noch gute Nachrichten vom Kulturstandort Berlin. Gestern konnte die Compagnie Toula Limnaios im Beisein von Kulturstaatssekretär André Schmitz und Holger Lippmann, Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds, die langfristige Sicherung ihres Standortes, der Halle Tanzbühne Berlin, in der Eberswalder Straße bekanntgeben. Garant dieser Sicherung ist die Schweizer Edith Maryon Stiftung, eine Ar...

ndPlusMartin Hatzius

Geschichten von heute, antik kostümiert

Wer sie nicht näher kennt, muss sie für ein ungleiches Freundespaar halten: den Schriftsteller Christoph Hein, stets sachlich, klar und etwas spröde wirkend - so, als liebe er die stille Dichterstube mehr als den Trubel -, und den Liedpoeten Hans-Eckardt Wenzel, warm, spontan und lebensstark, voller Bühnendrang. Wie gut sich beide künstlerisch ergänzen können, weiß man, seit 2009 die CD »Masken...

Lucía Tirado

Musikalisch von Fall zu Fall

Nach einigen Schlagern von Richard Fall hebe man ab. Jedenfalls bei den Proben zu den »FALLstudien« sei das so gewesen, kündigte Winfried Radeke bei der Premiere im Studio der Neuköllner Oper an. Tatsächlich gingen die Besucher zum Schluss überaus vergnügt.

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Großeinsatz im »Königreich«

Wittenberg/Bonn (dpa/nd). Der selbst ernannte Souverän in Wittenberg bekommt Probleme. Die Finanzaufsicht BaFin hat sein »Königreich Deutschland« durchsuchen lassen. Mehr als 100 Beamte hätten am Donnerstag zwölf Standorte unter die Lupe genommen, sagte ein BaFin-Sprecher am Freitag. Zuvor hatte die »Mitteldeutschen Zeitung« darüber berichtet. Es gehe um den Verdacht des unerlaubten Bank- und V...

Informiert statt »armgespeist«

Champagner gratis statt Bratwurst vorm Brandenburger Tor: Dort begannen am Freitag die Aktionstage »Armgespeist: 20 Jahre Tafeln sind genug!« Für das Wochenende hat ein »Kritische Aktionsbündnis« Workshops, Stadtrundfahrten und ein Hartz-IV-Theaterstück geplant.

Beschwerde als Teil der Demokratie

Wenn Bürger mit Behördenentscheidungen unzufrieden sind oder sich ungerecht behandelt fühlen, schicken sie Eingaben an den Landtag. In Mecklenburg-Vorpommern wurde in dieser Woche die Bilanz des Petitionsausschusses für 2012 vorgelegt.

Marlene Göring

Wenn der Motor heult und die Vögel schreien

Die Luft ist stickig und drückt auf die Brust. Links startet ein Sportwagen, rechts brummt ein Motorrad lautstark vorbei. Mittendrin: eine kleine Gruppe, die sich ungewöhnlich lange auf der Verkehrsinsel Yorckstraße, Ecke Großbeerenstraße aufhält. Hinter ihnen steht eine lange Reihe wartender Autos, vorn versperrt ein riesiger LKW die Sicht. »Das war beängstigend«, wird eine der Teilnehme...

ndPlusSigurd Schulze

In weiter Ferne, so nah

Die Leidenszeit der Dresdner Philharmoniker dauert länger als gedacht. Weil sich der Umbau des Kulturpalastes verzögert, ist selbst für Kulturbürgermeister Ralf Lunau die Grenze des Zumutbaren erreicht.

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ndPlusWilfried Neiße

Kardinal predigte in der Wüste

Nicht über das Leben nach dem Tod, sondern über die Zeit davor äußerte sich Kardinal Rainer Maria Woelki, Oberhirte des Erzbistums Berlin, kürzlich beim parlamentarischen Abend des Landtags. Im Unterschied zu den Abgeordneten ist der katholische Würdenträger keinem Fünf-Jahres-Zyklus im beruflichen Sein oder Nichtsein unterworfen. Er nimmt Probleme dadurch anders wahr. Woelkis großes Them...

Andreas Fritsche

Erlebnisse an der Erdgastrasse

Da ist der Kraftfahrer aus Cottbus, der im März 1983 beim Bau der Erdgastrasse in der Sowjetunion zu einem Verkehrsunfall kommt und drei Menschen das Leben rettet. Da ist das alte Ehepaar in einem abgelegenen Dorf, das eine anständige Straße verdient hätte. Doch die Senioren haben den Zweiten Weltkrieg erlebt und versichern den DDR-Bürgern, den ersten Deutschen, die seit dem Krieg dort sind: Ei...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Es kracht bei den Mainzer Narren

Unter seinem derzeitigen Präsidenten ist der Mainzer Carneval-Verein immer mehr vermarktet worden. Dagegen wächst jetzt der Widerstand - in der Fastnachtshochburg Mainz durchaus ein Vorgang von übergeordneter Bedeutung.

Anja Mia Neumann, dpa

Verjüngungskur in Schwedt

Auf dem Gelände der Raffinerie PCK herrscht Stillstand - so heißt die vierwöchige Pause zumindest offiziell. Tatsächlich sind in Schwedt im Nordosten Brandenburgs Tausende Bauarbeiter zu Gange und ersetzen tonnenschwere Anlagen.

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Opel verlässt Bochum ganz

Bochum (dpa/nd). Opel will Ende kommenden Jahres sein Werk in Bochum komplett schließen. Mit dem Aus der Autoproduktion werde dann auch das Zentrallager aufgegeben, sagte ein Opel-Sprecher am Freitag. In dem Warenverteilzentrum seien derzeit rund 420 Mitarbeiter beschäftigt. Die Schließung des Lagers sei eine Folge des Neins der Bochumer Beschäftigten zum Sanierungsplan, sagte der Sprecher. Der...

Loewe kämpft ums Übeleben

Kronach (dpa/nd). Der Aktienkurs des kriselnden TV-Geräteherstellers Loewe ist nach einer weiteren Verlustmeldung am Freitagvormittag um ein Drittel eingebrochen. Der Konzern hatte am Donnerstagabend überraschend schlechte Quartalszahlen vorgelegt und erwartet, dass bereits Ende Mai die Verluste die Hälfte des Grundkapitals der traditionsreichen Firma aufgezehrt haben werden. Da Loewe dan...

Lohnplus für Postbeschäftigte

Neuss (AFP/nd). Die 132 000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post bekommen 5,7 Prozent mehr Geld. Dies sehe der Tarifabschluss mit dem Logistikkonzern vor, teilte die Gewerkschaft ver.di am Freitag mit. Vorgesehen ist demnach eine zweistufige Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent zum 1. August in diesem Jahr und von 2,6 Prozent zum Oktober 2014. Die ver.di-Tarifkommission stimmte dem Ergebnis der Tar...

Bayer will mehr forschen

Köln (dpa/nd). Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will im 150. Jubiläumsjahr die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter steigern. Geplant seien 3,2 Milliarden Euro nach 3,0 Milliarden Euro 2012, kündigte Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers am Freitag bei der Hauptversammlung an. Der Konzern rechne für 2013 mit einem bereinigten Umsatzanstieg von etwa vier bis fünf Prozent und erwar...

Ralf Streck, Madrid

Spar- oder Wachstumsplan?

Die Lage ist ernst für die spanische Regierung, denn national und international sinkt das Vertrauen in sie weiter. Sie versucht mit einem angeblichen »Reformplan« einen Befreiungsschlag angesichts des Rekorddefizits und der Rekordarbeitslosigkeit im Eurokrisenland.

Knut Henkel

Nachhaltig investieren - nachhaltig fördern

Investitionen in den Agrarsektor werden kontrovers diskutiert. Landgrabbing und Spekulation mit Nahrungsmitteln gelten in der Öffentlichkeit als überaus fragwürdig. Eine Alternative zeigt die internationale Genossenschaft Oikocredit auf - mit Förderung kleinbäuerlicher Strukturen.

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Obrigado!

8000 Bauarbeiter des brasilianischen Fußballtempels Maracanã in Rio de Janeiro erleben heute ein ganz besonderes Dankeschön: Zu einem Spiel zwischen Teams ihrer Idole Ronaldo und Bebeto haben sie und ihre Familien Freikarten erhalten. Es ist das Eröffnungsspiel der von ihnen umgebauten Arena, in der 2014 das WM-Finale ausgetragen wird. Sie spielt zudem eine tragende Rolle bei Olympia und den Pa...

Jörg Soldwisch

Yannick Lebherz eröffnet die WM-Hatz

Zum Auftakt der deutschen Schwimm-Meisterschaften hat sich der Potsdamer Yannick Lebherz in deutscher Rekordzeit über 400 m Lagen als erster Schwimmer ein Ticket für die WM in Barcelona gesichert. Nach dem 24-Jährigen knackten gleich fünf weitere Schwimmer die WM-Normen.

Vierter Titel mit dem dritten Klub

An diesem Sonntag könnte die 34-Jährige Conny Pohlers in Frankfurt mit Wolfsburg Meister werden, es wäre ihr vierter Titelgewinn mit dem dritten Verein. Die Wolfsburgerinnen stehen auch in DFB-Pokal und Champions League im Endspiel. Über Chancen spricht mit sie mit Jirka Grahl.

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Integration auf schmalen Reifen
ndPlusHendrik Lasch

Integration auf schmalen Reifen

Wer in Deutschland kein Fahrrad fährt, gehört zu einer kleinen Minderheit. In vier von fünf Haushalten gibt es hier mindestens ein Fahrrad. Wer nicht Radfahren kann, fühlt sich leicht ausgeschlossen. Dresdner Migrantinnen wollen dazugehören - und lernen deshalb Fahrrad fahren.

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Susann Witt-Stahl

»Tiere sind keine Ware«

Vor allem die Massentierhaltung wird von verschiedenen Tierrechtlern, Tierhaltern und sogar Tieressern beharrlich kritisiert. Initiativen, die die Haltung von Nutztieren zu wirtschaftlichen Zwecken grundlegend hinterfragen, gehen einen Schritt weiter und betreiben Tierasyle.

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ndPlusStefan Otto

Dem Schlachthof entkommen

Hof Butenland ist für Rinder ein Paradies. Zumeist von Tierschützern aus der Massentierhaltung oder Versuchslaboren freigekauft, dürfen die 35 Tiere in der Herde leben. »Wir wollen zeigen, dass Tiere lieber so leben wollen, als dicht gedrängt im Stall, sagt Karin Mück.

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Aufhören
ndPlusBernd Zeller

Aufhören

Gerüchten zufolge plant die Bundeskanzlerin Angela Merkel, zur Mitte der nächsten Legislaturperiode 2015 aufzuhören. Diese Mutmaßungen gründen auf der Aussage der Kanzlerin, keinesfalls zur Mitte der nächsten Legislaturperiode aufhören zu wollen. Man kann das so verstehen, dass sie 2015 zurücktreten wird, aber erst dann, wenn sie 2015 zurücktritt; zum heutigen Zeitpunkt wird sie nicht 2015 zurü...

Wie man sich betet, so lügt man

In einer Geschwisterschar hat sich bis ins Rentenalter ein grundlegender Zusammenhalt bewahrt, obwohl die drei Schwestern und drei Brüder sehr unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. Sie alle wurden sehr fromm im Schoß einer Sekte erzogen. Aber nur bei den beiden ältesten Schwestern hat sich die Tradition erhalten. Die anderen sind aus der Sekte ausgetreten und wollen nichts mehr von ihr wis...

Martin Koch

Die überschätzte Macht der Gene

In einem bereits zu DDR-Zeiten konzipierten und bis heute fortgeführten interdisziplinären Forschungsprojekt wird der Mensch kurz als »biopsychosoziale Einheit« bestimmt. Als Einheit wohlgemerkt, die auf einer dialektischen Struktur fußt.

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Tom Mustroph

Geschundene Ressource

»Augmented Reality« - »erweiterte Realität«: Der sogenannte reale Raum und der sogenannte virtuelle Raum sind heute vielfältig miteinander verwoben. Digitale Ausgabegeräte sowie beständige informationelle Verknüpfung mit Daten durchdringen längst fast jeden »Realraum«.

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Er war nicht unfehlbar

Denke Dir Rousseau, Voltaire, Holbach, Lessing, Heine und Hegel in Einer Person vereinigt, so hast Du Dr. Marx. Moses Hess, 1841 Von russischen Emigrantengruppen sind Passagen aus den Schriften von Marx in höchst widersprüchlicher Weise ausgelegt worden, genau so, als wären es Texte aus Klassikern oder aus dem Neuen Testament. Friedrich Engels, 1893 Marx ist nicht unfehlbar. L...

Seien wir keine Ideologen

Das Interesse denkt nicht, es rechnet. Nehmen wir die Welt, wie sie ist, seien wir keine Ideologen. Ein Zweck, der unheiliger Mittel bedarf, ist kein heiliger Zweck. Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muss man die Umstände menschlich bilden. Wen die Furie der Ehrsucht lockt, den vermag die Vernunft nicht mehr zu zügeln. Zur Wahrheit gehört nicht nu...

ndPlusWulf Skaun

Der Mann, den Marx liebte

Wem gehört Lassalle, der LINKEN oder der SPD? So spitzte »nd« kürzlich die Frage zu. Auf der Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftungen von Berlin und Sachsen jüngst in Leipzig hieß die klare Antwort: beiden Parteien. Die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) am 23. Mai 1863, von der SPD als ihr Geburtstermin deklariert, ist auch für die LINKE wichtige Quelle und Tradition. Dag...

Hermann Klenner

Mit wenig Kapital zum »Kapital«

»Ein Ochsenkopf von Ideen« - so die archivierte Meinung des Berliner Polizeipräsidenten über Karl Marx: »Man weiß, dass er in seiner Zehspitze mehr geistigen Fonds hat als die ganze übrige Gesellschaft in ihren Köpfen«. Der Weg vom »Kommunistischen Manifest« zum »Kapital«.

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Heidi Diehl

Verpassen Sie nicht Ihre Chanche!

Von Selbstbewusstsein ist auf dieser Seite an verschiedenen Stellen die Rede. Rita Buchweitz, deren Geschichte Sie auf dieser Seite lesen können, hatte es fast verlassen. Denn kurz, nachdem sie uns Ihren Wettbewerbsbeitrag geschickt hatte, wollte sie ihn schon wieder zurückziehen - weil sie meinte, das wäre keine Geschichte. Uns jedenfalls hat sie so gut gefallen, dass wir sie Ihnen, liebe Lese...

In Güstrow begegnete ich der Welt

Mein Deutschlehrer hatte es mir prophezeit, weil er sah, dass meine Stärken woanders lagen. Doch erst als die Ablehnung für das Germanistikstudium endlich kam, tat ich das Nächstliegende und bewarb mich in Potsdam an der Pädagogischen Hochschule. Aber hier waren alle Messen inzwischen gesungen. Umlenkungsvorschlag: Pädagogisches Institut Güstrow. Wo liegt das denn?! Inzwischen lebe ich 50...

Heidi Diehl

Kunst, Wellness und ein ganz besonderes Hotel

Auf der Rückreise von der Hochzeit seines Sohnes Alexej legte Zar Peter I. 1712 in (Bad) Belzig eine Zwischenstation ein und sich für eine Nacht zur Ruhe auf der imposanten Burg Eisenhardt. Der russische General von Wittgenstein schlug hier sein Hauptquartier im Kampf gegen die napoleonischen Truppen auf, die 1813 bei Hagelberg geschlagen wurden. Weit friedlicherer Art war der Aufenthaltsgrund ...

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Ohne Aufputz

Es gibt eine ästhetische Qualität der Grobschlächtigkeit. Die besten Fernsehserien bestätigen es, sie leben oft von einem schauspielerischen Sog, der noch die heftigsten Schwarz-Weiß-Färbungen eines politischen Stoffes übersteht. »Das grüne Ungeheuer«, ein Fünfteiler des DDR-Fernsehens, war so ein Stoff: Jürgen Frohriep (Foto: imago) als sehnig-harter Kämpfer an der Seite eines lateinamerikanis...

ndPlusFriedrich Schorlemmer

Vertrauen ins Ganze

Über das Glück hatte diese politische Theo-Poetin auf einer Tagung vor zehn Jahren gesprochen. Und starb dort. Glück als ihr letztes Wort?! Ja, wenn Glück auch immer das Glück und Unglück anderer im Blick behält. Immer zusammendenkend das Individuelle und das Gesellschaftliche, die Freiheit und die Gerechtigkeit, die Würde und den Frieden, den Hunger nach Brot und das Hungern nach Sinn. J...

Velten Schäfer

Indirekte Rede

Augenzeugen können berichten: Susanna Filbinger-Riggert hat am Donnerstagabend in einer Berliner Buchhandlung tatsächlich ihre »Vater-Tochter-Biografie« vorgestellt. Für die 50 Besucher gab es sogar etwas Besonderes. Die Version des Buches, die sie an diesem Abend erwerben konnten, kann ein echtes Sammlerstück werden. Denn ob die Fassung, die Anfang Mai in die Läden kommen soll, mit der jetzige...

Tobias Riegel

Die Ruhe der Patriarchen

Vor Gericht gilt unter anderem das Prinzip der Schadenshöhe zur Bemessung des Strafmaßes. Jenes Maß steigt im Strafprozess je nach materiellem Wert des Zankapfels - also der Menge veruntreuten Kapitals oder des Umfanges des Schwarzgeldkontos. Ein einleuchtendes Prinzip.

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Ungeschönt statt taufrisch

Das Kunstforum Halle zeigt vom kommenden Dienstag an erotisch anmutende Bilder des DDR-Malers Willi Sitte. Rund 80 Zeichnungen und Grafiken nähern sich dieser bislang eher unbekannten Seite Sittes an, teilte das Museum am Donnerstag mit. Dabei soll der Hallesche Künstler den menschlichen Körper ungeschönt und in jedem Lebensalter präsentieren. »Für mich sind nicht die taufrischen Liebespa...

Hol schon mal den KdF-Wagen

Schweigen ist hierzulande immer noch Gold, insbesondere dann, wenn es um die NS-Vergangenheit geht. Günter Grass etwa hat, wie man heute weiß, Jahrzehnte lang seine SS-Zugehörigkeit beschwiegen. Nun haben Recherchen ergeben, Horst Tappert (»Derrick«) war Mitglied der Waffen-SS.

Hans-Dieter Schütt

DDR-Stücke am BE: Die Arbeiter des Paul Gratzik

Seltsam fremdes Wesen inzwischen. Anwesend freilich noch immer im Betriebsrausch der Zeit, wirkend noch immer im Produktionsrauschen der Tage und Nächte - in denen entsteht, was wir verbrauchen, ohne genau zu bedenken, ob wir es auch wirklich brauchen.

ndPlusStefan Amzoll

So heutig muss man erst mal werden

Die Schwätzer, die heute über solche wie Erich Weinert herziehen - der Name steht stellvertretend für viele Kommunisten seiner Denkart -, die sollten sich schämen. Meist bieten sie nichts als Schaum. Doch da sind glücklicherweise immer noch die Aufrechten - ein Wort, das indes selbst besudelt ist.

Diego Castro

Der geplante Misserfolg

Scheitern, das ist mehr denn je ein Thema unserer Zeit. An den gesellschaftlichen Leitmotiven des neoliberalen Zeitgeistes zerschlägt so mancher, ob stresskranker Manager oder depressiver Langzeitarbeitsloser. Längst hat sich Leistung als gesamtgesellschaftliches Leitbild etabliert. Schnell, kreativ, individuell und flexibel - diese Anforderungen der Chefetagen sind mittlerweile bei den Jobcent...

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OUT of SPACE: MDR sucht den »Tatort«-Star

»Einmal im ›Tatort‹ dabei sein - das ist der Traum vieler Schauspieler. Für einige Weimarer Passanten könnte dieser Traum jetzt wahr werden. Wir suchen Sie, wenn Sie die Dreharbeiten am 5. April auf dem Marktplatz in Weimar live verfolgt haben!« Mit diesem ungewöhnlichen Aufruf sucht der MDR derzeit Statisten für die beliebte Krimi-Serie. Normalerweise werden Statisten vor Drehbeginn gecastet, ...

Ein echter Fortschritt

Es ist war ein wichtiger Tag in der Geschichte der Menschheit: Vor 30 Jahren, am 30. April 1993, wurde das World Wide Web (WWW) zur allgemeinen Benutzung freigegeben. Dieses Internet hat seither unser Leben erleichtert. Wir verbringen nicht mehr täglich Stunden damit, in Geschäften einkaufen zu gehen oder in den Warteschlangen vor den Bankschaltern zu verzweifeln, sondern können uns den schönen...

Marc Hairapetian

Singen bis zur Schmerzgrenze

Amerika - Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Und vielleicht auch der begrenzten Unmöglichkeiten - zumindest was die immens erfolgreichen US Comedy Shows angeht, die auch hierzulande die privaten Fernsehkanäle überschwappen. Was beim älteren Zuschauer oftmals das kalte Grauen hervorruft, wird von Großteilen eines jungen Publikums begeistert frequentiert. Bei »Killer Karaoke« (seit dem 14. Apri...

BLOGwoche: Jagd nach Aufregung

Uli Hoeneß, Präsident des Fußballvereins Bayern München, hat Steuern hinterzogen. Soviel steht fest. Mehr aber derzeit noch nicht. Die Medien überboten sich in den vergangenen Tagen allerdings mit Spekulationen, Mutmaßungen und Interpretationen des häppchenweise Bekanntgewordenen. Für Marc-Jacob Ost von der Online-Redaktion des Magazins »neon« (www.neon.de) ist die Berichterstattung über den Fa...

ndPlusJan Freitag

»Adolf Hitler Superstar«

Es gab Fisch zum Frühstück. Am Morgen des 25. April 1983 präsentierte ein kleiner Reporter der wartenden Weltpresse das, was sein großer Kollege Kisch 41 Jahre zuvor als »Solokarpfen« beschrieben hatte: eine Exklusivmeldung, neudeutsch Scoop genannt: Adolf Hitler, ging die News um den Globus, hat Tagebuch geschrieben, viel Tagebuch, täglich sogar, 60 Bände, aufgespürt vom »Stern«. Genauer: Gerd...

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Lernen durch abgucken

Bartenwale, zu denen die Buckelwale gehören, bevorzugen Nahrung, die in Schwärmen auftritt. Maul aufreißen, einmal durchschwimmen, Maul zu. Das Wasser läuft dann ab, während die Beute von den knöchernen Barten (im Bild gut am Oberkiefer hängend sichtbar) im Maul zurückgehalten wird. Doch wie bekommt der Wal die Beute so schön auf einen Haufen? Meist produzieren die Buckelwale dafür einen Schlei...

Diesel aus dem Bioreaktor

Washington (dpa/nd). Gentechnisch veränderte Darmbakterien können Dieselkraftstoff herstellen. Dies zeigten britische Forscher in Laborversuchen. Das Besondere an dem Verfahren ist, dass der Kraftstoff aus den Bakterien mit herkömmlichen fossilen Kraftstoffen chemisch identisch ist. Er könnte somit eingesetzt werden, ohne dass Automotoren angepasst werden müssten, schreiben die Forscher in den ...

Steffen Schmidt

Massive Bestätigung für Einstein

Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie machte aus Newtons absolutem Raum und der Zeit ein veränderliches Bezugssystem, dessen Eigenschaften von Masse und Energie bestimmt werden. Eine der für die klassische Mechanik bizarren Vorhersagen Einsteins wurde schon früh beobachtet: die Ablenkung des Lichts durch massereiche Objekte. Andere jedoch machen es den Astronomen schwerer. So müssten kosmisc...

Martin Koch

Ich denke, aber bin ich?

Zum Kern unserer Persönlichkeit gehört bekanntlich ein stabiles Ich-Bewusstsein, das sich auch nach einer im Tiefschlaf verbrachten Nacht sofort wieder erneuert. Man öffnet die Augen und spürt: Ich bin noch immer ich! Etwas anderes würde gewiss auch niemand erwarten. Dabei ist die Tatsache, dass ein Mensch ein Leben lang das Empfinden hat, stets die selbe Person zu sein, keineswegs trivial, wie...

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Im Schatten
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Im Schatten

Die 70er Jahre brachten in den USA im Schach eine goldene Generation hervor. Ein Mitglied der Generation ist mit Robert Eugene Byrne (1928-2013) jetzt gestorben. Byrne hatte zwei Leidenschaften - Philosophie und Schach. Die erste machte ihn zum Professor an der Indiana Universität, aber 40-jährig erlag er der Versuchung des Denksports. 1972 gewann er die USA-Meisterschaft. 1973 spielte er das W...

ndPlusMonika Salz

14 Orte des Verbrechens

Wer begeht wo welches Verbrechen? Die zwei bis fünf Spieler in P.I. - Private Investigator - versuchen als Privatdetektive Verbrechen aufzuklären. Auf dem übergroßen Spielplan gibt es 14 Orte, an denen Verdächtige und ihre Taten, wie Bankraub, Erpressung, Schmuggel oder Polizeikorruption ausgelegt werden. Jeder Mitspieler bekommt drei Karten, die er verdeckt halten muss: einen Täter, eine Tat, ...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Eidechse mit verlorenen Beinen

Versteht man unter Schleichen die Fortbewegung unter leichtem Auftreten, schleicht eine Blindschleiche nicht, denn sie bewegt sich wie Schlangen, aber weniger geschmeidig. Tatsächlich ist die Blindschleiche eine Eidechse, die im Laufe der Evolution ihre Beine verloren hat. Schauen Sie ihr in die Augen, sie hat dank beweglicher Augenlider nicht den starren Blick der Schlangen, und wenn die Augen...

ndPlusHans-Ulrich Keller, dpa

Jupiter gibt seine Abschiedsvorstellung

Merkur, Venus und Jupiter geben im Mai eine hübsche Vorstellung am Himmelstheater. Der Mond spielt auch noch mit. Hauptdarsteller am Abendhimmel ist jedoch der Saturn. Die dominierende Rolle am Sternenhimmel spielt im Mai Saturn. Der Ringplanet ist die gesamte Nacht über am Firmament vertreten. Er wandert durch das Sternbild Jungfrau und wechselt zur Monatsmitte in die Waage. Sein berühmt...

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Marc Vorsatz

Ausverkauf der kulturellen Identität

Diese merkwürdige Ansiedlung erscheint selbst für afrikanische Verhältnisse abgelegen und provinziell. Bretterbuden und zweistöckige Häuser aus rohem Beton säumen die unbefestigte Hauptstraße von Jinka. Zu ebener Erde werden munter Handel und Gewerbe betrieben. Ein Zwei-Quadratmeter-Holzverschlag dient als Getränkeladen und Losbude zugleich. Vor dem Vulkanisierschuppen quälen sich drei verschwi...

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ndPlusMichael Müller

Koran-Kurzlehrgänge keine Pflicht

Eigentlich ist Hossam Faruks Arbeitsplatz ein Traum. Zumindest für all die Touristen, die ein Mal im Leben Gizeh gesehen haben wollen. Er verdient seine Brötchen zu Füßen von Cheopspyramide und Sphinx, unweit des nahen Kairoer Vorortes, in dem er wohnt. Mit, wie er gern betont, einem antiken Weltwunder direkt vor dem Küchenfenster. Doch für den untersetzten, witzigen, quirligen 34-jährigen Fami...

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ndPlusWolfgang Hübner

Wo es nur noch glimmt

Am Anfang war alles leicht. Wohl denen, die sich noch erinnern können. Die Welt war bunt, das Leben schön. Aber irgendwann kam die Gewöhnung. Da kann der Tag lang werden. Und der Abend. Und die Nacht. Freundlichkeiten haben nun eine kleine Spitze; manchmal klebt ein Tröpfchen Gift daran. Man stirbt nicht davon, wie schon die singende Psychoanalytikerin Andrea Berg feststellte: »Mag sein, dass m...