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Unten links

Was IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel geritten hat, dem Werben von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nachzugeben und im Wahlkampf dessen soziales Feigenblatt zu spielen, dürfte sich vielen Gewerkschaftern nicht erschließen. Aber vielleicht ahnt Wiesehügel ja schon, dass das berühmte Schattenkabinett kaum die Chance haben dürfte, aus seinem Schatten hervorzutreten. Oder er nimmt ein wenig geschmeic...

Dämmerung

Man kann Merkel ihre unsoziale Politik vorwerfen, ihr Taktieren - und natürlich, dass sie trotz besseren Wissens die millionenfache Entwertung von DDR-Biografien schweigend hinnahm. Man kann aber, gerade weil der unmenschliche Umgang mit gelebtem Leben zurecht heftigst zu kritisieren ist, nicht bei der Kanzlerin eine Ausnahme machen.

Protest gegen Sparpläne in Israel

Tausende Israelis demonstrierten am Sonnabend gegen hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit. In Tel Aviv, Hochburg der Protestbewegung im Jahr 2011, gingen nach Medienberichten 10 000 Demonstranten auf die Straße.

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Ausbruch aus der Dauerkrise?

Die Führung des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD) präsentierte jüngst ein rotes Büchlein mit dem Titel »Niezbednik historyczny lewicy«. Darin soll enthalten sein, was zu linkem Geschichtsverständnis unentbehrlich (niezbednie) ist.

Bomben statt Entspannung

46 Tote, etwa 140 Verletzte und eine Zuspitzung des türkisch-syrischen Verhältnisses sind die vorläufige Bilanz der Explosion zweier Autobomben am Sonnabend. Die türkische Ortschaft Reyhanli wurde mittags von Detonationen vor dem Rathaus und der Post erschüttert.

Österreichs Parteienlandschaft im Umbruch

Der Frühling sah Urnengänge in vier (von neun) Bundesländern Österreichs: Kärnten, Niederösterreich, Tirol und Salzburg. Vor den Nationalratswahlen im Herbst sind die politischen Karten neu gemischt worden.

ndPlusVelten Schäfer

Festhalten an der Zwangsarbeit

Das deutsche Grundgesetz erlaubt ausdrücklich »Zwangsarbeit« für verurteilte Straftäter, nach EU-Standards darf Arbeit dagegen nicht Teil von Strafe sein. Bis Juni müssen die Bundesländer nun neue Vollzugsgesetze beschließen – eine einheitliche Linie ist nicht in Sicht.

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ndPlusFabian Köhler

Alle Klischees an Bord!

Am Wochenende fand in Berlin die zweite »Kritische Islamkonferenz« statt. Um die Emanzipation von Migranten und die Zurückweisung von Muslimfeindlichkeit ging es entgegen der Ankündigung nicht. Stattdessen zelebrierte man bekannte Feindbilder.

Thomas Klatt

Es gibt keinen deutschen Islam

Für die Gründung einer Organisation liberaler Muslime in Deutschland hat sich die SPD-Politikerin Lale Akgün ausgesprochen. Im nd-Gespräch warnt die Referatsleiterin der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf vor einer fehlenden Wahrnehmung liberaler Muslime.

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Kathrin Zeiske

Die Wahrheit strahlt viel zu hell

Guatemalas Exdiktator Efraín Ríos Montt wurde am Freitag wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschheit zu 80 Jahren Haft verurteilt. Erstmals in der Geschichte wurde ein solches Urteil von einem nationalen Gerichtshof ausgesprochen. . Sein Verteidiger wird den Schuldspruch anfechten.

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Bürgerschreck

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto mehr wird über sie gesprochen: die Bürgerversicherung. Leider versteht jede Partei etwas anderes darunter. Der arme Bürger, für den sie eigentlich gemacht sein soll, dürfte zu tun haben, die Konzepte auseinander zu halten und herauszufinden, was da für ihn vorgesehen ist.

Rot statt Orange

Was ist eigentlich das größere Problem? Dass Themen wie das bedingungslose Grundeinkommen und die Chancen computerbasierter Demokratie bei den Piraten im Formelkompromiss versanden? Oder dass keine andere Partei diese Themen aufgreift und besetzt? Die Piraten haben versagt. War es das nun etwa? Stempel drauf, Ablage, tschüss... Fakt ist: Sozialstaat und Schmalspur-Demokratie sind an Grenz...

Grenzenloses Hoffen

Überschwänglich feiern Medien in Islamabad und im Ausland den Wahlsieg der Pakistanischen Muslimliga unter dem reichen Industriellen Nawaz Sharif als »historischen Meilenstein«. Der 63-Jährige, der zum dritten Mal Premier werden kann, sprach gar von einem »Sieg des kleinen Mannes und der armen Leute«. Was war historisch an dieser Wahl? Vielleicht, dass sich eine junge Partei, die Gerechti...

ndPlusIngolf Bossenz

Harter Hirte

Mit Grenzüberschreitungen kennt er sich aus. 1980 bis 1989 war Joachim Meisner Bischof von Berlin. Der katholische Verwaltungsbezirk umfasste West- und Ostterritorium. Als die Mauer fiel, war der in der DDR aufgewachsene und sozialisierte Prälat Erzbischof von Köln.

Die Reichen wehren sich

Der Reichenpflege droht das Aus. Die Bundestagswahlen könnten für Spitzenverdiener, Vermögende und Erben zum Zahltag werden. SPD, Grüne und Linke wollen große Einkommen und Vermögen stärker besteuern. Das hält die Mehrheit der Deutschen für richtig.

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Westkonzerne testeten in DDR-Kliniken

Westliche Pharmakonzerne sollen in der DDR hunderte Medikamentenstudien an mehr als 50 000 Patienten in Auftrag gegeben haben. Wie der »Spiegel« berichtete, wurden bis zum Mauerfall in mehr als 50 DDR-Kliniken unter anderem Herzmedikamente und Antidepressiva getestet.

Yücel Özdemir

Im Labyrinth der Justiz

Der in der vergangenen Woche vertagte NSU-Prozess soll in dieser Woche fortgesetzt werden. »neues deutschland« kooperiert bei der Berichterstattung mit der linken türkischen Zeitung »Evrensel«. Yücel Özdemir wird in Kolumnen für »nd« über seine Beobachtungen informieren.

ndPlusMarcus Meier

Finger aus dem Po!

Nur Formelkompromisse zu Piraten-Herzens-Themen, ein komplettierter Bundesvorstand und ein Parteichef, der dazu aufrief, die »Finger aus dem Po« zu nehmen: Der Bundesparteitag der Piratenpartei war wild und bunt, aber nur mäßig erfolgreich.

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Friedrich: Hilfe für Ortskräfte

Köln (AFP/dpa/nd). Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat den einheimischen Ortskräften der deutschen Besatzung in Afghanistan Hilfe zugesagt. »Die Menschen, die uns geholfen haben, die jetzt deswegen gefährdet sind, kommen selbstverständlich nach Deutschland«, sagte Friedrich am Sonntag im Deutschlandfunk. Bei manchen der Beschäftigten genüge es, dass sie durch einen Umzug innerhal...

Interne Kritik an grünen Steuerplänen

Steuern rauf für Gutverdiener, meinen die Grünen. Dafür haben sie von der Opposition schon Kritik einstecken müssen. Auch in der Ökopartei wollen nicht alle diesen Kurs mittragen.

Peter Nowak

Solingen war kein Zufall

Bis zum 25. Mai will ein Aktionsbündnis antirassistischer Initiativen mit bundesweiten Aktionen an den tödlichen Brandanschlag vor 20 Jahren in Solingen erinnern und zugleich auf den Alltagsrassismus in Deutschland aufmerksam machen. Den Auftakt gab es in Sachsen-Anhalt.

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Xi Jinping greift durch

Peking (AFP/nd). Nach Korruptionsvorwürfen geht die chinesische Führung gegen einen ihrer Spitzenfunktionäre vor. Gegen Liu Tienan, Vizechef der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, werde wegen »ernster disziplinarischer Vergehen« ermittelt, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Die Formulierung bezieht sich in China auf Vorwürfe der Bestechlichkeit. Ein Wirtschaftsmaga...

Entschuldigung aus dem Seouler Präsidentenamt

Seoul (AFP/nd). Nach Berichten über die Belästigung einer Praktikantin durch einen Mitarbeiter der südkoreanischen Staatspräsidentin Park Geun Hye in den USA hat sich die Präsidentschaft in Seoul offiziell entschuldigt. Der inzwischen entlassene Pressesprecher Yoon Chang Jung sei für einen »beschämenden und abstoßenden Vorfall« verantwortlich, sagte Parks Personalchef Huh Tae Yeol am Sonntag vo...

Anna Maldini, Rom

Epifani führt Italiens Demokraten

Guglielmo Epifani ist der neue Vorsitzende der Demokratischen Partei (PD) Italiens. Auf einer Versammlung wurde er am Sonnabend mit fast 86 Prozent der Stimmen gewählt. Der 63-jährige Epifani soll die zerrüttete PD bis zum kommenden Parteitag im Oktober leiten. Er ist als geschickter Verhandlungsführer und kluger Vermittler bekannt, was auch auf seine langjährige Arbeit im größten italien...

Mubarak erneut vor Gericht

Begleitet von Tumulten, hat in Ägypten erneut der Prozess gegen Expräsident Mubarak begonnen. Der wegen des Todes von Hunderten Demonstranten angeklagte 85-Jährige plädiert auf »nicht schuldig«. Nach Verlesung der Anklage wurde die Verhandlung vertagt.

ndPlusHilmar König

Wachablösung in Pakistan

Nawaz Sharifs Muslimliga machte das Rennen bei den Parlamentswahlen in Pakistan. Sharif will die Beziehungen zu den USA überprüfen. »Saubermann« Imran Khan kam auf Platz zwei. Der bisher regierende Bhutto-Klan erlitt eine schwere Niederlage.

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ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

Wieder Streit am Tempelberg

Israels Behörden haben es erstmals Frauen erlaubt, an der Klagemauer mit Gebetsschal und -riemen zu beten. Zudem dürfen seit einer Woche Juden auch oben auf dem Tempelberg beten – ein Schritt zu mehr Religionsfreiheit an Jerusalems heiligen Stätten, aber auch eine Gefahr.

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Kartoffelkartell ergaunert Hunderte Millionen

Mit illegalen Preisabsprachen sollen sich Kartoffelhändler bereichert haben. 80 bis 90 Prozent der größeren Betriebe in der Kartoffel- und Zwiebelbranche hätten regelmäßig die Preise abgesprochen, schreibt die »Süddeutsche Zeitung« (SZ).

Nicht für alle profitabel

München (AFP/nd). Die von der SPD geplante einheitliche Bürgerversicherung würde laut einer Untersuchung zu spürbaren Belastungen von mittleren und höheren Einkommen führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des IGES-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, aus welcher der »Focus« am Sonntag vorab berichtete. Offiziell soll das Papier am ...

ndPlusHaidy Damm

Deine Bohrmaschine ist auch meine Bohrmaschine

Einige teilen ihr Werkzeug, andere ihre Autos oder Wohnungen. Die sogenannte Sharing Economy findet besonders durch das Internet rege Beteiligung. Doch was soziale Netzwerke zum Trend erhoben haben, wird inzwischen auch von großen Unternehmen angeboten.

ndPlusKnut Henkel

Schwimmende Blockade

Mit rund zwei Dutzend Schiffen hat das Hamburger Bündnis gegenstrom.13 am Freitag die Elbe symbolisch blockiert - gegen den Import von kolumbianischer Kohle und deren Verfeuerung im Kohlekraftwerk Moorburg. Die für Aufsehen sorgende Aktion auf der Elbe dürfte Nachahmer finden.

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ndPlusSteffen Schmidt

aufgefallen

Ob der Homo sapiens vor rund 30 000 Jahren seine nahen Verwandten, die Neandertaler, ausgerottet hat, oder ob diese infolge von Anpassungsproblemen nach Klimaveränderungen ausstarben, wird sich nie mit letzter Gewissheit sagen lassen.

Tempolimit für Sprinter und Co?

Parallel zum überraschenden Vorstoß des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen fordert jetzt der Umweltausschuss des Europaparlaments eine europaweite Geschwindigkeitsbegrenzung für Kleintransporter.

»Schimpansen sind nicht bessere Menschen«

Vergangenen Donnerstag kam der neue Disney-Film »Schimpansen« in die Kinos. Er entstand in enger Zusammenarbeit mit der weltberühmten Schimpansenforscherin Jane Goodall. Mit der 79-jährigen Grand Dame des Urwalds sprach Brigitte von Imhof.

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Lehrer eine Woche lang im Warnstreik

(dpa/nd). Berlins Lehrer treten erneut in einen Warnstreik, der als Streik- und Aktionswoche vom 13. bis 17. Mai geplant ist. Senatsbildungsverwaltung versprach unterdessen, alles zu tun, damit die in dieser Woche geplanten mündlichen Prüfungen zum Abitur nicht verschoben werden müssen. Allerdings müssen bei mündlichen anders als bei schriftlichen Examen die Fachlehrer zwingend dabei sein. ...

NVA-Verband im Visier

Nach dem Auftritt von Männern in Uniformen der Nationalen Volksarmee (NVA) und des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit zum Tag des Sieges am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow ermittelt nun die Polizei.

Gerkan hält an Buch zu Flughafen fest

(dpa). Der Architekt des neuen Hauptstadtflughafens, Meinhard von Gerkan, hält an seinem Buch über das Krisenprojekt fest. Es solle nun im August erscheinen, sagte eine Verlagssprecherin. Eigentlich war geplant, dass es im Mai in den Handel kommt. Weil Architekten aus Gerkans Büro nach der Trennung vor einem Jahr über einen Wiedereinstieg beim Flughafen verhandelten, wurde der Termin im April a...

Neonazis stören überall

Neonazis sind überall eine Zumutung, in jeder Straße, auf jedem Platz. Eine besondere Provokation sind sie jedoch an Orten mit historischer Bedeutung, etwa am Brandenburger Tor, durch das 1933 die SA mit Fackeln zog, um die Machtübernahme zu feiern, oder am Karl-Liebknecht-Haus, wo von den Faschisten ermordete Kommunisten wie der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann gearbeitet haben. Bekanntlich sind an diesen Stellen in der Vergangenheit schon Neonazis aufmarschiert.

ndPlusMalene Gürgen

Aktivisten üben Blockupy

Zum zweiten Mal finden dieses Jahr die Blockupy-Aktionstage in Frankfurt am Main statt - in Berlin laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am Samstag nahmen rund siebzig Menschen an einem Aktionstraining mit anschließender Kundgebung auf dem Kreuzberger Heinrichplatz teil.

ndPlusPeter Kirschey

Fall Jonny K. endlich vor Gericht

Am Montag beginnt vor dem Berliner Landgericht das Verfahren gegen sechs junge Deutschtürken. Die jungen Männer sind wegen des tödlichen Angriffs auf den damals 20-jährigen Jonny K. am 14. Oktober 2012 an den Rathauspassagen nahe dem Alexanderplatz angeklagt.

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Erzähl-Salon im Märkischen Museum

(nd). Die Machtübergabe an Hitler und die NSDAP jährte sich Anfang dieses Jahres zum 80. Mal. Um den Folgen des politischen Wandels in Schule, Familie, Freizeit und am Arbeitsplatz auf die Spur zu kommen, laden Rohnstock Biografien und das Stadtmuseum Berlin anlässlich des Themenjahres »Zerstörte Vielfalt« kommenden Mittwoch (15. Mai) Zeitzeugen in einen Erzähl-Salon ein. Dort sind sie aufgeruf...

Kosten für Staatsoper steigen weiter

(epd), Die Sanierung der Berliner Staatsoper Unter den Linden wird noch einmal teurer als bisher befürchtet. Das ursprünglich mit 242 Millionen Euro angesetzte Budget wird nach neuen Erkenntnissen auf mindestens 296 Millionen Euro steigen, berichtet die »Berliner Morgenpost«. Das seien abermals 8,4 Millionen mehr als bei den letzten Schätzungen vom Dezember 2012. Fraglich sei zudem, ob au...

Jürgen Amendt

Schwaben in Berlin

Wo endet das Klischee, der nicht ernst gemeinte Wortwitz über Minderheiten und ab wann wird aus dem Witz Ressentiment? Im Prinzip ist es so: Witze über Minderheiten bleiben solange harmlos, solange Angehörige der Minderheit über sich selbst diese Witze machen.

ndPlusManuela Lintl

Die Holztür

Ein Gespinst aus floralen Ornamenten in zarten Pastelltönen überzieht in üppiger Vielfalt einen türblattgroßen Bildträger. Dunkle Liniengeflechte konturieren und strukturieren die Blüten- und Blättermotive und erzeugen die Illusion von Volumen. »Kbach Phni Vois«, also schlicht Holztür heißt dieses Kunstwerk von Chan Dany, das sich bei näherer Betrachtung als filigranes Puzzle aus unzähligen Bun...

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Osten zahlt Energiewende

Berlin/Potsdam (dpa/nd). Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) sieht Ostdeutschland bei der Umsetzung der Energiewende im Nachteil. Die Kosten für die Verteilnetze würden nur dort auf den Strompreis umgelegt, wo es diese Netze gebe: »Da Ostdeutschland aber bei erneuerbaren Energien vorn ist, hat der gesamte Osten höhere Strompreise als der Westen«, sagte Christoffers ...

Senat stoppt Zahlungen an Jüdische Gemeinde

Der Senat hat Medienberichten zufolge die staatsvertraglich zugesicherten Geldzahlungen an die Jüdische Gemeinde Berlin vorübergehend gestoppt. Grund sei ein lückenhafter und verspätet abgegebener Wirtschaftsplan für das laufende Jahr, berichtet gestern der »Tagesspiegel am Sonntag«.

Carsten Hoefer, dpa

Chaos bei der D-Mark-Truppe

Nach einem von Grabenkämpfen und persönlichen Verunglimpfungen geprägten Landesparteitag muss sogar die Vorstandswahl wiederholt werden. Die Truppe tritt nicht zur Landtagswahl an - zur Erleichterung des Bundessprechers der Partei.

ndPlusJan Tölva

Czaja kürzt bei Lesbenberatung

Die Lesbenberatung Berlin schlägt Alarm. Weil ihr von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales für das laufende Jahr Mittel in Höhe von 15 000 Euro gestrichen worden sind, wandte sich die Lesbenberatung Berlin jetzt an die Öffentlichkeit.

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40 000 Gäste der BraLa

Paaren/Glien (dpa). Die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (BraLa) im havelländischen Paaren/Glien hat am Sonntag noch einmal tausende Besucher angelockt. Am letzten Tag der viertägigen Leistungsschau traten Jungzüchter bei verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Insgesamt hätten knapp 40 000 Interessierte die Veranstaltung besucht, hieß es...

Schallschutz kommt nur schleppend voran

Schönefeld (dpa/nd). Die Maßnahmen zum Lärmschutz- der Anwohner im Umkreis des künftigen Hauptstadtflughafens »Willy Brandt« in Schönefeld kommen weiter nur sehr schleppend voran. Erst gut zehn Prozent der Häuser und Wohnungen in den Anrainergemeinden seien mit besserem Schallschutz ausgestattet worden, erklärte Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) in seiner Antwort auf ein...

ndPlusHagen Jung

In Kirchweyhe und anderswo

Die kleine niedersächsischen Gemeinde Kirchweyhe droht nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen zum neuen Wallfahrtsort für Neonazis zu werden. Doch vor Ort wehrt man sich jetzt.

ndPlusDieter Hanisch, Neumünster

Zum Töpfern nach Neumünster

Aus Italien, aus der Türkei und sogar aus New York stammen die jungen Keramik-Künstler, die neuerdings als Stipendiaten nach Norddeutschland kommen - ausgerechnet nach Neumünster.

Almut Kipp, dpa

Journalismus zur Miete

Im Wartezimmer greifen Patienten zur Zeitschriftenlektüre, Klatsch aus der Promi-Welt ist etwa beim Friseur willkommen, Politik-Aufklärung wird in Cafés gerne gelesen. Gebündelt gibt es diesen Stoff landauf und landab immer noch zur Miete in Lesemappen - bald auch digital.

Wilfried Neiße

Phänomen PDS

Als gescheitertes Projekt firmiert die LINKE in der Wahrnehmung ihres politischen Gegners. Immerhin war diese These mit einem Fragezeichen versehen, als die brandenburgische Konrad-Adenauer-Stiftung nach Potsdam einlud, um das Phänomen LINKE zu diskutieren.

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Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

»Respekt, Herr Mosekund«, rief ein Nachbar, der aus dem Fenster schaute, »auch am Wochenende schon morgens auf den Beinen!« - »Nun«, sagte Herr Mosekund, der sich eben mit entschlossenem Schritt auf den Weg machte, »wer hoch hinaus will, darf nicht säumen.«

Kaspar Hauser und Ludwig II.

Der Filmregisseur Peter Sehr ist tot. Er starb bereits am Donnerstag im Alter von 61 Jahren in München an einer Krebserkrankung. Das teilte sein Pressesprecher in Berlin mit. Peter Sehrs letzter Spielfilm über den bayerischen König »Ludwig II.« war im Dezember in die Kinos gekommen.

Hans-Dieter Schütt

Das Gaskammerspiel

Wer Theatergestalt wurde, kam in neueren Zeiten weit herum. Schillers Räuber sah ich schon auf dem Mond, König Lear landete in einem Schweinekoben, Gretchen huschte iranisch verhüllt in Frau Marthe Schwertleins Garten. Natürlich mussten Hebbels Nibelungen irgendwann nach Stalingrad, die Troerinnen erwachten im Gulag. Hamlet verschlug es zu den Neonazis. Der Kaufmann von Venedig glitt schlangene...

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Jürgen Amendt

Streit um ein Kreuz aus Holz

In München wird am Montag der Prozess gegen Beate Zschäpe und andere Angeklagte des sogenannten NSU fortgesetzt. Der türkische Parlamentarier Mahmut Tanal Kreuz stört sich am Kreuz, das im Gerichtssaal hängt. Tanal weist auf die religiöse Neutralität des Staates hin.

ndPlusAnnemarie Görne

Von der Liebe zur Fotografie

Die meiste Zeit des Lebens ist zwar Alltag, aber es gibt die besonderen Momente, in denen Wichtiges geschieht. Der Fotograf Horst Sturm, von dem hier die Rede sein soll, war einer, der in 40 Jahren unzählige Bilder von Geschehnissen aller Art geliefert hat.

ndPlusStefan Amzoll

Neuestes mit Älterem lebendig verknüpft

Da ist was los, wenn sich so eine junge Riege erstmals zeigt. Neugierige kommen, Familienanhang, Freunde der jungen Musik, Skeptiker, Aufmunterer, Hoffnungsträger, Finger öffentlicher Hände ohne falschen Schmuck dran. Full House. Wer den schleichenden Tod des Konzerts (durch Überalterung und epidemische Traditionshuberei) nicht will, der muss, der gehört einfach dorthin. Über 30 Musikerinnen un...

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Thomas Wolfer, SID

Sächsisches Fernduell um den Klassenerhalt

Der FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden müssen vor dem letzten Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga um den Klassenerhalt fürchten. Dabei wird der Kampf um den Klassenerhalt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu einem Fernduell zweier sächsischer Traditionsklubs.

Andreas Morbach, Düsseldorf

Gezittert

Fußballerisch und mental gleicht Fortuna Düsseldorf einem Trümmerhaufen. Nach dem 1:2 gegen Nürnberg steuert der Verein zielstrebig die Relegationsspiele an - bei seiner aktueller Verfassung dürften die auch mit dem direkten Wiederabstieg enden.

ndPlusFrank Hellmann

Gerettet

Werder Bremen wendet mit dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt den Abstieg ab. Eine Zukunft von Dauertrainer Thomas Schaaf an der Weser bleibt trotzdem höchst fraglich.

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ndPlusAlexander Sarter, SID

Wolfsburg erstmals Meister

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind zum ersten Mal deutscher Meister. Mit zwei weiteren Siegen können die bisher titellosen Niedersachsen sogar das Triple gewinnen. Nun drückt Neid den Wolfsburgerinnen für das Finale in der Königsklasse die Daumen.

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München wirft Berlin aus Titelrennen

Bayern München hat in der Basketball-Bundesliga nach Vizemeister ratiopharm Ulm (3:0-Sieger gegen Artland Dragons) den Einzug ins Halbfinale der Playoffs zur deutschen Meisterschaft geschafft und dem früheren Serienmeister Alba Berlin das zweite Erstrundenaus in Serie beschert. Die Münchner setzten sich in eigener Halle mit 89:83 (44:28) gegen die »Albatrosse« durch und entschieden die »Best of...

ndPlusTom Mustroph, Florenz

Die Nebengeschäfte des Dr. Fuentes

Der spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes sorgt auch nach seiner Verurteilung für Schlagzeilen. Er bot Medien über seine Anwälte exklusive Informationen über seinen Kundenstamm an. Ein Geschäft mit dem Geld oder Racheakt für seine Verurteilung?

ndPlusManuel Schwarz, dpa

Ohne Schützenhilfe kein Weiterkommen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft erlitt am Sonntag bei der WM in Helsinki in ihrem vorletzten Spiel der Vorrundengruppe B eine 0:3-Niederlage gegen die USA, nachdem am Vortag gegen Lettland mit 2:0 gewonnen worden war. Letzter Gegner ist am Dienstag Frankreich.