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Unten links

Ausverkauf! Schluss mit der Doppelmoral - zumindest in Paris. An der Seine kann ab sofort nicht mehr öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken werden. Denn die Weinvorräte des Elysee-Palastes sind in den vergangenen zwei Tagen nach einer Auktion erheblich geschrumpft. Und Frankreich ist um einige hunderttausend Euro reicher. Das wird zur Bewältigung der Krise zwar nicht ganz reich...

Russische Kampfjets für Syrien

Moskau/New York (AFP/nd). Russland könnte nach eigenen Angaben zehn Kampfflugzeuge an die syrische Regierung liefern. »Eine syrische Delegation ist derzeit in Moskau, die Details des Vertrags werden gerade ausgehandelt«, sagte der Chef der Herstellerfirma, Sergej Korotkow, am Freitag laut russischen Nachrichtenagenturen. Es könne sich um Kampfjets vom Typ MiG-29 MM2 handeln. Korotkow zeigte sic...

Uwe Kalbe

In den Drohnenkrieg verwickelt

Drohnen der US-Armee können in Somalia nur dank einer Datenübermittlung über den deutschen US-Stützpunkt Ramstein ihr tödliches Werk tun. Die Bundesregierung stellt sich unwissend. Am Donnerstag kam es zum jüngsten bekannt gewordenen Angriff auf einen Taliban-Vizechef.

Geplante Eskalation? Polizei kesselt Frankfurter Blockupy-Demo

Die Blockupy-Demonstration gegen das kapitalistische Krisenregime ist mit einem massiven Polizeieinsatz attackiert worden. Hunderte wurden eingekesselt, mehrere Menschen wurden offenbar teils schwer verletzt. Das Blockupy-Bündnis sprach von einer geplanten Eskalation.

Wie links können Journalisten sein?
Tom Strohschneider

Wie links können Journalisten sein?

Linke Zeitungen sollten sich nicht hinter der Klage über die Zeitungskrise verstecken. Wo es um kritischen Journalismus und Gegenöffentlichkeit geht, hilft nur Angriffslust. Was wir erreichen wollen, nimmt uns keiner ab: Suche nach Alternativen, Lust an einer Kultur des Zweifelns

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ndPlusFritz Arndt

Das geraubte Gut der Armen

Mit einer Protest-Aktion vor der Quandt-Holding in Bad Homburg vor der Höhe beteiligen sich die Frankfurter »Ordensleute für den Frieden« (IOF) an dem Blockupy-Protest. Rund 80 Menschen unterstützen sie dabei.

Johanna Treblin

Schikanen im Bus, Schikanen am Flughafen

Am Frankfurter Flughafen demonstrierten am Freitag 800 Menschen gegen die Abschiebung von Flüchtlingen und für eine Aufhebung der Residenzpflicht. Doch nur 200 Demonstranten wurden für einen angemeldeten Protestmarsch in das Flughafengebäude gelassen.

ndPlusSonja Erkens und Malene Gürgen

Sitzblockaden gegen Krisengewinnler

In Frankfurt am Main machten sich am Freitag viele Menschen vergeblich auf den Weg zur Arbeit. Demonstranten hatten die Zugänge zur Europäischen Zentralbank blockiert.

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Kurt Stenger

Gespaltene Geldpolitik

In Euroland gab es schon immer Streit über die richtige Geldpolitik. Das hat sich auch in der Krise nicht geändert.

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ndPlusAert van Riel

Merkel kündigt Wohltaten an

Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht mehr Kindergeld, eine Mütterrente und einen höheren Grundfreibetrag für Kinder. Die LINKE moniert, dass das ohne höhere Steuern für Vermögende nicht funktioniert.

ndPlusFabian Lambeck

Sag mir, wo die Deutschen sind

Da war selbst der Chef des Statistischen Bundesamtes überrascht: Die letzte Volkszählung hat nun ergeben, dass in Deutschland nur 80,2 Millionen Menschen leben. Damit verliert das Land quasi über Nacht 1,5 Millionen Einwohner. Zu diesem Schwund kam es, weil die Statistiker bislang auf Grundlage von veralteten Daten arbeiten mussten.

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Wer braucht einen Eurogruppen-Chef?

Berlin (Agenturen/nd). Der deutsch-französische Vorstoß zur Ernennung eines hauptamtlichen Eurogruppen-Chefs, der die Zusammenarbeit in der Eurozone steuern soll, stößt auf breite Ablehnung. Nach FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle reagierte auch der derzeitige Vorsitzende der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, am Freitag skeptisch. Dijsselbloem unterstütze die Id...

ndPlusRoland Etzel

Assads neue Widerstandsfront

Liefert Russland Kampflugzeuge nach Syrien? Plante ein Teil der Anti-Assad-Guerilla Giftgasanschläge in der Türkei? Droht auch an der israelisch-syrischen Front Krieg? Die Nachrichten zum Syrien-Konflikt überschlugen sich gestern. Friedenskonferenz ist notwenig, aber unwarscheilich.

Reimar Paul

Bürgerbeteiligung nach Altmaiers Art

Die meisten Umweltverbände bleiben dem Bürgerforum zum Endlagersuchgesetz fern. Beim Bundesumweltminister Altmaier stößt das auf Unverständnis. Doch fühlen diese sich vom Bundesumweltminister mit dem Endlager-Symposium veralbert.

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Maduro beklagt Dolchstoß

Ein Besuch des venezolanischen Oppositionsführers Henrique Capriles in Kolumbien hat zu scharfen Spannungen zwischen den Nachbarn geführt. Der Empfang von Capriles durch Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos am Mittwoch sei »ein Dolchstoß in den Rücken Venezuelas«.

Südeuropas Jugend ohne Jobs

Mehr als jeder Zehnte in den Ländern mit der Eurowährung hatte im April keinen Job. Besonders düster sieht es bei jungen Menschen im Süden Europas aus.

Südeuropas Jugend ohne Jobs

Die Arbeitslosigkeit in den Euroländern hat neue Rekordhöhen erreicht. 12,2 Prozent der Menschen waren im April in den 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung ohne Job. Besonders düster sieht es bei jungen Menschen im Süden Europas aus.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Prestigeprojekt Skolkowo im Zwielicht

Skolkowo sollte so etwas wie ein russisches Silicon Valley werden, ein Zentrum der Hochtechnologie. Derzeit macht Skolkowo jedoch als Skandalgeschichte Schlagzeilen - mit politischem Hintergrund. Der Fall liefert indes den Stoff für einen Krimi.

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Vermögen wachsen - trotz Schuldenkrise

New York (dpa/nd). Trotz der weiterhin brodelnden Schuldenkrise sind die Menschen in Westeuropa reicher geworden. Das zumindest hat die Beratungsgesellschaft Boston Consulting in ihrer jährlichen Studie »Global Wealth« errechnet. Demnach wuchs das Privatvermögen in der Region im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 35,8 Billionen Dollar. Nach heutigen Wechselkursen sind das umgerechnet 27,7 Bill...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Die 1000-Euro-Wette

Der Schifffahrtsmulti Rickmers braucht frisches Kapital, um durch die Krise zu schippern, und platziert eine Anleihe. Ob es sich dabei um ein Zeichen der Stärke oder der Schwäche handelt, ist umstritten.

ndPlusHanno Böck

Unerforschte Fracking-Risiken

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hält die Potenziale der Förderung von Schiefergas in Deutschland für gering. In einem Gutachten mahnen die Wissenschaftler zur Vorsicht bei der umstrittenen Fracking-Technologie, wollen ihre Anwendung jedoch nicht komplett ausschließen.

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ndPlusVincent Körner

Röslers kalte Schulter

Was haben Wolfgang Schäuble, Ilse Aigner, Peter Altmaier gemeinsam? Sie haben als Minister schon einmal eine Bürgerpetitionen entgegengenommen. Das dauert nicht lange und gehört eigentlich zur Demokratie. Denn Politiker sind, im Idealfall, so etwas wie Angestellte der Citoyens, Diener an der öffentlichen Sache.

Merkels Milliarden

Die Bundeskanzlerin will sich im Wahlkampf mit milliardenteuren Versprechen - mehr Kindergeld, Erhöhung des Grundfreibetrags für Kinder und Einführung einer Mütterrente - als Wohltäterin inszenieren. Ob es Angela Merkel hiermit gelingen wird, ihr Image zu verbessern, darf allerdings bezweifelt werden.

Roland Etzel

Machtpolitik mit MiG

MiG-29-Kampfflugzeuge für Damaskus? Moskau bestätigt. Der Westen schäumt. Die Kritik an der Lieferung hochmoderner Raketen für Syrien hatte Russlands Außenminister Lawrow vor zwei Wochen noch mit dem Argument gekontert, diese seien für den Ausgang des Bürgerkrieges unerheblich.

ndPlusDetlef D. Pries

Ersatzmann

Eine Stunde vor Toresschluss, am Donnerstag 23 Uhr Ortszeit, wurde die politische Dauerkrise in der Republik Moldau für beendet erklärt.

ndPlusHaidy Damm

Prostituierte kriminalisiert?

Am Sonntag ist Internationaler Hurentag. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen Prostitution seit 2002 umfassend legalisiert ist. Sie sagen, es gibt trotzdem keinen Grund zum Feiern. Warum? Uns geht es darum zu zeigen, dass die Legalisierung nur halbherzig war und die Debatte weiterhin moralisierend geführt wird. Es gibt noch immer Gesetze, die Prostituierte diskriminieren. ...

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Bilder unserer Zeit

Nach mehreren Vernissage-Tagen für die Branche und die Medien wird die 55. Kunst-Biennale in Venedig an diesem Samstag offiziell eröffnet. Bis zum 24. August können die Kunstinteressierten aus aller Welt die von dem italienischen Kurator Massimiliano Gioni erarbeitete Hauptschau »Il Palazzo Enciclopedico« und die nationalen Präsentationen sehen. Erwartet werden in den Giardini und im Arsenale d...

Jürgen Amendt

Ich habe Aussehen

In den seltenen Momenten ungewollt intellektueller Brillanz erklärte die diesjährige Zweitplatzierte, eine Kölnerin, die ihre Ausbildung zur Altenpflegerin wegen der Show abbrach, den Grund ihres Erfolgs mit dem Satz: »Ich habe Aussehen«. Besser hätten es auch die Agitatoren der Produktpropaganda nicht sagen können

Christin Odoj

Die Echse mit dem Jutebeutel

Ein Wort reichte aus »und die Leute lagen auf den Bänken in Lachkrämpfen«, sagte Matthias Oehme, Leiter des Eulenspiegel Verlages auf der Beisetzung des Satirikers und Sportkolumnisten Edgar Külow vor knapp einem Jahr.

ndPlusMonika Melchert

Freundschaft und Verrat

Sie hatte einen schweren, beinahe tödlichen Verkehrsunfall gerade hinter sich, der sie im Juni 1943 in Mexiko-Stadt ereilte, als sie schon glaubte, nun endlich in Sicherheit zu sein. Schädelverletzungen und ein Gedächtnisverlust sind die Folgen.

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ndPlusChristoph Ruf

Hoffen auf den perfekten Tag

Beim VfB Stuttgart klaffen Anspruch und Wirklichkeit seit Jahren sehr weit auseinander. Deshalb gilt die Wahl eines neuen Präsidenten vereinsintern mehr als das heutige Pokalfinale gegen den FC Bayern, in dem der VfB krasser Außenseiter ist.

Tom Mustroph

Reichlich Platz für Selbstdarsteller

Eine Kampfansage in Richtung Mauritius und in Richtung Singapur war die am Donnerstagabend verabschiedete »Berliner Deklaration« der 137 Teilnehmerdelegationen von Sportministern aus aller Welt. In Mauritius tagt der an Gigantomanie infizierte FIFA-Weltverband.

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Bitte nicht klagen

Es schien schon damals ein ehrgeiziges Unterfangen zu sein, als Kristina Schröder 2010 allen Kindern einen Kitaplatz versprach. Jetzt ist es fast soweit und es bestätigt sich langsam, was sowieso jeder schon die ganze Zeit wusste: Es wird nicht für alle reichen.

Energiebegehren setzt zum Schlussspurt an

Um einen berlinweiten Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Stromnetze und kommunaler Stadtwerke zu erzwingen, will eine Initiative bis zum 10. Juni insgesamt 200 000 Unterschriften sammeln. Die 140000er Marke war gestern geknackt.

Malene Gürgen

Mangelware Kitaplätze

Genau zwei Monate. So lange hat Berlin noch Zeit, für ausreichend Kitaplätze zu sorgen - denn zum 1. August tritt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder in Kraft. Doch ein Blick auf die Wartelisten in vielen Berliner Kitas lässt zweifeln.

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Vorwurf: Rassismus

(nd). Das »Berlin-Latin-Sound-Festival« ist rund zwei Wochen vor Beginn auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Grund sind nach Veranstalterangaben gewalttätige und rassistisch motivierte Übergriffe durch Mitarbeiter der Stammbelegschaft des Strandbads Plötzensee in Wedding, in dem das Festival stattfinden sollte. Bei der Generalprobe vor einer Woche seien Mitglieder des Veranstaltungsteams bele...

Waldbühne frei

(dpa.) Die legendäre Waldbühne Berlin wird die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre fortsetzen und in den bevorstehenden Sommermonaten einen neuen Rekord verzeichnen. Mit 21 gebuchten Veranstaltungstagen übertrifft Europas schönste Open Air Arena die bisher beste Saison 2012, in der an 16 Tagen insgesamt mehr als 200 000 Besucher kamen. Auch in diesem Jahr wird ein großes Angebot aus den Ber...

ndPlusAntje Rößler

Das Publikum ist Teil des Kunstwerks

Wie hört man, wenn man nichts sieht? Sabrina Hölzer begab sich auf die Spuren eines Hörempfindens, das nicht von visuellen Eindrücken beeinflusst wird. In ihrem Projekt »Into the Dark« schickte die Berliner Regisseurin das Publikum in einen vollkommen abgedunkelten Raum.

Peter Nowak

Verdursten mitten im Meer

»Bring mir ein T-Shirt von einem britischen Fußballklub mit«, bittet der kleine Junge im Senegal seinen Vater, der sich wie viele Menschen in Afrika auf der Suche nach einem besseren Leben zur Flucht nach Europa entschlossen hat.

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Pirat tritt nicht mehr an

(dpa). Der Chef der Piratenfraktion, Andreas Baum, will sich nicht noch mal zur Wahl stellen. »Jetzt ist es an der Zeit, auch anderen die Gelegenheit zu geben, die besondere Verantwortung im Fraktionsvorstand zu übernehmen und neue Impulse und Ideen umzusetzen«, teilte Baum gestern überraschend mit. Er freue sich über mehr Zeit für politische Inhalte. Die Piraten wählen ihren Fraktionsvorstand ...

Naherholung ohne Natur

Berlin hat ein Erholungsgebiet mehr: Der Park am Gleisdreieck zwischen Kreuzberg und Schöneberg ist jetzt komplett, gestern wurde sein Westteil eröffnet. Er beweist aber auch, dass grüne Areale nicht unbedingt umweltfreundlich sind.

Lücke im Dreiländereck geschlossen

Zittau (dpa/nd). Für die lange geplante Verlängerung der Bundesstraße 178 nach Tschechien schließt sich an diesem Samstag eine grenzüberschreitende Lücke im Dreiländereck. Zwischen dem sächsischen Zittau und dem polnischen Sieniawka wird die Brücke über die Neiße freigegeben, wie die sächsische Staatskanzlei mitteilte. Der Verkehr kann damit auf gut drei Kilometern über polnisches Territorium z...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Neuer Schlag für Flughafen Hahn

Der angeschlagene Regionalflughafen Hahn in Rheinland-Pfalz, ein früherer US-Fliegerhorst, ist eine schwere Hypothek für die rot-grüne Landesregierung. Die schlechten Nachrichten jedenfalls reißen nicht ab.

Peter Nowak

Widerstand gegen Bebauung

Noch ist die riesige Fläche des Freudenberg-Areals am Friedrichshainer Traveplatz leer. Doch das soll sich bald ändern. Unterdessen sorgen die Bebauungspläne bei den Nachbarn für Widerstand. Die Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal fordert einen Stopp der bisherigen Planungen.

Doris Weilandt, Jena

Tunnel ohne Ende

Die Fertigstellung des Tunnelprojekts an der A 4 zwischen Jena-Göschwitz und Magdala in Thüringen verzögert sich immer wieder, die Baukosten steigen. Offenbar hat man das Wasserproblem falsch einschätzt.

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125 000 Gäste bei Rosenschau erwartet

Forst (dpa). Die Deutsche Rosenschau in Forst (Spree-Neiße) soll 125 000 Besucher in die Stadt anlocken. Es seien bereits 5000 Tickets für Gruppen gebucht, sagt Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP). Erstmals nach 75 Jahren findet die Deutsche Rosenschau vom 14. Juni bis 29. September wieder in Forst statt. Der 17 Hektar große Ostdeutsche Rosengarten bietet Platz für 13 Themengärten mit etwa 4...

Im Turm A der Gedenkstätte wird gebaut

Oranienburg (nd). In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen läuft der zweite Bauabschnitt der Sanierung von Turm A. Bis Ende 2013 wird das originale Gebäude innen für die geplante Nutzung als Museum hergerichtet. Der Turm wurde 1936 erbaut und später erweitert. 2014 soll im Erdgeschoss und im Obergeschoss ein Teil der Dauerausstellung »Arbeitsteilige Täterschaft. Die Lager-SS 1936-1945« eröffnet wer...

ndPlusHagen Jung

Futterpanschern auf die Finger klopfen

Tierfutterhersteller, Landwirte und andere Produzenten von Lebensmitteln sollen künftig verstärkt kontrolliert werden, um die Verbraucher zu schützen. Regelungen dazu hat Rot-Grün im niedersächsischen Landtag jetzt auf den Weg gebracht.

Timo Lindemann, dpa

Der Tag, der Borken veränderte

Der Braunkohlebergbau hatte Tradition im hessischen Borken, doch dann kam das Grubenunglück vor 25 Jahren, bei dem 51 Kumpel starben. Das bedeutete auch das Aus für die hiesige Grube. Mittlerweile hat sich die Region halbwegs erholt. Hinterbliebene kämpfen jedoch noch immer vor Gericht dafür, zu klären, wer für das Unglück verantwortlich ist.

Wilfried Neiße und Bernd Kammer

Einwohner weg, Geld weg

In Berlin und Brandenburg leben weniger Menschen als bisher angenommen, und sie werden immer älter. Obwohl diese Situation dem bundesweiten Trend entspricht, könnte sie für Berlin gravierende Auswirkungen haben, weil der Bevölkerungsrückgang hier besonders hoch ist.

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Kindertag

Kindertag

Es gibt eine Version der Geschichte vom Kindertag, in der spielt der chinesische Konsul in San Francisco eine wichtige Rolle: Er veranstaltete 1925 ein Drachenbootfest zugunsten von Waisen, und weil im weit entfernten Genf gerade eine Konferenz die Erklärung zum Schutze der Kleinsten verabschiedete, bürgerte sich der 1. Juni als Kindertag ein. Freilich nicht überall: 1954 empfahl die Vollversam...

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Sind Kinder noch zeitgemäß?

Sind wir zu unentspannt geworden? Machen wir uns zu viele Sorgen ums Morgen? Sind wir zu sehr Kind, um selbst welche zu bekommen? Ist der biologische Automatismus Nachwuchszeugung einer verkopften Ichbezogenheit zum Opfer gefallen? Oder hat die Entscheidungsfreiheit triumphiert?

Um die Kinder dreht es sich

nd: Wann war Dir klar, dass Du Kinder willst? Und/oder: Warum hast Du keine Kinder? Sonja: Ich habe nie aus eigenen Stücken darüber nachgedacht. Obwohl ich aus einer offenen Familie komme und in einer liberalen Schule war, kann ich mich erinnern, dass seit der Kindheit die Mutterrolle an mich herangetragen wurde: von meist männlichen Lehrern, die uns erzählten, dass junge Frauen am besten...

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Hanna Ongjerth

Vorsicht Kinder!

Wie Kinder in verschiedenen Regionen der Erde leben, davon erzählen die folgenden Texte.

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Marlene Göring

Auto, Cowboy, Weltfrieden

»Wirklich alles, was man sich vorstellen kann?!« fragt die siebenjährige Jayna. Große Augen machen sie und andere Kinder, wenn sie so vom Fleck weg nach ihrem Herzenswunsch gefragt werden. Da wird erst mal gestottert und klein angefangen. Bein Träumen kommt einiges zusammen.

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Wenn Kinder vor die UNO ziehen

Kinder und Jugendliche in Deutschland können ihre Rechte künftig bei den Vereinten Nationen (UN) einklagen. Denn die Bundesrepublik hat vor drei Monaten ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention bei der UN-Vollversammlung in New York anerkannt.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Europäer, ohne es zu wissen

Sie sind drei und vier Jahre alt: Mathilde, Luka, Kornel, Anna und Alexis. Oder Lea, die jetzt ruft: »Mathilde, ich hänge neben dir!« Sie lächelt, als sie das sagt. Mathilde, die noch artig auf der Bank sitzt, schaut angestrengt in Richtung Teich. Dort hängen - denn der Teich ist nur auf Papier gemalt und an die Wand geheftet - 13 grüne Froschpfötchen. In ihrer Mitte ist jeweils das Foto eines ...

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ndPlusChristina Matte

»Dezent asozial«

An diesem Samstag geht in Berlin das 34. Theatertreffen der Jugend zu Ende. Zu den eingeladenen Produktionen gehörte »hell erzählen«, ein Projekt des Berliner Theaters o.N. Auf der Bühne am vergangenen Sonntag: acht Hellersdorfer Jugendliche im Alter zwischen elf und fünfzehn.

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Jürgen Amendt

Das schießende Klassenzimmer

Dieses Buch steht trotz seiner offenkundigen Gewaltverherrlichung nicht auf dem Index jugendgefährdender Schriften. Die Geschichte ist schnell erzählt: Zwei verfeindete Jugendgangs tragen einen Straßenkrieg miteinander aus. Es kommt zu einer Entführung, Folter...

Seite 25
ndPlusHendrik Lasch

Handgestrickte Socken und ein gut gemachtes Nest

Wo lebt es sich besser - in München oder in Droyßig? Die bayrische Millionenstadt ist weltläufig, mondän, gut ausgestattet mit Einkaufsstraßen, Partymeilen und Nachtleben. Droyßig hat exakt 2462 Einwohner, ein Schloss im barocken Stil, eine Handvoll Läden...

Seite 26
Philipp Hedemann

Zugedröhnt unter Waffen

Genaue Zahlen gibt es nicht. Geschätzt wird, dass allen Konventionen zum Trotz 300 000 Kinder als Soldaten missbraucht werden - obwohl seit 1977 der Einsatz von Kindersoldaten völkerrechtlich verboten ist und seit 2002 ein UN-Protokoll untersagt, Kinder unter 18 zu rekrutiert.

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Denis Grigorescu, Pitesti

Eine junge Sklavin für 300 Euro

Von 2008 bis 2010 nahm die Zahl aufgedeckter Fälle von Menschenhandel in der Europäischen Union laut EU-Kommissarin Cecilia Malmström um 18 Prozent zu. Viele der 23 632 Opfer kommen aus Osteuropa, insbesondere aus Rumänien.

ndPlusStefan Mentschel, Delhi

Hoffnung in Nizamuddin

Wer durch die Gassen des Viertels Hazrat Nizamuddin im Zentrum der indischen Hauptstadt Neu Delhi spaziert, fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Es gibt Hunderte kleine Läden, Werkstätten und Imbissstuben. Duft von Gewürzen, Räucherstäbchen und Rosenblättern...

Seite 28
Grit Gernhardt

Immer Ärger mit Darth Vader

Pokemons waren die Seuche der 1990er. Aus jedem Kiosk und jeder Schultasche leuchtete einem Pikachu, die gelbe, dauergrinsende Mischung aus Maus, Flughörnchen und zickzackschwänzigem Tiger, entgegen. Mit Videospielen hatte es angefangen; Comics, Spielkarten, Hefte, Tassen, Lutscher und Gardinenstoffe waren dann nur die logische Weiterentwicklung eines Geschäftsmodells, das einzig darauf abzielt...

Seite 29
Udo Bartsch

Kleiner Riese ganz groß

»Auch Kleine können Großes vollbringen« lautet die Buchbotschaft - obwohl der zehnjährige Held so klein nun auch wieder nicht ist. Lediglich für einen Riesen, und um einen solchen handelt es sich, ist Munkel aus der Art geschlagen: Er hat gerade mal Menschengröße! Seine Artgenossen nehmen ihn deshalb nicht für voll. Munkel wächst als Einzelgänger auf, und dies lässt ihn wachsam für Dinge werden...

15 Jahre und 21 Tage
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

15 Jahre und 21 Tage

Die meisten Kinder sind mit 15 Jahren erst auf dem Weg, ihre Talente und Interessen zu entdecken. »Wunderkinder«, die es auch im Schach gibt, sind da etwas schneller. So Jan-Krzysztof Duda aus Polen, der im Alter von 15 Jahren und 21 Tagen Schachgroßmeister geworden ist. Er ist damit nach Wie Yi (China; 13) der zweitjüngste GM der Welt. Duda erreichte seine GM-Norm während der letzten Europamei...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Beetpflege neben dem Buddelkasten

Während der April uns mit seinen mickrigen zehn Litern Wasser auf den Quadratmeter Regen herbeisehnen ließ, sorgte der Mai für reichlich Ausgleich: stattliche 120 Liter zählte mein Regenmesser. Wer ob dieser Ungemütlichkeit im Wonnemonat klagt und stöhnt, kann durchaus der stoischen Bemerkung begegnen: Das liegt eben am Wetter ... Wer wollte das wohl bestreiten? Dass Wetter und Wachsen zu...

Udo Bartsch

Wenn sich Papa ärgert und Mama freut

Am 10. Juni zeichnet die achtköpfige unabhängige Kritikerjury das diesjährige »Kinderspiel des Jahres« aus. Zum 13. Mal. Drei Spiele sind nominiert: »Der verzauberte Turm« (Drei Magier Spiele), »Gold am Orinoko« (Haba) und »Mucca Pazza« (Zoch). Sabine Koppelberg ist Koordinatorin.

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Claudia List

Das Spielzeug kann ruhig zu Hause bleiben

Manche Momente bleiben. Vor allem dann, wenn die Tage ruhig vor sich hinplätschern und Zeit genug ist, diese Augenblicke auszukosten. So wie jetzt: Nach einem herrlichen, ereignislosen Tag, an dem wir auf einer Wiese zwischen Blumen und Grashalmen Schmetterlinge beobachtet haben, sitzen wir nun bis zum Hals in einem Holzzuber. Er ist randvoll mit heißem Wasser und würde noch mehr Menschen Platz...

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»Die Großen passen auf«

Immer weniger Kinder bewegen sich selbstständig im Straßenverkehr. Von allen Wegen, die Kinder unter 10 Jahren in Deutschland zurücklegen, wird die Hälfte im Auto der Eltern bestritten: 51 Prozent werden im MIV, im »motorisierten Individualverkehr« bewältigt, wie es die aktuelle Studie »Mobilität in Deutschland« belegt. Nach der Untersuchung, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstel...

Jirka Grahl

Hybrid für die Großfamilie

Seit 1997 verkauft Toyota seine Interpretation des politisch korrekten Automobils - den Hybrid-Pkw. Und hat mit seinem Vorzeige- modell Prius nicht nur auf dem Heimatmarkt Japan, sondern noch dazu ausgerechnet in den gallonentankenden USA einen Verkaufsschlager gelandet. Mittlerweile haben die Japaner mehr als fünf Millionen dieser Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor verkauft. In Deu...

Für die Kinder: Tempo 30 überall in der Stadt

nd: Womit könnte man aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr schlagartig verbessern? Hänel: Ganz klar: Tempo 30 in der Stadt - überall. Kinder werden so viel früher gesehen, das Sichtfeld der Autofahrer weitet sich bei dieser Geschwindigkeit drastisch, der Bremsweg verkürzt sich. Zum anderen müsste man Kinder viel mehr in die Verkehrsplanung ...

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Großes Glück der Unerfahrenheit

Vater und Sohn? Nicht ausgeschlossen. Großvater und Enkel? Schon eher. Vielleicht aber doch ein Uropa mit dem Wissen um die Endlichkeit des Erlebnisses Familienzuwachs. An seiner Seite womöglich ein Urenkel, der davon freilich noch keine Ahnung hat. Der Große ohne Beschützergeste, der Kleine kein Schutzsuchender. Vertrautheit geht auch ohne Körperkontakt oder die typisch generösen Gesten nach u...