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Unten links

Der griechische Premier sieht überhaupt keinen Grund, schlechte Laune zu verbreiten. Schwarze Zahlen schreiben? Kein Problem - auf schwarzem Grund. »Endlich schwarz« titelte die »Financial Times Deutschland« bereits am 7. Dezember 2012. An jenem Tag erschien das kommerziell erfolglose Wirtschaftsblatt zum allerletzten Mal. Dass die Zukunft nicht so rosarot leuchtet, wie die Farbe der Zeitungsse...

Angerechnet

Gute Nachrichten für die Menschen in den Hochwassergebieten: Die Pegel sinken, und außerdem haben sich Bund und Länder am Donnerstag auf einen milliardenschweren Hilfsfonds für die Opfer geeinigt. Wahrscheinlich mehr als acht Milliarden Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Während sich viele Bürger in den betroffenen Regionen über die Hilfe von oben freuen, stellt sie Hartz-IV-Bezieher vor ...

Erdogan warnt Demonstranten »zum letzten Mal«

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erhöht den Druck auf die türkische Protestbewegung: Nachdem er zunächst eine Volksabstimmung über die Zukunft des Gezi-Parkes ins Spiel gebracht hatte, forderte er am Donnerstag friedliche Demonstranten auf, das Gelände am Rande des Taksim-Platzes zu verlassen.

Im Zeichen der Raute

Wissenschaftler, Journalisten und andere Experten haben sich längst ausgiebig mit der Körpersprache der Kanzlerin beschäftigt. Vor allem die Raute (im Bild links oben und links unten) forderte zu kühnen Deutungen heraus. Eine individuelle Konzentrationstechnik?

ndPlusFabian Lambeck

Hartz-IV-Chaos bei Hochwasserhilfen

Unter den Hochwasseropfern sind viele Hartz-IV-Bezieher. Sie riskieren bei der Annahme von Spenden und staatlicher Nothilfe, dass diese mit dem Regelsatz verrechnet werden. Die Gesetzeslage ist widersprüchlich. Bislang warteten die Betroffenen vergeblich auf eine verbindliche Anweisung der Bundesagentur für Arbeit.

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ndPlusRoland Etzel

Aufbruchstimmung passé

In Iran stellen sich am Freitag insgesamt sechs Kandidaten für das Präsidentenamt zur Wahl. Beobachter räumen drei von ihnen realistische Chancen ein. In den Folgewochen der Wahl 2009 forderte eine lautstarke Protestbewegung eine Wahlwiederholung. Damit ist diesmal nicht zu rechnen.

Behrouz Khosrozadeh

Kandidaten unter Wächteraugen

Die offizielle Registrierung der Kandidaten für die Präsidentschaftswahl endete am 11. Mai; 686 Personen hatten sich eingeschrieben, zugelassen wurden am Ende ganze acht, davon treten sechs an.

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ndPlusGabriele Oertel

Die Bremse ausgebremst

Von wegen: Alles neu, macht der Mai. Wenn auch Angela Merkel am letzten Tag des Wonnemonats das bislang für ihre Kreise mehr als provozierende Wort von der Mietpreisbremse tatsächlich in den Mund genommen hatte, es ist Wahlkampf - die Hoffnung sollte sich in Grenzen halten.

Peter Richter

Die Kanzlerin und Buridans Esel

Statt die Auseinandersetzung zu suchen lässt die Kanzlerin alle Attacken der politischen Gegner an sich abperlen. Ihre Orientierung auf Konsens statt Konfrontation könnte die Ouvertüre zu einer erneuten großen Koalition sein.

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Heuchlerisch

NSA steht für National Security Agency, Amerikas geheimsten Geheimdienst, eine globale Datenkrake, in den USA gern übersetzt mit »No Such Agency«, den Dienst, den es gar nicht gibt. Nun müssen die Schattenkrieger die Flucht nach vorn antreten, denn die Enthüllungen über ihre massiven digitalen Attacken bringen Washington in Erklärungsnot, zumal man bisher gern mit dem Finger auf andere vermeint...

Weihe für Vertreibung

In der nächsten Woche wird der Internationale Tag des Flüchtlings begangen. Ein Datum, an dem seit vielen Jahren auf die schreienden Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht werden muss, denen sich Menschen ausgesetzt sehen, die vor Mord und Totschlag, aber auch aus wirtschaftlicher Not die Flucht ergreifen. Insbesondere die Abschottungsmentalität der westlichen Welt, die sich den Flüchtlingen als ...

Mehr Europawahl wagen

Gemessen an den Ergebnissen der Europawahl 2009 hätten die Piraten wohl eine realistische Chance - genauso wie Tierschutzpartei, Familienpartei, Rentnerpartei und Freie Wähler - im kommenden Jahr einen Abgeordneten nach Brüssel und Straßburg zu entsenden, sofern die Bundesrepublik auf eine Sperrklausel verzichten würde. Doch dazu wird es wohl nicht kommen, weil eine breite Mehrheit im Bun...

Robert D. Meyer

Krisenkenner

Jan Josef Liefers leidet am »Til Schweiger Syndrom«. Männliche, weiße Schauspieler mit gutbürgerlichen Hintergrund entdecken ihr Herz für die Krisenherde dieser Erde und meinen uns selbige nach einem Kurztrip in die Kampfzone bis ins kleinste Detail analysieren zu können. Während Schweiger den Bundeswehrsoldaten am Hindukusch bereits mehrfach Mut zusprach und für mehr Anerkennung der Soldaten a...

Obama ist nicht willkommen

Der Besuch des US-Präsidenten in Deutschland fällt in keine gute Zeit. Einmal befinden sich die Parteien bereits im Wahlkampf, sodass keine rechte Freude über den Gast aus Washington aufkommen kann. Bei der Regierungskoalition nicht, weil die einstmalige Lichtgestalt vieles von ihrem Charisma eingebüßt hat; bei der Opposition nicht, weil sie der Kanzlerin seinen dennoch medienwirksamen Auftritt...

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Muslimverein erhält Körperschaftsstatus

Die muslimische Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) hat vom Hessischen Kultusministerium den Status einer »Körperschaft des öffentlichen Rechts« (KdöR) zugesprochen bekommen.

Uwe Kalbe

Erfolgsmodus Stillleben

Am Freitag beginnt in Dresden der Bundesparteitag der Linkspartei, die hier ihr Programm für die Bundestagswahl beschließen will. Ein Fest für Aktenfresser ist in Aussicht gestellt. Die Differenzen in der Partei, zum Beispiel zum Euroausstieg, sind nicht verschwunden.

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René Heilig

Schlamperei bei NSU-Aufklärung

Der NSU-Bundestagsuntersuchungsausschuss wird die bereits geschlossene Beweiserhebung wieder aufnehmen. Grundlage sind mögliche Schlampereien bei Ermittlungen zum Polizistenmord in Heilbronn 2007. Die Nebenkläger im Münchner NSU-Prozess vermuten teils schlampige Ermittlunge .

Tag des Flüchtlings für Vertriebene

Seit Jahren fordern Vertriebenen-Vertreter einen nationalen Gedenktag für ihr Anliegen. Die Forderung war stets umstritten - vor allem wegen des heiklen Wunschtermins. Dieser wird nun offiziell aufgegeben. Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni soll auf Vertreibungsopfer erweitert werden.

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Besorgnis über Urteil gegen Frauen

Die Urteile der tunesischen Justiz gegen drei Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen aus Deutschland und Frankreich haben in Europa Besorgnis ausgelöst. Sie sei »überrascht von der Härte der Urteile«, die auf jeweils vier Monate und einen Tag Haft lauten, ließ die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Donnerstag mitteilen.

ndPlusJohn Dyer, Boston

»Wir schützen Amerika«

Die US-amerikanischen Geheimdienste setzen sich zur Wehr gegen die Kritik an ihrer Überwachungspraxis im Zuge der Terrorabwehr. General Keith Alexander, noch von Präsident George W. Bush zum Leiter des Geheimdienstes NSA ernannt, verteidigte im US-Kongress alle Abhör- und Mitleseaktionen als durchweg legal.

Generalstreik nach Senderschließung

Züge und Busse in der Hauptstadt Athen standen still, staatliche Einrichtungen blieben geschlossen oder hielten Notbetrieb aufrecht. Mit einem landesweiten Streik haben in Griechenland viele Beschäftigte gegen die unvermittelte Schließung des Staatssenders ERT protestiert.

Fabian Köhler

Taksim-Platz: Piano statt forte

Fast ein kitschige Szene: Zwischen Wasserwerfern und Tausenden Demonstranten sitzt ein hagerer Mann am Piano. Wo sonst kontinuierlich Demonstranten für den Rücktritt Erdogans skandieren, spielt David Martello aus Konstanz die Friedenshymne »Imagine« von John Lennon.

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Harald Neuber

EU will mit Kuba reden

In die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Kuba kommt offenbar wieder Bewegung. Trotz der antikubanischen Haltung vor allem osteuropäischer Staaten und der deutschen Regierung strebt die EU-Kommission ein Abkommen über den politischen Dialog an.

Hannes Hofbauer, Wien

Kein Ende der Krise im Osten

Das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) sieht kein Ende der Krise im Osten. »Der Wachstumsmotor stottert«, titelte Gábor Hunya seine jüngste Analyse der Investitionsströme.

ndPlusDetlef D. Pries

Serbien wirbt ums »Datum«

Kein wichtigeres Thema scheint die serbische Regierung derzeit zu kennen als »das Datum«: Wenn sich Ende Juni die Staats- und Regierungschefs der EU treffen, sollen sie - so Belgrads Wunsch - ein präzises Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Serbien nennen.

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Warnstreik im Einzelhandel

(nd). Am heutigen Freitag ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu einem ersten ganztägigen Streik in der Tarifrunde 2013 für den Berliner Einzelhandel auf. Vom Streik werden laut Gewerkschaft Unternehmen wie Real, Kaufland, H&M, Karstadt, das KaDeWe, Netto und Thalia betroffen sein. Geplant ist demnach von 10 bis 13 Uhr eine Kundgebung auf dem Alexanderplatz. Ver.di rechne...

Von Paketen und Fahrplänen

»Kerngeschäft erfolgreich: Passagierzahlen und Umsatzerlöse im Plus«, teilte die Flughafengesellschaft am Donnerstagnachmittag mit. »Berliner Flughäfen rutschen tiefer ins Minus« hieß es dagegen in allen Medien. Was ist wahr bzw. wie passt das zusammen?

Marlene Göring

Land soll 51 Prozent halten

Die Bürger sollen 49 Prozent bekommen - so steht es im Konzept, das die neu gegründete Genossenschaft BürgerEnergie zur ersten Runde des Konzessionsverfahrens um das Berliner Stromnetz eingereicht hat. Der Wunschpartner Berlin soll nach diesem Plan 51 Prozent am gemeinsamen Stromnetz halten.

ndPlusMartin Kröger

Es gibt keinen Grund für wilde Streichkonzerte

Parlamentarische Debatten zum Haushalt reißen selten mit. Gestern lieferten sich Senat und Opposition jedoch eine durchaus hitzige Diskussion zu den Konsequenzen, die dem Haushalt des Landes Berlin aus den Ergebnissen des Zensus 2011 drohen. In Berlin fehlen 179 000 Einwohner.

ndPlusBernd Kammer

BER fliegt tief ins Minus

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hält an seiner Strategie fest, den Flughafen schrittweise in Betrieb zu nehmen. Jetzt waren die Wasserspiele dran, die seit Mittwoch sprudeln. »Was fertig ist, geht an den Start«, sagte Mehdorn gestern. Das trifft auch auf die Südstartbahn zu.

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Rückkehr der »Kopffüßler«

Im Martin-Gropius-Bau eröffnet am heutigen Freitag eine Gemäldeausstellung mit den Werken des deutschen Künstlers Horst Antes. Laut Museum ist es die erste Einzelausstellung seit zwei Jahrzehnten. Bis zum 16. September zeigt die Schau etwa 90 Bilder.

Hans John

Welke Blume Beirut

Das »zeitgenössische Gesicht der arabischen Musik« (»The Guardian«) kommt mit dem morgigen Auftritt von Yasmina Hamdan nach Berlin. 1976 in Beirut geboren, gründete die Sängerin, Komponistin und Schauspielerin Ende der 90er Jahre in ihrer Heimatstadt das Elektronik-Duo »Soapkills«.

ndPlusKatja Kollmann

Einfach weggehen

Den Eimer über dem Kopf lehnt Erwin an der Wand. Im Westen. Geflohen ist er vor einigen Tagen aus der Hauptstadt der DDR und will mitgraben, um die Frau, die er liebt, aus der Enge ihrer Ehe mit dem Stasi-Offizier Bartsch zu befreien. Fritz aber glaubt dem früheren Freund diese Geschichte nicht.

Hans-Dieter Schütt

Volksaufstand mit Pilsner Urquell

Im Hof des Gorki-Theaters wird vor nachtnahem Himmel eine rote Fahne verbrannt. Dazu, gesungen wie ein leises Requiem, »Brüder, zur Sonne, zur Freiheit«. Und Ursula Werner erzählt von einem Marx-Bildnis, das ins Wasser geworfen wird, sich vollsaugt, untergeht.

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Masernwelle hält an

(dpa/nd). Die Masernwelle in Berlin bricht noch nicht ab. »Wir haben mit mittlerweile 292 gemeldeten Masern-Erkrankungen seit Jahresbeginn so viele Fälle wie noch nie seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001«, so die Sprecherin der Gesundheitssenatsverwaltung, Regina Kneiding. Die meisten Erkrankungen seien Mitte Mai gemeldet worden. Derzeit flache die Kurve leicht ab. »Das heißt ab...

Robert Luchs, Mainz

Nicht Willkommen

Streit um Flüchtlinge in Mainz: Kaum hatte sich die Nachricht verbreitet, dass bis zu 60 Menschen aus Bürgerkriegsregionen in einem ehemaligen Hotel in Mainz untergebracht werden sollen, formierte sich Widerstand.

Wolfgang Weiß

Fließgeschwindigkeit gleich Null

Jetzt wird es langsam ernst an der Wuhle. Noch in diesem Jahr beginnen Vorarbeiten für eine nachhaltige Gewässerunterhaltung, wurde auf einer Informationsveranstaltung im Ardenne-Saal des Innovationsparkes Wuhlheide mitgeteilt. Uwe Koenzen vom Planungsbüro Koenzen, Spezialist für Wasserentwicklung, machte deutlich, dass es um eine Gesamtlösung für das Gewässersystem Wuhle gehe. Die konzeptionel...

ndPlusMartin Dolzer, Hamburg

Der SPD-Senat kann nur inhuman

Der Hamburger Senat weigert sich weiterhin, sich um eine langfristige Lösung für obdachlosen Flüchtlinge in der Hansestadt zu bemühen - statt nur abzuschieben.

ndPlusKlaus Teßmann

Azubi gesucht

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf will die Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden drei Jahren beseitigen. Dazu wurde vor einem Jahr ein Masterplan beschlossen. Bei einem Pressegespräch konnte Bürgermeister Stephan Komoß (SPD) gestern auf erste Erfolge verweisen. Zum Ende des Jahres 2011 waren noch 1940 Jugendliche als arbeitslos gemeldet, aktuell sind es rund 300 weniger. Komoß wertete dies als e...

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Prozess um das falsche Schwerin

Cottbus (dpa). Behörden sollen mehrfach Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin mit der kleinen Ortschaft Schwerin in Brandenburg verwechselt haben. Nun beginnt ein Prozess um statistische Daten. Es werde erstmals über den Vorwurf der Gemeinde im Kreis Dahme-Spreewald verhandelt, dass die Einwohnerzahl, die beim Amt für Statistik Berlin-Brandenburg registriert ist, für das Jahr 2007 f...

Ein Jahr Schule für alle

Potsdam (dpa/nd). Bildungsministerin Martina Münch (SPD) sieht sich nach einem Schuljahr gemeinsamen Unterrichts behinderter und nichtbehinderter Kinder bestätigt. »Die Rückmeldungen sind überwiegend positiv«, erklärte sie gestern beim Besuch einer Modellschule, der Grundschule im Potsdamer Kirchsteigfeld. Brandenburg sei mit seinem Projekt »Inklusive Grundschule« deutlich weiter als andere, be...

Hans-Gerd Öfinger

Blockupy kommt wieder

Nach der erfolgreichen Demonstration am vergangenen Sonnabend in Frankfurt am Main strebt das Blockupy-Bündnis auch im kommenden Jahr sichtbare Aktionen in der Bankenmetropole an. Dies teilten Bündnisvertreter am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit.

Die Pegel sinken

Die Entwarnung kommt nur schrittweise: Das Hochwasser hat nun auch in Nord- und Nordostdeutschland seinen Höhepunkt erreicht. Die Pegelstände der Elbe sinken in allen Regionen langsam. Doch die Gefahr von Deichbrüchen bleibt.

Andreas Fritsche

Süß bewaffnet

Angeblich ging es gestern vor dem Amtsgericht Cottbus um Ruhestörung, in Wahrheit vermutlich darum, dass die Polizei schlecht mit Kritik an ihrer Arbeit umgehen kann - und am Rande drehte es sich auch um das absurde Verbot von Zuckerwatte bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt.

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Große Liegende

Das sächsische Hoyerswerda ehrt die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973) mit einem Denkmal. Die Skulptur »Die Große Liegende« soll am 21. Juli, dem 80. Geburtstag der Autorin, feierlich übergeben werden, teilte der Hoyerswerdaer Kunstverein am Donnerstag mit. Die Frauenfigur aus Klinkersteinen an einem Wasserbecken sei ausschließlich aus Spenden finanziert worden, Brigitte Re...

Der Junge

Er war José Martinez. Einer derer, die »Fünf Patronenhülsen«, wie Kassiber, durchs Todesgelände des spanischen Bürgerkrieges schleppten. Frank Beyers DEFA-Film von 1960. Ein legendärer Politthriller über das Ethos der Interbrigadisten. Ein Lehrstück als Schicksalsdrama. Suggestive Erzählweise und unvergessene Schauspielergesichter. Geschonneck, Naumann, Mueller-Stahl, Krug, Thein, Schwill. Und ...

ndPlusRalph Grüneberger

Ich erobere, also bin ich

Was haben wir beim Literaturstudium und durch emsiges Lesen gelernt? Und was beherzigt jeder Professor, der Creative Writing unterrichtet, wie es David Vann in San Francisco tut? Das Gewehr an der Wand muss in einem Roman auch losgehen. Selbst, wenn das Gewehr, wie in diesem Falle, ein gespannter Bogen ist. Ein Sinnbild, das für diseen Roman insgesamt gelten kann. Denn immer wieder wird die Zie...

Marion Pietrzok

Aus Luft- wird Lustschloss?

Nichts da mehr mit grünem Rasen, der Wiese am Spreebogen, jetzt in zweckdienlicher Behauptung, das heißt fälschlich, die Mitte Berlins genannt. Nichts mehr mit freier Fläche zum Luftholen, die, nach Abriss des Palasts der Republik, ein Feld für freien Gedankenflug hätte sein können.

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Eine Woche echtes Lernen
ndPlusJürgen Amendt

Eine Woche echtes Lernen

Das Schuljahr in Berlin neigt sich dem Ende zu. Die Zeugnisnoten stehen fest, die Zeugnisse sind geschrieben. Viele Schulen vertreiben sich und den Schülern die Zeit mit sogenannten Projektwochen: Eine Woche proben Schülergruppen Theaterstücke ein, erforschen das Biotop im benachbarten Stadtpark oder gehen auf Exkursion ins mittelalterliche Berlin. Eine schöne Idee, die auch den meisten S...

ndPlusLena Tietgen

Ein Lehrer für alle Schulformen

In einigen Bundesländern soll die Lehramtsausbildung reformiert. werden Laut www.faz.net hat Bremen bereits damit angefangen, Baden-Württemberg werde nun folgen. Danach werden, »alle Lehramtskandidaten - außer für die Grund- und Berufsschule - ein vollwertiges Fachstudium absolvieren, so wie es derzeit nur die Gymnasiallehramtsstudenten tun. Es soll zehn statt acht Semester lang sein, und auch ...

Jürgen Amendt

Mehr als nur Feuerwehr für den Notfall

Schulsozialarbeit ist in deutschen Schulen nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel - trotz einiger Anstrengungen der Kommunen und der Länder. Der Bund könnte aktiv werden, hält sich mit seinem Engagement allerdings zurück.

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Unterstützung für Über-59-Jährige

Inwieweit sich die geänderte Altersstruktur der Erwerbsbevölkerung in der Praxis der Arbeitsmarktpolitik widerspiegelt, haben Sarah Mümken und Martin Brussig vom Institut Arbeit und Qualifikation untersucht. Die Analyse basiert auf der Förderstatistik der Bundesagentur für Arbeit, die Teilnahmen an »arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen« wie Weiterbildung, Eingliederungszuschüsse oder Ein-Euro-Jobs...

Betriebsratswahl bei VW war unwirksam

Erfurt/Hannover (dpa). Eine Betriebsratswahl am Volkswagen-Standort in Hannover muss wiederholt werden. Der zehnte Senat des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (BAG) erklärte die Wahl vor rund drei Jahren am Mittwoch für unwirksam. Die bisherigen Beschlüsse und Vereinbarungen mit der Werksleitung behielten aber ihre Gültigkeit, sagte Gerichtssprecherin Inken Gallner der dpa. (AZ: 7 ABR 77/11) ...

ndPlusOliver Eberhardt

Zementierte Armut

Die Weltbank hat sich selbst auf die Fahnen geschrieben, an einer Welt frei von Armut zu arbeiten. Und wer in den vergangenen Monaten in Palästina war, miterlebt hat, wie die Menschen immer öfter nicht wissen, wie sie den Kühlschrank füllen, die Stromrechnung, die neuen Hosen für die Kinder bezahlen sollen, könnte auf Anhieb auf die Idee kommen, das Vorhaben der Weltbank gut zu finden, zu sagen...

Oliver Eberhardt

Sweatshop 2.0 in Palästina

Die Weltbank glaubt, eine Antwort auf die hohe Arbeitslosigkeit in Palästina gefunden zu haben: Ein Projekt namens »Microworks« soll bis zu 55000 neue Jobs schaffen. Am Computer, zu minimaler Bezahlung, ohne Absicherung und Arbeitnehmerrechte. Politiker begrüßen das Vorhaben.

ndPlusRainer Balcerowiak

GEW will mehr Geld für die Bildung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft will mehr Investitionen in die Bildung und Erziehung. Die fortgesetzte Spar- und Kürzungspolitik schwäch zudem den öffentlichen Sektor, sagt der scheidende Vorsitzende Ulrich Thöne.

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Andrea Klingsieck, Paris

Suppenküchen für Studenten

Frankreichs Studenten geht es immer schlechter. Die »Nationale Studentenunion Frankreichs« (Unef) ermittelte, dass die Studenten im Durchschnitt doppelt so schnell verarmen wie der Rest der Bevölkerung. Jetzt eröffnen auf immer mehr Universitätsgeländen Tafelläden.

ndPlusReimar Paul

Poker um Castoren

Der politische Poker um die Zwischenlagerung der noch ausstehenden 26 Castorbehälter mit hoch radioaktivem Müll bekommt eine neue Wendung. Die unionsgeführten Länder Bayern und Hessen weigern sich nach wie vor, einige Behälter in den Lagern ihrer AKW-Standorte aufzunehmen.

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Haidy Damm

Rohstoffe vor Menschenrechten

Bei der Rohstoffförderung werden immer wieder Rechte von Indigenen verletzt. In Ecuador und Indien wurden durch erfolgreichen Widerstand Gerichtsurteile erreicht, die festlegen, dass Indigene zukünftig umfassend informiert und befragt werden müssen. Viel geändert hat das nicht.

ndPlusSusanne Ehlerding

Verschlungene Pfade nach Kyoto

Heute endet die Frühjahrstagung über künftige Klimaziele der Vereinten Nationen in Bonn. Große Sprünge wurden bisher nicht gemacht. 2020 läuft das Klimaschutzabkommen von Kyoto aus, dass 1997 vom Argentinier Raúl Estrada-Oyuela in einer Nachtsitzung durchgepeitscht wurde.

ndPlusGrit Gernhardt

Pestizid im Urin

In der Landwirtschaft wird Unkraut flächendeckend mit Glyphosat vernichtet. Eine Studie weist das Mittel nun im menschlichen Körper nach.

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ndPlusFrank Hellmann

Unbeachtet zur EM

Doris Fitschen sagt, diese EM verspreche, ein Highlight zu werden. »Und das hilft uns, nachdem der Frauenfußball 2012 nicht so im Fokus stand.« Im Grunde hat es auch 2013 ziemlich lange gedauert, bis mit dem Triple des VfL Wolfsburg wahrgenommen wurde, dass es sie noch gibt.

Christoph Stukenbrock

Ganz unten

Nach der 25:27-Niederlage in Montenegro sind die deutschen Handballer am Tiefpunkt angelangt. Es droht die erste Europameisterschaft, an der keine deutsche MAnnschaft teilnimmt. Die Jobgarantie des Handball-Bundes für den Bundestrainer klingt da nur noch halbherzig.

Manfred Hönel

Bloß nicht zu hochtrabend

Beim Profirennen des Velothon in Berlin stand Rick Ampler vorigen Sonntag nur am Rand. »Er war ein paar Tage krank und wollte kein Risiko eingehen«, sagt sein Vater Uwe Ampler. »Bei den Deutschen Meisterschaften in einer Woche in Wangen im Allgäu ist Rick wieder am Start«.