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Unten links

Neuland ist, wie Günter Grass sagen würde, ein weites Feld. Niemand weiß das besser als einstige DDR-Bürger. Konnten sie sich doch der im sozialistischen Bildungssystem verankerten Pflichtlektüre von Michail Scholochows Großroman »Neuland unterm Pflug« nur schwer entziehen. Und - eine weitere zentrale Erkenntnis aus dem Studium sowjetischer Literatur - das Pflugwesen entwickelt sich. Auch heute...

Verkauft!

Noch ein kleines Inselchen gefällig? Privat geht vor Katastrophe - besonders Ostdeutschen dürfte dieser Spruch geläufig sein. Auf die Privatisierungswelle in Griechenland und den anderen kriselnden Staaten der Eurozone lässt sich der Spruch aber keinesfalls anwenden.

Regina Stötzel

Hoch auf dem roten Wagen

Beim diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Berlin wären Richterinnen und Richter am Bundesverfassungsgericht auf dem ersten Wagen genau am richtigen Platz: Sie haben in den letzten Monaten hierzulande am meisten erreicht für die Gleichstellung Homosexueller.

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ndPlusThomas Trares

Ein bunter Strauß an Unternehmen im Angebot

Im Windschatten der Euro-Krise werden derzeit in vielen Ländern weite Teile der staatlichen Wirtschaft privatisiert. Von A wie Adria Airways bis U wie Unior - in Slowenien stehen Staatsunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen zum Verkauf.

Ohne Krise keine Privatisierungswelle
ndPlusKurt Stenger

Ohne Krise keine Privatisierungswelle

Im Windschatten der Euro-Krise werden derzeit in vielen Ländern weite Teile der staatlichen Wirtschaft privatisiert. Dies ist der dritte Bereich der Austeritätsprogramme der Troika neben Strukturreformen und sowie Erhöhungen von Massensteuern.

ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Gute Airports, schlechte Airports

Im Windschatten der Euro-Krise werden derzeit in vielen Ländern weite Teile der staatlichen Wirtschaft privatisiert. Dies ist der dritte Bereich der Austeritätsprogramme der Troika neben Strukturreformen wie m Kürzungen im öffentlichen Dienst sowie Erhöhungen von Massensteuern.

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Anke Stefan, Athen

Genossenschaft als Alternative

Auch in Griechenland sollen viele Objekte an private Investoren verscherbelt werden. Unter anderem die Öl- und Gasraffinerien. Die Privatisierung der Wasserversorgung gehört zu den Kernpunkten der Pläne in Griechenland. Vor allem in Thessaloniki regt sich Widerstand.

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»Florida Rolf« war gestern

Noch nie waren so viele Menschen in Deutschland erwerbstätig, verkündete die Bundesregierung am beginnenden Wahlkampf. Dass diese Statistik zum guten Teil auf den stark angewachsenen Niedriglohnsektor beruht, das hat sie verschwiegen. Für 1,3 Millionen Erwerbstätige reicht der Lohn nicht zum Leben, wie nun eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Sie benötigen zusätzlich Leistungen zu...

Knapp vorbei

Ein fatales Zeichen wurde in St. Petersburg gerade noch vermieden, größerer Schaden abgewendet, es ging am Eklat knapp vorbei. Die »Bronzezeit«-Ausstellung kam wieder in den Zeitplan. Das war bitter nötig. Wie kaum etwas anderes taugt die »Beutekunst« als Gradmesser der deutsch-russischen Beziehungen. Sie hat höchsten Symbolwert für die Vergangenheit ebenso wie in der Zukunft. Abstand und Nähe ...

Griechisches Ideenspiel

Die Linken in der Regierung sind wie das Rauchverbot: Eine gute Idee, aber sie funktioniert nicht», lautete ein Twitter-Eintrag nach dem Rückzug der Demokratischen Linken (DIMAR) aus der griechischen Regierung. Wahrscheinlich hatte sich deren Chef Fotis Kouvelis allerdings schon früher gefragt, ob die Regierungsbeteiligung überhaupt eine gute Idee war. Denn alle «roten Linien», die er gezogen h...

Olaf Standke

Konservativ

Prager Sozialdemokraten ließen dieser Tage kein gutes Haar an Miroslava Nemcova: Zum einen sei die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses mitverantwortlich für die ungerechte Politik und die falschen Reformen der Mitte-Rechts-Koalition, zum anderen habe sie keine Regierungserfahrung.

Wie ist das Welterbe zu retten?

nd: Die UNESCO konstatierte, dass der Schutz von sechs Weltkulturerbestätten in Syrien nicht mehr gewährleistet werden könne, darunter die Altstadt von Aleppo – wo Sie geboren und aufgewachsen sind. Sind Sie überrascht? Sradj: Nein. Der Westen ist überrascht, weil er glaubte, es würde wie in Tunesien, Ägypten oder Libyen zu einem raschen Sturz des Diktators kommen. Warum ist es in ...

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Vorbei, das pralle Leben

Während der zivilisierte Teil der Menschheit beim Stichwort »Ingewahrsamnahme« gerade eher an Frankfurter Polizeikessel, an Istanbuler Tränengasnebel und überhaupt an entkernte Rechtsstaatlichkeit denkt, fühlt sich die Junge Union Nordrhein-Westfalens zu Reformen inspiriert.

ndPlusJürgen Amendt

Vergleichbarer ja, aber nicht vergleichbar

Die Kultusminister der Länder haben sich einstimmig darauf geeinigt, das Abitur bundesweit vergleichbarer zu machen. Mit dem sogenannten Wittenberger Beschluss ging gestern die zweitägige Tagung der Kultusministerkonferenz (KMK) in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) zu Ende.

Anja Krüger, Köln

Keupstraße erhält Anti-Rechts-Beratungsstelle

Fast genau neun Jahre nach dem Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße wird in der Domstadt ein spezielles Beratungsangebot für die Opfer rechtsextremer Gewalt eingerichtet. Über die Stelle der Diakonie erhalten Betroffene des Kölner NSU-Anschlags Hilfsangebote.

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ndPlusFabian Köhler

Albanische Verhältnisse

Drohen albanische Verhältnisse auch auf deutschen Datenautobahnen. Dies befürchten zumindest viele. Nichts weniger als die Neutralität des Internets will ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung sicherstellen. So richtig neutral ist der allerdings nicht.

Simon Poelchau

60 Milliarden für marode Banken

Künftig sollen Kreditinstitute in Schieflage direkt Geld vom Eurorettungsfonds ESM erhalten können. Europas Steuerzahler werden auch in Zukunft notfalls für die Rettung maroder Banken zahlen müssen. Darauf einigten sich die Finanzminister der 17 Eurostaaten.

Irina Wolkowa, Moskau

Alte Kunst und neue Technologien

Aus einem glanzvollen Abschluss des Deutschlandjahrs in Russland und des Arbeitsbesuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in St. Petersburg wäre beinahe nichts geworden - wegen des Streits um Beutekunst.

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Erdbeben in Norditalien

Rom (dpa/nd). Mehr Schrecken als Schaden hat ein Erdbeben der Stärke 5,2 am Freitagmittag in Norditalien verursacht. Das Epizentrum des Stoßes lag in fünf Kilometern Tiefe in der Nähe von Lucca und Massa in der nördlichen Toskana, wie das nationale Institut für Erdbeben und Vulkanologie mitteilte. An einigen Häusern sei leichter Schaden entstanden, einige Gebäude wurden vorsorglich evakuiert, e...

Lage in Afghanistan schlechter als erhofft

Die Sicherheitslage im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr ist nach den Worten von Verteidigungsminister de Maizière hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle hat im vergangenen Jahr im Norden um ein Viertel zugenommen.

ndPlusAndreas Behn, Rio de Janeiro

»Krankenhäuser mit FIFA-Standard«

Seit zehn Tagen gehen in Brasilien ungezählte Menschen auf die Straße, um gegen soziale Ungleichheit, Korruption und die hohen Ausgaben für Sport-Großereignisse zu protestieren. Am Donnerstag war Rio de Janeiro das Zentrum der Proteste.

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Oliver Eberhardt

Abbas wieder auf der Suche nach einem Premier

Nach nur 18 Tagen im Amt hat der palästinensische Ministerpräsident Hamdallah seinen Rücktritt eingereicht. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit seinen beiden Stellvertretern um die Kompetenzen des Regierungschefs.

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Beinverletzungen und menschliche Fackeln

Steht also Polens Politik auf schwachen Beinen? In Polens Fernsehen sieht man seit Tagen einen humpelnden Regierungschef: Donald Tusk hat sich beim wöchentlichen Fußballspiel ein Gelenk verstaucht. Tapfer geht er jedoch seinen schweren Pflichten nach.

ndPlusAnke Stefan, Athen

Sendeschluss für Athener Dreierkoalition

Griechenland steht vor einer Regierungsumbildung, nicht aber vor Neuwahlen. Seine Regierung werde die vier Jahre der Legislaturperiode im Amt bleiben, versicherte Ministerpräsident Antonis Samaras am Donnerstagabend nach einer turbulenten Sitzung nach dem Bündnis-Bruch.

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Bank of China dementiert Engpass

Peking (dpa/nd). Die Bank of China hat Gerüchte über eine Zahlungsunfähigkeit dementiert. Nachdem massive Liquiditätsengpässe zu Aufruhr an Chinas Finanzmärkten geführt hatten, unterstrich die Staatsbank, dass sie alle Verpflichtungen zeitgemäß erfüllt habe, wie Staatsmedien am Freitag zitierten. Eine Wirtschaftszeitung hatte berichtet, die Bank of China habe ihre Zahlungen um eine halbe Stunde...

Brüssels Initiative gegen Kreditklemme

Die EU verstärkt ihren Kampf gegen die Kreditklemme für Mittelständler in Krisenländern. EU-Kommission und Europäische Investitionsbank (EIB) legten am Donnerstag ein Ideenpapier vor, um die Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen zu verbessern.

Ex-HRE-Aktionäre erhalten nicht mehr Geld

München (dpa/nd). Die früheren Aktionäre der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate erhalten vom Bund keinen finanziellen Nachschlag für ihre Anteile. Das Landgericht München wies eine Klage von rund 270 ehemaligen Anlegern gegen die Höhe der Abfindung bei der Zwangsverstaatlichung des Konzerns am Freitag zurück. Die Summe von 1,30 Euro je Aktie sei sachgerecht gewesen, sagte der Vorsi...

René Heilig

Auftrieb für die Kleinen

Noch bis Sonntag lockt die 50. Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget Zuschauer an. Wer liegt vorn? Das ist die traditionelle Frage, die sich die Berichterstatter stellen. Die Geschäftemacher aus den Konzernzentralen haben ihren Schnitt schon gemacht.

ndPlusAngelika Teudt, London

Englischer Patient will Intensivstation verlassen

In der alljährlichen Rede des britischen Finanzministers im Mansion House London hat Kanzler George Osborne in seiner Funktion als Schatzmeister bekannt gegeben, die Lloyd Banking Group solle nach der Teilübernahme durch den Staat 2009 wieder privatisiert werden.

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Der alte Mann trifft wieder

Unter einem Arm der Spielball, im anderen die Trophäe für den »Man of the Match«. Diego Forlán hatte nach dem Sieg seiner Uruguayer gegen Nigeria beim Confed Cup »schwer« zu tragen - und wirkte doch wie von einer Last befreit. Endlich wieder ein Tor für die »Celeste«, sein 34., und das im Jubiläumsspiel. »Ich bin super glücklich, ein wichtiges Tor erzielt zu haben, in einem besonderen Spi...

Andreas Schirmer, dpa

Der Widerspenstige als Anführer

Im englischen Gateshead streben die deutschen Leichtathleten bei der vierten Team-EM einen Platz unter den besten drei Ländern an. »Der Wunsch wäre, zu gewinnen«, sagt DLV-Präsident Clemens Prokop.

ndPlusJirka Grahl

Gerangel ums Unterhaus

In der ostdeutschen Eishockey-Provinz geht Sorge um: Nach einem langen Streit zwischen zehn Zweitligaklubs und dem Deutschen EishockeyBund (DEB) hat der Verband angekündigt, kommende Saison keine 2. Bundesliga zuzulassen. Die betroffenen Klubs, unter anderem aus Weißwasser, Dresden und Crimmitschau, erwägen den Gang vor Gericht.

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Runder Tisch am Montag zum Oranienplatz

(dpa/nd). Nach den Vorfällen zwischen Flüchtlingen und Anwohnern am Flüchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg ist ein runder Tisch für diesen Montag geplant. »Ich hoffe, dass wir dann gemeinsam mit den Beteiligten einen Weg finden, Spannungen aus dem Weg zu räumen«, sagte die Stadträtin für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), am Freitag auf Anfrage. Bei einem gewalttät...

Weniger Klagen gegen Hartz IV

(nd). Die Zahl der Hartz IV-Klagen ist im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 5 Prozent gesunken. Das gab Justizsenator Thomas Heilmann jetzt auf eine Anfrage des Abgeordnetenhauses bekannt. Im gleichen Zeitraum wurden rund ein Drittel der Maßnahmen umgesetzt, die die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die Sozialgerichte und die Regionaldirektion...

Regieren lohnt sich doch!

Gewöhnlich brummt der Staat den Lehrern mehr Pflichtstunden auf. Dann kann er Stellen und damit Geld sparen. Das Land Brandenburg geht jetzt den umgekehrten Weg. Grund- und Oberschullehrer müssen dort künftig pro Woche eine Stunde weniger unterrichten.

Malene Gürgen

Nur reden hilft nicht

Aufmerksamkeit zu bekommen ist am Freitagnachmittag am Kottbusser Tor keine leichte Aufgabe. Hier, wo es ohnehin selten ruhig vorgeht. Nur wenige Passanten merken deshalb, dass außerdem noch der Co-Vorsitzende der LINKEN, Bernd Riexinger, zu Gast ist und ein Plakat entrollt.

ndPlusRalf Hutter

Wahlrecht kontra Menschenrecht

Für Sieghard Gummelt ist das deutsche Wahlrecht ein Skandal: »Eine Expertenkommission des Bundestagsinnenausschusses hat festgestellt, dass das Wahlrecht gegen die Menschenrechte verstößt.« Menschen, denen eine »gesetzliche Betreuung zur Besorgung aller Angelegenheiten« (so die offizielle Formulierung) zur Seite gestellt ist, sind nämlich prinzipiell von Wahlen ausgeschlossen - das heißt, sie d...

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In Stein gemeißelt

Die ersten Takte des »Traumzauberbaums« zieren den Grabstein des Komponisten Reinhard Lakomy. Er hatte das Kinder-Konzeptalbum 1980 zusammen mit Monika Ehrhardt geschaffen. Der Stein, ein 250 Kilogramm schwerer Findling aus der Müritz, wurde von Freunden »Lackys« gestiftet.

50 Jahre Robson-Chor

Der Paul-Robeson-Chor feiert am 22. Juni 50-jähriges Jubiläum. Bei einem Festkonzert in der Samariterkirche in Friedrichshain (16 Uhr) stehen neben dem bekannten Gospel »Oh happy day« Spirituals, moderne Gospels, Jazz und Blues auf dem Programm, wie der Chor mitteilt.

Kulturfonds fördert

(nd). Der Hauptstadtkulturfonds vergibt im ersten Entscheidungsverfahren für das Jahr 2014 rund 3,2 Millionen Euro für 42 Projekte. Nach Angaben der Kulturverwaltung lagen 169 Anträge mit einem Antragsvolumen von rund 12 Millionen Euro vor. Die Auswahl traf eine sechsköpfige Jury unter der Leitung des Kurators Hans-Helmut Prinzler. Den größten Posten erhält der Martin-Gropius-Bau, der für...

Katja Kollmann

Spuk unterm Riesenrad

Aus Plastikschwänen wächst das Schilf. Daneben ein lautes Quaken. Heute ist der Teich unterm Riesenrad am Plänterwald ein Froschparadies. Und das große Rad steht still. Lange schon. Vorm Tümpel aber gibt es für kurze Zeit ein Schauspiel. Die Bühne ist klein - ein übergroßer Pappkarton.

ndPlusGunnar Decker

Eine »vertrackte« Geschichte

Ein Lager ist nicht nur ein Ort, sondern auch ein Zustand. Ein »geschützter Raum«, der - je nachdem - einen Ausbruch oder einen Einbruch verhindern soll. Oft auch beides zugleich. Das Heerlager des Generals Wallenstein im dreißigjährigen Krieg, steht kurz vor der Schlacht.

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Norbert brachte Abkühlung

(nd). In der Nacht zum Freitag zuckten Blitze am Himmel, Donner grollte. Etwa 1000 Feuerwehrleute waren wegen Sturmtief »Norbert« im Dauereinsatz. Bis Freitagmittag war die Feuerwehr damit beschäftigt, vollgelaufene Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume wegzuschaffen. Vor allem der S-Bahnverkehr wurde durch umgestürzte Bäume beeinträchtigt. Ein Zug auf der Strecke Potsdam-Berlin kollidierte ...

Unwetter richten schwere Schäden an

Berlin (AFP/nd). Die über Deutschland ziehenden Gewitterfronten haben schwere Schäden angerichtet, mehrere Menschen wurden verletzt. Am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag wüteten die Unwetter in einem breiten Streifen von Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen bis nach Berlin und Ostdeutschland, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Auch Bremen und Niedersachsen waren von S...

Dieter Hanisch, Kiel

Der Norden könnte lauter werden

Demnächst könnte in Schleswig-Holstein ein neues Medienzeitalter anfangen. Derzeit erlaubt der bestehende Rundfunkvertrag es nicht, Lokalfunk zuzulassen, doch die Landesregierung möchte privaten und nichtkommerziellen Hörfunk auf lokaler Ebene ermöglichen.

Nicolas Šustr

Windschneise statt Wohnungsbau

»Da im Hof wäre doch Platz für die Zelte«, flachst der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne), während er sich über das Architekturmodell der geplanten Bebauung der Brache an der Kreuzberger Cuvrystraße beugt. In wenigen Minuten beginnt an diesem heißen Donnerstag im Zelt des Cabuwazi am Görlitzer Park die Bürgerversammlung, bei der die Münchner Ritter-Holding ihre...

ndPlusAndreas Fritsche

Besserung im Bildungswesen

Statt ihnen nur mehr Geld zu geben, will Brandenburg Beamten die Arbeit erleichtern. Die Pflichtstundenzahl für Grund- und Oberschullehrer soll um eine Stunde pro Woche gekürzt werden. Polizisten dürfen, wenn sie das möchten, 20 Prozent weniger arbeiten, bekommen dafür aber nur 15 Prozent weniger Geld.

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Landtag bedauert Verfolgung Homosexueller

Erfurt (dpa/nd). Der Thüringer Landtag bedauert die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller in der Nachkriegszeit. Eine Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer sieht ein entsprechender Antrag aber nicht vor, der am Freitag im Landtag in Erfurt mit den Stimmen der CDU/SPD-Koalition angenommen wurde. Der Beschluss bezieht sich sowohl auf den sogenannten Schwulen-Paragrafen 175 in der Bundesr...

ndPlusGeorg-Stefan Russew, dpa

Furcht vor Tierhaltung im großen Stil

Zehntausende Schweine oder Geflügel eingepfercht auf engem Raum - für Umweltschützer geht so etwas gar nicht. Die Genehmigung für die Schweinemast in Haßleben (Uckermark) könnte neue Maßstäbe setzen, vermuten sie. Es bestehe die Gefahr eines »Dammbruchs«, sagt Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz. Aktuell gebe es etwa 100 Schweinezucht- oder -mastanlagen mi...

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Aus der Trickkiste der Fraport AG

In Rheinhessen nimmt der Fluglärm vom Fraport zu, auf der anderen Rheinseite bei Erbenheim sind die Einwohner zusätzlich von den Nachtflügen der US-Helikopter genervt. Die meisten Flüge finden dort zwischen 0 und 2 Uhr statt.

Drohnen im Plenarsaal

Wikipedia tourt durch deutsche Landtage: Das Online-Lexikon will seine Einträge verbessern und schickt dazu ehrenamtliche Mitarbeiter in die Parlamente. Sie fotografieren Abgeordnete und aktualisieren Biografien. In dieser Woche war Mecklenburg-Vorpommern dran.

Das Kinderwunder von Wallmow

In Brandenburg fehlen Kinder - und das hat Folgen. Schulen werden abgerissen, Kindergärten stehen leer. Doch nicht überall im Land ist das so. In Wallmow in der Uckermark wurde der Trend erfolgreich umgekehrt.

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Gemeinsam hoch hinaus
Christina Matte

Gemeinsam hoch hinaus

Als Angelika Knies, Direktorin der Anne-Frank-Schule im schleswig-holsteinischen Bargteheide, Anfang Juni aus den Händen der Kanzlerin den renommierten Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch- und der Heidehof-Stiftung entgegennahm, konnte die Nation im Fernsehen sehen, wie sehr sie sich freute, triumphierte. Sie streckte den Pokal in die Höhe, und über den Schirm flimmerten Bilder, wie man sie v...

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Zum Beispiel Samuel Doward

Zum Beispiel Samuel Doward

Vor ungefähr sechs Jahren habe ich das Buch »Chance your Life in 7 Days« gelesen. Das klingt ziemlich kitschig, ich weiß. Aber zu der Zeit bin ich gerade durch einen Unikurs gefallen, musste aus Geldmangel wieder zu Hause einziehen und habe mich von meiner Freundin getrennt, mir ging es also ziemlich bescheiden. Durch dieses Buch habe ich tatsächlich Anregungen bekommen, mein Leben neu zu ordne...

Zum Beispiel Michael Brinkworth

Zum Beispiel Michael Brinkworth

Mein Leben ist Unbestimmtheit. Ich mache Musik, reise viel und habe so die unglaublichsten Menschen kennengelernt. Ich habe die verrücktesten Abenteuer erlebt, habe das beste aus den chaotischsten Situationen gemacht und so viele Dinge gesehen, die ich wahrscheinlich nie in Worte fassen kann, aber die so viele Erinnerungen an Glück und Traurigkeit hervorrufen, dass ich mich glücklich schätze, s...

ndPlusRobert D. Meyer

Leben auf dem Schlappseil

Reisen, Sinnsuche, andere Menschen und Kulturen kennenlernen - es gibt viele Gründe, sich gegen ein sesshaftes Leben zu entscheiden. Manche Menschen lernen so ganze Erdteile kennen, andere wollen schlicht in einem Wohnwagen leben ziehen mit einem Zirkus durch den Osten.

Seite 19
Angewandte Anthropologie
Marlene Göring

Angewandte Anthropologie

Wo Kim Smith aufkreuzt, da richten sich alle Augen auf sie. Und das nicht nur wegen ihrer wilde Mähne, die einen Kamm sicher noch nie gesehen hat. Kim kommt aus Kalifornien. Sie lebt mal hier mal da. Auch in Berlin. Bevorzugter Niederlassungsort: die Sofas fremder Leute.

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Verälterung
ndPlusBernd Zeller

Verälterung

Eine bemerkenswerte Grundsatzentscheidung hat das ZDF gefällt. Es war ein Fehler, mit »Wetten dass« junge Menschen ansprechen zu wollen, künftig will man sich um die Begeisterung der älteren Zielgruppe kümmern und Iris Berben und Ruth-Maria Kubitschek einladen.

Mitleid, Beileid, Mehrleid

Mitleid, Beileid, Mehrleid

In manchen Traueranzeigen findet sich ein kleiner Satz: »Von Beileidsbezeugungen am Grab bitten wir abzusehen.« Manche der Teilnehmer an dem Abschiedsritual werden aufatmen; andere fühlen sich bevormundet.

ndPlusMartin Koch

Würfelspiele der Geschichte

Hätte sich der englische König Heinrich VIII. im Jahr 1526 nicht in die Hofdame Anne Boleyn verliebt, schrieb der britische Philosoph Bertrand Russell, gäbe es vielleicht die Vereinigten Staaten von Amerika nicht.

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Diego Castro

Auf dem medialen Schafott

Die gezielte Tötung von Menschen mit einer Drohne ruft weniger Abscheu hervor als die Enthauptung vor laufender Kamera. Warum? Diego Castro, ein 1972 in Hannover geborener Künstler, Kurator, Dozent und Publizist, geht diesem Faktum auf die Spur.

Seite 22
Klaus Müller

»Rostendes« Geld als Ausweg?

Johann Silvio Gesell gilt als Begründer der Freiwirtschaftslehre, deren Hauptkritik sich gegen Zinsen und ererbte Bodenrenten richtet. Gesells Finanztheorie: Eigennutz des Menschen ist der Antrieb für dessen wirtschaftliches Handeln und Tauschmittel Geld müsse stets im Umlauf sein.

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WOCHEN-CHRONIK

21. Juni 1908: Im Londoner Hyde Park fordern rund 250 000 Menschen Stimmrecht für Frauen. 22. Juni 1633: Der italienische Universalgelehrte Galileo Galilei schwört vor einem Inquisitionsgericht seinem »Irrtum«, die Erde bewege sich um die Sonne, ab. 24. Juni 1848: Die französische Armee schlägt in Paris einen Arbeiteraufstand nieder, der sich an der Schließung der Nationalwerkstätte...

ndPlusJörn Schütrumpf

Marx und die UNESCO

Einen deutschen Sozialminister zu kritisieren, der 1989 vor Werftarbeitern in Gdansk verkündete, Marx sei tot und Jesus lebe, hieße, sich auf dessen Niveau zu begeben. So tief bückt man sich nicht. Allerdings hatte der Mann in seiner ganzen Gott gegebenen Einfalt nicht völlig Unrecht: Marx ist tatsächlich tot, seit 1883 - während bei Jesus ungeklärt ist, ob er überhaupt je gelebt hat. Bei...

Norbert Podewin

Der eigenwillige Oberbürgermeister

Seinen 80. im Januar 1963 feierte er im kleinen Berliner Freundeskreis. Im Mai trat er seine traditionelle Kurreise ins belgische Nordseebad Knokke an. Am Abreisetag, dem 18. Juni, war er tot. Das SPD-Organ »Berliner Stimme« veröffentlichte vier Tage später einen kargen Nachruf.

ndPlusKurt Pätzold

Die Kühlungssorgen der Okkupanten

Dem schmalen in hellbraunes Leinen gebundenen Band, der im dritten Kriegsjahr gedruckt wurde, ist nicht anzusehen, was er birgt. Er hat es indes in sich. Der Titel: »Die Fleischwaren- und Kälteindustrie in den besetzten Gebieten der UdSSR«.

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Auszeichnung für Metev

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis geht in diesem Jahr an Autor und Regisseur Ilian Metev. Mit der Auszeichnung und dem Preisgeld von 20 000 Euro wird der Dokumentarfilm »Sofias letzte Ambulanz« gewürdigt, wie die Organisatoren am Donnerstagabend in Ludwigsburg berichteten. Der Film zeige den Arbeitsalltag eines Arztes, einer Krankenschwester und eines Ambulanzfahrers im bulgarischen Sofia. ...

Wagner versus Verdi

Mit einer Festspielnacht eröffnen an diesem Wochenende die Münchner Opernfestspiele. 75 Veranstaltungen stehen bis Ende Juli auf dem Programm, Höhepunkt ist die Festspiel-Premiere von Giuseppe Verdis »Il trovatore« mit Star-Tenor Jonas Kaufmann in der Rolle des Manrico und Anja Harteros als Leonora. Die Festspiele drehen sich in diesem Jahr um die beiden Jubilare Giuseppe Verdi und Richard Wagn...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Dieses dritte Geschlecht

Ein Schauspieler ist dann außergewöhnlich, wenn er quasi das dritte Geschlecht hat: die Fähigkeit, männlich und weiblich zugleich zu wirken. Weich und hart. Brandauer, Mann durch und durch, hat künstlerisch dieses dritte Geschlecht. Da ist seine lodernde Aura, unverwechselbar - und zugleich ist er ein Wesen totaler Formungsbereitschaft. Königsstolz und Unterwürfigkeitsblick. Dunkelmann und hell...

Ewart Reder

Literatur ist eine Macht

»Nichts wäre leichter einzurichten als eine vernünftige Welt.« Wer so was sagt, der hat sie doch nicht alle und weiß es. Vernünftig werden kann der Mensch nur im Plural. Und genau dahin geht die Reise, sagt Hermann Kesten. »Wir leben mitten in der Erziehung der Menschheit zu einer einzigen Völkerfamilie.«

ndPlusAlfons Huckebrink

Lichtblicke auf Lichtgestalten

Wehende Fahnen, fliegende Röcke, beschwingte Tänzer: Immer ist neben den Menschen das Licht der Hauptakteur in den beglückend intensiven Fotografien des Willy Ronis (1910-2009). Es spielt ihnen mit, macht sie auf überraschende Weise zu Lichtgestalten.

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Reiner Wandler

Was macht denn der Herr Meier ...?

Wolfgang Maier erregt die Gemüter. Der Deutsche berichtet für FTL Fernsehen aus Spanien. Seine Beiträge werden dort vom spanische Fernsehsender La Sexta aufgegriffen und nach dem Mittagessen ausgestrahlt. »Así nos va« - »So geht es uns«, heißt das Programm.

Hans-Dieter Schütt

Das Quaken und das Quäken

Sie haben über ihn geredet, als sei Reden der lässliche Ausgleich dafür, ihn nicht gelesen zu haben. Als Mo Yan im vergangenen Jahr den Literaturnobelpreis erhielt, stand zunächst nicht sein Werk im Vordergrund, sondern jener Verdacht, der vom Mann aufs Werk fiel wie ein untilgbarer Schatten: der Verdacht der Staatstreue. Mo Yan, zuallererst nicht Schriftsteller, sondern angreifbarer Kommunist ...

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OUT of SPACE: Mit Angela am Küchentisch

RTL bekommt einen »Wählerrat«, in dem Jüngere wie Ältere, Ärmere wie Reichere, politisch Interessierte wie Nichtwähler vertreten sind. In der »heißen Phase des Wahlkampfs« werden Mitglieder des 20-köpfigen Gremiums Teil eines neuen Formats mit dem Arbeitstitel »Dinner mit ...« sein. In der ersten Sendung soll Peer Steinbrück am »Küchentisch« Platz nehmen, in der zweiten Angela Merkel. Das Sende...

Steinbrück Weinbrück

Ein Politiker weint, zeigt Emotionen, und das auf offener Bühne. Nicht irgendein Politiker auf irgendeiner Bühne, sondern Peer Steinbrück im öffentlichen Raum einer SPD-Veranstaltung. Aus Steinbrück wird in vielen Medien Weinbrück, dem SPD-Kanzlerkandidaten wird vorgehalten, er habe den Tränenausbruch aus Wahlkampfkalkül inszeniert. Das lässt sich ebenso wenig widerlegen wie die Gegenthes...

ndPlusAndreas Knudusen

Schutzschirm gegen kritische Öffentlichkeit

Dänemark hat seit Anfang Juni ein sogenanntes Öffentlichkeitsgesetz. Selten hat ein Gesetz so viel Debatten ausgelöst wie dieses Vorhaben. Das Gesetz bestimmt den Rahmen, innerhalb dessen betroffene Bürger und insbesondere die Medien Akteneinsichtsrecht erhalten.

BLOGwoche: Merkels Neuland

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann man schwerlich mangelnde Affinität gegenüber den neuen Medien vorwerfen. Die promovierte Physikerin erledigt das politische Tagesgeschäft gerne per SMS und ist auch sonst kein Feind des Internets. Etwas überraschend daher ihre Antwort auf eine Frage nach dem Überwachungsprogramm Prism.

Robert D. Meyer

Hätte, könnte, wäre

Unbestritten: Bei »Galileo« handelt es sich nach offizieller Lesart des Senders um keine Wissenschafts-, sondern um eine Wissenssendung. Bekanntlich ist Wissen eine relative Angelegenheit und in der Alltagsarbeit geben sich die Münchner Fernsehmacher auch wenig Mühe, auf den Unterschied zwischen Wissen und Wissenschaft hinzuweisen.

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Hochgebirge unterm Eis

Normalerweise ist vom »ewigen Eis« die Rede, wenn es um die kilometerdicken Eispanzer der Antarktis geht. Doch der sechste Kontinent war nicht immer eisbedeckt. Vor ca. 52 Millionen Jahren - das belegen Pollen und Sporen in Eisbohrkernen - wuchsen an den Küsten der Antarktis tropische Wälder.

Gehirn dreidimensional

Jülich (AFP/nd). Zur Erforschung von Aufbau und Erkrankungen des Gehirns haben Wissenschaftler aus Deutschland und Kanada ein Hirnmodell entwickelt, das die bislang tiefsten dreidimensionalen Einblicke in die menschliche Schaltzentrale erlaubt. Das virtuelle Modell »BigBrain« zeigt erstmals in allen drei Raumebenen die komplizierte Struktur des Gehirns auf mikroskopischer Ebene. Das Modell ermö...

Transgene Kastanien?
ndPlusReinhard Renneberg, Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Transgene Kastanien?

Einst konnte ein amerikanisches Eichhörnchen die ganze Strecke von Maine (Neuengland) nach Florida von Kastanie zu Kastanie hüpfen. Nordamerika hatte vor 150 Jahren vier Milliarden Amerikanische Kastanien. Die Pracht fand nach 1904 ein unerwartetes Ende.

ndPlusMartin Koch

Die Physik der Quantensprünge

Auf die Frage, wie man sich ein Atom vorstellen könne, soll Werner Heisenberg einem Kollegen geantwortet haben: »Versuchen Sie es gar nicht erst!« Tatsächlich bestehen die modernen Modelle des Atoms vorwiegend aus mathematischen Formeln, die sich nur schwer in anschauliche Bilder fassen lassen.

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Gnadenlos
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Gnadenlos

Schach ist ein Spiel, in dem jeder Fehler gnadenlos bestraft werden kann. Ein charakteristisches Beispiel hierfür findet sich in der Partie zwischen Wassyl Iwantschuk (Ukraine; 44) und Anish Giri (Niederlande, 18), die wir heute vorstellen. Nach dieser Niederlage beim »26. León Masters« verfiel Iwantschuk sogar in eine heftige Depression und redete in einer Pressekonferenz bereits entnervt über...

Ringe selbst gemacht

Manche backen die Torten für ihre Hochzeit selbst, andere schreiben die Einladungen mit eigener Hand. Und längst gibt es auch Brautpaare, die ihre Ringe selbst herstellen. Tanja und Bernd (Foto: epd) haben sich dazu in die Nürnberger »Wochenend-Goldschmiede« begeben. Die Geschäftsidee »Eheringe selbst gemacht« stammt von Oliver Kargus. Sie läuft so gut, dass es nach 20 Jahren bereits elf ...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Fleißige Weibchen, kampflustige Männchen

In meinem Garten gibt es eine ganze Reihe von Wildbienenarten. Manche wohnen auch außerhalb und beuten hier nur die Blüten aus. Während die meisten Bienen, die in irgendwelchen Höhlen brüten, mit Lehm bauen, verwendet eine Minderheit anderes Material. So die Blattschneiderbiene. Oder eine gelegentlich in einem meiner Nistblöcke siedelnde Biene, die beim Nestverschluss mit Harz arbeitet. U...

ndPlusUdo Bartsch

Bestellkuhpon und Drachenzüchter

Eiswürfel im Colaglas und Holzwürfel im Lederbecher: So kann der Urlaub starten! Um sich in den Sommerferien zu erholen, muss es nicht immer der Palmenstrand oder das Spaßbad sein. Auch ein Spiel unterhält bestens, entspannt und sorgt für tolle Gemeinschaftserlebnisse.

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Marc Vorsatz

Jäger und Investoren bedrohen Tiere und Wälder

Ein fernes Heulen zerreißt die Nacht. Plötzlich und unerwartet. Der Leitwolf ruft, die Meute folgt. Heute Nacht wird Blut fließen. Wie eh und je in Transsilvanien. »Sie werden kommen, schon bald«, erklärt Hermann Kurmes. Der 57-jährige Siebenbürger Sachse weiß, wovon er spricht. Er ist Experte in Sachen Großwild und engagiert sich seit Jahren für Wolf und Bär. Kurmes betreibt eine kleine ...

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ndPlusHeidi Diehl

Wandern macht dick!

Die Woche vor der Reise prallten alle Warnungen vor Kalorienbomben von uns ab. Ein Stück Torte mehr, na und? Das würden wir uns doch problemlos auf einer dreitägigen Wandertour auf dem Müllerthal-Trail in Luxemburg wieder ablaufen. Der ist gut 100 Kilometer lang und besteht aus drei ganz unterschiedlichen Rundrouten, die mit Schwierigkeitsgraden von mittel bis schwer angegeben werden. Er führt ...

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Im Ruhestand
Wolfgang Hübner

Im Ruhestand

Dieser Flügel hat die besten Zeiten hinter sich. Könnte man meinen. Aber wer weiß? Wer weiß, in welcher Spelunke er gestanden, wie viele gelangweilte Schüler und Möchtegern-Virtuosen auf ihm herumgehämmert haben. Möglich wär's. Ob einer darunter war, der ihn verstanden hat? Was feststeht: Er sah schon mal besser aus. Ging es ihm damals auch besser? Der Lack ist längst ab, dafür hat er jetzt sei...