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Unten links

Zuerst, liebe SPD, hattet ihr mit der Wahl Eures Spitzenkandidaten kein Glück - und jetzt kommt auch noch Pech dazu. Weil sie »Regen nicht Stand halten, aufweichen und abfallen«, müssen die gerade erst ausgelieferten Plakate für die Bundestagswahl ausgetauscht werden. Ein mutiger Beitrag, die Laune der sozialdemokratischen Wahlkämpfer zu heben! Aber mal im Ernst, und jetzt nicht mit dem Finger ...

Appelle nach Urteil gegen Berlusconi

ach der ersten rechtskräftigen Verurteilung Silvio Berlusconis hat Italiens Regierungschef Enrico Letta an die Verantwortung der Parteien appelliert. Er hoffe, dass sich die Interessen des Landes in diesem heiklen Augenblick durchsetzten und die Regierung nicht zermürbt werde, sagte Letta am Freitag in Rom.

Johanna Treblin

Osten balgt sich um G8-Gipfel

Binz, Heiligendamm oder doch das schöne Sachsen-Anhalt? Der G8-Gipfel kommt 2015 wieder nach Deutschland. aNchdem zunächst das Ostseebad Binz auf Rügen als Gastgeber gehandelt wurde, hat sich auch Heiligendamm ins Spiel gebracht, wo 2007 bereits ein G8-Gipfel stattfand.

ndPlusMurat Çakır

Sommer der Ruhe vor dem Sturm

Es war wohl eine trügerische Hoffnung, dass die Ferienzeit und der Fastenmonat die Proteste in der Türkei abebben lassen würden. Die AKP-Regierung konnte zwar mit massiver Polizeigewalt die Plätze räumen, doch der Protest hat sich nur verlagert.

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Gefallener Stern

Hierzulande verbinden die Menschen vor allem einen leeren Stuhl mit seinem Namen. Als der iranische Regisseur Jafar Panahi 2011 in die Jury der Filmfestspiele Berlinale berufen wurde, verweigerten ihm iranische Autoritäten die Ausreise. Panahi war kurz zuvor zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden - laut seiner Anwältin wegen »Propaganda gegen das System«. Nicht verhindern konnten die Autokr...

Fabian Köhler

Eines Tages nach Iran

Ein tränenverquollenes Gesicht drückt sich an eine kräftige Schulter: Fast könnte man denken, zwei enge Freunde verabschiedeten sich voneinander. Wäre da nicht das Seil des Baukrans, das in den Aufnahmen des iranischen Staatsfernsehens im Hintergrund weht. Und gehörte die Hand, die sanft ein letztes Mal über den Kopf des Verzweifelten streicht, nicht seinem Henker. Es sind Bilder von Menschen, ...

ndPlusRoland Etzel

Hoffen auf Ruhani

Am Wochenende wird Irans neuer Präsident ins Amt eingeführt. Mit Hassan Ruhani sind Erwartungen verknüpft. Wie sehen politisch aktive Iraner ihr Land? Wird sich dort die soziale Lage verbessern? Und ist die Hoffnung auf politische und kulturelle Freiheit berechtigt?

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ndPlusFabian Köhler

Kulturkampf

Ist das arabische Kalligraphie oder westliches Graffiti? Auf zerfallenen Mauern in Essen, Häuserfassaden in Melbourne und Autobahnbrücken in Teheran schlängeln sich Bababak Khurasanis kunstvolle Linien durch die halbe Welt. Seit neun Jahren reist der junge Mann mit Freunden über die Kontinente, kreiert neben Graffitis auch Videodokumentationen über die alternative Kunstszene Teherans: »Eigentli...

ndPlusFabian Köhler

Gegen Kopfschüttler

Oft schütteln Leute den Kopf, wenn sie hören, in welchem Land Josh lebt. Mit 20 Jahren ist er aus Heidelberg nach Iran aufgebrochen. Seitdem »sind alle baff«, sagt er. Eigentlich wollte er dort nur Persisch lernen, stattdessen lernte er eine Frau kennen, sie heirateten, er blieb. Sieben Jahre ist das nun her und Josh scheint wie viele Iraner begeistert vom Charakter des neuen Präsidenten:...

Fabian Köhler

Lange nicht gesehen

Rückenprobleme und niedriger Blutdruck: Die Auskunft der iranischen Nichtregierungsorganisation »Human Rights Activists News Agency« über Reza Shahabi klingt nicht besonders dramatisch. Genaueres könne man aber nicht sagen, gesehen habe man ihn lange nicht. Drei Jahre dauert Shahabis Odyssee durch die Gefängnisse Irans an. Im Juni 2010 wurde er festgenommen. Fünf Jahre Haft erhielt er weg...

Die andere Sicht

Das Spinnennetz spannt sich wie ein Fadenkreuz vor der vergitterten Dachluke. Fahles Licht fällt in ein Verlies, drinnen eine Frau. Schwarz-Weiß-Fotos von Shadi Ghadirian wie dieses bedürfen keiner Bildunterschriften. Die Assoziationen für den Betrachter liegen nah genug. Man muss sie nicht simplifizieren, indem man sie ausspricht. Sie werden auch so wohlverstanden, ob in Teheran, der Stadt, in...

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Fabian Lambeck

Politik ohne Migranten

Jeder fünfte Bundesbürger hat einen Migrationshintergrund. Da wirkt es befremdlich, dass von 620 Bundestagsabgeordneten nur 20 aus Zuwandererfamilien stammen. Daran wird sich in der kommenden Legislaturperiode kaum etwas ändern.

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Kretschmann erwägt auch Schwarz-Grün

Stuttgart (dpa/nd). Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich zwei Monate vor der Bundestagswahl von den schwachen Umfragewerten für Rot-Grün nicht beirren lassen, schließt ein Bündnis mit der Union aber auch nicht aus. »Ich glaube fest an den Erfolg einer rot-grünen Koalition bei der Bundestagswahl«, sagte er der dpa. Aber auch eine schwarz-grüne Koalition ist...

ndPlusStefan Otto

Eltern und Erzieherinnen schlagen Alarm

Seit Donnerstag gilt der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz auch für Ein- und Zweijährige. Die Diskussionen über die Schwierigkeiten beim Kitaausbau sind bei weitem noch nicht abgeebbt. Prognosen über Engpässe scheinen sich vielerorts zu bestätigen.

ndPlusElmar Wigand

Betriebsratskiller und Detektive

Lange galt Gido Genschorek, Geschäftsführer der Firma HatiCon, als Hoffnungsträger, gab er doch 650 Menschen neue Arbeit. Hauptsache Arbeit dachten viele in der Region. Wenige wagten an Tariflohn, Arbeitsschutz und Mitbestimmung zu denken. Das ist inzwischen anders.

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Stichwahl in Mali erforderlich

Nairobi (epd/nd). Der neue Präsident Malis wird in einer Stichwahl bestimmt. Nach dem am Freitag veröffentlichten vorläufigen Endergebnis kam der frühere Premierminister Ibrahim Boubacar Keïta auf 39,2 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl am 11. August trifft er auf den Zweitplatzierten Soumaïla Cissé, der 19,4 Prozent der Stimmen gewann. Es war die erste Wahl seit dem Aufstand der Islam...

Harald Neuber

Opfer der Colonia warten auf Gerechtigkeit

Der Oberste Gerichtshof Chiles hat den Antrag zur Auslieferung des verurteilten Straftäters Hartmut Hopp genehmigt. Hopp war Arzt in der Sektensiedlung Colonia Dignidad. Damit ist der Weg frei für ein Überstellungsgesuch der chilenischen Justiz an die deutschen Behörden.

ndPlusOlaf Standke

Sorgt Snowden für neue Eiszeit?

Edward Snowden ist im russischen Asyl untergetaucht. Zurück bleibt ein handfester Konflikt zwischen Moskau und Washington. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums stellte ein Treffen der Verteidigungs- und Außenminister beider Länder am 9. August in Washington infrage.

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Klares Kontra zu Kerrys Putsch-Plattitüden

Nach seiner Rechtfertigung des Sturzes des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär sieht sich US-Außenminister John Kerry scharfer Kritik ausgesetzt. Kerry hatte am Donnerstag den Sturz der gewählten Regierung als Entscheidung im Sinne des Volkes gerechtfertigt.

Anna Maldini, Rom

Cavaliere mit neuem Beinamen

Silvio Berlusconi ist ein rechtskräftig verurteilter Steuerbetrüger. Das hat der oberste Gerichtshof in Rom entschieden und die vier Jahre Haft der beiden ersten Instanzen bestätigt. Wie lange ihm verboten wird, öffentliche Ämter zu bekleiden, wird erst geklärt.

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ndPlusKurt Stenger

PPP im Internet

Die Lieferung und die Aufbereitung von Daten gelten als Geschäftsfeld der Zukunft. Immer gewaltigere Mengen sollen sich in möglichst rascher Geschwindigkeit ihren Weg quer durch das World Wide Web bahnen. Die technische Infrastruktur von Glasfasernetzen bis hin zu riesigen Rechenzentren gehört daher zu den wenigen schnell wachsenden Märkten der ansonsten stagnierenden Wirtschaft der alten Industrieländer.

Martin Ling

Putsch für die Demokratie?

Die erste Reaktion kam nicht von ungefähr aus der Türkei: »Putsche bringen keine Demokratie, sie ruinieren und zerstören den Weg der Demokratie. So wie in Ägypten«, twitterte Ankaras Vizeregierungschef Bekir Bozdag über die Auslassungen des US-Außenministers John Kerry.

Liberaler Falke

Diplomatisch kann man die neue US-amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen nun wahrlich nicht nennen. Gerade erst hat sie den Weltsicherheitsrat - wo sie künftig Washingtons Politik vertreten und vermitteln soll - mit Blick auf die Lage in und um Syrien in scharfen Worten abgewatscht. Die Tatenlosigkeit des wichtigsten UNO-Gremiums sei eine »Schande, über die die Geschichte ein ha...

Keine Chance gegen NSA?

Petra Pau (LINKE) ist Vizepräsidentin des Bundestages. Im nd-Interview spricht sie über die die NSA-Affäre einen Generalangriff auf Bürgerrechte und über Bürger, die vor einer Regierung geschützt werden müssen, die sich für die Bürgerrechte nicht stark macht.

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Fischbestände erholen sich

Rostock (dpa/nd). Nur maßvoller Fischfang gibt nach Überzeugung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Gewähr für dauerhaft gute Erträge in den Netzen der Fischer. »Die langfristigen Bewirtschaftungspläne zeigen Wirkung. Deswegen bleiben sie auch nach der Reform der Europäischen Fischereipolitik das zentrale Instrument, um eine nachhaltige Fischerei sicherzustellen«, betonte ...

Entlastungen für Hypothekenschuldner

Budapest (dpa/nd). Ungarns Wirtschaftsminister Mihaly Varga will in derzeit laufenden Verhandlungen mit den Banken Entlastungen für 570 000 Hypothekenschuldner des Landes erreichen. Dabei geht es um die Hypothekenschulden, die in ausländischer Währung aufgenommen wurden und nun in die Landeswährung Forint umgewandelt werden sollen, sagte Varga am Donnerstag im staatlichen ungarischen Rundfunk. ...

Hilfen für Flutopfer unterzeichnet

Zwei Monate nach Beginn der Flut an Donau und Elbe rückt die Auszahlung staatlicher Hilfsgelder aus dem Hochwasserfonds näher. Vertreter von Bund und Ländern unterzeichneten am Freitag in Berlin eine Vereinbarung, in der Finanzhilfen für die Reparatur von Hochwasserschäden in sieben Sonderprogrammen geregelt sind.

Hermannus Pfeiffer

Der schwankende Wert von Papiergeld

Weltkrieg 1914: Berlin, Paris und Sankt Petersburg schaffen nacheinander den Goldstandard ab, der über Jahrzehnte die internationalen Devisenkurse stabilisiert hatte. Die Wirkungen sind noch heute zu spüren.

ndPlusJohn Dyer, Boston

Sündenbock für die Wall Street

Ein Gericht hat den ehemaligen Goldman-Sachs-Händler Fabrice Tourre wegen Betruges schuldig gesprochen. Tourre soll Investoren betrogen und irreführende Informationen gegeben haben. Er verließ das Gericht als freier Mann, da es sich um einen Zivilprozess gehandelt hatte.

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FDGB-Pokal reloaded

Mit dem FDGB-Pokal belebt Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden ab Sonnabend eine DDR-Tradition wieder, denn Not macht erfinderisch. Der nur für die Dresdner erfundene »Für Dynamo Gemeinsam Blechen«-Cup ist Ersatz für den DFB-Pokal, von dem Dynamo nach Fanausschreitungen ausgeschlossen worden war.

ndPlusAndreas Morbach, Barcelona

Geheilt von Twitter und Facebook

Der Australier James Magnussen war bei Olympia 2012 Favorit, stürzte ab und brachte mit Drogenkonsum sowie Kollegenmobbing eine Schwimmnation ins Wanken. Nun betreibt er Wiedergutmachung. Und das ganz ohne Twitter oder Facebook.

Alexander Ludewig

Goliath bricht sein Wort

Bloß nicht blamieren! Das gilt an diesem Wochenende in der ersten Runde des DFB-Pokals wieder für alle Erstligisten. Bei der TSG Neustrelitz wundert man sich, mit welch unfairen Mitteln der SC Freiburg den Erfolg beim Viertligisten sicherstellen will.

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Insgesamt 363 Abschiebungen

(nd-Kröger). Die Innenbehörden des Landes Berlin haben im vergangenen Jahr insgesamt 363 Menschen abgeschoben. Dies geht aus einer Antwort von Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Fabio Reinhardt (Piraten) hervor. Demnach wurden 329 der Abschiebungen in die jeweiligen Herkunftsländer vorgenommen. 34 Menschen wurden in sogenannte sichere Drittstaaten abgeschob...

Politisch und kompetent

Aufatmen in Berlin und Brandenburg: Peter Ramsauer will nicht Vorsitzender des BER-Aufsichtsrats werden. Denn bisher ist der Bundesverkehrsminister nicht gerade durch die jetzt von allen Seiten geforderte Fachkompetenz in Sachen Flughafen aufgefallen, sondern vor allem durch Schuldzuweisungen an die beiden anderen Mitgesellschafter. Dass der Bund und sein CSU-Minister genauso mitverantwortlich sind an der Misere, wurde vernachlässigt.

Bernd Kammer

Auch Ramsauer will nicht

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will nicht Aufsichtsratsvorsitzender des Hauptstadtflughafens BER werden. Überraschend, dass ihn überhaupt jemand gefragt hat, aber die »Bild«-Zeitung konnte es sich nicht verkneifen. Und Ramsauer antwortete eindeutig mit »Nein.

ndPlusMarlene Göring

Geh nicht, Morlox

Luftballons in Herzform, Partywagen und tanzende Demonstranten: Es ist kein Trauerzug, mit dem sich das Morlox am Freitag verabschiedet. Die Friedrichshainer Diskothek soll im Herbst zwangsgeräumt werden. Seit Tagen organisiert Morlox-Betreiberin Ute Güldag.

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Mutige Berliner

Vor 70 Jahren, am 5. August 1943, starben in Berlin-Plötzensee drei Männer und dreizehn Frauen unter dem Fallbeil. Sie gehörten einem antifaschistischen Netzwerk von über 150 Frauen und Männern an, Nazigegner unterschiedlicher sozialer Herkunft und politischer wie weltanschaulicher Ansichten. Zu den führenden Köpfen zählten der Oberregierungsrat Arvid Harnack und der Oberleutnant der Luftwaffe ...

ndPlusThomas Blum

DJ Wirtschaftswachstum is in the House!

In seiner Streitschrift „Die elfte Plage“ kritisiert der Journalist Peter Laudenbach die Umrüstung Berlins zum Touristen-Erlebnispark und die totale Verschmelzung von Kulturpolitik und Marketing. Berlin-Touristen kommen dabei genauso schlecht weg wie alternative Heimatschützer.

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Tim Zülch

Ein Schloss auf dem Grund des Sees

Wieso heißt die Jungfernheide Jungfernheide? Fanden im Springpfuhl früher Weitsprungwettbewerbe statt? Erschienen den Erbauern des Engelbeckens göttliche Lichtgestalten? Im sechsten Teil der Serie »Ortsgeheimnis« geht es um das Teufelsseemoor.

ndPlusBettina Grachtrup, dpa

Schwindsüchtig im Stammland

2009 erreichte die Südwest-FDP bei der Bundestagswahl das beste Ergebnis im Vergleich der liberalen Landesverbände. Momentan sieht es weniger gut aus. Mit der Bundestagswahl entscheidet sich vermutlich auch die politische Zukunft von Landeschefin Homburger.

Andreas Schug

Ein Protest mit dem Kugelschreiber

Seit Juli verweigern Flüchtlinge im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis die Unterschrift, die ihnen zwei Mal pro Woche abverlangt wird. Mit der Signatur wird ihre Anwesenheit überprüft. Nun hat die Behörde den Streikenden zum August kein Geld mehr überwiesen und fordert, sie sollten ihren Lebensunterhalt wöchentlich abholen.

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Schlichten statt richten

München (dpa/nd). Wenn sich Nachbarn oder Familienmitglieder vor Gericht streiten, verschlimmert das Urteil in manchen Fällen die Auseinandersetzungen. Denn dem Streit liegt nicht selten ein tieferer Konflikt zugrunde, der durch ein Urteil noch verschärft wird. Eine Mediation kann das verhindern. Für Fälle, die bereits vor Gericht sind, hat das bayerische Justizministerium seit 1. August das so...

500 Millionen Euro für Werften

. Die Begrenzung der Landesbürgschaften für Werften auf insgesamt 200 Millionen Euro bedroht nach Ansicht von Ex-Arbeitsminister Helmut Holter (LINKE) den Strukturwandel der Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde.

Kein Verzicht auf Erdölabgabe

Potsdam (nd). Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) hat den Vorwurf der Landtagsabgeordneten Sabine Niels (Grüne) zurückgewiesen, er schenke den Konzernen quasi die Rohstoffe Brandenburgs, indem er auf die Förderabgabe für Erdöl und Erdgas verzichte. Von einem Verzicht könne keine Rede sein, betonte Christoffers. Dem Land Brandenburg sei es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, Abgaben...

ndPlusKlaus Hammer

Kunst aus Schnipseln

»Das Ziel ist ernst, der Weg humorvoll« - dieses Wort des Künstlers Kurt Schwitters hat der in Rangsdorf lebende Maler Ronald Paris zum Titel seiner Ausstellung von Papiercollagen gewählt. Die Collagen sind jetzt im Museumsdorf Glashütte bei Baruth zu sehen.

ndPlusSteffi Schweizer

»Holt die Mädchen aus dem Wald!«

Innerhalb von 55 Jahren besuchte Goethe das thüringische Ilmenau 28 Mal. Unter anderem sollte er dort den Bergbau wieder ankurbeln. Was Goethe sonst noch in dieser Gegend trieb, erzählen sich die Thüringer bis heute.

Julia Reiss, epd

Die Letzten ihrer Zunft

Scholle, Zander, Stint - die Artenvielfalt in der Elbe ist groß, und die Wasserqualität hat sich seit den 1980er Jahren längst erholt. Trotzdem gibt es nur noch eine Handvoll Elbfischer. Die Nachfrage nach Fisch aus der Region ist einfach nicht groß.

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ndPlusUlrike Gramann

Die Motivatorin des Fräulein-Rudels

Eines Nachts hatte Barbara Geiger nichts mehr zu lesen. Wie einschlafen, ohne zuvor gelesen zu haben? Im Nachlass des Vaters stand »Brehms Tierleben«. Sie griff einen Band. Viel erwartete sie nicht. Sie las. Sie las sich fest. Sie verliebte sich in Alfred Edmund Brehms Sprache.

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Flucht aus Suburbia

Mikroagro – ein »Agrozentrum« auf dem Land ist mit einem Wohnblock in der Stadt verbunden, der ein 1200 Quadratmeter großes »Mikrozentrum« für die kollektiven Ressourcen der 500 EinwohnerInnen enthält. Mit diesem Modell will der Autor P.M. den Planeten vor dem Kollaps bewahren.

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ndPlusMarlene Göring

Das Paradies liegt nebenan

Zwischen grünen Hügeln erhebt sich das Schloss über ein kleines Dorf. Nicht Windsor, sondern Valeč heißt es und liegt mitten in Böhmen. Vor ein paar Jahren hat die tschechische Regierung die Burg für viel Geld im britischen Stil renovieren lassen. Außer den Dorfbewohnern verirrt sich aber selten jemand hierher. Wenn doch, findet er meistens auch den Weg zu Vojtech. Denn gleich hinter dem S...

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ndPlusBernd Zeller

Print und Online

Vom Print-Bereich sprechen Medienfachleute, wenn sie das Geschäft mit auf Papier gedruckten Zeitungen, Zeitschriften und in selteneren Fällen Büchern meinen und darin übereinstimmen, dass da nicht mehr viel zu holen ist außer Verlusten.

Tragischer Tod auf der Straße

Er war der zweite Sohn eines ungelernten Fuhrmanns, der als Kellermeister auf einem Weingut arbeitete. Einige Monate nach seiner Geburt begann der Erste Weltkrieg. Sein Vater wurde zur französischen Armee eingezogen und in der Schlacht an der Marne so schwer verwundet, dass er wenig später in einem Lazarett starb. Daraufhin musste die Mutter, eine Spanierin, allein für die Familie sorgen....

Hendrik Lasch

Arme Reiche

Die Reichen haben›s auch nicht leicht. Zum Beispiel können sie nicht einfach mal so ein Püllchen Perlwein leeren. Vielmehr muss die Upper Class zunächst Vokabeln pauken, bevor sie sich den edlen Schaumwein kredenzen lässt. Mehr als ein Dutzend spezieller Bezeichnungen sind zu verinnerlichen, um gesellschaftliche Fehltritte vermeiden und Flaschen genau in der Größe bestellen zu können, di...

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Hans-Dieter Schütt

Wahrheitssuche vor Preisschildern

Botho Strauß hat im »Spiegel« einen Essay über den Außenseiter geschrieben. Darin der Gedanke, es habe für den »Transport der Kultur« einst eine »klassische Proportion« gegeben; diese habe auf der »substanziellen Trennung der vielen oder Ausgeschlossenen von den wenigen oder Einbeschlossenen« beruht.

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ndPlusMatthias Krauß

Gottes Wille oder irdisches Machwerk?

Die ostdeutsche Wirtschaft
hinkt der westdeutschen weiter deutlich hinterher. Laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle vom Juli liegt die Zuwachsrate der Wirtschaft Ost nun schon das vierte Jahr in Folge unter der des Westens.

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Johnny Norden

Rokossowski

Sein Meisterstück lieferte der damals 45-Jährige 1941 vor Moskau ab. Die sowjetische Hauptstadt schwebte in höchster Gefahr. Die Wehrmacht hatte bei Jarzewo den letzten Verteidigungsring durchbrochen und Panzerkolonnen der Heeresgruppe Mitte rollten in hohem Tempo heran. Konstantin Rokossowski sammelte mit Hilfe einiger Stabsoffiziere der Roten Armee und einem Funkgerät die zurückweichenden Ein...

ndPlusFrank-Rainer Schurich

Nachrichten von SAM

Im US-amerikanischen Spielfilm »Ghost« (1990) , der den Untertitel »Nachricht von Sam« trägt und in dem Patrick Swayze als Sam Wheat in der Hauptrolle brilliert, wird die Botschaft vermittelt, dass Verstorbene als Geister auf der Erde bleiben, wenn sie noch eine Aufgabe haben. Die in die Welt gestreuten Nachrichten von Snowden, Assange und Manning - deren Anfangsbuchstaben übrigens »SAM« ergebe...

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Budget für Schäden an Kulturstätten

Aus dem Fluthilfepaket von Bund und Ländern werden kurzfristig 100 Millionen Euro speziell für Denkmäler und Kultureinrichtungen bereitgestellt. Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Freitag mit. Wenn die Schäden konkretisiert seien, könne es schrittweise weitere Mittel geben. Besonders betroffen vom Hochwasser waren Sachsen-Anhalt und Sachsen. Allein beim Unesco-Welterbe »Gart...

Schweiz sucht Hymne

Die Schweiz will ihre Nationalhymne aus dem Jahr 1841 durch ein peppigeres Lied ersetzen. Der Text solle moderner ausfallen und die Musik mitreißender werden, erklärte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), die für den Schutz der nationalen Werte und Interessen zuständig ist. Sie plant einen Wettbewerb, für den im ersten Halbjahr 2014 Vorschläge eingereicht werden können. Im zweit...

Völker, Schlacht und Panorama

Im Jubiläumsjahr 200 Jahre Völkerschlacht hat der Künstler Yadegar Asisi diesem historischen Ereignis sein neues Panorama gewidmet. Das monumentale Rundbild wurde am Freitag im Leipziger Panometer eröffnet. Das Riesenbild trägt den Titel »Leipzig 1813 - In den Wirren der Völkerschlacht«. Der in Leipzig aufgewachsene Asisi zeigt mit seinem jüngsten Kunstwerk indessen keine Völkerschlacht-Szenen....

ndPlusKai Agthe

»Meine Seele war wie aus Blei«

Die traumatische Erfahrung Workuta hat der Schriftsteller Horst Bienek viele Jahre mehr oder minder erfolgreich verdrängt. Es brauchte die wiederholte Aufforderung durch Freunde und Kollegen, damit er sich endlich aufraffen konnte, über seine Zeit in Stalins Straflager zu berichten.

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Jürgen Amendt

Vergesst Steinbrück, wählt CDU!

Es kann getrost als Grundregel des Marketinggeschäfts gelten, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Nicht die schriftlich formulierte Botschaft schreibt sich gleichsam als Propaganda-Programm in die Hirne ein, sondern deren visuelle Darstellung.

ndPlusHarald Kretzschmar

Vom Überschreiten uferloser Flüsse

Die Elbe bei Dresden ist mit ihren schwungvollen Windungen ein gar anmutiger Wasserlauf. Leider überschreitet sie immer öfter ihre Begrenzung. Befestigen der Ufer und Schaffen von Freiräumen zum Abfluss wird zur Bürgerpflicht. Da ist die Frage, ob nicht der zeitgenössische Kunstprozess ebenfalls feste Grenzwerte und darüber hinaus freien Auslauf für üppig sprudelnde Kreativität braucht? Man sol...

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Steinbrück auf Cran Canaria

Peer Steinbrück ist ein humoriger Mensch. Das hat sich nur noch nicht überall herumgesprochen. Der SPD-Kanzlerkandidat hat dem »Handelsblatt« ein Interview gegeben. Auf die Frage, warum er im August eine Woche lang keine Wahlkampfauftritte habe, antworte Steinbrück: »Da bin ich noch mal eine Woche auf Gran Canaria und lege mich auf die faule Haut.« Eigentlich habe er den Urlaub bis zum 20. Sept...

ndPlusHarald Neuber

Blogger machen den Etablierten Druck

Die etablierten kubanischen Medien sind in den vergangenen Jahren vor allem durch den verbesserten Zugang zum Internet und das damit einhergehende Wachstum der Bloggerszene unter Druck geraten. In nicht wenigen Fällen wurden Debatten über Missstände im Internet geführt.

Tsipras, Merkel und die FAZ

Alexis Tsipras, Oppositionsführer im griechischen Parlament und Michael Martens, werden in diesem Leben wahrscheinlich keine guten Freunde mehr werden. Martens wollte für die FAZ den Politiker der Linkspartei Syriza interviewen, doch nach nicht einmal acht Minuten brach Tsipras das Gespräch ab. Anlass war die fünfte Frage. Der FAZ-Korrespondent zitierte aus einem Artikel der Athener Zeitung »Ka...

Rudolf Walther

Abschied von einem Relikt der Print-Ära

2008 wurde bekannt gegeben, dass die 2005/06 präsentierte 21. Auflage des Brockhaus vorerst die letzte gedruckte sein wird. Ab dem 15. April 2008 war die Restauflage zwar noch zu kaufen, aber gleichzeitig wurde das Lexikon vollständig und gratis ins Internet gestellt.

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Beutel für große Steine

Die US-Raumfahrtbehörde NASA ist seit langem in der Zwickmühle. Für die intensive Nutzung der Raumstation ISS fehlt ihr ein passendes Transportmittel und das Budget reicht nicht für bemannte Missionen etwa zum Mars. Zwar wurden die Mittel freigegeben, ein neues Raumschiff für bemannte Flüge zu entwickeln, doch schon für neuerliche Mondflüge könnte das Geld zu knapp sein. Vielleicht ist das ein ...

Autobahn der Hölle

Paris (AFP/nd). Eine unterirdische »Autobahn der Hölle« bringt manche Vulkane zu einem superschnellen, überraschenden Ausbruch: Durch diese Entdeckung entstehen einer im Fachblatt »Nature« veröffentlichten Studie zufolge auch neue Möglichkeiten für die Vorhersage von Vulkanausbrüchen. Unter Vulkanen bildet sich eine Magma-Kammer mit geschmolzenem Gestein. Wenn der Druck dort zu groß wird,...

Bakterien-Erbgut als Krebsquelle?
ndPlusReinhard Renneberg, Merseburg, und JoJo Tricolor, Cherville

Bakterien-Erbgut als Krebsquelle?

Viren schleusen ihre Erbinformation in unsere Zellen, so wie ein gemeines Computervirus sein Programm in unseren ahnungslosen PC. Ihr Erbgut übernimmt das Kommando über die Zellmaschinerie und veranlasst diese, Tausende von Viruskopien zu produzieren.

Martin Koch

Lunas geheimnisvolle Kräfte

Wenn der Vollmond am Himmel steht, klagen viele Menschen über Schlafstörungen, und manche fühlen sich am nächsten Morgen wie gerädert. Allerdings ist es Wissenschaftlern bisher nicht gelungen, einen unmittelbaren Einfluss des Mondzyklus auf unseren Schlaf nachzuweisen.

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ndPlusUdo Bartsch

Chipweis im Kreis

Eine durch und durch runde Komposition ist das Legespiel »Rondo«. Spielidee und Regeln ergeben ein harmonisches Ganzes, nichts wirkt überflüssig oder konstruiert. Und rund ist hier selbst das Spielfeld, dessen Gestaltung an ein verspieltes Wagenrad erinnert: Zwei kreisförmige Bahnen sind mit mehreren Streben verbunden. Die bunten Felder zeigen Zahlen von eins bis fünf. Darauf gehören Chips mit ...

ndPlusUlrich Sedlag

Libellenlarve geht mit sich selbst schwanger

Ein Insekt beginnt sein Leben als Larve und endet als Imago (Mehrzahl Imagines). Ausgewachsenes oder erwachsenes Insekt sollte man nicht sagen, denn in vielen Arten sind die Imagines kleiner, als sie es im letzten Larvenstadium waren. Einerseits können sich Insekten direkt entwickeln, andererseits ist eine Puppenruhe eingeschaltet. Bei den meisten Insekten mit direkter Entwicklung untersc...

René Gralla

Zum WM-Start galt Bartpflicht

Sie waren eigentlich das perfekte Fortbewegungsmittel der 70er Jahre: die Klappräder. Später wurden sie belächelt und landeten in Kellerecken und auf dem Schrottplatz. Längst sind sie jedoch von humorbegabten Nostalgikern wieder entdeckt worden.

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Renate Wolf-Götz

Dolce Vita ohne Anstehen am Brenner

Ob zum Segeln an den Gardasee oder zum Wandern nach Südtirol, besonders der Norden Italiens ist ein beliebtes Ziel für einen Kurzurlaub zwischendurch. Abschreckend nur, dass die Anreise mit dem Auto oft zur Geduldsprobe wird. Streckenweise geht es nur im Schritttempo über die Autobahn. »Wir haben schon einmal 14 Stunden gebraucht«, erinnert sich Heike Müller. Dabei hat sie das Schlange stehen a...

ndPlusRobert Luchs

Nur an Feiertagen werden die wenigen Hotelplätze knapp

Man mag es gar nicht mehr verwenden, das Bild von den weitgehend unberührten Stränden, die den Touristen ein Höchstmaß an Erholung und Abwechslung versprechen. Denn viele der einst und auch heute noch als traumhaft gepriesenen Flecken dieser Erde sind überlaufen, verbaut und nicht selten verschmutzt. Aber es gibt sie noch, diese Strände und unerschlossenen Inseln. Sihanoukville in Kambodscha ge...

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ndPlusHeidi Diehl

Die Wildnis beginnt gleich hinterm Deich

Der Jetlag steckt ihm gehörig in den Knochen, vor zwei Tagen erst kam er aus der Wildnis Alaskas. Nun sitzt Andreas Kieling in einem Kanu, um gemeinsam mit seinem Sohn Thore und anderen Naturbegeisterten im Nationalpark Unteres Odertal im Nordosten Brandenburgs zu paddeln.