Seite 1

Unten links

Das Zugwesen entwickelt sich. Der Mainzer Hauptbahnhof wird zum Verladebahnhof, auf dem keine Züge mit Fahrgästen beladen, sondern Letztere verladen werden und deshalb entsprechend geladen sind. Die Gewerkschaft fordert »ein klares Signal«. Dabei gibt es viele klare Signale, die ganz klar auf Rot stehen. Doch noch sind Hopfen und Mainz nicht verloren. Schließlich verfügen die Meenzer über jahrh...

Vom Müssen und Wollen

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zumindest sind eindeutig: Immer mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben einen Zweitjob. Soweit, so klar. Doch wie ist dieser Trend zu bewerten? Wollen oder müssen die Betroffenen mehr arbeiten? Hat das Bundesarbeitsministerium recht, wenn es behauptet, die Verdopplung der Minijobs innerhalb von zehn Jahren sei Ausdruck einer gestiegenen Konsu...

Ferien von der Bahn

Berlin (nd). Der heimliche Traum eines jeden ICE: das Abstellgleis in der Karibik. In früheren Jahren jedenfalls koexistierten »Eisenbahn« und »Urlaub« noch als Wortpaar in harmonischer Beziehung. Heute ist das anders. Der teilweise zum Erliegen gekommene Verkehr auf dem Mainzer Hauptbahnhof ist nur jüngster Fall einer Misserfolgsgeschichte, in der »Deutsche Bahn« für die Fahrgäste inzwischen z...

Westerwelle sieht Wille zum Erfolg bei Nahosttreffen

Jerusalem/Ramallah (Agenturen/nd). Vor der zweiten Runde der Nahost-Friedensgespräche hat sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zuversichtlich zu den Erfolgschancen geäußert. »Der Wille ist spürbar auf beiden Seiten, dass diese Verhandlungen eine echte Chance bekommen«, sagte er am Montag nach Gesprächen mit Regierungsvertretern Israels und der Palästinenser in Jerusalem und Ramallah...

ndPlusFabian Lambeck

Zweitjobs werden zur Normalität

Fragwürdiger Rekord: Die Zahl der Beschäftigten mit Zweitjob hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt. Das Bundesarbeitsministerium hält dies für einen Ausdruck gestiegener »Konsumlust«. LINKE, SPD und Gewerkschaften kritisieren den Boom als Alarmzeichen und fordern die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns.

Seite 2

Noch weniger Züge

Die Deutsche Bahn und die Eisenbahngewerkschaft EVG haben für Mittwoch in Frankfurt am Main ein Spitzengespräch vereinbart. Anlass des Treffens ist der akute Engpass bei der Besetzung des Stellwerks in Mainz, erklärte eine Bahnsprecherin in Berlin.

Hans-Gerd Öfinger

Es war nur eine Frage der Zeit

Strikte Personaleinsparung war einer der Kernpunkte beim vor Jahren begonnenen Privatisierungskurs der Deutschen Bahn. Die Politik hatte daran nichts auszusetzen.

Erich Preuß

Das organisierte Chaos

Das Fehlen von nicht einmal zwei Handvoll kranken oder Urlaub machenden Stellwerksmitarbeitern sorgt für massive Probleme im Bahnverkehr im Rhein-Main-Gebiet. Das Phänomen ist alles andere als neu. Die DB-Führung hat schwere Fehler begangen.

Seite 3
Christiane Sternberg

Protest schwappt nach Zypern

Nordzypern rüstet sich für eine Großdemonstration. »ResistCyprus« nennt sich die Bewegung in Anlehnung an die Proteste in Istanbul (»Resistanbul«). Die Organisatoren rufen die türkischen Zyprer auf, sich gegen die Übermacht Ankaras zu wehren.

ndPlusPedram Shahyar, Istanbul

Der Geist der Gezi-Bewegung lebt weiter

An Plänen, den Gezi-Park zu bebauen, hatten sich in der Türkei landesweit Proteste entzündet. Sie flammen vor allem in der Millionen᠆metropole Istanbul immer wieder auf. Es gibt kleinere Demonstrationen von einigen Hunderten. Sicherheitskräften versuchen sie zu unterbinden.

Seite 4

Prüfstein Büchel

Als die Sowjetunion vor 60 Jahren ihre erste Wasserstoffbombe zündete, arbeiteten die USA schon einige Zeit an den neuesten waffentechnischen Mitteln zur Selbstvernichtung der Menschheit. Die thermonuklearen Monster mit einer Vernichtungskraft jenseits aller Vorstellung sollten die ultimative nukleare Überlegenheit im Rüstungswettlauf der Supermächte garantieren.

Mautgaukler

Alles Wahlkampf, nichts weiter? Die Maut-Ideen von Horst Seehofer damit abzutun, dass sie den Weg alles Irdischen gehen werden, ist durchaus eine nachvollziehbare Reaktion. Doch muss man dem CSU-Chef nicht alles nachsehen, was er an Größenwahn verzapft. Denn der Vorstoß zu einer Maut mit Migrationshintergrund hat außer einer Realisierungschance so ziemlich alle Chancen, etwas zu werden. Ein typ...

Verfluchthafen BER

Die Lage am pannengebeutelten Großflughafen BER in Schönefeld gerät immer mehr zur Farce. Nicht nur, dass mit dem scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Platzeck (SPD) der Chefkontrolleur das Projekt verlässt, mit dem viele Hoffnungen verknüpft waren. Zudem flammt offensichtlich ausgerechnet in dieser ohnehin schwierigen Situation der Streit zwischen den beiden BER-Hauptverantwortlichen...

ndPlusFabian Köhler

Der Totalmegageheimdienst

Täglich enthüllen Enthüller noch totalere Totalüberwachungsprogramme totalitärer Überwachungsstaaten. Doch wer dachte, es könne nicht schlimmer kommen, kennt Kim Dotcom noch nicht. Der kündigte nun den ersten totalmegasicheren E-Mail-Anbieter an.

Tabu, Tabubruch, Pädophilie

Ohne Tabus können menschliche Gesellschaften nicht funktionieren. Zum Tabu aber gehört der Konflikt, die Grenzen der Regelübertretung permanent neu zu bestimmen: 1984 war der damals 18-jährige Autor dieses Textes nahe dran, einem Grünen-Antrag zur Straffreiheit für Pädophile zuzustimmen.

Seite 5

Schröder wirbt bei SPD für Kitagesetz

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat der SPD eine Qualitätsoffensive bei Kindertagesstätten und die gemeinsame Festlegung bundesweiter Qualitätsstandards vorgeschlagen.

ndPlusUwe Kalbe

Seehofer bringt Koalition in Bredouille

CSU-Chef Horst Seehofer macht sich mit seiner Idee einer Pkw-Maut keine Freunde. Außer in der CSU selbst, die die Forderung in ihr Programm zur Landtagswahl im September geschrieben hat, hagelt es von überall Kritik. Am wenigsten erfreut scheinen die Koalitionspartner in Berlin.

ndPlusRené Heilig

Aufklärung geht anders

Das Parlamentarische Kontrollgremium für die Geheimdienste kam am Montag zum dritten Mal zusammen, um Informationen über die NSA-Spionageaffäre und die Zuarbeiten des BND zu bekommen. Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) hatte - wie gewohnt - »entscheidende Schritte bei der Aufklärung« verkündet.

Seite 6

SPD plant Parteitag sofort nach Bundestagswahl

Berlin (AFP/nd). Die SPD will wenige Tage nach der Bundestagswahl am 22. September einen Parteikonvent abhalten. Dieser »kleine Parteitag« sei eine gute Möglichkeit, Parteimitglieder in wichtige Debatten einzubinden und »auch mögliche Koalitionen auszuloten«, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag in Berlin. Der Parteikonvent sei noch für die erste Woche nach der Wahl vorgesehen, s...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Hessens LINKE hoffen auf 5,4 Prozent

Die hessische LINKE sucht vor der Landtagswahl den Schulterschluss mit den Gegnern von Flughafenausbau und Bahnlärm. Bisher scheint die Hoffnung, damit die Fünf-Prozent-Marke zu knacken, nicht aufzugehen.

Hubert Thielicke, Büchel

Katastrophenschutz gegen Atomwaffen

»Rhythm beats Bombs«: Konzerte, Lesungen und eine Blockade gegen den einzigen deutschen Atomwaffenstandort. Rund 750 Leute zelteten von Sonntag auf Montag vor den Toren des Fliegerhorsts Büchel.

Seite 7

Ungarischer NS-Täter Csatary tot

Der ehemalige Nazi-Lagerkommandant Laszlo Csatary ist mit 98 Jahren in Budapest gestorben. Dies bestätigte sein Anwalt am Montag der Nachrichtenagentur MTI. Damit kann eine im Juni gegen Csatary erhobene Anklage in keinen Prozess mehr münden.

Islamisten verschanzen sich

Tausende Anhänger der ägyptischen Muslimbruderschaft haben sich mit selbst gebauten Barrikaden gegen die angekündigte Räumung ihrer beiden Protestcamps in Kairo gewappnet.

Offenbar Anschlag auf Moschee vereitelt

Nur wenige Stunden bevor er offenbar einen Anschlag auf eine Moschee verüben wollte, ist in Frankreich ein Soldat festgenommen worden. Der Feldwebel habe auf eine Moschee in der Nähe der Großstadt Lyon in Zentralfrankreich schießen wollen, teilte das Innenministerium am Sonntagabend in Paris mit.

Oliver Eberhardt, Kairo

Welle der Erwartungen

Israels Regierung hat die Freilassung von 26 palästinensischen Langzeit-Gefangenen abgesegnet. Die Entscheidung ist im Land zutiefst umstritten, zumal die Zukunft der Friedensverhandlungen derzeit ungewiss ist, nachdem das Wohnungsbauministerium den Siedlungsbau forciert hat.

Seite 8
Mathias Peer, Bangkok

Opposition fordert Hun Sen heraus

Der Machtkampf in Kambodscha spitzt sich zu. Zwei Wochen nach der umstrittenen Parlamentswahl hat die Wahlbehörde des südostasiatischen Landes am Montag den erneuten Sieg von Kambodschas langjährigem Regierungschef Hun Sen bestätigt.

ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Rajoy und seinen Lügen

Man habe es in Spanien jetzt mit dem »Fall Rajoy und seinen Lügen« zu tun. So hat Antonio Hernando, Sprecher der sozialdemokratischen Opposition, den Ministerpräsidenten am Montag direkt für die skandalösen Vorgänge in der Volkspartei (PP) verantwortlich gemacht.

Hilmar König, Delhi

Indien lässt die Muskeln spielen

Die Kernwaffenmacht Indien gehört nun auch zum exklusiven Klub der Staaten, die eigene Atom-U-Boote bauen können. Das erste ließ am Wochenende seinen Reaktor an. Am Montag wurde zudem der erste Flugzeugträger des Landes zu Wasser gelassen.

Seite 9

Hochwasser hat Konsequenzen

Nach der Hochwasserkatastrophe im Juni wollen die Länderumweltminister erstmals gemeinsam in einer Sonderkonferenz über mögliche Konsequenzen beraten. Dazu wollen sie sich am 2. September in der thüringischen Landesvertretung in Berlin treffen.

Keiner will verantwortlich sein

In Köln wehren sich die einstigen Chefs von Sal. Oppenheim gegen den Vorwurf der Untreue. Dabei ergeben sich Einblicke in ein sehr spezielles Familienunternehmen.

Hermannus Pfeiffer

Wo ist das Gold geblieben?

Das Auf und Ab an den Börsen geht auch an den Zentralbanken nicht spurlos vorüber. Bei Gold verzeichnen sie Buchverluste. Die Notenbanken dieser Welt haben im ersten Halbjahr fast 450 Milliarden Dollar verloren. Grund ist der Preisverfall bei Gold. So ein Bericht aus London.

Grit Gernhardt

Energiewende ja, aber gerecht

Die Mehrheit der Deutschen steht grundsätzlich hinter dem Zukunftsprojekt Energiewende. Die Kosten wollen die Verbraucher jedoch nicht allein tragen. Das zeigt eine Studie. Energiewende ja, steigende Stromkosten nein - so lässt sich die Forsa-Umfrage zusammenfassen.

Seite 10

Nord-Süd - Termine

HEUTE IN MÜNCHEN - »Verstehen wir die Afrikaner - und sie uns?« Dr. Helmut Danner stellt sein Buch »Das Ende der Arroganz« vor. 19.30 Uhr, EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, Raum 211, 80336 München. Eintritt 5 Euro/3 Euro. MIGRATION - »Sahel Calling - Aufruf zum Handeln - ein Filmprojekt über Mali & den Sahel (OmdU)« Nicht nur ein Film, sondern ein Aufruf zum Handeln »Sahel C...

Misheck Rusere, Harare (IPS)

Kleinbauern füllen die Kornkammern

Moses Chiengerere ist einer von Simbabwes hunderttausenden kleinen Maisbauern, die dafür sorgen, dass die Kornspeicher stets gefüllt sind. Jedes Jahr nehmen die nationalen Getreidekammern 1,8 Millionen Tonnen Getreide auf. Fast alles stammt inzwischen aus der kleinbäuerlichen Produktion. Die kommerziellen Farmer hingegen, die mehrheitlich von der 2000 gewaltsam durchgesetzten Landreform profiti...

Somalia wird monetär ausgehungert
ndPlusMartin Ling

Somalia wird monetär ausgehungert

Es ist ein gewaltiger Schlag ins Kontor: Die britische Bank Barclays zieht sich aus Somalia zurück. »Die Entscheidung könnte für Millionen von Somaliern den Tod bedeuten.« Das sagt der somalischstämmige Brite Mo Farah in Moskau.

ndPlusKnut Henkel

Der Fluch des trockenen Korridors

Im Südosten Guatemalas versucht eine Hilfsorganisation vom Hungertod bedrohte Kinder aus den Bergen zu bergen. Oft wiegen sie nur wenige Kilo, sind bis auf die Knochen ausgemergelt und benötigen dringend medizinische Hilfe. Ein Wettlauf mit der Zeit in der Dürre-Region.

Das Öl ist für die Bevölkerung ein Fluch

Die Weltbank wollte aus der Erdölförderung in Tschad ein Modellprojekt machen, das Armutsreduzierung und Entwicklung begünstigen sollte. über die Bilanz nach zehn Jahren Erdölförderung sprach mit Delphine K. Djiraibé, Anwältin und Menschenrechtskämpferin, für »nd« Martin Ling.

Seite 11

Von Gerkans Abrechnung

Der Architekt des neuen Hauptstadtflughafens, Meinhard von Gerkan, geht in einem Buch über das Krisenprojekt hart mit den Verantwortlichen ins Gericht. Abermals kritisiert der 78-Jährige die häufigen Planänderungen während der Bauphase und wirft der Politik vor, gegen die Bauleitung Eröffnungstermine nach dem politischen Kalender gesetzt zu haben.

Rechte wollen demonstrieren

Die rechtsextreme Partei »Pro Deutschland« ruft für Mittwoch, den 21. August, zu einer Demonstration gegen das geplante Asylbewerberheim in Hellersdorf auf. Auf ihrer Internetseite veröffentlichte die Partei dazu am Montag einen Text. Um 9:30 wollen die Rechtsextremen ihre Demonstration vor dem Einkaufszentrum »SpreeCenter« beginnen.

Wo kämpfen sie denn?

Viele Berliner Bundestagsabgeordnete und andere Kandidaten sind dieser Tage auf Stimmenfang. Um sie tatsächlich live zu erleben, muss der Wähler aber die Terminspalten durchgehen. Ein zufälliges Treffen auf der Straße ist derzeit noch ziemlich unwahrscheinlich.

Einhäupl bleibt weiter Chef der Charité

(dpa). Professor Karl Max Einhäupl steht weiterhin an der Spitze der renommierten Berliner Charité. Der Aufsichtsrat des landeseigenen Unternehmens bestätigte am Montag den 66-jährigen Neurologen für weitere fünf Jahre in seinem Amt. Einhäupl leitet seit dem 1. September 2008 Deutschlands größtes Universitätsklinikum. Zuvor war der gebürtige Münchner bereits seit 1992 Direktor der Klinik für Ne...

Fünfeinhalb Jahre Haft gefordert

(dpa). Nach der tödlichen Prügelattacke gegen Jonny K. am Alexanderplatz hat die Staatsanwaltschaft fünfeinhalb Jahre Haft für den mutmaßlichen Haupttäter gefordert. Onur U. sei der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, sagte Ankläger Michael von Hagen am Montag in seinem Plädoyer vor dem Berliner Landgericht. Der 20-jährige Angeklagte habe die Angriffe auf den jungen Berliner mit einem Fau...

ndPlusMalene Gürgen

Vernetzen, feiern, kämpfen

Rassismus ist kein Randphänomen. Das ist die Botschaft und der Ansatz des »Festival gegen Rassismus«, das am kommenden Wochenende auf dem Kreuzberger Blücherplatz stattfindet. Unter dem Motto »Rassismus geht uns alle an« gehts 2013 in Runde zwei.

Seite 12

Young Euro Classic beendet

(dpa). Das 14. Jugendorchester-Treffen Young Euro Classic ist am Sonntag nach knapp drei Wochen zu Ende gegangen. Insgesamt 28 000 Besucher lauschten im Konzerthaus am Gendarmenmarkt den Aufführungen der 1550 Musiker, die auch aus Ländern wie Mexiko, Brasilien, Australien und Thailand kamen. Der mit 5000 Euro dotierte Europäische Komponistenpreis ging an die Italienerin Silvia Colasanti, wie di...

Gemäldegalerie: Umzug wohl vom Tisch

(dpa). Die mit Spannung erwartete Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Berliner Gemäldegalerie soll jetzt am 21. August vorstellt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa schlägt sie als realistischste Option einen Neubau für das geplante Museum der Moderne an der Neuen Nationalgalerie in der Nähe des Potsdamer Platzes vor. Der umstrittene Umzug der Alten Meister von der Gemäld...

Neue Wilde aus Süd-Ost

(nd). Die Gründungszeit des Kreuzberger Clubs SO36 beleuchtet die Galerie Brennecke mit der Ausstellung »Süd-Ost 36 - 1978-79«. Vernissage ist am heutigen Dienstag ab 19 Uhr. Am 13. August jährt sich die Gründung des SO36 zum fünfunddreißigsten Mal. Laut Galerie werden in der Ausstellung nie gezeigte Arbeiten, vorwiegend von Malern der Gruppe der »Neuen Wilden« aus den Jahren 1978-1979 pr...

Flüchtlinge auf Tournee

(nd). Der Dokumentarfilm »Can›t be silent« feiert am heutigen Dienstag (21.15 Uhr) Berlin-Premiere im Freiluftkino Kreuzberg. Das Porträt einer aus Asylsuchenden bestehenden Band von Julia Oelkers läuft am Donnerstag in den Kinos an. Mit ihrer Musik bringen sie Tausende von Menschen zusammen, doch selbst sind sie nicht berechtigt, den nächstliegenden Bezirk zu betreten: Die Musiker...

Harald Kretzschmar

Kontra dem Hammel, Zucker dem Affen

Gibt es eine politische Malerei? Mit sich an gewisse Beispiele erinnerndem Zorn sagen die einen: Keinesfalls! Denn Politik töte Kunst, und Kunst könne nur leben ohne Politik. Die anderen werfen ihr »Warum eigentlich nicht?« in die Debatte.

Seite 13

LINKE fordert Schließung von Nazi-Treff

Die jüngste Attacke erfolgte in der Nacht zum 12. August auf das Wahlkreisbüro der LINKEN-Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch. Die Scheiben wurden beschmiert und beklebt - unter anderem mit rechtsextremistischen Aufklebern.

Tüfteln wie die Profis

(dpa). Tüfteln, experimentieren und eigene Projekte erforschen: Schüler mit einem Faible für Naturwissenschaften oder Technik können dies in Berlin künftig unter Profibedingungen tun. An diesem Mittwoch wird in Neukölln das erste Schülerforschungszentrum für Berlin und Brandenburg eröffnet - als Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftssenatsverwaltung, TU Berlin, Lise-Meitner-Schule und vielen we...

ndPlusJoachim Mangler, dpa

Seichtes Fahrwasser

Der Rostocker Hafen ist der größte in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist damit nicht nur ein Aushängeschild des Landes, sondern auch ein Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Und die sieht gerade nicht rosig aus.

Ralf Hutter

Stiften mit den Arbeiter-Samaritern

»Es wird generell mehr vererbt«, sagt Helga Wurbs. »Es gibt aber auch immer mehr alte Menschen, die alleine sind. Der Familienverbund ist nicht mehr so wie früher.« Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), in dessen Bundesvorstand Wurbs sitzt, bemüht sich jetzt verstärkt um das Geld solcher Menschen. In Berlin geht das besonders erfolgreich, sagt Wurbs, die selber aus Kassel kommt. Eine Erbscha...

Anja Krüger

Jungpädagogen zwischen allen Stühlen

Für angehende Lehrer in Nordrhein-Westfalen wird der Berufseinstieg in diesem Jahr besonders schwer. Wer gesellschaftswissenschaftliche Fächer unterrichten möchte, hat nach Einschätzung der Gewerkschaft schlechte Aussichten, eine Stelle zu finden.

Seite 14

Geschirrspüle im Beichtraum

Autowerkstatt, Bildhaueratelier oder Museum - ungewöhnliche Ideen füllen verwaiste Kirchen mit neuem Leben. Sogar gut wohnen lässt sich in einem einst frommen Haus, wie ein Beispiel aus Sachsen zeigt.

ndPlusAndreas Fritsche

Bund gibt Millionen für Garnisonkirche

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) spendiert aus seinem Etat in den kommenden zwei Jahren je sechs Millionen Euro für den umstrittenen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Damit stellt der Bund mindestens zwölf Millionen Euro zur Verfügung.

Marco Krefting, dpa

Papierkrieg um Asien

In Baden-Württemberg triezt die CDU die sozialdemokratische Integrationsministerin Bilkay Öney wie kein anderes Mitglied des grün-roten Kabinetts. Nun ist ausgerechnet der CDU-Fachfrau ein Lapsus passiert, den Öney prompt nutzt.

ndPlusHagen Jung

Im Reich des schwulen Heidekönigs

Er ist einzigartig in Deutschland: der Lüneburger Heidekönig. Analog zu den traditionellen Heideköniginnen präsentiert die niedersächsische Schwulen-Initiative »hin und wech« seit dem Jahr 2000 ihren eigenen Monarchen.

ndPlusAndreas Fritsche

Spülmaschine für die Küche

LINKE-Spitzenkandidatin Diana Golze besucht vor der Bundestagswahl am 22. September alle zehn Wahlkreise in Brandenburg. Am Montag fuhr sie durch Oder-Spree, begleitet von dem dortigen Bundestagsabgeordneten Thomas Nord (LINKE), der in Frankfurt (Oder) wohnt.

Seite 15

Prozess beginnt

Mariana Dragu, Kuratorin des Bukarester nationalen Kunstmuseums, hat nach eigenen Angaben zwei der sieben wertvollen Gemälde gesehen, die im Oktober 2012 aus der Rotterdamer Kunsthalle gestohlen wurden. Im November 2012 sei sie von einem Kunstsammler, der die Werke kaufen wollte, gebeten worden, diese zu schätzen, sagte Dragu der rumänischen Tageszeitung »Adevarul« vom Montag. Sie habe damals u...

Wella-Erbin springt ein

Die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher hat sich bereiterklärt, offene Autorenhonorare des insolventen Suhrkamp- Verlags vorübergehend zu bezahlen. Der Verlag werde diese Zwischenfinanzierung an die Firma der Familie Ströher zurückerstatten, sobald es das Insolvenzverfahren zulasse, sagte Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil am Montag auf Anfrage. Sie bestätigte damit einen Bericht der »Fra...

Harald Loch

Realistisch, nicht ängstlich

Das richtige Buch nach Hitze und Hochwasser in Deutschland: Titel zu Klimawandel und Katastrophen haben Konjunktur, Abwiegelung wider besseres Wissen ebenfalls. Handlungsbedarf besteht nicht erst im Futur! Futur zwei droht: Wir werden versagt haben! Deshalb hat Harald Welzer, Direktor von »Futur zwei - Stiftung Zukunftsfähigkeit«, zusammen mit Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdamer Instit...

ndPlusGeorg Leisten

Das große Glitzern

Hautenge Provokationen, grelle Schminke und Plateauschuhe. Es war David Bowie, der mit seinem Bühnenoutfit als androgyner Jung-Gott Ziggy Stardust zur bis heute unangefochtenen Ikone des Glam Rock aufstieg. Bald wurde er zum Lebenskunstprojekt einer ganzen Generation.

Seite 16

Festwoche im Herbst

Als Ersatz für die ausgefallenen Händelfestspiele in Halle laden vom 13. bis 17. November die »Händel im Herbst«-Tage zu Konzerten ein. Mit der Reihe wolle sich die Stiftung Händel-Haus für die »große Unterstützung nach der Absage der Händelfestspiele im Juni« bedanken, teilte das Haus am Montag mit. So sei das Auftaktkonzert mit der Hamburger Ratsmusik und der Sopranistin Dorothee Mields für a...

ndPlusMona Grosche

Verkaufte Bräute

Ein ganz besonderes Buch: Die US-amerikanische Autorin Julie Otsuka erzählt die Geschichte jener japanischen Frauen, die 1919 als »Picture Brides« in die USA kamen, um zu heiraten. Die Männer, die ihnen dort ein besseres Leben versprochen haben, kennen sie nur von Fotos. Dennoch machen sie sich auf den weiten Weg, um in einer Welt zu leben, wie sie kaum fremder sein konnte. Doch schon bei...

Roland Mischke

»Einzige deutsche Mozartstadt«

Der Hamburger Pianist Sebastian Knauer hat in Augsburg ein neues Festival ins Leben gerufen. 2012 lief es zum ersten Mal über Bühnen der Fuggerstadt. Die Grundidee: In Augsburg wurde Leopold Mozart geboren, der, als er in Salzburg eine Familie gründete, darauf bestand, dass seine Kinder die Augsburger Bürgerschaft bekamen. »Wolferl« war bis zum Tod Augsburger. Er kam oft in die »vatterstatt mei...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der Lebensunternehmer

Hinter jeder Ecke lauert dem Schreibenden eine Empfehlung auf: Sei verständlich! Hinter jedem Anlass schnellt dem öffentlich Denkenden die Warnung hervor: Strapazier nicht, überfordere nicht, sei kompatibel! Einsamkeitswille im Ausdrucksgewerbe?, nein, das ist verpönt.

Seite 17

Nutzen und schützen

Weil der Wildbestand einiger Pflanzen als gefährdet gilt, Menschen aber mehr auf die Heilkraft der Natur setzen, werden Heilpflanzen mit Hilfe der Wissenschaft kultiviert. »Durch die Züchtung und den kontrollierten Anbau wirkstoffreicher Arten entstehen Naturprodukte, die in hoher pharmazeutischer Qualität und ausreichender Menge geerntet werden können«, begründet Maximilian Weigend, Direktor d...

ndPlusEric Breitinger

Anregend

Noch Ende des 18. Jahrhunderts stand Kaffee im Verdacht, krank und süchtig zu machen und die Moral zu zersetzen. Preußens König Friedrich II. erschwerte den Import von Kaffeebohnen durch eine horrende Luxussteuer. Die Untertanen des »Alten Fritz« sollten lieber weiterhin Biersuppe löffeln - und die heimische Brauwirtschaft fördern. Heute zieht Karen Nieber, Professorin für Pharmakologie a...

Wie Ingwer Krebspatienten hilft

Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen. Warum die Ingwerwurzel ihnen bei der Bekämpfung der Übelkeit hilft, fanden Wissenschaftler jetzt heraus.

ndPlusRenate Wolf-Götz

Eine halbe Flasche am Tag

Ein Gläschen Sekt für den Kreislauf, nach dem Essen ein Schnaps und zum Feierabend ein Bier - für die meisten Menschen gehören alkoholische Getränke zum Alltag. Im Alter nimmt die Verträglichkeit jedoch merklich ab.

Seite 19
ndPlusOliver Händler

Siegerküsse

Volker Becks Engagement für die Rechte von Schwulen und Lesben ist unbestritten groß. In Russland hat sich der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag bei einer Demonstration schon eine blutige Nase dafür eingefangen. Trotzdem ist sein Vorschlag, die Olympischen Winterspiele 2014 von Sotschi an einen anderen Ort zu verschieben extrem weltfremd. Dass Sportboykotte keine politisc...

Cai-Simon Preuten und Kristof Stühm, SID

Nicht mal geschenkt

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau sind gerade einmal drei Tage alt, da hat die Stimmung beim weltgrößten Sportereignis des Jahres bereits ihren Tiefpunkt erreicht. Selbst Superstar Usain Bolt sorgte bei seinem Sprint am Sonntagabend nicht für die Wende.

Jirka Grahl

Stottern und bremsen

Der deutsche Fußball rühmt sich neuer Blutkontrollen. Dabei bremst er immer noch den Antidopingkampf aus, denn die Testzahl ist viel zu gering für eine wirksame Doperjagd. Und die FIFA ist wohl kaum Musterbeispiel für Transparenz und Glaubwürdigkeit.

Seite 20
ndPlusBac Pham, dpa

»Wir können sie doch nicht einsperren«

Vater und Sohn, die nach 40 Jahren im Wald in Vietnam entdeckt wurden, wollen zurück in ihre alte Welt. Die Behörden möchten sie im Dorf ansiedeln, aber viele finden, ihr Wunsch soll respektiert werden.