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Unten links

Klaus Wowereit kommt nicht dazu, Berlin zu regieren. Er hat einfach zu viel zu tun. Jetzt sollte er auch noch in den Bundestag. In einem Berliner Stadtbezirk hatte die SPD Wahlplakate mit seinem Bild aufgehängt. Wowereit steht zwar nicht zur Wahl - trotzdem. Er sei nur Platzhalter gewesen, versuchten seine Genossen zu erklären. Bis die richtigen Plakate eingetroffen wären. Platzhalter - das ist...

Hart, aber hilflos

Auf »Härte« setzt in der ägyptischen Krise jedermann gern. Nun droht die Regierung in Kairo den Muslimbrüdern auch noch mit deren Verbot. Die wiederum demonstrieren längst nicht mehr nur unter Berufung auf Demokratie ihrem gestürzten Präsidenten hinterher. Sie setzen den roten Hahn auf Regierungsdächer und tragen Waffen nicht nur zur Schau. Die einen wie die anderen haben mit »Härte« bereits üb...

Al-Sisi droht Muslimbrüdern

Kairo (Agenturen/nd). Der ägyptische Armeechef, General Abdelfattah al-Sisi, hat die Muslimbrüder aufgefordert, ihren Protest aufzugeben. Stattdessen sollten sie sich wieder am politischen Prozess beteiligen. Gleichzeitig drohte der neue starke Mann am Nil, die Sicherheitskräfte würden nicht schweigend zuschauen, wie die Entwicklung des Landes von den Anhängern des Ex-Präsidenten Mohammed Mursi...

ndPlusJohanna Treblin

NSU-Bericht mit Leerstellen

Der NSU-Untersuchungsausschuss will diese Woche seinen Abschlussbericht vorlegen. Nach der Intervention des Innenministeriums wird er um einige Textstellen kürzer ausfallen.

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ndPlusKurt Stenger

Maut-Vorstoß gegen mauen Wahlkampf

Es war ein absehbares Ergebnis: Eine Mehrheit von 56 Prozent lehnt laut einer aktuellen Emnid-Umfrage die Einführung einer allgemeinen Pkw-Maut ab. Genau umgekehrt sieht es aus, wenn die Autobahngebühr andere zahlen sollen: sprich Ausländer. Dies hatte sich wohl auch CSU-Chef Horst Seehofer so gedacht, als er im vor sich hin dümpelnden Wahlkampf diese Forderung in den Ring warf. Natürlich war i...

Rainer Balcerowiak

Diskriminierungsfrei muss die Vignette sein

Mit seinem Ruf nach einer Pkw-Maut für Ausländer hat CSU-Chef Horst Seehofer für einen der wenigen Aufreger im Wahlkampf gesorgt. Der Vorstoß widerspricht allerdings dem EU-Recht. Hierfür gibt es eindeutige Bestimmungen. Kurz gesagt: alle oder keiner.

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Julian Marioulas, Qingdao

Gaokao - größte Prüfung der Welt

Das neue Hochschuljahr beginnt mit großen Erwartungen und birgt manche Prüfung. Doch in China hat die Studentenschaft vielleicht schon vorher das Schlimmste hinter sich. Gaokao, die Nationale Zugangsprüfung, versetzt das Reich der Mitte in eine Art Ausnahmezustand.

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Der Autoverkehrsminister

Eigentlich sollte die Deutsche Bahn AG längst teilprivatisiert sein. Dies zumindest hatte den Vätern der Bahnreform von 1994 vorgeschwebt, als die Bundesbahn in einen eigenständigen Konzern umgewandelt wurde, der Nah-, Fern- und Güterzüge betreibt, das deutsche Schienennetz in weiten Teilen verwaltet und ein international tätiger Logistiker ist. Die Börsenpläne haben sich glücklicherweise längs...

Schluss mit dem Ausverkauf!

Nutzerdaten seien das »Erdöl des 21. Jahrhunderts«, formulierte ein Internet-Trendforscher einmal. Insofern stellt der jetzt bekannt gewordene Verkauf von Patientendaten einen interessanten Fall dar. Handelt es sich hier doch um teilweise noch mechanisch aggregierte Daten. Schließlich stammen die ältesten Datensätze aus dem Jahr 1992. Damals begann der unaufhaltsame Aufstieg des Personal Comput...

Ohne Worte

Nun hat also auch Jacques Rogge gesprochen. Und was der IOC-Präsident zur Debatte um das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland kundgetan hat, war zu erwarten. Leider, muss man sagen. Denn: Er hat den Athleten mit Blick auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014, die im Februar beginnen, vorsorglich einen Maulkorb erteilt. Proteste sind nicht gestattet. Sonst droht der Ausschluss. Er ...

Olaf Standke

Satans Freund

Er galt als Wackelkandidat im Kabinett des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, doch Mohammed Dschawad Sarif hat in der Vorwoche schließlich auch die parlamentarische Hürde genommen und wurde am Wochenende als Außenminister vereidigt. Der 1960 in Teheran geborene Diplomat ist vor allem dem erzkonservativen Klerus in Teheran ein Dorn im Auge. Sarif, der perfekt Englisch spricht, hat...

Das Wahldilemma der SPD

Man hört dieser Tage oft, es gebe zwischen den zur Wahl stehenden oder den tatsächlich chancenreichen Parteien keine großen programmatischen Unterschiede mehr. Ganz im Gegenteil, meint Christoph Butterwegge. Die Wahlprogramme weisen diesmal deutlichere Konturen auf.

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Jubeldemo zum Deutschlandfest

Die SPD feierte am Samstag am Brandenburger Tor mit dem »Deutschlandfest« ihr 150-jähriges Bestehen. Rund 300 000 Menschen nahmen nach SPD-Angaben an den Feierlichkeiten teil. Auch das »Jubelkomitee« feierte am Samstag den Geburtstag der Sozialdemokraten. Nur anders.

Patienten werden ausgespäht

In Deutschland werden nach Informationen des Nachrichtenmagazins »Spiegel« Millionen Ärzte und Patienten ausgespäht. Das süddeutsche Apothekenrechenzentrum VSA in München verkaufe Patientendaten in unzureichend verschlüsselter Form an Marktforschungsunternehmen.

ndPlusMarcus Meier

Demokratie statt Filz aus SPD und RWE

»Reclaim Power«, eine Radtour linker Energie-Aktivisten, ist in Nordrhein-Westfalen angekommen. Am Samstag fanden erste Proteste gegen den RWE-Konzern und dessen Kohlepolitik statt. Die Gewerkschaften IG BCE und ver.di planen derweil Aktionen gegen die Klimaschützer.

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ndPlusReimar Paul

Islamfeinde machen Wahlkampf

Die rechtspopulistische und islamfeindliche Partei »pro Deutschland« plant in den letzten Wochen vor der Bundestagswahl in mehr als 40 Städten Kundgebungen unter dem Motto »Zuwanderung stoppen - Islamisierung verhindern«. Auftakt ist am 21. August in Berlin.

Susann Witt-Stahl

Blauäugig gegenüber Blauhemden

Rund 900 Menschen feiern mit der »Alternative für Deutschland« mit einer Demonstration durch Hamburg den Wahlkampfauftakt. Auf Plakaten fordern Teilnehmer Merkel auf, mehr an Deutschland zu denken.

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Atomstreit ist für Irans Präsidenten Ruhani Chefsache

Der neue iranische Präsident Hassan Ruhani will mehr Einfluss auf die Atomverhandlungen mit dem Westen nehmen. Die Atompolitik sei nun Chefsache, sagte der neue iranische Atomchef Ali Akbar Salehi laut Medienberichten am Sonntag. Ruhani müsse entscheiden.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Frankreich braucht eine Gefängnisreform

Frankreichs Kassationsgerichtshof hat jetzt entschieden, dass eine Reihe von Häftlingen freigelassen werden müssen, weil die rechtlichen Voraussetzungen für ihre Verurteilung nicht gegeben waren. Anlass für die rechte Opposition, der Linksregierung »extreme Nachsicht gegenüber Kriminellen« vorzuwerfen.

ndPlusOliver Eberhardt, Kairo

Muslimbruderschaft in der Enge

Ägyptens Regierung erwägt ein erneutes Verbot der Muslimbruderschaft. Zuvor hatte es am Freitag erneut mindestens 173 Tote gegeben. Die Führung der Organisation hat dennoch zu weiteren Protesten aufgerufen - und lehnt jede Verantwortung für das Handeln einiger ihrer Anhänger ab.

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Irina Wolkowa, Moskau

Drehkreuz Wostotschny steht still

Die russische Luftwaffenbasis Wostotschny bei Uljanowsk sollte zum Drehkreuz beim Abzug der NATO-geführten Schutztruppe ISAF aus Afghanistan werden. Doch es steht still. Der Transport eines Containers via Uljanowsk würde 50.000 Euro kosten. Das ist mehr als nur eine Frage des Preises.

Ian King, London

Labour sucht eigene Ecken und Kanten

In der Sommerzeit ist trotz des Broadway-Liedes das Leben nicht leicht - zumindest nicht für Oppositionsführer Ed Miliband. Die wirtschaftliche Lage verbessert sich , zum ersten Mal seit Camerons Regierungsantritt. Labours Umfragevorsprung schmilzt auf nur sechs Prozent zusammen.

ndPlusMarkus Plate, San José

Millionen Menschen ohne Zugang zu sozialen Systemen

Vierzig von hundert Menschen in Zentralamerika leben nicht nur in Armut und gehen allenfalls informellen oder entrechteten Beschäftigungen nach, sondern sind von allen sozialen Sicherungssystemen ausgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Erhebung »Estado de Centroamerica«.

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Teure Flutkatastrophen

Die finanziellen Schäden bei Flutkatastrophen rund um den Globus nehmen einer Studie der Weltbank zufolge rapide zu. Ohne Investitionen in den Hochwasserschutz könnten die jährlichen Kosten bis 2050 auf über eine Billion Dollar steigen, heißt es in einer Publikation.

Ramsauer: DB-Dividende investieren

Mainz/Hamburg (dpa/nd). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will als Konsequenz aus dem Personalchaos der Deutschen Bahn in Mainz einen »größeren Teil« der Dividende des Staatskonzerns wieder in das Netz investieren. »Und schließlich werden wir veranlassen, dass die Gewinne der Netz AG als Investitionen wieder ins Netz zurückfließen«, sagte der CSU-Politiker dem Nachrichtenmagazin »Spiegel«. ...

ndPlusHarald Neuber

Nur ein vermeintlich starker Partner

Die EU und die USA setzen beim Handel mit Lateinamerika vor allem auf die Pazifik-Allianz. Das rasche Wachstum der Pazifik-Allianz ist vor allem dem Druck der USA und der EU geschuldet. Aber welche Perspektive hat dies?

Roland Bunzenthal

Der Schatz der Krankenkassen

Die Krankenkassen erwirtschaften derzeit Überschüsse, der guten Konjunktur wegen. Überschüsse wecken Begehrlichkeiten. Voraussichtlich kurz nach Karneval dürfte deshalb der Kampf um den »Schatz« der gesetzlichen Krankenkassen beginnen.

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ndPlusSteffen Schmidt

»Grüne« Produkte

Viele sortieren ihren Müll, manche versuchen sogar schon beim Einkauf Müll zu vermeiden. Und nicht wenige sind in den letzten Jahren vom angestammten Stromversorger zu einem Ökostromanbieter gewechselt. Auch breiten sich die Bio-Supermärkte immer weiter aus. Und nicht nur Ostdeutsche haben den Vorzug regionaler Produkte (wieder) entdeckt. Bloß: Wie sicher kann man eigentlich sein, dass man beim...

ndPlusSusanne Aigner

Landschaftspfleger auf vier Beinen

Weltweit verschwindet jede Woche mindestens eine Nutztierrasse. Erklärtes Ziel der Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen ist es deshalb, gefährdete Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Jedes Jahr wird eine davon zur Rasse des Jahres erklärt. In diesem Jahr ist es das Leineschaf.

Marko Ferst

Die Welt nach dem Klimakollaps

Eine globale Wende bei der Emission von Treibhausgasen ist nicht in Sicht. Da lohnt es, sich mit den Folgen zu befassen. Ein neues Buch versucht, einem möglichen sozialen Kollaps positive Seiten abzugewinnen.

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Viel zu tun für die Polizei

(nd-Hutter). Am Sonnabend hatte die Polizei in der Hauptstadt außergewöhnlich viele Veranstaltungen zu begleiten. Dies sagte ein Sprecher am Sonntag auf nd-Anfrage. Er nannte zehn politische Veranstaltungen, bei denen die Polizei im Einsatz war, etwa das sogenannte Deutschlandfest der SPD sowie Solidaritätsdemonstrationen für Flüchtlinge und die »ägyptische Revolution«. Den Angaben zufolge ware...

Bischof für Aufnahme von Flüchtlingen

(epd). Der evangelische Bischof Markus Dröge hat sich für die Aufnahme von Flüchtlingen in der Hauptstadt ausgesprochen. »Es ist Bürgerpflicht, in Wort und Tat dazu beizutragen, dass unser Land seine humanitäre Verantwortung wahrnehmen kann«, erklärte Dröge am Sonntag in seiner Predigt im Berliner Dom. Die Herausforderungen durch die wachsende Zahl an Asylbewerbern stellten für die Stadt keine ...

Es fehlen nur noch 400 Wahlhelfer

(dpa). Seit die Entschädigung für Wahlhelfer erhöht wurde, melden sich in Berlin deutlich mehr Freiwillige. Inzwischen fehlten nur noch 300 bis 400 Helfer für die Bundestagswahl am 22. September, sagte Geert Baasen, Leiter der Geschäftsstelle des Landeswahlleiters. »Nur in den Bezirken Pankow, Tempelhof-Schöneberg und Reinickendorf werden noch Freiwillige gebraucht.« Er sei zuversichtlich, in d...

Der Flughafen ist schnuppe

Flughafenchef Hartmut Mehdorn setzte sich durch und darf darauf hinarbeiten, dass der Großflughafen Schönefeld im kommenden Jahr als kleiner Testballon startet. Quasi durch den Seiteneingang am Nordpier sol das Terminal schon einmal benutzt werden, das wegen der nicht einwandfrei funktionierenden Entrauchung im Brandfall noch nicht komplett in Betrieb genommen werden kann. Möglichst ab März ode...

ndPlusCelestine Hassenfratz

Mal männlicher, mal weiblicher

Laut, unangepasst und vielfältig: Unter dem Motto "Feminism now" fand bereits zum siebten Mal das feministische LaDIYfest in Berlin statt. Konzerte, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Diskussionen und Workshops standen auf dem Programm. Ganz nach dem Motto: "Do it yourself".

Judith Rakowski

Herkulesaufgabe Tempelhof

Das letzte Flugzeug drehte im Oktober 2008 seine Runde, seither ist der Tempelhofer Flughafen stillgelegt. Einblick in Zustand, Sanierung und Nutzung konnten sich Interessierte am Sonnabend verschaffen. Besucher wurden durch Teile des Komplexes geführt.

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Robert Rescue

Augen auf beim Einkauf

Aus den Augenwinkeln heraus sehe ich, wie die Kassiererin eine dünne gelb-grün-rote Verpackung über den Scanner zieht. Ich denke mir, das wird ein Werbegeschenk sein, weil mein Einkauf 20 Euro übersteigt. Einen genauen Blick auf die Verpackung werfe ich beim Verstauen nicht. Zuhause angekommen packe ich den Einkauf aus und staune. In den Händen halte ich eine Packung »Fenster-Streifen gegen Fli...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der dreifache Jude

Der dunkle Klang einer manneskräftigen Stimme: Ben Becker. Der farbvolle Wechselton einer gleichsam lebenssüchtigen Klarinette: Giora Feidman. Ein Duo. »Zweistimmig« heißt diese CD - Dichtung Paul Celans, gelesen vom Schauspieler; umkreist, eingebettet, umfühlt vom Spiel Feidmans und seines Ensembles. Paul Celan: ein großer Dichter, 1920 in Cernowitz geboren, 1970 in Paris gestorben. Frei...

ndPlusVelten Schäfer

Wochenschau und Surferstrand

»Hatten Sie auch gedacht, dass diese Skateboards so ein kalifornisches Surfer-Ding seien? Erfunden von braungebrannten Sunny- und Beachboys als lässige Körperübung für Zeiten mit zu flacher Brandung?« Jürgen Blümlein macht eine kurze Kunstpause, nachdem er seine Zuhörer das gefragt hat. Dann rückt der Mittdreißiger mit der Pointe heraus: Nicht ganz falsch, aber doch weit gefehlt. Die vermutlich...

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Florian Wagener

Sport mit Rücksichtnahme auf den Einzelnen

Aus vielen Teilen der Republik sind sie für das Wochenende in die Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg gekommen, um den zweiten bundesweiten »Wheel-Soccer-Cup der Rolli-Kids« auszutragen. Zehn Teams treten bei diesem in Deutschland bislang einmaligen Turnier gegeneinander an.

ndPlusSalomé Stühler

Uhlandstraße barrierefrei

Mühsam windet sich der Rollator um die enge Kurve. Nur beschwerlich geht es für die Frau an der Gehhilfe vorwärts. Die Passanten schauen neugierig, einige bleiben stehen und lächeln. Doch es hilft niemand. In diesem Fall allerdings ist das nicht schlimm. Denn die leicht gebeugte Gestalt, die den Rollator vor sich herschiebt, ist eine gerade mal 50-jährige schlanke Frau im Sommerkleid. Eigentlic...

Olaf Harning

Big Brother in Schleswig-Holstein

Big Brother is watching you: Wer speichert wie lange und wozu die Daten aus der Überwachung von Handys in Schleswig-Holstein? Das wollte die Piratenfraktion im Kieler Landtag herausfinden. Das Ergebnis empört nicht nur die Piraten, am Mittwoch kommt das Thema in den Landtag.

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Einbürgerung gefeiert

Potsdam (epd). Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) hat sich für eine Öffnung der Gesellschaft gegenüber Einwanderern ausgesprochen. »Nur ein offenes Land, eine offene Gesellschaft ist auch empfänglich für Neues und wird Fortschritte machen«, erklärte Fritsch am Sonntag beim zentralen Einbürgerungsfest des Landes in Potsdam. Fritsch rief zu »vermehrten Anstrengungen für eine gelebte Willkomme...

Verkehrswacht wünscht sich Helmpflicht

Die Landesverkehrswacht plädiert für eine allgemeine Helmpflicht für Fahrradfahrer. Sie bedauert die Ansicht der rot-roten Landesregierung, dass dafür nicht genug Gründe vorliegen würden, teilte die Verkehrswacht am Sonntag mit. Sie reagierte damit auf eine Antwort des Infrastrukturministeriums auf eine parlamentarische Anfrage.

ndPlusClaudia Götze, dpa

Mehr als 1200 Notinseln für Kinder

Kleiner Aufkleber, große Wirkung: Wenn Kinder Hilfe brauchen, sollten sie nach dem Zeichen »Notinsel« an Geschäften und Behörden suchen. In Thüringen gibt es derzeit mehr als 1200 solcher Zufluchtsorte.

Alice Bachmann, Bremen

Hochzeit am Rande des Abgrunds

Eigentlich ist der Bremer ZARM-Fallturm für Experimente unter Schwerelosigkeit errichtet worden. Künftig kann man passenderweise dort auch heiraten. Während das Heiraten nicht als wissenschaftliche Tätigkeit gilt, gilt die Ehe oft schon als »Wissenschaft für sich«.

Wilfried Neiße

Zu Lebzeiten bekannter als der Vater

»Nicht Bach - Meer sollte er heißen«, schrieb einmal Ludwig van Beethoven. Wenn im kommenden Jahr nun allerorts Bachfestspiele und Bachtage stattfinden, dann aber ausnahmsweise nicht zu Ehren von Johann Sebastian Bach. Vielmehr ist es sein dritter Sohn Carl Philipp Emanuel, dessen 300. Geburtstag 2014 nicht zuletzt in Potsdam aufwändig begangen wird. Die berühmten »Brandenburgischen Konze...

ndPlusJohannes Hartl

111 Tage in der Warteschleife

Gesetzlich versicherte Patienten müssen in Bayern im Vergleich zu privat Versicherten »spürbar länger« auf einen Facharzttermin warten, die Unterschiede sind teils gravierend. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Grünen Landtagsfraktion.

Stolz auf die Sorben

Neun Landtagsabgeordnete von SPD, LINKE, CDU und FDP brachten ein Gesetzes über die Rechte der Sorben in den Landtag ein. Der fraktionslose Abgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann (LINKE) schlägt Verbesserungen am Entwurf vor. Die Fragen stellte Andreas Fritsche.

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Rasanter Hummelflug

Rund 20 000 Menschen haben beim Dresdner Stadtfest den musikalischen Wettstreit um den schnellsten »Hummelflug« verfolgt. Der Solotubist der Dresdner Philharmonie, Jörg Wachsmuth, spielte das berühmte Stück von Nikolai Rimski-Korsakow am Freitagabend auf einer Riesen-Tuba unter 54 Sekunden. Den bisherigen Rekord hielt der britische Geiger Ben Lee mit 54,24 Sekunden. dpa...

Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Zur Feier seines Geburtstags hatte Herr Mosekund einen kleinen Freundeskreis eingeladen. Als alle Gäste erschienen waren, füllte er die bereitstehenden Sektgläser, ergriff eines und rief: »Auf mein Wohl!« - »Meinen Sie nicht«, wandte ein Besucher ein, »dass einer von uns das Wort hätte ergreifen sollen?« - »Hätten Sie denn einen signifikant anderen Toast ausgebracht?« fragte Herr Mosekund. »Das...

»Leopard« für Spanien

Die Hoffnung auf den Goldenen Leoparden, den Hauptpreis des Internationale Filmfestivals Locarno, für den deutschen Wettbewerbsbeitrag »Feuchtgebiete« hat sich nicht erfüllt. Die Jury entschied sich am Samstagabend für den in spanisch-französischer Gemeinschaftsproduktion realisierten Spielfilm »Historia de la meva mort« (»Die Geschichte meines Todes«). Eine der anderen wichtigen Auszeichnungen...

Nur schlechte Nachrichten aus Griechenland?

Ein Schuldenberg von über 300 Milliarden Euro - oder sollte man da eher von einem Schuldensumpf sprechen, weil sich unter solchen Umständen am Kapitalmarkt kaum Geld leihen lässt. Zwar ist der griechische Staatshaushalt (vor Zinszahlungen) in einem leichten Plus, weil nur noch die dringendsten Rechnungen bezahlt werden, aber das Bruttoinlandsprodukt schrumpft weiter. Ein Schuldenschnitt - priva...

ndPlusLandolf Scherzer

Wider das Verfälschte, Verschwiegene

Wenn Wirklichkeit von vielen Medien geschönt, verfälscht, verschwiegen wird, sind Bücher lebensnotwendige alternative Informationsquellen. Das war nicht nur in der DDR so, sondern ist es auch heutzutage. Zum Beispiel jetzt, in der Berichterstattung über Griechenland.

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Hans-Dieter Schütt

Haare auf den Szenen

Der Knirsch und der Gnatz. Das Ruppige und das Rempelnde. Die Bärbeißigkeit und das Befehlsbarsche. Adele Sandrock herrschte sich durch zahllose Ufa-Filme. Ihre schmalen Lippen glichen den gezackten Eisenfallen böser Tierjäger. Kein Zufall, dass sie oft Schwiegermütter spielte: Die offenste Erscheinungsform der Wahrheit ist das Klischee. Sandrock, heute vor 150 Jahren in Rotterdam geboren...

ndPlusMartin Hatzius

Bleiben Sie ganz ruhig!

Die Uhren funktionieren nicht mehr, die Zeiger drehen durch. Einst plätscherte die Zeit dahin wie ein idyllisches Rinnsal, jetzt ist sie zum reißenden Strom angeschwollen, der uns mit sich reißt. Nicht nur Burnout-Patienten leiden existenziell unter der Beschleunigung, die das Internetzeitalter mit sich bringt. Hektik, Panik allerorten. Das Wort »Deadline« suggeriert, dass es im fristengespickt...

ndPlusUlrich Völkel

Rückkehr nach Biała

Der Schriftsteller Harry Thürk (1927-2005) gehörte zu dem meistgelesenen Autoren der DDR. Seine Bücher sind nach wie vor gefragt, was Nachauflagen belegen. Zu den besonderen Anliegen Thürks gehörte, sich für die Verständigung des deutschen und des polnischen Volkes einzusetzen.

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ndPlusMax Haase

HSV bleibt sich treu

Der Trainer brüllt, der Kapitän schmeißt bei seiner Auswechslung die Binde auf den Rasen. Eines muss man dem Hamburger SV lassen: großes Theater kann er. Jede Saison aufs Neue. Das problematische daran: Dem Theater gehen meist grottige Fußballspiele voraus. So wie nun das 1:5 gegen Hoffenheim. Mal top, mal flop - das ist seit Jahren das Markenzeichen des HSV. Vor Beginn dieser Spielzeit h...

Oliver Mucha, SID

Wirbler unter Fohlen

Ein Tor, zwei Vorlagen: Jung-Nationalspieler Max Kruse ist schon am zweiten Spieltag in Mönchengladbach angekommen. Beim 3:0-Sieg gegen Hannover ragte er aus einer starken Offensive heraus.

Stephan Fischer, Frankfurt (Oder)

Platz 13 der Tabelle der Brandenburg-Liga

»Das war heute unterirdisch, das wird Konsequenzen haben.« Frieder Andrich (64), Trainer des 1. FC Frankfurt (1.FCF), findet deutliche Worte. Durch einen Foulelfmeter verliert seine Mannschaft vor drei mitgereisten Fans bei den in grün-weiß spielenden Werderanern verdient mit 0:1, nach zwei Spieltagen steht Frankfurt mit einem Punkt auf Platz 13 der Tabelle der Brandenburg-Liga. Sechste Liga, F...

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ndPlusMartin Moravec, dpa

Volleyballerinnen verpatzen Generalprobe

Im Vorfeld der Frauen-Europameisterschaft in Deutschland und der Schweiz vom 6. bis 14. September misslingt den DVV-Frauen die Qualifikation zur Grand-Prix-Finalrunde.

Matthias Bossaller und Andreas Zellmer, dpa

Eisbären mit erster Niederlage

Nach zwei Spieltagen in der European Trophy ist die Ausbeute der drei deutschen Teilnehmer ausbaufähig. Mannheim konnte den ersten Sieg feiern, hingegen Berlin und Hamburg jeweils eine Heimniederlage einstecken mussten.

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Vergoldetes Übergangsjahr

Die Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatten das Jahr nach Olympia zum Übergangsjahr deklariert. Doch ihre Asse trumpften bei der WM in Moskau groß auf. »Wir fahren mehr als zufrieden nach Hause. Und viermal Gold ist das Sahnehäubchen«, resümierte DLV-Präsident Clemens Prokop am Ende der WM. Für das goldene i-Tüpfelchen sorgte die »ewige Zweite« Christina Obergföll, die...

ndPlusUlrike John, dpa

Obergföll landet den großen Wurf

Immer wieder war Speerwerferin Christina Obergföll bei den großen Titelkämpfen Zweite geworden. Bei der WM in Moskau schlug nun ihre große Stunde - und sie holte sich endlich Gold.

Russlands Sportminister sieht »erfundenes Problem«

Das Anti-Homo-Gesetz in Russland wurde bei der Leichtathletik-WM zum Dauerthema - auch am Schlusstag. Während westliche Politiker gar einen Olympiaboykott ins Gespräch brachten, ist es für Russlands Sportminister Wladimir Mutko nur ein »erfundenes Problem«.