Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 1

Unten links

Ob immer drauf stehen muss, was drin ist - das ist eine häufig diskutierte Frage. Jetzt hat ein Gericht in Koblenz entschieden: Eine Weinschorle darf Winzerschorle heißen, auch wenn sie gar nicht vom Winzer stammt. Schließlich handele es sich eher um eine allgemeine Produktbezeichnung. Dieses Urteil lässt uns aufhorchen, denn gerade überlegt ja die SPD, ob sie die nächsten Jahre mit der Union r...

Zwei Flanken

Das politische Beben, das die Bundestagswahl ausgelöst hat, hält an. Es war dies eine Wahl, nach der vor allem die Verlierer, aber auch die vermeintlich große Siegerin nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können. Zu diffizil ist die Situation. Gleichwohl bleibt für geruhsame Analyse wenig Zeit.

Rechtspopulisten dritte Kraft

Die sozialdemokratische SPÖ und die konservative ÖVP kamen laut einer Hochrechnung des ORF gemeinsam auf knapp über 50 Prozent. Im Nationalrat mit seinen 183 Sitzen haben beide Parteien 97 Mandate, fünf mehr als die nötigen 92 Mandate. Stärkste Partei bleibt die SPÖ.

Seite 2

Das Ende eines Tabus?

Hassan Ruhani war bereits auf dem Weg zum Flughafen in New York, wo er vor der UN-Vollversammlung gesprochen hatte, als er einen Anruf erhielt: Barack Obama wolle ihn »einige Minuten sprechen«. So zumindest stellt es Irans Präsident dar. Er habe das akzeptiert, sagte Ruhani nach seiner Rückkehr nach Teheran am Sonnabend, denn die Gelegenheit habe genutzt werden müssen. So sprachen die bei...

Oliver Eberhardt, Jerusalem

Der gar nicht lachende Dritte

Nach dem Telefonat von US-Präsident Barack Obama mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani ist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in New York eingetroffen: Er werde der Welt die Wahrheit über das »iranische Süßholzgeraspel« sagen.

Seite 3
Jenny Becker

Winkende Galeristen

Istanbul - Drehpunkt der Geschichte und Kulturen, Metropole zwischen Orient und Okzident. Aber Istanbul hat auch eine moderne Seite, gilt als »die« neue Kunsthauptstadt. Auch viele deutsche Künstler zieht es an den Bosporus. Was finden sie dort, das ihnen Berlin nicht bieten?

Seite 4

Privileg Arbeitsplatz

Jens Weidmann träumt von einem noch flexibleren Wirtschaftsleben. Wenn es nach dem Bundesbankpräsidenten und ehemaligen Berater von Angela Merkel geht, dann wäre es endlich an der Zeit, beim Kündigungsschutz die Schrauben zu lockern. Er wünscht sich ein Gesamtpaket, bei dem es Einschnitte auf der einen Seite und dafür auf der anderen Seite auch ein bisschen was gibt - Abfindungen vielleicht oder ein höheres Arbeitslosengeld.

Kopfloses Italien

Dass ich einmal der Großen Koalition - in Italien »breite Übereinstimmung« genannt - unter Enrico Letta nachtrauern würde, hätte ich wirklich nicht gedacht. In den fünf Monaten ihrer Amtszeit hat sie kaum etwas Gutes auf die Beine gestellt und jeglichen politischen Ansatz auf dem Altar der sogenannten Stabilität geopfert.

Die Preisbremse muss her!

Die Entwicklungen auf dem deutschen Wohnungsmarkt spiegeln einen Trend wider, der die gesamte Gesellschaft erfasst hat. Was sich derzeit in Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt abspielt, ist Ausweis einer sich vertiefenden Spaltung in Arm und Reich. Seit Jahren geht die Einkommensschere weiter auseinander. Auf der einen Seite das Prekariat, das - arbeitslos oder schlecht bezahlt - vers...

Das Phantom

Schon lange sind sie nicht mehr neu, die neuen Bundesländer - und auch der Beauftragte für die neuen Bundesländer ist kein neu geschaffener Posten. Nur selten tritt der Christdemokrat Christoph Bergner, der mit diesem Amt betraut ist, an die Öffentlichkeit.

Taktik frisst Politikwechsel

Die Republik hat gewählt. Jeder zweite Deutsche schenkte seine Stimme einer bürgerlichen Partei. Wären Liberale und Eurogegner nicht über die Fünf-Prozent-Hürde gestolpert, gäbe es im Parlament eine deutliche bürgerliche Mehrheit. Das Leben ist aber kein Konjunktiv. Angela Merkels Triumph ist ein Pyrrhussieg. Im neuen Bundestag haben SPD, Grüne und LINKE die meisten Sitze. Klar ist aber a...

Seite 5

»Wir sollten nicht jetzt schon unsere Positionen räumen«

nd: In der Koalitionsfrage sollen die SPD-Mitglieder beteiligt werden. Ist das ein Schachzug, um sich so die Legitimation für die in der Partei ungeliebte Große Koalition zu holen? Stöß: Es gab eine breite Bewegung in den Landesverbänden, auch in Berlin, dass diese schwierige Entscheidung nicht allein vom Parteivorstand und vom Parteitag getroffen wird, sondern dass wir eine Beteiligung aller...

Vincent Körner

Auf dem Weg in die Große Koalition

Fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen: Der SPD-Parteikonvent hat mit großer Mehrheit den Weg für Sondierungen mit der Union freigemacht. Der Ausgang der Gespräche sei offen, heißt es. Doch schon am Wochenende zeichneten sich erste Kompromisslinien ab.

Seite 6

Noch mehr Journalisten unter Beobachtung

Der niedersächsische Verfassungsschutz hat nach einem Bericht des »Spiegel« offenbar Daten über mehr Journalisten gesammelt als bislang bekannt. Bei den Recherchen in der Datenbank des Amtes seien die Mitarbeiter auf sieben weitere Journalisten gestoßen, berichtet das Blatt. Einige von ihnen rechne das Amt der autonomen Szene zu. Sie würden als »Zweifelsfälle« gelten. Das Amt prüfe derzeit, ob es überhaupt eine rechtliche Grundlage für die Erfassung gibt.

ndPlusMarcus Meier

Der Erste Weltkrieg und die Schuldfrage

Knapp hundert Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges steht die Kriegsschuldfrage wieder auf der Tagesordnung. Aus Sicht des Militärhistorikers Wolfram Wette eine »hochgefährliche« Debatte. Der Historiker Professor Wolfram Wette befürchtet eine geschichtspolitische Wende.

ndPlusAert van Riel

Suche nach grüner Identität

Die Grünen debattieren, warum sie bei der Bundestagswahl ein schwaches Ergebnis erhalten haben. Realos um den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretsch-mann machten bei einem Länderrat vor allem die Steuerforderungen der Partei als Ursache aus.

Seite 7

Damaskus erklärt sich offen für Dialog mit Regimegegnern

Während UN-Inspekteure noch untersuchen, ob es in Syrien mehr als nur einen Einsatz von C-Waffen gegeben hat, könnten weitere Experten schon ab Dienstag die Chemiewaffen-Arsenale inspizieren. Die Führung in Damaskus erklärte sich offen für einen Dialog mit den Regimegegnern.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Italiens Regierung vor dem Aus

Nach nur fünf Monaten Amtszeit steht die italienischen Regierung vor dem Aus. Mit einem Handstreich, der auch einen Teil der eigenen Partei traf, hat Silvio Berlusconi seine Minister aus der Großen Koalition zurückgezogen. Italien droht jetzt erneut das politische Chaos.

Max Böhnel, New York

Streit um den Haushalt der USA spitzt sich zu

Die USA-Bundesregierung stehen erneut kurz vor dem Absturz in die Finanzklippe. Denn die Republikaner verweigern eine Einigung auf einen Haushaltsplan. In seiner wöchentlichen Rundfunkrede hatte Obama am Sonnabend den Kongress zur Verabschiedung eines Etats aufgerufen.

Seite 8
ndPlusGábor Kerényi, Ungarn

Ungarn ist (auch) für Flüchtlinge unzumutbar

Asylbewerber und Flüchtlinge sind in Ungarn menschenunwürdigen Bedingungen ausgeliefert. Das sehen auch die Gerichte im Ausland so. Mit Beschluss vom 28. August verbot das Freiburger Verwaltungsgericht die Rückschiebung eines afghanischen Flüchtlings nach Ungarn.

»Vom Staat erwarte ich nichts«

Alexandros Sideridis ist einer von etwa 40 Beschäftigten, die in Thessaloniki im Norden Griechenlands die Fabrik VIO.ME (Viomichaniki Metalleftiki) besetzt haben. Die Firma stellte chemische Baumaterialien wie Fugenkleber her und lieferte ihre Produkte auch ins benachbarte Ausland. Ab Mai 2011 zahlten die Eigentümer jedoch keine Löhne mehr. Schrittweise drosselten sie die Produktion und gaben das Unternehmen auf. Im Februar dieses Jahres kehrten die Arbeiter zurück und betreiben das Werk in eigener Regie. Sie stellen umweltfreundliche Reinigungsmittel her, die in sozialen Zentren und auf informellen Märkten vertrieben werden. Zum Leben als Besetzer befragte John Malamatinas Sideridis für »nd«

Seite 9

US-Banken mit guten Gewinnen

US-Banken haben die Belastungen aus der weltweiten Finanzkrise nach einer Studie deutlich schneller verarbeitet als europäische Geldinstitute. Auch deshalb sind sie nun deutlich profitabler, wie das Beratungsunternehmen EY (früher Ernst & Young) am Sonntag in Frankfurt berichtete.

Auch 2014 kein Job-Boom in Sicht

Es soll 2014 wieder etwas besser laufen auf dem deutschen Arbeitsmarkt - einen neuen Job-Boom sehen aber auch Experten nicht. Für Arbeitslose werde die Lage auch im kommenden Jahr schwierig bleiben.

Velten Schäfer

Jammern und Aufstampfen

Als Dieter Hundt 1996 »Arbeitgeberpräsident« wurde, wusste das Land noch nichts von Hartz-Gesetzen, dem Aufstockerwesen, Werkverträgen, Leiharbeit und Arbeitsplatzbefristung. Der oberste Kapitallobbyist eilte fast mühelos von Sieg zu Sieg. Am Montag wird Hundt 75.

Seite 10
ndPlusSteffen Schmidt

Tücken der Natur

Seit der Mensch existiert, greift er in die Natur ein. Das gilt nicht erst, seitdem wir durch die Großindustrie ganze Flüsse vergiften. Schon die steinzeitlichen Einwanderer in Amerika und Australien hatten einen bedeutenden Anteil am Verschwinden mehrerer Arten großer Säugetiere.

ndPlusGünter Queißer

Mutter Boden

Gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Menschen - unter diesem Motto stellt die künstlerisch-ökologische Arbeitsgruppe Formica für das Jahr 2014 ihren nunmehr 23. Kalender vor.

Dieter Hanisch, Fehmarn

Müll im Netz

Das Thema Meeresverschmutzung steht bei Umweltverbänden an der Küste weit oben auf der Agenda. NABU-Chef Olaf Tschimpke wirbt für weitere Anstrengungen gegen die Vermüllung der Ozeane und Binnengewässer. Ein Mosaikbaustein ist das NABU-Projekt »Fishing for Litter«.

Anja Laabs

Von der Umwelttheorie zur Praxis

Auf der 43. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ), die kürzlich an der Universität Potsdam stattfand, stellten Wissenschaftler Forschungsergebnisse aus nahezu 40 ökologischen Fachbereichen vor.

Seite 11

Lebensrunen im Darkroom

Geht noch mehr Klischee auf einmal? Ein Pärchen, beide Mitte zwanzig, betritt einen Schnellrestaurant in Hellersdorf, in dem es Fast Food frei nach türkischer Art gibt. Man darf sich streiten darüber, ob die Art und Weise in der das dünn gescheibelte Hammelfleisch in derlei Lokalen serviert wird, noch als orientalisch zu bezeichnen ist, nichtsdestotrotz ist für die meisten Menschen der »Döner« irgendwie so ein leckeres Produkt türkischer Schnellgarkunst und Berliner Schnauze.

Berliner CDU liebäugelt mit den Grünen

(dpa/nd). Der Berliner CDU-Landesspitze geht mit Blick auf eine Regierungsbildung auf Bundesebene offensiv auf die Grünen zu. Sowohl Landeschef Frank Henkel als auch Justizsenator Thomas Heilmann favorisieren »ernsthafte Gespräche« mit den Grünen. Henkel, der als Innensenator auch Juniorpartner der SPD in der rot-schwarzen Koalition in Berlin ist, begründete die Annäherung an die Grünen mit Zwe...

Marina Mai

Temporäres Flüchtlingsheim in Köpenick

Am 1. November eröffnet in Berlin ein weiteres dringend benötigtes Asylbewerberheim. In einem ehemaligen Seniorenheim in der Köpenicker Salvador-Allende-Straße werden 150 Flüchtlinge ein vorübergehendes neues Zuhause finden.

BER-Team mit neuen Bauleiter

Nach dpa-Informationen wird der bisherige Flughafen-Berater Ulrich Schroeck Bauleiter neben der schon seit 1. September in dieser Funktion eingesetzten Regina Töpfer. Beide ersetzen Amann-Vertraute.

ndPlusNicolas Šustr

Training für die Zwangsräumung

Hamburg, Berlin und anderswo: In mehreren deutschen Großstädten sind tausende Menschen gegen steigende Mieten auf die Straße gegangen. Beim bundesweiten Aktionstag "Keine Profite mit der Miete" wurde unter anderem die Forderung nach Vergesellschaftung von Wohnraum erhoben.

Seite 12

Otto Sander war Berlin

(dpa). Claus Peymann brachte es auf den Punkt: »Was ist schöner für einen Schauspieler, als sich auf der Bühne zu verabschieden«. Neben dem Theatermann stand der schlichte, von Blumenblüten bedeckte Holzsarg Otto Sanders auf der Bühne des Berliner Ensembles. In dem einstigen Brecht-Theater am Schiffbauerdamm hatten sich am Samstag neben der Familie mehr als 700 Freunde, Weggefährten und K...

Heiko Werning

Hurensöhne, voll schwul

Seit mein älterer Sohn in die Grundschule in Berlin-Wedding geht, bin ich vielleicht ein bisschen übersensibilisiert, was seinen Sprachgebrauch angeht. Man liest ja immer so schlimme Sachen.

ndPlusIzabela Dabrowska-Diemert

Wie die Postkarte subversiv wurde

Die 1960er Jahre stellten mit den Studentenrevolten, den massiven Protesten gegen den Vietnamkrieg, der Frauen- und Bürgerrechtsbewegung sowie der allgemeinen Kritik am kapitalistischen System nicht nur für die westlichen Nachkriegsgesellschaften eine Umbruchszeit dar. Auch fand in der Kunst eine Politisierung statt, die zu gewandelten künstlerischen Praxis- und Handlungsmustern und der Auflösu...

Seite 13

1700 Anträge auf Fluthilfe eingegangen

Magdeburg (dpa/nd). Knapp vier Monate nach dem Hochwasser läuft der Wiederaufbau vielerorts auf Hochtouren. Bei der Investitionsbank in Sachsen-Anhalt sind bisher mehr als 1700 Anträge für Geld aus dem Wiederaufbaufonds eingegangen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Bund und Länder hatten sich nach der Rekordflut verständigt, bis zu acht Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die landes...

Pläne für den Humboldthafen beschlossen

Der Hamburger Architekt und Designer Hadi Teherani soll ein Berliner Filetgrundstück, den Humboldthafen am Hauptbahnhof, bebauen. Teherani habe den Zuschlag für zwei Wohn- und Bürohäuser mit einer Fläche von mehr als 35 000 Quadratmetern gegenüber der Charité erhalten.

Alice Bachmann, Bremen

Urnen können auf dem Kamin warten

Passend zum Saisonstart der gesetzlichen und religiösen Toten-, Trauer- und Gedenktage befasste sich die Bremische Bürgerschaft mit Bestattungsvorschriften und Friedhofsgebühren. Während die Stadtbürgerschaft die Friedhofsgebühren unter anderem für Urnenbestattungen anhob, will das Landesparlament die Friedhofsregeln ändern.

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Tauziehen in Hessen

Eine Woche nach der Landtagswahl in Hessen haben die Führungsgremien der Parteien am Wochenende den Wahlausgang analysiert und über neue Bündnisse beraten.

Auf dem Brett nach Hellersdorf

Philipp ist Inhaber des Neuköllner Skateshops Pinkhaus. Im September organisierte er für die Bewohner der Flüchtlingsnotunterkunft in Hellersdorf ein sogenanntes »Skate Inn«. Über seine ganz eigene Interpretation von Zivilcourage sprach mit ihm für »nd« Christin Odoj.

Seite 14

Rechter Treff im Visier

Erfurt (dpa/nd). Das Land Thüringen versucht nun auch in zweiter Instanz, den umstrittenen Verkauf des Rittergutes Guthmannshausen (Kreis Sömmerda) an Anhänger der rechten Szene rückgängig zu machen. Das Finanzministerium will nach eigenen Angaben mit einer Berufung beim Oberlandesgericht in Jena das Geschäft vom Mai 2011 rückabwickeln. Verhandlungstermin sei voraussichtlich Anfang Dezember. Da...

Dieter Hanisch, Kiel

Schlammschlacht an der Waterkant

Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke droht ein Disziplinarverfahren wegen eines Steuerdeals mit einem Augenarzt. Ihre Eilentscheidung war rechtswidrig. Sie wirft Ministerpräsident Albig Einflussnahme vor. Albig droht dem Kieler Stadtoberhaupt mit juristischen Schritten.

ndPlusHendrik Lasch, Stollberg

Die Wegweiser

Der Schilderwald an bundesdeutschen Straßen wächst. Das ärgert viele Autofahrer, aber freut einen Traditionsbetrieb aus dem Erzgebirge, der seit 60 Jahren die Richtung vorgibt.

Seite 15
Wolfgang Hübner

MOSEKUNDS MONTAG

Herr Mosekund war zu einem großen Bankett eingeladen und traf gerade letzte Vorbereitungen, als ein Bekannter klingelte, um ihn abzuholen. »Moment«, rief Herr Mosekund und eilte zurück in die Küche. Dort hatte er einen üppigen Imbiss aufgebaut und tat sich daran gütlich.

ndPlusHans-Dieter Schütt

»Angst vor dem Glück«

Er war einer der Seltsamsten des Theaters. Die graziöse, skurrile Schwermut in Person. In diesem Schauspieler zerrte die Scham des Selbstverbergers so sehr wie die Schamlosigkeit des Selbstausstellers. Ein Tiefernster, mit unverschämt gaukelnder Soubrettengesinnung.

»Anerkennung war für Oma wichtig«

Solch ein Gesprächsbuch hätte niemand anderes schreiben können als sie, die Enkelin, geliebt von den Großeltern und ihnen in Liebe zugetan. Voller Achtung für ihr Werk, aber auch unbefangen, nicht von vornherein eine, die bewundert, sondern eine, die das Gehörte im Licht ihrer Lebenserfahrungen durch-denkt. Hinzu kommt, dass Jana Simon eine versierte Journalistin und Autorin ist, die mit den Ge...

Seite 16
ndPlusEckart Roloff

Was für ein Wort

Wenn Sprache schreien könnte - dann wären beispielsweise diese Wörter beim Schreien dabei: Kollateralschaden, morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich. Doch da ist noch so ein Wort, erst seit ein paar Monaten ins öffentliche Bewusstsein gehoben: Maßregelvollzug.

Stefan Amzoll

Chance für das Menschsein

Was da anfangs vor die Augen tritt, scheint wie die Leere nach der Zerstörung von Jerusalem, geknüpft an den Untergang der ganzen Welt. Es gibt keine Menschen mehr, nur noch Objekte, als hätten Neutronenbomben schon im Jahr 70 vor der Zeitrechnung den judäischen Staat entvölkert.

ndPlusKarlen Vesper

Sein und Bewusstsein - oder Nichtsein?

Wir glaubten, unseren Ohren nicht zu trauen, als der Kommilitone, aus dem Prüfungsraum Marxismus-Leninismus kommend, gestand, er habe auf die Frage nach Sein und Bewusstsein nur zu antworten vermocht: »Ja, ja, die Frage ist primär.« Solch einfache Aufgabe hätte unsereins gern gestellt bekommen. Neid wich Mitleid, als wir erfuhren, dass der Freund ob seines Aussetzers in einem (für uns jedenfall...

Seite 18
Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Noch kann Bert van Marwijk nicht, wie er will

Eigentlich ist Bert van Marwijk "ein Offensivtrainer", wie er sagt. Der Niederländer ist aber auch erfahren genug, von seiner neuen Mannschaft nicht gleich allzu viel zu verlangen. Beim 2:2 in Frankfurt beschränkte sich der HSV also auf solide Fußballarbeit.

ndPlusStephan Fischer

Der Verfall ist nicht aufzuhalten

In Thüringen stehen dringend notwendige Stadionneubauten für zwei ehemalige DDR-Oberligisten an. Bis die Bagger aber in Jena und Erfurt arbeiten, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Seite 19

»Wir müssen uns finden«

Basketballer JONAS WOHLFARTH-BOTTERMANN wechselte aus Bonn zu Alba Berlin. Die Verpflichtung des 23-Jährigen gilt als Beispiel für die Verjüngung des Teams. Wohlfarth-Bottermann erzielte elf Punkte und erzählte danach vom wahren Potenzial der Albatrosse.

Seite 20

2:03:23

Als Wilson Kipsang freudestrahlend und mit kenianischer Flagge seinen Marathonweltrekord feierte, hatte die deutsche Hauptstadt ihrem Ruf als schnellstes Pflaster der Welt wieder alle Ehre gemacht. »Berlin ist eine wundervolle Strecke. Ich liebe es hier«, sagte der Sieger.

ndPlusTom Mustroph und Barbara Gstaltmayr, Florenz

Straßenrennen statt Wall Street

Wer es schlecht meint mit Evelyn Stevens, schreibt der US-Amerikanerin lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera zu. Bis 2009 war sie als Investmentbänkerin bei der Wall Street beschäftigt. In ihrer Freizeit widmete sie sich aber dem Radsport.