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UNTEN LINKS

Wer derzeit die Schlagzeile »Präsident vor Gericht« liest, kann leicht auf die falsche Fährte kommen. Denn Präsidenten müssen beinahe reihenweise vor Gericht antanzen. Da geht es dem Hoeneß, Uli nicht anders als dem Wulff, Christian oder dem Mursi, Mohammed. Wobei wir vorsorglich darauf hinweisen, dass es sich hier keineswegs um einen unzulässigen Vergleich handelt, denn niemals käme es uns in ...

Die Zukunft der Akten

Union und SPD werden sich auf die Einsetzung einer Kommission einigen, die über die Zukunft der Jahn-Behörde befinden soll. Deren Problem ist eine sich selbst genügende Mechanik, welche die DDR auf Stasi und die Biografien von Menschen auf übrig gebliebene Akten des MfS reduziert.

Union will weiter auf MfS-Mitarbeit prüfen lassen

Berlin. Die Union drängt in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD darauf, auch über das Jahr 2019 hinaus die Regelüberprüfungen von höheren Angestellten im Öffentlichen Dienst und Beamten auf eine frühere Mitarbeit bei der DDR-Staatssicherheit zu ermöglichen. Der Unionsobmann für Kulturfragen, Marco Wanderwitz, sagte der Nachrichtenagentur dpa, »einen Schlussstrich darf es nicht geben«. So so...

Europas Juden fühlen sich bedroht

Berlin. In Europa lebende Juden sehen sich einem seit Jahren wachsenden Antisemitismus ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der EU-Agentur für Grundrechte (FRA), die am Vorabend des 75. Jahrestages der Novemberpogrome vorgestellt wurde. Demnach machen sich Juden in Europa zunehmend Sorgen um ihre Sicherheit. Antisemitismus sei »ein beunruhigendes Beispiel dafür, wie Vorurteile si...

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Die Freude über Genf ist geteilt

Misst man sie an ihren vorherigen Verlautbarungen, müssten die USA und die EU-Staaten den gestrigen Tag als sehr erfolgreich in ihrem Kampf um Frieden im Nahen und Mittleren Osten ansehen. Aber die Bedenkenträger im Westen dominieren und warnen, es handele sich um einen üblen Versuch Irans, die Weltöffentlichkeit hinters Licht zu führen. Ergo: Keine Lockerung des Sanktionsregimes und weiter Dru...

Kapitalismus ohne Nebenwirkungen

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, heißt ein bekanntes Sprichwort. So flog auch gleich das Jammern der deutschen Versicherungswirtschaft am Donnerstag über die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) als eines auf sehr hohem Niveau auf: Am Freitag veröffentlichte die Allianz ihr Ergebnis fürs dritte Quartal. Ein sattes Plus bei den Gewinnen konnte Deutschlands größter Vers...

Politisches Rating

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Eurostaaten durch Ratingagenturen hat längst ihren Schrecken verloren. Seit die Europäische Zentralbank angekündigt hat, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, sind die extremen Ausschläge bei diesen Wertpapieren Vergangenheit. Die Politik des ganz billigen Notenbankgeldes tut ein Übriges. Dennoch hat es durchaus Bedeutung, wenn Standard&Poor...

Velten Schäfer

Umsteiger

Vor wenigen Tagen noch verbreitete Steffen Bockhahn im Internet, er wolle nicht Finanzsenator in Rostock werden. Nun ist klar, dass die Betonung dabei auf »Finanz« lag: Der aus dem Bundestag ausgeschiedene Linkspolitiker will Senator werden, allerdings im Sozialressort. Sollte das klappen, fiele dem 1978 in Rostock geborenen Politologen ein Kernressort zu. Zwei Drittel des städtischen Hau...

ndPlusKathrin Zinkant

Die Mauer vor den Köpfen

Das Gehirn also. Der Mensch weiß noch immer viel zu wenig über sein wichtigstes Organ, was vielleicht auch daran liegt, dass er eben dieses Organ benutzen muss, um mehr Wissen darüber anzuhäufen. Zumindest auf den ersten Blick.

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nd-Leser im Nordosten unterwegs

Für ein verlängertes Herbstwochenende sind gegenwärtig 250 Leserinnen und Leser von »neues deutschland« im Nordosten des Landes unterwegs. In Gägelow bei Wismar findet das diesjährige traditionelle Leserreisetreffen statt - das inzwischen bereits zum 16. Mal veranstaltet wird. Auf dem wiederum umfangreichen touristischen und politischen Programm des dreitägigen Lesertreffs stand am Freitag ein ...

Linker Journalismus ist nicht umsonst

Liebe Leserinnen und Leser, seit einem Monat erscheint »neues deutschland« mit überarbeitetem Layout und neuen Inhalten: mehr Meinung, mehr Wochenende, mehr Hintergrund. Chefredakteur Tom Strohschneider und Stellvertreter Wolfgang Hübner haben bereits vieles zu den Hinter- und Beweggründen unserer kleinen Blattreform gesagt: Wir haben das Layout aufgeräumt und modernisiert, die Wochenendausgab...

Wahlen in den USA

Diaro de Noticias, Portugal Signal gegen Rechts Bei den Wahlen haben sich zwei Sieger herauskristallisiert: Mit Bill de Blasio stellen die Demokraten zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wieder den Bürgermeister von New York, und der Republikaner Chris Christie wurde erneut zum Gouverneur von New Jersey gewählt. (...) Die Botschaft an die Republikaner war klar: Eine Politik der Mitte is...

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ndPlusMaike Zimmermann, Friedland

Unfriedliches Land

Friedland ist eine kleine Stadt in Mecklenburg. Dort soll eine Unterkunft für etwa 80 Asylsuchende entstehen – willkommen sind sie nicht bei allen. Eine Stimmung, die die NPD nur allzu gern nutzt - nicht nur in Mecklenburg.

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Hans-Gerd Öfinger,
Wiesbaden

Hessen: Letzte rot-rot-grüne Einheit fehlt

Auch knapp sieben Wochen nach der hessischen Landtagswahl geht das Pokerspiel um die Bildung einer neuen Regierungsmehrheit für die kommenden fünf Jahre weiter. Nach einer vierten und letzten Sondierungsrunde zwischen SPD, Grünen und LINKEN wollten die Partei- und Fraktionschefs der drei Parteien am Donnerstagabend noch keine Prognosen abgeben. Sie lobten das Maß der Übereinstimmungen in Bereic...

ndPlusMarian Krüger

Große Koalition ganz klein

Eine Große Koalition wäre auch auf den mehrheitlich von Rot-Grün dominierten Bundesrat angewiesen. Dort werden Stimmen laut, die eine Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen fordern.

Anja Krüger 
und Ulrike Hummel, Köln

Auch neun Jahre danach ist es nicht vorbei

Die Gesellschaft tut sich schwer mit der Aufarbeitung der Verbrechen des NSU. Doch es gibt sie. Am greifbarsten für die Opfer dort, wo sich Menschen in ihrer Nähe ihnen zuwenden. Wie in Köln-Mülheim.

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Syrien: Impfkampagne

Die UNO hat ihre bislang umfangreichste Polio-Impfkampagne gestartet, um die Ausbreitung der Kinderlähmung in Syrien und der gesamten Region zu stoppen.

ndPlusJindra Kolar, Prag

Prager »Putschisten« treten zurück

Zwei Wochen nach der Parlamentswahl in Tschechien scheint der Weg für eine Regierungsbildung frei zu werden. Die innerparteilichen Auseinandersetzungen sind beigelegt.

Roland Etzel

Wettrennen des Westens nach Genf

Nach jahrelangem Stillstand deutete bei den Genfer Atomgesprächen mit Iran manches zumindest auf eine Teileinigung hin. Das gestrige ministerielle Wettrennen nach Genf sprach dafür.

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ndPlusMeike Stolp, London

Snowden macht Britanniens Chefspionen Mühe

Die Chefs der drei britischen Geheimdienste haben vor dem Geheimdienstausschuss des Unterhauses ausgesagt - vor laufender Kamera. 90 Minuten Zeit hatten die Geheimdienstchefs, um ihre Arbeit zu rechtfertigen.

Hilmar König

Dritte Wahl auf den Malediven

Die Malediven versuchen am Samstag erneut zu wählen. Es ist der dritte Anlauf, nachdem der Urnengang vom 7. September annulliert und die Neuansetzung am 19. Oktober durch die Polizei verhindert wurde.

Mathias Peer, Bangkok

Super-Taifun mit 380 Stundenkilometern

Es ist einer der stärksten Stürme aller Zeiten. Der Wirbelsturm Haiyan weht mit Rekordgeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde über die Philippinen und legt eine Spur der Zerstörung.

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Christine Longin, Paris

Frankreich bekommt eine schlechte Note

Frankreichs Kreditwürdigkeit wurde erneut heruntergestuft. Die Ratingagentur Standard & Poor’s kritisiert die Reformunfähigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas.

ndPlusAndreas Knobloch

Mexikaner sollen Diät-Cola trinken

Mit viel Lärm hat Mexikos Parlament die Steuerreform von Präsident Enrique Peña Nieto durchgewunken. Vor allem die Abgabe auf Softdrinks führte zu hitzigen Diskussionen im Vorfeld.

Erosion zerstört Nahrung

Kaum eine Ressource ist so lebensnotwendig und zugleich so wenig beachtet und geschützt wie der Boden. Wie kann man ihn schützen, wie ihn ins Bewusstsein der Menschen bringen? Mit Jes Weigelt sprach Anja Laabs.

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Wenn Papa Afrikaner ist

Die Kölner Regisseurin Britta Wandaogo ist mit dem Filmpreis »Große Klappe« für das dokumentarische Porträt ihrer Tochter ausgezeichnet worden. Das gab die Jury des von der Bundeszentrale für politische Bildung gestifteten und mit 3500 Euro dotierten Preises am Freitag bekannt. Wandaogo ließ im Film »Krokodile ohne Sattel« ihre 15-jährige Tochter Kaddi über ihre bikulturelle Identität als Kind ...

Im Bordell

Das einzige Gemälde des französischen Künstlers Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist nach Jahren wieder zu sehen. Restauratoren hatten den unüblichen Firnis entfernt, der vor dem Ankauf des Bildes 1925 nachträglich aufgebracht worden war, wie die Konservatorin der Galerie Neue Meister, Heike Biedermann, im Albertinum sagte. Das auf Pappe ausgeführte ...

ndPlusIngrid Pietrzynski

Kaddisch für jüdische Leistungen

»Jeder Tag ein Gedenktag« - der Buchtitel ist eine Übernahme von Simon Wiesenthals »Chronik jüdischen Leidens« (1988), was dieser dem Autor noch persönlich gestattete. Der Band versammelt 150 Folgen einer Kolumne, die zwischen 1992 und 2006 in der »Jüdischen Korrespondenz« erschienen, einem monatlichen Mitteilungsblatt des Jüdischen Kulturvereins in Berlin. Dieser bestand von 1989 bis 2006 und ...

Stefan Amzoll

Irrwitz unterm Hakenkreuz

Die Bühne wirft Licht auf Menschen in so freudigen wie schlimmen Lagen. Es sind Schauspieler aus Warschau. Theaterspiel ist ihr Leben und Leiden. Schon bald fallen Schatten. Polen wird überfallen und annektiert. Die Bühne schließt und die Gruppe landet im Abseits. Gefährdungen schockieren die Runde. Wie sich wehren? Zu Gebot steht vorerst, eine Kollegin zu retten, dann ist zu verhindern, dass d...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Boden. Ständig

Er lobte gern die »Nichtigkeiten,/ neu an eurem Platz,/ mit euch zu leben, und in Frieden«. Seine Verse siedelten an Eisenbahnschwellen und in der Nähe von Abrisshäusern, an Küchentischen und in Dorfgasthöfen. Der Alltag als Gestirn, das leuchtend aufziehbar ist über einer Stirn, die (nur) nach einem maßvollen, nicht überspannten Sinn fragt. In diesen Gedichten lebte der Arbeiter, schwielig, al...

Volkmar Draeger

Gefährdungen in unserer Zeit

Wenn eine Kuh, von der Nachbarin verhext, nur noch dunkle Milch gibt, die dennoch trinkbar sein soll, dann steht dieses Bild bei einem Regisseur wie Alvis Hermanis für etwas Bedeutsames. Nicht allein um verschwindende Milchwirtschaft als Folge sich entvölkernder Dörfer seiner Heimat Lettland geht es, sondern, allgemeiner, um die Gefährdungen in unserer Zeit. Das Stück lieh symbolträchtig der mi...

ndPlusGunnar Decker

Liebe ist nirgendwo

Kindheit in Zeiten des Krieges. Welch ein Thema, das an die Wurzel menschlicher Existenz geht! Wer in Zeiten des Schreckens geboren wurde, wie soll der je wieder das Gefühl von Sicherheit, von Schutz und Zuwendung erfahren, das Kindheit ausmacht? Wie soll er jene humane Substanz in sich entwickeln, die ihn fortan zwischen gut und böse unterscheiden lässt? Krieg frisst Kinderseele. Darum g...

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ndPlusStephan Fischer

42 Jahre vorn dabei

Zwölf Meisterschaften, zwei Europapokalsiege: Turbine Potsdam ist der einzige europäische Spitzenklub in den neuen Bundesländern. Seit 1971 trainiert Bernd Schröder die Potsdamerinnen.

Kurznachrichten:

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ndPlusJirka Grahl

Menschen, Medien, Marktgemeinden

3,3 Milliarden Euro sollen die Winterspiele 2022 kosten, die der DOSB und Politiker gerne in München ausrichten wollen. Morgen haben die Münchner und die Koausrichter die Wahl.

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LEA drängt auf Tarifeinigung

Der Landeselternausschuss (LEA) hat an die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und den Berliner Senat appelliert, schnell zu einer Einigung über die Bezahlung angestellter Lehrer zu kommen. Es müsse wieder ein halbwegs normaler Unterrichtsbetrieb möglich sein, forderte die LEA-Vorsitzende Lieselotte Stockhausen-Doering am Freitag mit Blick auf drohende weitere Streiks.»Wir lassen ...

Preis runter

Das Berliner Wasser gehört wieder komplett den Berlinern. Am Donnerstagabend stimmte das Abgeordnetenhaus dem Rückkauf auch der Anteile des Veolia-Konzerns zu. Das ist ein großer Erfolg der Berliner und vor allem der Initiativen um den Wassertisch, die seit 2006 dafür gekämpft haben. Der Preis, den das Land für den Rückkauf gezahlt hat, erscheint hoch. Wenn es der Senat nicht hinkriegt, d...

Wasser gehört Berlin

Die Berliner sollen schon im kommenden Jahr weniger für ihre Wasserversorgung zahlen müssen. Dafür verzichteten die Wasserbetriebe auf Einnahmen in Höhe von 60 Millionen Euro, kündigte Klaus Wowereit an.

Theo Schneider

Unterm bürgerlichen Tarnmantel

Rechtsextremismusexperten sehen eine Radikalisierung bei der Hellersdorfer »Bürgerinitiative«. Trotz diverser strafbarer Beiträge tappen die Berliner Behörden über die Betreiber im Dunkeln.

Ben Mendelson

»Wie die Immobilienhaie«

In dieser Woche begann der Senat mit den Bauarbeiten für das geplante Regenrückhaltebecken auf dem Tempelhofer Feld. Der BUND beantragte beim Verwaltungsgericht per Eilantrag einen Baustopp.

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Mehr Geld für Beschäftigte der BVG

Die rund 13 000 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihres Tochterunternehmens Berlin Transport bekommen mehr Geld. Der Tarifvertrag mit einem Plus von 4,77 Prozent über zwei Jahre sei ist laut ver.di unterschriftsreif. Die Tarifpartner hatten sich schon im September geeinigt, das Ergebnis musste aber noch mehrere Gremien passieren. Im neuen Vertrag werden betriebsbedingte Künd...

Marina Mai

NPD-Chef vor Gericht

NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke muss sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung, Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, Gewaltdarstellung und den Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz vor. Darauf steht ein Strafmaß zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. »Bei einer...

Rainer Funke

Protest per Post an Politik

Vereinigte Bürgerinitiativen fühlen sich mit ihren Hochwassersorgen allein gelassen. Nach ihrer Ansicht wird aufgrund der EU-Wasserrahmenrichtlinie behördlicherseits massiv in den Wasserhaushalt eingegriffen.

ndPlusJérôme Lombard

Lautstark gegen Wohnraummisere

Bezahlbarer Wohnraum für Studenten wird in Berlin zur Seltenheit. Mit vielfältigen Protestaktionen wollten die Betroffenen in der vergangenen Woche Druck auf die Politik machen.

Rainer Balcerowiak

Zweifelhafte Kündigungen

Ein Investor will zum Abriss vorgesehene Häuser im Prenzlauer Berg möglichst schnell entmieten. Die econcept Beteiligungs-GmbH und ihre Unterfirmen erhöhen den Druck. Den Bewohnern rät eine Anwältin zum Durchhalten.

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Hanna Eder, Aach

Zu schade zum Verheizen

Am Bodensee haben sich Schreiner, Architekten, Wissenschaftler und Förster zusammengetan, um das heimische Laubholz zur Marke aufzubauen. Das könnte auch andernorts interessant sein.

Sophie Anfang, München

Leichen für die Medizin

Den eigenen Körper spenden? Für viele ein befremdlicher Gedanke. Und doch gibt es in Bayern eine konstante Anzahl an Menschen, die gerade dies für ihren Todesfall verfügen. Jedes Jahr vermachen mehrere Hundert Bayern ihren Körper.

ndPlusVelten Schäfer

Um Degen und Marschallstab

Die Figur des »Großen Kurfürsten« auf der »Preußensäule« bei Putbus/Rügen soll demontiert werden, fordern Denkmalschützer. Dabei hatte man sie gerade erst wieder auf ihren Sockel gesetzt.

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ndPlusTirado

Hentschel kommt an die Parkaue

Die Regisseurin Katrin Hentschel wird zum Beginn der Spielzeit 2014/15 Oberspielleiterin am Theater an der Parkaue. Sie tritt die Nachfolge von Sascha Bunge an, der das Junge Staatstheater Berlin zum Ende der laufenden Saison nach neun sehr produktiven, erfolgreichen Jahren verlässt. Über 80 Theaterschaffende hatten sich für die Stelle als Oberspielleiter im Theater an der Parkaue in Lich...

Ein ziemlich teurer Stiefsohn

München. Im Zusammenhang mit der Verwandtenaffäre wird der bayerische Landtag die Immunität des schwäbischen SPD-Abgeordneten Harald Güller noch vor Weihnachten aufheben. Der Antrag der Münchner Staatsanwaltschaft werde Ende November im Rechtsausschuss und am 4. Dezember im Plenum diskutiert, sagte Franz Schindler (SPD), der Vorsitzende des Rechtsausschusses. Die Ermittler wollen einen St...

Harald Neuber

Missstimmung im Fliegerhorst

Museumsbetreiber in einem Fliegerhorst nahe Hannover, wo einst Piloten des Nazireichs trainierten, empfangen Besucher aus dem spanischen Guernica. Ein kritischer Historiker ist nicht willkommen.

Tom Mustroph

Konfrontation mit Opfern, Tätern, Zeitzeugen

Nachahmen bringt Erkenntnisgewinn. Das zeigt die Reenactment-Werkschau »Die Enthüllung des Realen« des Schweizer Theaterkünstlers Milo Rau in den Sophiensälen. Zwar rümpft man hierzulande gern die Nase über immerfort nur »kopierende Chinesen«. Vergessen wird, dass wir ohne die Kulturtechnik der Nachahmung weder Laufen, Schwimmen, noch Radfahren könnten, geschweige denn unsere Muttersprache erle...

Heidrun Böger, Oschatz

Ohne Ausländer läuft die Klinik nicht

Immer öfter werden Patienten in Deutschland von einem Arzt behandelt, der aus dem Ausland kommt. In der Collm Klinik in Oschatz sind es 18 von 57 Ärzten. Ohne sie würde es nicht gehen.

ndPlusThomas Blum

Ja zur modernen Disco!

Interessieren Sie sich für »demokratische Disco«? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Ihr Leben wohl aussehen würde, wenn Sie sich dazu überwinden könnten, endlich einmal Ihren »rockistischen Authentizitätsbegriff« gegen die sogenannte Disco Realness einzutauschen? Ist vielleicht, ohne dass Sie bisher auch nur im Ansatz irgendetwas davon mitbekommen hätten, auch in Ihrem heimischen ...

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Nachrufe

Manfred Rommel / 24. 12. 1928 - 7. 11. 2013 Auf 22 Amtsjahre hat es der CDU-Politiker als Stuttgarter Oberbürgermeister gebracht. Lange war er zudem Präsident des Deutschen Städtetages. Und bis zuletzt zeigte Rommel, der 1996 aus den Ämtern geschieden war, Interesse an den Stuttgarter Angelegenheiten. Er engagierte sich bei der OB-Wahl 2012 und unterstützte den parteilosen, von der CDU ge...

René Heilig

Der Sicherheits-Seiltänzer

Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann ist so präsent wie verlässlich in seiner SPD. Er steht dort optisch in der ersten Reihe, doch ist das dort sein Platz? Für Schwarz-Rot allerdings scheint er wie geschaffen. Meint René Heilig.

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Der lachende Papst

Das päpstliche Lächeln gilt als Tat, als reformerische Aktion. Es klingt angesichts der Lobeshymnen auf den neuen Papst fast schon wie Blasphemie: auch dieser Pontifex macht es sich leicht, indem er einfach nur lächelt.

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ndPlusTheodor Weißenborn

Der Kaiser hat einen Vogel

Es war einmal ein Knabe, der hieß Carl und lebte in einem Dorf, das hieß Zaunröden und war so klein, dass alle Leute, die dort wohnten, ein-ander mit Namen kannten und einander so vertraut waren, dass sie in Briefen an ferne Angehörige auf zehn und mehr Seiten genau zu berichten wussten, wer gerade ein Schwein geschlachtet, eine Wiese gekauft, einen Brunnen gegraben oder ein Kind getauft hatte ...

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ndPlusFrançoise Hauser

Es lebe der verbale Wahnsinn

Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?« Wer sich um einen Job bewirbt und das Anschreiben halbwegs bewältigt hat, landet mit feuchten Händen im Bewerbungsgespräch - und kommt um solche Fragen garantiert nicht herum.

Martin Hatzius

Ein Kunstkonzept für den Kampfeinsatz

Das Thema »Klassik« wirkt 2013 anachronistisch. Die Welt ist bunt und konfus wie nie, der Pluralismus ist Doktrin. Alles gilt. Und alles gilt gleich viel. Wer sich Höhe anmaßt, also vom Standpunkt eines Ideals argumentiert, um von dort aus gültige Werturteile zu fällen, ist schnell als Anhänger eines überholten, weil totalitären Kulturbegriffs entlarvt. Das Feld der Ästhetik ist heute ein Acker...

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tgn

Folge 4: Kooperationsverbot, das; Substantiv, neutrum.

Vor dem Hintergrund des Bildungsförderalismus wurde 2006 das sogenannte Kooperationsverbot im Grundgesetz verhängt (91b GG). Danach sind die Länder nicht mehr nur für bildungspolitische Richtlinien, sondern auch für die Finanzierung der Bildung allein zuständig. Ausnahmen gelten für Bauten oder Finanzierung von Forschungseinrichtungen und die sogenannte Exzellenzinitiative, mit der ausgewählte ...

ndPlusLena Tietgen

Die Stärken der Kinder stärken

Bereits zum fünften Mal treffen sich Mitte November in Potsdam Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Horterzieher und weitere Interessierte auf der sogenannten Elternuniversität.

Lena Tietgen

Druck auf die Koalitionsverhandlungen

Bis zum 13. November 2013 sollen die ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppe Bildung bei den Koalitionsverhandlungen vorliegen. Die GEW fordert auf www.gew.de u.a. die Voraussetzungen für ein inklusives Bildungswesen zu schaffen.

ndPlusRalf Hutter

Nicht nur für Wissenschaftler

Seit wenigen Wochen läuft an deutschen Hochschulen die Vorlesungszeit. Wie viele Menschen soeben ein Studium aufgenommen haben, kann das Bundesbildungsministerium frühestens Ende November sagen, wie es auf nd-Anfrage mitteilt. Klar ist: Die Zahlen steigen. 2012 nahmen im Frühjahr und Herbst laut statistischem Bundesamt fast 500 000 Menschen ein Studium auf. Im Wintersemester 2012/2013 wurden kn...

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Wochen-Chronik

7. November 1963 Die letzten elf noch lebenden Bergleute der Erzgrube Mathilde werden aus über 100 Metern unter der Erde ans Tageslicht befördert. Die kaum noch für möglich gehaltene Rettung geht als das »Wunder von Lengende« in die Geschichte ein. Insgesamt 129 Bergleute waren am 24. Oktober verschüttet worden, 79 konnten sich aus eigener Kraft in den ersten Stunden nach dem Unglück befr...

Skandal im Sportpalast

Die Menge tobt. »Wenn wir Nationalsozialisten uns schämen«, skandiert ein gewisser Reinhold Krause, »eine Krawatte vom Juden zu kaufen, dann müssten wir uns erst recht schämen, irgendetwas, das zu unserer Seele spricht, das innerste Religiöse vom Juden anzunehmen.« 20 000 »Deutsche Christen« applaudieren begeistert ihrem Gauobmann an diesem 13. November 1933 im Berliner Sportpalast. Dieser fähr...

Adoptivsohn des portugiesischen Proletariats
ndPlusGerhard Wendorf

Adoptivsohn des portugiesischen Proletariats

Er sei ein »Adoptivsohn des Proletariats« sagte Álvaro Cunhal einmal vor Gericht. Der in einer bürgerlichen Familie Geborene hatte sich 17-jährigJurastudiums, der Kommunistischen Partei Portugals (PCP) angeschlossen.

Erwin Könnemann

Die Interessen der Industriellen

Für den Abend des 8. November hatte der starke Mann Bayerns, Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr, eine programmatische Rede vor den Notabeln Münchens im honorigen Bürgersaal angekündigt. Es sollte nicht dazu kommen. Wenige Minuten nach Beginn seiner Ansprache stürmte Hitler im langen schwarzen Gehrock, das Eiserne Kreuz Erster Klasse an der Brust, an der Spitze eines schwer bewaffnete...

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Kai Althoetmar

Ein sehr berechnender Vogel

Pinguine planen ihre Jagd nach Meeresfischen strategisch und variieren ihr Tauchverhalten, um ein Optimum an Beute zu machen. Die flugunfähigen Wasservögel schätzen vor Tauchgängen den Jagderfolg ab.

Zimt fürs Hirn?
Reinhard Renneberg , Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Zimt fürs Hirn?

Die DDR-Schulspeisung … Einmal in der Woche gab es Milchreis mit Zimt und Zucker! War das schlecht? Im Gegenteil: Gut, des Zimts wegen! Wissenschaftler der University of California haben die Wirkung des Zimts untersucht.

Martin Koch

An den Grenzen der Logik

In seinem 1940 vollendeten Roman »Der Meister und Margarita« lässt der sowjetische Schriftsteller Michail Bulgakow den Teufel inkognito auftreten. Der fragt den Vorsitzenden des Moskauer Schriftstellerverbands, Berlioz, was er von sogenannten Gottesbeweisen halte. »Diese Beweise sind allesamt nichts wert, und die Menschheit hat sie längst zu den Akten gelegt«, antwortet Berlioz und fügt an den ...

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Energie von 30 Atombomben

Die Explosion des »Meteoriten von Tscheljabinsk« (im Bild ein Trümmerstück) über Russland hat Forschern zufolge etwa 30 Mal mehr Energie freigesetzt als die Detonation der Hiroshima-Bombe 1945. Der Himmelskörper sei rund 30 Kilometer über der Millionenstadt mit einer Energie von 500 Kilotonnen TNT zerborsten, berichtete ein Team um den tschechischen Astronomen Jiri Borovicka im Fachjournal »Nat...

ndPlusElke Bunge

Die Erde ist nicht einzigartig

Erdähnliche Planeten sind gar nicht so selten. Zu diesem Schluss gelangen die US-Astronomen Erik Petigura, Geoffrey Marcy und Alan Howard von der University of California in Berkeley und der University of Hawaii in Manoa. Auf Basis von Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops »Kepler« schätzen sie, dass es mehr Planeten mit lebensfreundlichen Bedingungen gibt als Menschen auf der Erde. Laut ihre...

ndPlusFrank Odenthal

Klärwerke als Umweltsünder

Als François Verdet den dritten Müllsack am Strand von Saint-Jean-de-Luz an der französischen Atlantikküste gefüllt hat, glaubt er nicht mehr an einen Zufall. Er fährt ins benachbarte Biarritz, in die Zentrale der Surfrider Foundation Europe, einer Nichtregierungsorganisation, die sich dem Schutz der Meere und der Küsten verschrieben hat. Dort werden die Fundstücke schon seit Tagen zusammengetr...

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Ellen Sternkopf

Mord und Totschlag

Mein Lieblingsspiel sind die »black stories« (Moses Verlag). Dabei handelt es sich um morbide, tiefschwarze Rätsel, die in jeder Spielerunde den Hobbydetektiv in mir und meinen Freunden wecken. Ausgelegt sind die black stories für Runden ab zwei Spielern, wobei es erst in großen Gruppen richtig lustig wird. Ein Spieler wird zum »Meister« bestimmt, der den zu lösenden Fall vorliest und als einzi...

ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Manchmal sitzt man am Brett

... und stürzt sich, blind an den Sieg glaubend, in einen brutalen Angriff. Höchst riskant, weil dieser Angriff oft einer Illusion nachjagt! So in unserer heutigen Partie. Teimour Radjabov (Aserbaidschan; 26) attackiert ungestüm die Rochade von Fabiano Caruana (Italien; 21), verlor aber nach nur 30 Zügen. Mit dem Sieg sicherte sich Caruana Platz 1 beim »Turnier der Könige« in Bukarest - und rüc...

ndPlusUdo Bartsch

Rat gefragt

Bei Venedig winken versierte Spieler schnell ab. Nicht etwa weil die Lagunenstadt ein unattraktiver Flecken wäre. Nein, das Gegenteil stimmt, und genau das ist der Grund, warum Venedig immer wieder als Schauplatz für neue Spielideen herhalten muss. So oft, dass es selbst dem größten Kanal- und Brückenenthusiasten irgendwann zu viel wird. Was in diesem Fall schade wäre, denn »Rialto« sticht aus ...

Der Kalte Krieg kommt wieder

Der Kalte Krieg kommt wieder

Es war einer der Kollateralschäden der Wende: Das strategische Brettspiel Ligato, das Lothar Schubert aus Riesa erdacht hatte, sollte 1989 in Produktion gehen. Doch dann kam das Wende-Aus für den Betrieb. Nun erschioen es als App.

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ndPlusMarc Vorsatz

Wunderwelt im Flugzeugwrack

Die morgendliche Sonne taucht den kleinen Hafen von Chemainus in ein warmes Licht. Hölzerne Segeljollen und betagte Fischkutter schaukeln friedlich auf den flachen Wellen. Nur ein paar vereinzelte Regenwolken hängen schwer über dem kleinen Ort im kanadischen Südosten von Vancouver Island. Ich bin mit Peter Luckham an seinem knallgelben Boot »Divemaster« verabredet. »Howdy doodie?«, begrüßt mich...

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Michael Müller

Weshalb eigentlich Teneriffa?

Wer nach gut vier Stunden noch einigermaßen wachen Auges den Landeanflug auf Teneriffa-Süd wahrnimmt, dem fallen zwei reizvolle Gegebenheiten auf: zum einen eine weithin raue, bergige Landschaft, zum anderen felsige Uferstreifen.

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Bruno Neurath-Wilson

Nie aufgeben

Hannes Bienert ist einer von jenen Menschen, die in Zeiten von Krieg und Umbruch gelebt, dadurch ihre »Prägungen« erfahren haben und gerne davon erzählen. Am 20. Oktober 2013 ist er von der Jüdischen Gemeinde geehrt worden.