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UNTEN LINKS

Dieser Papst hat Klasse. Mittelklasse. In seinem jüngsten Interview mit einer Jesuitenzeitschrift erklärte Franziskus: »Es gibt eine ›Mittelklasse der Heiligkeit‹, an der wir alle teilhaben können.« Wohl deshalb fährt der Mann auch einen Mittelklassewagen, wie die Medien nicht müde werden zu betonen. Der Zweck heiligt die Mittel. Klasse! Der neue Pontifex zieht damit einen Schlussstrich unter d...

Freude am Brei

»Kommt die D-Mark, bleiben wir, Kommt sie nicht, gehn wir zu ihr.« Diese einfache Logik aus den letzten Tagen der DDR erklärt die Abwanderung der vor allem jungen, der vor allem qualifizierten Leute aus dem Osten in den Westen. Nur, dass es noch schlimmer kam, als damals gedacht. Die D-Mark kam, und die Leute gingen trotzdem. Weil in den neuen Bundesländern niedrigere Löhne gezahlt wurden als i...

Schönfärberei statt harter Fakten zum Osten

Die Landschaften im Osten blühten sichtbar, »selbst im Winter«, meinte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Mittwoch unter Bezug auf den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der einst »blühende Landschaften« in Ostdeutschland versprochen hatte.

Velten Schäfer

Berufsverbände drohen mit Verfassungsklage

Union und SPD verhandeln über eine Rückkehr zur Tarifeinheit, wie SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bestätigte. Betroffene Berufsverbände laufen bereits Sturm gegen dieses Ansinnen.

ndPlusVelten Schäfer

Berufsverbände drohen mit Verfassungsklage

Scharfe Reaktionen löst die aus den Koalitionsverhandlungen gesickerte Nachricht aus, Union und SPD planten ein Gesetz zur »Tarifeinheit«. Koalitions- und Tarifpluralismus sollen in geordnete Bahnen gelenkt werden.

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Klaus der Geiger

...ze Foos

Es gibt so einen schönen Spruch in einem bekannten Kölschen Lied, da heißt es am Schluß: Ich mööt ze Foos noh Kölle jon! Und damals, anlässlich dieser gigantischen Demo, haben wir das gemacht, nur umgekehrt: Wir sind von Köln nach Bonn gelaufen, in einem riesen Haufen, mit Kind und Kegel! Das sind immerhin so 30 km, aber je näher wir Bonn kamen, desto ausgelassener und fröhlicher wu...

ndPlusJo Leinen

Vernagelte Zeiten

Vor der ersten großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten am 10. Oktober 1983 vernagelten die Geschäftsleute in der Bonner Innenstadt ihre Schaufenster mit dicken Brettern. Die Angst vor den Demonstranten war größer als die vor den Raketen. Nach dieser erfolgreichen Großkundgebung änderte sich das Bild in ganz Deutschland sehr schnell. Die Friedensbewegung konnte in weiten Teilen der Gese...

Ulrich Frey

Eine Münze aus der DDR

Es war auf einer Sitzung des Koordinierungsausschusses vor der Bonner Demonstration und Kundgebung am 10. Oktober 1981: Veranstalter waren die Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, als deren Beauftragter leitete ich die Sitzung. Es nahmen Vertreter von Unterstützergruppen aus sehr unterschiedlichen Spektren der Raketengegner teil, von den »Unabh...

ndPlusManfred Stenner

Nachhall bis heute

Das Engagement der Vielen gegen Krieg wirkt bis heute nach. Eine große Skepsis gegen Krieg und Militär ist geblieben. Am 22. Oktober 1983 - einen Monat vor der Beschlussfassung im Bundestag - waren die parallelen Demonstrationen in Berlin, Bonn, Hamburg und die 108 km lange Menschenkette zwischen Stuttgart und Neu-Ulm Höhepunkt des Aufbegehrens gegen einen real drohenden Atomkrieg und die Logik...

ndPlusJürgen Reents

Sie rüsteten aufs Inferno

Gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik Deutschland gab es vor 30 Jahren massiven Protest. Die Friedensbewegung erlitt 1983 eine Niederlage, als sie die Stationierung nicht verhindern konnte.

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Aktionsziel: Bundestag
Werner Rätz

Aktionsziel: Bundestag

Am 21. Oktober 1983 hatte ein Bündnis linker und Dritte-Welt-Gruppen das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit blockiert. Mit dieser Aktion wollten wir darauf hinweisen, dass die Kriegspolitik der NATO die Existenz der Welt aufs Spiel setzte. »Wenn wir uns selbst ernst nehmen, unsere eigene Analyse der Kriegsgefahr nicht einfach verdrängen, dann ist es unsere bedingungslose Pflic...

Christa Nickels

Die Kette der 1000 Kraniche

Seit ich denken kann, treibt mich der Gedanke um, dass ein Wasserrohrbruch im Haus oder ein Blechschaden am Auto Leute in Wallung bringt, während menschengemachte Bedrohungspotenziale ungeheuren Ausmaßes nicht zur Kenntnis genommen werden. Nie habe ich mir einreden lassen, als einzelne könne man nichts bewegen. Schon immer bin ich der Meinung, dass Leid keine vernachlässigbare Größe politischen...

Andreas Buro

Ängste im Hintertaunus

Wir waren anderer Meinung. In den Dörfern trafen sich LehrerInnen, Pfarrer, Ärzte, Intellektuelle, Hausfrauen, Schüler und Künstler. Zur Einstimmung wurde in meinem Dorf Grävenwiesbach über mehrere Tage gemeinsam gefastet. Dabei wurden Informationen, Einsichten und Ängste ausgetauscht sowie Rollenspiele eingeübt. Wir beschlossen schließlich eine eigene Demonstration. Revoluzzer aus Frankfurt od...

ndPlusEllen Diederich

Im Frauenfriedensbus durch Europa

Im September 1979 fand in Köln der 1. Anti-Atomkongress der Frauenbewegung statt, organisiert von der feministischen Zeitschrift »Courage«. Über 1000 Frauen kamen. Aufgerüttelt wurden wir vor allem durch die australische Kinderärztin Helen Caldicott. Sie übertrug die komplizierten Zusammenhänge der atomaren Vernichtungsmöglichkeiten in eine Sprache, die jede(r) verstehen konnte. Mit ihrer drast...

ndPlusBarbara Gladysch

Es gab nur eins: Nein sagen!

Als »höhere Tochter« aus einer Juristenfamilie stammend - mit großem Latinum, Anstands- und Klavierunterricht ausgestattet - suchte ich mir schon als Kind andere »Vorbilder« als die, die mein Vater mir vorlebte: Statt Juristin wurde ich Sonderschullehrerin für »Schmuddelkinder«, heiratete nicht den Notarssohn, sondern einen ehemaligen Arbeiter aus Bottrop - und wählte nie die Partei, die mein V...

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Einheit versus Autonomie

Wie war das mit der »Tarifautonomie«? Das Prinzip, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihre Verhältnisse in freien Verhandlungen zwischen ihren Vertretern regeln sollten, wurde zuletzt oft von den Konservativen bemüht – nämlich als Argument gegen einen gesetzlichen Mindestlohn.

Obamas Werben

Die Erwartungen an die am Mittwoch fortgesetzten Atomgespräche in Genf sind hoch. Und das nicht nur, weil Teherans Unterhändler noch einmal ihren Willen zur weiteren Annäherung bekräftigt und dabei Rückendeckung vom obersten geistlichen Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, erhalten haben. Washingtons Chefdiplomat John Kerry glaubt ebenfalls, endlich eine tragfähige Vereinbarung über das Nuklea...

Bundeskinderkanzlerin

Wenn Rio Reiser »Kanzler Kaiser König oder Königin« geworden wäre, hätte er sich zum kleinen Diktator stilisiert: Im Fernsehen hätte er nur ein Programm zugelassen und seinen täglichen Geburtstag jeden Morgen mit Schampus begossen. Die Kinder von heute sind zwar nicht weniger fordernd, aber wesentlich selbstloser. Den Satz »Wenn ich BundeskanzlerIn wäre« vervollständigten viele auf 3000 Postkar...

Detlef D. Pries

Wundertäter

Irakli Garibaschwili soll ab Sonntag, wenn er den Posten des Regierungschefs in Tbilissi offiziell übernimmt, Georgiens mächtigster Politiker sein. So sagt es zumindest die Verfassungsänderung.

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Hendrik Lasch, Leipzig

Homophobe Querfront

Auf der Gästeliste der Konferenz, die Jürgen Elsässers »Compact«-Magazin veranstaltet, stehen zwei Frauen, die in ihren Ländern maßgeblich an der Stimmungsmache gegen Homosexuelle beteiligt sind.

ndPlusGrit Gernhardt

Der Osten hat sich eingependelt

Abwanderung gestoppt! So der Jubelschrei der Regierung beim aktuellen Bericht zum Stand der Deutschen Einheit. Die Realität sieht anders aus: Hunderttausende Ostdeutsche pendeln für den Job.

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Marina Mai

Die Kehrtwende des Justizministers

Eine EU-Richtlinie schreibt vor, dass Abschiebehäftlinge nicht in normalen Gefängnissen untergebracht werden dürfen. Für Bayern ergab sich Handlungsbedarf.

ndPlusMarkus Drescher und 
Vincent Körner

Einer für alles

SPD und Union wollen den Bundestag erst nach Koalitionsverhandlungen und Bildung der Regierung wieder voll arbeiten lassen.

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Anne-Beatrice Clasmann, Kairo

Sinai und Kairo: Menetekel für Ägyptens Zukunft

Bei einem Anschlag auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind am Mittwoch zehn Soldaten getötet worden. Am Vorabend wurde bei Zusammenstößen in Kairo mindestens ein Mensch getötet.

Olaf Standke

Brüsseler Drohnengeschwader im Anflug

Kurz vor Weihnachten steht die Verteidigungspolitik der EU auf der Tagesordnung eines EU-Gipfels. Die Verteidigungsminister einer Reihe von EU-Staaten haben in Brüssel die Weichen für gemeinsame Rüstungsprojekte gestellt.

ndPlusBarbara Barkhausen, Sydney

Eiszeit zwischen Indonesien und Australien

Indonesien hat wegen der australischen Spionage den Botschafter aus Canberra abgezogen. Australien ist vor allem bei Terrorbekämpfung und Asyl auf Indonesiens Kooperation angewiesen.

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Teheran mit »roten Linien«

Vor den neuen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm am Mittwoch hat sich das geistliche Oberhaupt Irans, Ayatollah Ali Chamenei, unnachgiebig gezeigt. Die Unterhändler dürften in Genf »nicht einen Schritt von den Rechten der iranischen Nation« zurückweichen.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Russland rüstet für die Arktis

Russland bekommt neue Teilstreitkräfte. Die Planung ist nahezu abgeschlossen, wie die Zeitung »Nesawissimaja Gaseta« unter Berufung auf Quellen im Generalstab berichtet.

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Mitte-Links hielt in Dänemark die Schanzen

Die dänischen Wähler hielten nicht viel von den Prognosen der Umfrageinstitute: Der für die Kommunalwahlen am Dienstag vorausgesagte Rechtsruck blieb aus.

Die Verbrechen wurden nie infrage gestellt

Der Prozess gegen den früheren guatemaltekischen Machthaber Efraín Ríos Montt wird erst Anfang 2015 neu aufgerollt. Über die neue Lage sprach mit Anwalt Michael Mörth für »nd« Knut Henkel.

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Deutschland wegen Bahn vor EU-Gericht

Brüssel. Die EU-Kommission verklagt Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof, weil im Bahnverkehr staatliche Gelder zweckentfremdet werden könnten. Es sei in Deutschland möglich, »dass staatliche Mittel zum Zweck von Quersubventionen« für den Personen- und Güterverkehr verwendet werden, erklärte die Behörde am Mittwoch. Die eigentlich für die Infrastruktur und öffentliche Dienste gedachten ...

ndPlusNick Reimer und Verena Kern, Warschau

Nur warme Worte von Peter Altmaier

Sie verhandeln sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Bei der Weltklimakonferenz in Warschau haben am Mittwoch die Minister der Teilnehmerstaaten das Verhandlungszepter übernommen.

Andreas Knudsen

Umweltschäden begleicht der Staat

Erst verseuchte der Betreiber eines Nickel-Tagebaus in Mittelfinnland großflächig die Natur - jetzt muss wohl der Steuerzähler die Sanierung bezahlen.

ndPlusGuido Speckmann

Von Magischen Vierecken

Das Magische Viereck aus dem Stabilitätsgesetz von 1967 ist bis heute gültig. Verschiedene Institutionen stellten neue Leitlinien für die Wirtschaftspolitik vor - auch mit Blick auf die neue Legislaturperiode.

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2014 ohne Hebamme?

Berlin. Der Deutsche Hebammenverband muss erneut steigende Prämien für die verbindliche Haftpflichtversicherung für Geburtshelferinnen befürchten. Wie der Verband mitteilte, sollen die Beiträge 2014 um 20 Prozent erhöht werden. Der Versicherungsmakler habe zudem weitere Steigerungen ab 2015 angekündigt. Damit werde Geburtshilfe für viele Hebammen unbezahlbar, mahnte der Verband. Die hohen...

2014 mit Foto

Berlin. Krankenversicherte sind verpflichtet, zum Nachweis ihres Versicherungsschutzes ab dem 1. Januar 2014 die elektronische Gesundheitskarte zu benutzen, urteilte das Sozialgericht Berlin. Es besteht kein Anspruch gegen die Krankenkassen auf Ausstellung eines anderen Versicherungsnachweises. Nutzungspflicht und Speicherung der Personaldaten auf der Karte seien durch das Interesse der Versich...

ndPlusMona Grosche

Gut gegen Keime

Gesund werden auf natürlichem Weg, das ist der Wunsch vieler Menschen. Antibiotika sind in die Kritik geraten. Gute Gründe also, um sich nach sanften Alternativen umzusehen.

ndPlusAnja Laabs

Sturz vom Wickeltisch

Wenngleich die Zahl der Unfälle von Kindern in den letzten Jahren rückläufig ist, so nehmen sie doch an Schwere zu und passieren häufiger im Elternhaus. Organisationen leisten seit Jahren öffentliche Aufklärungs- und Präventionsarbeit.

ndPlusSteffen Schmidt

Fliegende Virenträger

Während China die gefährliche Lungeninfektion SARS vor zehn Jahren schnell unter Kontrolle brachte, flammt eine verwandte Virusinfektion in Saudi-Arabien immer wieder auf.

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Raus aus dem Minijob

Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hat eine Öffentlichkeitskampagne zu Minijobs initiiert. Mit Plakaten und Videos soll dafür geworben werden, Minijobber und Arbeitgeber über berufliche Aufstiegschancen aufzuklären. »Minijobs ermöglichen wenig berufliche Perspektive und sind für Unternehmen eine ungenutzte Chance zur Gewinnung von Fachkräften«, sagte Kolat am Mittwoch. In den Bezirken T...

»Flashmeal« auf der Brücke

Nach den Balkon-Konzerten in Berlin gibt es jetzt eine neue Aktion für eine bessere Nachbarschaft. Die Oberbaumbrücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg wird am 1. Dezember zur Kulisse eines »Flashmeals«, eines spontanen Frühstücks für alle. Die Idee dafür kommt aus London. Alle Nachbarn rund um die Spree-Brücke sind aufgerufen, Getränke und Essen mitzubringen und zu teilen. Organisatoren si...

Lehrer fälschte Lasard-Kunst

Zehn Jahre lang soll ein pensionierter Lehrer aus Berlin Kunstwerke der Expressionistin Lou Albert-Lasard gefälscht und damit gehandelt haben. Vor gut einer Woche flog der 73-Jährige auf und nahm sich anschließend das Leben, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Ex-Studienrat hatte zugegeben, die etwa 100 Bilder angefertigt zu haben. Danach verschwand er, erst einige Tage später wurde sein...

Ohne Vision

Die Koalitionäre von SPD und CDU sind eigentlich in einer beneidenswerten Situation. Nach Jahren der krassen Neuverschuldung und zugleich massiver Kürzungsorgien steht das Land Berlin finanziell vergleichsweise gut da. Die Mehreinnahmen sprudeln, aus der mausgrauen Mauerstadt ist eine pulsierende Metropole geworden, die nicht nur Touristen aus der ganzen Welt lockt, sondern auch wirtschaftlich ...

Martin Kröger

Ein Haushalt mit schwarzer Null

Die Fraktionen von SPD und CDU haben sich auf den Doppelhaushalt 2014/2015 geeinigt. Jede Partei hat eigene Schwerpunkte heraushandeln können. Die Opposition sieht dagegen Taschenspielertricks.

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Energiewende mit Kohle

Potsdam. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schwebt eine Energiewende vor, bei der herkömmliche Quellen weiterhin genutzt werden. »Es ist ein Trugschluss zu glauben, erneuerbaren Energien sind nur voranzubringen, wenn auf Braunkohle verzichtet wird«, sagte Woidke gestern im Landtag. Die SPD hatte eine Aktuelle Stunde beantragt. Ohne Akzeptanz sei die Energiewende nicht möglich, betonte Woid...

Peter Nowak

Wohnprojekt droht Kündigung

Sperrgitter und ein großes Polizeiaufgebot sind vor dem Amtsgericht Weißensee ein ungewöhnlicher Anblick. Doch am Mittwoch wurde dort über die Kündigung einer Wohngemeinschaft in der Berliner Allee 59 verhandelt.

ndPlusStephan Fischer

Marzahn bekommt neues Kraftwerk

Ab 2015 entsteht ein neues Kraftwerk an der Rhinstraße, ein Besucherzentrum zum Neubau wurde gestern vom Marzahner Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) und Vattenfall eröffnet.

Andreas Fritsche

Der jüngste Kandidat

Mit dem 21-jährigen Konstantin Gräfe stellte die LINKE wahrscheinlich ihren jüngsten Kandidaten für die Landtagswahl 2014 auf. Die Nominierungen dauern allerdings noch an.

ndPlusPeter Kirschey

Rechter Maskenball gestoppt

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verhandelte die Klage des Neonazi-Netzwerkes »Widerstandsbewegung in Südbrandenburg« gegen sein Verbot. Das Urteil fällt nächste Woche.

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Altenparlament: Senioren besser versorgen

Schwerin. Das Altenparlament von Mecklenburg-Vorpommern hat am Mittwoch in Schwerin eine bessere medizinische Versorgung von Senioren verlangt. Weitere Anträge betrafen bezahlbares Wohnen, mehr Sportangebote für Alte sowie die Sicherung der Mobilität auf dem Land. Die Forderungen der 71 Delegierten von 37 Seniorenverbänden richten sich an den Landtag und die Landesregierung. Die Grünen-Sozialpo...

Zu nahrhaftes Wasser

In Deutschland gelangen immer noch zu viele Nährstoffe vom Acker in die Gewässer. Die Landwirtschaft gilt als Hauptquelle für die Belastung von Seen und Flüssen, Nord- und Ostsee sowie des Grundwassers.

ndPlusRobert Luchs, Mainz

Mainzer CDU fordert massiv Stellenabbau

Die CDU-Opposition im Mainzer Landtag will die rot-grüne Landesregierung von Rheinland-Pfalz in ihren Sparbemühungen noch übertreffen. Ihre fast 180 Änderungsanträge führen umfassen insgesamt 450 Millionen Euro.

Ein Minister zeigt Nerven

Der neue Eigentümer von Bayerns größter Wohnungsgesellschaft GBW reagiert auf die Dauerangriffe von Mieterbund und Opposition. Verkündet wird die Nachricht von Finanzminister Söder.

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Reserven in Omas Unterwäsche

Magdeburg. Auch zwölf Jahre nach der Einführung des Euro tauschen die Menschen in Sachsen-Anhalt noch immer D-Mark um. Die Bundesbank-Filiale in Magdeburg verzeichnete von Januar bis Oktober 2180 Umtauschwünsche - das sind etwa neun pro Arbeitstag, wie die Bundesbank auf dpa-Anfrage mitteilte. Dabei gingen 523 000 D-Mark über den Tresen, pro Umtausch seien dies im Schnitt 240 D-Mark und damit e...

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Jurist Kämpfer soll OB von Kiel werden

Für die Wahl eines neuen Stadtoberhaupts in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel steht der erste Kandidat fest. Drei Wochen nach Rücktritt von Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) - sie hat einen rechtswidrigen Steuererlass für den Augenarzt Detlef Uthoff in Millionenhöhe zu verantworten - hat die im Kieler Rathaus koalierende Kooperation von SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerve...

Sparen trotz 36-Millionen-Plus

Zwei Wochen nach der jüngsten Steuerschätzung ist in Sachsen-Anhalt das für 2014 zusätzlich erwartete Geld schon verteilt. Ein Teil soll aber auch als Reserve zurückgelegt werden - die LINKE kritisiert das.

Harald Lachmann

Köhlerverein will auf die UNESCO-Liste

Noch bis Monatsende können sich in Sachsen Gemeinschaften, die ohne kommerzielles Interesse Kulturerbe vermitteln, um den Titel »Immaterielles Kulturerbe« bewerben. Ein Verein aus Sosa hat dies getan.

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410 Titel für Preis eingereicht

Für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 haben die Verlage 410 Bewerber-Titel eingereicht. Viele Einsendungen beschäftigten sich mit dem genau hundert Jahre zurückliegenden Ersten Weltkrieg, hieß es in einer Mitteilung der Leipziger Messe. Insgesamt 136 Verlage hätten Titel vorgeschlagen. Die Jury wird für die Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung jeweils fünf Werke nom...

Konzertanter Protest

Für ein Protestkonzert gegen Einschnitte bei der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin bekommt das Orchester Unterstützung von Musikern der Staatskapelle Berlin, des Philharmonischen Staatsorchesters Ham- burg, des Gewandhausorchesters Leipzig und des NDR-Sinfonieorchesters. Am 23. November wollen die zusammen etwa 90 Musiker Werke von Wagner, Brahms und Verdi spielen, wie Orchestervorstand ...

Hans-Dieter Schütt

Ein König der Platzanweiser

Wir wissen nicht immer zu schätzen, was uns die eigenen Erfahrungen bedeuten. Wir schlagen sie gern in den Wind - und schlagen uns also mit Blindheit. Denn die Politik sieht das und macht weiter, als gäbe es unsere Erfahrungen nicht. Politik fürchtet, wir könnten unsere Erfahrungen ins Feld führen - das doch so ganz anders bestellt werden müsste. Politik weiß: Herrschaft ist da am besten möglic...

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Entdeckung bei James Joyce

So beginnt ein Brief von James Joyce an seinen damals vierjährigen Enkel. Ein Text voller Hintersinn und Witz, doch seltsamerweise ist er in Dublin erst 2012 erstveröffentlicht worden. Und nun kam »Die Katzen von Kopenhagen« in einer Übersetzung Harry Rowohlts heraus. Mit Bildern von Wolf Erlbruch hat Hanser ein schönes Buch daraus gemacht (32 S., geb., 14,90 €)....

Irische Segenswünsche

Ursprünglich wurden sie mündlich weitergegeben, so dass man heute kaum sagen kann, von wann, gar von wem sie stammen - und ob sie wirklich von der »grünen Insel« kommen. »Irische Segenswünsche« wirken deshalb so stark und lebensweise, weil in ihnen beides verbunden ist: das, was dem Menschen als Schicksal oder Fügung widerfährt, was er an göttlichem Beistand erhofft, und das, was er selbst tun ...

ndPlusMona Grosche

Feigheit und Schuld

Tristan Sadler hat als einziger seiner Kompanie den Ersten Weltkrieg überlebt. Doch auch in ihm hat diese Zeit tiefe Wunden hinterlassen, zu denen nicht nur das unkontrollierbare Zittern seiner rechten Hand gehört. Das spürt er deutlich, als er sich ein Jahr nach Kriegsende von London nach Norwich aufmacht, um Marian Bancroft, der Schwester seines verstorbenen Kameraden Will, ihre Briefe an ihn...

ndPlusIrmtraud Gutschke

»Ich bin ein Geist. Das klingt ein bisschen albern«

Die beiden Frauen auf dem Rücksitz kicherten wieder.» - so wie Roddy Doyle davon erzählt, glaubt man ihm: Sie haben Spaß. Dabei ist die Jüngere - Tansey - lange schon tot und die Ältere - Emer - ist, sie weiß es, dem Tode sehr nah. Tansey sieht nur deshalb so jung aus, weil sie erst 25 war, als sie von der Grippe dahingerafft wurde. Das war 1928; Emer, ihre Tochter, war damals erst drei. Nun is...

Fokke Joel

Endzeit

Für das »Majestic« ist die große Zeit längst vorbei. Am erfolgreichsten war das riesige Hotel an der Ostküste Irlands, irgendwo in der Grafschaft Wexford, um 1880. Damals wimmelte es hier nur so von Menschen, man gab Bälle, auf denen die ganze Nacht durchgetanzt wurde, und unten am Steg legten die Yachten zu den Regatten an. Nun, zur Zeit der Geschichte, die James Gordon Farrell in seinem Roman...

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ndPlusJürgen Amendt

Viel sagen, nichts tun

Mit ein wenig bösem Willen kann man der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstellen, sie lasse sich vom Vorbild der Politik leiten: Viel sagen, nicht handeln. »Mittel für Bildung und Forschung sind die gewinnbringendsten Investitionen für unseren Staat«, meinte gestern der Präsident der HRK, Horst Hippler. Der Satz hätte so auch aus dem Mund eines künftigen Großkoalitionärs von SPD und Union ...

Marc Hairapetian

Geschlechter von der Rolle

Die fünfte Verfilmung von »Venus im Pelz«, ein Erotik-Kammerspiel, ist die beste: Seit »Das Messer im Wasser« (1962) gelingt es Polanski immer wieder, Psychoduelle auf engstem Raum zu inszenieren.

»Unser Zirkus war echt«

Rote Hosenträger, weißes T-Shirt, dunkle Haartolle – so wurde Peter Behrens bekannt, als er hinterm Schlagzeug der NDW-Band Trio stand. Fast 30 Jahre nach der Auflösung scheint vom Star aus »Da Da Da« nur der schläfrige Blick geblieben zu sein. Jetzt hat der Norddeutsche seine Biografie »Der Clown mit der Trommel« (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 320 S., geb., 19,95 €) veröffentlicht. Jan Freitag traf Behrens zum Interview.

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Wer gewinnt, darf gegen die Spitzenspielerinnen blitzen!

Auch bei der achten nd-Damenschachgala am 28. November 2013 (Beginn: 15.30 Uhr) können alle schachfreudigen Leser dabei sein! Als Zuschauer (Eintritt frei!) oder sogar auf dem Podium: Unter allen, die unsere Schachrätsel richtig lösen, werden zwei Leser als Blitzgegner der Spitzenspielerinnen ausgelost. Alle drei Rätsel zeigen ein Matt in drei Zügen - in verschiedenen Schwierigkeits...

Thomas Lipinski

Die Brust noch stolzer geschwellt

Cristiano Ronaldo hat das Duell der Superstars gegen Zlatan Ibrahimovic gewonnen. Während der Portugiese nach seinen drei Toren beim 3:2 im Playoff-Rückspiel nach Brasilien fliegt, interessiert den Schweden die WM nicht mehr.

Magnus Carlsen ist ein großartiges Vorbild

Silje Bjerke studiert an der Universität Oslo und gilt beim nd-Turnier als Außenseiterin. Warum sie darin keinen Nachteil sieht und wie sehr sie Magnus Carlsen bei der Schach-WM die Daumen drückt, verriet sie René Gralla.

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Trauertag auf Sardinien

Cagliari. Nach den verheerenden Überschwemmungen mit 16 Toten auf Sardinien sind am Mittwoch die Rettung- und Aufräumarbeiten fortgesetzt worden. Helfer suchten fieberhaft nach einem Vermissten. Sintflutartige Regenfälle hatten auf der Insel mindestens 16 Menschen in den Tod gerissen. Straßen wurden überschwemmt, Brücken weggerissen, Häuser überflutet. Mehr als 2000 Menschen hatten die Nacht in...

Reiner Oschmann

Comeback für Englands Eiffelturm?

Ein chinesischer Milliardär will in London den berühmten Crystal Palace der Weltausstellung von 1851 neu aufbauen und stößt damit auf Begeisterung wie Widerstand.

Felix Lill, Tokio

Berliner Philharmoniker begeistern Japans Kaiser

Die Asientour der Berliner Philharmoniker hat ihren Höhenpunkt erreicht. Wenn das Orchester in Tokio spielt, genießen die Musiker einmalige Tage vor einem einmaligen Publikum.