Seite 1

UNTEN LINKS

Schade, dass es keine Elefanten in Thüringen gibt. Wenn Thüringer Elefanten erleben wollen, müssen sie nach Afrika reisen. Wenn sie Elefanten erlegen wollen, allerdings auch. Zum Entsetzen fast aller Thüringer erschoss ein Erfurter Regierungsbeamter auf Großwildjagd in Botswana einen Elefanten und rühmte anschließend dessen Pracht. Mit fünf Tonnen und 7,24 Metern von Schwanz bis Rüssel stellt d...

ndPlusOlaf Standke

Beschränkte Souveränität

Selten war das Aufgebot hochrangiger Politiker aus den USA im Münchener Hotel »Bayerischer Hof« so groß wie in diesem Jahr. Was nicht nur der Jubiläumsausgabe der transatlantischen Sicherheitskonferenz am Wochenende geschuldet ist.

Auch Hessen will Castoren aufnehmen

Hessen ist nach Angaben von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir unter Bedingungen zur Zwischenlagerung von Castorbehältern mit Atommüll bereit. »Wir werden das in aller Ruhe klären«, sagte der Grünen-Politiker der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Gauck will mehr Einsatz

Wir Deutschen haben es gut, und daran soll sich nichts ändern, meint Joachim Gauck. Dazu sei es wichtig, sagte der Bundespräsident am Freitag in seiner Eröffnungsrede zur 50. Sicherheitskonferenz in München.

Seite 2
ndPlusUwe Kalbe

Edel sei der Befragte

Als Kommentar zur Münchner Sicherheitskonferenz kommt die Umfrage gerade recht, nach der 61 Prozent der Bundesbürger eine Ausweitung der Bundeswehreinsätze im Ausland ablehnen. Sie darf und wird allen als Argument dienen.

ndPlusReimar Paul

Das Misstrauen bleibt

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, ein Atommüllendlager neu zu suchen. In Gorleben dürfen deshalb keine Castoren mehr zwischengelagert werden. Ab 2015 kommen aber 26 Behälter mit Atommüll zurück, der im Ausland wiederaufbereitet wurde. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind zur Aufnahme bereit, wenn mindestens ein weiteres Bundesland mitmacht. Das hat Hessen jetzt angedeutet....

Olaf Standke

Kein Umdenken

Weltweit verkauften die 100 größten Rüstungskonzerne 2012 weniger Waffen und militärisches Gerät als im Jahr zuvor. Das geht aus der neuesten Statistik hervor, die das renommierte Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI am Freitag vorgelegt hat. Resultat eines politisch-moralischen Umdenkens ist das allerdings nicht. Lange schien es, als könnte sich die Rüstungsindustrie abkoppeln von den ...

ndPlusFabian Lambeck

Edelfeder

Die Debatte um Markus Lanz und eine Online-Petition, die den Rauswurf des »notorisch peinlichen« ZDF-Moderators fordert, reißt nicht ab. Jetzt fühlte sich auch »Zeit«-Herausgeber Josef Joffe berufen, zur Edelfeder zu greifen. In seiner wöchentlichen Kolumne gelingt dem Politikwissenschaftler das Kunststück, die Petition gegen Lanz in geistige Nähe zur Judenverfolgung im Dritten Reich zu rücken....

Ulrike Winkelmann

Alles nur zu Ihrem Schutz!

Es ist eines der großen Rätsel der Zivilisation, warum die Naturerscheinung »Winter« jedes Jahr jegliches städtische Verkehrswesen überfordert. Hier soll jetzt nicht das Phänomen Berliner S-Bahn beklagt werden - nicht nur.

Seite 3

Obamas Rede

De Volkskrant, Niederlande Gut für die Wirtschaft In den letzten Jahren seiner Präsidentschaft will Obama eine Offensive gegen die dramatische Einkommensungleichheit in den USA beginnen. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern es ist auch gut für die Wirtschaft. Die beste Art, der amerikanischen Wirtschaft einen Anstoß zu geben, ist dafür zu sorgen, dass die Menschen mit ...

Karin Leukefeld

Falsche Freunde Syriens

Die USA, die Europäische Union und die arabischen Golfmonarchien, kurz: die »Freunde Syriens«, haben beschlossen: Der syrische Präsident Bashar al-Assad muss abdanken. Sie und die von ihr unterstützte Nationale Koalition haben diese Forderung zum Kern des vor eineinhalb Jahren ausgehandelten Genfer Abkommens erhoben.

Seite 4
Hendrik Lasch, Hoyerswerda

Die zweite Chance für Hoyerswerda

Seit 1991 Ausländer von einem Mob aus Hoyerswerda verjagt wurden, war der Name der Stadt Synonym für Fremdenfeindlichkeit. Nun wird ein Flüchtlingsheim eröffnet - Gelegenheit, das Bild zu korrigieren.

Seite 5

PID kann im Norden starten

Hamburg. In den ersten Bundesländern könnten noch im Februar die Vorbereitungen für Gentests an Embryonen abgeschlossen sein. Wie die Hamburger Behörde für Gesundheit mitteilte, stehen die Mitglieder der Ethikkommission für sechs nördliche Bundesländer inzwischen fest. Das Gremium muss nach dem Gesetz für die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) über jeden Einzelfall entscheiden. E...

Dirk Farke, Freiburg

Freispruch für südbadischen Neonazi

Genau wie im ersten Prozess sprach am Freitag auch die dritte Kammer des Freiburger Landgerichts, den mehrfach vorbestraften, bekennenden und bekannten Neonazi Florian Stech vom Vorwurf des versuchten Totschlags aus Mangel an Beweisen frei.

Reimar Paul

Hessen eröffnet Castor-Option

Hessen ist als drittes Bundesland bereit, Castorbehälter aufzunehmen. Unterdessen laufen Klagen von Umweltorganisationen gegen eine vermutete Vorfestlegung auf Gorleben als mögliches Endlager.

Seite 6

LINKE: »Böse Propaganda« gegen Syrien

Als »mutwillig böse Propaganda« hat LINKE-Bundestagsmitglied Jan van Aken gegenüber »neues deutschland« Vorwürfe an Syrien bezeichnet, die Regierung verzögere die vereinbarte Chemiewaffen-Vernichtung.

ndPlusDaniel Kestenholz, Bangkok

Thais fordern: Respektiert meine Stimme!

Nach monatelangen Protesten gegen die Regierung soll in Thailand am Sonntag - gegen den Widerstand der Protestierenden - ein neues Parlament gewählt werden.

Seite 7
ndPlusValeri Pantelejew, Cherson

Auf dem »Euromaidan« von Cherson

Während im Westen der Ukraine Gegner des Präsidenten die Oberhand haben, herrschen in östlichen und südlichen Regionen andere Kräfteverhältnisse. In Cherson ist alles vergleichsweise ruhig.

Detlef D. Pries

Einspruch aus dem widerspenstigen Gagausien

Die Republik Moldau paraphierte im November 2013 ein Assoziierungsabkommen mit der EU, das noch in diesem Jahr unterzeichnet werden soll. Doch regt sich Widerstand - unter anderem in Gagausien.

Seite 8
ndPlusSimon Poelchau

Windenergie mag keine Deckel

Knapp 3000 Megawatt betrug der Zubau von Windmühlen an Land letztes Jahr. Das geplante Ausbaulimit wäre damit überschritten.

Meike Stolp, London

Erhöhte Strahlenwerte in Sellafield

In der britischen Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield ist ungewöhnlich hohe Radioaktivität gemessen worden. Für 10 000 Mitarbeiter von Sellafield in Nordwestengland hieß es am Freitag, zu Hause zu bleiben.

Euroraum: 19 Millionen Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist in den letzten Monaten zumindest nicht mehr gestiegen. Die EU-Kommission wertet dies bereits als Wendepunkt.

Seite 9

Barlach legt nach

Suhrkamp-Mitgesellschafter Hans Barlach hat sofortige Beschwerde gegen das gerichtlich genehmigte Sanierungskonzept für den Verlag eingelegt. Das teilten der Verwaltungsratspräsident von Barlachs Schweizer Medienholding, Rechtsanwalt Carl Ulrich Mayer, und Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil übereinstimmend mit. Der Traditionsverlag soll von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewan...

Aus für Strien und Erben

Der Berliner Aufbau Verlag, einst der größte Literaturverlag der DDR, trennt sich von seinen Geschäftsführern René Strien und Tom Erben. Der Schritt sei »aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Verlages« einvernehmlich zum 31. Januar beschlossen worden, teilte eine Aufbau-Sprecherin am Freitag mit. Die Neuausrichtung des Verlages erfordere eine n...

ndPlusGünter Agde

Leise und voll Leidenschaft

Jede Geschichte, die Günther Rücker (1924-2008) erzählte, lebte von seinem unverwechselbaren Erzählerton: das leise, behutsame Wort, die sanfte Ironie, die aus dem Böhmisch-Deutschen seiner Heimat kam.

Jörn Schulz

Die letzten Gefangenen

Wenn einem Menschen das Auto gestohlen wird, muss er nicht selbst die Parkplätze und Garagen absuchen, um es wiederzufinden. Und wenn jemand ein Auto zu einem unschlagbar günstigen Preis erwirbt, ohne sich um dessen Herkunft und die Besitzverhältnisse zu kümmern, kann er sich nicht als rechtmäßigen Eigentümer betrachten. Ronald S. Lauder, Präsident des World Jewish Congress, bediente sich bei s...

Volker Trauth

Flucht zu den Büchermenschen

Der 1953 veröffentlichte Roman »Fahrenheit 451« erzählt vom Lesen als Verbrechen und Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Das Hans-Otto-Theater in Potsdam bringt das Buch von Ray Bradbury nun auf die Bühne.

Seite 10
Tobias Riegel

Triumph und Niedergang

Die Musikmesse Midem in Cannes (1.-4.2.) hat eine ähnliche Achterbahnfahrt aus Triumphzug, Niedergang und langsamer Konsolidierung erlebt wie viele andere Teile der Musikindustrie. 40 Jahre lang dominierte das Treffen an den südfranzösischen Edelboulevards das Musikmessenwesen. Millionen von Dollars wurden bei den Deals über Songlizenzen, Promotionbudgets für neue Bands oder Remix-Aufträge hint...

ndPlusAndré Anwar, Stockholm

Festival im Dunklen

Umeaa gilt in Schweden als Stadt der kreativen Impulse. So verbrachten etwa der Krimiautor Stieg Larsson und eine Reihe bekannter Musiker ihre Jugend dort. Die innerliche Schaffenskraft, die von diesem nördlichen Ort auszugehen scheint, mag von der Isolation und den langen Wintern stammen. An diesem Wochenende wird das 117 000 Einwohner zählende Städtchen unter dem Motto »Mitgestaltung, N...

Hans-Dieter Schütt

Bitte nicht so laut

Gäbe es ein Buch über sie, der Titel könnte lauten: »Bitte nicht so laut«. Denn sie weiß, was sie kann, aber sie tönt nicht davon. Am Sonntag wird die Schauspielerin Christine Schorn 70.

Seite 11
Alexander Ludewig

Alter Schlachtruf im neuen Stadion

Zwischen Oberligavergangenheit und Zweitligaträumen: Für den HFC ist es von existenzieller Bedeutung, im Profifußball zu bleiben. Die Basis ist gut - er ist schuldenfrei und spielt in einem modernen Stadion.

Seite 12
Oliver Mucha

Spielerstreik legt Pokalspiel lahm

Die Spieler des spanischen Drittligisten Racing Santander haben für einen Abbruch des Pokalspiels gegen San Sebastian gesorgt. Sie warten seit Monaten auf ihre Gehälter.

ndPlusRobert D. Meyer

Altmeister trifft auf Schüler

Wenn am Sonntag die Seattle Seahawks und die Denver Broncos beim Super Bowl spielen, könnte Peyton Manning den Titel zum zweiten Mal holen. Der 37-Jährige trifft dabei auf seinen früheren Schüler.

Seite 13

Berlin fördert seinen Bestand

Mit Hilfe der Wirtschaftsförderung sollen in den nächsten drei Jahren in Berlin rund 5500 Arbeitsplätze entstehen. Diese Zahl nannte die Fördergesellschaft Berlin Partner am Freitag bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz 2013. Die Unternehmen, die Berlin Partner unterstützte, investierten im vorigen Jahr 369 Millionen Euro in 258 Projekte. Das waren 90 Millionen Euro mehr als 2012, sagte Wirtsc...

Ermäßigung für alle Lehrer

Anders als zuvor geplant sollen nun doch alle Lehrer im Alter weniger unterrichten. »Uns ist wichtig, dass auch die Lehrkräfte einbezogen werden, die Funktionsstellen übernommen haben oder mit Freistellungen vom Unterricht Tätigkeiten für die Berliner Schule wahrnehmen«, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Ursprünglich sollte die Altersermäßigung nach der Zahl der Unterrichtsstund...

Marlene Göring

Früchtchen und Pleitegeier

Start-Up: ein Wort, bei dem Wirtschaftspolitikern ein angenehmes Kribbeln den Nacken herunterläuft. Aber nicht die vielgelobten und so sehnlich herbeigewünschten Neugründungen und -ansiedlungen sind es, die die Berliner Wirtschaft boomen lassen. Das Wirtschaftsförderunternehmen Berlin Partner macht eine andere Quelle aus: Die meisten Investitionen, weit über die Hälfte, flossen 2013 in bereits ...

ndPlusSarah Liebigt

Ständig grüßt der Brandschutz

Tagsüber Tor zur Welt für Tausende Passagiere, nachts Baustelle mit offenen Decken und Kabelrollen. Ein Flughafenprovisorium ließen die Behörden aber nicht durchgehen.

Seite 14

Eiszeit: Schön und trügerisch

Das Wochenende lockt nach draußen: Die bitterkalten Temperaturen vom letzten Samstag werden nicht wieder erreicht. Bis zu sanften vier Grad sollen es sogar werden. Damit wird das Betreten der schon gefrorenen Eisflächen aber wieder gefährlicher - auch wenn sie noch so verführerisch in der Sonne glitzern. Polizei und Feuerwehr warnen deshalb, sich von der Spree und ihren Armen und Kanälen besser...

ndPlusSteffi Bey

Plakate mit Familiensinn

Lieber flexibel: Wie familienfreundlich kleine und mittelständische Betriebe in Marzahn-Hellersdorf sind, macht eine aktuelle Ausstellung deutlich.

ndPlusWilfried Neiße

Stasi-Überprüfung: Weiter geht’s

Stasi-Überprüfungen soll es weiter geben, empfiehlt eine Enquetekommission des Landtag. Eine flächendeckende Durchleuchtung des öffentlichen Dienstes ist jedoch nicht vorgesehen.

Seite 15
ndPlusVolker Stahl

Tod wäre zu verhindern gewesen

Der Tod der kleinen Yagmur erregte vor anderthalb Monaten die Öffentlichkeit weit über die Grenzen der Hansestadt Hamburg hinaus. Der Bericht der Jugendhilfeinspektion legt die Vermutung nahe, dass der Tod der Dreijährigen womöglich zu verhindern gewesen wäre.

Hagen Jung

Irrfahrt eines Unglücksschiffs

Die Odyssee des 2012 auf dem Atlantik in Brand geratenen Frachters »Flaminia« ist noch nicht zu Ende. Dieses Wochenende legt das Schiff in Dänemark ab, um in Rumänien repariert zu werden.

Seite 16

Nabu klagt gegen Deponie Ihlenberg

Schwerin. Der Naturschutzbund Mecklenburg-Vorpommern klagt gegen die Deponie Ihlenberg in Nordwestmecklenburg wegen Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Wie eine Sprecherin am Freitag erläuterte, hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg genehmigt, auf der Sondermülldeponie eine knapp 13 Hektar große Fläche alter Ablagerungen mit einer speziellen Plane abzu...

Martin Hatzius

Zeitreise in 90 Minuten

Wo für gewöhnlich ein ganzes Orchester Platz zu nehmen pflegt, auf der Bühne des Großen Konzerthaus-Saals, stand am Donnerstagabend nichts als ein glänzender Flügel. Aus seinem Schlaf befreit wurde er durch die flinken Finger des 31-jährigen Pianisten Martin Helmchen. Der schmächtige Lockenkopf, ein Berliner, dessen virtuose Höhenflüge ihm längst zu internationaler Anerkennung aufgeholfen haben...

ndPlusKatharina Dockhorn

Ein Jahr mit 2573 Tagen

Berlin und Brandenburg rocken das Kino. »Fuck ju Göhte«, »Kokowääh 2« und »Schlussmacher«, die drei Zuschauermagneten des Jahres 2013, atmen das Flair der Region. Und auch der Sammler von Lolas und Europäischem Filmpreis »Oh Boy« sowie der Oscar- und Golden-Globe-Gewinner »Liebe« wurden in der Region gedreht. Diese Erfolgs-Story kann weitergehen. Die Medienboard gab 2013 knapp 21 Millionen Euro...

ndPlusBirgit Reichert, Wittlich

Damit Beweise nicht verloren gehen

Neue Hilfe für Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind: In Wittlich (Rheinland-Pfalz) können Betroffene jetzt vertraulich im Krankenhaus Spuren sichern lassen, falls sie später Anzeige erstatten wollen.

Volkmar Draeger

Menschen und Traumgesichte

Spannung, ja Reibung entsteht immer dann, wenn in einer Schau zwei verschiedene künstlerische Handschriften und Auffassungen zusammentreffen. Auf die aktuelle Ausstellung der Inselgalerie trifft dieser glückliche Umstand zu. Dort stoßen Werke Sabina Grzimeks aus vier Jahrzehnten auf neuere Malerei von Mona Höke, ergänzen und kontrastieren einander durch gemeinsame Anordnung im selben Raum, gren...

Anja Krüger, Köln

»Jecke, hört die Signale«

Seit 2007 mischen die linken »Pappnasen Rotschwarz« mit beim Kölner Rosenmontagsumzug: Sie versuchen, dem Karneval seine rebellische Tradition zurückzugeben. In diesem Jahr geht es um die NSA.

Seite 17

Sieben Tage, sieben Nächte

Der Rückblick auf diese Woche hat ein Motto: »Überredung«. Nicht dass ich Sie hier von irgendetwas überzeugen möchte, das nicht von alleine einleuchtend wäre. Denn darauf hinaus will die Kunst der »Überredung«, wie wir sie bisher kannten, viel zu oft.

Seite 18
ndPlusFelix Lill

Manilas alltäglicher Thriller

Geldsorgen, Träume, Schweiß und blaue Flecken: Knapp 40 Jahre nach dem historischen »Thrilla in Manila« zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier ist die Hauptstadt der Philippinen eine der Hochburgen des Boxsports. Ein Besuch.

Seite 20

Nachrufe

Violette Silberstein / November 1925 - 28. 1. 2014 Musik und Vernichtungslager - unmöglich, diese Antipoden zusammen zu denken. Und doch entstand in faschistischer Leidenshölle, im Emsland, eines der bewegendsten, weltbekannten Lieder: das Moorsoldatenlied. Auch in anderen Lagern trieb die SS die Arbeitssklaven gern unter Gesang in Steinbrüche und Schächte. In Auschwitz gab es gar ein Mäd...

ndPlusOliver Eberhardt

Der Feldmarschall aus der Retorte

Er ist auf der Straße, in den Medien: Abdelfattah al-Sisi. Poster mit seinem Konterfei hängen an jeder Straßenecke, in Cafés und Restaurants, in den Fenstern von Regierungsgebäuden. Doch ansprechbar ist er nicht.

Seite 21

Die Achsen der Erkenntnis

Alex Demirović über kritische Theoriebildung an den Universitäten, die Aktualität des Marxismus als Ensemble und das immer noch schwierige Verhältnis zum Feminismus. Das Gespräch führte Tom Strohschneider.

Seite 22

»Zur Hölle mit Jerusalem!«

An einem hellen Morgen willst du in die alte Stadt. Du passierst das Damaskustor, osmanischen Prunk, gehst vorbei an den arabischen Händlern mit ihrem Plastikkram, den Spielzeugwaffen und müden Mobiltelefonen, dicht stehen die Stände im Dunkel des Tors. Gedränge herrscht, und plötzlich wird’s laut. Vor dir bricht ein Mann zusammen, ein orthodoxer Jude. Die Leute schieben, du aber pr...

Seite 23
Diego Castro

Vom Terminator lernen ...

Perzeption, das ist das Zusammenspiel des Sehens mit vorgefertigten, unbewussten Vorstellungsbildern, aus denen sich ein komplexes Informationsbild zusammensetzt. Also aus Erfahrung, dem unmittelbar Wahrgenommenen und dem, was wir für Vernunft halten. Die Perzeption bringt die Verhaltensmuster und Bewertungsstrategien hervor, nach denen wir handeln. So kann es zum Beispiel sein, dass ich ...

ndPlusIngo Arend

Die göttliche Perspektive

Drohnen, die automatisiert über Leben und Tod entscheiden, die wollen wir für unser Land ganz klar nicht.« So Ursula von der Leyen. Die Ministerin versuchte in der Debatte um die Euro Hawk genannten Flugkörper zu punkten.

Seite 24
tgn

Folge 12: Geschichtsunterricht, der; Substantiv, maskulin.

Mit der Neuzeit bildete sich »Geschichte« als eigenständige Disziplin heraus. Das Zeitalter der Aufklärung forderte ein säkularisiertes Bild von Welt, da das bis dahin gelehrte religiös geprägte Bild, nachdem die Welt und ihre Geschichte ein »Sündenfall« sei, der Vorstellung des vernunftbegabten, mündigen Menschen widersprach. Wilhelm von Humboldt prägte das Bildungsverständnis, nach dem sich d...

ndPlusPeter Nowak

Unakzteptable Hürden

Warum ist es Geflüchteten nicht erlaubt zu studieren? Unter dieser Fragestellung stand kürzlich ein Workshop, den die Organisation ehemaliger Stipendiaten der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin veranstaltete.

Lena Tietgen

Der Holocaust in den Schulbüchern

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar wurden Teilergebnisse einer Studie veröffentlicht, die das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Kooperation mit der UNESCO erstellt hat.

ndPlusJohn Dyer

Ausländer lassen den Dollar rollen

Majed Almejmaj studiert am Worcester Polytechnical Institute (WPI) in Massachusetts. Der Mittzwanziger aus Saudi-Arabien wollte zwei Jahre bleiben, um seinen Master-Anschluss zu machen. Jetzt ist er schon drei Jahre am WPI und will bleiben. »Ich liebe das WPI so sehr, dass ich meinen Doktor hier machen will.« Deshalb »hüpfe« er von Laboratorium zu Laboratorium und lege nur dann und wann einen Z...

Seite 25

Wochen-Chronik

29. Januar 1989 In Moskau wird auf Initiative des Atomphysikers und Dissidenten Andrej Sacharow (Foto) die Gesellschaft Memorial gegründet, die sich der Aufarbeitung des Stalinismus verschreibt. Am 5. Februar macht Roi Medwedew als erster russischer Historiker in der Wochenzeitung »Argumenty i Fakty« detaillierte Angaben über die Zahl der Stalin-Opfer. Auf Betreiben von Memorial wird am 30...

Werner Ruch

Was hätte Franz Mehring gesagt?

Schwer krank, überstieg der Schock über die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs, mit denen er die KPD gegründet hatte, seine Kräfte. Vor 95 Jahren, am 28. Januar 1919, verstarb Franz Mehring in einer Klinik im Berliner Grunewald.

Vertreibungen im Namen der Demokratie

Michael Schwartz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Berliner Zweigstelle des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und außerplanmäßiger Professor an der Uni Münster. Mit ihm sprach Ralf Hutter.

Armin Jähne

Warum eigentlich Sotschi?

Sotschi, Russlands größtes balneologische Heilbad und Luftkurort liegt in einer historisch bedeutsamen und ereignisreichen Region. Die Region blieb das gesamte 19. Jahrhundert ein Unruheherd. Gefährlich für Russland.

Seite 26
ndPlusReinhard Renneberg , Hongkong, und JoJo Tricolor, Cherville

Beinahe ein Ford

Im Osten begehrt, im Westen unterschätzt und belächelt: der Trabbi. Der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau fertigte von 1957 bis 1991 über drei Millionen Autos. Der »Volkswagen der DDR« war ein Pkw für vier Personen und Gepäck. Der Name Trabant bedeutet Begleiter oder Weggefährte, ebenso wie das russische Wort Sputnik. Der Trabant, der auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde, überze...

Steffen Schmidt

Hindernislauf zum Mars

Kalt wie die Antarktis und trocken wie die Atacama-Wüste. Und wem das noch nicht ungemütlich genug ist: Die Atmosphäre auf dem Mars ist gerade mal so dicht wie in 30 Kilometern über der Erdoberfläche - Sauerstoff fehlt ganz.

Seite 27

Leichter Säureschock verjüngt Zellen

Mit etwas Säure haben Forscher Zellen in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt. Diese könnten sich dann wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln, berichten die Wissenschaftler aus Japan und den USA in der britischen Fachzeitschrift »Nature«.

ndPlusMartin Koch

Neues Fundament des Maßsystems

Wie Alessandro Volta und Georg Simon Ohm gehörte auch der französische Physiker André-Marie Ampère zu den Begründern der Elektrizitätslehre. Ihm zu Ehren wurde die Einheit der elektrischen Stromstärke 1881 als Ampere (A) bezeichnet.

Susanne Aigner

Weiden für das Klima

In Deutschland gibt es rund 4,9 Millionen Milchkühe. Die meisten von ihnen stehen das ganze Jahr über in Ställen auf Beton- und Spaltenböden. Sie werden mit Kraftfutter, meist aus eiweißhaltigem Sojaschrot, gefüttert.

Seite 29
ndPlusMike Mlynar

Helm oder nicht Helm?

Noch ist Winter, aber der Frühling naht. Und mit den ersten Sonnenstrahlen werden auch wieder die schmucken Fahrräder aus Keller oder Schuppen geholt. Was für ein Gefühl nach der gefühlt ewigen Eiszeit.

Monika Salz

Dach drüber

Das Prinzip von Cuatro ist simpel: würfeln und dann Holzdächer auf dem Spielbrett platzieren. Das Ganze ist eine Kombination von Yatzy bzw. Kniffel und Vier gewinnt. Mit fünf Würfeln darf jeder Spieler bis zu fünf Mal würfeln.

Die Großmeister werden jünger und jünger,
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Die Großmeister werden jünger und jünger,

... doch ich glaube, der 23-jährige Magnus Carlsen (Norwegen) ist als Weltmeister weiterhin eine Ausnahme. Das beste Spitzenschachalter dürfte zwischen 30 und 35 Jahren liegen. Und auch deshalb vermute ich in Lewon Aronjan (31; Armenien) den Kandidaten, der mit Carlsen um die Krone kämpfen wird. Vor allem dann, wenn er in der Form wie jüngst bei seinem Gesamtsieg beim Tata-Steel-Turnier bleibt....

Das Klacken macht den Kick

Indra Waldbüßer aus Echterdingen bei Stuttgart ist eine internationale Pétanque-Spitzenspielerin - EM-Dritte 2012. Im nd-Gespräch mit unserem Autor René Gralla berichtet sie über den speziellen Kick beim Klacken der Kugeln.

Seite 30
Marc Vorsatz

Tagelang nur Schnee und Eis

Dieser metallische Ton hallte noch ewig in meinem Kopf nach«, wird sich Hans Gatt später erinnern. »Es hörte sich an, als ob die überspannte Saite einer Violine gesprungen sei. Ich konnte den Haarriss unter meinem Schlitten förmlich spüren.« Dann ging alles sehr schnell. Knacken, Krachen, Eis bricht. Als Erstes versinkt der komplette Schlitten mitsamt Führer und Gepäck im Birkenfluss, danach ...

Seite 31
ndPlusMichael Müller

Magma und Manrique

Den Möglichkeiten, die sieben Hauptinseln des Kanaren-Archipels in einer Spritztour zu besuchen, fügte jüngst der Insulaner Dario Dorta, ein 38-jähriger Hobby-Triathlet, eine weitere hinzu. Er durchjoggte alle Eilande hintereinander (natürlich mit Zwischentransporten per Fähre oder Flieger) in ihrer jeweiligen Längsausdehnung, 420 Kilometer, 60 Stunden netto. Im Regionalsender Radio Aventura ve...

Seite 32
ndPlusUlrike Gramann

»Stets gern für Sie beschäftigt«

Der Anlagenbauer J.A. Topf und Söhne, gegründet 1878, produzierte Speicher- und Mälzereianlagen, industrielle Feuerungen, auch Krematoriumsöfen. Jetzt wurde die Firma Topf zum Erinnerungs-, Gedenk- und Lernort.