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UNTEN LINKS

Immer weniger Deutsche können sich über Wasser halten. Der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft zufolge erreichen am Ende der 4. Klasse bundesweit gerade mal 50 Prozent der Schüler das Freischwimmerabzeichen. Ende der 80er seien es mehr als 90 Prozent gewesen. Gehen die Deutschen langsam, aber sicher unter? War Thilo Sarrazins düsteres Diktum »Deutschland schafft sich ab« ein letztes warnend ...

ndPlusOliver Händler

Verbotener Frieden

Schön, dass Athleten aus der Ukraine doch an den Paralympics in Sotschi teilnehmen. Ein Sportboykott hat leider noch keinen Krieg verhindert, und die Aktion der Ukrainer bei ihrer Begrüßung in Krasnaja Poljana war auch viel erfrischender und vor allem sichtbarer.

ndPlus

Ukraine startet bei Paralympics

Sotschi. Die Behindertensportler aus der Ukraine gehen nun doch bei den Paralympischen Winterspielen in Russland an den Start. Dies gab die Teamleitung wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier am Freitagabend bekannt. »Wir werden teilnehmen - für den Frieden in der Ukraine, in Europa und der Welt«, sagte Waleri Suskewitsch, Präsident des Paralympischen Komitees der Ukraine, der am Donnerstagabend...

LINKE: Soli soll Regionen in Ost und West fördern

Düsseldorf. Menschen in Großstädten vor allem im Ruhrgebiet sind nach einer DGB-Studie häufiger und länger auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen als anderswo. Diese Meldung vom Freitag verlieh der Forderung der LINKEN nach einem »Solidarpakt III« unerwartete Dringlichkeit, die die Fraktionsvorsitzenden der Partei aus Bund, Ländern und dem EU-Parlament am gleichen Tag auf einem Treffen in Nürnberg ...

Wenn Mutti früh zur Arbeit geht

Berlin. Seit dem 22. November 2005 wird die Bundesrepublik von einer Frau regiert. Angela Merkels Amtsantritt war damals auch als genderpolitisches Symbol verstanden worden. Mit einer Frau an der Spitze der Regierung müsse es doch bei der Gleichberechtigung schneller vorangehen. Doch viel ist in den Merkel-Jahren nicht passiert. »Wenn Mutti früh zur Arbeit geht«, zumal wenn es sich um das Kanzl...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Moskau lockt Krim mit Lohn und Rente

In der Krim-Krise befestigten die Beteiligten ihre Stellungen. Ins Zentrum rückt das Referendum über die Zukunft der Halbinsel.

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Martin Hatzius

Ein Holzsarg für »Newsweek«

Als das renommierte, aber an rapidem Leserschwund leidende Nachrichtenmagazin »Newsweek« 2012 seine gedruckte Ausgabe einstellte, verkaufte Chefredakteurin Tina Brown die Sparmaßnahme als mediale Revolution: Die Umstellung auf ein kostenpflichtiges Onlineangebot sei richtungsweisend. Gestern ist die »Newsweek«, nach erneutem Besitzerwechsel, erstmals wieder als Printmagazin erschienen - in eine...

Simon Poelchau

Goodbye Germany

Die energiepolitischen Sprecher der SPD bekamen noch vor ihrem Treffen am Freitag einen Vorgeschmack darauf, was es bedeutet, wenn die Energiewende in Deutschland vollends an die Wand gefahren wird. Denn der Solarmodulhersteller Solon kündigte am Abend zuvor an, seine Zentrale in Berlin zu schließen und in die Vereinigte Arabischen Emirate zu ziehen. Dass Solon nun »Goodbye Germany« sagt,...

ndPlusMartin Ling

Maduro muss liefern

Maduro hat vergangenen August mit guten Gründen die Korruption zum Hauptfeind der bolivarianischen Revolution ausgerufen. Wenn Maduro nicht bald Erfolge vorweisen kann, wird es richtig ungemütlich. Nicht nur für ihn.

Martin Kröger

Otto macht ernst

Erneut kehrt eine prominente Piratin ihrer Partei den Rücken zu. Cornelia Otto erklärte auf ihrem Blog, dass sie angesichts des Skandals um das »Bombergate« und der »ebenfalls notorischen Anfeindungen unser Verantwortungsträger*innen« sowie »gebrochener Wahlversprechen« nur einen Weg sehe: »Ich werde die Partei daher schweren Herzens verlassen«, so die 38-Jährige, die zur Bundestagswahl 2013 no...

Kathrin Zinkant

Eine große, bunte Familie

Entweder man verzichtet ganz auf den Rassebegriff, weil Herkunft und Abstammung im Grunde das Gleiche meinen. Oder aber man bleibt bei der alten Formulierung. Dann überließe man den Rassebegriff auch nicht endgültig jenen, die ihn zur Diskriminierung missbrauchen.

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ndPlusEvrim Sommer

Im Krebsgang für mehr Frauenrechte

Zum 103. Mal jährt sich am Samstag der Internationale Frauentag. Wir könnten meinen, wir hätten in den vergangenen Jahren viel erreicht: Frauen leben ihr Leben selbstbewusster und unabhängiger als noch vor Jahren. Doch, ...

ndPlus

Zur Krim-Krise

Wedomosti, Russland Kugelhagel von Drohungen Die Staatengemeinschaft hat einen Kugelhagel von Drohungen abgefeuert. Am Horizont erschienen sehr realistisch aussehende Wirtschaftssanktionen, so dass die russischen Märkte samt der Börse äußerst nervös reagierten. Putin ergriff nun das Wort. Es handele sich um keine Militäreinmischung Russlands in der Ukraine. Damit wurde eine neue Generall...

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ndPlus

Überstürzt und falsch

Robert Gates weiß, wovon er spricht. Der Republikaner hat über russische und sowjetische Geschichte promoviert, diente vier USA-Präsidenten, war unter anderem CIA-Chef und zuletzt bis 2011 auch unter dem Demokraten Barack Obama »Kriegsminister«, wie er sich in seinen Anfang des Jahres erschienenen Erinnerungen mit dem Titel »Pflicht« (Duty: Memoirs of a Secretary of War) bezeichnet. Im Blick zu...

Ulrich Heyden, Moskau

Renaissance des Antifaschismus in Russland?

»Weil es keinen Krieg gibt, sind Hurrapatrioten enttäuscht, Liberale böse und alle anderen erleichtert.« Was der linke Moskauer Politologe Boris Kagarlitzki sagt, klingt übertrieben, hat aber einen wahren Kern.

ndPlusHubert Thielicke

Vormarsch Richtung Osten

Der aktuelle Konflikt um Russland und die Ukraine vollzieht sich auch vor dem Hintergrund weitreichender geopolitischer Veränderungen nach Ende des Ost-West-Konflikts. Unaufhaltsam rückt die NATO Russland auf die Pelle.

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ndPlus

Gerüchte über eine »dritte Kraft« in Kiew

Nach der Veröffentlichung eines abgehörten Telefonats zwischen dem Außenminister Estlands, Urmas Paet, und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton fordern alle Seiten Aufklärung.

Peter Schaber, Kiew

Der Maidan ist ein trauriger Ort

Wo liegt der Maidan? In Istanbul, in Athen, in Madrid? Oder auf einem ganz anderen Planeten? Kiewer Beobachtungen zwischen Widerstandshoffnungen, Heldenkult und imperialen Mühlsteinen.

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Brutales Unrecht

Bundespräsident Joachim Gauck hat gemeinsam mit dem griechischen Präsidenten Karolos Papoulias am Freitag der griechischen Nazi-Opfer gedacht.

ndPlus

Katanga verurteilt

Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag hat den kongolesischen Rebellenführer Germain Katanga wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilt.

David Graaff, Bogotá

Bereit für den Frieden

Die Kongresswahlen in Kolumbien am Sonntag haben Einfluss auf den Fortgang der Friedensverhandlungen mit der FARC-Guerilla: Präsident Juan Manuel Santos braucht und erhofft eine Mehrheit.

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ndPlusUlrike Henning

Vor 20 Jahren: Frauenstreiktag

Der 8. März ist der Kampftag für die Gleichberechtigung. Am ersten gesamtdeutschen Frauenstreiktag vor 20 Jahren wurden die Arbeitsbedingungen von Verkäuferinnen angeprangert, überall standen Streikkomitees.

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ndPlus

Besserer Schutz für Bürgerenergie

Erfurt. Die energiepolitischen Sprecher der SPD-Fraktionen von Bund und Ländern wollen Korrekturen am Entwurf für ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Zwar unterstützten die Experten bei einem Treffen in Erfurt grundsätzlich den Kurs von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Die von der Koalition beschlossenen Eckpunkte zur EEG-Novellierung wiesen in die richtige Richtung. Die...

ndPlusGrit Gernhardt

Kohleförderung trotz Energiewende

Während die Große Koalition hierzulande die Energiewende propagiert, denkt sie über eine Beteiligung am Kohlekraftwerk »Kosovo C« nach. Das ergab eine Anfrage der LINKEN.

Michael Lenz, Phnom Penh

»Es könnte schlimm werden«

In Kambodscha kämpfen die Textilarbeiter seit Monaten um höhere Löhne. Heute wollen sie sich öffentlich treffen. Der Staat rüstet auf. Es geht um eine Erhöhung des Mindestlohns auf umgerechnet 115 Euro pro Monat.

Simon Poelchau

Im Netz nichts Neues

Alexander Dobrindt (CSU) will das Internet schneller machen. Ab 2018 soll ganz Deutschland schnell in Internet surfen können. Doch Mittel dafür will der Bund fast keine zur Verfügung stellen.

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Henry-Martin Klemt

Das Woher der Verse

Seine Verse sind verstreut in Anthologien, die meisten blieben ungedruckt. Es kam ihm nicht wirklich darauf an. Klaus-Dieter Schönewerk las, wenn man ihn vorzulesen bat. Oder wenn er selbst an der Reihe war, im Zirkel schreibender Arbeiter der Druckerei Neues Deutschland, den er Anfang der 1970er Jahre gründete und den er bis vergangene Woche - inzwischen Friedrichshainer Autorenkreis - leitete...

ndPlusVolker Trauth

Grelle Farce über dem Abgrund

Kaum einer hat die gegenwärtigen Verwerfungen in der Welt im Allgemeinen und in Ungarn im Besonderen auf so aufstörende Weise ins Bild gezwungen wie der ungarische Film- und Theaterregisseur Kornel Mundruczo.

Hendrik Lasch

Im Copyshop der Vorurteile

An einer Bretterwand ist Schluss: Der Besucher steht in der Sackgasse. Ein Foto an den Planken zeigt Männer, denen es ebenso geht. Sie spähen durch Spalten eines Tores in eine unschöne Zukunft. Ihre Reise, ihre Flucht, ist zu Ende. »Abschiebegewahrsam Berlin-Köpenick« heißt das 2005 entstandene Foto von Maurice Weiss. Die Männer hatten Deutschland, das aus ihrer Sicht gelobte Land, mit vielen M...

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ndPlus

Ton & Gestus inakzeptabel

Der deutsche Lesben- und Schwulenverband und die Berliner Akademie der Künste haben schockiert auf Sibylle Lewitscharoffs Äußerungen zur künstlichen Befruchtung reagiert. »Das ist ein fieser Angriff auf alle Familien, die wie viele Regenbogenfamilien auf dem Wege der Insemination Kinder bekommen«, erklärte Schwulen-Verbandssprecherin Renate Rampf am Donnerstag in Berlin. Lewitscharoff hatte im ...

Nimmt »den« Satz zurück

Autorin Sibylle Lewitscharoff hat sich für ihre Aussagen zur künstlichen Befruchtung und zu Retortenkindern entschuldigt. »Das tut mir wirklich leid, der (Satz) ist zu scharf ausgefallen. Ich möchte ihn sehr gerne zurücknehmen, ich bitte darum«, sagte die Schriftstellerin am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin«. Die Büch- nerpreisträgerin hatte bei der Rede im Dresdner Staatsschauspiel Retortenkinder...

Gunnar Decker

Blühende Landschaften?

Der westdeutsche Filmemacher Roland Blum kam 1990 nach Güstrow, um Ernst Barlachs »Schwebenden Engel« zu sehen. Aber bald sah er nur noch andere Dinge: »Bilder eines verschlissenen Landes«.

ndPlusJürgen Amendt

Warnung vor der Schriftstellerin

Einer der unschätzbaren Vorteile westlicher Demokratien ist ihre Fähigkeit, Widerständiges zuzulassen. Ein Vorteil, der auch ein Nachteil ist, wie Herbert Marcuse in »Repressive Toleranz« vor fast 50 Jahren darlegte. Was als Toleranz verkündet werde, so der Philosoph, diene vielfach den Interessen der Unterdrückung. Gemeint war damit das, was man mit dem Begriff Herrschaft umschreiben könnte. ...

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ndPlus

nd-Mannschaft: Wie man reinkommt, was man erlebt

Die nd-Rennsteiglauf-Mannschaft ist ein Lauffreundeskreis. Teammitglied wird, wer dem »nd« Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mailadresse (wenn vorhanden) und Trikotgröße schickt: neues deutschland Stichwort »Rennsteiglauf« Franz-Mehring-Platz 1 rennsteiglauf@nd-online.de Tel.: (030) 29 78- 1655 Fax: (030) 29 78- 1600 Die 2014er nd-Trikots werden ab Ende März verschickt u...

Michael Müller

Mit Peter Ducke die Berge ausdribbeln

Zum 42. GutsMuths-Rennsteiglauf am 17. Mai werden bis zu 15 000 Teilnehmer erwartet. Zum elften Mal ist auch »neues deutschland« mit einer Mannschaft aus Leserinnen und Lesern dabei. Ihr Ehrenkapitän ist Peter Ducke.

ndPlusRonny Blaschke, Sotschi

»Gibt es Krieg, reisen wir ab«

Die Paralympischen Winterspiele wurden am Freitag eröffnet, und alle gemeldeten Nationen nehmen teil. Die Ukrainer jedoch nur unter dem Vorbehalt des Friedens.

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ndPlusRené Gralla

Dominant wie der große kleine Bruder

Norwegens Schachspielerinnen erspielen sich gegen die Deutschen Respekt - dank der Schwester von Weltmeister Magnus Carlsen als heimlicher Teamchefin.

Alexander Ludewig

Hoffnung im Paradies

Die Gegenwart ist trist: Der FC Carl Zeiss Jena wird auch in der kommenden Saison viertklassig spielen. Ein Beschluss der Stadt und mehrere Millionen Euro aus Belgien sollen das in Zukunft ändern.

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Andreas Fritsche

Nutzlose Nachtflüge

Wer A sagt, muss auch B sagen. Aber wer im Radio Flughafen sagt, muss damit rechnen, dass die Zuhörer abschalten. Viele Berliner können es nicht mehr hören. Sie haben eine Ahnung: Das mit dem Großflughafen klappt sowieso nie.

Andreas Fritsche 
und Martin Kröger

Der alternativlose Bulldozer

Vor einem Jahr präsentierte der Aufsichtsrat des BER Hartmut Mehdorn als Retter. Doch eine Eröffnung des Flughafen steht immer noch in den Sternen. Der Nimbus des Managers ist derweil verblasst.

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Steffi Bey

Hängematten in der Hellen Oase

Der Hellersdorfer Bürgergarten am Südende der Tangermünder Straße funktioniert wie ähnliche Anlagen in anderen Berliner Bezirken. Gemeinsam wird er angelegt, gemeinsam wird gesät, gepflegt und geerntet. Und doch ist die »Helle Oase« etwas Besonderes. Denn was auf der einstigen Brache entsteht, wird ein Permakultur-Garten: ein Nutzgarten für die Nachbarschaft mit völlig in sich geschlossenem öko...

Brandenburg erwartet 4400 Flüchtlinge

Anders als im vergangenen Jahr ist das Bundesland darauf vorbereitet, eine größere Zahl von Asylbewerbern aufzunehmen. Zumindest verspricht das der Sozialminister.

ndPlusNicolas Šustr

Zu über 100 Prozent sanktioniert

Unter dem Motto »Das Jobcenter frisst mir die Haare vom Kopf« rasiert sich Christel T. die Haare ab. Grund dafür sind Sanktionen des Jobcenters über 100 Prozent.

ndPlus

Fremde Freunde

Relativ abgeschottet vom DDR-Alltag lebten die Sowjetsoldaten. Vor 20 Jahren zogen sie ab, doch überall in Brandenburg findet man ihre Spuren. 161 Liegenschaften gab es auf dem Territorium des Landes.

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ndPlusJulia-Marie Czerwonatis

Ein Volk, verschiedene Rechte

Die sächsische LINKE drängt auf ein neues Sorbengesetz im Freistaat. In Brandenburg tritt bereits im Juni eines in Kraft. LINKE Brandenburg: Es komme zu wenig Druck von den Sorben.

Hendrik Lasch, Bautzen

Quote als Lackmustest

Die Sorben wollen über ihre Geschicke stärker mitbestimmen. Möglichkeiten gäbe es viele - vom eigenen Parlament bis zum Marsch in die etablierten Parteien. Leicht ist keiner dieser Wege.

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Deutsche Oper zur Spielzeit 2014/2015

Startenor Rolando Villazón (42) geht erneut unter die Opernregisseure. Der Mexikaner werde im März 2015 an der Deutschen Oper Berlin Puccinis »La Rondine« auf die Bühne bringen, kündigte Intendant Dietmar Schwarz am Freitag an. In der Spielzeit 2014/ 15 plant die Deutsche Oper sechs Premieren. Wegen der Sanierung der Bühnentechnik spielt das Ensemble bis November außer Haus, unter anderem im ei...

Hähne im Korb

Sie nennen ihn den »wichtigsten Tag des Jahres« - ob die drei Rapper und der DJ der Berliner Hip-Hop-Crew K.I.Z. den Internationalen Frauentag tatsächlich so hoch schätzen, ist angesichts der sie permanent umschwirrenden Ironie schwer zu sagen. Vom unklaren Standpunkt im Geschlechterkampf abgesehen, leisten sie aber bereits im vierten Jahr ihren ganz praktischen Beitrag zum Jahrestag: »Kein Zut...

ndPlus

Dürre Jahre für Kunstfreunde in Berlin

Die Berliner Museen sind ein Touristenmagnet. Zusammen mit den Gedenkstätten locken sie jährlich fast 16 Millionen Menschen. Vor allem den Freunden moderner Kunst stehen nun aber schlechte Zeiten bevor. Nicht nur wird die Neue Nationalgalerie, die Ikone für Werke des 20. Jahrhunderts, von Ende 2014 an für eine mehrjährige Sanierung geschlossen. Diese Woche kündigte überraschend auch die Berlini...

»Robbie« stirbt weit weg vom Meer

Die außergewöhnliche Wanderung eines Seehundes aus der Ostsee ins Binnenland hat ein trauriges Ende genommen. Wochenlang war das »Robbie« genannte Tier in der Peene bei Malchin herumgeschwommen.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Kiels Streit um ein Kaufhaus

In Kiel plant Möbel Kraft ein neues Einrichtungshaus und stößt damit im Rathaus überwiegend auf Wohlwollen. Umweltschützer versuchen, das Projekt dagegen mit einem Bürgerentscheid zu stoppen.

ndPlusHagen Jung

Es darf gepresst werden

Die niedersächsische Landesregierung will die Erdgasförderung per Fracking unter strengen Auflagen weiter erlauben. Zum Beispiel soll der Einsatz gefährlicher Chemikalien verboten werden.

Elke Koepping

Gelebte Utopie

»Oh schöne neue Welt, wo solche Menschen leben!« In Shakespeares Drama »Der Sturm« ruft dies begeistert Miranda aus, die Tochter Prosperos, die in der paradiesischen Einöde einer von Menschen vergessenen Insel aufgewachsen ist.

Seite 17
ndPlus

Sieben Tage, sieben Nächte

Der Deutsche fastet mit einer Schlagzahl, angesichts der es verwundert, warum nicht längst der Ruf nach einem Fasten-Fasten laut geworden ist: einer durch irgendein Gremium bestimmten Zeit, in der die Deutschen alles tun dürfen - außer mit Bedeutung aufgeladenen Verzicht zu üben.

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»Es gibt so viel Quatsch!«
ndPlus

»Es gibt so viel Quatsch!«

Vier Frauen, zwei Generationen, zwei Herkunftsländer, ein Thema. Oder doch nur viele Fragen: Wie sehen weibliche Lebensentwürfe heute aus? Gibt es noch Feministinnen? Spielen Ost- und West-Sozialisation noch eine Rolle?

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Nachrufe

Albert Sefranek /18. 5. 1920 - 2. 3. 2014 Hohenloher Schnaps gegen US-amerikanische Levi’s Jeans - mit dem Tausch begann Albert Sefranek sein Geschäft der blauen Arbeiterhosen und machte die Jeans in Europa bekannt. Mit 93 Jahren verstarb am Sonntag der einstige Chef der Mustang Gruppe in Künzelsau. »Er war mit Sicherheit in Deutschland ›Mr. Jeans‹ überhaupt«, sagt Thomas Rasch, Hauptgesc...

ndPlusAnina Valle Thiele

Bonvivant und »letzter Kommunist«

Konservativen und Staatsbeamten gilt er als Garant von Wohlstand und Wachstum und Verteidiger des »Luxemburger Geschäftsmodells«. Für viele Luxemburger ist er der bodenständige Junge aus der »Minette«.

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Karlen Vesper

Cool bleiben

Putin könnte eigentlich von den Obama Alaska zurückfordern. Hatte dieses große rohstoffreiche Land doch dereinst ein selbstherrlicher Zar für einen »Appel und ein Ei« verschenkt. Und Deutschland könnte Anspruch auf das sonnige Sansibar erheben.

ndPlusGerd Fesser

Pompej war nichts gegen Sewastopol

Ernest Hemingway meinte zu den »Sewastopol-Erzählungen« von Leo Tolstoi, es seien die eindrucksvollsten Kriegsberichte, die er je gelesen habe. Es lag an der Authentizität. Der später weltberühmte Schriftsteller hatte als junger Offizier in der Festung Sewastopol den Krieg hautnah miterlebt. Die Krim gehörte seit 1783 zu Russland, wurde aber bekanntlich 1954 an die Ukraine verschenkt. Sei...

Armin Jähne

An einer kulturellen Grenze

Im 11. Jahrhundert, während ihrer größten Ausdehnung, umfasste die Kiewer Rus ein Territorium, das vom Schwarzen Meer den Dnjepr aufwärts bis an die Ostsee reichte, im Osten über den Don hinausging und im Westen Gebiete an der oberen Weichsel einschloss sowie im Nordosten an die Nördliche Dwina stieß. Das Kernland bildete die mittlere Dnjeprregion mit Kiew als Herz. In drei Jahrhunderten war ei...

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Leo Fischer

Demokraten des Auslands

Alles ist schöner in der Fremde: die Menschen, die Sonnenuntergänge und auch die Demokratie. Sie wird, da sie in Deutschland ihre höchste Entwicklungsstufe schon erreicht hat, am liebsten verteidigt, wenn sie auswärts stattfindet.

ndPlus

Ketzer in feinem Zwirn

Der Sohn eines Blechschmieds und späteren Lokomotivführers gehörte mit seinen Eltern der jüdischen Reformgemeinde an. Obwohl er noch 15 Geschwister hatte, durfte er bis zu seinem 16. Lebensjahr das Gymnasium besuchen. Dann jedoch geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten; er musste seine Schulausbildung abbrechen und eine Lehre als Bankkaufmann absolvieren. Danach arbeitete er als Anges...

ndPlusWalter Schmidt

Im Zweifel mit der Masse

Angenommen, Sie schlendern über eine Verbrauchermesse. Plötzlich sehen Sie zwei Verkaufsstände für Messer. Vor dem einen stehen zwei Menschen und lassen sich vom Verkäufer etwas zeigen; vor dem anderen unmittelbar daneben aber drückt sich eine vielköpfige Traube von Messebesuchern, und jeder in den hinteren Reihen versucht auf Zehenspitzen, einen Blick auf das zu erhaschen, was ganz vorne am St...

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Faktische Straffreiheit

1950 entschied das Kammergericht Berlin, dass der § 175 in der gesamten DDR in seiner bis 1935 gültigen Fassung anzuwenden sei. Sieben Jahre später verfügte dasselbe Gericht, »daß bei allen unter § 175 alter Fassung fallenden Straftaten weitherzig von der Einstellung wegen Geringfügigkeit Gebrauch gemacht werden soll«, was eine faktischen Straffreiheit der Homosexualität unter Erwachsenen bedeu...

ndPlusTill Bastian

Straftat Liebe

In der Antike war Homosexualität nicht verpönt, sondern weit verbreitet. Erst mit dem raschen Siegeszug des Christentums und seiner rigiden Sexualmoral änderte sich das. Rund tausend Jahre nach dem Aufstieg des christlichen Glaubens zur Staatsreligion anno 313 - als welche sich das Christentum als höchst unduldsam erwies - schrieb der Kölner Stadtschreiber Edmund Frunt, einem Pastor der Kirche ...

Seite 24
ndPlus

Folge 15: fzs, der; Substantiv, maskulin

Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V. versteht sich selbst als überparteilicher Dachverband von Studierendenvertretungen in Deutschland. 1993 ging er aus der «Freien Konferenz von StudentInnenschaften an Fachhochschulen (FKS) hervor, die sich wiederum aus dem VDS-»Projektbereich Fachhochschulen« der sich 1990 auflösenden VDS (Vereinigten Deutschen Studentenschaften) entw...

Frauen und das neoliberale Paradoxon

Noch immer würden weltweit Mädchen benachteiligt, sagte dieser Tage UN-Generalsekretär Ban Ki-moon anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. Ein Zusammenhang zwischen Bildung und Internationalem Frauentag existiert und ist auf den ersten Blick offensichtlich. Schon kleine Kinder werden in ihre jeweilige Rolle hinein erzogen und Intersexuellen ein Geschlecht zugesprochen. Das Spiel m...

ndPlusLena Tietgen

Frauentag

Zum Internationalen Frauentag verhalten sich die Universitäten unterschiedlich. Einige laden zu Veranstaltungen ein. Zum Beispiel wird auf uni-saarland.de auf die Fotoausstellung »Frauen an der Universität« im Landesarchiv hingewiesen; uni-rostock.de lädt zur Lesung des Buchs »Einsame Spitze. Frauen und Karriere in Mecklenburg-Vorpommern« (Hinstorff 2014) mit Katja Koch und Carina Hojenski. Es ...

Ulrich Heyden , Moskau

Aufhebung der Leibeigenschaft

Wladimir Putin haben die Proteste der russischen Wissenschaftler im Sommer letzten Jahres offenbar doch beeindruckt. Mitte Januar erließ der Kreml-Chef nach einem Treffen mit dem Präsidenten der russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) Wladimir Fortow ein Moratorium, nachdem bei der Akademie ein Jahr lang keine Immobilien verkauft und kein Personal entlassen werden darf. Der neu gegründeten...

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ndPlus

Wochen-Chronik

6. März 1934 Mit einem Rennwagen von Ferdinand Porsche stellt Hans Stuck auf der Berliner Avus-Rennbahn einen dreifachen Weltrekord auf: 100 Meilen in 44:31,4 Minuten und 200 Meilen in 55:16,6 Minuten sowie Verbesserung des Stundenweltrekords auf 217,110 Kilometer. Zwei Tage später versichert Reichskanzler Hitler zur Eröffnung der Automobilausstellung in Berlin, »Hunderttausenden in der Au...

Rosi Blaschke

Anna Ebermann

In Berlin-Hohenschönhausen trägt eine kleine verzweigte Straße seit Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts ihren Namen. Es ist ein kleines Denkmal für eine mutige Frau, die sich mit Worten und Taten der Nazibarbarei entgegenstellte. Am 17. März 1944, vor 70 Jahren, wurde Anna Ebermann, Mutter dreier erwachsener Kinder, in Berlin-Plötzensee durch den Scharfrichter hingerichtet. Der ...

ndPlusMarga Voigt

Wenn die Männer töten ...

Im August 1914 zerbrachen nicht nur die Beziehungen zwischen den sozialdemokratischen Arbeiterparteien Europas, sondern auch die der sozialistischen Fraueninternationale. Seit dem 1. Internationalen Frauenkongress in Stuttgart 1907 stand Clara Zetkin als Sekretärin an deren Spitze. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als aller Verkehr mit dem Ausland gesperrt war und alle Fäden zwischen den Ge...

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Martin Koch

Nicht perfekt, aber extrem praktisch

Als ein Forscherteam um die britische Anthropologin Mary Leakey 1978 in Tansania auf rund 3,6 Millionen Jahre alte versteinerte Fußspuren stieß, die von mehreren aufrecht gehenden Vormenschen stammten, war das eine kleine wissenschaftliche Sensation.

ndPlusIngrid Wenzl

Putzige Invasoren

Er kann mühelos Biotonnen öffnen und das glatte Regenrohr empor aufs Dach klettern, um sich dort Schlaf- und Wurfstuben anzulegen. Er verfügt über ein feines Gehör und einen ausgezeichneten Geruchssinn und liebt Kirschen und Pflaumen, weshalb er im Sozialverband nachts schon mal einen Obstgarten überfällt. Der Waschbär, 1934 im Kellerwald bei Kassel ausgesetzt, um die heimische Fauna zu bereich...

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ndPlus

Knochenschrauben aus Seide

Bei der Behandlung komplizierter Knochenbrüche vertraut die Medizin nicht allein auf die Selbstheilung. Da wird dann nicht selten geschraubt oder genagelt, um die Knochenfragmente in der richtigen Stellung zueinander zu fixieren. Diese Schrauben, Platten und Schienen werden bislang zumeist aus Titan oder anderen vom Körper gut vertragenen Metallen hergestellt. Das ist zwar haltbar, bleibt aller...

ndPlus

Fleischesser sind gesünder?

Auf den ersten Blick wirkt die Nachricht wie ein Schlag in die Magengegend vieler Vegetarier, was Forscher über deren Gesundheitszustand herausgefunden haben sollen. »Vegetarier: Mehr Krankheiten & weniger Lebensqualität als Viel-Fleischesser«?

Hans-Arthur Marsiske

Kultivierte Roboter

Im Rahmen der internationalen Konferenz über die Interaktion von Mensch und Roboter (HRI 2014) erlebte Bielefeld zu Wochenbeginn die Geburt eines neuen Forschungsgebiets. Beim Workshop »Culture Aware Robots« diskutierten Wissenschaftler darüber, wie Roboter kulturelle Kontexte wahrnehmen, sie verstehen und sich angemessen verhalten können. An den Experimenten von Dante Arroyo und Francisc...

Elke Bunge

Nanoleiter ohne Widerstand

Computer, Laptops, Handys - die elektronischen Geräte, die unseren Alltag umgeben, werden immer kleiner. Bereits 1965 erklärte Gordon Moore, ein Mitbegründer von Intel, dass sich bei sinkenden Kosten die Zahl der Transistoren auf einem einzelnen Chip alle 24 Monate verdoppeln werde. Dieses Postulat ist seit Beginn der 1970er Jahre als Moore’sches Gesetz bekannt und seine Auswirkungen spürt man ...

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Monika Salz

Ab auf die Inseln

Auf den Inseln der Südsee geht man nicht ins Büro. Man sammelt Opfergaben und huldigt den Göttern, fängt Fische, sammelt Muscheln und besiedelt neue Inseln. So geht es auch auf Bora Bora zu. Männer und Frauen werden losgeschickt, die Insel zu besiedeln, Baustoffe zu beschaffen und Aufgaben zu erfüllen. Gespielt wird in sechs Durchgängen, in denen die zwei bis vier Spieler ihre Aktionen pe...

Moskauer Staatliches Luftfahrtinstitut
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Moskauer Staatliches Luftfahrtinstitut

Das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut (russ. Abk. MAI) gehört seit seiner Gründung im Jahr 1930 zur wissenschaftlich-technischen Weltspitze. Korrekterweise ist sein offizieller Name auch Russische Universität für Luft- und Raumfahrt. Bis Anfang der 90er Jahre trug sie noch den Beinamen des russischen Revolutionärs und Sowjetpolitikers Sergo Ordschonikidse. Derzeit gibt es dort 14 000 ...

ndPlusMike Mlynar

Schiffsverkehr

An diesem Wochenende geht in Berlin die Internationale Tourismusbörse (ITB) zu Ende. Sie bezeichnet sich als die weltweit größte Reisemesse. Doch auch hier sollte man mit Zahlen und Fakten immer hübsch vorsichtig sein. Denn Messen sind Werbeveranstaltungen. Und die Aufgabe von Werbung ist es bekanntlich, die Welt nicht so zu zeigen wie sie ist, sondern so, wie der Werber dem Empfänger seiner Bo...

ndPlusBjörn Menzel

Schummeltricks

In sechs Kellerräumen stapeln sich bis unter die Decke Schachteln mit Computerspielen. Fein sortiert lagern Konsolen, Heimcomputer, Software und Bücher. Sie zeugen von einer nicht alltäglichen Sammelleidenschaft. Der Leipziger René Meyer trägt seit mehr als 20 Jahren alles rund um den Computer zusammen. Der 43-Jährige besitzt etwa 1000 Konsolen und 6000 Computerspiele - und er ist Betreiber der...

Anita Hirschbeck

Steuerflucht

In Nachrichten sind normalerweise eine ernste Sache. Dass Informationsvermittlung auch Spaß machen kann, zeigen Newsgames. Sie lassen Nutzer Steuerflucht und Anti-Terrorkrieg nachspielen.

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Michael Müller

«Der glücklichen Stunde Sinn»

Nachmittags erscheint die afrikanische Küste, später deutlich die erste arabische Stadt: Sidi Bou Said. Die Sonne von einer finsteren Kraft. Die farbige Klarheit am Land verheißungsvoll. Macke spürt das auch. Wir wissen beide, dass wir hier gut arbeiten werden.« So notiert von Paul Klee in seinem Tagebuch einer Tunesienreise, zu der er fast auf den Tag genau vor 100 Jahren gemeinsam mit A...

Seite 31
ndPlusHeidi Diehl

Die mit den Pflanzen singt

E-Book-Nutzer sind zwar technisch auf dem neuesten Leselevel, doch wenn es um wichtige Herzensangelegenheiten geht, müssen sie auf Uraltmethoden zurückgreifen: das gute alte Gänseblümchen - sie liebt mich, sie liebt mich nicht, ... Tja, und was, wenn das letzte Blütenblatt dem Verliebten einen Korb der Angebeteten prophezeit? - Bei Voraussagen in Liebesdingen sind altmodische Bücherleser eindeu...

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Christina Matte

Mäzen gesucht

Als Barbara Gstaltmayr vor zehn Jahren eine Mietwohnung im Gartenhaus der Wissmannstraße 11 bezog, dachte sie nur eines: schön hier. Beste Berliner Wohnlage, viel Ruhe, viel Grün. Über die Geschichte wusste sie nichts.