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UNTEN LINKS

Wie bekannt wurde, verfügt Sachsen-Anhalt über eine unerwartet hohe Verbreitung von Kühlschränken. 99,8 Prozent aller dortigen Haushalte haben einen solchen und damit 0,1 Prozent mehr als normal. Dass in Sachsen-Anhalt ein besonderer Kühlbedarf existiert, war bisher unbekannt. Über die Gründe liegen noch keine Untersuchungen vor. Es könnte allerdings sein, dass die soeben von den Ministerpräsid...

Tom Strohschneider

Eigennutz und leere Kassen

Als in München das Urteil gegen den Millionenhinterzieher Hoeneß fiel, hatte in Potsdam gerade die Tarifrunde für Millionen öffentlich Beschäftigte begonnen. Was das miteinander zu tun hat? Das Gebaren des Wurstfabrikanten steht für das altbekannte neoliberale Raster: Privat vor Staat, Eigennutz vor Gemeinwohl. Hoeneß wollte schnell viel Geld machen und »vergaß«, einen Anteil ans Gemeinwe...

Solizuschlag für Hoeneß

Ulrich Hoeneß ist für millionenschwere Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In den sozialen Netzwerken war am Donnerstag Verärgerung über das als zu milde betrachtete Urteil zu vernehmen.

Ver.di stimmt auf Warnstreiks ein

In Potsdam haben am Donnerstag die Tarifverhandlungen für die 2,1 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes begonnen. Die Forderungen der Gewerkschaften hält Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wenig überraschend für überzogen.

Aert van Riel

Gysi kritisiert Moskau und den Westen

Die Parteien im Bundestag sind sich in ihrer Kritik am russischen Vorgehen auf der Krim einig. Linksfraktionschef Gregor Gysi warf aber auch westlichen Regierungen Fehler vor. Er verurteilte das Vorgehen Russlands.

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Die Weltmeere sind in Gefahr

Nicht nur an Land lauern Gefahren, die von alten Chemiewaffen ausgehen. Am Grund der Weltmeere tickt eine globale Zeitbombe: Die Weltmächte versenkten zwischen 1917 und 1970 systematisch Chemiewaffen.

René Heilig

Weg mit dem Dreck!

Bei Munster in der Lüneburger Heide kämpft man noch immer gegen Todesdrohungen zweier Weltkriege. Hier wird Kampfstoffmunition gefunden und vernichtet. Noch mindestens zwei Jahrzehnte lang.

ndPlusRené Heilig

Höllenfeuer gegen Teufelszeug

Die EU fördert die Vernichtung der syrischen C-Waffen mit rund zwölf Millionen Euro. Fünf davon steuert Deutschland bei. Und im niedersächsischen Munster wird man 370 Tonnen Reststoffe verbrennen.

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ndPlusKarin Leukefeld

Alles begann vor drei Jahren in Deraa

Als Beginn des »arabischen Frühlings« in Syrien gilt ein Vorfall in der Stadt Deraa im äußersten Süden des Landes, wo Syrien an Jordanien und die von Israel besetzten Golanhöhen grenzt.

Karin Leukefeld, Qaryatayn

Vorsichtige Versöhnung in der Stadt der zwei Quellen

Der Beginn des Bürgerkriegs in Syrien jährt sich in diesen Tagen zum dritten Mal. Die Zahl der Todesopfer liegt bei weit über 100 000. Umkämpft ist auch die Stadt Homs. In der Umgebung konnte sich unsere Autorin umsehen.

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Aert van Riel

Merkels Mitschuld

Für Angela Merkel ist die Sache sehr einfach: Russland ist der einzige Schuldige für die Krise auf der Krim und muss mit weiteren Sanktionen bestraft werden, wenn Wladimir Putin nicht einlenken sollte. Solche Gut-Böse-Schemata sollen darüber hinwegtäuschen, wie es zur jetzigen Situation in der Ukraine gekommen ist. Zwar ist das Vorgehen Moskaus auf der Krim völkerrechtswidrig, aber auch die Bun...

ndPlusMartin Ling

Hoffnung auf die Nachbarn

Die Herausforderungen gehen der südamerikanischen Staatengemeinschaft UNASUR nicht aus. Schon im Gründungsjahr 2008 erlebte der Zusammenschluss seine Feuertaufe, als die bolivianische Opposition zum Aufstand gegen den gewählten Präsidenten Evo Morales geblasen hatte. Die UNASUR - bei der mit Bedacht im Gegensatz zur OAS die USA außen vor bleiben mussten - bestand diese Feuertaufe mit Bravour un...

René Heilig

Aufplustern ist nicht fliegen

Die gute Entwicklung im Kerngeschäft sei der Grund dafür, dass Lufthansa wieder eine Dividende zahlt, sagte der scheidende Konzernchef Christoph Franz gestern bei der Vorstellung der aktuellen Bilanz. Doch aufplustern ist nicht gleich gut fliegen. Tatsache ist: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen ist 2013 um 17 Prozent gesunken. Franz war drei Jahre Lufthansa-Chef und hat den Konzern mehr a...

Martin Hatzius

Verbrecher

Als Jörg Sundermeier in den frühen 90ern »straffällig« wurde, war er Anfang Zwanzig, Tatort: Bielefeld. Dort studierte der gebürtige Gütersloher mit seinem Komplizen Werner Labisch, wobei man sich das Studium als eines mit angezogener Handbremse vorstellen muss. Woher hätten sie auch Zeit zum Studieren nehmen sollen (wenn nicht stehlen), da sie doch stets einer zwielichtigen Leidenschaft frönte...

ndPlusCansel Kiziltepe

Recht auf ungeteilte Identität

Als Bundestagsabgeordnete erlebe ich nicht nur durch die vielen Kontakte zu migrantischen Verbänden das Lebensgefühl von jungen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Ihr Lebensgefühl baut auf zwei Identitäten, aber in der deutschen Gesellschaft fühlen sie sich nach wie vor nicht angekommen. Debatten wie die über Parallelgesellschaften oder über die Thesen von Thilo Sarrazin haben sie betroffen ...

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Kurt Stenger

Das Ende eines Kavaliersdelikts

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Steuerhinterziehung in Kreisen der Gutbetuchten als Volkssport. Während Lohnempfänger Jahr für Jahr brav ihren Obolus an den Staat entrichteten, behielten Bezieher von Kapitaleinkommen diese unter dem Schutz des Schweizer Bankgeheimnisses ganz für sich. Man musste sich schon dumm anstellen, von den Finanzbehörden ertappt zu werden. Auch deshalb galt d...

ndPlusUwe Kalbe

Des Reichen Reue

Uli Hoeneß muss dreieinhalb Jahre wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis, wenn das Urteil des Münchner Landgerichts vom Donnerstag wirksam wird. Allerdings kündigte er bereits Revision an.

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Streit um Geld für Forschung und Bildung

Berlin. Um die Verwendung von neun Milliarden Euro zusätzlicher Bereitstellungen des Bundes für Bildungsinvestitionen ist ein Streit innerhalb der schwarz-roten Bundesregierung sowie zwischen dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und den SPD-regierten Bundesländern ausgebrochen. Dabei geht es um die Verteilung auch nach Länderinteressen, die auf Druck der Sozialdemokraten vereinbart ...

Roland Bunzenthal

Neue Strategie für Afghanistan

Berlin. Deutschland will sich auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan weiterhin als »verlässlicher Partner« des Landes zeigen und seine Entwicklungshilfe noch steigern. Allerdings ist das Geld an Bedingungen geknüpft: Korruption sei nach wie vor ein großes Problem, und auch »bei Menschen- und vor allem den Frauenrechten erwarten wir von der Regierung deutlich mehr Einsatz«, sagte Ent...

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

UNASUR will in Venezuela helfen

Die Gewalt in Venezuela reißt nicht ab. Auch ein Kind stirbt bei neuen Ausschreitungen. Die Lage alarmiert den Staatenbund UNASUR. Er will eine Delegation in das Land schicken.

Zeichen der Solidarität

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten beteiligen sich 2014 an den Protesten gegen den Aufmarsch zu Ehren der Waffen-SS in Riga.

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ndPlusFabian Lambeck

Keine Krim-Krise bei der Linkspartei

Die Linkspartei ringt um eine gemeinsame Position zum Ukraine-Konflikt und zur Krim-Krise. Vor der Bundestagsrede von Gregor Gysi konnte sich die Fraktion offenbar auf einen »Korridor von Positionen« verständigen.

Einseitige Unabhängigkeitserklärung verboten

Norman Paech, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Universität Hamburg, war von 2005 bis 2009 außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der LINKEN. nd-Redakteur Detlef D. Pries sprach mit Norman Paech.

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Referendumszwang

Während zwischen Gaza und Israel Raketen hin- und herfliegen, legte das israelische Parlament fest, dass über eine mögliche Räumung besetzter Gebiete ein Referendum entscheiden müsse.

Jan Keetman

Unruhen wie im Sommer des Gezi-Parks

Die Nachricht über das achte Todesopfer der Gezi-Unruhen löste in der Türkei neue Proteste aus: In der Nacht zum Mittwoch gingen Menschen in über 30 türkischen Städten auf die Straße.

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Mehr Taxis, weniger Firmen

Auf Berliner Straßen sind immer mehr Taxis unterwegs, gleichzeitig sinkt die Zahl der Taxiunternehmen in der Hauptstadt. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Kleine Anfrage der Piraten hervor. Demnach ist die Zahl der zugelassenen Taxis in Berlin in den vergangenen fünf Jahren um 577 auf 7621 gestiegen, die Zahl der Unternehmen hingegen um 115 auf 3024 g...

Vorsicht, Eigentum

Derzeit gibt es knapp 20 Millieuschutzgebiete in der Stadt. Die Bezirke versuchen mit diesem Instrument, in besonders gefährdeten Altbauquartieren Luxussanierungen und den damit einhergehenden Anstieg der Mieten zu verhindern. Doch oft gehen Modernisierungen in diesen Gebieten mit der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen einher. Zwar hat die rot-schwarze Koalition den Schutz der Mieter vo...

Zahlreiche Baustellen an der Charité

Das sind so Tage, an denen sich Charité-Chef Karl Max Einhäupl vermutlich nach guten Neuigkeiten für sein Haus nur so sehnt. Eine davon heißt: Die ARD plant mit »Charité« erstmals eine historische Krankenhaus-Serie, die im Klinikum spiel. Anderes dürfte Einhäupl weniger erfreuen: Seit einer Woche steht der Vorwurf gegen die Charité im Raum, Drittmittelgelder in Höhe von rund 40 Millionen Euro u...

ndPlusBernd Kammer

»Mieter gucken in die Röhre«

Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ist ein lukratives Geschäft. Aber die Mieter zahlen die Zeche. Die Grünen setzen sich in einem offenen Brief an Wowereit und den gesamten Senat mit dem Thema auseinander.

Flüchtlingstumulte vor Botschaft
ndPlusGuido Speckmann 
und Martin Kröger

Flüchtlingstumulte vor Botschaft

Vor der Botschaft Malis kam es am Donnerstag bei Protesten von Flüchtlingen vom Oranienplatz zu Rangeleien. Am Nachmittag wollten sich Senat und Asylsuchende erneut zu Gesprächen treffen.

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ndPlusSteffi Bey

Auf wackligem Fundament

Seit September sind die Bauarbeiten am Schloss Biesdorf im Gang. Bereits jetzt steht fest: Der geplante Fertigstellungstermin verzögert sich erheblich.

Wohnraum statt Konsumtempel
Heiko Lindmüller

Wohnraum statt Konsumtempel

In Moabit herrscht Goldgräberstimmung. Die Projektentwicklungsfirma HGHI will mit dem Bau eines Einkaufs- und Freizeitcenters auf dem ehemaligen Schultheiss-Areal beginnen.

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Immer weniger Gemeinden in Sachsen

Dresden. Die Zahl der Gemeinden in Sachsen schrumpft weiter. Wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte, gibt es derzeit noch 432 Gemeinden im Freistaat und damit sechs weniger als noch zu Jahresbeginn 2013. Seit 1990 ist die Zahl der Gemeinden um fast drei Viertel gesunken. Die größte Gemeinde ist Grimma mit 21 770 Hektar Fläche. Zwickau darf sich mit 91 699 Einwohnern als bevölker...

Abkehr vom Abitur nach acht Jahren

Berlin. Angesichts massiver Elternproteste fordern bundesweit verschiedene Initiativen eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren (G9). Es brauche eine flächendeckende Gesetzgebung in den Ländern, damit bereits bestehende Klassen schnellstmöglich wechseln könnten, sagte Anja Nostadt von der Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag in Berlin. Die ver...

Nachwuchs für Finanzämter

Königs Wusterhausen. 2014 und in den kommenden Jahren wird die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze in Brandenburgs Steuerverwaltung angehoben. Das kündigte Finanzminister Christian Görke (LINKE) gestern bei einem Besuch im Finanzamt Königs Wusterhausen und in der Fachhochschule für Finanzen an. »Sollten zunächst im Herbst 60 Ausbildungs- und Studienplätze besetzt werden, wird nun die Zahl u...

Flüchtlingsrat: Konjunktur der Asylheime

Entgegen den Verlautbarungen setze die rot-rote Landesregierung weiter auf Sammelunterkünfte statt die Flüchtlinge schnell in Wohnungen unterzuringen, rügte gestern der Flüchtlingsrat Brandenburg.

ndPlusWilfried Neiße

Spaß bei der Wahl zugelassen

Vier Neulinge in der brandenburgischen Parteienlandschaft haben gestern die Zulassung zur Kommunalwahl am 25. Mai erhalten. Politisch hieß es: drei Mal Rechts und einmal Spaß.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Wassermüller werden abgeschöpft

320 kleine Kraftwerke erzeugen an Sachsens Flüssen Strom - noch. Eine neue Abgabe im Freistaat bringt die Betreiber in Bedrängnis.

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Charité als Schauplatz für TV-Serie

Die ARD plant einen TV-Sechsteiler über das berühmte Berliner Krankenhaus Charité. In der historischen Serie soll die Geschichte einer der größten Kliniken in Europa und der Entstehung der modernen Medizin nacherzählt werden. »Charité« soll 2015 donnerstags zur Hauptabendprogramm im »Ersten« laufen. Im Mittelpunkt stehen neben fiktiven Krankenschwestern, Patienten und Studenten auch die Figuren...

DSO spielt im Heimathafen Neukölln

Der Heimathafen Neukölln wird vorübergehend zur Bühne für die Kammerkonzerte des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) Berlin. Während an der Villa Elisabeth, dem bisherigen Veranstaltungsort der Reihe, Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, bespielen DSO-Ensembles den historischen Ballsaal, der noch die Atmosphäre des Alt-Berliner Vergnügungsviertels Rixdorf verströmt. Dies teilte das DSO am...

Mahnwache nach Überfall in Mainz

Vor dem Mainzer Hauptbahnhof haben am Mittwoch mehr als 100 Menschen bei einer Mahnwache gegen den möglicherweise rassistisch motivierten Überfall auf einen Schwarzen protestiert.

Grütters will kulturelle Vielfalt sichern

Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat Länder und Kommunen zum Erhalt ihrer kulturellen Einrichtungen aufgerufen und dabei ausdrücklich die große Zahl von Kultureinrichtungen in Berlin verteidigt. Wenn sie gefragt werde, ob Berlin drei Opernhäuser brauche, antworte sie, »wer drei Kinder hat, fragt auch nicht, ob er sie braucht, sondern tut alles dafür, dass aus ihnen was wird«, ...

ndPlusRobert Meyer

Die Gier, die uralte Sau

Das Theaterforum Kreuzberg ist eine kleine, aber wirklich sehr feine Bühne: Fast alles, was sie dort zeigen, wird mit Hingabe inszeniert, gekonnt gespielt, leidenschaftlich gebracht - stets ein Genuss zuzusehen. Unter der Regie von Anemone Poland zeigt die Bühne jetzt ein Stück des bekannten libanesischen Dichters Georges Schehadé, dessen Werke besonders auch in Frankreich und in der Schweiz An...

Olaf Harning

Der Zauberer vom SC Lorbeer

Er war einer der bekanntesten Fußballer im Arbeiter-Turn- und Sportbund: August Postler. Vor 80 Jahren starb er nach schwerer Misshandlung in einem Hamburger Gefängnis. Postler wurde 27 Jahre alt.

ndPlusAnna Mirecki, München

Dauerlächeln bis zum Abwinken

Kein Ende in Sicht: Seit dem vergangenen Sommer sind Straßen und Wege in Bayern mit Wahlwerbung vollplakatiert. Auch die nächsten Monate wird sich das nicht ändern. Vielerorts sind die Wähler genervt.

Tom Mustroph

Die Welt aus der Sicht von Hunden, Schweinen und Dinosauriern

Menschen und Tiere gehen vielfältige Beziehungen ein. Gewöhnlich werden diese Beziehungen allerdings aus der Sicht des Menschen definiert. Tiere sind demnach Haus- oder Nutztiere. Und selbst als Wildtiere sind sie potenzielle Ressourcen für Köche und Kürschner und bestenfalls Anschauungsobjekte in der Spektakelindustrie der Safaris. So ziemlich jedes Tier, das nicht verwertbar ist, wird der Kat...

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Auszeichnung für Saša Stanišic

Der renommierte Preis der Leipziger Buchmesse geht an die Autoren Saša Stanišic und Helmut Lethen sowie an den Übersetzer Robin Detje. Sie nahmen die mit insgesamt 45 000 Euro dotierte Auszeichnung am Donnerstag zu gleichen Teilen entgegen. Der Preis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Saša Stanišic wurde in der Sparte Belletristik für den Roman »Vor dem Fest«...

Markus Meier

Bizarrer Rechtsstreit, aber lustig

Der sächsische Verlag Voland & Quist darf die erste Auflage seines buchmarktkritischen Büchleins »Die Wanderwege der Wanderhure« abverkaufen. Künftige Auflagen des satirischen Werks, das im Untertitel ausdrücklich als »kein historischer Roman« klassifiziert wird, müssen aber anders heißen. Der künftige Titel darf wohl das Wort »Wanderhure« führen, wird aber nicht »Die Wanderhure ist dem Gen...

Karlen Vesper

Geld regiert die Welt

Als Schweizer geboren zu werden, ist ein großes Glück. Es ist auch schön, als Schweizer zu sterben. Doch was tut man dazwischen«, fragte der österreichische Schriftsteller Alexander Roda Roda.

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Das Nachleben von 1914

Es gibt eine andere Art des Erinnerns. Sie fragt beim Blick in das Geschehen, wie lange es immer zurückliegen mag, ob sich aus den Erfahrungen der Väter und Vormütter nicht ein Gedankenanstoß für das Verständnis der Gegenwart, für eigenes Urteilen und Verhalten gewinnen lässt. Da stößt der Betrachter des Ersten Weltkrieges auf mindestens drei Angebote. Das erste betrifft die generelle Frage, wi...

Cristina Fischer

»Ein Fest für mein Herz«

Der in den USA lebende Schweizer Germanist und Schriftsteller Robert Cohen hat vor fünf Jahren mit dem Roman »Das Exil der frechen Frauen« Furore gemacht. Er erinnerte hier an Olga Benario (Prestes), Maria Osten und Ruth Rewald. Bei seinen Recherchen zum Buch wurde er darauf aufmerksam, dass in Brasilien in den Jahren 2000 bis 2003 der Briefwechsel von Luíz Carlos Prestes veröffentlicht worden ...

ndPlusManfred Neuhaus

So viel Luxemburg war noch nie

An Rosa Luxemburg, der tragischen Jahrhundertfigur, ist nichts mehr zu entdecken«, sinnierte einst einer der letzten großen Intellektuellen der SPD, nämlich Peter Glotz: »Der berühmte Satz aus ihrem hellsichtigen, erst posthum veröffentlichten Pamphlet über die russische Revolution ›Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden‹ wird inzwischen sogar von den Nachfahren ihrer Feinde respe...

Seite 15
ndPlusJürgen Amendt

Hoeneß, FAZ und Volkes Meinung

Irgendjemand hat in den grauen Urzeiten des Internet die Hoffnung ausgesprochen, die weltweite Vernetzung würde zu einer Demokratisierung der Gesellschaften beitragen. Die Hoffnung erwies sich als trügerisch, und das nicht nur wegen der Spähaktionen der Geheimdienste oder der allumfassenden Erfassung unserer Lebensgewohnheiten durch Amazon, Facebook und Co. Was dabei herauskommt, wenn sic...

Thomas Klatt

»Apple ist die digitale DDR«

Glaubt man der Analyse des österreichischen Autors Roman Maria Koidl, so leben wir wieder in einer Diktatur. Nicht in einer politischen, aber in einer Gesellschaft, in der Daten gespeichert und missbraucht werden.

Seite 16
ndPlusRainer Balcerowiak

Sonderrecht für Kirche aufheben

Die Sonderrechte kirchlicher Arbeitgeber gehören sicherlich zu den wichtigsten Problemfeldern der Gewerkschaften bei der Durchsetzung des Anspruchs auf Tarifmächtigkeit. Nachdem das Bundesarbeitsgericht im November 2013 das faktische Streikverbot in Einrichtungen der konfessionellen Träger weitgehend bestätigt hat, will die Gewerkschaft ver.di diese Frage vom Bundesverfassungsgericht klären las...

Marcus Meier

Allzeit bereit für mehr Geld

Nordrhein-Westfalens Polizisten wollen besser dafür bezahlt werden, dass sie im Wendland Castor-Transporte oder in Magdeburg Nazi-Aufmärsche absichern. Dabei geht es konkret um die Abgeltung von Bereitschaftszeiten.

Olaf Harning

Für 628 Euro durch Europa

Das lettische Logistikunternehmen Dinotrans wirbt Philippiner in Manila an, um auf deutschen Straßen Lkw zu fahren. Bisher gaben sie sich fügsam und waren günstig für das Unternehmen. Jetzt wehren sie sich.

ndPlusThomas Klatt

Nie wieder Angst vor Hire-and-Fire

Von den rund 70 000 Profi-Journalisten arbeiten 25 000 als Freie. Für die hat der Berufsverband Freischreiber nun einen Ratgeber herausgegeben, um sich besser durchschlagen zu können.

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ndPlusUlrike Henning

Die Armut macht den Unterschied

Am Donnerstag begann in Berlin der 19. Kongress »Armut und Gesundheit« mit 2000 Teilnehmern. Auf Deutschlands größtem Public-Health-Kongress wird auch nach Möglichkeiten globaler Gesundheitspolitik gesucht.

Hermannus Pfeiffer

Der gedeckelte Bonus

»Keine Gehaltsexzesse mehr«? Sechs Jahre nach Ausbruch der Bankenkrise dürfen in der EU die Banker-Boni künftig nicht höher sein als das feste Grundgehalt. Einige Geldhäuser wollen sich nicht daran halten.

Seite 18
ndPlusErik Roos, Harrachov

Befreit fliegen

Severin Freund startet als Favorit in die Skiflug-WM in Harrachov. Am »Teufelsberg« kann der 25-Jährige als erster Deutscher seit Sven Hannawald »König der Lüfte« werden.

Ronny Blaschke, Sotschi

Das verspätete Gold

Am Grünen Tisch wurde die Disqualifikation der erfolgreichsten deutschen Athletin dieser Winterspiele doch noch aufgehoben.

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Alexander Ludewig

Die Grenzen des »Mia san Mia«

Während die Münchner Fußballer mit einer atemraubenden Offensive begeistern und von Rekord zu Rekord eilen, stellte sich der Verein im Fall Hoeneß mit einer feigen Defensive ins Abseits.

ndPlusFrank Hellmann, Frankfurt am Main

Vom Ballmädchen zur Strategin

Beim Sieg im Algarve Cup ist der Stern der Frankfurter Spielmacherin Dzsenifer Marozsan auch im DFB-Dress aufgegangen.

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ndPlusSusanne Steffen, Tokio

Buchschänder gefasst

In Tokio sind Hunderte Kopien des Tagebuchs der Anne Frank zerstört worden. Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Ein politisches Motiv scheint es nicht zu geben, eher psychische Probleme.

ndPlusSebastian Moll, New York

Es trifft die Ärmsten

Das Leben in New York hat an diesem frostigen Donnerstagvormittag wieder seinen gewohnten Rhythmus aufgenommen. Nur im hispanischen Stadtteil East Harlem schien die Zeit stehen geblieben zu sein. 24 Stunden zuvor waren im »Barrio«, wie sich das Viertel auch nennt, zwei benachbarte Gebäude zusammen gebrochen, nachdem eine Gasleitung explodiert war. Auf dem Grundstück, das untermittelbar an einer...

M Jegathesan, Kuala Lumpur

US-Ermittler vermuten Attacke

Falsche Satellitenfotos, widersprüchliche Daten: Die Theorien um das Verschwinden der Boeing 777 werden immer wilder. Eine Spur gibt es immer noch nicht.