Seite 1

Linke Positionen in konservativen Gegenden artikulieren

Dr. Joerg Rieger lebt seit über 20 Jahren im USA-Südstaat Texas. Linke Politik muss sich dort im konservativen Süden, der vielerorts stark religiös geprägt ist, anders artikulieren als im Rest des Landes. Rieger ist »Professor of Constructive Theology« in Dallas. Sein Interesse an linker Politik erfolgte über seine Beschäftigung mit der Befreiungstheologie. Beim »Left Forum« trat er in einem Works...

Das »Left Forum« und der Organisationsgrad der US-amerikanischen Linken

Das »Left Forum« ist mit mehreren Hundert Veranstaltungen an einem einzigen Wochenende thematisch kaum mehr zu überschauen. Ähnliches gilt für die zersplitterte USA-Linke - grob definiert als alle Individuen und politischen Gruppierungen, die sich als links von der Demokratischen Partei verorten. Im Vergleich zu anderen Ländern sind diese »progressives« zwar organisatorisch unterentwickelt. Aber s...

Keine falsche Abgeklärtheit

Ein Jahr nach den ersten Enthüllungen von Edward Snowden sorgt nicht mehr jede Nachricht über die uferlose Überwachung im Internet für anhaltende Schlagzeilen. Was, das war bisher nicht bekannt, dass die NSA millionenfach Fotos abgreift? Macht Facebook das nicht auch? Und ist es wirklich überraschend, dass der BND mit Millionen aufrüstet, weil mit dem abgegriffenen Schlapphut im digitalen Zeitalter nicht mehr viel auszurichten ist?

Cameron droht mit EU-Austritt

Wer wird nächster EU-Kommissionschef? Die Karten von EVP-Kandidat Juncker werden besser, aber der Streit um das Spitzenamt legt auch tiefe Risse in der Europäischen Union offen.

Seite 2
ndPlusKurt Stenger

Linksfraktion will Ausstieg bis 2040

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei fordert die Bundesregierung auf, ein Gesetz zum Ausstieg Deutschlands aus der Braunkohle vorzulegen. Darin solle das »Ziel der vollständigen Abschaltung von Kohlekraftwerken spätestens im Jahr 2040« festgeschrieben, heißt es in einem dem »nd« vorliegenden Antrag. Dieser soll am Dienstag von der Fraktion beschlossen und am Donnerstag in den Bundestag eingeb...

Kurt Stenger

Der Braunkohle-Weltmeister

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Braunkohleverstromung unrentabel ist. Zuletzt hatten die Kraftwerksbetreiber noch Glück.

Andreas Fritsche

Verschwiegenes Zugeständnis

Der Energiekonzern Vattenfall will den Niederlausitzer Tagebau Welzow-Süd erweitern. Die Dörfer Proschim und Lindenfeld sowie ein Wohngebiet der Stadt Welzow sollen abgebaggert werden. Mehr als 800 Einwohner verlieren dadurch ihre Heimat und weniger als 800 Kohlekumpel werden in dem Tagebau-Teilabschnitt II beschäftigt. Die brandenburgische LINKE gibt am 3. Juni bei einer Sitzung des rot-roten Kabinetts in Herzberg widerwillig ihren Segen.

Seite 3
Doris Weilandt

Wenige Augenblicke des Glücks

»Jedem das Seine« steht über dem Lagertor. Dahinter ist ein nicht enden wollender Zug von Häftlingen in gestreiften Jacken zu sehen, die sich den Weg entlangschleppen. Nebel liegt über dem Ettersberg, der die beklemmende Stimmung verstärkt. Der Trailer zeigt erste Impressionen des neuen Films »Nackt unter Wölfen«, der zu einem großen Teil im tschechischen Lesetice-Vojna gedreht wird. Das authen...

Seite 4
ndPlusAert van Riel

Ökoliberale Selbstfindung

Die Grünen haben sich nach ihrem schwachen Bundestagswahlergebnis lange vor Debatten über eine inhaltliche Neuausrichtung gedrückt. Denn die Kommunal- und Europawahlen sollten nicht von internem Streit überschattet werden. Nun haben die Grünen bei ihrem Länderrat einen ersten Schritt zu programmatischen Diskussionen gewagt.

ndPlusAndreas Fritsche

Die Genossen verkohlt

Die LINKE verliere »jede Glaubwürdigkeit«, wenn sie »brav« für den Tagebau Welzow-Süd II stimmt, behauptet Greenpeace. Die Partei würde gegen ihre Ansichten und gegen den Willen der Bevölkerung entscheiden. Das stimmt. 87 Prozent der Deutschen und 79 Prozent der Brandenburger möchten bis 2030 auf die Braunkohle verzichten. Das ergab eine am Sonntag veröffentlichte Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace.

Roland Etzel

Tauschen mit den Taliban

Der afghanisch-US-amerikanische Gefangenenaustausch erregt Aufsehen, nicht zuletzt in den USA selbst, wo angesichts der jahrelang geschürten Einkreisungshysterie durch das namenlose, bärtige Böse aus Mittelost jetzt natürlich Bedenkenträger auf den Plan treten. Durfte man denn mit diesen Taliban verhandeln?

Das mit den E-Mails regelt der Markt

Was tun, wenn der E-Mail-Berg wächst und wächst? Statt das Problem mit der kaum bewältigbaren Masse an E-Mails zu individualisieren, soll nach Ansicht zweier Ökonomen nun der Markt das Problem lösen.

Seite 5
Ines Wallrodt

Sankt-Georgs-Band und Friedenstaube

In 30 Städten fanden am Wochenende Demonstrationen für Frieden in der Ukraine statt. Die Friedensbewegung verlangt vom Westen eine Deeskalation. Über Russlands Beitrag ist sie uneins.

Alternative zur FDP?

Die CDU-Spitze möchte die Alternative für Deutschland (AfD) ignorieren. Doch bei den Konservativen in der Partei stößt dieser Kurs zunehmend auf Unmut.

Seite 6

Opposition gegen Datenspionage

Die Opposition will die geplante digitale Aufrüstung des Geheimdienstes nicht hinnehmen. »Bevor neue technische Möglichkeiten geschaffen werden, muss die Arbeit des BND im Ausland grundsätzlich auf den Prüfstand«, sagte der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele am Samstag der dpa. Der LINKEN-Politiker Jan Korte kritisierte, »Bundesregierung und Sicherheitsbehörden haben bei der inneren Siche...

Aert van Riel

Steuerfrage bleibt offen

Die Grünen haben eine Debatte über ihre künftige wirtschaftspolitische Ausrichtung gestartet. Weitgehend einig waren sich die Delegierten beim Länderrat in Berlin über die Situation in der Ukraine.

Seite 7

Junta stoppt Protest

Bangkok. Tausende Soldaten und Polizisten hat die Militärjunta in Thailand am Sonntag in Bangkok zur Verhinderung erwarteter Proteste gegen den Putsch aufgeboten. Die Sicherheitskräfte bezogen in einem zentralen Einkaufsviertel Posten, in dem ein politischer Aktivist eine »Putschparty« angekündigt hatte. Das vom Militär verhängte Kriegsrecht untersagt Versammlungen mit mehr als fünf Teiln...

Taliban lassen US-Geisel frei

Fünf Jahre nach seiner Entführung durch die Taliban ist der US-Soldat Bowe Bergdahl wieder frei. Im Gegenzug entließen die USA fünf Taliban-Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo.

ndPlusPeter Schaber und Willi Berg,
Istanbul

Die Rückkehr der Angst

Mit einem massiven Polizeiaufgebot ließ Regierungschef Recep Tayyip Erdogan wieder einmal die Muskeln spielen, um in Istanbul Kundgebungen von Regierungsgegnern zu unterbinden.

Ralf Klingsieck, Paris

Keine Gnade für illegale Ausländer

Der Front National wird es gefallen. Die französische Polizei verschärft auf Geheiß der regierenden Sozialistischen Partei (PS) ihre Repressionen gegen die Flüchtlinge in Calais.

Seite 8

US-Minister beklagt sich über China

Singapur. Die USA haben China der Destabilisierung im Südchinesischen Meer bezichtigt. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel warf Peking am Wochenende Einschüchterung und Nötigung bei der Durchsetzung seiner Machtansprüche vor. Zu der im Ton scharfen Konfrontation kam es bei der Sicherheitskonferenz Shangri-La-Dialog in Singapur, die am Sonntag zu Ende ging. Streitpunkt sind Chinas Territorialfo...

Astrid Schäfers

Tunesische Terroristen im Angriff

Beim Angriff auf ein Haus des tunesischen Innenministers sind vier Polizisten getötet worden. Es war der erste Anschlag auf ein Regierungsmitglied seit dem Umsturz vor drei Jahren.

Max Böhnel, New York

Einig nur beim Mindestlohn

In New York traf sich das plurale, linke Spektrum jenseits der Demokratischen Partei beim »Left Forum«. Ein bunter Gemischtwarenladen, der schwer zu überschauen und sich selten einig ist.

Seite 9

Portugal muss weiter nach Geld suchen

Lissabon. Als »enormes Ärgernis« hat Portugals Regierungschef Pedro Passos Coelho die Entscheidung des Verfassungsgerichts bezeichnet, mehrere Sparbeschlüsse seines Kabinetts zu kippen. Die Richter hatten am Freitagabend drei Maßnahmen im Haushalt für 2014 für verfassungswidrig erklärt, darunter Kürzungen im öffentlichen Dienst sowie bei der Witwenrente. Laut Passos Coelho wird die Regierung au...

Bernd Hüttner

Die Grenzen ethischen Konsums

Neue Konsumstrategien sind wichtig, können aber globale Verteilungs- und Machtfragen nicht lösen. Caspar Dohmen bietet in seinem Buch »Otto Moralverbraucher« Denkansätze und Argumente.

ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Madrid gehorcht dem IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Spanien wirtschaftspolitische »Empfehlungen« gegeben. Die Regierung solle Unternehmen unter anderem steuerlich weiter entlasten und dafür die Mehrwertsteuer erhöhen.

Seite 11

Neu Vorwürfe gegen Großmann

Die Korruptionsaffäre beim Berliner Hauptstadtflughafen BER offenbart einem »Spiegel«-Bericht zufolge erhebliche Mängel bei der Vergabe von Planungsaufträgen der Flughafengesellschaft. Der inzwischen wegen Korruptionsverdachts suspendierte Technikchef Jochen Großmann habe bereits in der Zeit, als er nur als Berater am BER tätig war, nahezu unkon-trolliert lukrative Aufträge zur Umplanung der ze...

ndPlusAndreas Fritsche

Berlin fährt bei Rot

Einmal im Jahr bei der großen Fahrradsternfahrt »Berlin fährt Rad« dürfen die Pedalritter der Hauptstadt auch ganz offiziell bei Rot über die Ampeln fahren. An den übrigen Tagen tun es schätzungsweise 80 Prozent von ihnen einfach so und gefährden damit sich und andere. Die klare Vorschrift aus der Straßenverkehrsordnung geht ihnen am Sattel vorbei. Bei Rot Rechts abbiegen auch dort, wo kein grü...

Suchtberatungsstellen arbeiten am Limit

Drogen sind im Berliner Nachtleben keine Seltenheit: Die Suchtberatungsstellen der Stadt sind ausgelastet. Konsumenten von Partydrogen suchen nach Einschätzung der Berliner Drogenbeauftragten vermehrt Hilfe.

Nicolas Šustr

Freie Fahrt für freie Radfahrer

Berliner Autobahnen gehörten am Sonntag den Radfahrern, die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule den Fußgängern.

Seite 12
Wolfgang Weiß

Rettung vor dem Verfall

Die beiden ehemals beliebten Ausflugsziele »Riviera« und »Gesellschaftshaus« in Berlin-Grünau zerfallen zunehmend. Nun will der Bezirk aktiv werden.

Nick Kaiser

Mehr Bufdis als früher Zivis

Der Bundesfreiwilligendienst hat sich in Brandenburg etabliert. Es sind vor allem ältere Menschen, die in die Fußstapfen der Zivis getreten sind. Auch Arbeitslose bewerben sich.

Simon Brost

Drucke für die gute Sache

Die Idee kam ihnen am Silvesterabend. Am Samstagabend setzten Ingolf Seidel und Thomas Monses sie um: Solidarität mit den Flüchtlingen mit den Mitteln der Kunst.

ndPlusWilfried Neiße

Spree-Verfärbung ist Sachsen egal

Ein rostbraune Brühe fließt aus den alten Lausitz-Tagebauen in die Spree. Brandenburg und Sachsen müssten koordiniert dagegen vorgehen. Doch man belässt es bei gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Seite 13
Velten Schäfer

Zwei Sprachen ist manchen eine zu viel

Es ist ein Klassiker in nationalitätenpolitischen Streitigkeiten, der jeweiligen Minderheit nicht einmal ein Ortsschild in der eigenen Sprache zu gönnen. In Belgien zum Beispiel, wo der Konflikt zwischen Flamen und Wallonen schon mehrfach fast den Staat zerbrechen ließ, fiel der Höhepunkt des Ortsschilderkampfes in die 1980er Jahre. Im Osten des Landes waren damals Ortsnamen oft gar nicht...

ndPlusHagen Jung

Wulff auf Eis

Seit 2011 ruht ein Antrag auf eine Ehrenbürgerschaft für den Ex-Bundespräsidenten im Rat der Stadt Osnabrück. Demnächst könnte er zur Beratung gelangen - wenn Wulffs Freispruch rechtskräftig wird.

Seite 14

Rot-rote Versuchung in Wismar

Die Nordost-SPD erlitt bei der Kommunalwahl am 25. Mai eine schwere Schlappe. Nun könnte sie sich zumindest in Nordwestmecklenburg behaupten. Aber nicht ohne die LINKE.

ndPlusHans John

Französischer Vormarsch

Als Schwesterstädteveranstaltung Strasbourg/Berlin geplant, geht jazzdor ab Dienstag zum achten Mal in die Vollen. Für vier Abende wurden elf Auftritte festgemacht, darunter vier Deutschland- und eine Weltpremiere. Das gehört zum guten Ton der Veranstaltungsreihe, die sich jährlich steigender Besucherzahlen erfreut. Die Eröffnung besorgt das Duo Vincent Peirani (Akkordeon) und Emile Paris...

ndPlusJürgen Amendt

Chinesische Verhältnisse

Dass Wowereit in einer Zeit, in der vom Holocaust-Mahnmal bis zum BER-Flughafen alles zerfällt, ausgerechnet China besucht, kann kein Zufall sein. Wowereit plant, in Berlin chinesische Verhältnisse einzuführen.

Hans-Gerd Öfinger

Die Bahn greift nach den Bussen

Seit vergangenem Jahr ist ein neuer Reisemarkt entstanden: Das Fernbuswesen floriert. Nun geht die Deutsche Bahn, die sich bereits seit Langem mit eigenen Linien auf dem Busmarkt platziert hat, in die Offensive.

Anita Wünschmann

Ästhetik und Verwüstung

Ein rotes Blockhaus steht gestrandet in einer Bucht und leuchtet aus dem Foto hervor, das Hans-Christian Schink (geb.1961 in Erfurt) als Bestandteil einer Serie nach dem Tsunami in der japanischen Gegend von Tohoku gemacht hat. Das Haus wird von zwei Bäumen gerahmt, ein Bild im Bild, und so trügerisch schön wie der handgemachte Kehrbesen, der still(lebenhaft) gemeinsam mit einer Schaufel an ein...

Seite 15
Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Vormittags suchte Herr Mosekund einen Arzt auf und verbrachte zwei Stunden im Wartezimmer. Mittags wollte er eine telefonische Auskunft einholen und landete in einer schier unendlichen Warteschleife.

Unbedenklich

Im Berliner Brücke-Museum befindet sich eigenen Recherchen zufolge keine NS-Raubkunst mehr. Das Museum hat 2010 bis 2012 den Gemäldebestand und im Jahr 2013 den Bestand an Zeichnungen und Aquarellen überprüft. »Im Ergebnis geht das Museum davon aus, dass alle Provenienzen unbedenklich sind und sich unter den Werken keine NS-Raubkunst befindet«, heißt es in einer Antwort von Berlins Kulturstaats...

Arm dran

Deutschlands Bibliotheken stehen nach Expertenangaben im Vergleich zum europäischen Ausland finanziell wesentlich schlechter da. Während die Bundesrepublik im Durchschnitt jährlich neun bis zwölf Euro pro Kopf der Bevölkerung für ihre Bibliotheken ausgebe, sei es in Skandinavien eine bis zu sechsfache Summe, sagte die leitende Bremer Bibliotheksdirektorin Barbara Lison dem Evangelischen Pressed...

Roberto Becker

Arienglück und Intrigen

Händels »Faramondo« gehört zu den schnell geschriebenen, gleichwohl höchst souveränen Werken, mit denen der Platzhirsch der Londoner Opernszene gegen den Wandel des Publikumsgeschmacks anschrieb, der seinen Erfolg bedrohte.

Seite 16

Prägungen

Das Quedlinburger Antiphonar aus dem 11. Jahrhundert steht seit Sonntag im Mittelpunkt einer Ausstellung in der UNESCO-Welterbestadt. Neben der mittelalterlichen Musikhandschrift werden in der Stiftskirche Stelen mit Hintergrundtexten und Fotos präsentiert. Das Werk gehört weltweit zu den frühesten Liederbüchern einer geistlichen Gemeinschaft, die komplett erhalten sind. Was schon vor tausend J...

Telemachos und Calypso

Wismars neues Welterbezentrum ist am Sonntag am Welterbetag der UNESCO eröffnet worden. Das denkmalgeschützte Anwesen, das aus zwei mittelalterlichen Giebelhäusern besteht, wurde in den vergangenen drei Jahren für rund vier Millionen Euro saniert, wie Welterbe-Beauftragter Norbert Huschner mitteilte. Das Haus ist das dritte Besucherzentrum seiner Art in Deutschland nach Regensburg und Stralsund...

Brückenbauer

Der brasilianische Schriftsteller und Historiker Alberto da Costa e Silva erhält den diesjährigen Camões-Preis, die bedeutendste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt. Die Werke des 83-Jährigen erstreckten sich über alle Gattungen der Literatur und seien von einer herausragenden Qualität, betonte die Jury in ihrer am Freitagabend in Lissabon verkündeten Entscheidung. ...

Hans-Dieter Schütt

Die Aufschäumer

Die Faulenzer verfügen über die schönsten Träume. Die Luxusfaulenzer über die besten Ratschläge. Ah Q und Wang hausen in einem Tempel. Wohlgelittene bei Milchsuppe. Die ihnen schmeckt wie das Wort »Anarchie«. Intellektuelle: spielen mit den gefährlichsten Worten, ohne sich selber je in Gefahr zu bringen. Der beste Weg, unters Schwert zu kommen. So wird es sein, vorher noch eine Liebe, die im Mo...

ndPlusStefan Amzoll

Genua ist überall

Dieser Verdi - »Simon Boccanegra« Oper spielt im 14. Jahrhundert, ihr Handlungsort ist Genua -, überrumpelt geradezu den heutigen Zuschauer. Selbst wenn Schweigen herrscht, befeuert das Stück die Leute unterirdisch, indem es danach sofort wieder Dunkelheit und schrille Dramatik adressiert. Jeder Takt, in Dresden auf die Bühne gebracht, ist Warnung und Mahnung: Leute, macht es nicht so wie...

Seite 17
Jürgen Amendt

Wie es begann

Das größte Glück kann ohne das Unglück nicht sein. Und so kommt auf jede Erfindung, die Fortschritt verhieß, ihr Gegenteil in die Welt. Die Datensammelwut der NSA, von Google und Facebook sind ohne eine Erfindung nicht möglich, die einst als Glücksmoment der Wissenschaft gefeiert wurde: die Elektrizität

Verneigung

Gut acht Monate nach dem Tod von Marcel Reich-Ranicki haben Freunde und Weggefährten bei einer Gedenkfeier in der Frankfurter Paulskirche an den Literaturkritiker erinnert. Reich-Ranicki wäre am Montag 94 Jahre alt geworden.

ndPlusJan Freitag

Ach, die leidige Realität …

Zum Sport: Es gab nichts zu berichten, als die »Tagesschau« Dienstag ins Trainingslager der Nationalmannschaft berichtete. Also bauschte sie einen fast folgenlosen Autounfall zweier DFB-Spieler zur zweiminütigen Nachricht auf, die der Reporter mit den dräuenden Worten ausklingen ließ, »ein schwerer Unfall, der einen Schatten über das Trainingslager wirft«.

Seite 18

FIFA erneut unter Verdacht der Korruption

Der Weltfußballverband FIFA sieht sich mit schweren Korruptionsvorwürfen rund um die Fußball-WM 2022 in Katar konfrontiert. Wie die britische Zeitung »Sunday Times« berichtete, soll der schwerreiche Katarer Mohammed Bin Hammam fünf Millionen Dollar (knapp 3,7 Millionen Euro) an Schmiergeldern gezahlt haben.

Portugal und Ghana sieglos

Die deutschen Gruppengegner haben sich in ihren WM-Tests nicht mit Ruhm bekleckert. Ghanas 0:1 bei den Niederländern dürfte Bundestrainer Joachim Löw knapp zwei Wochen vor dem WM-Beginn in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) ebenso wenig Angst eingeflößt haben wie das magere 0:0 der Portugiesen gegen Griechenland. Deren Trainer Paulo Bento attestierte seiner Elf in Lissabon trotz allem »ein sehr ...

Guter Auftritt blieb ohne Lohn

Turbine Potsdam ist in der kommenden Saison erstmals nicht in der Champions League der Frauen dabei. Die Elf von Trainer Bernd Schröder verlor das Spitzenspiel beim 1. FFC Frankfurt unglücklich 1:2.

Andreas Morbach, Den Haag

Meister der Klarheit

Während die deutsche Hockey-Männerauswahl mit einem 4:0-Sieg gegen Südafrika in die Weltmeisterschaft in Den Haag startete, kamen die Frauen im Auftaktspiel nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen China hinaus.

Seite 19
ndPlusThomas Becker und Heinz Büse, Belgrad

Deutschland-Achter zurück auf Erfolgskurs

Es gab zwar nur einen Sieg, aber dennoch zufriedene Gesichter. Schließlich fiel die Gesamtbilanz der deutschen Ruderer bei den EM in Belgrad mit insgesamt neun Medaillen positiv aus.

Tom Mustroph, Triest

Nairo Quintana - der neue Radsportpatron

Nairo Quintana ist der erste kolumbianischer Gesamtsieger in der 105-jährigen Geschichte der Italien-Rundfahrt. Der 24-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Rigoberto Uran durch.

Seite 20
ndPlusThomas Roser, Belgrad

Damm gesprengt - Stadt versenkt

Die Behörden sollen die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Serbien verschlimmert haben. Die Pegel sind am Sinken. Doch es gibt Kritik an falschen Entscheidungen und am Schlendrian staatlicher Behörden.

Anna Maldini, Rom

Pink ist eine Lebensphilosophie

Auf Sardinien gibt es ein Luxushotel, dass sich auf kleine Mädchen spezialisiert hat, die dort wie eine Barbie-Puppe leben können: Sie schlafen in Barbie-Betten und bekommen Kleider wie Barbie.

Seite 40
Aert van Riel

SPD-Aussteiger

Die SPD ist nicht mehr die Partei von Franz Ruland. Nach mehr als 45 Jahren hat der Mann, der vielen hierzulande als Experte für Rentenpolitik gilt, den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt.