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UNTEN LINKS

Allen Warnungen zum Trotz tritt in der nächsten Woche eine Warnwestenpflicht in Kraft. Wer nicht eines dieser blinkenden Leibchen in orange, gelb oder rot in seinem Kraftfahrzeug mit sich führt, berappt bei einer Kontrolle demnächst fünfzehn Euro. Aber keine Sorge, überstreifen muss man die blöden Dinger nicht, das wäre ja auch noch schöner. Hier kann immer noch jeder selbst entscheiden, wie er...

ndPlusJörg Meyer

Die Realität schlägt zurück

Annahmen ohne Grundlage, Realitätsverweigerung, der aktuelle Stand der empirischen Forschung wird ignoriert. Die WissenschaftlerInnen Gerhard Bosch und Claudia Weinkopf verbanden die Vorstellung ihrer Studie zu Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohnes auf den Arbeitsmarkt mit einer scharfen Kritik an führenden deutschen Wirtschaftsinstituten, die seit Jahr und Tag nicht müde werden, vor der ...

Unter Beobachtung

Mögliche Absprachen zwischen Trainern und Mannschaften werde es natürlich nicht geben, so Jürgen Klinsmann, Trainer der US-Nationalmannschaft. Seine und die deutsche Mannschaft würden bei Unentschieden weiterkmommen.

Mindestlohn kostet keine Arbeitsplätze

Mindestlöhne führen einer Studie zufolge nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen. Die unter deutschen Ökonomen herrschende Meinung, Lohnuntergrenzen wirkten sich negativ auf den Arbeitsmarkt aus, sei empirisch nicht haltbar.

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Guido Speckmann

Unternehmerverbände sehen Vergabe kritisch

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg appellieren an den Senat, keine übereilten Entscheidungen zu treffen - und fordern eine Wiederholung des Vergabeverfahrens fürs Gasnetz.

Martin Kröger

Beim Gasnetz gibt es Zoff

Die Große Koalition im Land Berlin streitet sich über die Rekommunalisierung des Gasnetzes. Während die SPD die öffentliche Daseinsvorsorge stärken will, ist das für die CDU keine Herzensangelegenheit.

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André Widmer, Duschanbe

Dunst über der Grenze am Pjandsch

Bis zum 31. Dezember sollen die kämpfenden ausländischen Truppen aus Afghanistan abziehen. »Stabil« ist die Lage am Hindukusch indes nicht, wie man auch im benachbarten Tadshikistan weiß.

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Silvia Ottow

Eins plus eins gleich elf

Als vor einem Monat die Krankenkassen einen Bericht ihres Medizinischen Dienstes vorlegten, hatten sie für das vergangene Jahr 3700 berechtigte Beschwerden über Behandlungsfehler gezählt. Die Ärztekammern gab 2243 Patienten Recht, die bei ihnen vorstellig wurden. Wer allerdings glaubt, beides addieren zu können und dann die Gesamtzahl an Behandlungsfehlern für 2013 zu wissen, irrt.

Olaf Standke

Kerrys Wettlauf

Es hat inzwischen etwas von einem Wettlauf: Die ISIS-Verbände rücken immer näher auf Bagdad vor, der USA-Außenminister trifft in Kairo ein. Die Dschihadisten überrennen Grenzposten zu Jordanien und Syrien, John Kerry eilt in die irakische Hauptstadt.

ndPlusRoland Etzel

Der Golan und die Täter

So tragisch der Tod eines israelischen Jugendlichen ist, er rechtfertigt keine Luftangriffe. Die auf dem Golan stationierte UNO-Truppe hat niemand nach Erkenntnissen gefragt, und die israelische Armee hat nicht einmal versucht, einen Nachweis der Schuld zu führen. Doch selbst wenn es Beweise zur Täterschaft gäbe, sollte eine Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt werden.

Jürgen Amendt

Liebe N****

In diesem Text ist viel Platz für kleine Sternchen. Die müssen nämlich immer dort stehen, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautpigmentierung diskriminiert werden.

Dicke aller Länder

Angela Merkel hat kürzlich zehn Kilo abgenommen. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht. Denn rank und schlank wie sie nun ist, ist das Risiko deutlich reduziert, dass sie Diabetes erleiden wird.

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ndPlusRené Heilig

Die »Braut«, die nichts taugt

Seit über zwei Jahren gibt es permanent massive Kritik am G36-Standardgewehr der Bundeswehr. Nun schoss sich der Bundesrechnungshof ein. Auch so kann man neue Rüstungsaufträge initiieren.

Jörg Meyer

Realitätsverweigerung bei Ökonomen

Der Mindestlohn kann kommen, ForscherInnen vom Institut für Arbeitsmarkt und Qualifikation sehen keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung.

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János Erkens

Präventiv eingekesselt

Die Videoaufnahmen aus dem Polizeihubschrauber sind offensichtlich auch für das geübte Auge unscharf: Wo genau inmitten des kilometerlangen Demonstrationszuges nun eigentlich der »Schwarze Block« ist, den es so dringend im Auge zu behalten gilt, wissen die Beamten in der Luft und auf dem Boden nicht so genau. Unruhig fährt die Kamera von weit oben über die Köpfe der Blockupy-DemonstrantInnen, b...

ndPlusJános Erkens

Präventiv eingekesselt

Die Klagen gegen den Polizei-Einsatz bei den Blockupy-Protesten wurde in erster Instanz abgelehnt. Das Frankurter Verwaltungsgericht hat heute sein Urteil verkündet. Kritiker zweifeln die Richtigkeit des Urteils an.

ndPlusUlrike Henning

Genaue Zahlen dringend gesucht

8000 Mal entschieden Gutachter der Bundesärztekammer 2013 über vermutete Fehler bei der Behandlung von Patienten. 2243 Entscheidungen fielen positiv aus.

Marcus Meier

CDU sucht Sound der City

Die CDU hadert nach einer Serie verlorener Oberbürgermeisterwahlen mit ihrer mangelnden Attraktivität für Großstadtbürger. Wie soll sie umsteuern, ohne ihre ländlich-konservativen Wähler zu verprellen?

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Julian Bartosz

Polens Abhöraffäre zieht immer größere Kreise

Die durch eine Abhöraffäre ausgelöste politische Krise in Polen verschärft sich. Ihr Ende ist nicht absehbar und überdies auch völlig offen. Eine Razzia in der »Wprost«-Redaktion verschärft die Situation zunehmend.

Roland Etzel

Kerry auf unmöglicher Mission

Angesichts der weiter vorrückenden Dschihadisten in Irak versichert US-Außenminister Kerry in Bagdad die bedrängte Regierung seiner Unterstützung. Alarmiert zeigt sich jetzt auch Jordanien.

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ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Dänische Glasfaserkabel sind beliebt

Neue Snowden-Dokumente zeigen, dass Dänemark seine Datenkabel im Rahmen des RAMPART-A-Programms dem US-amerikanischen Geheimdienst zur Verfügung stellt.

Olaf Standke

Die Sternenkrieger atmen auf

Die USA haben einen erfolgreichen Test ihres Raketenabwehrsystems GMD vermeldet - er könnte das umstrittene Programm retten.

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ndPlusRalf Streck

Deutscher Atommüll für die USA

152 Castor-Behälter lagern auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich. Der Atommüll soll in den USA wiederaufbereitet werden. In einem Kernwaffenzentrum. Dies sieht eine Absichtserklärung vor.

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Nord-Süd - Termine

Heute in Berlin - »Nicaragua - heute«, Botschafterin Karla Beteta spricht zur Bilanz der Regierung unter Präsident Daniel Ortega seit der Wiederwahl 2011, über die Hauptinhalte des Sandinismus 35 Jahre nach dem Sieg von 1979 und über die Beziehungen zwischen Nicaragua und Deutschland, Moderation: Dr. Winfried Hansch, 19 Uhr, nd-Gebäude, Münzenberg-Saal, Franz-Mehring-Platz 1, Kostenbeitrag: 2 E...

Landraub mit deutscher Hilfe

Die Bundesregierung wäscht ihre Hände gerne in Unschuld: Mit Landraub will sie nichts zu tun haben. Im Gegenteil: Die Verabschiedung der »Freiwilligen Leitlinien zu Landnutzungsrechten« vom UNO-Ausschuss für Welternährungssicherung im Jahre 2012 wurde ausdrücklich begrüßt. Freiwillig ist immer gut, dann kann man sich die Überprüfung gleich sparen.

ndPlusCatherine Wilson, Sydney

Kanaken kämpfen um ihre Rechte

Seit der Wiederaufnahme des französischen Überseeterritoriums Neukaledonien in die Entkolonisierungsliste der Vereinten Nationen im Jahre 1986 wehrt sich das Volk der Kanaken nicht nur gegen seine soziale und wirtschaftliche Benachteiligung.

»Brosamen für die Unterschicht«

Der Regisseur Martin Keßler verfolgt seit 2009 mit Dokumentarfilmen den Bau des Riesenstaudamms Belo Monte im Amazonas-Gebiet. Über den Staudamm und Brasiliens Energiepolitik sprach »nd« mit ihm.

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BER soll gesperrte Mittel erhalten

Der Hauptstadtflughafen BER soll laut einem »Focus«-Bericht demnächst weitere bisher noch gesperrte Gelder erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wolle noch vor der Sommerpause über die Freigabe von 85 Millionen Euro an eingefrorenen Bundesmitteln entscheiden. Das Geld werde vor allem für Schallschutzmaßnahmen gebraucht. »Ich habe großes Interesse, dass die Haushaltsmittel für den Flu...

Kein grünes Licht für Leichenschau

Das geplante Museum des Leichen-Plastinators Gunther von Hagens am Alexanderplatz hat offenbar noch kein grünes Licht. »Es ist noch gar nichts entschieden«, sagte die Sprecherin des Bezirksamtes Mitte, Christina Stolzenberg, am Montag. Sie trat damit Medienberichten entgegen, wonach das Gesundheitsamt bereits eine Entscheidung über das Ausstellen von Ganzkörperplastinaten, einzelnen Organen und...

ndPlusAndreas Fritsche

Anstinken gegen Schweinemast

In Berlin, insbesondere in Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, hängen derzeit beinahe an jeder Straßenecke Plakate mit einem dreckigen Schwein. Diese Plakate rufen dazu auf, am kommenden Sonntag im uckermärkischen Haßleben gegen eine geplante Schweinemastanlage für 36 000 Tiere zu demonstrieren. Angelockt werden sollen offensichtlich Konsumenten von Biolebensmitteln, politisch interessierte Vege...

Senat setzt auf Olympia der Bürger

Der Senat sagt Ja zu einer Olympia-Bewerbung Berlins - und geht davon aus, dass auch die Mehrheit der Berliner dahinter steht. In der Berliner Bevölkerung bestehe eine »grundsätzliche Offenheit« für das Austragen der Olympischen Spiele, heißt es nach einem »Tagesspiegel«-Bericht in einer Vorlage von Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU). Darüber berät und entscheidet der Senat am Dienstag....

Christin Odoj

Mehmet wird mal Schmied

Berliner Grundschulen gehen immer öfter Patenschaften mit Unternehmen und Verbänden ein. Ziel ist es, den Nachwuchs frühzeitig für einen Beruf zu begeistern.

Bernd Kammer

Professor kratzt am Mietspiegel

Ein Gutachter hält den Berliner Mietspiegel für unqualifiziert. Wenn Gerichte ihm folgen, könnte dies besonders für Mieter teure Folgen haben.

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Zur Olympiade in Kasachstan

Frankfurt (Oder). Bei der 24. Physik-Olympiade in Brandenburg haben sich Schüler aus Cottbus und Frankfurt (Oder) im Finale durchgesetzt. Mehr als 60 Schüler erarbeiteten am Donnerstag und Freitag in Frankfurt (Oder) bei Experimenten Lösungen - etwa wie man mit einer Laserlichtquelle die Speicherkapazität eines Chips bestimmen kann. Das gab der Landesbeauftragte des Wettbewerbs am Montag an. ...

DNA-Tests zu totem Baby

Potsdam. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Fund einer Babyleiche in Potsdam wollen die Ermittler per DNA-Reihenuntersuchung die Eltern finden. Ab 7. Juli seien Frauen im Alter zwischen 17 und 48 Jahren sowie Männer zwischen 20 und 48 Jahren aus Potsdam-West aufgerufen, bei der Mordkommission eine Speichelprobe abzugeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die Vorladungen a...

Politiker stellen sich Erstwählern

Potsdam. Bei der Landtagswahl am 14. September dürfen erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren mitwählen. Deswegen stellen sich Spitzenpolitiker der etablierten Parteien an diesem Dienstag um 19 Uhr bei einem Erstwählerforum in Potsdam den Jungwählern. So tritt LINKE-Spitzenkandidat Christian Görke gemeinsam mit seinem CDU-Kontrahenten Michael Schierack in einer Sporthalle auf das Podium. Für die...

Wilfried Neiße

So zufrieden wie noch nie

Die Pflege wird von den Krankenkassen in Brandenburg nur halb so gut bezahlt wie in Berlin. Der Weggang von Fachkräften droht.

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Ballstädter Bürgerbündnis ausgezeichnet

Weimar. Das Ballstädter Bürgerbündnis »Allianz gegen Rechts« ist in Weimar mit dem Thüringer Demokratiepreis 2014 ausgezeichnet worden. Ohne die Bündnisse und Projekte gehe »so gut wie nichts«, sagte Sozialministerin Heike Taubert (SPD) am Montag bei der Sommertagung des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Die Projekte gegen Rechtsextremismus müssten stärker unters...

ndPlusEsther Goldberg, Erfurt

Ein Schreibtischmörder freut sich

Die Wanderausstellung »Sonderzüge in den Tod« ist bis zum 7. Dezember in Erfurt zu sehen. Ergänzt wurde sie dafür um jüdische Einzelbiografien aus Thüringen. Es sind erschütternde Berichte.

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Berlin ehrt Dany Laferrière

Dany Laferrière, einer der wichtigsten Exilschriftsteller Haitis, wird mit dem Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt geehrt. Der in Kanada lebende Autor erhält die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman »Das Rätsel der Rückkehr«. Beate Thill bekommt für ihre Übertragung aus dem Französischen den mit 10 000 Euro dotierten Übersetzerpreis. Die Au...

Holocaust- Überlebende erinnern sich

Yehuda Bacon wollte sich als Kind alles genau merken, was er in Auschwitz und den anderen Lagern der Nazis erlebte. Ihm half, dass er zeichnen konnte. Seine Bilder waren später Beweismittel in Gerichtsprozessen wie 1961 gegen Adolf Eichmann. Heute ist Bacon 84 Jahre alt. Er sieht es als seine Pflicht, als Holocaust-Überlebender zu sprechen, die Erinnerung wach zu halten. »Das war für mich eine ...

Volkmar Draeger

West und Ost im Dialog

Sie haben eine gemeinsame Wurzel: Beide imitierten als Kinder die Bewegungen von Tieren. Bei Kadir Memis war es der Bär, dem er unter einem Pelz zu Trommelbegleitung in einem anatolischen Dorf tanzend Leben verleihen musste. Als er mit zehn Jahren nach Berlin kam, ohne Deutschkenntnisse, verstand er in der Klasse vorerst nichts, entdeckte dann im autodidaktisch erlernten HipHop eine Sprache: Di...

ndPlusChristopher Weckwerth

2000 km für einen Job - in Schwerin

Jahrelang suchte Cecilia in ihrer Heimat Spanien einen Job - dann ging sie nach Mecklenburg-Vorpommern und begann eine neue Ausbildung. Ob sie später bleiben wird, weiß sie noch nicht.

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Sticheln gegen die Stichwahl

Wegen teils mangelnder Beteiligung an den Landratswahlen gibt es in Sachsen-Anhalt Kontroversen um die Stichwahl. Und nicht nur dort.

Ralf Hutter, Erlangen

Comics zum Kilopreis

Comics sind längst zu einem ernst zunehmenden Literatursegment geworden, das bayerische Erlangen veranstaltet alle zwei Jahre sogar eine Spezialmesse. Auch die diesjährige Ausgabe war ein Erfolg.

ndPlusGunnar Decker

Dein Freund-Feind, die Technik

Egal, wie schnell man arbeitet, wie automatisiert die Handgriffe auch sind, es gibt immer eine Maschine, die es schneller kann. Und was schneller produziert wird, ist am Ende billiger, man kann mehr davon verkaufen. Die schnöde Welt des Kapitals aus Produzenten und Konsumenten geht wie ein Riss mitten durch uns hindurch - wir sind immer beides, Nutznießer und Opfer von Produktivkraftsteigerung....

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Tolles Erbe

Am historischen Filmstandort Potsdam-Babelsberg entsteht die erste Filmuniversität Deutschlands. Die Umwandlung der dortigen Filmhochschule Konrad Wolf (HFF) in eine Universität soll am 8. Juli mit einem Festakt vollzogen werden, kündigte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montag in Potsdam an. Die künftige Filmuniversität trete ein »tolles Erbe« an, sagte Woidke mit...

Unzumutbar

Die Australische Oper hat sich von der Sopranistin Tamar Iveri getrennt, weil auf deren Facebook-Seite Homosexuelle verunglimpft worden sind. »Wir betrachten diese Ansichten als unzumutbar«, teilte die Oper am Montag mit. Iveri sollte im Juli im berühmten Opernhaus von Sydney in der Oper »Otello« auftreten und die Rolle der Desdemona singen. Die Georgierin wehrte sich gegen alle Vorwürfe....

Martin Hatzius

Kein Gestern und kein Morgen

Meine Erinnerung an die meisten Fußballspiele dieser WM ist löchrig wie das Maschennetz eines Tores. Bestenfalls hat sie die Konsistenz des weißen Sprays, mit dem die Schiedsrichter neuerdings bei Freistößen die Distanzlinie markieren, die von den Gegenspielern nicht überschritten werden darf. Im Moment des Geschehens ist sie scharf konturiert und deutlich erkennbar, schon wenige Sekunden späte...

ndPlusStefan Amzoll

Lichtblick ist das Dunkel

Die Vorstellung dauert 75 Minuten. Kalte Bläue waltet. Schatten regen sich, wiewohl kaum Licht ist. Schatten fällt gleichsam durch Schatten hindurch. Ein erquicklich Spiel. Meldet sich Licht, fällt es durch Türschlitze. Lange verweilt derlei nicht. Die Türen klappen tonlos. Was immer in Morton Feldmans »Neither« erklingt, orchestral wie vokal (Sopranstimme), die Klänge gehen ihre eigenen,...

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Tobias Riegel

Das Ende der Bescheidenheit

Justin Tunney forderte als prominente Vertreterin von »Occupy Wallstreet« eine »Chance für den Klassenkampf«. Heute ist die 29-jährige US-Amerikanerin Entwicklerin bei Google und wünscht sich öffentlich, der Chef des Software-Unternehmens solle »CEO von Amerika« werden, die Macht im Staate sollte künftig die Technologie-Branche ausüben. Jener Eric Schmidt habe mit seiner »wohltätigen Firma« die...

ndPlusIrmtraud Gutschke

»Der Krieg ist in Gang gekommen«

Ein Augenzeuge: Am 21. November 2013 beginnt das Tagebuch, am 24. April 2014 endet es. Der Beginn wird vom Absturz eines Meteoriten über Sewastopol markiert und gleich mit dem Hinweis verknüpft, Russland baue künstliche Meteoriten, um die USA zu bombardieren. Aber denkwürdig wurde dieser 21. November vor allem durch die Erklärung des damaligen ukrainischen Premiers Asarow, man werde die Verhand...

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Top-Quoten für ARD und ZDF

Die Fußball-WM ist für die Fernsehsender wieder ein Quotenbringer. 24,54 Millionen Fans haben am Samstagabend hierzulande das zweite Vorrundenspiel der Fußball-Nationalmannschaft im TV verfolgt. Die ARD erreichte mit ihrer Übertragung aus Brasilien einen Marktanteil von 76,3 Prozent; drei von vier Fernsehzuschauern waren am Samstagabend also beim Fußball dabei. Es war die zweitbeste Einschaltqu...

Kritik von Hörern

Nach seiner jüngsten Programmreform gerät der Hörfunksender Deutschlandradio Kultur unter Kritik. Mit Beginn seines neuen Programms am Samstag startete auch eine Online-Petition von Hörern, die damit gegen den Wegfall der früheren Nachtsendung »2254« protestieren wollen, wie einer der Initiatoren, Thomas Rudek, von der »Interessengemeinschaft für mehr Hörerbeteiligung im öffentlich-rechtlichen ...

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Tote in einer Favela Rios

Ein Polizist und zwei mutmaßliche Drogendealer sind bei Schusswechseln in einem Armenviertel (Favela) der WM-Finalstadt Rio ums Leben gekommen. Der 30-jährige Beamte wurde am Sonntagabend von einer Kugel in den Kopf getroffen und erlag am Montag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtete. Bei den Schießereien im Complexo do Alemão, rund zehn K...

ndPlusSebastian Stiekel und Marc Schäfer, Sao Paulo

Mit Mauertaktik zum Gruppensieg

Drei Spiele, drei Siege. Ohne begeisternden Fußball zu spielen, sind die Niederländer doch beeindruckend effizient durch die Gruppenphase marschiert.

ndPlusMiriam Schmidt und 
Jens Marx, Natal

Ein Weltmeister fliegt raus

Nach blamablen Pleiten gegen Costa Rica müssen Italien und Uruguay um das WM-Achtelfinale bangen. Beide gehen äußerlich gelassen ins K.o.-Duell. Fest steht aber: Ein Ex-Weltmeister fährt heim.

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ndPlusFrank Hellmann, Porto Alegre

Freiwillige Sucht

Rund 14 000 Volunteers sind bei der WM in Brasilien im Einsatz. Einer dieser freiwilligen Helfer hat es schon zur kleinen Berühmtheit von Porto Alegre gebracht. Jens Hartwig so etwas wie Everybody´s Darling.

Alexander Ludewig

Stubenarrest

Alexander Ludewig ist der nd-Fußballnarr. Er möchte kein WM-Spiel verpassen. Dass sein Turniername Aleson auch noch auf einem brasilianischem Trikot steht, ist nur eine Hommage an das »jogo bonito«. Der aktuelle Gastgeberfußball langweilt ihn.

ndPlusStephan Fischer

Schieben rechnet sich

An verschobenen letzten Gruppenspielen können viele Akteure Interesse haben: Spieler, die Wettmafia und nicht zuletzt auch die FIFA. Am 16. Juni 1982 hat es wohl in Spanien mit BRD gegen Österreich Schiebung gegeben.