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UNTEN LINKS

Nach wie vor gilt die Weisung in dieser Rubrik das Thema Fußball zu meiden was aber natürlich außerordentlich schwer ist und an die Aufforderung erinnert nicht an einen weißen Elefanten zu denken und wie wir alle wissen denkt man dann natürlich an alles Mögliche nicht weil ja die Zahl der Sachen an die man nicht denkt unendlich viele Male größer ist als die Zahl der Sachen an die man denkt aber...

ndPlusAert van Riel

Verdeckter Krieg

Im Verteidigungsministerium gibt es Pläne, für die eigene Armee waffenfähige Drohnen anzuschaffen. Diese Überlegung der Ministerin Ursula von der Leyen fällt in eine Zeit, in der über mehr deutsches Engagement in Krisengebieten diskutiert wird. Dass hiermit auch »Militäreinsätze als letztes Mittel« gemeint sind, haben neben Bundespräsident Joachim Gauck auch Politiker von Union, SPD und Grünen ...

Sensenmann im Anflug

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant laut Medienberichten die Beschaffung von Kampfdrohnen. Dies gehe aus einem Sachstandsbericht des Verteidigungsministeriums hervor.

Rebellen werfen Kiew Bruch der Waffenruhe vor

Die prorussischen Aufständischen in der Ostukraine haben der ukrainischen Führung einen Bruch der Waffenruhe vorgeworfen. »Von unserer Seite wird das Feuer nicht eröffnet«, sagte der Anführer der »Volksrepublik« Lugansk.

Simon Poelchau

Mindestlohn soll weiter durchlöchert werden

Wenn am Donnerstag im Bundestag der Mindestlohn verhandelt wird, müssen die Abgeordneten über weitere Ausnahmen abstimmen. Betroffen sind Erntehelfer, Zeitungszusteller und Praktikanten. Die LINKE opponiert dagegen.

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Deutsche Drohnen

Seit vielen Jahren nutzt die Bundeswehr Drohnen vor allem für die Gefechtsfeldaufklärung. In Afghanistan setzt man den von Israel geleasten unbemannten Langstrecken-Aufklärer »Heron« ein. Er kann bis zu 45 Stunden in der Luft bleiben und Echtzeitbilder senden. Das ist eine neue Qualität der Bundeswehr-Kampfführung. In Deutschland gibt es nach der Pleite bei der Beschaffung des strategisch...

René Heilig

»Star Trek« hat es vorgemacht

In allen modernen Armeen werden die Entwicklung und der Einsatz von unbemannten Flugrobotern vorangetrieben. Noch mutet manches an, als sei es für neue Folgen von »Star Trek« gebaut.

René Heilig

Wer stirbt noch gern fürs Vaterland?

Was technisch und technologisch machbar ist, wird eingesetzt. Nirgends bestätigt sich dieser Grundsatz verheerender als im Krieg. Beispiel: Atomwaffen. Wie läuft das aktuell bei den Killerautomaten?

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Regina Stötzel

Die Marke macht’s

Mit den Liberalen hierzulande ist alles in bester Ordnung. Sie sind eine geliebte und hochgeschätzte Partei mit glasklaren Zielen und Konzepten, die dem Volke nur so aus der Seele sprechen. Christian Lindner und die Seinen gelten als Lichtgestalten der Politik, die allen Bürgerinnen und Bürgern Freiheit, Sicherheit, Wohlstand, Gesundheit und Liebe bringen wollen. Nur, welch Jammer: Die Ma...

ndPlusOlaf Standke

Heiße Luft

Ein von mehreren Nichtregierungsorganisationen gesponsertes Luftschiff kreiste am Wochenende über dem NSA-Rechenzentrum in Utah, um gegen die »illegale« Spionage des größten Auslandsgeheimdienstes der USA zu protestieren. Seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden sieht er sich wegen flächendeckender Überwachungsprogramme weltweit massiver Kritik ausgesetzt. Deshalb erteilte Präsid...

ndPlusJohanna Treblin

Katzensprünge statt Flügelschläge

Die Piraten sprachen im Vorfeld von einem »Schicksals-Parteitag« - tiefe Gräben verlaufen zwischen den Strömungen, die allerdings niemand so genau benennen kann. Linksliberal, sozialliberal, Mitte-Links nennt sich grob der jetzt gewählte Vorstand. Der ist dem links-progressiven Flügel noch zu »rechtsradikal«, wie es ein Piratenmitglied über den Kurznachrichtendienst Twitter am Wochenende ausdrü...

ndPlusJohanna Treblin

Twitterversteher

»Unsere Partei ist in einem etwas desolaten Zustand«, sagte Stefan Körner am Samstag auf dem außerordentlichen Bundesparteitag der Piratenpartei in Halle (Saale) und erntete damit fröhliches Gelächter. Die Piraten gelten als tief zerstritten. Dass der künftige Parteichef zwar eine wahre Zustandsbeschreibung abgibt, diese aber etwas scherzhaft vorträgt, zeigt seinen Sinn für Humor, ohne die Wirk...

Ingo Stützle

Nicht immer so negativ, Kapitalismus!

Plötzlich war es da, das Ende. »Welt« und »Spiegel Online« titelten: »Das ist das Ende des Kapitalismus«. Was war passiert? Ach, es war dann doch nur eine EZB-Zinsentscheidung von Mario Draghi.

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Velten Schäfer

Wer schmuddelig ist, bestimmt die CDU

Mit der AfD paktieren und von der SPD gleichzeitig weiter einen LINKE-Ausschluss fordern - vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg agiert die CDU sehr doppelzüngig.

ndPlusJohanna Treblin, Halle

»Momentan machen wir keine Politik«

Mit großem Abstand hat der Bundesparteitag der Piraten in Halle (Saale) Stefan Körner zum neuen Vorsitzenden gewählt. Unisono appellierten alle Kandidaten für mehr Dialog - vor allem ohne Twitter.

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Linksreformer wählen neue Führung

Berlin. Luise Neuhaus-Wartenberg und Dominic Heilig stehen künftig an der Spitze des Forums demokratischer Sozialismus (fds) in der LINKEN. Die sächsische LINKE-Politikerin wurde im Amt bestätigt, der Europaexperte Heilig löst den Abgeordneten Stefan Liebich als Sprecher der linksreformerischen Strömung ab. Beide erhielten über 90 Prozent der Stimmen. Am Berliner Treffen nahmen über 100 Mitglie...

ndPlusThomas Klatt

Religion ist nie allein die Ursache

Religionen scheinen oft tief zu spalten, statt Frieden zu stiften. Der UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt sieht aber bei vielen Konflikten die Religion nur als einen Faktor, selten als Hauptursache.

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Dominique Chabrol, Paris

Ein Geschäft sorgt mächtig für Ärger

Das Geschäft sorgt für mächtigen Ärger: Inmitten der Ukraine-Krise und trotz der Androhung verschärfter Sanktionen gegen Moskau hält Frankreich an einem Milliarden-Rüstungsgeschäft mit Russland fest. Zwei Kriegsschiffe vom Typ Mistral will die Regierung in Paris an Russland verkaufen. Vor allem die USA machen Druck, diesen Deal auf Eis zu legen. Doch schon ab diesem Montag werden etwa 400 russi...

ndPlusJan Kuhlmann, Istanbul

Kampf um Saddams Heimat

Iraks Armee mobilisiert große Kräfte, um Tikrit von den ISIS-Milizen zurückzuerobern. Sollten die Extremisten die Stadt halten, könnten sie von hier aus sehr schnell sehr nah an Bagdad heranrücken.

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Olaf Standke

Heiße Luft

Aufgrund der großen Kritik an der NSA veranlasste Barack Obama 2013 die Erstellung eines Transparenzberichts. Die nun offen liegenden Daten verschaffen allerdings nicht zu mehr Einsicht in die Behörde.

ndPlusThomas Roser

Keine Versöhnung in Sarajevo

Ein »Signal des Friedens« sollte vom Gedenken an den 100. Jahrestag des Attentats von Sarajevo ausgehen. Doch die Bosnien-Herzegowinas Würdenträger zeigten nur, wie fern Aussöhnung ist.

ndPlusOliver Eberhardt

Brisante Lage im Gazastreifen

Israels Luftwaffe hat am Wochenende erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Palästinas Regierung protestiert - und ist dennoch froh über den Militäreinsatz gegen die Militanten.

Anke Stefan

Athens stille Präsidentschaft

Griechenland sparte bei der EU-Ratspräsidentschaft so viel wie kein anderes Land in den letzten Jahren. Doch fast niemanden interessiert die Gesamtbilanz der halbjährlichen Amtszeit.

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Tausend Menschen gegen Riesen-Sauerei

Am Sonntag haben rund 1000 Menschen gegen eine Großmastanlage demonstriert. Unter dem Motto "Wir haben es satt" demonstrierten sie gegen die Pläne eines niederländischen Investors.

Solon zockt ehemalige Angestellte ab

Berlin. Nach ihrer Kündigung verklagen frühere Mitarbeiter den Solarmodulhersteller Solon wegen ausstehender Gehaltszahlungen. Die etwa 230 Beschäftigten warten nach Angaben der IG Metall seit Wochen auf ihr Geld, nachdem der Standort in Berlin-Adlershof Ende April geschlossen worden war. »Langsam reißt den Leuten der Geduldsfaden«, sagte Gewerkschafter Rüdiger Lötzer der Nachrichtenagentur dpa...

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Dänemark schnürt Wachstumspaket

Dänemark setzt ein neues Wachstumspaket auf, das die Wirtschaft stärken soll. Dabei ist die Regierung jedoch streng darauf bedacht, den EU-Fiskalpakt einzuhalten.

Michael Bartsch

Schlecker-Bissen für DroNova

Nach der Schlecker-Pleite haben Einzelgeschäfte an ehemaligen Standorten kaum eine Chance. Ein Erzgebirger gründet nun eine neue Kette und findet viele Partner.

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ndPlusAnne Steckner und Mario Candeias

Die Klassenfrage an der Kaufhauskasse

Konsumkritik trifft in der Überflussgesellschaft den Nerv der Zeit: Weniger sei mehr, überhaupt wisse man ja, dass Kaufen nicht glücklich macht. Unterschlagen wird oft eines: Konsum ist eine Klassenfrage.

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Bernd Kammer

Achtung, Kontrolleure

Wer welchen Radiosender hört, ist natürlich Geschmackssache. Aber ab heute wird »radio Berlin 88,8« möglicherweise ein paar neue Stammhörer bekommen. Die BVG will über den Sender halbstündlich mitteilen, auf welchen Linien ihre Ticket-Kontrolleure unterwegs sind. Bisher wurde das allenfalls im Internet als Service von Schwarzfahrern für Schwarzfahrer verbreitet, worüber das Unternehmen gar nich...

SPD will in Wachstum investieren

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016 werfen ihre Schatten voraus. Die SPD unternahm am Wochenende erste Schritte zur Erarbeitung eines neuen Wahlprogramms. Der geschäftsführende Landesvorstand beschloss auf einer Klausurtagung, ein Konzept für einen Wachstumsfonds zu erarbeiten. Ziel sei es, kurzfristig ein Sondervermögen einzurichten, aus dem Wachstumsinvestitionen finanziert werden können. ...

Der Bund hält sich raus

Die geplante Vergabe des Gasnetzes der Hauptstadt hat schon für viel Ärger gesorgt. Nun sehen sich auch noch die obersten Kartellwächter zu einer Klarstellung genötigt.

»SPD im Spätherbst ihrer Macht«

Mit deutlichen Seitenhieben auf die Hauptstadt-SPD setzen sich Berlins Christdemokraten von ihrem derzeitigen Koalitionspartner ab. Die CDU-Senatoren sticheln immer heftiger gegen ihre SPD-Kollegen.

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Ärzte bereit zu Gesprächen

Der Tarifstreit an den kommunalen Vivantes-Kliniken in Berlin könnte schon an diesem Montag beendet werden. Dann wollen die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Arbeitgeber-Vertreter über ein Eckpunktepapier verhandeln. »Ich gehe nicht von einem Scheitern aus«, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands des Marburger Bunds, Reiner Felsberg, am Samstag. Langjährige Ärzte bekämen dies...

ndPlusJérôme Lombard

Neue Spur im Mordfall Bektas?

Der Fund einer Schusswaffe lässt die Angehörigen des vor zwei Jahren in Neukölln ermordeten Burak Bektas aufhorchen: Gibt es endlich neue Hinweise auf den Mörder?

Einstige Pionierrepublik am Ende?

Sollte der tragische Unfalltod eines Schülers im Zusammenhang mit Sicherheitsmängeln auf dem Gelände des Jugenddorfes am Werbellinsee stehen, dann droht der traditionsreichen Einrichtung das Aus.

Andreas Fritsche

Zehn Hotels abgemahnt

Wer ein gebuchtes Hotelzimmer storniert, muss trotzdem bezahlen, jedoch nicht den vollen Preis, informiert die Verbraucherzentrale Brandenburg.

ndPlusSteffi Bey

»Die Bienen werden braver«

Die Zahl der organisierten Imker hat sich innerhalb von acht Jahren in Berlin fast verdoppelt. Und die Bienen werden immer fleißiger, die Honigausbeute nimmt zu.

ndPlusNorman Giese und Max Leger

Gedenkstätte frisch gestrichen

Es gibt immer etwas zu erneuern in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Pensionierte Berufsschullehrer aus Bremen helfen dabei - einmal im Jahr, eine Woche lang. Gerade jetzt waren sie wieder dort.

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Protest mit Fest gegen Nazi-Konzert

Die Einwohner von Nienhagen in Sachsen-Anhalt protestieren gegen ein Konzert von Neonazis. Um dessen Verbot gab es vorher ein juristisches Tauziehen.

Sebastian Stoll

Der zweite Tod

Birgit Aurelia Janetzky ist Nachlassverwalterin. Allerdings keine gewöhnliche, die Diplomtheologin kümmert sich um den digitalen Nachlass. Ob Anmeldung in sozialen Netzwerken, Online-Spielen oder Online-Kaufhäusern.

Harald Lachmann, Dresden

Vom Regen in die Kloake

Das deutsche Abwassernetz ist in die Jahre gekommen. Doch während es immer noch wächst, sinkt in vielen Kommunen der Wasserverbrauch. Darunter leidet die Kanalsubstanz.

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Im Schatten der großen Häuser

Leipzig. Die finanzielle Ausstattung freier Theater in Sachsen durch die Kommunen und den Freistaat hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. »Während aber bei den Stadt- und Staatstheatern jedes Jahr wegen der Tariferhöhungen neue Millionenbeträge in die Hand genommen werden müssen, gibt es immer noch Einzelfälle, wo freien Theatermachern kl...

ndPlusJürgen Amendt

An der Spitze der Evolution

Am vergangenen Wochenende war in dieser Zeitung über schlimme Zustände in der brandenburgischen Stadt Guben zu lesen. Im vergangenen Jahr seien dort 351 Räder als gestohlen gemeldet worden und in diesem Jahr werde die Fahrradklaukriminalitätsrate wahrscheinlich sprunghaft ansteigen: Bis April seien den Gubenern bereits 249 Zweiräder auf nichtlegalem Wege abhandengekommen. In Guben ist man desha...

ndPlusVolkmar Draeger

Bewegte Memoriale

Die Idee verblüfft, und nach drei Stunden des Herumspazierens zwischen bewegter Tanzhistorie imponiert sie rundum. Mit einer ungewöhnlichen Performance eröffnete bei Foreign Affairs der Focus Tanz. Gewidmet ist er dem Franzosen Boris Charmatz, der in Rennes ein höchst lebendiges Musée de la danse aufbaut, in dem nicht ausgestellt, sondern praktiziert wird. Was sonst kurz nach der Aufführung ver...

Andreas Göbel

Die Pulsmesser in den Thüringer Wäldern

Thüringens Wald leidet unter zu viel Stickstoff, der vor allem aus der Landwirtschaft kommt. Das zeigen Umweltdaten des Waldmonitorings, die Thüringenforst zusammenträgt.

Anja Krüger, Bonn

Rock’n Roll-Tanz auf Krücken

Sascha ist obdachlos. Früher hat er im »Bonner Loch«, am Bahnhof in die Fußgängerzone. Er wirkt mit im Tanztheaterstück »Bonnkrott - eine Stadt tanzt«, neben professionellen Tänzern und ehemaligen Drogenkonsumenten.

Manuela Lintl

Erfasst, verfolgt, vernichtet

Erst seit 2009 beschäftigt sich die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) systematisch mit der Erforschung und Aufarbeitung der eigenen Geschichte.

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Weil er manchmal die halbe Nacht wach lag, wollte Herr Mosekund eine Einschlaf-CD kaufen. Im Fachgeschäft bot der Verkäufer ihm eine CD »mit 90 Minuten einfühlsamer Melodien« an. »90 Minuten?« fragte Herr Mosekund. »Das dauert ja ewig.« - »Bestimmt«, sagte der Verkäufer, »schlafen Sie schon nach wenigen Augenblicken ein.« - »Und wenn nun die einfühlsamsten Melodien erst am Ende kommen?« wollte ...

ndPlusRoberto Becker

Tongemälde

Gäbe es so etwas wie ein Soll, das Komponisten dem Ballett zu entrichten hätten, dann wäre Richard Strauss allein schon mit dem Schleiertanz seiner Salome aus dem Schneider. Leidenschaft mit tödlicher Konsequenz. Mehr geht kaum. Als er längst in Konzertsälen und auf den Opernbühnen eine Berühmtheit war, gelang ihm mit »Josephs Legende« seine erste separate große Ballett-Musik. Musikalisch ist d...

ndPlusJürgen Amendt

Ist Müntefering sterblich?

Der SPD-Politiker Franz Münterfering schrieb kürzlich in der FAZ über das Schwierige in der Politik: »Alles andere ist das Andere, außerhalb von mir, um mich herum, nah und fern zugleich.« Das verstehe, wer will. Wahrscheinlich dachte Müntefering, im Feuilleton muss man so schreiben. Recht hat er ja, und deshalb hat er noch einen draufgesetzt. Um in solch einer Welt (also in der, in der um Münt...

Klaus Bellin

In dieser fluchwürdigen Zeit

Er klammerte sich an sein Österreich bis zuletzt. Er redete sich ein, es würde so schlimm nicht kommen. Anfang 1931 hatte Stefan Zweig seinem Freund Romain Rolland noch geschrieben, die Menschen in Deutschland hätten mehr Angst als nötig. Nichts, schrieb er, würde dort passieren. Später, nach 1933, als doch eine Menge »passiert« war und er, wieder in einem Brief an Rolland, eine »regelrechte He...

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ndPlusGunnar Decker

Untergang und Aufgang einer Welt

Bruegels Bilderwelt ist eine Zauberwelt. Aber sie verzaubert nicht, im Gegenteil, sie stellt den faulen Zauber bloß, der sich anmaßt, uns zu beherrschen. Wir durchfahren mit Bruegel ein Meer von Lügen, aber hinterher wissen wir mehr über das Meer. Das ist jener Unterschied von Wahrheit und Lüge, den der Betrachter selbst herausfinden muss. Diese metaphernschweren Bilder provozieren den bösen Wi...

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Charmantes vom Rande der Gesellschaft
Jan Freitag

Charmantes vom Rande der Gesellschaft

Wer es mit Nationalismus oder seiner gelasseneren Version Patriotismus hält, erlebt bei der WM ein Parallelturnier. Es findet zwar in Brasilien statt, doch nirgends lassen sich die Überbietungswettbewerbe ausschweifender Vaterlandsliebe besser bestaunen als am Bildschirm. Da werden die Zuschauer Zeugen von Teams, deren Ergriffenheitsgrad beim Absingen der Nationalhymne zwischen Orgasmus und Geb...

ndPlusJürgen Amendt

Gesicherte Nachfrage

Wer durch das bayerisch-tschechische Grenzgebiet fährt, dem fällt dann und wann Ungewöhnliches auf: Mitten in den einsamsten Gegenden, kurz vor der Grenze, sieht man ein Auto am Straßenrand stehen, in dem die Insassen scheinbar schweigend und regungslos stundenlang ausharren. Es sind Zivilstreifen der Polizei, die bayerischen Schülern auflauern. Die kaufen auf den Asia-Märkten im nahen Tschechi...

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ndPlusFrank Hellmann

Die fantastischen Vier

Torjäger Slimani, Techniker Feghouli, Taktgeber Brahimi und Trickser Djabou sind in Algeriens Team jene, die der deutschen Elf heute im Achtelfinale am ehesten gefährlich werden können.

ndPlusVon Jens Mende, Christian Kunz und Klaus Bergmann

»Sind noch nicht am Limit«

Ab sofort kann jeder Fehler das WM-Aus bedeuten. Bundestrainer Joachim Löw warnt vor Außenseiter Algerien, sieht sein Team aber bereit für die K.o.-Runde.

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Florian Lütticke, Rio de Janeiro

Uruguay bleibt wütend, Suárez ein Held

»Barbarei«, »Verbrechen« - Uruguay schimpfte nach dem Achtelfinalaus wüst über die Verbannung von Stürmer Luis Suárez. Die Wut des Verbandes aus Uruguay steigerte sich ins Unermessliche.

ndPlusChristoph Ruf, Fortaleza

Niederlande siegt glücklich

Die Hoffnung von Mexikos Coach Miguel Herrera hatte sich letztlich doch nicht erfüllt. Am Ende jubelten die Niederländer über den Viertelfinaleinzug. Das Achtelfinalspiel in Fortaleza aber bestimmten die Mexikaner.

Oliver Mucha, Brasilia

Franzosen träumen vom Titel

Scherze im Training, ein gelassener und amüsierter Trainer Didier Deschamps. Prächtige Stimmung und riesiges Selbstvertrauen: Vor dem Achtelfinale gegen Nigeria sprechen die Franzosen offen vom WM-Titel.

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Verkehrt

Um ins Stadion zu kommen, muss man notgedrungen sich erst einmal durch den brasilianischen Verkehr mogeln. Dass das gar nicht so einfach ist, weiß unser Reporter vor Ort Jirka Grahl zu berichten.

ndPlusAlexander Ludewig

Angstmacher

James Rodríguez ist die Sensation der WM. Als führender der Torjägerliste mit fünf Treffern bereitet er Viertelfinalgegner Brasilien weiche Knie. Und er begeistert auch als Vorlagengeber und Spielmacher.

Jirka Grahl

Geburtsstunde der Generation 2014

Brasilien musste auf dem Weg zur Hexacampeão durch die Hölle. Nach dem Sieg im Achtelfinale gegen Chile im dramatischen Elfmeterschießen spielen die Gastgeber nun im Südamerikaduell gegen Kolumbien.