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UNTEN LINKS

Mit der Vergesslichkeit ist es so eine Sache. Während die einen sie bekämpfen, weil sie diese Krankheit fürchten - Sie wissen schon! -, fordern andere Vergesslichkeit per Gericht ein. Ausgerechnet vom Internet, das für seine Impertinenz bekannt ist. Da kann ja jeder hineinschreiben, was er will. Je böser, desto besser. Aber hinaus führt kein Weg, da sagt das Internet »net«, was man sich angesic...

Microsoft opfert 18 000 Mitarbeiter für neuen Kurs

Redmond. Die Neuaufstellung von Microsoft kostet bis zu 18 000 Mitarbeiter ihren Job. Es handelt sich um den größten personellen Einschnitt in der Geschichte des Softwarekonzerns. Den Großteil der Last tragen die Beschäftigten des zugekauften Handyherstellers Nokia - hier muss etwa jeder zweite Mitarbeiter gehen, vom Fabrikarbeiter bis zum Manager. Zuletzt beschäftigte Microsoft insgesamt etwa ...

Anstifter

Sanktionen sind vor allem eine Botschaft an die Öffentlichkeit. Das kleine Kuba lebt mit den US-amerikanischen schon über ein halbes Jahrhundert. Russland wird nun von Washington und Brüssel als Quelle allen ukrainischen Übels vorgeführt.

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ndPlusKatja Herzberg

Gerichte als Antreiber

In Rechtssachen zu Migration und Asyl herrscht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) dieser Tage Hochkonjunktur. Erst in der vergangenen Woche entschieden die Richter, dass der von Türken verlangte Deutschtest als Voraussetzung des Ehegattenzuzugs in die Bundesrepublik nicht statthaft ist. Am Donnerstag nun beschäftigten sich die Luxemburger Richter nicht nur mit der Abschiebehaft in Deuts...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Alles andere als gastfreundlich

In Italien wird die Abschiebehaft seit Jahren hart von Menschenrechtlern kritisiert. Obwohl die Menschen hier als »Gäste« bezeichnet werden, ist die Situation in den Lagern häufig menschenunwürdig.

Aert van Riel

Flüchtlinge sind keine Verbrecher

Menschen, die auf ihre Abschiebung warten, werden in mehreren Bundesländern in regulären Gefängnissen eingesperrt. Dies sei nicht mit EU-Richtlinien vereinbar, entschied nun der EuGH.

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Der Reserve-Fallschirm

Jüngst, als Ursula von der Leyen ihre Elitemänner in Calw besuchte, sprang sie mit dem Fallschirm ab. Mutig ist sie. Doch das weiß man. Mut bewies sie bereits nach Amtsübernahme. Damals ließ sie sich alle großen Rüstungsprojekte vorlegen - und bestätigte keines.

Das hat Merkel nicht verdient

Vermutlich hat die Kanzlerin in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag das Schlimmste bereits hinter sich gewähnt, als sie das peinliche Geburtstagsständchen des Brüsseler ZDF-Korrespondenten auf der nächtlichen Pressekonferenz über sich ergehen ließ. So cool sie auch reagierte - ihr hat freilich geschwant, dass Udo von Kampens gesungene Ergebenheitsadresse nicht nur dem Vertreter des freilich k...

Selbstzerstörung par excellence

Australien kriegt jetzt mächtig Schelte von der EU, weil es die C02-Steuer abgeschafft hat. Doch sollte man in Down Under weniger wegen des angekratzten Images als vielmehr wegen des eigenen Klimas besorgt sein. Keine Frage: Es ist ein absolut falsches Zeichen, das das australische Parlament sendete, indem es für die Abschaffung der CO2-Steuer stimmte. Damit zeigt die Regierung, dass ihr ...

Jürgen Amendt

Ausgefuchst

Die Pressemitteilung des ZDF, die gestern an die Medien verschickt wurde, war in routinierter Pressestellensprache gehalten. Der Leiter der ZDF-Hauptredaktion Show, Oliver Fuchs, habe in Zusammenhang mit den Manipulationen bei der Rankingshow »Deutschlands Beste« die Verantwortung übernommen und seinen Rücktritt angeboten. ZDF-Intendant Thomas Bellut danke »Herrn Fuchs für sein Engagement und s...

Wolfgang Storz

Die Irren und die Normalen

Der deutsche stolze Außenminister fleht um Respekt und will die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die für ihn so »notwendig und unverzichtbar« sind, »auf der Grundlage von Vertrauen und gegenseitigem Respekt« wiederbeleben.

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ndPlusRené Heilig

BKA und Zoll wussten von Tor-Hacking

Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Zollfahndungsdienst haben vom FBI Überwachungsdaten aus dem Tor-Netzwerk erhalten. So steht es in der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktionsabgeordneten Halina Wawzyniak.

Stephan Fischer

Anklage gegen Edathy erhoben

Nach Ermittlungen erhebt die Staatsanwaltschaft Hannover jetzt Anklage gegen Sebastian Edathy. Das Landgericht Verden muss entscheiden, ob es zum Prozess kommt.

ndPlusRené Heilig

Wer pöbelt, macht nicht Politik

Die Oppositionsparteien im Thüringer Landtag haben die Regierungsbilanz von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht scharf (CDU) scharf kritisiert.

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ndPlusRoger Repplinger, Hamburg

Ein langer Weg für Inge Hannemann

Da hatte es jemand eilig. Kaum 20 Minuten brauchte die 13. Kammer des Hamburger Arbeitsgerichts am Donnerstagvormittag, um eine Einstweilige Verfügung der als »Hartz-IV-Rebellin« bekannt gewordenen Inge Hannemann, 46, als »unbegründet«, wie der Vorsitzende Richter Ilbert Albers sagte, abzulehnen. Gründe für eine Eilentscheidung lägen nicht vor, so Albers, in der Hauptverhandlung geht es i...

Fabian Lambeck

Tariflöhne steigen stärker als die Inflation

Nach Jahren der Stagnation steigen die Tariflöhne wieder spürbar. Die IG Bau sieht trotzdem noch keine generelle Trendwende und warnt vor allzu großer Euphorie bei den Beschäftigten.

ndPlusMatthias Monroy

Halb vom Schirm verschwunden

57 zivile Flugzeuge waren für Fluglotsen nur noch teilweise zu sehen. Offensichtlich war ein NATO-Manöver für den »Elektronischen Kampf« die Ursache.

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Bengt Arvidsson, Stockholm

Assange bleibt im Exil

Der Wikileaks-Mitbegründer wird sein Dauerexil in London fortsetzen. Nachdem der schwedische Haftbefehl gegen ihn nicht aufgehoben wurde, verlängerte Ecuador Assanges Asyl.

ndPlusOliver Eberhardt, Tel Aviv

Fünf Stunden für Gaza zum »Durchatmen«

In Gaza und Israel haben am Donnerstag aus humanitären Gründen die Waffen weitgehend geschwiegen - für fünf Stunden. Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe verlaufen weiterhin im Sande.

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Julian Bartosz, Wroclaw

Kulturkampf im polnischen Sommerloch

Das gesellschaftliche Klima an der Weichsel ist im diesjährigen Sommerloch durch eine anhaltende Schwüle gekennzeichnet.

ndPlusBoris Kanzleiter, Belgrad

Thatcher heißt auf Serbisch Alexander Vucic

Serbiens Regierungschef Alexander Vučić empfing am Donnerstag seinen rumänischen Kollegen Victor Ponta. derweil hatten Gewerkschaften zum Generalstreik gegen seine Politik aufgerufen.

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Fusionieren Volkswagen und Fiat?

Turin. Nach den Gerüchten kommt das Dementi: Die Agnelli-Familie hat als größter Fiat-Aktionär einen Bericht über eine mögliche Übernahme des italienischen Autobauers durch Volkswagen zurückgewiesen. Es hätten keine Gespräche über eine Fusion stattgefunden, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Exor-Holding, in der die Familie ihre gut 30 Prozent Anteile an Fiat gebündelt hat. Auch Fiat selbst d...

René Heilig

Traumhaft fliegen in Farnborough

Noch bis Ende der Woche bieten die großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus sowie nahezu 1500 weitere Hersteller aus Luftfahrt- und Rüstungsindustrie ihre Produkte im britischen Farnborough an.

Barbara Barkhausen, Sydney

Australien schafft C02-Steuer ab

Als weltweit erster Staat hat Australien die Steuer auf CO2-Emissionen abgeschafft, die im Kampf gegen die Erderwärmung helfen soll.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Schlammschlacht um Prokon

Vor der Gläubigerversammlung der insolventen Windkraftfirma Prokon spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Ex-Geschäftsführer und Insolvenzverwalter zu. Es geht um viel Geld - für beide Seiten.

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ndPlusJörg Meyer

Ohne Lohn, ohne Bleibe, ohne Chance

Sechs rumänische Bauarbeiter in Frankfurt am Main treten in den Hungerstreik, das Unternehmen lenkt ein bisschen ein und zahlt ihnen einen Teil der über Monate zurückgehaltenen Löhne. Die Gewerkschaft IG BAU will das Geld auf Heller und Pfennig einklagen, aber die sechs Arbeiter wollen zurück zu ihren Familien.

Fritz Arndt

Mit Lohneinbußen zurück nach Hause

Die Accent Bau GmbH soll in Frankfurt am Main sechs rumänischen Bauarbeitern über Monate nur Essensgeld gezahlt haben. Die Betroffenen wehrten sich mit einem Hungerstreik.

ndPlusHans-Gerd-Öfinger

Bis zum nächsten Toten

Das »SZ Magazin« deckte horrende Sicherheitsmängel bei der Deutschen Bahn auf. Bahnarbeiter bestätigen gegenüber »nd«: Die Sicherheit ist oft mangelhaft.

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Mehrheit ist für Wahlrecht für Ausländer

Die Mehrheit der Berliner ist einer Umfrage zufolge dafür, dass bei Volksentscheiden auch Ausländer abstimmen dürfen. Jeder Berliner Bürger solle unabhängig von der Nationalität stimmberechtigt sein, gaben 69 Prozent der Befragten an. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Auftrag der Piratenfraktion 1003 Berliner befragt. Vor allem unter 45-Jährige sind nach den am Donnerstag veröffentl...

Hungerstreik auf dem Pariser Platz

Eine Gruppe von ungefähr 40 Flüchtlingen ist am Donnerstagnachmittag auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in den Hungerstreik getreten. Es handelt sich dabei um dieselbe Gruppe, die in der vergangenen Woche den Fernsehturm am Alexanderplatz besetzt hatte. Ihre Kernforderung ist wie bereits in der letzten Woche, mit verantwortlichen Politikern zu sprechen. Ein Sprecher erklärte: »Beim...

Berliner Halbbürger

Sie wissen, wo es die beste Currywurst in Berlin gibt. Sie waren schon auf dem Fernsehturm und der Siegessäule und sind sogar bis in die Gärten der Welt nach Marzahn gefahren. Menschen, die aus der EU oder von noch viel weiter her nach Berlin kommen, kennen die Stadt manchmal besser als diejenigen Urberliner, die es sich in ihrer bräsigen Ignoranz gemütlich gemacht haben. Über 500 000 Men...

Nußbaum soll zu Steuerakten aussagen

Die Berliner Piraten-Fraktion will Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) im Abgeordnetenhaus zum Umgang der politischen Führung der Berliner Finanzverwaltung mit Steuerakten von Bürgern oder Abgeordneten befragen. »Da ist ja noch einiges unbeantwortet geblieben, auch durch die zweite Antwort aus der Finanzverwaltung«, sagte Piraten-Fraktionschef Martin Delius der Nachrichtenagentur ...

Jörn Boewe
und Johannes Schulten

Eine Schlafstelle für 200 Euro

Ein Hotel für Wanderarbeiter wird wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen. Die 120 Bewohner stehen plötzlich ohne Unterkunft und Lohn da.

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Streit ums Märchenschloss

Schloss Kossenblatt verharrt im Dornröschenschlaf. Der Besitzer fühlt sich nach dem Kauf übers Ohr gehauen und will sein Geld zurück. Das juristische Tauziehen darum geht weiter.

ndPlusRobert D. Meyer

Verkanntes Unkraut

Zum sechsten Mal öffnet der Botanische Garten in Dahlem am Samstag eine Nacht für Besucher seine Pforten. Dabei lässt sich vieles lernen, etwa dass Giersch mehr ist als nur ein lästiges Unkraut.

Wilfried Neiße

Schritt Richtung gläserner Bürger

Brandenburgs Behörde nehmen immer öfter Einblick in Privatkonten - zur Aufdeckung von Betrugsdelikten, wie es heißt. Doch es vollzieht sich damit auch ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Bürger.

Muskeln und Potenz vom »Donnergott«

Er bringt schon ein paar Kilo auf die Waage, doch es sind weniger Muskelpakete, die ihn schmücken. Die aber möchte Sven gern haben. Nun beschäftigt sich die 11. Große Strafkammer mit seiner Leidenschaft.

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Rache für den Wecken

Stuttgart. Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) ist als Redner im Landtag in Baden-Württemberg unerwünscht. Die SPD-Fraktion wollte Thierse als Gastredner für eine Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls einladen. CDU und FDP möchten Thierse wegen seiner Kritik an Schwaben aber nicht in Stuttgart haben. Eine Landtagssprecherin sagte am Donnerstag, es werde nun nach einem a...

Volksbegehren in Bayern klar gescheitert

München. Das Volksbegehren der Freien Wähler in Bayern für eine Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium ist sehr deutlich gescheitert. Nur 2,9 Prozent der bayerischen Wähler haben dafür unterschrieben, wie Landeswahlleiterin Marion Frisch am Donnerstag mitteilte. Das waren 272 666 Bürgerinnen und Bürger. Für ein erfolgreiches Volksbegehren hätten sich zehn Prozent der Wahlberecht...

Die Narbe von Nachterstedt

Nachterstedt. Fünf Jahre nach dem Unglückstag: die Abbruchkante des Erdrutsches am Concordia-See in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) ist längst wieder mit Sträuchern und kleinen Baumen bewachsen. Am 18. Juli 2009, also vor genau fünf Jahren, waren dort zu nachtschlafender Zeit zwei Wohnhäuser zusammen mit rund 4,5 Millionen Kubikmetern Erdreich in den See gerutscht - drei Menschen wurden dabei in ...

Rudolf Stumberger, München

Leben im »Haus des Grauens«

In Münchens Augustenstraße 4 wird ohne Rücksicht auf die Mieter saniert, Mietsteigerungen um mehrere hundert Euro sind zu erwarten. Und der Druck auf die Bewohner wächst.

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Jesse Owens kommt nach Berlin

Das geplante Biopic »Race« über die US-Sprintlegende Jesse Owens wird teilweise in Berlin gedreht. Wie das Hollywood-Studio Focus Features am Mittwoch mitteilte, sollen die Dreharbeiten (Start am 24. Juli) im kanadischen Montreal und im Berliner Olympiastadion stattfinden. Dort hatte der Leichtathlet Owens 1936 bei den Olympischen Spielen vier Mal Gold gewonnen. Der kanadische Schauspiele...

»RTL II News« künftig aus Berlin

Der Trash-Kanal RTL II ist nicht dafür bekannt, besonderes Augenmerk auf seriöse Information zu legen. Entsprechend sind die Nachrichtenformate des Privatsenders aufgemacht: viel Boulevard, wenig Politik. Wenn der Sender also ankündigt, dass die Nachrichtenredaktion von Köln nach Berlin ziehen wird, sollte man also nicht erwarten, dass dies aus dem Grund geschieht, näher am Puls der Hauptstadtp...

Zeugnisse für Schulrebellen

Seifhennersdorf. An der Oberschule in Seifhennersdorf in Sachsen erhalten Schüler einer nicht genehmigten sechsten Klasse an diesem Freitag wieder Zeugnisse. Elf Kinder beenden dort bereits das zweite Schuljahr in Folge, in dem sie von freiberuflichen und pensionierten Lehrern unterrichtet wurden, wie Elternsprecherin Ute Knappe berichtete. Staatlich anerkannt werden die Leistungen allerdings n...

»Museum des Kapitalismus« verlängert

Das temporäre »Museum des Kapitalismus« in Berlin-Neukölln bleibt drei Wochen länger geöffnet. Wegen des großen Zuspruchs werde die Ausstellung bis 10. August verlängert und um mehrere Exponate erweitert, teilten die Initiatoren am Donnerstag in Berlin mit. Im ersten Monat der Ausstellung wurden den Angaben zufolge bereits rund 1800 Besucher gezählt. Die Schau befasst sich auf 200 Quadratmetern...

Uni-Rektorat seit vier Tagen besetzt

Seit Montag haben Studenten das Rektorat der Universität Leipzig besetzt - aus Protest gegen Stellenbau und Institutsschließungen. Eine Online-Petition mit Tausenden Unterschriften soll Druck machen.

Olaf Harning

Das Ende einer »Leitfigur«

Geschichtspolitische Kehrtwende beim Landesverein für Innere Mission: Noch im Februar hatte sich der schleswig-holsteinische Diakonie-Träger trotz öffentlicher Kritik entschieden, seinen Veranstaltungssaal in Rickling (Kreis Segeberg) weiter nach dem ehemaligen Holsteiner Bischof und überzeugten Antisemiten Wilhelm Halfmann zu benennen. Jetzt wurde dieser Beschluss revidiert. Laut Direkto...

Noch einmal 4,8 Millionen

Mehrfach hat Sachsen das frühere Herrscherhaus mit Millionen ausgezahlt und wichtige Kunstschätze in staatlichen Museen gesichert. Neuen Ansprüchen der Wettiner ist nun ein Riegel vorgeschoben.

Caroline M. Buck

Aufruhr und Unordung

Die fünfte Ausgabe von »Berlin Babylon«, dem nun schon traditionellen Stummfilmfest im Juli, kuratiert von Friedemann Beyer, hat diesmal gleich zwei Namen. Der eine ist ein neuer Serientitel, »Stummfilm Orgel Festival«.

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International

Die Kunstschau »Ostrale ’014« in Dresden gibt sich in ihrem achten Jahr besonders international. Vom 18. Juli bis zum 28. September zeigen rund 200 Künstler aus 34 Ländern ihre Werke - doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. »Wir sind damit deutlich internationaler aufgestellt«, sagte Leiterin Andrea Hilger. Die zeitgenössische Ausstellung sei vor allem eine Plattform für junge und nicht etab...

Erdiger Blues

Der US-Bluesmusiker Johnny Winter ist nach Angaben der Züricher Polizei in der Nacht zum Mittwoch gestorben. Er wurde 70 Jahre alt. Da die Todesursache unklar sei, habe der Staatsanwalt eine Obduktion angeordnet, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Es gebe aber keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Der in Texas geborene Winter (»Good Morning little Schoolg...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Das Drama des Millimeters

Schon einmal war die Welt, was sie gewisslich wieder wird: leer. Ausgebrannt die Natur. Das Meer eine erstarrte Masse aus Blei. Von den letzten vier Menschen konnte der eine nicht sitzen, der andere sich nicht mehr bewegen, die zwei restlichen hockten, abgehackt die Beine, in Mülltonnen und stritten sich um den vorletzten Zwieback. Samuel Becketts »Endspiel« als wunderschöne Partie voll der Übe...

Klaus Bellin

Kraft, Geist und Mut

Sie hat keinen Augenblick gezögert. Ricarda Huch war die erste und einzige Frau in der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste, Mitglied seit 1926, und dies auch nur, weil Thomas Mann sie gedrängt hatte, doch nun, im Frühjahr 1933, konfrontiert mit einer von Gottfried Benn formulierten Ergebenheitserklärung für die braunen Machthaber, verließ sie das Gremium »erhobenen Hauptes«. ...

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ndPlusAndreas Form

Wer und warum?

Die »Schlafwandler« waren hellwach. Dies meint die britische Historikerin Annika Mombauer. Sie beschreibt die Julikrise von 1914, in der es nicht gelang die »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts zu vermeiden - und dies vor allem, weil die österreichisch-ungarische Monarchie fest entschlossen war, sich für das Attentat in Sarajevo an den Serben zu rächen, und das deutsche Kaiserreich diese Gelege...

Harald Loch

Höchste Todesrate in Afrika

Der Erste Weltkrieg ist in der historiographischen Literatur Deutschlands und der westeuropäischen Kriegsbeteiligten eines der am besten erforschten Ereignisse. Die Schuld am Krieg und die Folgen des Friedensschlusses von Versailles werden dennoch bis heute kontrovers diskutiert. Der Freiburger Professor Jörn Leonhard hat alle Kriegsbeteiligten etwa gleich gewichtet im Blick, sein Hauptaugenmer...

ndPlusRudolf Walther

Abrakadabra und Hokuspokus

Im Januar warnte ein britischer Fernsehjournalist: Nur ein »kompletter Idiot« könne einen Kriegsanfang feiern. Kriegsfeierstunden gab es bis dato nicht, im Bundestag aber eine Gedenkstunde. Erschienen ist zudem eine Flut von Büchern zum Ersten Weltkrieg. So auch aus der Feder des Berliner Politikwissenschaftlers Herfried Münkler. Sein Buch ist in zweifacher Hinsicht beachtlich. Die Synthese aus...

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Showchef tritt zurück

Der Skandal um das gefälschte Ranking beim ZDF-Showzweiteiler »Deutschlands Beste« hat Konsequenzen: Unterhaltungschef Oliver Fuchs tritt zurück. Intendant Thomas Bellut habe das Angebot angenommen, teilte das ZDF am Donnerstag mit. »Fuchs ist mit sofortiger Wirkung freigestellt«, sagte ein Sprecher. Außerdem habe eine Teamleiterin ihre Führungsfunktion eingebüßt, sie sei wie eine weitere Redak...

Tobias Riegel

Olympiade der Idioten

Eine solch göttliche Strafe für unverhohlenen Militarismus wünscht man auch Bundespräsident Joachim Gauck nicht. Im Film »Der Sinn des Lebens« von Monty Python erklärt ein General die Unverzichtbarkeit der Armee.

ndPlusRobert D. Meyer

Echt wahre Satire

Wenn Satiriker eines aus der Fußball-WM lernen können, dann ist es die Regel, das Späße auf Kosten der DFB-Auswahl mitunter zu heftigen Reaktionen vieler Fans führen können. Einen Tag nach dem Finale titelte die Satirewebsite der-postillon.com: »Bitter! WM-Aus für Deutschland nach nur sieben Spielen«. Was eigentlich als ziemlich durchschaubare Fingerzeig in Richtung der Millionen von selbst ern...

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Alexander Ludewig

Toni Kroos ist jetzt ein König

Mit Toni Kroos verliert Bayern München einen seiner wichtigsten Spieler, der zudem mit 24 Jahren noch eine große Zukunft vor sich hat. Der beste Spieler der WM läuft fortan im Trikot von Real Madrid auf.

ndPlusTom Mustroph, Oyonnax

Der tägliche Kampf gegen den Schmerz

Die Tour de France besteht aus vielen einzelnen Rennen. Meist wird nur über die Jagd an der Spitze berichtet. Aber gerade auch der Wettkampf hinten hält viele dramatische Momente bereit.

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Volker Gundrum und
Andreas Schirmer, München

Sachenbacher-Stehle ärgert verhängte Höchststrafe

Evi Sachenbacher-Stehle fühlt sich durch die zweijährige Dopingsperre ungerecht behandelt. Auch Skiverband und DOSB sind überrascht von der Höchststrafe. Die Biathletin denkt über einen Protest nach.

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»Rammasun« zerstört 26 000 Häuser

Bei einem schweren Unwetter auf den Philippinen kamen dutzende Menschen zu Tode. Der Taifun »Rammasun« zerstörte tausende Häuser. Trotz Massenevakuierungen konnte eine größere Katastrophe nicht verhindert werden.

ndPlusUlises Zamarroni, Zamora

Prügel gehörten zum Alltag

Vergewaltigungen, Prügel, Einzelarrest ohne Nahrung und Wasser: Nach der Razzia in einem Armenheim in Mexiko häufen sich die Berichte über brutale Gewalt in der Einrichtung, in der mehr als 400 Kinder und Jugendliche lebten. Dutzende Eltern meldeten sich bis Mittwoch (Ortszeit) bei den Behörden, um ihre Kinder aus dem Heim »La Gran Familia« zu holen. Die Institution in der Stadt Zamora im...

Anna Maldini, Rom

Madonna verneigt sich vor der Mafia

In Kalabrien wurde eine Madonna-Statue bei einer Prozession vor dem Haus eines Mafiabosses gestoppt, um ihm die Ehre zu erweisen. Nun hat der Bischof vorerst alle Prozessionen in Kalabrien verboten.

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Simone Schmollack

Von Tussis und 
Dino-Feminismus

Zwei junge Autorinnen haben ein neues Feindbild 
gefunden: Frauen, die gegen Männer stänkern, 
statt sich mit ihnen gegen die übermächtige Wirtschaft 
zu verbinden.