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UNTEN LINKS

Nachdem die deutsche Mannschaft die Fußball-WM gewonnen hatte, mussten wir uns ja tagelang anhören,was man daraus lernen soll: Teamgeist, Kampfkraft, Wille, Effizienz - die ganze Gebetsmühle der Leistungsgesellschaft. Jetzt sind wir beim Studium der Sportseiten noch einmal zusammengezuckt, denn ein Taktikfuchs vom DFB hat herausgefunden: »Die Raute im Mittelfeld scheint auszusterben.« Hört, hör...

Gaza - Symbol der Untätigkeit

Fast 1800 Tote sind es nunmehr im Gaza-Krieg, aber die internationale Diplomatie hat es nicht eilig. Selbst bei einem Abzug Israels wäre nichts gelöst. Aber: Keine Dringlichkeitssitzungen bei der UNO in New York; am potenziellen Konferenzort Kairo tut sich wenig bis nichts.

ndPlusRené Heilig

Qualvolle 117 Minuten bis zum Tod

Am Montag ist Joseph Wood bereits seit zwölf Tagen tot. Umgebracht wurde er nach Recht und Gesetz. Qualvoll. Die Hinrichtung im US-Staat Arizona dauerte zwei Stunden.

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ndPlusChristine Longin, Paris

Friedensbotschaft vom Todesberg

In Hartmannsweiler, wo 30 000 deutsche und französische Soldaten starben, legten Bundespräsident Gauck und sein französischer Kollege Hollande den Grundstein einer Gedenkstätte.

Annette Schneider-Solis

»Als hätte ich ihn gerade erst verloren«

Am 2. August 1914 starben Albert Mayer und Jules André Peugeot im Gefecht - obwohl zwischen Deutschland und Frankreich noch Frieden herrschte. Sie gelten als erste Opfer des 1. Weltkriegs.

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Geht auch: Umzug per Fahrrad

Niko Paech ist eine Art Pop-Star der wachstumskritischen Bewegung. Der begnadete Provokateur ist eloquent und absolut medientauglich, vermag es, sich auf unterschiedliche Zuhörermilieus einzustellen und teilt vernichtend aus, wenn es gegen schwarz-rot-gelbe Wachstumsparadigmen und den Traum von einem grünen »New Deal« geht. Doch bei einer Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche vor ges...

Marcus Meier

Campen gegen Kohle und Kapital

Neun Tage lang versammelten sich Hunderte Aktivisten im Klimacamp im Rheinischen Braunkohlerevier. Die Gegend zwischen Aachen, Köln und Mönchengladbach gilt als klimaschädlichste Region Europas.

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Frecher Freikauf

Formel 1 ist, wenn Männer im Kreis fahren und ihnen - erstaunlich genug - ein Publikum dabei zusieht. Formel 1 bedeutet aber auch richtig viel Geld. Einer, der seit Jahrzehnten seinen luxuriösen Lebensstil damit finanziert, ist Bernie Ecclestone.

Velten Schäfer

Vom Stellen der Weichen

Wie es dazu kommen konnte, dass dieser Tage am Mannheimer Hauptbahnhof ein Güterzug einen Eurocity rammte, ist offiziell und im Detail noch ungeklärt. Offensichtlich war aber eine Weiche defekt oder falsch gestellt - sonst hätte der Güterzug nicht plötzlich auf das Gleis des Personenzugs einschwenken können, wie Augenzeugen berichteten.

Kein Platz in Guantanamo

Der US-Präsident machte viele Worte und sah ganz ernst in die Kameras. Zusammengefasst wollte er der Welt eigentlich aber nur mitteilen, was man weltweit seit Jahren weiß: Die USA haben gefoltert. Und dann?

Martin Ling

Null Toleranz

Zeit für seine neue Aufgabe hat er, der im Unruhestand befindliche frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani. Der 70-Jährige soll dem gewaltgeplagten Guatemala zu mehr Sicherheit verhelfen.

ndPlusDierk Hirschel

Die Geister, die ich rief

Die Bundesbank sorgte letzte Woche für eine große Überraschung. Die Währungshüter verkünden das Ende der Bescheidenheit. Das ist ungewöhnlich. Jahrzehntelang warnten die obersten Banker vor einem zu großen Schluck aus der Pulle.

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ndPlusHagen Jung

Antifaschistisches Gesamtkunstwerk

Lautstark und bunt protestierten über 1000 Bürger am Samstag gegen den Aufmarsch von 195 Neonazis in Bad Nenndorf. Zu Blockaden und Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es nicht.

Uwe Kalbe

SPD zweifelt am gewählten Kurs

Zwar läuft es bei der Union auch nicht gerade rund, aber den ersten größeren Kater in der Großen Koalition scheint die SPD zu haben. Nach erster Euphorie wachsen bei den Sozialdemokraten die Dissonanzen.

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René Heilig

Forderung: Historiker ins Kanzleramt!

Fast 70 Jahre nach dem Ende des Naziregimes gibt es noch immer weiße Flecken in der sogenannten deutschen Geschichtsaufarbeitung. Beispiel Kanzleramt.

Reimar Paul

»Mit Überzeugung mitgemacht«

Sein Eintreten gegen Atomwaffen brachte Otto Hahn einen pazifistischen Ruf ein. Im Ersten Weltkrieg jedoch war er Funktionär des Gaskriegs. Göttinger Initiativen wollen ihn nicht mehr als Ehrenbürger.

ndPlusInes Wallrodt

Ein Nein soll reichen

Nur jede achte angezeigte Vergewaltigung endet mit einem Schuldspruch. Das Strafrecht wird den Realitäten nicht gerecht, kritisieren Organisationen und fordern Änderungen an der geplanten Reform.

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CIA-Eingeständnis

US-Präsident Barack Obama hat die Methoden des Geheimdienstes CIA bei Verhören Terrorverdächtiger nach den Anschlägen vom 11. September 2001 unumwunden als »Folter« und »Fehler« verurteilt.

Suche nach Opfern wird fortgesetzt

Mehr als zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Bo᠆eing bergen Experten im Konfliktgebiet Ostukraine noch immer Leichen. Die Lage ist gespannt, weil weiter gekämpft wird.

Oliver Eberhardt, Tel Aviv

Truppenrückzug aus Gaza - und dann?

Israels Militär zieht einen Großteil der Soldaten aus dem Gaza-Streifen ab; die Zerstörung der Tunnel sei beendet. Der Krieg in Nahost geht dennoch weiter. Die Zahl der Opfer liegt schon nun bei über 1.800.

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André Widmer

Unruhige Verhältnisse im Südkaukasus

Im Schatten der Krise um die Ukraine hat sich der fast in Vergessenheit geratene Konflikt um Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidshan in der vergangenen Woche intensiviert.

Sollte Schottland unabhängig sein?

Am 18. September dürfen Schottlands Wähler über die Unabhängigkeit abstimmen. Die Fragen für »Better Together« beantwortet David Whitton (62), 2007 bis 2011 Labour-Abgeordneter in Edinburgh, davor Sprecher des ersten schottischen First Ministers Donald Dewar. »Yes Scotland«-Sprecher Ross Greer (20) von den Grünen unterbrach für die Unabhängigkeitskampagne sein Studium an der Strathclyde University. Reiner Oschmann befragte sie in Glasgow.

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Deutsche Bank will Kirch-Geld zurück

Der Kirch-Prozess kostete die Deutsche Bank Millionen. Einen Teil des Geldes will sie sich offensichtlich zurückholen und dafür ihren einstigen Manager Rolf Breuer in Regress nehmen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Das Ende des Goldes

August 1914: Berlin, Paris und Sankt Petersburg schaffen den Goldstandard ab. Das Zeitalter der Währungsspekulationen hatte begonnen. Die Wirkungen sind noch heute zu spüren.

ndPlusKanya D'Almeida, New York

Land Grabbing im Brotkorb Europas

Während die internationale Öffentlichkeit sich auf die politische Krise in der Ukraine fokussiert, treibt die dortige Regierung eine Reihe von Reformen voran. Aktivisten sind alarmiert.

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Soziale Sicherheit und Menschenwürde

Neben aktiver Arbeitsmarktpolitik fordert der SoVD eine bessere soziale Sicherheit bei Arbeitslosigkeit. Hierzu gehört eine Verlängerung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I, die für eine intensivierte Qualifizierung der Arbeitsuchenden genutzt werden sollte. Gleichzeitig muss die Aussteuerung Arbeitsloser in das Fürsorgesystem vermieden und Übergänge von Arbeitslosengeld I in Arbeitslosengel...

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Demo für Frieden in Palästina

Etwa 700 Menschen haben nach Angaben der Polizei in Berlin unter dem Motto »Für Frieden in Palästina« demonstriert. Der von einer Einzelperson angemeldete Aufzug begann am frühen Samstagabend am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus. Von dort ging es zum Axel-Springer-Haus in Kreuzberg. Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht. Wegen des Gaza-Konflikts finden seit etwa zwei Wochen in Berlin immer ...

Viel Taxen fahren schwarz

Viele Taxifahrten in Berlin werden nach Aussage des Vorsitzenden des Taxi Verbands Berlin Brandenburg, Detlev Freutel, nicht versteuert. »An die 3000 Taxen in Berlin fahren schwarz«, sagte er dem »Tagesspiegel«. Es gibt rund 7800 Taxi-Konzessionen in Berlin. Gegenüber dpa erklärte er, viele Taxi-Unternehmen meldeten Fahrer als Minijobber an, die aber mehr als den Grenzbetrag von 450 Euro verdie...

Doppelter Regierungssitz immer teurer

Der doppelte Dienstsitz in Berlin und Bonn hat den Steuerzahler in den vergangenen 15 Jahren rund 350 Millionen Euro gekostet. Allein für leer stehende Liegenschaften in Berlin, die für Bundesbehörden in Frage kämen, gebe der Bund jährlich 2,8 Millionen Euro aus, berichtete die »Welt am Sonntag« unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Berechnung des Bunds der Steuerzahler. In Bonn w...

ndPlusMartin Kröger

Begleitservice muss bleiben

Der kostenlose Begleitservice des Verkehrsbundes Berlin-Brandenburg (VBB) hat sich über die Jahre bewährt. Für die Nutzer und die Mitarbeiter bietet er eine einmalige Win-Win-Situation: All jene, die sonst nur schwer oder gar nicht am öffentlichen Leben teilnehmen können, erhalten eine Chance, dabei zu sein. Und jene, die ohne Beschäftigung sind, bekommen zugleich eine sinnvolle Tätigkeit

ndPlusRobert D. Meyer

VBB-Begleitern droht das Aus

Der Begleitservice im öffentlichen Personennahverkehr steht wieder einmal auf der Kippe. Dabei wird der Service dringend gebraucht 
– von Kunden und Mitarbeitern.

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Andreas Fritsche

Ringen gegen den Faschismus

20 Menschen gedachten am Samstag an Werner Seelenbinder. Der 102 Jahre alte Zeitzeuge Alfred Wittig ließ schön grüßen.

Paul Liszt

Tödlicher Badeunfall abgehakt

Polizei und Staatsanwaltschaft sind sich sicher: Der Verdacht, ein Bademeister habe einen Kameruner absichtlich ertrinken lassen, hat sich nicht bestätigt. Linke Gruppen planen weitere Aktionen.

ndPlusTomas Morgenstern

Kein Satellit für den Airport BER

Berlin-Brandenburg war einst die Kinderstube der Fliegerei. Die Luftfahrtregion, in der heute ein moderner Großflughafen zu scheitern droht, hat sich von manchem hochfliegenden Traum verabschiedet.

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Brunft der Rehe lässt Unfallzahlen steigen

Rehböcke haben in diesen Tagen nur Augen für ihre Ricken. Autos auf den Straßen übersehen sie oft, so dass es häufig kracht. In Thüringen wurden 2013 insgesamt fast 1200 Wildunfälle registriert.

Streit um »Russlandtag«

Russland zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Mecklenburg- Vorpommerns. Die Regierung in Schwerin misst den Beziehungen strategische Bedeutung bei. Den Grünen passt das nicht.

Alice Bachmann, Bremen

Trockenes Stadion, nasse Hauskeller

Der Sage nach sahen Kaufleute auf der Suche nach einem Platz für eine Handelsniederlassung an der Weser eine Henne mit ihrem Nest auf einer sandigen Anhöhe im Fluss. Dort, wo es offenbar trocken genug war, um Küken aufzuziehen, gründeten sie ihre Handelsbasis, aus der Bremen entstand. Die Stadt hat sich inzwischen jedoch stark ausgedehnt, der Fluss wurde »kultiviert« - und die Menschen sehen si...

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Zerstobene Utopien

Am heutigen Montag präsentiert die DEFA-Stiftung im Kino Arsenal zwei Dokumentarfilme von Kurt Tetzlaff zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls. »Im Durchgang - Protokoll für das Gedächtnis« (19 Uhr) zeigt fünf Monate aus dem Leben des Potsdamer Abiturienten Alexander, der im Frühjahr 1989 zur alternativen Szene gehörte. Hoffnungsvoll versucht er im Herbst des Jahres das Neue mitzugestalten, do...

100 Tage im Amt

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner ist am Dienstag 100 Tage im Amt. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa versicherte der 49-jährige Ex-Manager: »Wir werden uns in erster Linie auf die Schaffung und Sicherung kultureller Orte, die Transparenz unseres Handelns, unserer Entscheidungen, auf die Fragen der Digitalisierung, eine Neuausrichtung der Förderstruktur und die Sicherung und den Ausb...

Rote Zahlen als Hobby

Neustadt/Weinstraße. Schreibt ein Friseursalon Jahr für Jahr rote Zahlen, kann er als Liebhabereibetrieb eingestuft werden. Verluste können dann nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in Neustadt/Weinstraße in einem am Freitag veröffentlichen Urteil entschieden (Az.: 6 K 1486/11). Damit scheiterte die Klage eines Ehepaares. Die Frau hatte einen Te...

Zarras

Die Verirrten

Seit Sperrung der S-Bahn-Strecke Friedrichsstraße-Zoo kam es vermehrt zu tödlichen Zwischenfällen. Pünktlich zum Ende des Weltmeister-Finales standen bürokratisch verordnet die Schienen still, und wenig später waren auch schon die ersten Opfer zu beklagen: Fanmeilen-Besucher aus aller Welt, die glaubten, mit zugekleisterten Jägermeister- Schädeln einen Weg durch den Tiergarten Richtung Zoo zu finden.

ndPlusTom Mustroph

Starkes Konzept, nicht so starke Arbeiten

In früheren Zeiten, als die bildende Kunst dem Realismusgebot Folge leistete, galten Akte als Königsdisziplinen dieser Kunst. Als die Fotografie aufkam, wurden die Akte kubistisch, futuristisch oder konstruktivistisch.

Christoph Driessen, Oberhausen

Leben an der Revier-Riviera

Der Rhein-Herne-Kanal durchs Ruhrgebiet wird 100 Jahre alt. An einem Sommerabend bevölkern Brückenspringer, Wasserpfeifenraucher und Abwasserröhren-Bewohner die Ufer - eine seltsame Welt.

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Ohne es recht zu bemerken, hatte Herr Mosekund begonnen, auf Spaziergängen mit sich selbst zu sprechen. Als er wieder einmal ins Selbstgespräch vertieft war, überholte ihn ein Mann, schüttelte den Kopf und fragte: »Nicht alle Tassen im Schrank?« - »Ich muss doch bitten«, empörte sich Herr Mosekund, »ich bin Alleinunterhalter.«...

Hubert Thielicke

Manager der Reformation

Die Welt war im Umbruch zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Kolumbus hatte eine Neue Welt entdeckt, die Humanisten lehrten ein neues Denken. Dank der von Gutenberg erfundenen Druckerpresse erlangten diese Ideen rasch weite Verbreitung. Und während es der Kirchenobrigkeit 1415 noch gelungen war, den böhmischen Reformator Jan Hus auf den Scheiterhaufen zu bringen, setzte sich nun in Deutschland mit M...

ndPlusBjörn Hayer

Das Netz - Gebärmutter für Menschen

Als der amerikanische Medientheoretiker Marshall McLuhan bereits 1962 vom globalen Dorf sprach, mochte das manch ein Zeitgenosse noch für Science-Fiction-Humbug gehalten haben. Heute ist diese Vision im weltweiten Kommunikationsnetz Realität geworden. Jeder kann mit jedem chatten, daddeln, anstupsen. Gigantische Datenmengen sind per Mausklick verschiebbar, alle Hürden, ob geografischer oder pol...

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Musiksommer dreier Länder

Das preisgekrönte Barockensemble L'Arpeggiata mit der Lautenspielerin Christina Pluhar hat am Samstag beim Musiksommer des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) das Publikum in Dresden begeistert. Bei ihrem »Engelskonzert« in der Frauenkirche führten die Musiker Werke italienischer Meister wie Claudio Monteverdi, Luigi Rossi oder Maurizio Cazzati auf. Als Gesangssolisten waren die Spanierin Raquel An...

Polnisches Woodstock

Mit einem Rekord von 750 000 Besuchern ist das Open-Air-Festival »Haltestelle Woodstock« im polnischen Kostrzyn (Küstrin) am Wochenende zu Ende gegangen. »Die Atmosphäre im 20. Jahr des Bestehens war sehr gut«, sagte die Sprecherin der Warschauer Stiftung WOSP (Wielka Orkiestra Swiatecznej Pomocy). WOSP veranstaltet jährlich das nach eigenen Angaben größte Gratis-Festival Europas. Es wird...

Nürnberger Bardentreffen

Kleine Jungs spielen hier tapfer auf ihrer Trompete, und direkt nebenan gibt es Rockmusik. Ein paar Meter weiter schrappt eine Dixie-Band auf dem Waschbrett - völlig unbeeindruckt von dem Blasorchester, das mit einer jungen Flötistin um die Wette posaunt. Das Nürnberger Bardentreffen ist anders: bunt und voller Überraschungen. Das Weltmusikfestival wurde 1976 zum 400. Todestag des Meistersinger...

Stephan Fischer

Die Poesie der Dampframme

2009 sagte Morrissey noch, dass die Chancen sehr gering sind, als Sänger weiterzumachen. Jetzt mit 59 hat er zumindest Margaret Thatcher überlebt. Nun erscheint sein mittlerweile zehntes Soloalbum.

Uwe Stolzmann

Ideologisch unzuverlässig

Er ist ein großer Spötter vor dem Herrn, dieser Alek Popov aus Sofia, Jahrgang 1966. Und ein lesenswerter Autor. Für seine Grotesken in Prosa erhielt er etliche Preise. Der Stoff seiner Satiren stammt mal aus der weiten Welt des Westens (Popov war Diplomat, Kulturattaché in Großbritannien und Nordirland), mal aus der Heimat im Osten. Der zweite Roman, »Die Hunde fliegen tief« (deutsch 2008), fü...

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Mitbegründer des Magazins »Panorama«

Er war Mitbegründer des ARD-Politikmagazins »Panorama«: Der Fernsehjournalist Gert von Paczensky ist tot. Paczensky starb am Freitag, nur wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag, wie der Norddeutsche Rundfunk mitteilte. Einem Millionenpublikum wurde der Moderator in den 1960er Jahren als Leiter des ersten kritischen Politikmagazins im deutschen Fernsehen bekannt. Unter dem Motto »Nun wollen wir u...

Peter Kloeppel tritt als Chef zurück

Peter Kloeppel, Chef-Nachrichtensprecher des Privatsenders RTL und eines der bekanntesten Gesichter des Fernsehkanals, wird nach 20 Jahren seine Funktion als Leiter der Chefredaktion von »RTL Aktuell« abgeben. Dies teilte der Kölner Sender Ende letzter Woche mit. Kloeppel werde allerdings Chefmoderator des Senders bleiben. Der 53-Jährige präsentierte seit mehr als 20 Jahren die Hauptnachrichten...

ndPlusJan Freitag

Mit weniger Esprit zu mehr Quote

Als Peter Kloeppel vor zwei 22 Jahren übernahm, soll Senderchef Helmut Thoma den Mittdreißiger angeblich gebeten haben, sich die Haare grau zu färben, um seriöser zu wirken. Jetzt, wo sein Haupthaar tatsächlich ergraut ist, tritt er als Chefredakteur zurück, und das ist wirklich schade - für RTL, das Privatfernsehen insgesamt und sein Publikum.

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ndPlusJohn Hennig, Leipzig

Und weiter geht die Shoppingtour

Nach der Nullnummer gegen Aalen zum Auftakt legt Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig personell nach. Vom AC Florenz kommen Marvin Compper und Ante Rebic. Auch ein Torhüter wird noch gesucht.

Alexander Ludewig, Jena

Verbitterung gegen Aufbruch

Zwei große Namen zum Saisonauftakt der Regionalliga Nordost: Carl Zeiss Jena und der BFC Dynamo trennten sich 1:1. Beide haben das gleiche Ziel, aber verschiedene Voraussetzungen.

Alexander Ludewig, Cottbus

Dynamo Dresden gewinnt das erste Derby

Dynamo Dresden klettert durch den 3:1-Sieg in Cottbus auf Platz zwei der 3. Liga. Den Klubs war fast noch wichtiger, dass alles friedlich blieb.

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Kokainladung verschwunden

Nach dem Verschwinden einer Großladung Kokain aus dem Pariser Rauschgiftdezernat ist am Wochenende ein tatverdächtiger Polizist festgenommen worden. Bei der Auswertung von Überwachungskameras war ein Mann aufgefallen, der das Gebäude mit zwei Taschen betrat. Der sah dem 34-Jährigen sehr ähnlich, der dann im Urlaub festgenommen wurde. Der Polizist arbeitet selbst für das Rauschgiftdezernat und w...

Aufräumen in Mannheim

Die Waggons liegen neben den Gleisen. Nach dem Unfall zwischen einem Güterzug und einen Eurocity in Mannheim beginnen die Aufräumarbeiten. Was löste das Unglück aus?

ndPlusChristina Horsten

»HitchBot« auf großer Fahrt

Per Anhalter will »HitchBot« in diesem Jahr quer durch Kanada fahren, 7000 Kilometer. Der Plan wäre nicht so außergewöhnlich, wäre er nicht ein Roboter und zwar der erste trampende überhaupt.