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UNTEN LINKS

Es ist vollbracht. Endlich steht der Unrechtsstaat® unter Markenschutz. Ab sofort gilt: Wer den Unrechtsstaat® nachmacht oder verfälscht oder einen nachgemachten oder verfälschten sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Verzehr von Thüringer Rostbratwürsten nicht unter 28 Stück ohne Brot und Senf, aber mit Rennsteiglied bestraft. Der Titel Unrechtsstaat® darf weder unrechtmäßig geführt ...

Belebende Konkurrenz

Manchmal macht der Zeitpunkt es aus. Just in dem Moment, als die GDL einen Streik über das Wochenende ankündigte, stellte Arbeitsministerin Nahles einen Gesetzesentwurf vor. Der soll kleinen Gewerkschaften quasi das Streikrecht nehmen.

Rektoren wollen zurück zur Gebühr

Berlin. Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, fordert eine Rückkehr zu Studiengebühren. »Die Hochschulen sind jetzt schon völlig unzureichend ausgestattet. Studienbeiträge können sinnvoll die staatliche Finanzierung ergänzen«, sagte er der »Süddeutschen Zeitung«. In den Bundesländern sehe er »schon jetzt diese Debatten, an allen Ecken und Enden«. Nach einem Urteil des B...

»Gute« Gespräche über die Ukraine ohne Durchbruch

Mailand. Eine diplomatische Offensive europäischer Spitzenpolitiker zur Ukraine-Krise blieb am Freitag am Rande des europäisch-asiatischen ASEM-Gipfels in Mailand ohne durchgreifende Ergebnisse. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich nach einer großen Runde mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, in Mailand enttäuscht: »Hier kann ich keinerlei Durchbruc...

Lokführer lassen nicht locker

Berlin. Auf dem Höhepunkt der Ölkrise verkündete die westdeutsche Bundesregierung unter Willy Brandt den autofreien Sonntag. Insgesamt vier Mal mussten die Bürger 1973 ihren Pkw stehen lassen. So weit will die Lokführergewerkschaft GDL zwar nicht gehen. Doch getreu dem Motto »Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will« wollte die Spartengewerkschaft den Bundesbürgern ein bahnfreies ...

Robert D. Meyer und 
Hans-Gerd Öfinger

Attac verliert Status der Gemeinnützigkeit

Aufregung bei Sympathisanten am Freitag: Der Trägerverein des globalisierungskritischen Netzwerks »Attac« hat den Status der Gemeinnützigkeit verloren. Der will das nicht hinnehmen.

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Velten Schäfer

Phantomdebatte

Gerade erst hatten die Nachzügler ein Einsehen: Als letztes der einst sieben westdeutschen Länder, die Studiengebühren erhoben, beschloss Niedersachsen vor etwa einem Jahr das Ende der Campusmaut. Doch schon ist die Debatte zurück.

Noch ein Gesetz

Der Islamische Staat ist bettelarm. Noch nicht gleich, aber bald. Denn bis zum Jahresende will die Bundesregierung ein Gesetz vorlegen, das Terrorismusfinanzierung zum eigenen Straftatbestand erhebt.

ndPlusOlaf Standke

Schatten über dem Gipfel

Bi- und multilaterale Gespräche am Rande eines Gipfels gehören zum Programm diplomatischer Spitzentreffen, aber in Mailand haben sie jetzt stark wie selten die eigentliche Veranstaltung überlagert.

Ralf Streck

Korrupt

16 Millionen Euro innerhalb der nächsten fünf Tage fordert der Nationale Gerichtshof in Spanien als Sicherheit von den beiden Ex-Chefs der abgestürzten Bankia-Bank, Miguel Blesa und Rodrigo Rato. Letzter wurde international bekannt, weil er von 2004 bis 2007 dem Internationalen Währungsfonds vorstand. Die beiden Konservativen stürzten über den »Selbstbedienungsskandal«. Sie hatten sich und weit...

ndPlusIsabella M. Radhuber

Historisch, jedoch mit Defiziten

Bolivien macht sich auf der internationalen Arena bemerkbar: Dieses Jahr tagten der Weltgewerkschaftsbund sowie die G77 plus China in dem südamerikanischen Land.

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ndPlusTom Strohschneider

Systemrelevant

Die Methode, zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich kritisch in öffentliche Diskussionen einmischen und dabei auch einmal eine für die gerade Herrschenden unangenehme Forderung stellen, mit den Mitteln des Steuerrechts in Existenznot und damit zum politischen Schweigen zu bringen, kennt man von Ländern, an deren demokratischer Substanz Zweifel bestehen. Nun hat das Finanzamt - au...

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Bundestag beschließt Pflegereform

Berlin. Bessere Leistungen für 2,6 Millionen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, höhere Kosten für die Beitragszahler: Mit den Stimmen der Großen Koalition hat der Bundestag am Freitag die erste Stufe der Pflegereform beschlossen. Ab Januar 2015 steigen damit die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent, Kinderlose zahlen künftig 2,6 Prozent. Opposition und Sozia...

ndPlusStefan Otto

Wenig Chancen für Migranten

Zuwanderer werden zwar benachteiligt, aber dennoch lohnt sich Arbeit in Deutschland. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie. Allerdings gilt es nicht für alle: Asylbewerber sind abgehängt.

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René Heilig

Faltblatt statt Personalausweis

Der Bundes- und die Länderinnenminister legten am Freitag ein gemeinsames Positionspapier zum Kampf gegen den Terrorismus und zur Flüchtlingspolitik vor.

Ulrike Henning

Social Freezing - Was ist das?

Nachdem das Einfrieren von Eizellen zur späteren Befruchtung technisch aus dem Versuchsstadium ist, wird es zum sozialen Angebot. Angeblich zum Nutzen der Frauen. Trifft dieser zu?

ndPlusMax Böhnel, New York

Angebot folgt unterkühltem Kalkül

Mitarbeiterinnen von Facebook und Apple können auf Firmenkosten ihren Kinderwunsch besser planen - durch Einfrieren von Eizellen. Hinter dem Angebot steht die harte Konkurrenz der Unternehmen.

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Ban: Globales Problem

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in einem dringenden Appell um mehr Geld für die Ebola-Bekämpfung gebeten.

Rathäuser in Guerrero werden besetzt

Mexiko-Stadt. Hunderte Studenten und Lehrer haben am Donnerstag (Ortszeit) mit der Besetzung von Rathäusern im mexikanischen Bundesstaat Guerrero begonnen, wo seit fast drei Wochen 43 Lehramtsstudenten spurlos verschwunden sind. Nach Angaben der Polizei verliefen die Besetzungen in der Hauptstadt Chilpancingo sowie in den Orten Tlapa de Comonfort, Ayotac de Álvarez sowie in Huamuxtitlán friedli...

Klaus Joachim Herrmann

Gesprächs-Marathon zur Ukraine

Der klassische Marathon hat einen Sieger. Danach wurde bei den Mailänder Gesprächsrunden zur Ukraine-Krise vergeblich Ausschau gehalten.

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Joanna Chiu und 
Stephan Scheuer, Hongkong

Demonstranten fühlen sich hintergangen

Die Fronten in Hongkong sind verhärtet. Der Regierungschef machte den Demonstranten erst ein Gesprächsangebot. Dann ließ er eines ihrer Lager räumen. Dies ruft Radikale auf den Plan.

US-Kontakte zu Kurdenpartei in Syrien

Washington. Die USA haben erstmals direkte Gespräche mit der größten syrischen Kurdenpartei, der Partei der Demokratischen Union (PYD) geführt. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte am Donnerstag, ein Vertreter des State Department habe sich am vergangenen Wochenende »außerhalb der Region« mit PYD-Vertretern getroffen. Nach Angaben eines ranghohen US-Beamten, der nicht namentlich genannt werde...

Thomas Roser, Belgrad

Drohnen als Politikersatz

Der Besuch von Albaniens Premier in Serbien sollte nächste Woche die Entspannung zwischen beiden Ländern dokumentieren, doch auf den Drohnenskandal reagieren beide Seiten mit Schuldzuweisungen.

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ndPlusReimar Paul

Teures Nachspiel, langes Nachspiel

Der Abriss des AKW Würgassen kostet fünfmal mehr und dauert fünfmal länger als der Bau. Von der versprochenen grünen Wiese ist auch nach dem offiziellen Ende der Arbeiten nichts zu sehen.

Rainer Balcerowiak

Bahn frei für ein bahnfreies Wochenende?

Nach der überraschenden erneuten Streikankündigung kam das überraschende Angebot: Die Bahn fürchtet um ihre Passagiere und wollte die GDL zur Streikabsage zwingen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Spekulation auf die Spekulation

ETF-Industrie heißt der aktuelle Liebling für kleine und große Anleger, die mehr wollen als nur mickrige Nullzinsen. Schon seit den 1990er Jahren wächst der Markt für diese speziellen Finanzvehikel fast jedes Jahr.

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»Stress oder Leben«

Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Götz George will sich zurückziehen. Im Gespräch mit der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« (WAZ, Freitagausgabe) sagte der 76-Jährige: »65 arbeitsreiche Jahre, habe ich mir gedacht, sollten genug sein in einem so schwierigen Beruf. Die Zeiten sind härter, egoistischer und unkünstlerischer geworden. So empfinde ich es zumindest. Also muss man sich mit se...

Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Ach, die Welt ist eng geworden,
 Was einst fern war, liegt jetzt nah.
 Osten, Westen, Süden, Norden:
 Überall ist Ebola. Überall sind Dschihadisten, 
Welche in der Fantasie 
Auf Kamelen reiten müssten; 
Doch man fliegt Economy. Schutzbekleidung, Quarantäne, 
Luftangriff, UN-Mandat, 
Munition bis an die Zähne –
 ...

Nach Bayreuth

Gregor Gysi, Chef der Linksfraktion im Bundestag, vertritt als Anwalt künftig den sogenannten Stamm Wieland Wagner in Stiftungsangelegenheiten bei den Bayreuther Festspielen. Ein Sprecher der Fraktion bestätigte auf dpa-Anfrage am Donnerstag einen Bericht der 3sat-Sendung »Kulturzeit«. Gysi hat demnach das Mandat von den Geschwistern Daphne, Nike und Wolf-Siegfried Wagner erhalten, den Kindern ...

»Nobelpreis abschaffen«

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke (71) hält nichts vom Literaturnobelpreis. Dieser bringe lediglich einen Moment der Aufmerksamkeit, der Literatur helfe er mit seiner »falschen Kanonisierung« jedoch nicht, sagte Handke im Interview der Nachrichtenagentur APA. »Den Nobelpreis sollte man endlich abschaffen.« Vor der diesjährigen Verleihung des Preises war Handke (»Die Angst de...

Hans-Dieter Schütt

Heils-Geschichte NSU

Freiheit ist das gute Wesen, das alles erlaubt - und das folglich auch jenes Unwesen zulässt, das lieber alles zulässt. Also geschlossen hält. Das spezielle deutsche Unwesen. Die Geschlossenheit der Reihen - auf dass sie zur Grenzmauer werden können; und wer trotzdem durchkommt, riskiert, dass er umkommt. Ist die Republik schon wieder so weit? NSU heißt eine Antwort. Gerichtlich erforscht...

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Klaus Joachim Herrmann

Denn sie leben noch

Wir werden ihnen ab Montag vor allem in Berlin begegnen - hoch betagten Opfern des deutschen Eroberungskrieges 1939 bis 1945 im Osten. Sie kommen aus Belarus, Russland und der Ukraine, haben Namen und Gesicht. Im Krieg waren sie Kinder, wurden Waisen, Gefangene, Zwangsarbeiter. Unter dem trotzig-traurigen Titel »Ich lebe noch!« wird die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (ev...

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ndPlusDominik Kortus

Garcia-Report bleibt unter Verschluss

Der Untersuchungsbericht über mögliche Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar wird wegen rechtlicher Probleme wohl nicht komplett veröffentlicht werden.

Thomas Juschus

Den Titel verteidigt

Robert Förstemann, Tobias Wächter und Joachim Eilers lassen alle Konkurrenten hinter sich. Das erfolgsverwöhnte Frauen-Duo muss sich dagegen mit Silber begnügen.

Talente brauchen Trainer

Boxtrainer Michael Timm kehrt in die alte Schweriner Boxhalle zurück. Nach einem Jahrzehnt beim einstigen Hamburger Universum-Boxstall trainiert er jetzt am Olympiastützpunkt Schwerin Deutschlands Top-Amateure.

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Max Zeising

Im Grenzgebiet zur 3. Liga

Vor der politischen Wende spielte Wacker Nordhausen zumeist in der zweitklassigen DDR-Liga. Dann ging der Verein insolvent. Nun ist er wieder auf dem Weg nach oben.

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Ex-BER-Chef »überfordert«

Das Projekt Hauptstadtflughafen wurde aus Sicht des früheren obersten Bauleiters Manfred Körtgen auch durch Planänderungen während der Bauphase beeinträchtigt. »Es gab auch, was so ein Projekt immer nach unten zieht, Planänderungen«, sagte der frühere Technik-Geschäftsführer der Flughafengesellschaft am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Aufsichtsrat hatte Körtg...

ndPlusBernd Kammer

Mit Ansage

Bernd Kammer zum Rückzug von Finazsenator Nußbaum

Christin Odoj

Mit alten Falten zu neuen Aufgaben

Finanzsenator Ulrich Nußbaum will nicht mehr. Am Freitag erklärte er, dass er zusammen mit dem Regierenden Klaus Wowereit im Dezember sein Amt aufgibt.

ndPlusMarlene Göring

Hellersdorf geht an die Decke

Ein Kletterpark im Kino: Das BergWerk hat das Atrium im Stadtteilzentrum Helle Mitte gerettet. Auch andere Bezirke suchen Nachnutzungskonzepte für verwaiste Kaufhäuser.

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Jugendring ernüchtert von Koalitionstext

Mehr als einen eigenen Absatz sei die Jugend dem rot-roten Regierungsbündnis nicht wert, beschwerte sich der Landesjugendring am Freitag. Jugendorganisationen hätten sich nach 15 Jahren höhere Zuschüsse gewünscht.

ndPlusAndrea Barthélémy

Moddrig und glücklich

Die Mauer ging unterirdisch weiter: 70 Gitter verhinderten, dass Ostberliner durch die Kanalisation in den Westen flüchteten.

Privatschulen keine Privatsache

Privatschulen werden nur zum geringen Teil von den Eltern bezahlt. Das Landesverfassungsgericht verhandelte am Freitag eine Klage der Opposition gegen die Kürzung der staatlichen Zuschüsse.

Steffi Bey

Aufgepeppte Idylle

Das 18 Hektar große Gebiet zwischen Ober- und Orankesee wurde in den vergangen zwei Jahren saniert - es soll noch mehr passieren: ein Konzept für einen Seenpark gibt es schon.

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Renaissance der alten Salzlandflächen

Zwischen Rostock und Rügen soll mit einem Millionen-Projekt die biologische Vielfalt gesichert werden. Thema ist auch die Vernässung alten Salzgraslandes. Der Bauernverband ist skeptisch.

Hans-Gerd Öfinger

TTIP gefährdet Rechte der Kommunen

Bundesweit protestieren auch Kommunalparlamente und Verwaltungschefs gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA und verweisen auf zu erwartende negative Folgen für ihre Verantwortungsbereiche.

Lucy Schanbacher, Stuttgart

Ignoriertes Angebot

Hochschüler sollten wieder bei Politikthemen mitreden und sich selbst organisieren dürfen. Grün-Rot in Stuttgart hat deshalb 2012 die Verfasste Studierendenschaft wieder eingeführt. Eine Zwischenbilanz.

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Peter Weiss in der DDR

»Im Vertrauen in unsere Ideale hatten wir uns für unverwundbar gehalten« - Peter Weiss lässt dies im ersten Band der »Ästhetik des Widerstands« seine Protagonisten sagen, in der schwärzesten deutschen Zeit, am Ende der 30er Jahre. 1983 erschien die zwischen 1972 und 1982 in drei Bänden verfasste Arbeit in der DDR. »Vom schwierigen Umgang mit dem Abbild der eigenen Geschichte. Zur Publikation de...

Auflandungen der Nordsee

Im nordfriesischen Wattenmeer gibt es heute noch zehn Halligen: Hooge, Langeness, Oland, Gröde, Hamburger Hallig, Nordstrandischmoor, Habel, Südfall, Süderoog und Norderoog. Die meisten von ihnen entstanden im Laufe der letzten Jahrhunderte durch Aufschwemmung und Auflandungen der Nordsee, bei denen sie langsam in die Höhe wuchsen. Aufgrund der Lage dienen die Halligen als Wellenbrecher und sin...

Neuer Chef fürs Jazzfest

Der britische Journalist Richard Williams wird ab 2015 künstlerischer Leiter des Jazzfests Berlin. Er löse Bert Noglik ab, der das Festival seit 2012 leitete und sich mit der 50. Ausgabe in diesem Jahr verabschiedet. Das teilten die Berliner Festspiele am Freitag mit. Das 1964 gegründete Festival gilt als eines der wichtigsten Szenetreffen in Europa. Es wurde 1964 unter dem Namen »Berliner Jazz...

New-York- Quartett im b-flat

Der seit langem in Frankfurt am Main lebende Schweizer Saxofonist Daniel Guggenheim ist mit seinem New York Quartet auf Tournee in Deutschland unterwegs und am kommenden Dienstag, 21 Uhr im b-flat in der Rosenthaler Str. 13 zu Gast, um sein aktuelles Album »Beyond Moments & Time« vorzustellen. New York Quartet - das sind vier hochkarätige Musiker, die zu einer verschworenen Einheit zu...

Neubau privat finanzieren?

Die Neue Nationalgalerie in Berlin könnte nach Vorstellung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch privat finanziert werden. Die Stiftung würde einen Neubau zunächst mieten und sich dabei eine Kaufoption sichern, wie Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger dem »Tagesspiegel« (Donnerstag) sagte. Die Wirtschaftlichkeit eines solchen Modells werde derzeit geprüft. In der Galerie des 20. Jah...

Marlene Göring

Ein Wort, ein Ton, ein Tanz

Räume. In die wir gehen könnten - wenn uns nur jemand die Tür zeigte. Wenn wir wüssten, wo in diesem großen Haus sie liegen. Sandra Kolstad öffnet ein Zimmer nach dem anderen, wenn sie den Zuhörer mitnimmt, eine Tür nach der anderen aufschließt mit ihren Bewegungen. Und ihren Melodien, die sie mit Händen, Beinen, der Biegung ihres Rückens nachspielt auf der Bühne. Das Popstück »Rooms« fin...

Harald Lachmann

Sesselkino aus dem Rathaus

Der Live-Stream aus dem Rathaussaal ist zwar noch nicht die Norm in deutschen Kommunalparlamenten, doch ganz so exotisch auch nicht mehr. Woche für Woche debattieren Stadträte irgendwo in Deutschland das Für und Wider solcher Bürgernähe, in einer Reihe von Kommunen gibt es bereits Videoüberspielungen aus den Kommunalparlamenten. Traditionell eher von Parteien links der Mitte geführte Städte sin...

Hallig sucht Leuchtfeuer

Welche Perspektiven haben die Halligen? Schleswig-Holsteins Regierung sieht die besten Chancen im Tourismus: Höhere Qualität ist das Ziel. Künftig will man gemeinsam agieren.

ndPlusMartina Rathke, Anklam

»Es ist wie ein Dämon«

Vor Lego waren die Anker-Bausteine, erfunden von Otto und Gustav Lilienthal, der Hit in Kinderzimmern. In ihrem Geburtsort Anklam kann man erfahren, warum die Brüder davon am Ende nichts hatten.

Protestperformance zum Nachahmen

Erdem Gündüz wurde zum Gesicht des stillen Protests auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Über ein Jahr nach der brutal niedergeschlagenen Protestbewegung im Gezi-Park erinnert seine Aktion an die damaligen Forderungen.

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Sieben Tage, sieben Nächte

»Waren Sie zufrieden mit dem Einkauf?« »Haben Sie alles gefunden?« »Sammeln Sie Treueherzen?« »Haben Sie eine Pay-Back-Karte?« »Vielleicht ein Stückchen Kuchen zum Kaffee?« Die Vorstellung, dies bei jedem Einkauf in der Zukunft gefragt zu werden, macht hochgradig aggressiv. Wie sich die Angestellten bei Kaufland und Co. fühlen, die dies täglich hunderte Male aufsagen müssen und das noch möglich...

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»Hier ist alles falsch«

Herbert Marcuses Werke wurden in den 60er, 70er Jahren gelesen. Außer in linken Zirkeln ist sein Name nicht mehr bekannt. Wie kommt man dazu, Herbert Marcuse wieder auszugraben und sein Denken auf die Bühne zu bringen? Robert Stadlober: Unter anderem deswegen, oder? Thomas Ebermann: Ich habe wohl keinen Autor häufiger zitiert als Herbert Marcuse. In wie vielen Krisendebatten habe ich ge...

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Nachrufe

Klaus Murmann / 3. Jan. 1932 - 13. Okt. 2014 Klaus Murmann war ein Mann der »Wende«. Sowohl der von 1982 als auch der von 1989. Genau zwischen diesen Wegmarken, nämlich 1986, übernahm der 1932 in Dortmund geborene Jurist und Manager die Präsidentschaft der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Mit seiner Amtszeit begann jene epochale Verschiebung des Kräfteverhä...

Ralf Streck

Vom Freund Spaniens zum Feind

Zwei Schritte vor, einer zurück. Auf diese Formel kann die Politik des katalanischen Regierungschefs Artur Mas gebracht werden. Von einem verlässlichen Partner mutierte er in einem Jahrzehnt quasi zum Staatsfeind.

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DDR-Debatte

Im Wende-Jubiläumsjahr ist die Debatte über die Bewertung der DDR neu entflammt. Teils aus historischen Gründen - der Tag der deutschen Einheit wurde gerade wieder begangen, die Jahrestage der Maueröffnung und des Rücktritts der SED-Führung rücken näher; teils mit aktuell politischen Motiven, vor allem wegen der rot-rot-grünen Sondierungsgespräche in Thüringen. Namentlich um den Begriff Unrecht...

Des Glückes Unterpfand?

Dieser Tage war die deutsche Einheit wieder einmal ein Feiergrund. In einem Jahr wird sie 25 Jahre alt. Im Zentrum stehen aus solchem Anlass bis heute die 1990 aufgenommenen Bilder vom Tanz auf der Mauer wie auf den Wällen einer eroberten Festung. Eine geschichtliche Selbstverständlichkeit ist die deutsche Einheit keinesfalls. In der mehr als tausendjährigen Reichsgeschichte der Deutschen...

ndPlusClaus Dümde

Die Keule Unrechtsstaat

Unerwartet kam es nicht, dass 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR wieder darüber gestritten wird, ob sie ein Unrechtsstaat war. Jahrestage werden von politischen Festrednern gern genutzt, mit markig wirkenden Begriffen ihr Geschichtsbild festzuschreiben. Selbst wenn - wie beim Unrechtsstaat - Historiker, Juristen und Politologen äußerst uneinig sind, wie man ihn definieren müsste. Hauptsach...

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Leo Fischer

Das kann weg!

Viel sensationeller als die Revolution, eine Frau zum Verteidigungsminister zu haben, schien mir anlässlich ihrer Inthronisation 2013, dass sie tatsächlich so dumm war, ausgerechnet dieses Amt anzunehmen.

Feingeist mit Zivilcourage

Er war der älteste Sohn eines Ingenieurs, der in Berlin eine kleine Maschinenfabrik betrieb. Von seiner Mutter, die aus einer jüdischen Bankiersfamilie stammte, wurde er großbürgerlich und humanistisch erzogen. Außerdem trug sie maßgeblich dazu bei, dass ihr Ältester ein lebhaftes Interesse für Kunst und Wissenschaft entwickelte. Nachdem er am Königlichen Wilhelms-Gymnasium sein Abitur ab...

ndPlusWalter Schmidt

Der dunkle Bruder des Lichts

Der Ruf des Schattens erklingt schon in Kinderohren. Im Rückblick scheint die Kindheit erfüllt zu sein von den Ordnungsrufen besorgter Mütter, die ihren Nachwuchs im Sommer vor schmerzhaften Sonnenbränden bewahren möchten und deshalb aus der prallen Sonne in den Schlagschatten eines Baumes zurückrufen. Zwar kann die schon reichlich UV-beleuchtete Haut auch dort noch ein Übermaß an schädlicher Ener...

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Björn Hayer

Derber, härter, grotesker

Die postmoderne Gesellschaft nährt sich vom Skandal. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Massenmedien und soziale Netzwerke neue Missstände ans Tageslicht bringen. Statt politische Visionen in der Zivilgesellschaft aktiv zu entwickeln, hat sich in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Ausdifferenzierung der Medienlandschaft ein Klima des permanenten Reagierens von allen Seiten entwickelt. Leser un...

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Folge 40: Volksinitiative »G9-Jetzt-HH«, die; Substantiv, feminin

Anfang des Jahres 2013 startete in Hamburg die promovierte Journalistin und Mutter zweier Kinder, Mareile Kirsch, mit wenigen Mitstreitern einen Aufruf zur Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums (G 8). Hierin forderten sie die Bürgerschaft auf, den Eltern die Wahl zwischen dem G 8 und dem G 9 zu überlassen. Damit knüpften die Initiatoren an den bundesweiten Unmut über die verkürzte Gymna...

Akademisches Proletariat

Wer heute im sogenannten akademischen Mittelbau als Lehrbeauftragter oder wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt ist, führt in jeglicher Hinsicht ein prekäres Dasein.

Lena Tietgen

Kein G 9 in Hamburg

Die Initiatoren des Volksentscheids zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G 9) in Hamburg berufen sich auf wissenschaftliche Untersuchen, wonach das G 8 sowohl zur Abflachung des Bildungsniveaus als auch zur Überforderung der Schüler geführt habe. Auf mopo.de zeigt sich Schulsenator Ties Rabe »froh« darüber, dass »Hamburgs Kindern eine solche Gewalt-Reform erspart« bleibe, bräuchten...

ndPlusSebastian Friedrich

Der angepasste Nachwuchs

Pünktlich zu Semesterbeginn ist eine Diskussion um die prekären Arbeitsbedingungen junger Nachwuchswissenschaftler entfacht worden. Lehrbeauftragte arbeiten häufig für deutlich weniger als fünf Euro die Stunde.

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Wochen-Chronik

19. Oktober 1739 Im Londoner Parlament präsentiert Kapitän Robert Jenkins sein Ohr, das ihm Spanier abgeschnitten haben. Das Entsetzen über die ruchlose Tat ist Anlass für den bis 1742 tobenden Ohrenkrieg (War of Jenkins’ Ear), dessen Ursachen koloniale Streitigkeiten sind. Der von den Briten in der Karibik und den südlichen Kolonien Nordamerikas geführte Krieg dient dem Ziel, Spaniens Vor...

Jürgen Hofmann

Fritz Saar

Ein Sozialdemokrat, der von seiner Partei vergessen ist - das Schicksal von Fritz Saar ist kein unikates. Über Kindheit und Jugend des vor 125 Jahren am 21. Oktober in Minden/ Westfalen Geborenen Fritz Saar gibt es kaum Informationen. Bekannt ist lediglich, dass er als Koch und Kellner beginnt, sich früh gewerkschaftlich organisiert und der SPD beitritt. 1910 ist Saar Angestellter des Gas...

»Er versuchte, den Tiger zu reiten ...«

So skrupellos und schnöde wie er seinen Ziehvater stürzte, so hoffnungsvoll wurde sein Antritt an der Spitze der Partei und des Staates begrüßt. Und so überdrüssig war das Volk seiner in dessen 18. Amtsjahr. Als 1989 mitten in die bereits in allen DDR-Medien laufende Kampagne »Vorwärts zum XII. Parteitag« die Nachricht platzte, er wolle wieder antreten, waren auch die treuesten SED-Mitglieder -...

ndPlusKarl-Heinz Gräfe

Von Igeln und alten Galoschen

Letztlich war die Fronde der Dogmatiker und Ewiggestrigen, die er nicht nur mit seiner Politik, sondern auch der Wegnahme von Privilegien verärgert hatte, doch stärker. Am 14. Oktober 1964 kapitulierte Nikita Chruschtschow, trat zurück. Es ist ihm nicht gelungen, mit seinem durchaus riskanten Reformmanöver von oben den autoritären Staatssozialismus in der Sowjetunion in einen demokratischen und...

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ndPlusIris Rapoport, Boston und Berlin

Die braune Brause und der Phosphor

Die spezifische Rezeptur einer jeglichen Cola mag wohl geheim sein. Doch die Grundbestandteile sind es nicht. Einer davon ist Phosphorsäure. Die macht das Wasser so sauer wie Essig. Die Säure wird durch Süßes ausbalanciert. Dass dazu 40 Stück Würfelzucker pro Liter notwendig sind, ist sattsam bekannt. Damit enthält eine Literflasche etwa ein Viertel des kalorischen Tagesbedarfs. Und auch ...

Susanne Ehlerding

Sonnenfinsternis im Netz

Nächste Woche ist Kalifornien dran. Am 23. Oktober streicht eine partielle Sonnenfinsternis über die Westküste der USA. Eine Gefahr für die Stromnetze? Darüber muss sich drüben niemand Sorgen machen. Zwar hat kein anderer Bundesstaat der USA mehr Photovoltaik installiert als Kalifornien. Trotzdem sind es dort insgesamt nur knapp acht Gigawatt, während hierzulande auf einer etwas kleineren Fläch...

ndPlusElke Bunge

Krebsmittel bekämpfen versteckte Aids-Viren

Ein fünfjähriges, seit der Geburt mit HI-Viren infiziertes Mädchen in Mailand galt schon als geheilt. Anfang der Woche wurde jedoch bekannt, dass ein HIV-Test positiv ausfiel, erneut wurden Viren gefunden

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Von Fröschen und Ratten

Wenn wissenschaftlich begründete Einwände gegen die von ihren Protagonisten »Grüne Gentechnik« genannten Züchtungsverfahren erhoben werden, fallen meist drei Namen: Andrés Carrasco, Embryologe an der Universität Buenos Aires (Argentinien), Don Huber, emeritierter Professor für Pflanzenphysiologie von der Purdue University (West Lafayette, US-Bundesstaat Indiana), und Gilles-Éric Séralini, Molek...

ndPlusSusanne Aigner

Pestizide auf Gentech-Äckern

Eine aktuelle Studie vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland, dem österreichischen Umweltbundesamt und dem schweizerischen Bundesamt für Umwelt untersucht die Auswirkungen von herbizidresistenten Gentech-Pflanzen auf die Umwelt. Auf Äckern mit solchen Pflanzen kam es danach zu einem enormen Schwund der Artenvielfalt. Der Grund dafür liegt weniger an der Gentechnik als vielmehr im Einsatz von ...

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ndPlusStephan Brünjes

Kleinvieh macht auch Spaß

Ob wir uns fühlen wie »meals on wheels«, will Mike wissen - wie Essen auf Rädern. Sehr witzig! Und ja - genau! Denn Ranger Mike parkt unseren Land Rover gerade mal fünf Meter vor drei Löwenmännchen. Sie liegen träge im kniehohen Gras. Einer hebt den Kopf, reißt das Maul auf. Hat der Appetit auf Mensch? Warum hat Mike sein Gewehr nicht längst im Anschlag? »Das ist Goldmähne, ein ziemlicher Rüpel...

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Heidi Diehl

Die Gipfelstürmer vom Breitengrad 51

Goldgelb schimmert der Riesling im Glas, das der Naumburger Winzer Matthias Hey versonnen betrachtet, als hielte er Zwiesprache mit dem Wein. Ein Bild, das so falsch nicht ist, denn länger als ein Jahr waren beide intensiver zusammen als so manches Paar. 17 Mal, so sagt man, muss der Winzer um jeden Weinstock herumlaufen, ehe er die Trauben ernten kann. Lang ist die Liste der Arbeiten im Weinbe...

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Christina Matte

Mitspielen

Du darfst nicht mitspielen!« Ein gewalttätiger Satz. Luca* bekommt ihn auf dem Schulhof zu hören, wenn die anderen zusammen kicken. Seine Wangen brennen dann, als ob man ihn geohrfeigt hätte. Denn der Satz meint ja auch: »Wir wollen dich nicht, du bist anders als wir, du gehörst nicht zu uns.« Abgesehen davon würde Luca wirklich sehr gern Fußball spielen, wie alle Jungs. Aber allein? »Ich...