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UNTEN LINKS

So ein Storch ist manchmal auch nur ein Mensch. Bei Templin hat einer im Sommer den Gruppenabflug in den Süden verpasst und dann nahm das Schicksal des einsamen Schreitvogels seinen Lauf. Fürs Umbuchen reichte das Geld nicht. Last Minute fiel auch aus, weil es oft mit All inclusive verbunden ist. Da sind Störche anspruchsvoll; sie wollen sich den Frosch oder die leckere Heuschrecke zum Abend se...

Länder fordern mehr Geld für Flüchtlinge

Berlin. Länder und Kommunen drängen den Bund angesichts wachsender Flüchtlingszahlen zu mehr Unterstützung: Die Chefs der Staatskanzleien berieten am Donnerstag in Berlin mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) über zusätzliche Finanzhilfen. Der Bund müsse die Länder beim Bau der dringend benötigten Erstaufnahme-Einrichtungen unterstützen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- ...

Italien: Gericht erlaubt Klagen gegen Deutschland

Rom. Das italienische Verfassungsgericht hat Schadenersatzforderungen italienischer Opfer von NS-Kriegsverbrechen an Deutschland für rechtens erklärt. Die Staatenimmunität gelte nicht, »wenn es sich um Kriegsverbrechen oder um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt«, begründeten die Richter nach einem Bericht der römischen Tageszeitung »La Repubblica« vom Donnerstag ihre Entscheidung. Für ...

Simon Poelchau

Die K-Frage stellen

Man muss nicht erst an die fehlende Altersvorsorge denken, um zu erkennen, dass hierzulande etwas schief läuft. Auch wenn die meisten Vermögensstudien die Superreichen nur unzureichend erfassen, so ist doch eindeutig, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht.

Banken im Krisenstress

Noch ist der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main nicht bezogen. Aber respekteinflößend wirkt er bereits. Apropos Respekt: Am Sonntag gibt die EZB das Ergebnis des sogenannten Stresstests bekannt.

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Chronik

1973-1985 Militärdiktatur, offiziell bestätigt sind 172 Fälle von »Ver-schwundenen«. Insgesamt wird von über 200 Personen ausgegangen, die verschleppt und ermordet wurden. Uruguay hat 3,3 Millionen Ein-wohner. Trotz der im Vergleich zu Argentinien (30 000 Ermordete/ Verschwundene) und Chile (3000 Ermordete/Verschwundene) geringen Zahl ist die Diktatur Uruguays nicht schönzufärben: Zeitweise gal...

Was gibt es da zu feiern?

Früher verbanden Wähler der linken Frente Amplio/Breite Front das Wort »cambio«, Wandel, mit tief greifenden Wirtschaftsreformen. Ein rotes Tuch für die rechte Opposition. Im Wahlkampf spielen jedoch wirtschaftliche Grundsatzfragen keine Rolle. Hat sich etwa die Frente gewandelt? An der Wirtschaftsstruktur wird nicht gerüttelt, da ist man sich einig. Kleine Korrekturen und Veränderungen j...

Karl-Ludolf Hübener, Montevideo

Mehr Impfstoff gegen die Armut

Am kommenden Sonntag finden in Uruguay Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Die linke Frente Amplio hat Präsidentschaft und absolute Mehrheit in Parlament und Senat zu verteidigen.

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Martin Ling

Maduro macht aus der Not eine Tugend

Es ist die Flucht nach vorne: Wegen steigender Zinsen will sich Venezuela laut Präsident Nicolas Maduro kein Geld im Ausland mehr leihen. Man werde die Bedingungen der globalen, kapitalistischen Banken nicht akzeptieren und keine Darlehen mehr aufnehmen, sagte das linksgerichtete Staatsoberhaupt in einer Fernsehansprache. Das Land habe zum Glück andere Geldquellen. Das ist zwar richtig, denn Ch...

ndPlusHelge Buttkereit

Staunen für den Sozialismus

Die einen produzieren Rohstoffe und kooperieren mit der Politik, die anderen verarbeiten das Rohmaterial und verstehen sich auch als Co-Manager: Ein deutsch-venezolanischer Kollegentreff.

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ndPlusOlaf Standke

Überfälliger Schuldspruch

Mehr als sieben Jahre hat es gedauert, bis die Tötung von mindestens 14 unschuldigen Irakern durch US-amerikanische Söldner endlich gesühnt wird. War ein erster Prozess im Jahr 2008 noch an Verfahrensfehlern gescheitert, sprach ein Gericht in Washington nun vier ehemalige Angehörige der berüchtigten »Sicherheitsfirma« Blackwater schuldig.

Tobias Riegel

Kampf der Giganten

Wenn sich Mediengiganten wie Google und Springer streiten, ist es nicht einfach, sich eindeutig auf eine Seite dieser gleichermaßen fragwürdigen Parteien zu schlagen. Googles Drohung, die Beiträge von widerspenstigen Verlagen zukünftig ohne Bild und Anreißtext zu präsentieren, könnte man konsequent ansehen. Eigentlich.

ndPlusAnna Maldini

Ein prinzipielles Urteil

Es ist gut, wenn es tatsächlich mal ums Prinzip geht. Denn machen wir uns nichts vor: Die italienischen Bürger, die vor 70 Jahren von den Nazis verschleppt wurden, werden kaum noch etwas von diesem Urteil haben.

Barbara Barkhausen

Vater des Apfels

Gerade rechtzeitig, wenn es in Amerika im Winter kalt und düster wird, zieht es Steve Wozniak auf die Südhalbkugel. Ab Dezember soll die »Apple-Ikone« als Assistenzprofessor im so genannten »Magic Lab«, dem »Zauberlabor« der Technischen Universität Sydney (UTS) arbeiten. Dort geht es ganz um neue Erfindungen, künstliche Intelligenz und Robotertechnik. Wozniak, der von vielen nur »Woz« gen...

ndPlusDierk Hirschel

Ein paar Schnäpse für die Banken

Die Republik bröckelt. In den Schulen fällt der Putz von den Wänden. Die Straßen sind voller Schlaglöcher. Viele Brücken sind einsturzgefährdet. Und auf dem Land ist das Internet so langsam wie eine Schnecke.

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Glossar zur EU-Aufsicht

Bankenunion: Die 120 größten Banken in den 18 Eurostaaten werden ab November von der EZB überwacht. Ab 2016 greifen gemeinsame Regeln zur Sanierung und - im Notfall - Abwicklung. EZB: Die Notenbank ist für Zinsen und Geldversorgung zuständig. Weil keine neue Behörde aufgebaut werden konnte, übertrug die Politik der EZB zusätzlich die Aufgabe der Bankenaufsicht, die von Danièle Nouy geleit...

Tiefer Blick in die Bankbilanzen

Was ist ein Bankenstresstest? Er ist Teil der staatlichen Aufsicht über die Bankenbranche. Mit ihm soll simuliert werden, ob Institute eine Rezession oder Krise verkraften. Warum gibt es solche Checks? Hauptziel ist Stabilität im Finanzsystem. Die Krise ab 2007 entstand auch, weil niemand wusste, welche Risiken in den Bilanzen schlummerten. Künftig wollen die Staaten teure Ret...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Von Paten und Zombie-Banken

Der Stresstest wird nicht alle überschuldeten »Zombie-Banken«, vor denen Ökonomen warnen, vom Markt fegen. Um ein neues Hochkochen der Eurokrise zu vermeiden, werden EZB, Politik und Kreditwirtschaft wie bislang eher im Stillen sanieren.

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Klimaschutz der EU droht zu scheitern

Brüssel. Europa steuert auf deutlich abgeschwächte Ziele beim Klimaschutz zu. Die Richtmarke beim Energiesparen zum Jahr 2030 werde wohl bei 27 Prozent liegen, sagte der finnische Regierungschef Alexander Stubb am Donnerstag kurz vor Beginn des EU-Gipfels zur Klima- und Energiepolitik. Bisher waren 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 angestrebt worden. Gipfelchef Herman Van Rompuy zeigte sich zu...

ndPlusMichael Bartsch, Dresden

Sachsens SPD verkauft sich teuer

Nach geräuschlosen Verhandlungen einigt sich Schwarz-Rot in Sachsen auf die Ziele der nächsten fünf Jahre. Nach SPD-Basisbefragung und CDU-Parteitag könnte Mitte November die Regierung stehen.

Arno Klönne

Nur »Unrecht« im Osten im Blick

Von staatlichen Organen verübtes oder gedecktes Unrecht, durch politische Machtinteressen motiviert - dies war in den Jahrzehnten nach 1945 auf deutschem Territorium eine Spezialität der DDR. So jedenfalls ein gegenwärtig vorherrschendes Narrativ.

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Großoffensive auf Kobane

Kobane/Erbil. Im Kampf um das syrische Kobane haben die Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) kurz vor dem Eintreffen kurdischer Verstärkung aus dem Nordirak eine Großoffensive gestartet. Dabei hätten sie einen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen, sagte Rami Abdel Rahman, der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte der Nachrichtenagentur dp...

Moskau dementiert Luftraumverletzung

Am Rande der Ukrainekrise erregten Meldungen über eine Luftraumverletzung über Estland Aufsehen. Die OSZE wacht weiter über zwei Grenzübergänge, der EU-Markt bleibt für die Ukraine zollfrei.

Moskau dementiert Luftraumverletzung

Am Rande der Ukrainekrise erregten Meldungen über eine Luftraumverletzung Aufsehen. Die OSZE wacht weiter über zwei Grenzübergänge, der EU-Markt bleibt für die Ukraine zollfrei.

Karin Leukefeld

»Daish will unser Land zerstören«

1,8 Millionen Menschen sind innerhalb Iraks auf der Flucht. In Bagdad ist die Regierung völlig überfordert mit den Menschen, die vor der Terrororganisation IS geflohen sind. Selbst in den sicheren Regionen kommt es zu Problemen.

ndPlusRené Heilig

Ausbildung am Parlament vorbei?

Die Ausbildungsmission der Bundeswehr im kurdischen Erbil soll von derzeit sieben auf 100 Soldaten erweitert werden. Geht das ohne Bundestagsmandat?

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ndPlusOliver Eberhard, Tel Aviv

Wenn das Einkaufen zur Tortur wird

In Israel hat ein Berliner Kassenzettel eine erneute Diskussion über die Lebenshaltungskosten entfacht. Denn die sind seit den Sozialprotesten 2011 weiter gestiegen. Die Regierung verspricht Taten, hält aber nicht viel.

Markus Schönherr, Kapstadt

Afrikanische Vorzeigedemokratie mit Schattenseiten

Lange galt Botswana als Afrikas Vorzeigedemokratie. Doch die demokratische Fassade bröckelt. An diesem Freitag wird eine neue Regierung in dem südafrikanischen Land gewählt.

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Polizei klärt über Dealer im »Görli« auf

Die Berliner Polizei hat eine Informations-Kampagne zu Drogenhandel und Überfällen im Görlitzer Park begonnen. 40 Polizisten seien im Park unterwegs und verteilten 4000 Karten, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Auf den Karten wird vor den Tricks von Drogenhändlern, Dieben und Räubern gewarnt. »Wir hoffen, dass wir die Leute sensibilisieren können, mit offenen Augen durch den Park zu g...

ndPlusBernd Kammer

Wer die Rechnung zahlt

Ein Urteil mit Empörungspotenzial. Einer der Hauptverantwortlichen des Flughafendebakels soll ungeschoren davonkommen. Rainer Schwarz, seit 2006 Flughafenchef, soll bis zum Ende seines Vertrages 2016 sein üppiges Gehalt weiterbekommen, beschied das Berliner Landgericht. Es handelt sich dabei um den Mann, der noch im April 2012 die felsenfeste Gewissheit verbreitete, am BER sei alles in Ordnung ...

Wowereit weg: SPD legt wieder zu

Der Abwärtstrend für Berlins SPD und ihren Spitzenmann Wowereit scheint gestoppt. Möglich macht dies offenbar der bevorstehende Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters.

ndPlusMarlene Göring

Bett für eine Nacht statt Bleibe

Die gute Nachricht: Bisher konnten alle Flüchtlinge untergebracht werden, die ihre Heime in Berlin verlassen mussten. Aber: Eine prinzipielle Lösung des Problems ist auch weiterhin nicht in Sicht.

Bernd Kammer

Ex-BER-Chef bekommt eine Million

Eine weitere schwere Schlappe für die Flughafengesellschaft: Ihr gefeuerter Chef bleibt bis Mai 2016 auf ihrer Gehaltsliste.

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BAföG-Gelder in Bildung investieren

Cottbus. Die Brandenburger SPD-Landtagsfraktion hat Vorwürfe zurückgewiesen, freiwerdende BAföG-Mittel würden nicht ausreichend an die Hochschulen zurückfließen. Die im Land etwa jährlich eingesparten 37 Millionen Euro werden erneut in Bildung und Wissenschaft investiert, wie SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Kralinski am Donnerstag auf Anfrage sagte. »Das Geld ist gut angelegt«, betonte er. ...

Berliner verbrauchen weniger Strom

Ein stromsparender Kühlschrank und der Fernseher nicht auf Stand-by: Die Berliner sparen Strom. Doch sie sind nicht allein für den sinkenden Stromabsatz in der Hauptstadt verantwortlich.

Bernd Kammer

Giftiger Berg wird immer teurer

Insgesamt rund 55 000 Kubikmeter mit allerlei Schadstoffen belasteter Baustellenerde lagern im Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde. Die Entsorgung könnte vier Mal teurer werden als bisher angenommen.

ndPlusWilfried Neiße

Urpreuße in Potsdam

Die Bismarck-Bände des Historikers Ernst Engelberg werden anlässlich Bismarcks 200. Geburtstag neu aufgelegt.

Marion van der Kraats

Erbe verpflichtet

KZ-Häftlinge mussten im Klinkerwerk schuften und wurden später in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Ein neues Lernprogramm dokumentiert Zwangsarbeit in Konzentrationslagern.

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Hans Gerd-Öfinger, Wiesbaden

Vitos und der Sinn von Öffentlichkeit

Dass öffentliches Interesse und politische Intervention auch in betrieblichen Konflikten ausschlaggebend sein können, zeigt das Beispiel des Vitos-Klinikums im südhessischen Riedstadt. Die Klinik zählt zu den ältesten psychiatrischen Krankenhäusern der Republik. Zusammen mit anderen Landeskliniken wurde die Einrichtung, die sich längst von der Verwahranstalt zur modernen Fachklinik für Psychiat...

Sven Eichstädt, Leipzig

Autonummern-Scannen ist legal

Die bayerische Polizei darf weiterhin Autokennzeichen automatisiert erfassen und mit denen in anderen Dateien vergleichen. Das Bundesverwaltungsgericht hat nichts dagegen.

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Ministerium rügt IHK Thüringens

Erfurt. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die öffentliche Warnung des Erfurter IHK-Präsidenten vor einem Ministerpräsidenten der LINKEN als unzulässig gerügt. Für Industrie- und Handelskammern (IHK) gelte das Gebot zur parteipolitischen Neu-tralität, erklärte ein Sprecher des bislang SPD-geführten Ministeriums am Donnerstag. IHK-Präsident Dieter Bauhaus hatte auf der Internetseite der Ka...

Kein Leben ohne Träume - Käthe Reichel

»Sie konnte in ihrer Kunst von geradezu lauernder Sanftmut sein, dann wieder von einer krähend überdehnten Schärfe, von einem wahnsinnsgrenznahen Kreischen; sie war, wenn sie hochfuhr, die leidenschaftliche Giftsprüherin des Mensch-begreif-doch-endlich!-Theaters.« Hans-Dieter Schütts Satz meinte Käthe Reichel, Brechts Geliebte und Schülerin. Er schrieb ihn im Nachruf auf die Schauspielerin, nac...

Andreas Gläser

Herbst und Schnupfen

Das Verreisen stellte vor Jahrzehnten oft eine strapaziöse Tagesaufgabe dar, selbst wenn es für meine Familie nur an die Ostsee oder in den Thüringer Wald ging. Vier Personen, zwei Koffer, ebenso viele Rucksäcke, keine Platzkarten; wenn ich mich richtig erinnere. Die Eisenbahn war prima frequentiert, mit gesprächigen Leuten, die sich mit der Situation arrangierten. Eine Reise ins thüringische I...

Stefan Amzoll

Säle bersten, Tränen fließen

Cecilia Bartoli und das musikalische Barockzeitalter. Dies gab den Rahmen im voll besetzten Großen Saal des Konzerthauses. Bartolis Bewunderer wissen es: halsbrecherische Koloraturen, Fiorituren der verwegensten Art, die ganze Palette barocker Verzierungstechniken und Nuancierungskünste, gepaart mit einer Hingabe, die ganz selten zu erleben ist - all das beherrscht sie wie keine andere und weiß...

Danuta Schmidt, Leipzig

Schwierigkeiten mit dem guten Geschmack

Die Marktaufteilung in der Spielzeugindustrie macht es kreativen Leuten fast unmöglich, Fuß zu fassen, sagt die Thüringer Designerin Silke Kegeler. Ein Bericht zur diesjährigen Grassimesse in Leipzig.

Die letzten Geheimnisse des Bodensees

63 Kilometer lang, 254 Meter tief, 536 Quadratkilometer groß. Die meisten Daten des Bodensees sind bekannt. Der See hat aber auch noch ein paar kleine Geheimnisse, wie eine Ausstellung in Stuttgart zeigt.

ndPlusThomas Klatt

Das diffamierte Ritual

Es ist wirklich erst zwei Jahre her, dass in der Bundesrepublik und schließlich im deutschen Bundestag eine heftige Debatte über die Beschneidung minderjähriger Knaben stattfand. Im Videoraum des Jüdischen Museums kann man diese noch einmal verfolgen. Auch wenn die rasche Einigung der Parteien schließlich zu einem Gesetz führte, das das jüdische und muslimische Ritual nun schützt, so ist die Ve...

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Darf Presse gratis nutzen

Die meisten in der Verwertungsgesellschaft VG Media organisierten deutschen Verlage räumen Google überraschend gratis das Recht ein, Verlagsinhalte auf Google News und den Suchseiten des Konzerns darzustellen. Die Presseverleger hätten die VG Media ganz überwiegend angewiesen, »gegenüber Google eine widerrufliche ›Gratiseinwilligung‹ in die unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse zu erkl...

Die Top Ten

Der Direktor des Londoner Kunstmuseums Tate, Nicholas Serota, ist für das Magazin »ArtReview« die derzeit einflussreichste Person im internationalen Kunstbetrieb. Im Ranking 2014 der »Power 100« steht Serota auf Platz 1. Das Ranking gilt als wichtigste Rangliste der Kunstbranche weltweit. Keine Veränderungen gab es auf Platz 2 und 3, die erneut der New Yorker Kunsthändler David Zwirner un...

Schräg, aggressiv, lustig

Was verschlägt einen als deutschen Theatermacher nach Kuba? Vor zwei Jahren habe ich auf Einladung der Deutschen Botschaft bzw. des Goethe-Instituts an der ISA (Instituto Superior de Arte, Kunsthochschule/HdK) hier in Havanna im Rahmen der deutschen Theaterwoche einen Workshop mit kubanischen Schauspielstudenten gegeben. In der Theaterwoche gab es damals auch eine kubanische Erstaufführun...

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ANNOTIERT

Der Journalist Christoph Keese hielt sich ein halbes Jahr in Silicon Valley auf. Er traf Erfinder, Unternehmensgründer, Kapitalgeber und Professoren. Er wollte wissen, wie die boomende Internetwirtschaft funktioniert und ob sie tatsächlich traditionelle Firmen und Institutionen, Geld, Banken, Einzelhandel, Zeitungen, Bücher und Verkehrsampeln abschafft: »Silicon Valley. Was aus dem mächtigsten ...

Klimakatastrophen

Schon zu alttestamentarischen Zeiten, als die Forderung formuliert wurde, der Mensch solle sich die Erde untertan machen (1. Buch Mose, Kap. 1, Vers 28), hatte die tatsächliche Entwicklung gezeigt, dass die Natur sich nicht als Untertan des Menschen verhält. Die Bauern im Zweistromland Mesopotamien (dem heutigen Irak) hatten gelernt, nicht mehr auf den Regen zu warten, sondern bewässerten ihre ...

ndPlusMaximilian Staude

Echt paranoid

Der Schutz der Privatsphäre gilt als eine der großen Errungenschaften der Moderne. Dass es um diese allerdings in der digitalen Welt nicht gerade gut bestellt ist, thematisiert Markus Morgenroth. Er arbeitete viele Jahre als Datenanalyst in den USA und berät, sozusagen als Seitenwechsler, nun Firmen zum Thema Datenschutz. Die Daten sind überall. Wir teilen unsere Aktivitäten und Interesse...

ndPlusRupert Neudeck

Wahnsinn kennt keine Grenzen

Die Länder der sogenannten Dritten Welt beharren zu Recht darauf, dass der Norden gegenüber dem Süden eine »ökologische Schuld« habe, die aus der Geschichte des kolonialen Imperialismus erwächst. Eine gerechte Klimaordnung kann sich nur auf einer für alle gültigen Pro Kopf-Emission gründen. Die USA stoßen pro Jahr 5,6 metrische Tonnen Kohlendioxid pro Person aus, während »der Rest« der We...

Peter Nowak

Es begann mit einer Schocktherapie

Der schwedische Vattenfall-Staatskonzern verklagt die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs auf vier Milliarden Euro Schadenersatz - es ist die Zeit der Proteste gegen geplante Freihandelsabkommen TTIP.

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ndPlusRobert D. Meyer

Digitale Einsamkeit

In Wanderers Nachtlied »Über allen Gipfeln ist Ruh« schrieb Goethe über die Abgeschiedenheit der Berge. Solch eine Spitze hat seit jeher eine äußerst praktische Funktion: In der Einsamkeit lässt sich hervorragend im kleinen Kreise sprechen, denn nur jene, die den Gipfel zuvor erklommen, sind es allein vermeintlich würdig, zu lauschen, sei es dem Wind oder den Worten von Bundeskanzlerin Angela M...

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ndPlusJosephine Schulz

Tarifstreit um Mindestlohn in Burgerbranche

Es geht um Gehälter im Mindestlohnbereich, trotzdem kommen die seit Anfang Oktober laufenden Tarifverhandlungen für die über 100 000 Beschäftigten bei McDonalds, Burger King und Co. nicht voran. Zum aktuellen Stand wollen sowohl Gewerkschaft als auch Arbeitgeber keine Auskunft geben. Die Verhandlungen verliefen konstruktiv und würden weiter geführt, erklären die Gastrogewerkschaft NGG und der B...

»Stark sind wir nur gemeinsam«

Niemand sollte glauben, dass es Niedriglöhnern besser geht, wenn die Piloten oder Lokführer in die Knie gezwungen werden. Andererseits sind beide Berufsgruppen mit verantwortlich für das Unverständnis, dass so mancher ihrem Arbeitskampf »um Privilegien«, wie es gern heißt, entgegen bringt. GDL und Cockpit neigen zu Individualismus und setzen allein auf ihre Unverzichtbarkeit, statt der Öffentli...

ndPlusRainer Balcerowiak

Streikpause ermöglicht Gespräche

Öffentlich beharrt die Lokführergewerkschaft GDL auf uneingeschränkter Tarifpluralität. Doch die ist durchaus interpretationsfähig, wie die Tarifverhandlungen der Eisenbahngewerkschaft EVG für ihre Lokführer zeigen.

Nelli Tügel

Die wilden Tage von Bochum

Ihren eigenen Arbeitsplatz haben die Bochumer Opel-Arbeiter nicht retten können. Ihr wilder Streik vor zehn Jahren hat jedoch die Debatte um Streik als Mittel der Erneuerung der Gewerkschaften belebt.

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Benko greift auch nach Kaufhof

Frankfurt am Main. Der neue Karstadt-Eigentümer René Benko nimmt einem Medienbericht zufolge einen neuen Anlauf zur Übernahme der Warenhauskette Kaufhof. Der österreichische Immobilienunternehmer sei bereits an den Kaufhof-Mutterkonzern Metro und dessen Großaktionär Haniel herangetreten, berichtete die »Lebensmittel-Zeitung« am Donnerstag unter Berufung auf »gut informierte Kreise«. Benko biete...

Andrea Klingsieck, Paris

Das Ende des eingebauten Endes?

Ein Gesetz soll geplanten Verschleiß in Frankreich zu einem Delikt machen. Mehr als symbolischen Wert dürfte es jedoch nicht haben, denn seine Anwendung wird sich als schwierig erweisen.

Burkhard Ilschner

Ohrfeige für die Planer

Ein Ausbau des Weser-Flussbettes wird immer unwahrscheinlicher: Eine Stellungnahme des Europäischen Gerichtshofes legt den Planern weitere Steine in den Weg. Die Vertiefung könnte das Wasser verschmutzen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

8,50 Euro nur auf dem Papier

In zehn Wochen tritt der gesetzliche Mindestlohn in Kraft. Derzeit fehlen aber tausende Behördenmitarbeiter, die die Einhaltung der Regelung überwachen sollen. Der DGB schlägt deshalb Alarm.

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ndPlusMax Zeising

Hauptgewinn: ein Dach über dem Kopf

Der »Homeless World Cup« findet bereits zum zwölften Mal statt. Es ist ein Erfolgsmodell: 80 Prozent der Menschen verbessern durch die Teilnahme ihre Lebenssituation. Einige finden danach wieder in einen geregelten Alltag zurück.

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Andreas Morbach, Leverkusen

Sensible Aufpasser

Bayer Leverkusen nutzt nach einer turbulenten Woche die Champions League, um wieder Ruhe in den Laden zu bekommen. Dank zwei Verteidigern und einem 20-Jährigen, der mehr sagt, als er muss.

ndPlusKristof Stühm, Hamburg

Fußballklubs müssen in Bremen zahlen

Verhärtete Fronten, Kopfschütteln und markige Worte auf beiden Seiten: Der Streit ums Geld zwischen dem Land Bremen und der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist voll entbrannt und wird wohl erst vor Gericht entschieden. »Es wird durch alle Instanzen gehen, das kann drei bis vier Jahre dauern«, sagte Klaus Filbry, Geschäftsführer von Werder Bremen, über das anstehende juristische Hickhack um den Bremer...

Thomas Häberlein und
Thomas Niklaus, Sölden

»Ich bin der neue Anhaltspunkt«

Am Wochenende beginnt in Sölden der alpine Weltcup. Für die deutschen Skirennläufer wird es nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch ein Neubeginn.

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ndPlusChris Melzer, Ottawa

Rätselraten um Attentäter

Es war offenbar doch nur einer und er hatte nur ein Gewehr. Dennoch gelang einem 32-Jährigen ein Angriff auf das Parlament Kanadas. Wer war der Mann? Hätte seine Bluttat verhindert werden können?

ndPlusBarbara Barkhausen, Sydney

Elben zaubern Sicherheit

Air New Zealand ist bekannt für aufwendig gemachte Sicherheitsvideos. Zum Start des letzten Films der Hobbit-Trilogie gehen wieder Zwerge, Orks und Elben in die Luft. Im Internet wurde das Video zum Hit.

Pratibha Tuladhar und
Doreen Fiedler, Kathmandu

Behördenchaos in Nepal

Hätte die Tragödie im Himalaya mit mindestens 40 Toten verhindert werden können - etwa mit Wetterberichten auf den Hütten? Wäre es möglich gewesen, mehr Menschen zu retten - wenn die Behörden schneller reagiert hätten? Diese Fragen treiben viele Wanderer und Bergsteiger um, die in der vergangenen Woche eines der schlimmsten Bergunglücke in der Geschichte Nepals erlebten. Roland Feil aus M...