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UNTEN LINKS

Von wegen, Silvester wird nur gesoffen, geknallt und David Hasselhoff am Brandenburger Tor ertragen. Am 31. Dezember sind oft wirklich wichtige Dinge passiert. Silvester 1991 hatte das DDR-Fernsehen seinen letzten Sendetag. Die Meldung von der Auflösung der Sowjetunion haben die Adlershofer an diesem Tag gerade noch verkünden können. Dass Tschechen und Slowaken ab sofort getrennte Wege gehen, e...

Nach Fährunglück: Schicksal von 38 Menschen ungewiss

Brindisi. Nach dem Brand der Fähre »Norman Atlantic« in der Adria haben Schiffe der italienischen Küstenwache und Marinehubschrauber am Dienstag in rauer See rund um das ausgebrannte Wrack weiter nach Leichen gesucht. Bislang wurden zehn Todesopfer geborgen, zwei albanische Seeleute erlagen ihren Verletzungen, die sie am Montag bei Bergungsarbeiten erlitten hatten. Angesichts offensichtli...

NATO-Todeslisten: LINKE spricht von Beihilfe zum Mord

Berlin. Ein neuer Bericht über die Zuarbeit von Bundeswehr und Auslandsgeheimdienst BND bei gezielten Tötungen in Afghanistan hat bei Linkspartei und Grünen heftige Empörung hervorgerufen. Der LINKE-Abgeordnete Jan van Aken sprach von »Beihilfe zum Mord« und forderte, die Vorwürfe müssten »rückhaltlos aufgeklärt und strafrechtlich verfolgt werden«. Sollte tatsächlich ein Bundeswehrgeneral die »...

Männerwelt

Berlin. »Oh, in 2014 sind praktisch nur Männer gestorben. Interessant.« Diese demografische Besonderheit stellte dieser Tage die Publizistin Antje Schrupp fest, als sie sich die von »Zeit online« aufgeführten prominenten Verstorbenen des Jahres anschaute. Die Quote von weniger als zehn Prozent Frauen auf dieser Liste könnte auch ihrem Anteil unter den Lebenden an den Schaltstellen der Welt ents...

René Heilig

»Unfassbare Erblindung«

Mit allen rechtsstaatlichen Mitteln wolle man gegen Rechtsextremismus vorgehen, beschloss der Bundestag. Das hat Staatsanwälte offenbar noch nicht erreicht. Zwei Beispiele.

ndPlusRené Heilig

»Unfassbare Erblindung«

Mit allen rechtsstaatlichen Mitteln wolle man gegen Rechtsextremismus vorgehen, beschloss der Bundestag. Das hat Staatsanwälte offenbar noch nicht erreicht. Zwei Beispiele.

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ndPlusUlrike Henning

Rente statt Erbadel

Niedergelassene Ärzte planen ihren Ruhestand mit Einnahmen, die sie durch den Verkauf ihrer Praxis erzielen. Nachfolger aus der eigenen Familie finden sie immer seltener. Den medizinischen Erbadel wollen die Krankenkassen eher früher als später abschaffen, meldet der Spitzenverband

Haidy Damm

Noch dagegen

Die Linken in der SPD lassen beim Thema Freihandelsabkommen scheinbar nicht locker - große Teile der SPD-Basis lehnen die geplanten Wirtschaftsabkommen ab. Sie haben dafür viele gute Gründe.

Katja Herzberg

Kein Opfer ist illegal

Etwa 20 Personen, die von der auf dem Mittelmeer in Brand geratenen Fähre »Norman Atlantic« gerettet wurden, standen offenbar nicht auf den Passagierlisten. Schnell sprachen Medien von »illegalen Flüchtlingen«.

ndPlusReiner Oschmann

Ein Schotte in Vorfreude

Wichtiger als der 60. Geburtstag, den Alex Salmond Silvester begeht, ist die Ansage, mit der er jüngst viele schottische Landsleute erfreute - und London erschreckte: Bei der britischen Parlamentswahl am 7. Mai wird der frühere Chef der Schottischen Nationalpartei (SNP) und bis November amtierende First Minister der Regionalregierung in Edinburgh für das Unterhaus kandidieren. Salmond kündigte zud...

Matin Baraki

Die Geburtshelfer von Al Qaida

Für eine Lösung des Konfliktes in und um Pakistan gibt es zu Verhandlungen mit den Taliban keine Alternative. Die westlichen Länder sollten sich heraushalten. Es ist bewiesen, dass externe Faktoren die Probleme nicht lösen.

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ndPlusChristina Schug, WfD

Viel Energie für ein wenig Veränderung

Grupo AdoleScER wurde 2000 gegründet. Sozial engagierte Fachkräfte schaffen Freiräume für Kinder und Jugendliche in den Elendsvierteln von Recife und eröffnen ihnen die Chance auf Bildung.

André Fidelis und Christina Schug, Recife

Für ein besseres Leben in den Favelas

Auch in Brasilien ist die sogenannte Gentrifizierung ein bekanntes Phänomen: Bewohner werden aus ihren angestammten Vierteln verdrängt. Die Grupo AdoleScER hält in Recife dagegen.

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Schuss in den Rücken

Erst nach anhaltendem öffentlichen haben die US-Behörden die Ergebnisse der Autopsie eines erschossenen jungen Schwarzen veröffentlicht. Das Ergebnis ist bezeichnend.

Gegen Besatzung

Die arabischen UN-Diplomaten wollen das Thema Ende der Besatzung nicht auf die lange Bank geschoben wissen und verlangen eine zügige Abstimmung.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Nawalny schuldig auf Bewährung

Eine Schweinerei nannte Kremlkritiker Alexei Nawalny die Urteile gegen ihn und seinen Bruder Oleg: je dreieinhalb Jahre. Bewährung für Alexei, Oleg muss sie absitzen.

ndPlusDaria Shalygina, Kiew

»Wir sind immer noch am Leben«

Vor allem aus dem ostukrainischen Kriegsgebiet sind Hunderttausende Menschen in andere Landesteile geflohen, viele von ihnen kamen auch in die Hauptstadt Kiew.

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Kubanisches Kino ist der Ort der Debatte

Die kubanischen Filmemacher trugen seit der Revolution 1959 dazu bei, mit dem Kino einen Ort zu schaffen, wo Debatten zwischen den Kulturschaffenden und der politisch-ideologischen Leitung der Revolution konstruktiv geführt wurden. Filme wie PM (Orlando Jiménez Leal und Sabá, 1961), Alicia en el pueblo de Maravillas (Daniel Díaz Torres, 1990), Guantanamera (Tomás Gutiérrez Alea, 1995) oder Suit...

»Man sollte die Aufrichtigkeit nicht fürchten«

Auf dem 36. Internationalen Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films ordneten die kubanischen Behörden an, den Film »Regreso a Ítaca« des französischen Regisseurs Laurent Cantetaus aus dem Programm zu nehmen.

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Hendrik Lasch, Magdeburg

»Es hackt ja wohl total«

Sachsen-Anhalt war stets ein Ort für politische Experimente. In dem Bundesland gab es mit dem »Magdeburger Modell« nicht nur erstmals eine Kooperation der PDS mit SPD und Grünen auf Landesebene, sondern im Gemeinderat von Rübeland einst auch eine Fraktion aus PDS und CDU. Ein Bündnis, wie es nun aus der Gemeinde Muldestausee (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) bekannt wurde, soll indes keinesfalls zu...

ndPlusWladek Flakin

Arbeitslosigkeit statt Geschenke

Im Versandzentrum des Onlinehändlers Amazon im brandenburgischen Brieselang sind 1000 der insgesamt 1500 Mitarbeiter zum Jahresende ihren Job los geworden - ihre Verträge werden nicht verlängert.

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Gedränge am ZOB über die Feiertage

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) hat über die Weihnachtstage die verkehrsreichsten Tage seiner Geschichte erlebt. Zwischen dem 23. und 28. Dezember fanden insgesamt 3911 An- und Abfahrten von Bussen an dem Bahnhof statt. Am 28. Dezember wurde es dann richtig voll: 680 An- und Abfahrten wurden allein an diesem Tag registriert. Seit der deutsche Fernbusmarkt liberalisiert wurde, erlebt der ZOB e...

Geschenk von Schülern wird zum Verhängnis

Eine Lehrerin einer Berliner Schule hat ein Geschenk von Schülern teuer bezahlen müssen. Ein Vater eines Schülers hatte Anzeige erstattet, weil die Frau das Abschiedsgeschenk ihrer Abiturienten im Wert von etwa 200 Euro angenommen hatte. Gegen eine Zahlung von 4000 Euro habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft und bestätigte damit Informat...

Berlin verkauft mehr ins Ausland

Berliner Unternehmen haben zuletzt deutlich mehr Waren ins Ausland verkauft. Die Exporte stiegen zwischen Januar und Oktober um 1,9 Prozent, wie die Industrie- und Handelskammer am Dienstag mitteilte. Dabei kompensierten die Unternehmen den deutlichen Rückgang der Russland-Exporte um mehr als ein Drittel durch Verkäufe beispielsweise in die Niederlande (+42 Prozent), nach Italien (+25 Prozent) ...

Bernd Kammer

Ein Ohr für Tiere

Diese Nacht bricht wieder der blanke Horror aus, jedenfalls für unsere bellenden, maunzenden oder sich sonstwie äußernden Lieblinge. Wenn Frauchen und Herrchen lustvoll das alte Jahr abknallen, finden das Bello oder Mieze gar nicht lustig. Sie können sich ja nicht die Ohren zuhalten oder, gut erzogen wie sie sind, uns die Böller wegschnappen.

Christine Xuân Müller

Flüchtlinge bringen zu wenig Mieteinnahmen

Im November hatte das Evangelische Fürsorgewerk die private Wohnungswirtschaft um Wohnraum für Flüchtlinge gebeten. Vermietet wurde bisher wenig. Nun sind die landeseigenen Gesellschaften gefragt.

ndPlusBernd Kammer

Silvesterparty wird ein Knaller

Am Silvestertag steigt am Brandenburger Tor die größte Party, die Deutschland zu bieten hat. Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag sind deshalb Teile der Straße des 17. Juni und angrenzender Straßen gesperrt.

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Geringe Miete, geringe Zinsen

Potsdam. Investoren für den Bau von Mietwohnungen können in Brandenburg bei Zinsen sparen, wenn langfristig günstige Mieten garantiert werden. Das Infrastrukturministerium und das Finanzministerium sowie die Landesinvestitionsbank haben veränderte Verträge vereinbart, teilte das Infrastrukturressort am Dienstag mit. Die Darlehen wurden zum Teil bereits 1993 vereinbart. Konditionen und Zinsen we...

Kriminalpolizei sucht den Wolfsmörder

Hirschfeld. Nachdem erneut ein Wolf erschossen und anschließend geköpft worden ist, ermittelt das Landeskriminalamt. »Wir nehmen das Thema durchaus ernst«, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Schließlich handele es sich bei dem Tier um eine geschützte Art. Die Straftat kann die mit bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Im Bild zu sehen ist ein Wolf im Gehege des Wildparks Schorfheide. Die getö...

Wärmstes und trockenstes Bundesland

In Berlin geht das Jahr 2014 mit einem doppelten Wetterrekord zu Ende: In Deutschlands wärmstem Jahr seit mehr als 130 Jahren war Berlin wärmstes Bundesland. Außerdem regnete es in keinem anderen Land so wenig. Die Durchschnittstemperatur in der Hauptstadt habe bei 11,3 Grad gelegen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach in seiner vorläufigen Jahresbilanz am Dienstag mit. Der Durc...

Drei Millionäre durch Lotto

Potsdam. Drei Brandenburger haben es im ablaufenden Jahr zum Lottomillionär gebracht. Den Anfang machte der Lottogesellschaft zufolge im Februar ein Tipper aus Potsdam-Mittelmark. Er räumte in der Lotterie »6 aus 46« rund 1,03 Millionen Euro ab. Die anderen beiden Gewinner aus Teltow-Fläming und dem Havelland holten sich im Juni im »Spiel 77« jeweils rund 4,68 Millionen Euro. »Damit ist 2...

Straffreie Steuersünden

Potsdam. Ab 1. Januar gelten in Deutschland höhere Hürden für die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeigen von Steuersündern. Wer mehr als 25 000 Euro und weniger als 100 000 Euro Steuern hinterzogen hat, muss künftig einen Zuschlag von zehn statt fünf Prozent zahlen. Vorher war bis zu einer Grenze von 50 000 Euro kein Zuschlag fällig. In diesem Zusammenhang drückte Brandenburg Finanzmi...

ndPlusBernd Kammer

Prima Aussicht aufs Feuerwerk

Hoffnungsschimmer am Müggelturm: Nach langer Zeit wird es am Köpenicker Wahrzeichen wieder eine Silvesterparty geben. Allerdings nicht im Restaurant, sondern in Zelten auf dem Gelände. Dazu ein gemütliches Lagerfeuer und Musik von einem DJ.

Andreas Fritsche

Fachmann mit sozialer Kompetenz

In Oberhavel wird ein Nachfolger für Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD) gesucht, weil dieser Innenminister geworden ist. Die LINKE musste länger nach einem Kandidaten suchen als geglaubt.

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Strandleben an der Ostsee

Rostock. Winter am Meer: Am Strand des Ostseebades Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern ist auch in diesen Tagen viel Betrieb. Am Abend des Neujahrstages werden zur Inszenierung »Warnemünder Turmleuchten« etwa 70 000 Schaulustige erwartet. Insgesamt rechnet der Landestourismusverband zum Jahreswechsel mit rund 200 000 Urlaubern. Besonders Mutige wagen sich am Neujahrstag als Eisbader in die Ostsee...

Revision im Fall Brandt eingelegt

Gera. Das Urteil des Landgerichts Gera gegen den weit über Thüringen hinaus bekannten Neonazi Tino Brandt wird vorerst nicht rechtskräftig. Brandts Verteidiger habe vorsorglich Revision eingelegt, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag der dpa. Dies habe er damit begründet, dass er wegen der Weihnachtstage vor Ablauf der Frist nicht mit seinem Mandanten habe sprechen können. Brandt, einst An...

Umsiedler müssen auf Vertrag warten

Cottbus/Schleife. Die Erweiterung des Tagebaus Nochten im sächsischen Landkreis Görlitz ist längst beschlossene Sache - der Abschluss dazu nötiger Verträge lässt jedoch weiter auf sich warten. Die Vereinbarungen mit den Gemeinden Schleife und Trebendorf sowie betroffenen Umsiedlern werden voraussichtlich erst unterzeichnet, wenn Vattenfall einen neuen Eigentümer für seine Braunkohlensparte gefu...

Dieter Hanisch, Kiel

Ein ziemlich schlechtes Geschäft

Ein Steuerdeal mit dem Augenmediziner Uthoff brachte Kiels Oberbürgermeisterin Gaschke zu Fall. Jetzt sieht es so aus, als ob der kritisierte Deal der Stadt mehr Geld gesichert hätte, als sie nun bekommt.

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Musical über Udo Jürgens

Das Udo-Jürgens-Musical »Ich war noch niemals in New York« kommt nach Berlin. Premiere ist am 25. März 2015 im Theater des Westens, wie der Veranstalter Stage Entertainment am Montag mitteilte. In Hamburg haben demnach fast vier Millionen Menschen die Show gesehen. In dem Musical, das sich um eine Schiffsreise nach New York dreht, sind seine bekannten Hits zu hören, darunter »Siebzehn Jahr, blo...

ndPlusWilfried Mommert

Bilder aus dem Rinnstein

Der Fotograf Heinrich Zille ist bis heute weniger bekannt als der Maler und Zeichner von »Zilles Milljöh« der armen und kleinen Leute in der Großstadt. Dabei hat der gelernte Lithograph bis 1907 in einem reprographischen Betrieb, der »Photographischen Gesellschaft«, gearbeitet. Und in dieser Zeit zog er mit der damals noch etwas voluminöseren Kamera quasi als einer der ersten »Street Photograph...

Über 100 Mal Sprengung von Geldautomaten

Magdeburg/Wiesbaden. Die Überwachungskamera ist mit Farbspray unbrauchbar gemacht, nun bereiten die Männer den Geldautomaten vor. Das Geld ist für sie zum Greifen nahe. Ihre Methode: ein Gasgemisch einleiten, dann sprengen, anschießend mit dem Geld flüchten. Im Fall dieser Automatensprengung in Neundorf in Sachsen-Anhalt hatte die Polizei die mutmaßlichen Täter im September gefasst. Sie s...

Der Traum von der Fächerstadt

Einst war Karlsruhe die Residenz eines sinnenfrohen Markgrafen, heute ist es Sitz von Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof. 2015 feiert die Stadt groß ihren 300. Geburtstag.

Harald Lachmann, Halle

Damit es beim Blackout nicht zappenduster wird

Ostdeutschlands größter Verteilnetzbetreiber, Mitnetz Strom in Halle, wird zum bundesweiten Vorreiter in Sachen Krisenprophylaxe. Falls der Saft mal länger als gedacht wegbleibt.

ndPlusHarald Kretzschmar

Kleinigkeiten eines Großbildhauers

Wir hatten mal Zeiten, da gab es nicht nur Großschriftsteller, also wahre Epiker, die monumentale Jahrhundertwerke schrieben, Robert Musil und Thomas Mann etwa. Ihnen zur Seite könnten wir mühelos Schöpfer von Skulpturen mit großer Geste stellen, welche jeweils eine große Öffentlichkeit in Atem hielten. Ich wage es, sie Großbildhauer zu nennen. Alfred Hrdlicka gehörte in erster Linie dazu. Aber...

Marion Pietrzok

Wie Jule Vernes Reise um die Erde in 80 Tagen

Nicht vollständig? Sollte tatsächlich ein Museum übersehen worden sein in dieser Darstellung der Berliner Museumsentwicklung? 227 Häuser haben Katrin und Hans Georg von Gaertringen in ihrem Buch aufgeführt.

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Postum in den Charts

Nach dem Tod von Udo Jürgens und Joe Cocker feiern ihre Aufnahmen Erfolge in den Charts. »Mitten im Leben - Das Tribute Album« von Udo Jürgens rückte auf den 6. Platz vor, »Best Of« schaffte es an die 13. Stelle. Auch zwei Alben von Joe Cocker kamen unter die ersten 100: »Fire It Up« und »Greatest Hits«. dpa/nd...

»Falsches Bild« des Islam

Das Bibel-Epos »Exodus« von Regisseur Ridley Scott darf auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht gezeigt werden. Der Leiter des nationalen Medienrats sagte, der Film vermittele ein falsches Bild des Islam und anderer Religionen. Der Medienrat habe darum gebeten, einige Szenen herauszuschneiden. Die Produzenten hätten dies aber abgelehnt. Zuvor hatten bereits Marokko und Ägypten den Kin...

Keine Ausreden mehr

Gut ein Jahr nach der Enthüllung der Gurlitt-Affäre hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Museen zu mehr Anstrengungen bei der Suche nach NS-Raubkunst in ihren Sammlungen aufgefordert. »Der öffentliche Druck ist so stark, dass sich keiner mehr herausreden kann«, sagte Grütters in Berlin. Museen könnten sich fortan auch nicht auf Geldmangel berufen. »Diese Form der Ausrede gilt ni...

ndPlusStefan Amzoll

Die Würde der Menschen ist antastbar

Dresdens Kultur - deren Träger wie deren Freunde - fiel schon in tiefsten DDR-Zeiten durch Konservatismus auf. Unter Modrow war das nicht anders. In Zeiten der Wende noch viel schlimmer.

Hans-Dieter Schütt

Erfindung der Wirklichkeit

Im fremden Lebensdschungel, in den überlieferten Abläufen einer Existenz eine innere Exotik aufspüren, die aus heutigen Themen und Fragestellungen ihre Reize bezieht - das ist das Metier von Rüdiger Safranski. Ja, so über andere Menschen schreiben, dass man als Erkennender zugleich zum Selbst-Erkannten wird. Die Person, ob sie nun E.T.A. Hoffmann, Schopenhauer, Heidegger oder Nietzsche heißt, a...

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ndPlusJan Freitag

Gottschalk und die Leichenfledderer

Der Mensch an sich mag Happy Ends. Vor die Wahl gestellt, erst die gute oder die schlechte Nachricht zu hören, entscheidet er sich daher stets für letztere, um sie durch erstere hernach zu lindern. Auch das Fernsehen funktioniert so. Oder gab’s 2014 eine messbare Anzahl Filme ohne seligen Ausgang? Eben! Wer das TV-Jahr resümieren will, tut also gut daran, mit den schlechten News zu beginnen, da...

Gunnar Decker

Trauriger Scherzartikel

Der barocke Filmtitel verheißt einiges an Unvorhersehbarkeiten. Wo endet das, was so eine Taube auf einem Ast sitzend über das Leben denkt? Zweifellos im Absurden - und dieses ist das Metier von Roy Andersson.

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Jahr 2014: So warm wie noch nie

Offenbach. 2014 geht in Deutschland als wärmstes Jahr seit über 130 Jahren in die Geschichte ein. Erstmals seit Beginn regelmäßiger Messungen 1881 habe die Durchschnittstemperatur über zehn Grad gelegen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner vorläufigen Jahresbilanz am Dienstag mit. Mit 10,3 Grad seien die Durchschnittswerte der bisherigen Rekordjahre 2000 und 2007 (9,9 Grad) deutlic...

SPD-Linke will Gutachten zu CETA

Berlin. In der SPD gibt es weiter Streit um die geplanten Freihandelsabkommen zwischen Europa und Nordamerika. Nachdem die Partei auf einem Parteitag beschlossen hatte, dass der Investorenschutz mit Schiedsgerichten in den Abkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) überflüssig sei, änderte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel diesen Kurs eigenmächtig. Nun will der SPD-Chef die Partei im Sommer...

Ralf Klingsieck, Paris

Arbeiterrechte als rotes Tuch

Wer besonders schwer arbeitet, soll künftig früher in Rente gehen dürfen. Das hat zumindest die französische Regierung beschlossen. Die Firmen lehnen die Neuregelung ab.

Harald W. Jürgensonn

Alarmton in Wallsbüll

Fast überall in Schleswig-Holstein möchten Öl- und Gaskonzerne ihre Claims abstecken. Doch die umstrittene Fracking-Technologie ist im hohen Norden unerwünscht.

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Die Furcht vor Instabilität

Das Risiko einer Rückkehr der Weltfinanzkrise hält Friedrich Thießen zwar für gering. Allerdings sei an den Finanzmärkten 2015 jederzeit mit schweren Erschütterungen zu rechnen. Mit dem Buchautor sprach Hermannus Pfeiffer.

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Das bewegt sich 2015

– Atomkraftgegner wollen verhindern, dass 152 Castor-Behälter aus Jülich in die USA exportiert werden. Aber auch einen gefährlichen Transport ins Zwischenlager Ahaus lehnen sie ab. Sie planen eine Demonstration anlässlich des 4. Jahrestags von Fukushima am 8. März in Neckarwestheim. In der Debatte ist auch eine größere Demonstration in Düsseldorf, um dort die beiden Themen Jülich und E.on zu ve...

Nicht nur gegen Nazis

Ulrich Peters hat an der Freien Universität Berlin über den kommunistischen Widerstand im KZ Buchenwald promoviert. Florian Schmid sprach mit dem Historiker über sein neues Buch zur radikalen Linken nach der Wende.

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Lars Becker, Oberstdorf

Austria behält die Nase vorn

Die deutschen Skispringer haben kaum noch Chancen auf den ersten Tourneesieg seit 13 Jahren. In Oberstdorf schafften sie es beim Sieg des Österreichers Stefan Kraft am Montag nicht in die Top Zwölf.

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Ben und Emma an der Spitze

Hamburg. Mia und Ben waren fünf Jahre lang die beliebtesten deutschen Vornamen. Dann schaffte es Emma in der Hitliste mit knappem Vorsprung, Mia vom bundesweiten Thron zu stoßen. »Es war spannend bis zum letzten Datensatz, aber 2014 hat Emma das bundesweite Rennen gewonnen«, sagt der Ahrensburger Hobbynamensforscher Knud Bielefeld.In sieben Bundesländern rangieren Emma und Ben auf Platz eins. Auch...

»Wir waren zwischen Feuer und Wasser«

Bei der Ermittlung der Opfer des Fährunglücks in der Adria spielt sich ein unwürdiges Hin und Her ab. Niemand weiß, wie viele Menschen an Bord waren. Die Vorwürfe der Passagiere sind erschreckend.

Christiane Oelrich, Jakarta

Flug QZ8501 gefunden

Für Angehörige sind es unerträgliche Bilder: Leichen und Wrackteile treiben an der Absturzstelle im Meer. Jetzt beginnt die Ursachenforschung. Wieso hat der AirAsia-Pilot nie einen Notruf abgesetzt?

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Rentenplus ab 1. Juli 2015

Die gut 20 Millionen Rentner können in den nächsten Jahren mit Rentenerhöhungen von bis zu 4,6 Prozent rechnen. Nach dem aktuellen Rentenbericht wird mit einem Rentenplus ab 1. Juli 2015 von 1,71 Prozent in den neuen Bundesländern und 1,57 Prozent in den alten Bundesländern gerechnet. Der Bericht weist Ergebnisse von auf Annahmen beruhenden Modellrechnungen aus, was nicht zu verwechseln ist mit...

Zusatzbeiträge bei 0,9 Prozent

Ab 1. Januar 2015 sinkt der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 auf 14,6 Prozent. Davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte (7,3 Prozent), höchstens jedoch 301,13 Euro (entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2015 von 4125 Euro). Zugleich fällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent weg, den Arbeitnehmer allein zahlen mussten. Genauso entfällt der pausch...

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Hartz-IV-Regelsätze für 2015

Im Oktober 2014 wurde die Rechtsverordnung verkündet, die die Regelsätze für 2015 festgelegt. Die Sätze gelten für das Sozialgesetzbuch (SGB) II (Hartz IV) und für das SGB XII (Grundsicherung und Sozialhilfe). Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2010 sind die Regelsätze an die Entwicklung von Preisen und Nettolöhnen gekoppelt. Danach steigen ab 1. Januar 2015 die Bezüge fü...

Erste Pflegereformstufe und mehr Zeit für Pflege der Angehörigen

Gravierende Änderungen gibt es ab Januar 2015 für rund 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen, von denen 1,8 Millionen zu Hause gepflegt werden, und deren Angehörige. Das »Pflegestärkungsgesetz« umfasst: Die Beiträge steigen um 0,3 Prozentpunkte. Sie betragen dann 2,35 Prozent des Bruttoeinkommens. Kinderlose bezahlen 2,6 Prozent. Die Beiträge werden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu ...

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Neu bei Rezepten

Höhere Freibeträge schonen ab 1. Januar 2015 den Geldbeutel bei den Zuzahlungen zu Rezepten und therapeutischen Behandlungen: Von den jährlichen Bruttoeinnahmen können als Freibetrag für den Ehegatten/Lebenspartner 5103 Euro (bisher 4977 Euro) abgezogen werden. Auch 2015 bleibt es hingegen beim bisherigen Freibetrag von 7008 Euro je Kind. Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung m...

Gesetzlicher Mindestlohn

Zum 1. Januar 2015 hat der Gesetzgeber einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde bundesweit festgelegt. Nur in Branchen, in denen es allgemeinverbindliche Tarifverträge gibt, sind bis Ende 2016 niedrigere Mindestlöhne möglich. Spätestens 2017 müssen dann auch dort 8,50 Euro gezahlt werden.Der Mindestlohn von 8,50 Euro entspricht 51 Prozent des mittleren St...

Betriebsgröße ist entscheidend

Für das neuen Familienpflegezeitgesetz kann als Faustregel gelten: Je größer der Betrieb, desto mehr Möglichkeiten.  Zehn-Tage-Auszeit: Bei einem akuten Pflegefall in der Familie stehen allen Arbeitnehmern zehn Tage Auszeit zu. Neu ist die Lohnfortzahlung von bis zu 90 Prozent des Nettoeinkommens. Die Tage können auch einzeln über einen längeren Zeitraum und von verschiedenen Ange...

Regelung für »werdende Eltern« ab 1. Juli 2015

Zum 1. Januar 2015 wird das Elterngeld Plus eingeführt. Doch erst »werdende Eltern« können das in Anspruch nehmen. Das neue Elterngeld Plus gilt nur für Väter und Mütter, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden. Wer sich in den ersten 14 Lebensmonaten vorrangig selbst um die Betreuung der eigenen Kinder kümmert und deshalb nicht oder nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeitet, erhielt bzw...

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Register für das Jahr 2014

A Altanschließer (Beitragsstreit geht weiter) 1169/5 Arbeitsrecht (Abmahnungen) 1134, 1164/3 Arbeitsrecht (Altersteilzeit vorzeitig beendet) 1154/3 Arbeitsrecht (Änderungskündigung) 1176/3 Arbeitsrecht (Anspruch auf Überstunden) 1144/3 Arbeitsrecht (Arbeitgeber und Urlaubsansprüche) 1169/3 Arbeitsrecht (Arbeitnehmer/soziale Netzwerke) 1142/3 ...

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Neue Erbrechtsverordnung

Ab 17. August 2015 gilt innerhalb der EU eine neue Erbrechtsverordnung: Sie regelt, welches nationale Erbrecht Anwendung findet, wenn Vermögen in mehreren EU-Staaten zu vererben ist.Künftig gilt das Prinzip: das Recht des »gewöhnlichen Aufenthalts«. Lebt und stirbt ein Deutscher in Italien, unterliegt die Erbschaft dementsprechend italienischem Recht. Es sei denn, im Testament wird ausdrücklich di...

Mietpreisbremse und Maklerprovision

Die von der Bundesregierung angekündigte Mietpreisbremse soll voraussichtlich im Frühjahr 2015 in Kraft treten. Darüber haben wir im nd-ratgeber (siehe zuletzt Nr. 1181 vom 10. Dezember 2014) ausführlich informiert, so dass wir nicht noch einmal näher darauf eingehen. Zum Gesetzespaket gehört auch die Maklerprovision. Bislang war es so, dass der Mieter die Kosten dafür übernehmen musste, ...

Garantiezins sinkt von 1,75 auf nur noch 1,25 Prozent

Mit Jahresbeginn gibt es gesetzliche Änderungen im Bereich Altersvorsorge; insbesondere Regeln des Lebensversicherungsreformgesetzes greifen ab Januar 2015. Daneben gibt es Neuregelungen zur Haftung bei bei Spareinlagen, zum Abzug der Kirchensteuer, zu Pfändungsfreigrenzen, zur Grunderwerbssteuer und beim steuerlichen Begriff der Erstausbildung.  Garantiezinssatz: Ab 1. Januar 201...

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Deutsche Post schlägt beim Porto erneut zu

Postverkehr: Vom 1. Januar 2015 an kostet der Versand eines Standardbriefs 62 Cent (bisher 60 Cent). Doch nicht nur Sendungen innerhalb Deutschlands, sondern auch der internationale Standardbrief und die Postkarte ins Ausland brauchen künftig Briefmarken mit höherem Wert: Statt bislang 75 Cent werden dafür 80 Cent fällig. Der innerdeutsche Kompaktbrief mit maximal 50 Gramm wird dagegen fünf Cen...

Europäische Schlichtung bei Verbraucherproblemen

Verbraucher sollen Streitigkeiten mit Verkäufern künftig EU-weit günstig und ohne langwierige Gerichtsverfahren regeln können. Dafür werden flächendeckend alternative Schlichtungsstellen für sämtliche Streitigkeiten aus vertraglichen Verpflichtungen zwischen Verbrauchern und Unternehmen eingerichtet. Außerdem will die EU eine mehrsprachige, interaktive Internetseite zur Online-Streitbeile...

Mitnahme des Kfz-Kennzeichens bei Umzug

Ab 1. Januar 2015 müssen sich deutsche Autofahrer auf zahlreiche Neuerungen einstellen:  Kfz-Kennzeichen: Fahrzeughalter können beim Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk innerhalb Deutschlands ihr bisheriges Kfz-Kennzeichen weiter führen. Der Wohnortwechsel muss aber dem zuständigen Einwohnermeldeamt mitgeteilt werden.  Fahrzeugabmeldung: Fahrzeugbesitzer können k...