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Unten links

Seit der Chaos Computer Club den Fingerabdruck Ursula von der Leyens von einem Foto kopiert und der Ministerin damit ein Stück intimer Biometrie entrissen hat, sollten die Bürger mit ihrer Gestik sehr sorgsam umgehen. Leichtsinnige Grußbezeigungen wie das Victory-Zeichen (auch Josef- Ackermann-Pose), der Zustimmung signalisierende nach oben gereckte Daumen und das Give-me-Five-Abklatschen müsse...

Haltelinie für Lohndumping

Berlin. Seit Beginn des neuen Jahres gibt es in Deutschland einen allgemeinen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Profitieren sollen davon rund 3,7 Millionen Beschäftigte im Niedriglohnsektor. Um Langzeitarbeitslosen den Einstieg in eine Beschäftigung zu erleichtern, kann bei ihnen in den ersten sechs Monaten vom Mindestlohn abgewichen werden. Für unter 18-Jährige ohne Berufsab...

Nordkorea geht auf Südkorea zu

Seoul. Erstmals seit 2007 könnte es in diesem Jahr wieder ein Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea geben. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schlug am Donnerstag überraschend »Gespräche auf höchster Ebene« vor. Ein Gipfeltreffen der Staatschefs beider Länder, die sich seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 im Kriegszustand befinden, hatte es zuletzt 2007 gegeben. Nun versprach Kim in s...

Roland Etzel

Unbehagen über Netanjahu

Der Weg ins neue Jahr ist im Nahen Osten erneut mit schlechten Nachrichten gepflastert. Eine arabische Resolution für einen Abzug Israels binnen eines Jahres aus den seit nunmehr 47 Jahren besetzten Gebieten fand keine Mehrheit im UN-Sicherheitsrat. Der Beifall darüber war durchaus verhalten, außer beim israelischen Ministerpräsidenten. Doch gerade das Triumphgeheul Netanjahus zeigt, dass mit P...

Keine Frist für Gespräche

Jerusalem. Israel hat die nicht ausreichende Mehrheit für eine Resolution im UN-Sicherheitsrat zur Beendigung der israelischen Besatzung in den Palästinensergebieten begrüßt. Nur direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen könnten zu einem Kompromiss führen, sagte Israels Vizeaußenminister Zachi Hanegbi. Allerdings verweigert Israel offizielle Verhandlungen, solange die Hamas-Bewegung Mitglied de...

Christian Klemm

»Kommunen können Flüchtlinge integrieren«

So viele Flüchtlinge wie lange nicht mehr suchen in Deutschland Zuflucht. Angesichts rassistischer Demonstrationen sind klare Ansagen nötig - wie jene von Städtetag und Kirchen.

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Chef der Chefs

Mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft bekommen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nicht nur die Möglichkeit, sich und ihr Land zu präsentieren. Sie bestimmen auch ein halbes Jahr lang - zumindest organisatorisch - die Agenda der EU. Mehrfach finden Treffen der Fachminister im Land mit dem Ratsvorsitz statt. Traditionell bringt jedes Land besondere Themenschwerpunkte ein. Die jeweil...

ndPlusToms Ancitis, Riga

100 Millionen für Lettlands Präsidentschaft

Das baltische Lettland übernimmt am 1. Januar 2015 erstmals die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union. Es hat sich einiges vorgenommen und auch schon nicht wenig dafür ausgegeben.

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Anna Maldini

Freundliche Aufnahme

Es geht auch anders. Während in Rom Hunderte mit Schlagstöcken und Brandbomben gegen ein Flüchtlingslager protestierten, gingen im sizilianischen Messina ganze Familien auf die Straße, um sich für eine Einrichtung stark zu machen, die jugendliche Asylbewerber aufnimmt. »Casa Mosè« entstand vor einem guten Jahr, nach der Tragödie von Lampedusa. Der Verein Ai.bi., der sich in Italien seit Jahren um ...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Hass, Scham und Angst in Rom

Ein Ausbruch der Gewalt gegen Flüchtlinge in Roms Stadtteil Tor Sapienza offenbart einen tiefsitzenden Rassismus bei einem Teil der italienischen Bevölkerung und die Gefahren der Wirtschaftskrise.

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Gute und böse Datenstaubsauger

Kritik an Facebook ist keine Herausforderung. Die ab Freitag geltenden neuen Richtlinien des sozialen Netzwerkes bedeuten mehr Überwachung, doch die Kritik sollte sich gegen das grundsätzliche Problem richten.

Kurt Stenger

Seehofer hat recht

Das neue Jahr wird im politischen Raum Einiges zu Tage fördern: unter anderem, über wie viel Rückgrat und politisches Durchhaltevermögen Horst Seehofer verfügt. Der betagte Ministerpräsident bekämpft seit Monaten den Bau neuer Stromtrassen von Nord nach Süd.

ndPlusMartin Ling

Mitterrand für Arme

François Hollande ist ein François Mitterrand für Arme. Letzterer hatte nach seiner Regierungsübernahme 1981 versucht, mit einer die Massenkaufkraft stärkenden Politik einen Gegenpol zur aufkommenden neoliberalen Politik zu bilden. Hollande macht dagegen einen Rückzieher.

ndPlusFrederic Spohr, Bangkok

Airline-Boss

Der Unternehmer Tony Fernandes hat in seinem Leben schon viele Aufgaben übernommen: Beim englischen Fußballverein Queens Park Rangers hat er das letzte Wort, er moderierte die malaysische Version der Manager-Casting-Show »Big Boss« und natürlich managt er eine der größten Billigfluglinien der Welt: AirAsia. Doch seit am vergangenen Sonntag ein Airbus A320 seiner Fluggesellschaft mit 162 Mensche...

ndPlusMatthias Dell

Dessous, Dessous, Dessous

Es wird alles nicht so, wie es soll in »Der irre Iwan«. Beziehungsweise es weiß gar nicht, was es soll. Das beste Beispiel dafür ist der Fall selbst, eine Verwechslungsnummer zwischen zwei Zwillingsbrüdern.

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Ermittlungen wegen Tötung bleiben aus

Düsseldorf. Die Bundesanwaltschaft wird vorerst nicht wegen der deutschen Beteiligung an der Sammlung von Daten zur gezielten Tötung von Talibankämpfern in Afghanistan ermitteln. »Bislang liegen keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine in die Zuständigkeit der Bundesjustiz fallende Straftat vor«, so ein Sprecher des Generalbundesanwaltes in der »Rheinischen Post«. Die ehemalige Bund...

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Krieg und Frieden im Klassenzimmer

Wenn die Bundeswehr in Sachsen-Anhalts Schulen über Sicherheitspolitik informiert, soll dabei auch die Friedensbewegung zu Wort kommen. Sie lobt das - auch wenn der Auftrag sie an Grenzen bringt.

Folke Havekost, Hamburg

Zwist ist nicht zwingend schädlich

Am 15. Februar ist Hamburg zur Wahl des Landtages, der Hamburger Bürgerschaft, aufgerufen. In der von der SPD regierten Stadt blickt die LINKE einigermaßen selbstbewusst auf das Datum.

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Stefan Otto

Halbherzige Hilfe

Wer zu spät kommt, droht leer auszugehen. Die Antragsfristen für die Hilfsfonds für Heimkinder wurden bewusst kurz gehalten, um die Kosten überschaubar zu halten.

Nicht mehr als eine Geste

Arbeitszwang, Gewaltausbrüche, sexueller Missbrauch. Die Vorwürfe gegenüber westdeutschen Erziehungsanstalten sind massiv. Um dieses dunkle Kapitel aufzuarbeiten, wurde 2009 ein Runder Tisch für Heimerziehung eingerichtet. Doch es gab recht bald Kritik an dem Gremium. Warum? Die Heimbetreiber von einst, und damit die Täter, waren überaus zahlreich am Runden Tisch vertreten. Ihnen gegenübe...

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ndPlusOliver Eberhardt

Likud setzt ein weiteres Mal auf Netanjahu

Israels Regierungschef Netanjahu bleibt Spitzenkandidat des Likud-Blocks. Bei der parteiinternen Vorwahl stimmten 75 Prozent der Wähler für ihn. Auch sonst bleibt auf der Liste fast alles beim alten.

Anke Stefan, Athen

Zersplitterung könnte Tsipras helfen

Das Parlament ist aufgelöst und der Wahlkampf voll entbrannt. Der konservative Noch-Premier Samaras sieht die Zukunft Griechenlands in Europa in Gefahr. SYRIZA-Chef Tsipras kritisiert dies als Panikmache.

ndPlusReiner Oschmann

«Mami, ich hab Tasha erschossen»

Ein zweijähriger Junge hat in den USA aus Versehen seine Mutter erschossen - und damit im ganzen Land eine neue Diskussion über die eher lockeren Vorschriften zum Waffenbesitz ausgelöst.

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»Wir werden diesen Krieg gewinnen«

Kiew. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat in seiner Neujahrsansprache einen harten Kurs angekündigt. Das zu Ende gehende Jahr sei »das härteste seit 70 Jahren« gewesen, sagte Poroschenko in seiner Rede an die Nation. An die Adresse Russlands gerichtet fuhr der Staatschef fort, der »Feind« habe das Leben, das Territorium, die Freiheit und die Unabhängigkeit der Ukrainer »gefährdet«. Jed...

Alfred Michaelis, Vientiane

Geisterprojekte für 32 Millionen Euro

An Staatsangestellten wird im südostasiatischen Laos schon gespart. Das soll auch für Investitionen gelten, die es gar nicht geben dürfte.

Irina Wolkowa, Moskau

Störfeuer aus Moskau

Auf die Idee kam der Duma-Präsident Sergei Naryschkin reichlich spät: Russische Juristen sollen die Atombomben-Abwürfe der USA aus dem Jahr 1945 unter völkerrechtlichen Aspekten untersuchen.

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Emission Control Area

In keinem anderen Transportbereich werden mehr Schadstoffe ausgestoßen als in der Seeschifffahrt. Die weltweit 90 000 Schiffe verbrannten 2013 rund 370 Millionen Tonnen hochgiftigen Treibstoff und emittierten 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid. Allein die 15 größten Schiffe der Welt stoßen so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos, ein Kreuzfahrtriese ist mit fünf Millionen Pkw vergleichba...

Ralf Streck, San Sebastian

Uber lenkt in Spanien ein - vorerst

Die Geschäfte des alternativen Fahrdienstunternehmens Uber gestalten sich zunehmend schwieriger. Auch in Spanien wurde der Dienst auf Druck der Justiz jetzt eingestellt. Doch das Unternehmen gibt nicht auf.

Hermannus Pfeiffer, Hamburg

Schiffe sollen sauberer werden

Ob Containerriesen oder Kreuzfahrtschiffe - die großen Pötte sind wahre Giftschleudern. Das soll sich in einigen Sonderzonen ändern.

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Mindestlohn in Deutschland

Berlin. Mit dem Jahreswechsel gibt es in Deutschland einen allgemeinen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Profitieren sollen rund 3,7 Millionen Beschäftigte im Niedriglohnsektor. Um Langzeitarbeitslosen den Job-Einstieg zu erleichtern, kann bei ihnen in den ersten sechs Monaten vom Mindestlohn abgewichen werden. Für unter 18-Jährige ohne Berufsabschluss, für Auszubildende und ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Schluss mit Stillhalten

Viele Gewerkschafter blicken sehnsüchtig auf die Zeit vor 1990 zurück, als die Existenz nicht-kapitalistischer Staaten in Osteuropa dazu beitrug, dass westdeutsche Unternehmer auch bei Tarifverhandlungen eher zu Zugeständnissen bereit waren. Inzwischen sitzen andere unsichtbare »Partner« am Verhandlungstisch: die Hartz-Gesetze. Die Angst vor dem Absturz, immer mehr Aufstocker und Leiharbeiter i...

ndPlusOliver Eberhardt, Tel Aviv

Miete, Steuern, Siedlungsbau

Israels Gewerkschaft Histadrut hat sich mit den Industrieverbänden auf eine Erhöhung des Mindestlohns geeinigt. Denn die Armut im Land ist weiter gestiegen - 31,6 Prozent haben nicht genug zum Leben.

Karlos Zurutuza, Tripolis

Arbeitsmigranten geraten zwischen die Fronten

Die Lage für Arbeitsmigranten aus anderen afrikanischen Ländern hat sich in Libyen verschlechtert. Das Land gilt als unsicher und immer öfter wird der ohnehin karge Lohn nicht mehr gezahlt.

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Experte: BER-Eröffnung erst 2018

Verkehrsexperten von SPD und Grünen zweifeln an einer Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens im Jahr 2017. »Ich gehe davon aus, dass der Betrieb nicht vor 2018 aufgenommen werden kann«, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD), der »Welt«. Die Probleme im neu gebauten Terminal in Schönefeld bei Berlin seien »schon groß«: »Die Planungen werden frühestens Mi...

Weniger Gewalt gegen Polizisten

Die Gewalt gegen Polizeibeamte in Berlin ist leicht gesunken, eingeleitete Disziplinar- oder Strafverfahren gegen Polizisten nahmen dagegen geringfügig zu. 2012 wurden insgesamt 1547 Fälle von leichter und schwerer Körperverletzung gegen Polizisten registriert. 2013 waren es 1475, im ersten Halbjahr 2014 wurden 717 gemeldet. Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine Parlamentarische An...

Bernd Kammer

Was Berlin wert ist

Wenn's ums Geld geht, hört bekanntlich die Freundschaft auf. Besonders die reichen Bundesländer aus dem Süden wollen bei den derzeit laufenden Verhandlungen zum Länderfinanzausgleich erreichen, dass sie künftig weniger an die ärmeren Länder zahlen müssen. Bayern und Hessen haben sogar eine Verfassungsklage gegen dieses System, das die Unterschiede in der Wirtschaftskraft der einzelnen Länder ausgl...

Debatte um Berliner Finanzen

Berlin ist »arm, aber sexy« - das weiß die Republik seit der Amtszeit von Klaus Wowereit. Die Begeisterung der reichen Südländer darüber hält sich in Grenzen, so wie ihre Zahlungsbereitschaft.

Jetzt fegt die BSR durch die Stadt

Während die Berliner ins neue Jahr feierten, hatten Polizei und Feuerwehr einiges zu tun, aber weniger als in den Vorjahren. Währenddessen ist die Stanreinigung mit dem Aufräumen einer langen Nacht beschäftigt.

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Weniger Polizeieinsätze zu Silvester

Potsdam. Silvesterknallerei ohne größere Folgen: Die brandenburgische Polizei ist zum Jahreswechsel seltener ausgerückt als im Jahr davor. Innerhalb der 30 Stunden von Silvester 0.00 Uhr bis zum Neujahrsmorgen 6.00 Uhr gab es 1012 Einsätze, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Potsdam sagte. Im Jahr davor seien es noch 1185 gewesen.Unfälle mit Schwerverletzten oder größere Brände wegen des Feu...

Land will mehr tun gegen rechtes Liedgut

Potsdam. Brandenburgs Verfassungsschutz-Chef Carlo Weber möchte Hassmusik der Neonaziszene noch stärker bekämpfen. »Bei der Entstehung von rechtsextremistischer Musik liegen wir im bundesweiten Vergleich leider weiter mit vorn«, sagte Weber der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe 24 Neonazibands oder Musikprojekte im Land. »Das ist mir deutlich zu viel«, sagte Weber. Die Behörden würden alle Möglich...

Obdachlose Menschen erfrieren auf der Straße

Der Winter hat in Berlin Einzug gehalten. Für Menschen auf der Straße ist diese Zeit besonders hart. Vor allem jetzt, wo die Unterkünfte bereits fast zu voll sind. Und die kalte Jahreszeit hat gerade erst begonnen.

Nicolas Šustr

Gute Zeit für Kaltduscher

Dieses Jahr gab es keine Eisdecke zu durchbrechen. Der Orankesee zeigte sich erfrischend plätschernd - die Eisbader entzückt.

Andreas Fritsche

Therapiebad in trockenen Tüchern

987 Unterschriften für den Erhalt des Therapiebeckens der Evangelischen Kliniken Lehnin wurden gesammelt. Eine Lösung bahnt sich an.

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Schnee zu Matsch

Offenbach. Das Neujahrswetter zeigte sich mancherorts mit Sonne und Schnee von seiner besten Seite. Doch das erste Wochenende im neuen Jahr wird flächendeckend ungemütlich: Heranziehende Wetterfronten aus Nordwesten bringen vor allem Regen über Deutschland, zudem bläst ein kräftiger Wind. Im Norden bleiben die Temperaturen aber mild, auch im Süden ist nun Schluss mit dem Dauerfrost, wie Christoph ...

ndPlusFrank Pfaff, Schwerin

Voller Kummerkasten

Immer mehr Menschen wenden sich mit Bitten und Eingaben an den Bürgerbeauftragten von Mecklenburg-Vorpommern.

Hans-Gerd Öfinger

Rückkehr in die Öffentlichkeit

1942 wurde die Liebesbeziehung zwischen Marian Tomczak und Hedwig Zipperer offenbar - das Todesurteil für den polnischen Zwangsarbeiter. Nun soll offiziell an die Geschichte erinnert werden.

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Andreas Gläser

Grüße aus dem Pförtnerkabuff

Jawoll, ich bin Arbeiter und Autor, was soviel heißt wie, dass ich seit knapp einem Jahr den Traumjob eines mäßig erfolgreichen Autors ausübe und als Sicherheitsmännlein im Empfangsbereich eines öffentlichen Gebäudes sitze.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Volksbühne feierte sich mit Arnold & Rosa

Die Rückwand der Bühne ziert ein riesiges Porträt Rosa Luxemburgs. Wie sagte sie? »Ich war, ich bin, ich werde sein.« Genau das steht über dem Porträt, nur in anderen Worten: »I’ll be back!« Der ikonisch gewordene Filmspruch des Terminators. Luxemburg und Schwarzenegger. Beide Kult, Klassiker - zwar von der Zeit überholt, aber doch Legenden des Gegenangriffs. Also volksbühnentauglich. An die...

Anita Wünschmann

Utopien mit dem Bleistift erdacht

Dynamische Verschachtelungen, auskragende Bauten und Wolkentürme - die vom Moskauer Architekturmuseum arrangierte Ausstellung zeigt, wie man mit dem Bleistift architektonisches Denken lernen konnte. Kein Computer half den Avantgardisten der frühen Sowjetzeit beim Ausbrüten ihrer architektonischen Visionen. Zweihundertfünfzig Skizzen und Entwürfe von Studenten und ihren Lehrern, Diplomarbeiten u...

ndPlusHendrik Lasch, Ilsenburg

Wo sich der Borkenkäfer austoben darf

Fünf Prozent der Waldfläche in Deutschland sollen zu Wildnis werden. So wird die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Im Harz kann man schon sehen, wie der Wald dann aussieht.

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Ein Zentrum für verfolgte Künste

Zum 1. Januar nahm das Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen seine Arbeit auf. Nach rund 25 Jahren harter Kämpfe und zäher Verhandlungen gehe das Projekt endlich an den Start, sagte der Vorsitzende der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und der Stiftung »Verbrannte und verbannte Dichter - Für ein Zentrum der verfolgten Künste«, Hajo Jahn, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Einr...

ndPlusStefan Amzoll

Tango versus Freudenode

Seit 150 Jahren umarmt ihre singende Natur die Menschen, und die Menschen erwidern die Umarmung. Kein lieber Gottvater in unserem Herzen, kein Kaiser noch Tribun, der, ist ihm diese Musik einmal nahe gerückt, das »Alle Menschen werden Brüder« nicht schätzte und verehrte. Seit 150 Jahren ergreift der Schluss-Satz der Neunten die Seelen der Herrschenden wie der Beherrschten, der Sieger wie der Besie...

Hans-Dieter Schütt

Afghanistan ist Absurdistan ist überall

Durch die tropischen Wälder Afghanistans geht es mit dem Boot den Hindukusch hinauf. Der Hindukusch sei ein Gebirge? Nein, man darf nicht alles glauben, was im Fernsehen läuft. Das Fernsehen lügt. Alles lügt.

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Axel Berger

Amerikas blutrünstige Dämonen

Erst 50 Jahre ist es her, dass die USA zumindest auf rechtlicher Ebene zu einer farbenblinden Nation wurden. Auch in einer 75 Tage andauernden Redeschlacht hatten Senatoren aus den Südstaaten nicht verhindern können, dass am 2. Juli 1964 durch den Civil Rights Act jegliche Rassentrennung im gesamten Land für illegal erklärt wurde. Zwar war bereits 1869 in Folge des Bürgerkriegs im 15. Verfassungsz...

ndPlusIngo Arend

Die neue Ethik der Schlachtung

Den Titel des Hollywoodfilms «Top Gun», in dem Tom Cruise einen leichtsinnigen Piloten der US-Navy spielt, entliehen sich die Filmemacher damals von der US-Armee. Doch mit dem Kampf realer Körper hat das Militär heute wenig zu tun.

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ndPlusRobert D. Meyer

Monitor mit Barth?

Die GEZ war unbeliebt, der Beitragsservice ist noch unbeliebter. Ein Kommission aus dem Finanzministerium will ARD und Co. grundsätzlich reformieren. Doch mehr Qualität im Fernsehen würde dies nicht bedeuten.

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WADA-Code: wichtige Neuerungen

 Erhöhung der Suspendierung für Anabolika- oder Blutdoping von zwei auf vier Jahre  Verlängerung der Verjährungsfrist von acht auf zehn Jahre erweiterte Sanktionen gegen Trainer und Betreuer, die Athleten bei Dopingverstößen helfen flexiblere Strafen oder bessere Möglichkeiten, Einfluss auf Testprogramme der verschiedenen Sportarten und Länder zu nehmen Verk...

Stimmung in Schieflage

Bei der Tour de Ski gehören die deutschen Langläuferinnen zum erweiterten Favoritenkreis. Bei den Männern sieht es zappenduster aus.

Tom Mustroph

Abschreckung und dichtere Kontrollen

Die Relevanz des Problems ist offensichtlich: Allein im Jahr 2013 gab es ein ganzes Olympiafest aus erwischten Dopern. 2718 an der Zahl. Ab 2015 gelten neue, strengere Dopingregeln. Ob sie ausreichen, ist unklar.

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Platz vier in Reichweite

Berlin. Nach ihrem versöhnlichen Abschied aus dem alten Jahr streben die Eisbären Berlin 2015 auch einen erfolgreichen Auftakt an. Am Freitag um 19.30 Uhr wartet bei den Krefeld Pinguinen die nächste Herausforderung auf den Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga, der sich nach seinem miserablen Saisonstart im Aufschwung befindet. »Es ist ein Momentum da in der Mannschaft. Die eine oder andere ...

ndPlusEric Dobias, 
Garmisch-Partenkirchen

Anders Jacobsen fliegt allen davon

Richard Freitag und Severin Freund gehen beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen erneut leer aus. Die Elite ist meilenweit weg. Der Norweger Jacobsen jubelt über den Sieg.

Felix Lill, Tokio

Staffellauf ins neue Jahr

Nach Neujahr steigt in Japan stets der beliebteste Staffellauf. »Hakone Ekiden« führt über zwei Tage von der Thermalstadt Hakone nach Tokio: 218 Kilometer! Die Elite keucht, und ganz Japan feuert an.

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Hans-Ulrich Keller

Himmel ist reich an hellen Sternen

Mars geht, Venus kommt: Ein neuer Jahresreigen am Himmel beginnt. Der Saturn und die Sichel des abnehmenden Mondes bieten Mitte des Monats einen hübschen Anblick - aber nur für Frühaufsteher.