Seite 1

UNTEN LINKS

Aufgepasst! Dies ist eine Klarstellung! Dass die Spaßpartei FDP nur noch von Ebenezer Scrooge und seinesgleichen gewählt wird und dass sie aus dem Bundestag und bald wohl auch vollständig aus den Landtagen verschwunden ist, liegt nicht daran, dass es sich bei dem Personal der Partei um gewissenlose Lobbyisten, niederträchtige Beutelschneider, schamlose Abgreifer und liebedienerische Lakaien der...

Tom Strohschneider

Mehr Freiheit, nicht weniger!

Die Antwort auf den Anschlag auf unsere Kollegen müsste lauten: »Mehr öffentliche Sicherheit!« - statt mehr "innere Sicherheit". Und vor allem: Mehr Freiheit! Statt neue Einschränkung von Demokratie, Bürgerrechten und kritischem Witz.

Seite 2
ndPlusFabian Lambeck

Der Bund als Spekulant

Eigentlich sollte der Umstand, dass ein staatliches Unternehmen mehrere Hundert Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet, ein Grund zur Freude sein. Doch im Falle der Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG), die ehemals volkseigene Acker- und Waldbestände verkauft und verpachtet, liegen die Dinge etwas anders.

Olaf Standke

Pentagon bleibt Spitzenreiter

Auch das Pentagon muss sparen. So strukturiert das US-Militär seine Einrichtungen in Europa um. Die Rückgabe von Kasernen, Lagern und anderen Liegenschaften an Gastgeberstaaten, darunter nicht zuletzt Deutschland, soll jährlich etwa 500 Millionen Dollar (425 Mio. Euro) bringen. Eine Entmilitarisierung der Washingtoner Außenpolitik bedeutet das aber nicht.

Ingolf Bossenz

Der Stellvertreter

Am Ende konnte auch der Stellvertreter nicht mehr helfen. Der Stellvertreter Christi. Mit diesem zusammen hatte sich Mahinda Rajapaksa nämlich auf Wahlplakaten präsentiert. Dass der amtierende Präsident Sri Lankas dennoch das Votum gegen seinen Herausforderer, den bisherigen Gesundheitsminister Maithripala Sirisena, verlor, könnte kollateral auch den ungewollt in den Wahlkampf hineingezogenen Franziskus schädigen.

ndPlusMartin Leidenfrost

Meine Kommunalpolitiker

Ich lebe seit mehr als zehn Jahren in einer Vorstadt von Bratislava, in Devínska Nová Ves. Kurz nach der dritten Kommunalwahl, zu der ich hier in der Slowakei aufgerufen wurde, will ich endlich meine Stadtteilpolitiker kennenlernen.

Seite 4

EU: Terror wird nächstes Gipfelthema

Brüssel/Riga. Europas Innenminister wollen nach dem mörderischen Attentat auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« neue Wege im Kampf gegen den Terror suchen. Bei einer Sondersitzung am Sonntag in Paris diskutieren die Minister internationale Anstrengungen im Kampf gegen Terrorismus und im Umgang mit ausländischen Kämpfern, wie ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag in Brüssel sagte. »Europ...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Falsche Töne im »Wir sind Charlie«-Chor

Niemand werde bei der Demonstration am Sonntag nach seiner Parteizugehörigkeit gefragt, versichert Frankreichs Präsident. Doch die Motive zur Teilnahme sind differenziert, es gibt auch Misstöne.

Martin Ling

In Nigeria wächst die Angst vor Boko Haram

Die Gewalt im Nordosten Nigerias nimmt weiter zu. Kämpfe in den vergangenen Tagen haben offenbar Hunderte Menschenleben gefordert. Tausende sind vor den Kämpfen in Nachbarländer geflohen.

Seite 5

Ringen um Zusammenhalt

Auf Vorschlag von SPD-Chef Sigmar Gabriel soll es eine parteiübergreifende Großdemonstration für ein friedliches Miteinander in Deutschland geben.

Ines Wallrodt

In der Falle der Terroristen

SPD, LINKE und Grüne lehnen die Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung ab. Unionspolitiker haben aber noch weit mehr Wünsche, mit denen sie nach den Attentaten von Paris Druck machen.

Toleranter in der Fremde

Sajida Fazal ist Doktorandin am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien an der Ruhr-Universität Bochum. Mit der aus Pakistan stammenden Muslima sprach nd-Redakteur Aert van Riel über Toleranz in der Fremde.

Seite 6

Havanna lässt weitere Gefangene frei

Havanna. Kubas Regierung hat nach der diplomatischen Aussöhnung mit den USA Dutzende politische Häftlinge auf freien Fuß gesetzt. Bis Freitag Abend wurden mindestens 35 inhaftierte Dissidenten freigelassen, wie die Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung am Donnerstag in der Hauptstadt Havanna auf Anfrage mitteilte. Die meisten seien Mitglieder der verbotenen Oppositionsb...

Daniel Kestenholz, Bangkok

Sri Lankas kleine Revolution

Der seit zehn Jahren in Sri Lanka regierende Präsident Mahinda Rajapaksa hat überraschend die Wahlen verloren. Neuer Staatschef wird der bisherige Gesundheitsminister Maithripala Sirisena.

Seite 7
ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Aller guten Dinge sind mindestens zwei

Bei Bestechungsversuchen gilt offenbar: Aller guten Ding sind - mindestens zwei! Vor der Wahl zum Thüringer Regierungschef hat es wohl nicht nur einen Manipulationsversuch gegeben.

Tom Strohschneider

Linke Kursfragen

Zum Jahreswechsel beraten die Strömungen der LINKEN traditionell über ihren jeweiligen Kurs - und den der Partei. »Wie weiter für DIE LINKE?« lautet die praktisch immerwährend große Frage der Partei.

Seite 8
ndPlusJohn Dyer, Boston

Morgen ist es noch billiger

US-Autofahrer können in diesem Jahr bis zu 75 Milliarden Dollar bei den Ausgaben für Benzin einsparen. Die US-Wirtschaft hofft auf höhere Ausgaben der Verbraucher für andere Dinge.

Fabian Lambeck

Ackerpreise ziehen an

Die bundeseigene BVVG verkauft und verpachtet ehemals volkseigene Äcker, Wälder und Seen. Im vergangenen Jahr konnte sie dabei wieder einen satten Überschuss erwirtschaften.

Seite 9

Haartolle und tiefgründiger Blick

Der in Australien geborene Schauspieler Rod Taylor (»Die Vögel«) ist tot. Taylor starb am Mittwoch am Alter von 84 Jahren in Los Angeles, wie seine Tochter der »Los Angeles Times« sagte. Der Agent des Schauspielers bestätigte dem US-Magazin »People« am Donnerstag den Tod. Eine schiefe Nase, ein australischer Akzent - Rod Taylor war in den 1950er Jahren nicht gerade aus dem Holz geschnitzt, aus dem...

Ehrung für ukrainischen Fotografen

Der ukrainische Fotograf und Künstler Boris Mikhailow erhält den Goslarer Kaiserring 2015. Die Preisjury würdigte den 76-Jährigen am Freitagabend in der Harzstadt als einen der »wichtigsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft«. Der undotierte Kaiserring gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der modernen Kunst.Mikhailow lebt im ukrainischen Charkow und ...

Hans-Dieter Schütt

Kein Foto! Und doch kein Bildverlust

Auch dieses Theaterbuch lügt. Theaterbücher können nicht anders. Denn Theater stellt dar, Bücher dagegen stellen nur nach. Aber das Theater kann man nicht nachstellen, wie immer man ihm auch nachstellt. Autos mag man per Firmenorder zurückrufen - jeder Szenenrückruf aber, ob nun per Bild oder Beschreibung, ist im Grunde nur eine erfolglose künstliche Beatmung. Es entspricht etwa dem, was in Wim We...

Seite 10
Martin Hatzius

Reim auf die Woche

»Man walte, halte krude Schriften klein!«
 So ein Roman, er könnte Ängste schüren: 
Paris setzt morgen die Scharia ein, 
Und jeder Mann muss einen Harem führen. Die Muslimbruderschaft im Elysée; 
Geht Finstreres noch auszubrüten? 
Oh, ja – im Kanzleramt die AfD; 
Wer zückt den Pinsel, solches zu verhüten? Der Hass, er trifft zuerst die Denkerz...

ndPlusJürgen Amendt

Der Mut der Vielen

In einem Interview mit dem Berliner »Tagesspiegel« gibt sich der Karikaturist Klaus Stuttmann kämpferisch. Nach dem Anschlag auf die Kolleginnen und Kollegen bei »Charlie Hebdo« vor wenigen Tagen habe sich bei ihm ein »Jetzt-erst-recht«-Gefühl eingestellt

ndPlusThomas Blum

Soignierte Herren, die Kunst machen

»Kraftwerk« ist heute das, was PR- und Reklamefuzzis wohl eine »gut eingeführte Marke« nennen würden. Wie etwa die Scorpions oder »Hakle Feucht«, beliebt bei den Goethe-Instituten wie beim Dudelradiohörer von nebenan.

Stefan Amzoll

In Fukuyamas Kiste

Größere Aufführungen um den 10. Januar herum, Georg Katzers Geburtstag, fehlen. »Ultraschall«, das Berliner »Festival für neue Musik«, es fällt in den Januar, schneidet ihn (das war nicht immer so). Der »MaerzMusik«, ähnlich angelegte Handelsmesse »aktueller Musik«, dürfte es nicht im Traum einfallen, Katzer zu spielen. Na und? Er weiß, was er kann und was er geleistet hat und noch zu leisten imst...

Seite 11
Jirka Grahl

Konkurrenz für Berlin und Hamburg

Die Berliner Olympiagegner können sich freuen: Das Olympische Komitee der USA will sich mit Boston für 2024 bewerben. Nach 28 Jahren ohne Sommerolympia in den USA ist Boston auf Anhieb Favorit.

ndPlusOliver Kern, Oberhof

»Ich brenne noch für Biathlon«

Tina Bachmann war Weltmeisterin, dann versagte sie, zerbrach an eigenen Erwartungen und am Burn-out. Nun wagt sie den langen Weg zurück an die Spitze.

Seite 12
Peer Lasse Korff und Günter Bork, Melbourne

Zwischen Ehre und Ärgernis

Für die Bundesligisten ein Ärgernis, für ihre asiatischen Profis eine Ehre: Am Freitag eröffnete Gastgeber Australien mit einem 4:1 (2:1)-Sieg gegen Kuwait das 16. Turnier um den Asien-Cup. Die Klubs müssen in der Vorbereitung auf die Rückrunde auf insgesamt zwölf Profis aus dem deutschen Fußballoberhaus verzichten.»Das ist eine Katastrophe. Wir zahlen die Gehälter, damit unsere Spieler sich dort ...

Leben in einer Kultur der Angst

Marcus Urban machte 2007 als erster Ex-Profifußballer seine Homosexualität öffentlich. Thomas Fritz mit sprach ihm über Versäumnisse des Deutschen Fußball-Bundes, sein Projekt »Team Vielfalt« und Pegida.

Seite 13

Bomba soll nicht Chef werden

Ein Wechsel des Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), auf den Chefposten der Berliner Flughäfen ist nach offiziellen Angaben nicht geplant. Die »Bild«-Zeitung hatte berichtet, im Aufsichtsrat werde erwogen, Bomba übergangsweise die Geschäftsführung zu übertragen, bis ein Nachfolger für den scheidenden Chef Hartmut Mehdorn gefunden ist. Brandenburgs Regierungssprecher...

Gesundheit für Asylbewerber

Das Land Berlin strebt bei der Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern eine bundesweit einheitliche Regelung mit Chipkarten an. »Fachlich unterstützen wir diese Bemühungen«, hieß es aus der Senatsgesundheitsverwaltung auf Anfrage. Danach sollten alle Asylbewerber unabhängig von ihrer Aufenthaltsdauer in Deutschland eine Gesundheitskarte erhalten, mit der sie ebenso wie Sozialhilfeempfänger zum Arz...

Bernd Kammer

Verbot hilft Mietern

Was Michael Müller als Stadtentwicklungssenator nicht geschafft hat, gelingt ihm jetzt als Regierungschef: Die sogenannte Umwandlungsverordnung wird kommen. Bisher sperrte sich die CDU hartnäckig, einem Verbot der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zuzustimmen.

ndPlusCelestine Hassenfratz

Sporthallen für Flüchtlinge

Das LAGeSo hat sieben Sporthallen »beschlagnahmt«, um dort Flüchtlinge kurzfristig unterzubringen. Bei den Vereinen warb der stellvertretende Bezirksbürgermeister Andreas Prüfer (LINKE) um Verständnis.

Sarah Liebigt und Bernd Kammer

Mietwohnung gegen Schultüte

Die CDU gab ihre Ablehnung eines Umwandlungsverbots von Miet- in Eigentumswohnungen auf, dafür stimmte die SPD einer Einschulung ab dem 6. Lebensjahr zu.

Seite 14
ndPlusChristin Odoj

Nur nicht zu den Schmuddelkindern

Das Bohei um die Schulreform war riesig. Inzwischen ist eine Studie zu ersten Ergebnissen erschienen. Sie stellt dem zweigliedrigen Schulsystem überwiegend gute Noten aus. Probleme aber bleiben.

Andreas Gläser

Dufter Ossi

Eine TV-Sendung, die an Udo Jürgens erinnerte, war mit den doofen Duettpartnern des großen Meisters auf dessen aktueller Scheibe durchwachsen. Ich schaltete um auf die Sendung, in der Hape Kerkeling erklärte, Udo habe den Soundtrack der Bundesrepublik geschrieben.

Bernd Kammer

Mehr Zapfstellen für Elektroautos

Berlin ist zwar eines der von der Bundesregierung ausgerufenen »Schaufenster« für die Elektromobilität, doch auf den Straßen widerspiegelt sich dies erst spärlich. Etwa 1800 Autos fahren derzeit elektrisch.

Andreas Fritsche

Teuer statt Thälmann

Wohneigentum am historischen Standort des Sporthauses Ziegenhals wird für insgesamt 3,8 Millionen Euro angeboten, zwei bereits reservierte Quartiere nicht mitgerechnet.

Seite 15

Bisher keine Hinweise

Leipzig. Nach dem Angriff Vermummter auf eine Leipziger Polizeistation haben die Fahnder noch keine Hinweise auf die Täter. Es werde jedoch mit Hochdruck ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Leipzig. Die Täter würden im linksautonomen Milieu der Messestadt vermutet. Rund 50 Maskierte hatten am Mittwochabend den Polizeiposten im Stadtteil Connewitz attackiert und Steine, Flaschen und ...

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Von bezahlten und unbezahlten Engeln

Bei der Obdachlosenhilfe geht es nicht nur um Mildtätigkeit. In Bremen etwa sind Hunderte Menschen in diesem Bereich hauptamtlich beschäftigt.

Stürmische Zeiten an der Ostseeküste

Die Befürchtungen von Windkraftkritikern im Nordosten werden immer lauter geäußert. Vielerorts, wo die Landesplanung ein Eignungsgebiet für solche Anlagen ausweist, bilden sich Aktionsgruppen.

Seite 16
Antje Lauschner, Erfurt

In Erfurts geheimer Schatzkammer

Das prächtige, in Gold- und Rottönen schimmernde Gewand aus dem frühen 14. Jahrhundert dominiert die Domschatzkammer in Erfurt. Die »Elisabeth-Kasel« ist mit Stickereien, Borten und Perlen verziert und springt dem Besucher beim Betreten des kleinen mittelalterlichen Gewölbes wegen der ausgefallenen Farben Aubergine und Rot sofort ins Auge. »Die schwere, mittelalterliche Eisentür verstärkt den Eind...

Maik Altenburg

Mitunter sogar ein Lesefest

Jüngst dachte einer meiner Freunde laut nach über die allmähliche Verfertigung von Erinnerungen beim Leben. Das bezieht sich auf Kleist und seinen Aufsatz »Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden« und meint dabei auch: Erinnerungen sind unstet. Unser Gehirn passt an, fügt ein, lässt weg. Unsere späteren Erfahrungen, Erwartungen, Einschätzungen und Wünsche lenken, färben und filtern di...

ndPlusTom Mustroph

Würfeln um das Glück des Lebens

Die moderne Physik bedeutet das Ende der althergebrachten Dramatik. Diesen Blick in eine - mögliche - Zukunft durfte man im Deutschen Theater anlässlich der Premiere von Nick Paynes Stück »Constellations« anstellen.

David Fischer, Hannover

»Schick mal ’ne Bombe rüber«

Die Rohrpost hat auch nach mehr als 150 Jahren nicht ausgedient: Als Transportmittel für Blut- und Gewebeproben ist sie in vielen Kliniken unverzichtbar. Auch in Asien findet sie immer mehr Abnehmer.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Bambusräder made in Ghana - und Kiel

Fahrräder aus Bambus sind sicherlich umweltfreundlich - aber sind sie auch stabil? Ein Kieler Unternehmen zeigt, das es geht. Allerdings: Billig sind die Räder nicht.

Seite 17
ndPlusWolfgang Hübner

Kim Jong Un muss es gewesen sein

Auf die Internetseite der scheintoten FDP wurde in dieser Woche ein gemeiner Hackerangriff verübt. Irgendwelche Digitalkriminellen verunstalteten das gelb-blaue Onlineschaufenster der Liberalen mit abstoßend rosafarbenen Klecksen.

Seite 18

Fotografische Reise durch Israel

Sie haben die vergangenen sieben Jahre an Ihrem Projekt »This Place« gearbeitet. Was verbirgt sich dahinter?Das Projekt beschäftigt sich mit Israel als Ort und Metapher. Dort kristallisiert sich die Symptomatik dieser Welt. Insofern geht es natürlich um Israel, aber sie können viele der Fotografien betrachten, ohne an Israel zu denken. Es ist eine Erforschung der menschlichen Verfassung, der Viels...

Seite 20
ndPlusHagen Jung

Eine Million gegen Pegida

Spätestens als er vor dem Fernsehgerät miterleben musste, wie nahezu 18 000 Anhänger der islamfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden »Stille Nacht« sangen - besser: grölten -, stand für Karl Lempert fest: Es muss deutlich gemacht werden, dass die Zahl jener Menschen, die Flüchtlinge willkommen heißen, weitaus größer ist als die Schar der Krakeeler in der sächsischen Hauptstadt und anderswo. Am Tag...

Seite 21

Öl auf Papier

Russland steckt in einer Währungskrise, die der Volkswirtschaft des drittgrößten Schwellenlandes massiven Schaden zufügen wird. Staatschef Wladimir Putin hat Ende 2014 in einer Pressekonferenz die Bevölkerung auf zwei Krisenjahre eingestellt. Was sind die Dimensionen, was Ursachen und was mögliche Folgen? Die russische Notenbank hat versucht, den Druck auf den Rubel abzufangen. Der Schlüs...

Seite 22
ndPlusUwe Stolzmann

Wie die Kabbala den Weltfrieden rettet

Ein Mann schaut dich an. Ein Alter mit Kaftan und Hut, mit Locken, Bart und hoher Stirn. Auf einem Tisch hinter ihm: ein Krug, eine Kerze, ein offenes Buch, Thora oder Talmud. Es ist still über dem Tisch. Der alte Mann schlägt die Augen nieder, weil auch du nun schaust, auf dieses Stillleben in Schwarz und Grau, ein Meisterstück moderner Malerei. Wir haben Ende 2014, du stehst in einer hellen Gale...

Seite 23
Heiko Werning

Weiterlachen!

Man muss sie einfach auslachen: die Islamer, die Islamhasser, die Christen, die Juden, die besorgten Bürger....wir brauchen Satire, die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet und religiöse Gefühle verletzt. Gerade die.

Seite 24
Lena Tietgen

Der übliche Trick mit den Zahlen

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen von Schulsenator Ties Rabe vernünftig. Detailgetreu referiert der SPD-Politiker seit Jahren Berechnungen, die ihm als Grundlage seiner Lehrerzuweisung bei der Umsetzung der schulischen Inklusion dienen. Ja, können Zahlen lügen, stehen nicht gerade sie für Objektivität? Man muss schon tief in die Materie einsteigen, um ihn zu widerlegen. Wer will scho...

ndPlusLena Tietgen

Wahlkampf in Hamburg

Im Hinblick auf die am 15. Februar in Hamburg stattfindende Landtagswahl mobilisiert das im Herbst 2014 gegründete Bündnis für schulische Inklusion derzeit zu einer Podiumsveranstaltung mit Schulsenator Ties Rabe (SPD) und zu einer Demonstration Ende Januar. Man ist wütend über Rabes Zahlenspiel, das mehr und mehr kuriose Züge annimmt. Laut bildungsklick.de hält dieser in Sachen Inklusion...

ndPlusIsidor Grim

Auf ein Neues

Die bedeutendste hochschulpolitische Wende des Jahres 2014 war die Abschaffung des sogenannten Kooperationsverbots, der der Bundesrat kurz vor Weihnachten zustimmte. Damit verzichten die Länder nach langem Widerstand, geschwächt durch hohe Steuereinbußen in den letzten Jahren, zugunsten des Bundes auf ihre Gestaltungshoheit über die Hochschulen. Zuvor hatte Berlin angekündigt, die Kosten der Bu...

Seite 25
Ulrich Sander

Zum Beispiel Hübener

Am 8. Januar wäre Helmuth Hübener 90 Jahre alt geworden. Er war der jüngste vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilte Widerstandskämpfer, er wurde 17-jährig am 27. Oktober 1942 in Plötzensee ermordet. Konnte die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft am Tagebuch der Anne Frank und dem Widerstand der »Weißen Rose« nicht vorbeikommen, deren sich das Ausland schon lange angenommen hatte, so wur...

ndPlusErhard Geißler

Der Eifer unbotmäßiger Offiziere

Zum Jahreswechsel 1987/88 war man im Ostberliner Regierungsviertel sehr beunruhigt. Es war zu befürchten, dass die USA die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen aufkündigen könnten. Das geht aus Dokumenten hervor, die erst jetzt im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes entdeckt werden konnten. Kurt Nier, der stellvertretende DDR-Außenminister, war bereit, US-Botschafter Francis J. Meehan noch »...

Seite 26
Reinhard Renneberg

Links halten!

Der Biolumnist RR ist bekennender Workaholic. Eines hat ihm das neben der Professur schon eingebracht: einen saftigen Herzinfarkt! Aber selbst den hat er sofort mit seinem Bio-Test gemessen und begeistert wissenschaftlich ausgewertet. Nun fiel ihm ein Blog von Joe Chung auf. Der Managing Director der US-Beraterfirma Redstar Ventures titelt: »How much should I work?« (Wieviel sollte ich ar...

ndPlusMichael Lenz

Ja, mach nur einen Plan ...

Für das Große Barrierriff (GBR) vor der Ostküste Australiens dürfte 2015 das Schicksalsjahr werden. Um die Gesundheit des größten Korallenriffs der Erde ist es so schlecht bestellt, dass die UNESCO es auf die Liste der gefährdeten Stätten des Weltnaturerbes setzen könnte. Um diese Schmach zu verhindern, hat Australiens Außenministerin Julie Bishop bei der Weltklimakonferenz in Lima wie schon zu...

Martin Koch

Ein Satz für die Ewigkeit

Nicht nur Generationen von Mathematikern haben sich daran die Zähne ausgebissen. Auch unzählige Laien sind bei dem Versuch gescheitert, eine mathematische Vermutung zu beweisen, die auf den ersten Blick recht einfach anmutet: Die Gleichung an + bn = cn hat für positive ganze Zahlen a, b, c sowie den Exponenten n größer als 2 keine Lösung. Die letzte Einschränkung ist notwendig, da sich fü...

Seite 27
ndPlusHans-Arthur Marsiske

Wo soll’s denn hingehen?

Während das äußere Sonnensystem vorerst nur mit Orbitern erkundet wird, sind in der näheren Nachbarschaft der Erde auch Landungen geplant. Und eine Rückkehr zum Mond könnte dagegen in der kommenden Dekade erfolgen.

Seite 29
Mike Mlynar

Steuerlotterie am Neujahrstag

Mancher mag diese Feststellung zwar für etwas überzogen halten, doch es gibt tatsächlich eine ganze Menge Leute im Land, die nicht mit zu wenig, sondern mit zu viel Geld Probleme haben. Da sind beispielsweise die deutschen Vermögensmillionäre, deren Zahl laut World Wealth Report jüngst erstmals selbst die Millionengrenze überstieg. Die müssen nun alle emsig dafür sorgen, dass sie in diese...

Immer auf dem Sprung

Das Wort »Halma« hat seine Wurzeln im griechischen »hálma«, übersetzt: »der Sprung«. Stand da vielleicht ein altgriechisches Pate? Nein, jedenfalls nach meinem gegenwärtigen Wissen. Trotz intensiver Recherchen habe ich in der vieltausendjährigen Kulturgeschichte der Menschheit kein Spiel gefunden, das auch nur annähernd dem Halma gleichgekommen wäre. Ich denke, dass der ursprüngliche Erfi...

Seite 30
Janina Fuge

Urlaub mit Mord und Totschlag

Landschaften und Literaten haben mitunter ein besonderes Verhältnis. Mal ist es mehr Zuneigung, mal eher Abneigung, immer allerdings irgendwie: Inspiration. Es gibt Orte, die haben einen ganz eigenen Geist, den es in die Welt zu tragen gilt. So funktionierte es für Goethe auf seiner Italienischen Reise - und eben auch für die Eifel, die im Vergleich zu ersteren Gefilden allerdings die augenzwin...

Seite 31
Lockenköpfchen und Minipfauen
ndPlusHeidi Diehl

Lockenköpfchen und Minipfauen

Seit 1868 gibt es den Naumburger Taubenmarkt. Ein alljährliches Fest für Züchter, Käufer und Touristen. nd-Reiseredakteurin Heidi Diehl hat sich umgesehen.

Seite 32
Eric Breitinger

Tropfen im Ozean des Elends

An manchen Tagen läutet Zerais Handy laufend. Er erhält Notrufe, wenn er gerade ein Kind tauft oder seine 14 Gemeinden besucht. Über 5000 Flüchtlinge in Seenot hat er bisher gerettet, sagt die italienische Küstenwache.

Weihnachtsabo
Weihnachtsabo