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UNTEN LINKS

Jedes Minusgrad schlägt sich im Winter mit zusätzlich 14 000 Arbeitslosen nieder. Es ist eine erschütternde Erkenntnis, die das Nürnberger Institut für Arbeitsmarktforschung da öffentlich gemacht hat. Mit schlechtem Gewissen starrt der Winterfreund nun aufs Thermometer und sieht sie vor sich, wie sie zu Tausenden das Werkstück aus der Hand legen, seufzend den Mantel überziehen und hinaus in die...

ndPlusRené Heilig

Nachschub für Mordbrenner

Für alle, die der Vernunft treu bleiben, ist Kriegspropaganda unisono widerlich. Denn sie verschärft und verlängert das Morden. Das bewirken objektiv auch jene, die für materiellen Nachschub sorgen

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ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Zaudernder Makler

Vor zwei Jahren noch war Alexis Tsipras Frankreichs Präsident zu radikal, an diesem Mittwoch ist er gern gesehener Gast in Paris. Von ihrem Gespräch erhoffen sich beide Politiker Aufwind.

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Andreas Knobloch, Havanna

Aufbruchstimmung in Havanna

Der 17. Dezember war der Tag an dem Barack Obama und Raúl Castro simultan eine neue Ära zwischen den beiden Ländern ankündigten. In Kuba macht sich Zuversicht breit.

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ndPlusRoland Etzel

Salomonisches Wegblicken

Nein. Schwere Verbrechen hat es gegeben, aber Völkermord war es nicht, was Kroaten und Serben zwischen 1991 und 1995 im jugoslawischen Sezessionskrieg einander antaten.

ndPlusSilvia Ottow

Tödliches Desinteresse

Beim Krebs ist es leider so wie bei vielen anderen verbreiteten Krankheiten: Der Osten des Landes ist meistens deutlicher betroffen und hat die größten Versorgungslücken - mehr Diabetiker, mehr Tote aufgrund von Herzinfarkten. Es ist daher kaum verwunderlich, dass auch die höchste Krebssterblichkeit in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet wird.

Simon Poelchau

Das Bürokratiemonster für alle Fälle

Bayerns CSU-Regierungschef Horst Seehofer könnte die Studie nicht besser selbst bestellt haben. Just als er am Donnerstag umfassende Änderungswünsche am vermeintlichen Bürokratiemonster Mindestlohn ankündigte, erklärten die Ökonomen des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung, der Mindestlohn sei schuld daran, dass es dieses Jahr wieder mehr Schwarzarbeit geben und die Schattenwirtschaft anwachsen werde.

Velten Schäfer

Zuvorgekommen

Was ist das Adressbuch einer Multifunktionärin wert? Einer 41-Jährigen, die es bereits auf mehr als anderthalb Jahrzehnte Bundestag sowie zwei Staatssekretärinnenposten bringt? Seit Montag weiß man es.

Herbert Schui

Risikomindernde Maßnahmen

Weil das EZB-Programm das gesamte Euro-Währungsgebiet erfassen soll, gelten besondere Regeln mit sogenannten risikomindernden Maßnahmen. Demnach können auch Anleihen Griechenlands und Zyperns gekauft werden, wenn die betreffenden Länder das Sparprogramm der Troika weiter akzeptieren.

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René Heilig

Schwarze Fahnen in Afghanistan

Kämpfer des Islamischen Staates (IS) sammeln sich jetzt auch in Afghanistan, heißt es. Panikmache oder Realität? Die Bundeswehr steckt mal wieder mittendrin in dem womöglich tödlichen Problem.

ndPlusRudolf Stumberger, München

Von Sichtachsen und Rodelhügeln

Vor mehr als 40 Jahren ermordeten palästinensische Terroristen bei den Olympischen Spielen in München elf israelische Sportler. Doch wo könnte ein Denkmal stehen?

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Ungewollter Nebeneffekt

Eigentlich hätte Forschern zufolge die Schattenwirtschaft zurückgehen müssen. Tatsächlich bleibe ihr Umfang aber so hoch wie zuvor - wegen des Mindestlohns.

ndPlusFabian Lambeck

Lohndumping für Akademiker

In der Frage, ob die Bundesrepublik ein Einwanderungsgesetz braucht und wie es ausgestaltet werden soll, gehen die Meinung auseinander - offenbar auch innerhalb der Fraktionen.

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Komorowski: Gdansk nicht kontra Moskau

Warschau. Polens Präsident Bronislaw Komorowski hat mit Unverständnis auf Irritationen Moskaus über die von Warschau geplanten Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs reagiert. Mit der Organisation einer Gedenkveranstaltung am 8. Mai auf der Westerplatte bei Gdansk habe Polen keineswegs den russischen Stolz verletzen wollen, sagte Komorowski am Dienstag dem Rundfunksender T...

Gaza-Gremium führerlos

Die Aufarbeitung des jüngsten Gaza-Kriegs ist offenbar blockiert. Auf Druck Israels ist die UN-Kommission jetzt ohne Vorsitzenden.

ndPlusMarian Krüger

Ukraine an der kurzen Leine

Die Ukraine steht vor der Pleite. Ministerpräsident Jazenjuk beschwor bereits zum Jahresende 2014 die Gefahr eines Staatsbankrottes. Für 2015/16 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf.

ndPlusThomas Roser, Belgrad

Völkermordklagen zurückgewiesen

Der Internationale Gerichtshof hat am Dienstag die gegenseitigen Völkermordklagen Kroatiens und Serbiens zurückgewiesen. Kroatien zeigt sich unzufrieden, Serbien hingegen ermutigt.

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ndPlusHannes Hofbauer, Wien

Pegida in Wien vorwiegend kläglich

»Pegida« scheiterte in Wien kläglich. 300 Islamophobe gegen 250 Antifaschisten, dazwischen 500 Einsatzkräfte. Am Stephansdom demonstrierten 5000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Olaf Standke

Zurück in den Kalten Krieg

Wenn die NATO-Verteidigungsminister jetzt in Brüssel zusammenkommen, könnte Frankreichs Vertreter Jean-Yves Le Drian beim ersten Tagungsordnungspunkt fehlen. Denn dann soll die Nuclear Planning Group (NPG) beraten.

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Kritik an Imam

Innensenator Frank Henkel (CDU) hat von den islamischen Gemeinden gefordert, sich von frauenverachtenden Äußerungen islamistischer Prediger zu distanzieren. »Die islamischen Gemeinden in unserer Stadt dürfen solche Hasspredigten nicht stillschweigend hinnehmen«, erklärte Henkel am Dienstag. Auch der Jugendstadtrat von Neukölln, Falko Liecke (CDU), hat eine Predigt eines Imans aus der Neuköllner Al...

Martin Kröger

Rechter Spuk ist nicht vorbei

Die Teilnehmerzahlen nehmen immer weiter ab - und zumindest in Marzahn könnten die wöchentlichen Aufmärsche gegen die Containerdörfer für Flüchtlinge bald eingestellt werden. Doch Vorsicht, für Triumphgefühle oder gar Entwarnung ist es zu früh

Martin Kröger

Senat will IT-Dienste privatisieren

Weil in der Verwaltung viele Beschäftigte ausscheiden, muss Berlin künftig auf Externe zurückgreifen. Opposition und Datenschützer sehen das kritisch.

ndPlusPaul Liszt

Hetzern geht die Luft aus

Nach wochenlangen Aufmärschen lassen die Hassproteste gegen Flüchtlinge, wie von der »Bürgerbewegung Marzahn«, endlich nach. Die Gefahr von asylfeindlichen Aktionen bestehe jedoch weiter, warnen Experten.

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Potsdam will den Fußball im »Karli« halten

Potsdam. Die Gespräche am Montagabend in Potsdam zum künftigen Spielbetrieb im Karl-Liebknecht-Stadion im Stadtteil Babelsberg lassen für die Zukunft des Regionalfußballs am Standort hoffen. »Wir sind optimistisch«, bestätigte der Sprecher der Stadtverwaltung, Stefan Schulz, am Dienstag dem »nd«. Das Treffen mit Vertretern beider Mannschaften - SV Babelsberg 03 und FFC Turbine Potsdam - sei sehr k...

Klageflut gegen Hartz IV ungebrochen

Auch zehn Jahre nach ihrer Einführung überlasten Tausende Klagen gegen die Arbeitsmarktreform die Gerichte. Diese fordern Verstärkung, um den Stau binnen abbauen zu können.

Neues Hochsicherheitslabor eröffnet

Das dritte deutsche Hochsicherheitslabor zur Erforschung gefährlicher Erreger wie Ebola- oder Lassa-Viren ist am Dienstag in Berlin eröffnet worden.

ndPlusSteffi Bey

Hubertusbad wird kein Lichtenberger

Der Verkauf des Hubertusbades geht in die erste Runde. Doch es gibt bereits einen Verlierer: Die Projektgenossenschaft Stadtbad Lichtenberg fühlt sich vom Verfahren ausgeschlossen.

Andreas Fritsche

Pfarrer Froehlich und die Faschisten

Nach dem Vorbild der Plattform www.vernetztes-gedächtnis.de ist eine Internetpräsentation zur Nazizeit in Rathenow entstanden. Am Montagabend wurde sie freigeschaltet, am Dienstag vorgestellt.

ndPlusWilfried Neiße

Das Filmland berappelt sich wieder

Ganz gleich, ob es um die Oscar-Nominierungen oder die Berlinale geht: Stets leistet die Filmwirtschaft in Berlin-Brandenburg ihren ganz besonderen Beitrag zum guten Ruf der Region in der Welt.

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Ausgrenzung bedeutet ökonomischen Schaden

Obwohl in Sachsen vergleichsweise wenig Ausländer leben, demonstrierten dort besonders viele Menschen gegen eine angebliche Überfremdung. Dabei ist Sachsens Wirtschaft auf Migranten angewiesen.

Birgit Gärtner, Hamburg

Ein Briefkasten wird zum Problem

Kürzlich wurde der Briefkasten des Jobcenters Hamburg-Harburg aufgebrochen, die darin enthaltene Post wurde entwendet. Lokalen Medien zufolge könnten nun einigen »Kundinnen« und »Kunden« wegen fehlender Unterlagen Sanktionen drohen. Die LINKE-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg wandte sich deswegen mit einem offenen Brief an den Leiter des Jobcenters, Jürgen Schlenker. Sie fordert darin, au...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Lavieren in der Schlüsselfrage

In sächsischen Kitas betreuen Erzieherinnen so viele Kinder wie in keinem anderen Land. Ab Herbst gibt es kleine Verbesserungen. Den Beschäftigten reicht das aber nicht.

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Poetischer Einspruch im Literaturhaus

Den Roman »Die Mittellosen« des ungarischen Autors Szilárd Borbély stellt Katharina Raabe an diesem Mittwoch, 20 Uhr, im Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, vor. Auszüge aus der deutschen Übersetzung liest Frank Arnold.In einem kleinen Dorf im Nordosten Ungarns wächst ein kleiner Junge auf, der Erzähler des Romans. Früh hat er gelernt, wie man Tiere tötet und sich mit halbverfrorenen Fingern d...

Margherita sucht Gleichgesinnte

Die Freie Universität Berlin schreibt erneut den Margherita-von-Brentano-Preis aus. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Präsidium an herausragende Personen und innovative Projekte vergeben, die sich um die Frauenförderung oder die Geschlechterforschung verdient gemacht haben. Personen aller Statusgruppen können sich für den Preis selbst bewerben oder vorgeschlagen we...

Museum der Moderne birgt Risiken

Der Bundesrechnungshof hat vor Finanzrisiken beim in Berlin geplanten Museum der Moderne gewarnt. Würde die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz das Vergabeverfahren starten, ehe ein genehmigter Bebauungsplan vorliege, würde sie ein »kaum kalkulierbares Vergaberisiko eingehen«, heißt es in einer Stellungnahme, die der Rechnungshof am Montag zu einer öffentlichen Anhörung des Haushalts...

Pflegeheime brauchen mehr Hausärzte

Weimar. Hausärzte in Thüringen absolvieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) jährlich rund 250 000 Besuche in Pflegeheimen. Das entspricht etwa zehn Arztbesuchen je Heimbewohner pro Jahr. In Thüringen leben laut amtlicher Statistik mehr als 23 000 Pflegebedürftige in Heimen - Tendenz steigend. Betreiber der Einrichtungen beklagen immer wieder Probleme bei der Hausarztsuche. Nach E...

Damit der Wutanfall planbar wird

Kein anderes Bundesland nimmt soviel Autoverkehr auf wie Hessen. Deshalb war es hier nicht staufrei, ist es nicht, wird es vielleicht nie sein. Doch die Lage hat sich verbessert.

ndPlusRudolf Stumberger, München

Geben und Nehmen à la CSU

13 Staatsanwälte und 75 Kripobeamte durchsuchten in dieser Woche 27 Wohnungen und Geschäftsräume in Bayern. Es ging im die Sponsoring-Affäre in Miesbach. Doch CSU-Filz gibt es nicht nur dort.

ndPlusVolkmar Draeger

Bravouröser Zoff zweier Altstars

Wir sehen uns im Himmel wieder, die Engel werden sagen: Die griffen nicht nach Lust. Umarmt stehen George Bernard Shaw und die Schauspielerin Beatrice Stella Campbell vor der Projektion einer Suite von Räumen, die ins Unendliche zu führen scheinen. So leise endet am Schlosspark Theater Jerome Kiltys »Geliebter Lügner« in Philip Tiedemanns Regie und zur sanften Musik von Henrik Kairies. So leise en...

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Erster Weltkrieg kunterbunt

Das Hessische Staatsarchiv Marburg zeigt ab dem 20. Februar Druckwerke und Karikaturen aus dem Ersten Weltkrieg. Viele davon hätten propagandistischen Zwecken gedient, teilte das Staatsarchiv am Dienstag mit. Zu sehen seien auch Druckgrafiken von Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Max Liebermann und Ernst Barlach. Hinzu kämen weitere Stücke renommierter Maler, Werbegrafiker und Karikaturisten aus ganz ...

Burg soll jünger werden

Das zuletzt krisengeplagte Wiener Burgtheater will mit besonders modernen Inszenierungen neue künstlerische Akzente setzen. »Ich möchte, dass extrem zeitgenössisches Theater stattfindet«, sagte Intendantin Karin Bergmann der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es auch, junge Regisseure für österreichische Dramatiker wie Johann Nestroy, Franz Grillparzer und Hugo von Hofmannsthal zu gewinnen. »Da ha...

ndPlusIngolf Bossenz

Harmonie und Harpune

Wer sich, wie einst Otto Reutter, »über jarnischt mehr« wundert, wird wohl auch von dieser Nachricht wenig überrascht sein: Wir befinden uns derzeit mitten in der »Weltwoche der interreligiösen Harmonie«.

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Michelangelo schuf zwei Bronzestatuen

Zwei Bronzestatuen in Großbritannien sind nach Ansicht von Kunsthistorikern vermutlich Werke des italienischen Renaissance-Meisters Michelangelo. Die beiden muskulösen, auf Panthern reitenden Männer wären die einzigen erhaltenen Bronzestatuen des Künstlers überhaupt, teilte die Universität Cambridge am Montag mit. Wenn die Theorie korrekt ist, hat Michelangelo (1475-1564) sie zwischen zwei seiner ...

Fokke Joel

Ist der Messias schon weg?

Wir gehen und schweigen«, heißt es zu Beginn von Szilárd Borlébys Roman »Die Mittellosen«. »Dreiundzwanzig Jahre trennen uns. Die Dreiundzwanzig kann man nicht teilen. Die Dreiundzwanzig ist nur durch sich selbst teilbar. Und durch eins. So ist die Einsamkeit zwischen uns. Man kann sie nicht teilen.« Es ist die Mutter, die neben dem Erzähler geht, irgendwann in den 1960er Jahren. Er ist noch ein K...

Roberto Becker

Von hinten durchs Ziel

Von Roberto BeckerDieser Dessauer Nibelungen Ring ist etwas ganz besonderes. Eine komplette Tetralogie auf einer Bühne, die von den echten Fans - und von den falschen Anhängern - gerne auch als Bayreuth des Nordens bezeichnet wird, nach über 50 Jahren herauszubringen, das ist an sich schon eine historische Tat. Die letzte zyklische Aufführung vermerken die Annalen für den Mai 1963. Der genius loci...

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Kein Auftritt von Roth und Ude

Nach dem umstrittenen Gastauftritt von Finanzminister Markus Söder (CSU) ist die Heimatserie »Dahoam is dahoam« für Politiker fortan tabu. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, sagte dem »Münchner Merkur«, er habe die Redaktion gebeten, »keine weiteren Politikerauftritte bei ›Dahoam is dahoam‹ mehr einzuplanen«. Söders Gastrolle in der Serie war in den vergangenen ...

ndPlusTomas Lecorte

Geschichten aus der Löwenhöhle

Am 26. September 1980 kam es zum schlimmsten Terroranschlag der bundesdeutschen Geschichte. Auf dem Münchener Oktoberfest explodierte eine Bombe; 13 Menschen wurden getötet, 211 verletzt, 68 davon schwer. Als Attentäter wurde Gundolf Köhler ermittelt, ein Anhänger der rechtsterroristischen »Wehrsportgruppe Hoffmann«. Die Ermittlungsbehörden vertraten jedoch die Einzeltätertheorie. An dieser wurde ...

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Ulrike Henning

Neue Leitlinien zu Alkohol und Tabak

In Deutschland werden zu wenige Menschen mit Alkoholproblemen oder Tabaksucht gezielt medizinisch behandelt. Zwei neue »S 3-Leitlinien« sollen den Ärzten helfen, frühzeitig mit der bestmöglichen Therapie einzugreifen. 50 medizinische Fachgesellschaften, Berufsverbände, aber auch Patienten- und Angehörigenvertretungen haben seit 2010 die neuen Empfehlungen ausgearbeitet, die am Dienstag in Berli...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Franken-Schock trifft Osteuropa

Bankdarlehen an den Franken zu binden - das schien in Osteuropa nach der Wende eine gute Idee zu sein. Nun soll die Politik eingreifen.

ndPlusSilvia Ottow

Nur ein Onkologe in Stendal

Menschen können mit Krebs immer länger überleben, dennoch hat die Krankheit wenig von ihrem Schrecken verloren. Nach wie vor ist sie die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

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Ralf Hutter

Mehr Autonomie für Kommunen

Wie frei sind Kommunen bei der Vergabe ihrer Energienetze? Über diese Frage entscheidet in Kürze das Bundesverfassungsgericht. Eine Kleinstadt aus dem Schwarzwald klagt.

Kurt Stenger

Schlappe für die Atomkonzerne

Vorentscheidung im Streit um die deutsche Kernbrennstoffsteuer: Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält diese für europarechtskonform.

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Geld für Struktur, nicht nur Einzelprojekte

Verden. Nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin »Charlie Hebdo« ist die Vorratsdatenspeicherung plötzlich wieder in aller Munde. Allerorten wird nach mehr Sicherheit verlangt - auch im Internet. »Die digitalen Bürgerrechte stehen auf dem Spiel«, warnt die Stiftung bridge, die soziale Bewegungen, die sich für Datenschutz, Meinungsfreiheit und freies Internet einsetzen, unterstützt. Sie schreibt...

Peter Nowak

Essohäuser sind überall

»Einfach dokumentieren, was hier täglich passiert, und denen, die hier wohnen, eine Stimme geben«, wollen die Hamburger Filmemacher Irene Bude, Olaf Sobczak und Steffen Jörg. In ihrem jüngsten Film »buy buy st. pauli«, der zur Zeit in mehreren Städten zu sehen ist, haben sie diesen Anspruch umgesetzt. Über mehrere Jahre begleiteten sie Bewohner und Unterstützer der Essohäuser, einem Gebäudekomp...

ndPlusAnke Engelmann

Frauenbibliothek bedroht

Seit 1990 bietet eine Bibliothek in Leipzig feministische Lektüre und ein Archiv queer-feministischer Bewegungen. Ein wichtiger Ort für Frauen. Das Kulturamt sieht das anscheinend anders.

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ndPlusThomas Häberlein, Beaver Creek

Die Wundertüte ist zurück

Der Super-G der Männer könnte ein sehr unterhaltsames Rennen werden. Kjetil Jansrud aus Norwegen ist Favorit, die Zahl der Medaillenanwärter groß. Und dann ist da auch noch Bode Miller.

Wir haben verlernt, hart zu trainieren

Es ist ruhig rund ums deutsche Schwimmen. Das Letzte, was hängenblieb, war der WM-Titel mit Weltrekord von Lagenschwimmer Markus Deibler auf der Kurzbahn im Dezember 2014, dem tags darauf aber das Karriereende folgte. Das ließ viele erstaunt zurück … Das ist nachvollziehbar, selbst für mich hatte sich das nicht unbedingt angekündigt. Da hat Markus vieles mit sich selbst ausgemacht und ent...

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2,5 Millionen für »Tim und Struppi«

Brüssel. Das Originalcover des »Tim und Struppi«-Bands »Der geheimnisvolle Stern« (»L'Etoile mystérieuse«) ist in Brüssel für 2,5 Millionen Euro verkauft worden. Der Preis für das 1942 von Hergé mit schwarzer Tinte gezeichnete Bild liege nahe dem Weltrekord für ein derartiges Werk, teilte die Galerie Petits Papiers-Huberty-Breyne mit, die den Verkauf am Montag organisierte. Demnach erfolgte der...

»Linus« tötet in den USA zwölf Menschen

Chicago. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hat ein Wintersturm zu schweren Schneefällen im Mittleren Westen und im Nordosten der USA geführt. Die Unwetterfront »Linus« reichte von Chicago bis Boston. Mindestens zwölf Menschen kamen seit Sonntag vor allem bei wetterbedingten Autounfällen an der Ostküste oder im Mittleren Westen ums Leben, so der TV-Sender NBC. Zeitweise waren Zehntausende oh...

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Ab 2015 vier neue Leiden anerkannt

Ab 2015 gibt es auch eine Neuregelung bei Berufskrankheiten: Vier neue Leiden wurden als Berufskrankheit anerkannt. Neu aufgenommen wurden unter anderem bestimmte Formen des »weißen Hautkrebses« (Plattenepithelkarzinome) oder dessen Vorstufe. Ebenfalls anerkannt wird Kehlkopfkrebs infolge von Schwefelsäure-Dämpfen. Damit haben Betroffene dieser Krankheiten ab dem 1. Januar 2015 Anspruch auf eine H...

Unfallversicherungsschutz für Studierende

Studenten stehen beim Skikurs ihrer Uni im Ausland nur unter engen Voraussetzungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Im Gegensatz dazu: Erleidet ein Student bei Hochschulsportmeisterschaften einen Unfall, muss die Unfallversicherung das als Arbeitsunfall anerkennen.

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Mobbing

Mobbing oder Mobben steht im engeren Sinn für »Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln.«Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig oder wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise Mobbing in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis und im Internet (Cyber-Mo...

Die Arbeitswelt wird älter

Viele Branchen in Deutschland bangen um Fachkräfte der Zukunft, weil bald große Arbeitnehmer-Generationen zu Ruheständlern werden.Bereits heute gibt es in 139 von 615 Berufsgattungen Engpässe, wenn qualifizierte Mitarbeiter rekrutiert werden sollen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ergab. Von 6,7 Millionen Beschäftigten in diesen Branchen scheiden in den kommen...

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Wenn der Postmann klingelt

In größeren Mehrfamilienhäuser sind die Briefkästen oft in den Hausfluren angebracht und demzufolge nicht von außen erreichbar. as hat das für Folgen?

Schimmel hinterm Schrank

Schimmel hinter dem Kleiderschrank - Mieter und Vermieter wälzen die Schuldfrage: Wer trägt die Kosten?

Kabelsalat - nicht nur beim TV

Immer mehr Vermieter, vor allem große Wohnungsgesellschaften, führen in ihren Wohnungsbeständen eine flächendeckende Zwangs-Kabel-Versorgung ein und wollen die Kosten dafür auf die Betriebskosten umlegen. Zahlreiche Mieter wollen dies nicht akzeptieren.

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Pflichten der Bauherren

Bei Schnee und Glätte sind Haus- und Grundstückseigentümer in der Pflicht. Daran erinnert die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Instandsetzungsrücklage

Wohnungseigentümer müssen eine angemessene Instandhaltungsrücklage aufbauen. Sie darf in der Regel nur für anfallende Reparaturen der Wohnanlage verwendet werden.

Die Länder bitten zur Kasse

Seit 1. September 2006 dürfen die Bundesländer die Höhe der Grunderwerbssteuer selbst bestimmen. Alle Länder, außer Bayern und Sachsen, haben davon Gebrauch gemacht, wie der Verbraucherschutzverband wohnen im eigentum informiert

Hausbesitzer müssen nicht zweimal für Straßenbau zahlen

Fast 40 Jahre lang ließ sich die Stadt Menden Zeit, eine Straße zu Ende zu bauen. Für die inzwischen kräftig gestiegenen Kosten wollte sie die Anwohner ein zweites Mal zur Kasse bitten. Das untersagte jetzt das Bundesverwaltungsgericht.

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Taschenrechner aus eigener Tasche

Wenn Eltern über die Schule ihrer Kinder einen Taschenrechner für den Unterricht bestellen, haben sie keinen Anspruch auf Kostenerstattung.

Die ZVR-Card wird immer stärker nachgefragt

Immer mehr Menschen sind aufgrund von Altersverwirrtheit, Krankheit, Unfällen oder Behinderung nicht mehr in der Lage, über die eigenen persönlichen und finanziellen Belange zu entscheiden. Derzeit werden über eine Million Bürger von einem gerichtlich bestellten Betreuer unterstützt. Wer sich auch für den Notfall seine Selbstbestimmung erhalten will, sollte bereits in gesunden Tagen vorsorgen und ...

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Urteile rund um »Risikoschutz«

Bei der Wahrheit bleiben: Wer in einem Antrag zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) die Unwahrheit sagt über frühere Krankheiten und Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, muss sich den Vorwurf der »arglistigen Täuschung« gefallen lassen. Folge: Der Versicherer kann den Vertrag anfechten und Leistungen verweigern (OLG Karlsruhe, Az. 12 U 140/12).Falsche Antworten: Damit der Versicherer das eigene R...

BGH kippt Bankklausel

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 27. Januar 2015 erneut die Rechte der Bankkunden gestärkt: diesmal bei der Frage der Kontoführungsgebühren für Girokonten. Ein einheitlicher Preis pauschal für alle Buchungsposten ist unrechtmäßig. Ob Extragebühren für bare Ein- und Auszahlungen grundsätzlich legal sind, dazu äußerten sich die Richter bei der Urteilsverkündung nicht (nd berichtete).

Wenn mal was passiert ...

Eine bewährte und mit die wichtigste Form der Eigenvorsorge ist die Risiko-Lebensversicherung. Denn deren Leistungen sorgen im Ernstfall, insbesondere beim Tod des Hauptverdieners, für die Existenzsicherung der hinterbliebenen Angehörigen, erklärt Philipp Gruhn, Leiter Produktmanagement bei der OVB Vermögensberatung AG in Köln.

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Wenn Gratis-Games immer teurer werden

Beliebte Handyspiele beginnen meist gratis. Wer aber schnell vorankommen will, muss virtuelle Güter kaufen und dafür auch zahlen. Genau das ist das Problem für viele Eltern, deren Kinder im Spielewahn Hunderte Euro verzocken. Selbst die Kreditkarte der Eltern scheint kein Tabu.

Fluganbieter verlangen oft illegale Gebühren

Die Rechtslage ist klar: Eigentlich müssen Fluganbieter ihren Kunden mindestens eine kostenlose Zahlungsart anbieten. Doch viele Anbieter halten sich nicht daran und kassieren mit Zahlungsgebühren noch immer kräftig ab.

Mehr als 148 000 Fahrer haben keine Punkte mehr

Am 1. Mai 2014 trat die Punktereform für schwere Verstöße am Kfz-Steuer in Kraft. Die Folgen für die Verkehrssicherheit müssen sich erst noch zeigen. Für Tausende Wagenlenker waren die Neuerungen aber erfreulich.