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Unten links

Seit Sonntag sind die Europäer wieder einem der schlimmsten Auswüchse zentralistisch-diktatorischer Willkür ausgeliefert - der Sommerzeit. Sie macht Menschen und Tiere krank, erhöht die Risiken für Unfälle und Unglücke, bindet kreatives Potenzial beim stundenlangen Nuddeln an winzigen Uhrenkronen und geht mit exorbitanten Kosten für die Gesellschaft einher. Warum also, in aller Welt, findet die...

ndPlusRené Heilig

Überfordert von der Realität

Eine junge, sportliche, lebenslustige Frau, geboren in einem kleinen kroatischen Dorf, ist in einem kleinen schwäbischen Nest gestorben. Tragisch. Und vielleicht viel mehr, denn die 20-Jährige war erst vor ein paar Tagen Zeugin des Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschusses. Beim plötzlichen Tod der Zeugin, so eilen sich Ermittler mitzuteilen, ist Fremdverschulden nicht festzustellen. Nicht...

NSU-Zeugin tot - natürliche Ursache vermutet

Berlin. Der ungewöhnliche Tod einer Zeugin des baden-württembergischen NSU-Untersuchungsausschusses hat laut Staatsanwaltschaft eine natürliche Ursache. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis starb die 20-jährige Melisa M. an einer Lungenembolie. Anzeichen für Fremdeinwirkung gebe es nicht, sagten die Ermittler am Montag. Bereits im Vorfeld ihrer Aussage fühlte sich die Frau bedroht. Offenbar nic...

Abkommen mit Iran steht noch aus

Lausanne. Einen Tag vor Ablauf der selbst gesetzten Frist haben sich die Verhandlungspartner in den Gesprächen über das iranische Atomprogramm weiter nicht auf ein Rahmenabkommen einigen können. Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte am Montag seine vorläufige Abreise aus dem schweizerischen Lausanne an, will aber im Fall einer Einigung an diesem Dienstag zurückkehren. Die Bundesregieru...

Frankreich rückt nach rechts

Berlin. Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei (PS) bei den französischen Départements-Wahlen hat Regierungschef Manuel Valls seinen für diesen Dienstag angekündigten Deutschlandbesuch abgesagt. Das bestätigte die Regierung am Montag ohne Angabe von Gründen. Valls wollte ursprünglich an den deutsch-französischen Regierungskonsultationen in Berlin teilnehmen und hatte zudem einen Besuch ...

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Neue Allianzen schmieden

Unter dem Rechtsruck bei der Bezirksparlamentswahl an den vergangenen beiden Sonntagen hat auch die radikale Linke Frankreichs gelitten. Die Kommunistische Partei (PCF), die bisher noch zwei Départements geführt hatte, verlor den mittelfranzösischen Bezirk Allier. Val-de-Marne in der Pariser Region konnte das radikallinke Lager dagegen knapp halten. Das Wahlbündnis hat hier die konservative UMP üb...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Enttäuschung nur nicht bei Sarkozy

Die Départements-Wahlen brachten einen eindeutigen Sieg für die konservativen Parteien. Für Frankreichs Regierung kommt ein Kurswechsel dennoch nicht in Frage.

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ndPlusHendrik Lasch

Chinesischer Bordeaux

Bordeaux-Weine gelten eigentlich als ein französisches Produkt. In manchen Fällen trifft das freilich nur bedingt zu. Rund 100 Weingüter im Bordeaux-Gebiet, schrieb der Wirtschafts- und Sozialausschuss des EU-Parlaments kürzlich, seien von Investoren aus China aufgekauft worden.Es ist ein kleines Beispiel für ein weltweites Phänomen, das als »Landgrabbing« bezeichnet wird. Zunehmend schwärmen Inve...

Hendrik Lasch, Schwaneberg

Auf Landjagd in der Börde

Äcker werden bei Investoren immer begehrter; Preise explodieren. Sachsen-Anhalt will örtliche Bauern per Gesetz besser schützen. Die sähen es lieber, wenn der Bund seine Privatisierungspolitik änderte.

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Plädoyer für die Logik des Krieges

Immer mehr syrische Flüchtlinge brauchen immer mehr Hilfe. Wenigstens darüber sind sich alle direkten und indirekten Akteure des Syrien-Krieges einig, und dass der voranschreitenden Flüchtlingskatastrophe am ehesten durch einen Waffenstillstand Einhalt geboten werden könnte. Da aber endet der Vorrat an gemeinsamen Auffassungen zu diesem Krieg. Sowie Fragen eines für jegliche Feuerpause notwendi...

ndPlusGrit Gernhardt

Umweltschutz? Nicht so wichtig.

Millionen Tonnen Plastikmüll verseuchen die Ozeane, Fracking und Ölbohrungen gefährden das Grundwasser und Pestizide schaden der Tier- und Pflanzenwelt. Dennoch ist Umweltschutz nur für 20 Prozent der Bundesbürger eines der aktuell wichtigsten Probleme, ergab eine Umfrage des Bundesumweltamtes. Damit befindet sich das Umweltbewusstsein auf ziemlich genau dem selben Stand wie vor zehn Jahren. Nu...

Katja Herzberg

Hollandes letzte Chance

Ausgerechnet die Konservativen stoppen den weiteren Aufstieg der Front National in Frankreich. Glück gehabt, könnte mensch dazu meinen, dass die rechtsradikale Partei bei der Regionalwahl kein Département gewinnen konnte. Doch ob Marine Le Pen oder Nicholas Sarkozy, für Frankreich gibt weder der Erfolg der einen noch des anderen Anlass zum Aufatmen. Die Sozialistische Partei von Präsident...

Simon Poelchau

Gutsverwalter

Es sei »natürlich eine naheliegende Versuchung, sozusagen in mir eine Art Wiedergeburt von Axel Springer zu sehen«, soll Mathias Döpfner einst von sich gesagt haben. Doch er sei es nicht. Axel Springer sei absolut einzigartig. Sich selbst sieht der Musikwissenschaftler und Chef des Springer-Verlages als »Gutsverwalter«, mit der Aufgabe, den Verlag »so gut wie möglich zu führen«. Zu dieser...

Kathrin Gerlof

»Selbst in ihrem Schweigen ...

… scheint die Bevölkerung unendlich viel erwachsener als all die Hampelmänner, die sich zanken, um sie zu regieren.« (Wird erst am Schluss aufgelöst.) Die Satire hat es schwer, denn jede Sau, die durchs Dorf gejagt wird, ist sich selbst genug und lässt uns auch ohne Überhöhung böse lachen. Wir haben jetzt die Ausländer-Maut - unser neues Reichserbhofgesetz: Kostenfrei Auto fahren auf unse...

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René Heilig

Der Tod einer Zeugin und das Signal: Mund halten!

Die 20-Jährige starb an Lungenembolie, keine Anzeichen für Fremdeinwirkung. Die Staatsanwaltschaft will die Akte schließen - wie schon zu oft, wenn es um Zeugenschaft in Sachen NSU geht.

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ndPlusPeter Nowak

Schwaben im Zeichen des Krieges

Auch in diesem Jahr hat die Friedensbewegung gegen die Königsbronner Gespräche protestiert. In der Kritik steht auch ein Politiker der LINKEN.

ndPlusFolke Havekost, Hamburg

Koalition mit Fahrradgütesiegel

16 Gesprächsrunden liegen hinter den Unterhändlern von SPD und Grünen in Hamburg. Am Gründonnerstag soll die Koalition in Hamburg besiegelt werden.

Einige Konzerne sollten zerschlagen werden

Die Wirtschaftspolitik dürfte dieses Jahr ein zentrales Debattenthema bei den Grünen werden. Sie haben zusammen mit linken Parteikollegen ein Papier vorgelegt. Wurde das Thema zuvor vernachlässigt?Das glaube ich nicht. Vielmehr stehen wir in Wirtschafts- und Finanzfragen vor Diskussionen, weil ein Teil der Partei meint, dass unsere entsprechenden Konzepte mit unserem nicht so guten Abschneiden bei...

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Nigeria: Mit Tränengas gegen Proteste

Port Harcourt. Einen Tag nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nigeria sind Polizisten am Montag mit Tränengas gegen rund 2000 demonstrierende Anhängerinnen der Opposition in der Hafenstadt Port Harcourt vorgegangen. Die ganz in schwarz gekleideten Frauen, Unterstützerinnen der Oppositionspartei All Progressives Congress (APC), warfen der regierenden Peoples Democratic Party (PDP) und...

Jemen: Bomben treffen Flüchtlingslager

Die saudi-arabische Luftwaffe bombardiert die Huthi-Rebellen in Jemen. Sie nimmt vor allem militärische Ziele ins Visier. Die Bomben sollen aber auch ein Flüchtlingslager getroffen haben.

Benjamin Beutler

Kein Siegerlächeln bei Morales

Bei den Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag in Bolivien hat die regierende »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) herbe Rückschläge eingesteckt. Ein Grund: Im Wahlkampf setzte man zu stark auf den Morales-Faktor.

Karin Leukefeld

Bitte um Nothilfe für Flüchtlinge

Internationale Hilfsorganisationen wollen Not leidende Syrer mit einer halben Milliarde Dollar unterstützen. Eine entsprechende Zusage machten sie auf einer Geberkonferenz in Kuwait.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

»Ein Affront gegen das russische Volk«

Die Ukraine-Krise wirft ihre Schatten auch auf die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Moskau. US-Präsident Barack Obama und europäische Staatschef werden nicht an der Militärparade am 9. Mai teilnehmen.

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ndPlusMarcus Meier

E.on-rote Atomeier vom Osterhasen

E.on plante eine komplette Umgestaltung seiner Konzernstruktur. Dabei könnten die Gelder für den AKW-Rückbau in Gefahr geraten. Am Ende würde der Steuerzahler auf den enormen Kosten sitzenbleiben.

Jörg Meyer

Streiken Lehrer für Feuerwehrleute?

Im Vorfeld der letzten Verhandlungen am Samstag hatte die GEW gesagt: Wir wollen einen Tarifvertrag für angestellte LehrerInnen im öffentlichen Dienst der Länder, aber nicht um jeden Preis. An welcher Stelle war der Preis zu hoch? Es ist gescheitert, weil die Arbeitgeberseite nicht wollte. Ganz einfach. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) war nicht bereit, einen fixen Zeitplan für die Umse...

ndPlusHermannus Pfeiffer, Hamburg

Hamburg macht Rekordumschlag

Die wirtschaftlichen Aussichten des Hamburger Hafenbetreibers HHLA sind bestens. Doch die Zukunft ist politisch heikel.

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ndPlusMartin Ling

Deutsche Agrarexporte unberücksichtigt

An den Fakten ist nicht zu rütteln: »Noch nie wurden weltweit so viele Nahrungsmittel produziert wie im Jahr 2014. Und dennoch - weltweit hungern mehr als 800 Millionen Menschen, zwei Milliarden sind chronisch mangelernährt.« Mit diesen Fakten begründet das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) seine gerade von Minister Gerd Müller gestartete »Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger«. Auch...

Zofeen Ebrahim, Karachi

Frauen sichern in Pakistan die Ernährung

Das Welternährungsprogramm WFP stuft Tharparkar in der südostpakistanischen Provinz Sindh als den ernährungsunsichersten Bezirk des Landes ein. Hier starben 2014, dem dritten Dürrejahr in Folge, mehr als 500 Säuglinge. Unterernährung und Hunger gehören zum Alltag, und Tausende Familien finden nicht genug Wasser. Von den etwa 1,5 Millionen Menschen, die in 2300 Dörfern auf einer Fläche von 22 00...

Martin Ling

Entspannung am Nil

Die Aufteilung des lebensspendenden Nil-Wassers ist zwischen den Anrainern seit jeher umstritten. Mit dem auf sudanesische Initiative vermittelten Abkommen ist ein Schritt zur Entspannung getan.

ndPlusRoland Bunzenthal

Mehr Geld für die arme Welt

Entwicklungsminister Gerd Müller hat hochfliegende Pläne wie die Anti-Hunger-Initiative für rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Der von Schäuble bewilligte Aufwuchs im Etat kommt ihm da entgegen.

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Scheeres plant Ausbildung für Imame

Eine Ausbildung für Imame als künftige Religionslehrer will Berlins Bildungs- und Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) einführen. »Die ersten Gespräche wurden geführt, mit unterschiedlichen islamischen Verbänden, und wir haben ein sehr positives Feedback bekommen«, sagte Scheeres der »Berliner Morgenpost« (Montag). Die Imame sollen als Religionslehrer an Schulen zum Einsatz kommen. Allerdi...

Grundschulen ohne Schulleiter

In vielen Grundschulen fehlen Schulleiter oder deren Stellvertreter. 19 Stellen für Schulleiter und 70 Stellvertreterstellen sind derzeit nicht besetzt. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Stefanie Remlinger hervor. Die »Berliner Morgenpost« hatte am Sonntag darüber berichtet. Die Probleme mit nicht-besetzten Stellen betreffen ungefähr ein Viertel der sta...

Christin Odoj

Überlasteter Seismograf

Auch in diesem Jahr haben die Berliner Notunterkünfte wieder verkünden müssen, dass sie an den meisten Tagen mehr Schlafmöglichkeiten für Hilfesuchende zur Verfügung gestellt haben, als es regulär Plätze gab. Klar ist: Die Notunterkünfte werden immer mehr zum Seismografen der sozialen Not in Deutschland und Europa. Mit dem in diesem Land einzigartigen Hilfenetzwerk leisten die Träger jedes Jahr...

ndPlusBernd Kammer

Wettbewerb kommt nicht zum Zug

Der Senat wollte per Ausschreibung mehr Wettbewerb bei der S-Bahn erreichen. Das dürfte gescheitert sein. Denn die Zahl der Bewerber ist mehr als nur überschaubar. Der bisherige Betreiber dürfte auch der Neue werden.

Martin Kröger

Ex-Rechter als PR-Frontmann

Ein aktueller Arbeitsgerichtsprozess offenbart, dass wie bei der Deutschen Polizeigewerkschaft auch bei der Gewerkschaft der Polizei ein ehemaliger extrem Rechter eine Heimat finden kann.

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35 Geschäfte missachten Verkaufsverbot

Potsdam. In Potsdam haben sich am Wochenende mehrere Einzelhändler über das gerichtliche Verbot des Sonntagsverkaufs hinweggesetzt. Das Ordnungsamt der Stadt sei nach Beschwerden gegen 35 Geschäfte, darunter auch zwei Möbelhäuser, vorgegangen, die am 29. März geöffnet hatten, berichten die »Potsdamer Neuesten Nachrichten«. Verstöße gegen das Ladenschlussgesetz können mit bis zu 5000 Euro Geldbuße ...

Vorerst letzter Tag für die Entbindungsstation
Andreas Fritsche

Vorerst letzter Tag für die Entbindungsstation

Der Kreißsaal in Bad Belzig soll nicht ausgeräumt werden, bevor das Gesundheitsministerium Mitte Juni die endgültige Entscheidung trifft. Inzwischen liegt ein Kaufangebot aus Brandenburg/Havel vor.

ndPlusTheresa Münch

Ned auf d’Rutsche brunze

Berlin und die Schwaben - eine Liebe ist das nicht. Erst gab es Schrippen-Streit im Prenzlauer Berg. Jetzt lachen die Prenzlschwaben über sich selbst. Eine intelligente Antwort auf den »Spätzle-Krieg«.

Christin Odoj

Krank und ohne Hilfe

In diesem Jahr melden die Notunterkünfte für Wohnungs- und Obdachlose Auslastungen teilweise über 170 Prozent. Insbesondere für Familien und Pflegebedürftige ist ein Leben »auf Platte« unzumutbar.

ndPlusPeter Kirschey

Paradies für scharfe Zähne

Der Biber ist wieder da, die lange bedrohten Bestände wachsen - zur Freue der Naturschützer und zum Gram von Bauern und Deichschützern im Oderbruch. Fangen oder gar töten darf man die Nager nicht.

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Vom lauten Stinker zum leisen Stromer

Schwerin. DDR-Trabis werden in Schwerin für ein neues Leben als abgasfreie Elektromobile umgebaut. Damit verlieren die wegen ihrer Kunststoffkarosse früher als »Rennpappen« verspotteten Autos auch ihr typisches Knattergeräusch. Ein Energieversorger will mit Ökostromspeichern und Elektroantrieben die alten Autos umwelttechnisch auf die Überholspur bringen. Trabis bringen besondere Vorteile für die ...

Marcus Meier, Köln

Zivilklauseln am Rhein

2010 hatten sich Kölner Studierende für die Zivilklausel ausgesprochen, 2013 lehnte der Senat der Universität Köln diese noch ab. Jetzt können die studentischen Friedensaktivisten einen Erfolg verzeichnen.

Michael Bartsch

»Wohnzimmer-Rassismus« durch Pegida

Durch seine Universität ist Dresden auch das Zuhause vieler Akademiker aus dem Ausland. Die fühlen sich durch die Proteste von Pegida nicht bedroht. Doch die zunehmende Agressivität bemerken auch sie.

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Kultur in der Wurstküche

Bremen wirbt um Nutzer für vorübergehend leerstehende Immobilien. Das soll die Kreativszene auffrischen und Verödung verhindern. Aktuell lockt die Stadt mit Wurst, genauer, mit einer alten Wurstfabrik.

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Akademie der Künste erbt Brecht

Die Berliner Akademie der Künste hat wertvolle Handschriften des Dichters Bertolt Brecht (1898 - 1956) erhalten. Dabei handelt es sich um Werkhandschriften sowie Briefe und Postkarten Brechts an seine Tochter Hanne Hiob, ihre Mutter Marianne Zoff, Brechts erste Ehefrau, sowie an die Schauspielerin Therese Giehse und den Verleger Peter Suhrkamp. »Ich lebe luxuriös, mit der schönsten Frau Augsburgs,...

Stararchitekt Gehry kommt nach Berlin

Stararchitekt Frank Gehry (86) wird von der Berliner Staatsoper engagiert. Gehry werde für Christoph Willibald Glucks Oper »Orfeo ed Euridice« das Bühnenbild entwerfen, teilte die Staatsoper am Montag mit. Die Neuproduktion unter Regie von Intendant und Regisseur Jürgen Flimm sowie der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim soll am 18. März 2016 zu den Festtagen der Staatsoper Premiere feiern....

Nicht ohne Smoking und Lackschuhe

»Wenn das Telefon klingelte und irgend eine halbseidene Figur bot mir eine Filmrolle an, interessierten mich in den fünfziger Jahren nur drei Fragen: Wie hoch ist die Gage für den Quatsch? Wie hübsch sind meine Partnerinnen? Wo wird der Heuler heruntergespult, wie sonnig ist es dort?« Ein offenes Bekenntnis von Harald Juhnke, der in einer Mietskaserne im Berliner Arbeiterbezirk Wedding aufgewachse...

Katja Heins

Renaissance der Rillenscheibe

Als die CD aufkam, geriet die Schallplatte lange außer Mode. Jetzt stirbt die CD - doch die Schallplatte kehrt zurück. Vor allem Männer scheinen sich wieder für die alte Musiktechnik zu begeistern.

Volkmar Draeger

Der nivellierte Udo Jürgens

Sein ganzes Künstlerleben lang hat Udo Jürgens gegen Klischees und für Menschlichkeit gesungen und dabei Preziosen geschaffen, die mit ihm und durch ihn Glanz erhalten haben. Das Musical ist das genaue Gegenteil davon.

Christoph Trost

Hochmodernes Gaskraftwerk soll vom Netz

Die Betreiber eines hochmodernen Gaskraftwerks in Irsching in Oberbayern, das erst seit Kurzem in Betrieb ist, haben offiziell die Stilllegung der Anlage angekündigt. Die Blöcke Irsching 4 und 5 sollten zum 1. April 2016 vom Netz genommen werden, teilten der Eon-Konzern und die Versorger Mainova, N-Ergie und HSE am Montag mit. Das ist kein vorgezogener Aprilscherz. Die Hintergründe sei eine »mange...

ndPlusBirgit Reichert

Löschmittel im Grundwasser

Die Chemikalie PFT ist giftig und langlebig. Sie kann durch Löschschäume in Boden und Grundwasser gelangen. Besonders betroffen sind Regionen um Flughäfen, etwa an der Airbase Spangdahlem.

ndPlusAnita Wünschmann

»Shalom« moderne Kunst in Berlin

Die Erde und der Turm. Claude Monets spätsommerliches Gemälde »Getreideschober in Giverny« hängt gegenüber der zeitgenössischen Arbeit »Marganith«. Der Künstler Tzion Abraham Hazan lebt in Tel Aviv und hat mit einer Videokamera den 138 Meter hohen Turm, Sitz des Generalstabs der israelischen Verteidigungsstreitkräfte umkreist. Das Wort Marganith aus dem Hebräischen bedeutet schlicht Ackergauchheil...

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Regisseur und Filmemacher

Der Regisseur und Filmemacher Helmut Dietl ist tot. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks verstarb Dietl am Montag im Alter von 70 Jahren in München. Dietl feierte in den 1980er Jahren große Erfolge mit Fernsehserien wie »Monaco Franze« oder »Kir Royal« und Kinofilmen wie »Schtonk« oder »Rossini«. Sein letzter Film »Zettl« kam 2012 in die Kinos, wurde von den Kritikern allerdings überwiegend nega...

Wagner in Sibirien

Nach einem wochenlangen Streit um eine Inszenierung von Richard Wagners Oper »Tannhäuser« in Sibirien hat das Moskauer Kulturministerium den Direktor des Theaters entlassen. Boris Mesdritsch habe sich als Leiter des Operntheaters in Nowosibirsk Anweisungen widersetzt, umstrittene Szenen der Arbeit des Regisseurs Timofej Kuljabin zu ändern, teilte die Behörde in Moskau mit. Das Ministerium reagiert...

Christian Baron

»Halt deine scheiß Fresse!«

»Romeo und Julia«, degradiert zum Theater der abgeschalteten Gefühle, in dem das romantische Liebesideal im real existierenden Kapitalismus erst 
grotesk illustriert, dann zynisch zertrümmert und schließlich sachlich beerdigt wird.

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Politisch engagiert

Die meisten kennen Rolf Becker aus der ARD-Serie »In aller Freundschaft«. In der seichten Krankenhaus-Soap des MDR spielt er seit 2006 den Rentner Otto Stein - einen Familienmenschen mit menschelnden Eigenschaften. Eine unpolitische Rolle, die so gar nicht zur politischen Vita Beckers passen will. Nicht nur seine Auftritte auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz, die Jahr für Jahr in Berlin stattfindet, ...

ndPlusIrene Constantin

Nur echt mit der Wollmütze

Nie hat der alte Spruch von Radio Fritz so sehr gestimmt: Nur echt mit der Wollmütze. Es durften auch labbrige Schapkas sein. Dazu tragen die Gralsritter dicke Joppen, rumpelige Botten, grau in grau. Sie hausen in der sibirischen Kälte einer düsteren romanischen Rotunde. Zur ideologischen Stärkung hält ihnen Gurnemanz jeden Tag einen Dia-Vortrag über ihren Gründungsmythos um die Herrlichkeit und H...

Kerstin Decker

Der Menschenmaler

Im Frühjahr 1998 belebte sich der Verkehr auf den alten Alleenstraßen hinter Neustadt Dosse, wo die Bäume ganz oben mit ein paar Nadelstichen Sonne zusammengeheftet sind. Mein Gott, ist das schön!, mögen sich auch die Journalisten der »Liberation« oder des »Corriere della Sera« gesagt haben. Sie wollten in ein kleinstmögliches Dorf im Havelland, in dem, so hatten sie gehört, ein größtmöglicher Mal...

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48 Cent weniger

In Deutschland sinkt erstmals die Rundfunkgebühr: Vom 1. April an beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro pro Monat. Das sind 48 Cent weniger als bisher. Wer einen ermäßigten Beitrag abführt, muss künftig 5,83 Euro statt bislang 5,99 Euro bezahlen. Die Bürger müssen die Beitragshöhe nicht selbst neu berechnen. Die Senkung werde automatisch berücksichtigt, teilte der Beitragsservice von ARD...

ndPlusRoland Etzel

In jeder Familie ein krankes Kind

Der Irak war das höchstentwickelte Land des Mittleren Ostens. Drei Kriege später ist davon nichts mehr übrig. Der Bayerische Rundfunk zeigt eine Doku über ein Land, wo heute besonders viele Kinder sterben.

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ndPlusHolger Schmidt
und Marco Mader, Tbilissi

Marco Reus macht den Unterschied

Den WM-Rausch hat Marco Reus vom Krankenbett erlebt. Umso mehr blüht er aktuell im Kreise der Nationalmannschaft auf. Ein Torschütze, auf dem in der DFB-Elf derzeit niemand verzichten will.

Alexander Ludewig

Ein gewagter Wechsel

Nach elf Jahren hört Bundestrainerin Silvia Neid 2016 auf. Für die Zeit danach übergibt der DFB seine Fußballerinnen einer Trainernovizin, die nur zweite Wahl war.

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Copilot war suizidgefährdet

Der Copilot der Germanwings-Maschine war vor seiner Karriere als Berufspilot als suizidgefährdet eingestuft und deshalb in ärtzlicher behandlung. Das hat die Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt.

Hans-Ulrich Keller, Stuttgart

Die Venusuntergänge verspäten sich

Wer Merkur noch nie mit eigenen Augen gesehen hat, bekommt im April eine gute Chance. Er ist nicht der einzige Hingucker: Vom 16. bis 25. tauchen die Sternschnuppen des Lyridenstromes auf.