Seite 1

Unten links

Endlich ist das Warten vorbei. Helmut Kohl feierte seinen 85. Deutschland scheute keine Mühen, dieses Ereignis in ein Umfeld zu betten, das Gewicht und Würde des Exkanzlers entspricht. Leider scheiterte die Idee, Weihnachten auf den hehren Termin zu ziehen, am Einspruch des Vatikans. So musste sich der Jubilar mit dem Karfreitag begnügen, den es immerhin im Doppelpack mit einer veritablen Aufer...

Ostermarschierer prangern Kriege und Waffenexporte an

Berlin. Zum Auftakt der Ostermärsche haben am Karfreitag in Deutschland Hunderte Menschen gegen Krieg, Rüstungsexporte und Atomwaffen demonstriert. Vor dem Haupttor der Uranfabrik Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau forderten rund 350 Demonstranten die sofortige Stilllegung und ein Ende der Uran-Anreicherung. In Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis protestierten mehr als 100 Menschen gegen den ...

ndPlusFabian Köhler

Hoffentlich historisch

Es gibt nicht viele Tage, die im Mittleren Osten im positiven Sinne Geschichte schrieben. Mit dem 2. April 2015, dem Tag der Einigung des Westens mit Iran über das Atomprogramm der Islamischen Republik, könnte einer hinzukommen. Ja, Skepsis ist angebracht. Viel davon! Noch sind es nicht mehr als sieben Unterschriften auf einem Stück Papier. Noch ist in Iran keine einzige Zentrifuge demont...

Athen versichert: »Geld reicht aus«

Athen. Griechenland wehrt sich gegen Spekulationen, wonach die Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorsteht. Der Staat könne seinen anstehenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen, sagte der Vize-Finanzminister Dimitris Mardas am Freitag. »So wie es derzeit aussieht, werden wir das zahlen, was wir zahlen müssen. Nach den Daten, die uns vorliegen, reicht das Geld aus.« Athen hatte bereits am Vortag...

Teheran reichert Freude an

Berlin. Als die Nachricht von der Einigung im Atomstreit in Teheran die Runde machte, strömten Menschenmassen auf die Straßen, um ihrer Freude Ausdruck zu geben. Für die Iraner bietet die Einigung in Lausanne die Hoffnung auf eine Aufhebung der Sanktionen und ein Ende der Isolation ihres Landes. »Lösungen gefunden. Bereit, sofort mit der Ausarbeitung zu beginnen«, hatte Außenminister Moha...

Seite 2
ndPlusInes Wallrodt

Wären sie Küken ...

Was seit vier Jahren mit den Menschen in Syrien passiert, ist zum Weinen. Wir tun es nicht, weil wir wegschauen. In Deutschland gibt es mehr Anteilnahme an getöteten männlichen Küken als am Schicksal dieser Menschen.

ndPlusUwe Kalbe

Der Chef bürgt

Kein Bundesland außer Thüringen hat die Konsequenz aus dem NSU-Skandal gezogen und die V-Leute abgeschaltet. Überall sonst gelten die V-Leute weiter als unverzichtbar für den Inlandsgeheimdienst.

René Heilig

Werthebach, der zweite Versuch?

Im Bundesinnenministerium wird unter dem Stichwort Terrorabwehr unter anderem ein neues Mobiles Einsatzkommando geplant. Die hochgerüstete Elitetruppe hätte aber eher etwas mit dem Bundeskriminalamt zu tun.

Ingolf Bossenz

Hart aber Ei

Das Ei: Klassiker des Kontingenten, Sinnbild alles Wünschbaren und Werdenden, Inbegriff des Möglichen und dennoch Unentschiedenen. Diese Potenz, dem noch nicht Seienden eine Chance zur Verwirklichung zu geben, ist plötzlich perdu.

Martin Leidenfrost

Ein Wölkchen am Montblanc

Eine Fernsehreportage brachte unseren Kolumnissten auf Migrationsströme neuer Art: Seit sich am Genfer See immer mehr Zentralen multinationaler Konzerne ansiedeln, suchen deren hoch bezahlte Mitarbeiter angemessenen Wohnraum.

Seite 3
ndPlusWolfgang Storz

Geistige Dehnübungen

Griechenlands Reeder enteignen? Das ist keine Forderung, mit der man sich als radikaler Linker outen würde, sondern lediglich dem Verdacht aussetzt, man sei ein wirtschaftlich vernünftig denkender europäischer Bürger.

Seite 4

V-Leute werden in zentraler Datei erfasst

Nach dem NSU-Skandal wollten die Innenminister von Bund und Länder Konsequenzen ziehen. Jetzt soll eine einheitliche Erfassung ab Mai eingeführt werden, teilte das Bundesinnenministerium auf eine Anfrage hin mit.

Fabian Lambeck

Verschleierte Parteispenden

Reiche Privatpersonen haben 2013 angeblich mehr als zwei Millionen Euro Spenden an CDU und SPD verschleiert - anrüchig, aber legal. Die Zahlungen stammen alle aus dem Umfeld des gleichen Finanzdienstleisters.

Seite 5

Sachsen plant mehr Mittel für Gedenkarbeit

Dresden. Sachsen fördert die Gedenkstättenarbeit mit zusätzlichen Mitteln. Der Entwurf des Doppelhaushaltes der CDU/SPD-Koalition sehe für die Jahre 2015 und 2016 jeweils rund 2,1 Millionen Euro vor, sagte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hanka Kliese in Dresden. Das sind jährlich 105 000 Euro mehr als bisher. In den «Tagen der Geschichtsvergessenheit» gelte es etwas entgegenzusetz...

Kommunen fordern Flüchtlingsgipfel

Berlin. Die Kommunen fordern eine langfristige und nachhaltige Planung und Organisation der Flüchtlingspolitik. Dazu sei ein »Flüchtlingsgipfel« nötig, auf dem ein gemeinsamer Aktionsplan von Bund, Ländern und Kommunen beschlossen werde, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post« .Zu den Forderungen de...

Koalition in Hamburg verschiebt sich

Hamburg. SPD und Grüne in Hamburg sind am Donnerstag zur mutmaßlich letzten Runde ihrer Koalitionsverhandlungen zusammengekommen. Anders als sonst trafen sich zunächst jedoch nicht die kompletten Verhandlungskommissionen. Wegen der nach wie vor strittigen Themen Inneres und Flüchtlinge versuchten im Rathaus erst kleinere Arbeitsgruppen Kompromisse zu erarbeiten. Gleichwohl sei es das Ziel, in dies...

Fabian Köhler

Bundesregierung in Verlegenheit

Haben die USA der Bundesregierung mit einem Ende der Geheimdienstzusammenarbeit gedroht, sollte Edward Snowden Asyl erhalten? Ja, sagt US-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald.

Seite 6
ndPlusVincent Körner

26 Seiten, 72 Vorschläge

Die SYRIZA-geführte Regierung will 4500 Ärzte, Pfleger und andere Fachkräfte im Gesundheitswesen einstellen. Dies ist nur eine Maßnahme im 26-seitigen Papier, das den EU-Institutionen vorliegt.

Julian Bartosz, Wroclaw

Der lange Schatten des Waldes von Katyn

Trauer in Polen: Zwischen dem 3. April und dem 19. Mai vor 75 Jahren verübten Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für innere Angelegenheiten unweit von Smolensk einen Massenmord.

Seite 7

Die Punkte des Abkommens

Lausanne. Nach Marathon-Verhandlungen im schweizerischen Lausanne hat sich die 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland mit Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Atomstreits geeinigt. Hier die wichtigsten Punkte :Urananreicherung. Iran verpflichtet sich, sein Anreicherungsprogramm bis zu 25 Jahre einem mehrstufigen System von Beschränkungen und Kontrollen zu unterwerfen. In d...

ndPlusJan Keetman

Neue Chancen, neue Probleme, neue Gegner

Der Jubel auf den Straßen Teherans zeigt, wie viel das in Aussicht gestellte Ende der Sanktionen in Iran zählt. Hingegen sorgt sich offenbar nur ein kleiner Teil der Hardliner wegen Verlustes an Prestige.

Seite 8
ndPlusBarbara Barkhausen

Die Wut auf die Minen steigt

Rio Tinto will ein gesamtes Dorf in Australien dem Boden gleich machen, um an die Kohlevorräte der Region zu kommen. Dabei fallen die Rohstoffpreise seit Monaten, Natur und Menschen in der Region leiden.

Hermannus Pfeiffer

Aktien für Bio

Eine neue »Regionalwert AG« sammelt seit kurzem Millionen Euro ein, um die ökologische Landwirtschaft zu puschen.

Seite 9

Roland Links ist tot

Der Verleger Roland Links, eine der prägenden Figuren der DDR-Literaturszene, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilte der Christoph Links Verlag am Mittwoch mit. Der studierte Germanist war von 1954 bis 1978 Lektor im Berliner Verlag Volk und Welt, wo er unter anderem mit Fritz J. Raddatz die Werkausgabe von Kurt Tucholsky betreute. Von 1979 bis 1990 leitete er die Verlagsgruppe Kiepenheu...

Verbrechen an Kindern

Eine Sonderausstellung im Dokumentationszentrum Prora gibt Einblick in medizinische Verbrechen an Kindern während des Nationalsozialismus. Die Schau «Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit» ist am Donnerstag eröffnet worden. Sie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie erarbeitet. «Gerade an diesem historischen Ort wird de...

De Oliveira verstorben

Der portugiesische Filmemacher Manoel de Oliveira ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 106 Jahren. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur »Lusa« unter Berufung auf Familienkreise. Nach Informationen der Online-Zeitung »jn.pt« erlag er einem Herzversagen. De Oliveira sei in seiner Wohnung in der nordportugiesischen Hafenstadt Porto gestorben, meldete die Zeitung »Público« in ihrer O...

Thomas Blum

Der angenehme Schmerz des übersteifen Teils

Kurt Tucholsky sprach von der »Unfähigkeit«, Erotisches »nicht klebrig wiederzugeben«. Tatsächlich ist es immer wieder der groteske, der scheiternde Sex für den in der Literatur die passenden Worte gefunden werden.

Seite 10

Rüge in Richtung Russland

Nach dem Skandal um die Wagner-Oper »Tannhäuser« in Russland gibt es Protest aus Deutschland. Der Präsident der Akademie der Künste Berlin, Klaus Staeck, forderte, die Entlassung des Nowosibirsker Opern-Intendanten Boris Mesdritsch zurückzunehmen. Er sagte der »Leipziger Volkszeitung«: »Es ist nicht das erste Unheil, das die russisch-orthodoxe Kirche im Bereich von Kunst und Kultur anrichtet. Es g...

Filme verboten

Mit einem kulturpolitisch umstrittenen Gesetz hat die Ukraine Filme mit positiver Darstellung russischer und sowjetischer Staatsorgane verboten. Betroffen sind unabhängig vom Herkunftsland Streifen, die nach dem 1. August 1991 produziert wurden, heißt es in dem von Präsident Petro Poroschenko unterzeichneten Dokument. Das am Donnerstag vom Parlament in Kiew veröffentlichte Gesetz ist eine Reaktion...

Newtopia

Im deutschen TV-Sender Sat.1 wird seit einigen Wochen eine neue Gesellschaft aufgebaut. Dass der Kapitalismus ausgerechnet in seinem Zentrum, dem Kommerzfernsehen, überwunden werden soll, hat durchaus Witz. »Newtopia« heißt diese Sendung, in der Freiwillige sich dabei filmen lassen, wie sie in der brandenburgischen Einöde ohne die Hilfsmittel der Zivilisation zurecht kommen und versuchen, aus dem ...

Guido Speckmann

Ungezügelter Lärm

In der Musik von Lightning Bolt verbinden sich zwei musikalische Ausdrucksformen, die die durch den Kapitalismus hervorgebrachten Deformationen ausdrücken und bewusst machen können: Dissonanz und körperliche Entgrenzung.

Seite 11
ndPlusMax Zeising

Fußball im Zeichen des Roten Sterns

Fußballvereine mit dem Roten Stern als Symbol gibt es in mehreren Städten Deutschlands. Auch in Halle, wo der Klub mit Amnesty International kooperiert und Antirassismusturniere organisiert. Die Spieler legen großen Wert auf Gemeinschaft.

Seite 12
Torsten Teichert, Leipzig

Leipziger Handballer auf Spielersuche

Der ThSV Eisenach erwartet am Karsamstag Zweitligaspitzenreiter SC DHfK Leipzig zum Ostduell. Beide Handballteams wollen in die stärkste Liga der Welt - und benötigen jeden Punkt.

Gabi Kotlenko

Zurück im anstrengenden Alltag

Der Auftakt war schwer: Mit einem 3:1 gegen die powervolleys Düren starteten die BR Volleys in die Halbfinalserie der Bundesliga. Die Zukunft ist unklar: Niemand weiß, mit welcher Mannschaft die Berliner in die kommende Saison gehen.

Seite 13
ndPlusChristian Baron

Die Diva und der Dandy

Es ist die ultimative kulturpolitische Schlammschlacht: Claus Peymann, seit 1999 Intendant am »Berliner Ensemble«, gegen den seit fast einem Jahr amtierenden Kulturstaatssekretär Tim Renner. In einem offenen Brief an Kultursenator Michael Müller (SPD) hatte die 77-jährige Theaterlegende den 50-jährigen Renner als »größte Fehlbesetzung des Jahrzehnts« bezeichnet und ihm attestiert, in seinem Amt...

Ein muslimischer Friedhof ist ein Signal

Herr Taouil, Ihre Bürgerplattform setzt sich für die Schaffung eines muslimischen Friedhofs in Neukölln ein. Bislang gibt es in Berlin neben der aus dem Jahr 1866 stammenden historischen Ruhestätte für Muslime an der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm nur einen weiteren muslimischen Friedhof in Gatow. Warum ist es wichtig, dass Muslime in der Nähe Ihres Wohnortes bestattet werden können? Es gibt vie...

Seite 14

Berlin und Gasag legen Berufung ein

Die Gasnetz-Konzession ist schon Ende 2013 ausgelaufen. Die Gasag betreibt das Netz noch übergangweise. Um den künftigen Betrieb deutet sich jetzt ein längerer Rechtsstreit an.

Andreas Fritsche

Zwangsarbeit für den Feind

Die nd-Frühjahrswanderung startet am 19. April von 8 bis 11 Uhr am S-Bahnhof Wilhelmshagen und führt an den Überresten eines Zwangsarbeiterlagers vorbei zum Hotel Müggelsee Berlin.

Andreas Fritsche

Querstellen kontra Rostschlamm

Die Einleitung von Rostschlamm in den Altdöberner See könnte ohne Bürgerbeteiligung genehmigt werden. Damit wäre die LINKE jedoch nicht einverstanden.

Seite 15

Spätzündung zu Ostern

Oberwiesenthal. Zahlreiche Wintersportler nutzten am Karfreitag den Sessellift am Fichtelberg in Sachsen, wo 90 Zentimeter Schnee lagen. Mit Blick auf das Wetter öffneten auch in Sachsen mehrere Skigebiete für das Osterwochenende noch einmal ihre Lifte. Auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt türmte sich der Schnee am Karfreitag auf 149 Zentimeter. »Die haben in den Bergen über Ostern ein paar schöne Wi...

Kfz-Meisterin gewinnt Streit um Kosmosflug

Magdeburg. Ein seltsamer Rechtsstreit um einen gewonnenen Weltraumflug ist vor dem Landgericht Magdeburg zugunsten einer Kfz-Meisterin ausgegangen. Sie muss die Reise nicht an den Kläger - einen Gebrauchtwagenhändler - zurückgeben. Der Mann hatte den Weltraumflug bei einer Fastfood-Kette gewonnen und mit seiner Bekannten gegen ein Auto getauscht. Der Kläger hatte behauptet, es seien mehrere Wagen ...

Neue Adresse für Landtag in Hannover

Hannover. Der niedersächsische Landtag hat eine neue Adresse. Vertreter des Landtages und der Stadt Hannover enthüllten am Donnerstag offiziell ein neues Namensschild. Künftig heißt der Platz vor dem Parlament Hannah-Arendt-Platz. Er trägt damit nicht mehr den Namen des ehemaligen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961). Nach langen Diskussionen hatte der Bezirksrat Hannover im vergan...

Blökende Botschafter aus Thüringen

Rhönschafe sind ein Aushängeschild für erfolgreiche Tierzucht in Thüringen. Nachdem die Rasse mit dem schwarzen Kopf nahezu verschwunden war, hat sich die Population inzwischen wieder erholt.

Folke Havekost, Hamburg

Schwarzer Klee im Dreieck

Der kürzlich in Hamburg gegründete »Zentralrat der Asozialen« ist ein Kunstprojekt. Es soll an eine Opfergruppe erinnern, die während der Nazi-Zeit massiv verfolgt wurde und heute fast vergessen ist.

Seite 16

Rhythmen und Klänge aus Kapstadt

Der Cape Town Opera Chorus aus Kapstadt (Südafrika) überzeugte bislang nicht nur das Publikum, sondern auch die Fachwelt. Bei den International Opera Awards in London wurde das Ensemble 2013 als bester Opernchor des Jahres ausgezeichnet.Vergangenen Sommer feierte der Chor mit seiner Produktion African Angels eine umjubelte Deutschlandpremiere. Jetzt geht er auf Tournee: Mit ihrem Repertoire aus tr...

Kein Becks, kein Latte, kein Bullshit

Wenn Sie sich fragen, was Jochen Wisotzki, also einer der Regisseure des Endachtziger Kinoklassikers »Flüstern und schreien«, heutzutage produziert, kann hiermit folgender Veranstaltungstipp für den Ostermontag gegeben werden: 20 Uhr, Kino Babylon-Mitte, Premiere des einstündigen Dokumentarfilms »BAIZ bleibt … woanders«. Es geht um den kollektiven Kneipenumzug vor einigen Monaten, vom alten...

»Volksbühne wird keine Eventbude«

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) hat die Vorwürfe von Theaterintendant Claus Peymann an seiner Amtsführung zurückgewiesen. »Kein Mensch hat die Absicht, aus der Volksbühne eine Eventbude zu machen«, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. »Wir gehen in keiner Sekunde davon aus, dass die zukünftige Führung der Volksbühne nicht jemanden mit Theater als Schwer...

Jonas-Erik Schmidt, Mainz

Brückenstemmen am Rhein

Sie ist zum Symbol für die Anfälligkeit von Infrastruktur in Deutschland geworden: die marode Schiersteiner Rheinbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden. Wird die Reparatur am 13. April beendet?

ndPlusDörthe Hein und Jörg Aberger, Gommern

Helfer der Tafel sterben bei Brand

Bei einer Explosion in Gommern in Sachsen-Anhalt sind drei Mitarbeiter einer Lebensmittel-Tafel ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen wurden bei dem tragischen Unglück am Donnerstag verletzt.

ndPlusVolkmar Draeger

Die Jungdiva und der Altstar

Der Titel weckt Erinnerungen an ein anderes Paar: Ginger and Fred. Sie waren die ungekrönten Könige der Hollywood-Revue und drehten zwischen 1933 und 1949 zehn gemeinsame Filme. Legendär geht es in Markus Pabsts neuer Produktion für den Wintergarten jedoch nicht zu. Dennoch gibt es in »Sally und Fred« auch ein berührendes Wiedersehen. Denn er, Helmut Baumann, war einst lange Direktor und Starakteu...

Hagen Jung

Freie Fahrt zum Terrortraining?

Wolfsburg würde gerne darauf verzichten, einen Ruf als Salafisten-Hochburg zu haben. Jüngst machten Berichte die Runde, dass Anhänger der militant-islamistischen Strömung von Wolfsburg aus nach Syrien gereist sind.

ndPlusKlaus Hammer

Ein Albtraum auf der Malfläche

Unübersehbar ist die Figurenfülle in Volker Stelzmanns hoch- wie breitformatigen Bildern, vielfach verflochten, versatzstückhaft versetzt das Geschehen auf seinen Tafeln - auf der Straße, im neutralen Raum, in Passagen und Tunneln, im Varieté, im Vergnügungsetablissement oder im Flüchtlings- bzw. Obdachlosenquartier. Ein Porträt quer durch die heutige Großstadtgesellschaft. Aschermittwoch-Stimmung...

Seite 17
Wolfgang Hübner

Sieben Tage, sieben Nächte

»Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun« - dieser Satz wird Jesus zugeschrieben; er gehört zu den letzten Worten, die der Sohn einer Hausfrau und eines Zimmermanns aus Nazareth gesprochen haben soll.

Seite 18
Seite 20
Martin Koch

Netzwerk mit Moral

Das menschliche Gehirn ist ein unvorstellbar komplexes Gebilde, sowohl was seine Struktur als auch seine Funktion betrifft. Es verbietet sich daher, einzelne Charakterzüge oder Verhaltensweisen nach Art des Reduktionismus auf die Aktivität bestimmter Hirnregionen zurückzuführen. Dennoch gibt es Strukturen im Gehirn, die bei dem, was wir fühlen, denken oder tun, jeweils von besonderer Bedeutung ...

ndPlusWolfgang Schmidbauer

»Warum bist du so nachtragend?«

Es gibt kaum eine menschliche Eigenschaft, die einen so schlechten Ruf hat wie das Festhalten an Kränkungen. Aber wer genauer hinblickt, versteht auch, warum es schwer ist zu vergeben.

Seite 21
Martin Koch

Fehler als Chance

Die meisten Menschen, die einen Fehler machen, ärgern sich hinterher darüber. Denn Fehler sind in unserer Gesellschaft verpönt und gelten als Zeichen mangelnder Qualifikation. Das fängt schon in der Schule an. Wer bei Rechenaufgaben eine falsche Lösung angibt oder beim Schreiben die orthografischen Regeln missachtet, wird entweder getadelt oder erhält eine schlechte Note. Bereits Grundschüler l...

Seite 22
ndPlusChristian Baron

Wir können nichts dafür

Schwere Körperverletzung, Diebstahl, Widerstand gegen die Staatsgewalt: Bei diesem Akteninhalt müsste Will Hunting eigentlich eine zweijährige Haftstrafe absitzen. Doch dank mildtätiger Richter steht er gelangweilt im kleinen Büro des Psychologen Sean Maguire. Und der schaut seinem schwierigen Klienten fest in die Augen. »Siehst du das hier? Diesen ganzen Dreck?«, fragt er, die Akte auf Augenhö...

Seite 23

Lasten der Vergangenheit

Die Bilder Hunderter Umarmungen in nur kurzer Zeit gingen als Zeichen beginnenden Vertrauens vom australischen Perth aus in die Welt. Eine junge Aborigine-Frau wollte Misstrauen in der weißen Bevölkerung überwinden und warb mit ausgebreiteten Armen um Versöhnung. Legendär im Sinne von Verzeihung, Vergebung und Versöhnung wurde der Südafrikaner Nelson Mandela. In seinem Land wurden nach dem Ende...

Stephanie Schiller

Armut ist ein Feind der Versöhnung

Françoise ist 40 Jahre alt. Seit 2008 verkauft sie im kongolesischen Goma Tomaten und Auberginen. Anfangs ging sie als selbstständige Händlerin mit einem Korb voller Gemüse über die Grenze vom ruandischen Gisenyi hinüber ins Nachbarland. Heute sind es oft mehr als sechs Körbe, die sie früh morgens in den Bus hievt. Eine knappe Stunde später, beim Ausladen in Goma, hat sie Helfer. »Die nennen mi...

Seite 24
Gabriele Oertel

Mutter-, Vaterland

Zugegeben, Anatoly Rothe hat ein seltenes Gemüt. Lacht gerne und viel, meist ziemlich laut und lang andauernd, nur manchmal etwas verhaltener mit Ironie oder gar Sarkasmus. Dabei hätte es in den 68 Jahren seines Lebens manchen Grund gegeben, das Lachen vorübergehend einzustellen. Aber schon diesen Satz würde der gelernte EDV-Spezialist, der in DDR-Betrieben die Datenverarbeitung eingeführt hat ...

Seite 25
ndPlusStefan Otto

Unheilvoller Zölibat

Wie ein Verrückter rast Zdenek Koziol mit einem alten Motorrad durch die Gegend und versucht dabei, seine Wut zu zügeln. Noch immer kämpft er gegen die Wunden aus seiner Kindheit an, die sein Elternhaus und die katholische Kirche hinterlassen haben. »Unser Zdenek wurde in finsteren Stuben eingeschlossen, und der Teufel war bei ihm, um ihn zu strafen.« Janosch versieht seine Romanfigur in »Polsk...

Rudolf Stumberger

»Sonst bleibt nur der Zynismus«

München, diesen März. Das Landgericht II verurteilt einen Pater des oberbayerischen Klosters Ettal wegen sexuellen Missbrauchs von Schülern zu einer Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Zudem muss sich der 45 Jahre alte Benediktinermönch einer ambulanten Sexualtherapie unterziehen. Zu den Vorfällen war es in den Jahren 2001 bis 2005 gekommen. Laut Anklage ging es um mindestens ...

Seite 26
Hans-Dieter Schütt

Helle Sonne Zwielicht

Das Wort von der Sünde macht keine Späße: Todsünde - du ahnst sofort die Härte des Vergehens; Erbsünde - du spürst umgehend jene tiefe Wurzel, die das Böse in uns schlug. Plötzlich aber wird es rhetorisch milder: Verkehrssünder etwa, das klingt lässlich, das lädt zur Vergebung geradezu ein. Und der Steuersünder? Geht irgendwie auch durch. Vielleicht, weil wir alle das Finanzamt für betrügenswer...

Seite 27
Tom Strohschneider

Schuld und Schulden

Je höher die Wellen einer Debatte schlagen, umso mehr politisches Sediment wird vom trüben Grund, auf dem die allgemeinen Auffassungen ruhen, aufgewirbelt. Die Forderung Griechenlands nach Rückzahlung eines von den Nazis abgepressten Zwangskredits ist dafür ein Beispiel. Während sogar die NS-Besatzer bis kurz vor Kriegsende die Tatsache der damit einhergehenden »Reichsverschuldung« nicht ...

ndPlusKurt Stenger

Materielle Vergebung

Das Wort Schulden leitet sich im Deutschen von Schuld ab. Das ist ungewöhnlich. Im Englischen etwa hat die materielle Schuld (debt) nichts mit der moralischen Schuld (guilt) zu tun. Auch im Französischen gibt es völlig verschiedene Begriffe: dette und culpabilité. Sprache ist Ausdruck einer Sichtweise und prägt diese gleichzeitig. So verwundert es nicht, dass viele in Deutschland Schulden...

Seite 28
ndPlusIngolf Bossenz

«In meinem eigenen Namen»

Starb die Verzeihung in Auschwitz? Dürfen die Überlebenden der faschistischen Todeslager den Tätern vergeben? Die Jüdin Eva Kor erlebte die «unglaubliche Entdeckung» ihrer Macht der Menschlichkeit.

Seite 30
Andreas Steidel

Grenzenlos gute Aussichten

Ein dunkelblauer Moorsee legt seine Arme um einen hellgrünen Moosteppich. Tief unten im Tal liegt die Waldinsel, inmitten eines dichten Tannengrüns, das sie kilometerweit umgibt. Ein Schwarzwaldhügel schmiegt sich an den nächsten, keine Straße, kein Verkehrslärm, keine größere Siedlung stört die Natur. Hier ahnt man, warum ganz in der Nähe ein Nationalpark ausgewiesen wurde. Der Ellbachse...

Seite 31

So geht’s: 
Machen Sie mit!

Die Texte dürfen 60 Maschinenzeilen nicht überschreiten. Längere Geschichten haben keine Chance, in die Wertung zu kommen. Über illustrierende Fotos zu Ihrem Text freuen wir uns. Wenn Sie diese nicht als digitales Foto besitzen, schicken Sie die Bilder als Reproduktion, da es sich sicher häufig um unwiederbringliche Zeitdokumente handelt! Einsendeschluss: 10. Mai Ihre Geschichten schicken S...

Heidi Diehl

Wenn alle Wege offen sind

Es ist wieder so weit: Heute beginnt der 13. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb. Unter dem Motto »Wenn alle Wege offen sind« haben Sie von nun ab fünf Wochen Zeit, um uns Ihre Geschichte zu schicken.

Seite 51
ndPlusTom Strohschneider

Demokratie Zweitausenddreiunddreißig

Leise surren die Büro-Drohnen durch die Flure der Konferenz von »Gegen Postdemokratie«. In einem Raum beginnt gerade das historische Panel des Kongresses. Die vollautomatischen Rechercheeinheiten übertragen live.