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Unten links

Alles Tun des Menschen kommt auf eine große Liste, und ganz am Ende befindet darüber das Jüngste Gericht. Denn siehe: Der Herr kann die Sünden vergeben. So hieß es immer, aber offensichtlich hat beim Jüngsten Gericht eine kleine Justizreform stattgefunden - dahin gehend, dass schneller geahndet wird. Wie beim Warnschussarrest für junge Straftäter, den die CSU toll findet. Nun wurde die CSU selbst ...

Immer mehr Ältere arbeiten

Berlin. Der Anteil der Älteren im Job ist in den vergangenen Jahren in keinem EU-Land so stark gestiegen wie in Deutschland. Nirgends in der EU sei die Erwerbstätigenquote bei den Älteren von 2000 bis 2014 so hochgegangen wie in Deutschland, sagte der Forschungsleiter der Deutschen Rentenversicherung, Reinhold Thiede, unter Berufung auf EU-Zahlen. Bei den 60- bis 64-Jährigen stieg der Anteil von r...

ndPlusMartin Ling

Fehlschlag in Addis Abeba

Gerd Müller brachte die Schieflage ungewollt auf den Punkt: Er appellierte an die Eigenverantwortung des Südens, ohne die Verantwortung des Nordens zu benennen. So richtig es ist - von Griechenland bis Äthiopien - die dortigen Regierungen zu Anstrengungen anzuhalten, ihre Steuersysteme auf Vordermann zu bringen, so unglaubwürdig bleibt es, wenn der Norden sich aus der Verantwortung stiehlt. S...

Wieder brennt eine Asylunterkunft

Reichertshofen. In der Nacht zu Donnerstag brannte im bayerischen Reichertshofen bei Ingolstadt eine unbewohnte Flüchtlingsunterkunft. Wie die Polizei mitteilte, sei an zwei Eingängen des Gebäudekomplexes in den frühen Morgenstunden Feuer ausgebrochen und somit ein Brandanschlag wahrscheinlich. »Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nicht auszuschließen«, sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer...

Schäuble beharrt auf Grexit

Berlin. Wolfgang Schäuble lässt nicht locker: Der Bundesfinanzminister drängt auch nach den Reformbeschlüssen des Athener Parlaments auf einen zeitweiligen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro. Niemand könne derzeit sagen, wie es in Griechenland ohne Schuldenschnitt weitergehen soll, so Schäuble am Donnerstag in einem Rundfunkinterview, aber ein solcher Schritt sei »mit einer Mitgliedschaft in der ...

Martin Ling

Der Norden verweigert globale Entwicklung

Die erste von drei Weltkonferenzen 2015 rund um das Thema Nachhaltigkeit war ein Schlag ins Wasser. Bei der 3. Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück.

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Alles Grexit außer Mutti

Die Meldung der Nachrichtenagentur dpa vom Dienstag war eine kleine Sensation. Demnach waren vor allem die Anhänger der Grünen mit Merkels Griechenlandpolitik zufrieden: »75 Prozent von ihnen bescheinigen der Kanzlerin, richtig verhandelt zu haben«. Damit hatte Merkel bei den Grünen mehr Unterstützer als in den eigenen Reihen, wo sich nur 66 Prozent für den Kurs der Parteichefin erwärmen konnten. ...

Uwe Kalbe

Unionsfraktion im Krisenmodus

Am Donnerstag traten die Fraktionen im Bundestag zu Sondersitzungen zusammen. Grund war die am Freitag geplante Abstimmung über neue Kreditverhandlungen mit Griechenland. Die CDU muss die eigene Truppe auf Linie bringen.

Peter Richter

Die Schäuble-Doktrin

Schon vor mehr als 20 Jahren entwarf Wolfgang Schäuble das Konzept einer straff geführten europäischen Staatengemeinschaft. In der Gegenwart sieht er die späte Chance ihrer Verwirklichung.

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Grexit durch die Hintertür?

Berlin. Auch nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zum ersten Paket mit den umstrittenen Auflagen der Gläubiger bleibt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei seinem Vorschlag, Griechenland solle vorübergehend aus dem Euro ausscheiden. Sehr viele Ökonomen bezweifelten, dass die Probleme ohne einen echten Schuldenschnitt gelöst werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im D...

Vincent Körner

»Der schwierigste Moment meines Lebens«

Griechenlands Premier Tsipras hat für das erste umstrittene Auflagen-Paket der Gläubiger eine Mehrheit im Parlament erhalten - aber nur dank der Opposition. Gegen die Gesetze stimmten über 60 Abgeordnete.

ndPlusAnke Stefan, Athen

Volksfest ohne Feierlaune

SYRIZA-Enttäuschte, Kommunisten und Nationalisten versammelten sich am Mittwochabend auf dem Athener Syntagma-Platz, um gegen ein neues Memorandum zu demonstrieren. Das Memorandum stand im Fokus.

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ndPlusJürgen Amendt

Befristet, beschränkt, töricht

Mit einem Trick drücken sich viele Bundesländer seit Jahren um Sozialversicherungsabgaben. Jedes Jahr werden Tausende Lehrer mit Beginn der Sommerferien entlassen und erst wieder zum Start des neuen Schuljahres eingestellt. Die Praxis, angestellte Lehrer mit Zeitverträgen zu beschäftigen, die jedes Jahr neu ausgestellt werden, führt allerdings nur auf den ersten Blick zu Einsparungen für die öffen...

Fabian Lambeck

Rente muss man sich leisten können

Immer mehr Deutsche arbeiten länger, teilweise über die Regelaltersgrenze hinaus: Was von der Deutschen Rentenversicherung als Erfolgsgeschichte verkauft wird, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als direkte Folge der rentenpolitischen Entscheidungen vergangener Jahre. Sicher, es gibt viele Akademiker, die ihren Beruf lieben und ihn möglichst lange ausüben wollen. Auch Politiker sind oft auch im ...

ndPlusInes Wallrodt

Eingeschränkte Marktlogik

Die Luxemburger Richter finden Bremswerkzeuge richtig, bremsen aber kaum. In ihrem Urteil zum Verkauf von Land in Sachsen-Anhalt gestehen sie übergeordnete Kriterien wie den Schutz von Bauern oder die Abwehr von Spekulationsgeschäften zu. Praktisch unterfüttert haben sie diese Ansicht jedoch nicht. Vielmehr erhebt der Europäische Gerichtshof den Marktwert zur Richtschnur, selbst wenn er den automa...

Marcus Meier

Wahrheitssucher

Rainer Moormann darf als einer der erfolgreichsten Whistleblower Deutschlands gelten. Im letzten Jahr bestätigte eine Expertenkommission: Der langjährige Mitarbeiter des Kernforschungszentrums Jülich hat Recht mit seiner Insider-Kritik am Jülicher Forschungsreaktor AVR. Ja, der AVR war 1978 nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Sicherheitsregeln seien tatsächlich massiv verletzt worden....

ndPlusSevim Dagdelen

Kein Rassismus, nirgends!

Die Bundesregierung verleugnet den Rassismus staatlicher Behörden weiter - obwohl das strukturelle Wegschauen der Sicherheits- behörden die NSU-Mordserie erst möglich machte. Ein Kommentar von Sevim Dagdelen.

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ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Auf Neuland stecken geblieben

Sachsen-Anhalt wollte den Verkauf von Agrarflächen neu regeln. Doch nach starkem Widerstand etwa aus Agrargenossenschaften ist das Gesetz vorerst auf Eis gelegt.

René Heilig

»Marder« lernen Polnisch

Ein Panzergrenadier-Bataillon der Bundeswehr wird demnächst unter polnisches Kommando gestellt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verstärkt die Ostflanke der NATO.

Ines Wallrodt

Bremse für Bodenpreise

Die Kauf- und Pachtpreise in Deutschland steigen kräftig, besonders im Osten. Zu den großen Verkäufern zählt der Bund. Über seine Privatisierungspraxis haben nun höchste Richter entschieden.

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ndPlusMarkus Drescher

Brennender Hass in einem eiskalten Land

Deutschland, Ort der Warmherzigkeit. Rassistenherzen entflammt von brennendem Hass, erhitzt von den Flammen angesteckter Flüchtlingsheime wie im oberbayerischen Reichertshofen. Hand in Hand in Brand gesteckt von nützlichen Vollstreckern und ihren politischen Stichwortgebern. Zu viele, die Falschen, vor allem zu viele von den Falschen kommen hierher, so heizen sie die Stimmung an. Das ganze au...

Johanna Treblin

Ohne Guthaben in die Revolution

Auch neun Monate nach Eröffnung des größten Einkaufszentrums Berlins warten Arbeiter noch immer auf ihren Lohn. Mit Hilfe der Gewerkschaft FAU ziehen sie vor Gericht.

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Obama dankt Putin

Washington. In der anlaufenden Debatte mit dem US-Kongress über das iranische Atomabkommen hat Präsident Barack Obama die Vereinbarung als Chance für eine sichere Welt beworben. Die Einigung mit der Regierung in Teheran sei »eine Gelegenheit, die wir zu unseren Lebzeiten womöglich nicht noch einmal haben werden«, sagte Obama in Washington. Ohne das Abkommen drohten im Nahen Osten mehr Kriege und K...

Westen will Donbass-Sonderstatus

Auf Druck des Westens hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in den neuen Verfassungstext einen Passus zugunsten der prorussischen Separatisten eingefügt. Das stößt auf Widerstand.

ndPlusRené Heilig

MH17 und die »Operation Helena«

Wer am 17. Juli 2014 den Mord an 298 Insassen einer Passagiermaschine verübte, ist umstritten. Schuldzuweisungen allerdings sind schnell ausgesprochen. Das zweistrahlige Flugzeug wurde über der Ostukraine vom Himmel geschossen.

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Ralf Streck, San Sebastián

Einheitsliste für Kataloniens Unabhängigkeit

In Katalonien tritt am 27. September bei den katalanischen Wahlen eine Liste an, deren Ziel die Unabhängigkeit der Region ist. Laut einer Umfrage vom 3. Juli sind derzeit 43 Prozent der Katalanen dafür.

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Strenge Regeln für Uber in Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt. Nach Protesten von Taxiverbänden gegen den US-Fahrdienstanbieter Uber und das spanische Pendant Cabify hat Mexiko-Stadt strenge Regeln für private Fahrer erlassen. Ihr Auto muss mindestens 200 000 Peso (11 500 Euro) wert sein, vier Türen, eine Klimaanlage, funktionierende Gurte und Airbags haben, wie es in den am Mittwoch im nationalen Gesetzblatt veröffentlichten Vorschriften heißt....

Ulrike Henning

Kommerzielle Beratung

Die Patientenberatung soll nach einer Ausschreibung ab 2016 in kommerzielle Hände gelegt werden. Kritiker fürchten Nachteile für die Patienten.

Rainer Balcerowiak

Genossenschaften vor dem Aus?

Wenn 2016 die nächste Stufe der EEG-Novelle in Kraft tritt, könnte das für viele Energiegenossenschaften das Ende bedeuten. Bei Ausschreibungen können sie finanziell kaum mit Konzernen mithalten.

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Tarifrunde Handel vor dem Ende

Arbeitgeber und Gewerkschaft sind sich einig geworden. Ab September gibt es für Verkäufer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr Geld. Allerdings längst nicht für alle.

Bessere Bedingungen per Petition

Mit einer Onlinepetittion fordert ver.di von der Regierung, sich in Unternehmen mit Bundesbeteiligung für die Einhaltung internationaler Arbeitsstandards einzusetzen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Bildungsurlaub an der Streikfront

Dass gewerkschaftlicher Bildungsurlaub auch dem Ausbau internationaler Streiksolidarität dienen kann, stellten dieser Tage die Teilnehmer eines Seminars des hessischen DGB-Bildungswerks unter Beweis. Die GewerkschafterInnen machten im Rahmen ihres Aufenthalts in Istanbul mit Vorträgen zu Arbeitswelt, sozialen Kämpfen, Stadtentwicklung und der Situation in der Türkei nach den jüngsten Parlamentswah...

Peter Nowak

Gegen transnationalen Streikbruch

Beim Onlinehändler Amazon kämpfen die Beschäftigten in Deutschland seit zwei Jahren für den Tarifvertrag. Die Unternehmensstrategie ist, Pakete dann eben von Polen zu verschicken - noch. Auch hier beginnen die Kämpfe.

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Mietspiegel bestätigt

Der Berliner Mietspiegel 2013 ist in einem weiteren Urteil teilweise bestätigt worden. Das Landgericht wies die Klage einer Vermieterin gegen eine Mieterhöhung zurück. Die Frau hatte die Methode des Zahlenwerks beanstandet. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, bietet die Datensammlung jedoch als einfacher Mietspiegel eine hinreichende Grundlage, um die ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln ...

Polizei-Notruf geräumt

Die Notrufzentrale der Berliner Polizei muss wegen einer Asbestbelastung für mehrere Wochen in neue Räume umziehen. Eine Staubprobe in den bisherigen Räumen habe am Donnerstag die befürchtete Asbestverunreinigung ergeben, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Die Zentrale im Polizeipräsidium im früheren Tempelhofer Flughafengebäude mit 40 Arbeitsplätzen war nach Bauarbeiten am Mittwoch vorsorglich...

ndPlusChristin Odoj

Patient macht Fortschritte

Lange, zu lange hat es gedauert, bis der Senat endlich einen Aktionsplan zum Umgang mit Flüchtlingen in der Stadt ausgearbeitet hat. Bedauerlich ist, dass es zur letztendlichen Verabschiedung noch nicht gekommen ist und noch letzte »redaktionelle Fragen« geklärt werden müssen. Immerhin haben sechs Senatsverwaltungen daran gearbeitet. Ob sich der Senat nicht die Blöße geben wollte, dass ihm der Bun...

Chipkarte für Flüchtlinge geplant

Der Berliner Senat hat ein Konzept zur besseren Versorgung von Flüchtlingen in Berlin erarbeitet: Eine Gesundheits-Chipkarte soll helfen. DIE LINKE kritisiert die mangelnde Information über die Inhalte des Vorhabens.

Peter Nowak

Selbstmord am Oranienplatz

Am 7. Juli sprang ein Geflüchteter aus einem Haus in Berlin-Kreuzberg in den Tod. Der Suizid geschah in unmittelbarer Nähe des Protestcamps am Oranienplatz. Die Polizei gab die Information nicht an die Medien weiter.

ndPlusChristian Baron

Konsumhölle ohne Lebenskraft

Am Donnerstag lud Katrin Lompscher, die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, zu einer Tour um den Alexanderplatz. Das Motto der Führung: »Alex neu denken«.

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Klage gegen Hundeverbot

Gegen das umstrittene Hundeverbot an Schlachtensee und Krummer Lanke gibt es jetzt die erste Klage. Sie sei am Donnerstag beim Verwaltungsgericht eingegangen, teilte Sprecher Stephan Groscurth mit. Das Gericht wolle voraussichtlich noch in diesem Jahr entscheiden. An Grünanlagen rund um die Seen dürfen Hunde seit Mitte Mai nur noch an der Leine laufen, direkt an den Ufern und im Wasser sind sie ga...

ndPlusTomas Morgenstern

Durchwachsene Zwischenbilanz

Das gewagte Experiment, die Bundesgartenschau auf fünf Standorte aufzuteilen, ist bislang nur zum Teil geglückt. Attraktive Preise und Angebote sollen in der zweiten Halbzeit für noch mehr Gäste sorgen.

Wilfried Neiße

Rückkehr zur Null-Toleranz

Die Schwemme neuer synthetischer Billig-Drogen hat Brandenburg erreicht. Nach Jahren der relativen Duldung zieht die Politik die Zügel wieder an, gibt es erneut Null-Toleranz-Zonen.

ndPlusRainer Balcerowiak

Investoren: Sozialquote bremst Neubau

Private Investoren sollen künftig in Berlin 25 Prozent der Wohnungen zu günstigen Mieten errichten. Das gefällt nicht allen. Derweil droht Gering- und Normalverdienern die Verdrängung aus ihren angestammten Wohngebieten.

ndPlusSteffi Bey

Landschaftspfleger auf vier Beinen

Eine Vision der Naturschützer erfüllt sich: Im Biotop Biesenhorster Sand, das zwischen den Bahnhöfen Biesdorf und Wuhlheide liegt, startete ein Beweidungsprojekt.

ndPlusAndreas Fritsche

Albtraum für Patient im Wachkoma

Seit 2006 liegt Sebastian Plocinniak im Wachkoma und wird in seinem Elternhaus versorgt. Weil sich die Johanniter und die Barmer GEK nicht über die Kosten einigen, muss er jetzt vielleicht ins Heim.

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194 Meter über der Elbe

Rathen. Ein Güterschiff fährt im Nationalpark Sächsische Schweiz auf der Elbe an den Felsen des Basteimassivs vorbei. Die Felsformation mit Aussichtsplattform zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Von der Bastei fällt das schmale Felsriff über 194 Meter steil zur Elbe ab, es bietet eine weite Aussicht ins Elbtal und über das Elbsandsteingebirge. Der Name Bastei...

Halle ganz vorn

Die Kassenkredite - auch Liquiditätskredite genannt - der Kommunen in Sachsen-Anhalt sind 2014 um fast 226 Millionen Euro auf mehr als 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Unter den Kreisen und Kreisfreien Städten hat die Stadt Halle mit 298,6 Millionen Euro den höchsten Betrag zu verzeichnen (zu 2013 plus 10,6 Prozent). Es folgen der Salzlandkreis mit 98,4 Millionen (plus 15,5 Prozent) und die Stadt Ma...

ndPlusTomas Morgenstern

Durchwachsene Zwischenbilanz

Das gewagte Experiment, die Bundesgartenschau auf fünf Standorte aufzuteilen, ist bislang nur zum Teil geglückt. Attraktive Preise und Angebote sollen in der zweiten Halbzeit für noch mehr Gäste sorgen.

Zu eng, zu dunkel, zu wenig Einstreu

Den Kontrolleuren Thüringer Agrarbetriebe sind 2014 mehr Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen aufgefallen. Das Gros der begutachteten Betriebe hat aber sauber gearbeitet.

Wilfried Neiße

Rückkehr zur Null-Toleranz

Die Schwemme neuer synthetischer Billig-Drogen hat Brandenburg erreicht. Nach Jahren der relativen Duldung zieht die Politik die Zügel wieder an, gibt es erneut Null-Toleranz-Zonen.

ndPlusRochus Görgen, Magdeburg

Kommunen immer tiefer im Dispo

Der Schuldenberg der Kommunen in Sachsen-Anhalt ist gewachsen. Zwar gingen dank Hilfen des Landes die regulären Kredite zurück. Doch sogenannte Kassenkredite werden immer stärker genutzt.

Hagen Jung

Landtag ruft zu Protest in Bad Nenndorf auf

Emsig trommeln die Nazis wieder im Internet für ihren sogenannten Trauermarsch, bei dem die rechte Rotte am 1. August in der niedersächsischen Kurstadt Bad Nenndorf das »Wincklerbad« ansteuern will. Nach dem Krieg hatte die britische Besatzungsmacht das Gebäude als Verhörzentrum genutzt. Schergen des Hitlerregimes waren dort auch misshandelt worden. Unter Verweis darauf versuchen Nazis nun schon z...

Andreas Fritsche

Albtraum für Patient im Wachkoma

Seit 2006 liegt Sebastian Plocinniak im Wachkoma und wird in seinem Elternhaus versorgt. Weil sich die Johanniter und die Barmer GEK nicht über die Kosten einigen, muss er jetzt vielleicht ins Heim.

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Aus der Loge wird Leben

Die Berliner Kulturloge, die kostenlos Theater- und Konzerttickets an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt, heißt künftig Kulturleben Berlin. Die Umbenennung war nach einem Rechtsstreit nötig, weil die Kulturloge Marburg den Namen markenrechtlich geschützt hat. »Am Grundkonzept und den organisatorischen Abläufen ändert sich nichts: Kulturleben Berlin wird mit demselben Team und mit demselben...

Barenboim im Orden

Der israelische Dirigent und Pianist Daniel Barenboim (72) ist neues Mitglied im renommierten Orden Pour le mérite. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag als Schirmherrin mitteilte, hat der langjährige Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden seine Wahl vom 1. Juni inzwischen angenommen. Damit hat der Orden jetzt 39 deutsche und 37 ausländische Mitglie...

Nur noch ein Standort für die Moderne

Grünes Licht für das in Berlin geplante Museum der Moderne: Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab am Donnerstag in seiner Sondersitzung zu Griechenland 2,4 Millionen Euro als erste Tranche für den insgesamt 200 Millionen teuren Bau frei. Damit kann der Wettbewerb zu dem ambitionierten Projekt ausgeschrieben werden. Das Museum soll die Berliner Kunst des 20. Jahrhunderts und drei wertvolle...

Andreas Gläser

Zimmerpalmen

Meine drei mickrigen Zimmerpalmen, diese blasgrünen Krüppel, wo die verdorrten Blätter nur ein muffiges Hellbraun von sich geben, bevor sie in den Topf fallen, wo der Sand einen leichten Schimmelansatzes aufweist; diese Zimmerpalmen, die wären außerhalb meiner vier Wände besser aufgehoben, zumal es in Europa keinen Winter mehr gibt; zumindest von den Temperaturen her. Draußen, in den Straßen, auf ...

Dirk Farke, Freiburg

Als Luxemburg die Freiburger beschwor

Wie wohl in den meisten deutschen Städten finden sich auch in Freiburg im Breisgau zahlreiche Helden- und Ehrenmale für gefallene deutsche Soldaten. Auch in Freiburg kommt kaum eine Touristengruppe an solchen kriegsverherrlichenden Denkmälern vorbei. Rüdiger Binkle hingegen ist einer der historischen Stadtführer, der eine etwas andere Stadtführung durchführt: Gewissermaßen eine Stadtführung von un...

Jürgen Drewes, Gnoien

Kaufen statt bücken - Selbstpflücker bleiben aus

Die Hauptsaison bei Erdbeeren nähert sich dem Ende. Bereits vor Jahren haben viele Landwirte darauf gesetzt, dass genügend Selbstpflücker kommen. Doch darauf kann man sich nicht mehr verlassen.

ndPlusJasper Rothfels
und Jens Albes, Landstuhl

Betteln vorm Kasernentor

Meldungen über den US-Kampfstoff Anthrax in der Pfalz belasten die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die Einheimischen können die Gefahr nicht einschätzen, fühlen sich im Ungewissen gelassen.

ndPlusManuela Lintl

»Rinnsteinkünstlerinnen«

In einer vielzitierten Rede vom 18. Dezember 1900, anlässlich der Eröffnung der Berliner »Siegesallee«, einer protzigen Reihe von 26 überlebensgroßen weißen Marmorstatuen von Hohenzollernfürsten, verunglimpfte der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. mit dem abwertenden Begriff »Rinnsteinkunst« pauschal die vielfältigen Tendenzen der damaligen sozialkritischen und naturalistischen Avantgarde. Denn d...

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Thomas Blum

Willst du Peng, Peng? Wie wär’s mit Ratatatat?

Wenn hierzulande alle Rapper so klug wären wie K.I.Z., hätte die Welt kein Deutschrap-Problem. Das neue Album zeigt mehr als die übliche öde linke Polit-Folklore (Fäusteballen, Parolengeschrei, Hochhalten bemalter Bettlaken).

Parzinger: Mehr Sachlichkeit

Der Künstler Gerhard Richter hat den am Mittwoch vorgestellten Entwurf für ein Kulturgutschutzgesetz als unsinnig bezeichnet. Für ihn sei national wertvolles Kulturgut der bereits vorhandene Bestand in den Museen, sagte der Künstler der »Aachener Zeitung« (Donnerstagsausgabe). Diesen Bestand gelte es zu wahren - »mit gleicher Sorgfalt unabhängig von der Nationalität der Künstler«. Es sei doch...

Für die Schönen und Geschundenen

In Deutschland ist Sommer. Für einige Wochen ergibt sich dieses durch den schwäbischen Geldfetisch ins Graue getriebene Land der Leichtigkeit des Seins. In vielen Bundesländern haben die großen Schulferien begonnen, bis Ende Juli folgt der Rest des Landes. Und wie im jeden Jahr wird der Start in die unterrichtsfreie Zeit von vielen Medien mit Bildern von lachenden, begeisterten Kindern illustriert...

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ndPlusLutz Brangsch

Klar und kompromisslos

Es ist ein über weite Strecken in gutem Sinne kurzweiliges Buch. Walter Baier, von 1996 bis 2006 Vorsitzender der KPÖ, heute Koordinator des linken Think-Tank-Netzwerkes transform!Europe, nimmt uns mit auf eine Reise durch die Linke im Europa der letzten hundert Jahre. Ausgehend von einer Darstellung der Positionen verschiedener linker Parteien zu Europa und zur aktuellen europäischen Integration,...

Karlen Vesper

Kali nichta - Gute Nacht, Griechenland

Der italienische Wirtschaftswissenschaftler Vladimiro Giacché erinnert in seinem neuen Buch “Anschluss. Die deutsche Vereinigung und die Zukunft Europas” an die Währungsunion von 1990 und deren wirtschaftlichen Folgen.

Seite 17
ndPlusRobert D. Meyer

ZDF-Bunkerjournal

Verstehen Sie, was in den Nachrichten über Grexit, Schuldenschnitt, ESM-Kredite und "faule Griechen" erzählt wird? Vielleicht ist ihnen die Welt einfach zu komplex geworden, glaubt der Nachrichtenchef des ZDF, Elmar Theveßen.

Seite 18
Thomas Burmeister, Zürich

Wird der Kronprinz zum Kronzeugen?

US-Staatsanwälte können endlich einen wichtigen FIFA-Insider zum Verdacht der Bestechung im Weltfußball vernehmen. Ob dies Folgen für den »unantastbaren« Sepp Blatter hat, bleibt abzuwarten.

ndPlusStephan Fischer

Die Vergangenheit als Kampfplatz

Das sportpolitische Erbe in Thüringen nach 1989 ist ein politischer Kampfplatz. Eine neue Studie nimmt die Transformation des Thüringer Sports in den Blick - und wird selbst zum Teil des Streits.

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ndPlusTom Mustroph

Grünes Trikot, schwarzer Abdruck

Besonders in den Bergetappen der Tour de France fällt auf, wieviel rund um die Tour de France aufgeboten werden muss. Der ökologische Fußabdruck dieser Kolonne ist trotz aller Maßnahmen beträchtlich.

Arne Richter, Wolgograd

Spiel des Friedens in Wolgograd

Die Fußball-WM 2018 wird unter anderem in Wolgograd gespielt. Nun kommt ausgerechnet aus dem früheren Stalingrad das Angebot, das WM-Stadion mit einem Spiel gegen Deutschland einzuweihen.

ndPlusTom Mustroph, Plateau de Beille

Rodriguez gewinnt Touretappe, Froome weiter in Gelb

Chris Froome fährt die Tour de France 2015 bislang fehlerlos. In den Pyrenäen lieferte Froome dann sogar sein Meisterstück ab. Angeblich ungeplant. Seine Stärke lässt derzeit keine Spannung aufkommen.

Seite 20

Geheimnisvolle tiefe Schluchten

Von den ersten Bildern der US-Raumsonde »New Horizons« von Pluto zeigen sich die Wissenschaftler fasziniert: Sie zeigen hohe Eisberge und liefern Anhaltspunkte für geologische Aktivität in jüngster Vergangenheit.

ndPlusJirka Grahl

Rock für den Frieden

Zum 70. Jahrestag des Endes der japanischen Besatzung im August darf Laibach zwei Konzerte in Pjöngjang spielen.