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UNTEN LINKS

Noch bevor das libanesische Mädchen den Satz, in dem es von seiner Angst vor der Abschiebung spricht, zu Ende bringen kann, wird es unterbrochen. In der Fallbeilsprache jener, denen das Gegenüber vor allem zu bearbeitendes Verwaltungsmaterial ist, bellt die Kanzlerin: »Deshalb muss das jetzt einer Entscheidung zugeführt werden.« Wer so redet, dem ist die Unterzeichnung eines Todesurteils nichts an...

Trauer um Opfer des Fluges MH 17

Amsterdam. Ein Jahr nach dem Abschuss eines Malaysia-Airlines-Flugzeugs über dem umkämpften Osten der Ukraine ist am Freitag der 298 Opfer der Katastrophe gedacht worden. In den Niederlanden, woher die meisten Toten stammen, wehten die Fahnen auf Halbmast. In Australien enthüllte Premierminister Tony Abbott eine Gedenkplakette in Gegenwart von rund 120 Angehörigen der 38 Opfer von Flug MH17. Rund ...

ndPlusWolfgang Hübner

Grexit-Fraktion

Auch ohne Vereine wie die AfD verschieben sich die politischen Gewichte in Richtung Grexit-Fraktion. Der Wirtschaftsnationalismus hat im Bundestag eine starke Stimme: 65 CDU-Abgeordnete verweigerten Merkel das Ja.

Adam Smith im Bundestag

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble haben für ihren Kurs in der Griechenland-Politik immer weniger Rückhalt in den eigenen Reihen: Am Freitag votierten 65 Abgeordnete von CDU und CSU nicht für das Mandat zur Aufnahme von Verhandlungen mit Griechenland über ein drittes Kreditprogramm. Das Nein-Lager (griechisch: »oxi«) in der Union ist damit gegenüber früheren...

Martin Ling

Kapital sí

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in Kuba mit Präsident Raúl Castro über die Zusammenarbeit beider Länder gesprochen und Abkommen unterzeichnet.

Deutschland holt in Kuba auf

Der deutsche sozialdemokratische Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in Kuba mit Präsident Raúl Castro über die Zusammenarbeit beider Länder gesprochen und zudem Abkommen unterzeichnet.

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Martin Ling

Besser spät als nie

Frank-Walter Steinmeier hat mit seinem Besuch in Kuba - dem ersten eines bundesdeutschen Außenministers überhaupt - versucht, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Im Ansatz ist ihm das gelungen. Davon zeugen die zwei Abkommen über politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Nach jahrelangem Stillstand in den deutsch-kubanischen Beziehungen ist das ein Fortschritt. Präsident Raú...

René Heilig

Datenbank für Vertrauen

In der Regel ist das Prozedere nach einem Absturz simpel. Zeugen befragen, Flugschreiber auswerten, Pilotenfehler oder technisches Versagen benennen. Das Weitere ist zumeist Sache von Airline und Hersteller. Nachdem ein mit psychischen Problemen belasteter Germanwings-Copilot seinen Jet jedoch bewusst crashen ließ und so 150 Menschen umbrachte, war mehr gefordert als Flugunfall-Untersuchungsroutin...

ndPlusKatja Herzberg

Zaun, Zelt, Zuchthaus

Es scheint kaum möglich und doch hat die Flüchtlingsfeindlichkeit in Ungarn eine neue Stufe erreicht. Für den Dreiklang aus Bau eines Grenzzauns, Verbannung von Flüchtlingen in entlegene Zeltlager und Androhung von Zuchthaus für »illegale Einwanderung« erntete die nationalistische Regierung unter Viktor Orbán wieder einmal Empörung - und sendete ein fatales Signal aus. Denn die Empörung wird ...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Starker Mann

Nimmt man es militärisch, dann kommt Gennadi Moskal direkt von der Front. Er führte von Herbst 2014 bis Frühjahr 2015 die staatliche Verwaltung des Gebietes Lugansk und war dort anschließend Chef der «militärisch-zivilen Administration». Wenn auch im Ruhestand, wird der Generalleutnant der Miliz sein strategisches und taktisches Wissen nicht vergessen haben. Er war ja nicht grundlos der starke Man...

ndPlusMartin Leidenfrost

Die Erben von Attilas vierzehntem Sohn

Unser Kolumnist Martin Leidenfrost löste letztes Jahr einen ethnischen Konflikt in Rumänien aus. Er hatte ein harmloses Feuilleton über das Szeklerland geschrieben. Die Reaktion: Beschimpfungen seiner Person.

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Neuer Stoff für Horrorfilme

Nach dem Burkini, der, vorwiegend von muslimischen Frauen getragen, allein das Gesicht nicht verhüllt, jetzt seine perfekte Ergänzung: Der Facekini ist der letzte Schrei in der Bademode. Die chinesische Erfindung soll angeblich das Gesicht (engl. face) vor UV-Strahlung, Stichen und Verletzungen durch Quallen schützen. Wem’s gefällt, mag man denken. Erstaunlich bloß, dass wieder einmal nur Frauen v...

ndPlusKerstin Andreae

Schattenboxen ums Wachstum

Die Weltbevölkerung wächst global gesehen. Zur Mitte dieses Jahrhunderts werden neun Milliarden Menschen auf dem Planeten leben. Mit all den Bedürfnissen nach Nahrung, Wohnung, Arbeit, Mobilität.

Deutsche Krisenpolitik

Die Presse, Österreich Machtfaktor Im Streit um die Finanzierung Griechenlands ging es in den vergangenen Wochen um einen weiteren, mindestens ebenso wichtigen Faktor: den Faktor der Macht. Die Hardliner unter den Finanzministern - allen voran Deutschlands Wolfgang Schäuble - spielten ihn aus, zunächst geschickt, dann verhärmter, doch immer mit dem gleichen Ziel: den Menschen in Europa z...

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ndPlusAnke Stefan, Athen

Verwundende Einigung

Die Einigung mit den Euro-Partnern von Montag stellt die große Regierungspartei SYRIZA auf eine harte Probe. Drei von vier Kabinettsmitgliedern, die mit Nein stimmten, bleiben vorläufig weiter im Amt.

Aert van Riel

Rückhalt für Merkel schwindet

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit für Verhandlungen mit Athen über ein drittes Kreditprogramm votiert. Doch in der Union wächst die Unzufriedenheit über die schwarz-rote Politik.

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Johannes Richter

Nothilfe für Geflüchtete in Griechenland

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen zeigen sich von der Lage der Flüchtlinge in Griechenland bestürzt und fordern Sofortmaßnahmen. So verlangte Pro Asyl am Freitag sofortige Hilfspakete mit Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung für die Flüchtlinge in dem Krisenland. Zudem sprach sich die Flüchtlingsorganisation für die Möglichkeit zur Weiterreise in andere EU-Staaten wie die Bundesrepublik ...

ndPlusKurt Stenger

Staatsschulden müssen keine erdrückende Last sein

Die von EU und Internationalem Währungsfonds verordnete Austeritätspolitik aus Sozialkürzungen und Massensteuererhöhungen kann Staatsschuldenprobleme nicht beseitigen, wie ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt. Dort finden sich auch Beispiele einer erfolgreichen Strategie, die auch Griechenland auf die Beine helfen könnte. Dazu bräuchte es aber einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel beim Euro-Krisenmanagement.

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Flüchtlinge in Ungarn aus der Stadt verbannt

Ungarns Regierung will, dass die örtliche Bevölkerung in den Städten nicht gestört wird «durch die Massen an Flüchtlingen». Flüchtlingsunterkünfte sollen daher in die Randgebiete verdrängt werden.

Fabian Lambeck

Wo sind Merkels Manuskripte?

Der Redaktionsleiter des Onlineportals Abgeordnetenwatch erbat Einsicht in die nicht-öffentlichen Redemanuskripte Angela Merkels. Der Antrag wurde vom Kanzleramt abgelehnt. Abgeordnetenwatch erwägt rechtliche Schritte.

ndPlusUwe Kalbe

Willkommen in der Drehtür

Die Kommunen überfordert, Heime im Visier von Rassisten. Doch Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, treffen auch auf Sympathie und Verständnis. Willkommenskultur, heißt das Symbolwort.

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Huthi verlieren Aden

Riad. Im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen in Jemen haben der Exilregierung ergebene Truppen nach eigenen Angaben einen »bedeutenden Sieg« errungen. Die südliche Stadt Aden und die Provinz seien »befreit«, erklärte Vizepräsident Chaled Bahah im saudi-arabischen Exil am Freitag im Internet. Nach Angaben von Augenzeugen standen einige Gebiete der Hafenstadt aber noch unter Kontrolle der Au...

Schüsse vor Rekrutierungsbüro

Ein Mann erschießt im US-Staat Tennessee aus heiterem Himmel vier Soldaten, ehe er selbst erschossen wird. Die Bundespolizei FBI spricht von Verdacht auf »inländischem Terror«.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Ukraine streitet nicht nur mit Russland

Die »Anti-Terror-Operation« in der Ostukraine ist nicht Kiews einziger Konflikt. Abgesehen von der Auseinandersetzung mit Russland werden einige weitere Streitigkeiten im Lande selbst ausgetragen.

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Bericht: Bahn will Töchter privatisieren

Berlin. Die Deutsche Bahn zieht einem Bericht zufolge eine Teilprivatisierung ihrer Konzerntöchter Schenker und Arriva in Erwägung. Diese Pläne gingen aus der neuen Konzernstruktur hervor, die in dieser Woche in groben Umrissen an die Mitglieder des Aufsichtsrates verschickt worden seien, berichtete die »Welt«. »In Betracht käme ein Verkauf von zehn oder zwanzig Prozent an Arriva oder Schenker«, z...

Mehr Blüten im Umlauf

Frankfurt am Main. In der ersten Hälfte des Jahres hat die Bundesbank mehr Falschgeld aus dem Verkehr gezogen als im Halbjahr zuvor. Rund 50 500 falsche Euroscheine mit einem Nennwert von gut 2,2 Millionen Euro wurden in Deutschland registriert. Dies entspreche einem Anstieg von 31 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014. Das Falschgeldaufkommen bleibe allerdings auf niedrigen Niveau«,...

Christian Mihatsch, Chiang Mai

Die 1000-Milliarden-Dollar-Frage

Entwicklungshilfegeldern von 135 Milliarden Dollar stehen 1000 Milliarden Dollar Schwarzgeld gegenüber, die jedes Jahr aus Entwicklungsländern abfließen. Das Geld könnte sinnvoll genutzt werden.

Andreas Knobloch

Mexikos Erdöl will fast keiner haben

Fast 80 Jahre nach der Verstaatlichung des mexikanischen Energiesektors soll dieser wieder privatisiert werden. Ein erster Schritt in diese Richtung war ein Flop.

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Baselitz abgehängt

Im Dresdner Albertinum sind am Freitag die zehn Leihgaben des Malers und Bildhauers Georg Baselitz aus der ständigen Ausstellung entfernt worden. Die neun Gemälde wurden abgehängt und mit der »Elke«-Holzskulptur ins Depot gebracht, wo sie auf die Abholung warten, wie eine Sprecherin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) sagte. Der aus Sachsen stammende Künstler hatte den SKD vor einer Woche mitget...

Beliebt bei Ü 50

Deutsche Filmproduktionen werden überdurchschnittlich oft von älteren Kinogängern angeschaut. Mehr als jedes dritte Kinoticket (35 Prozent) für einen deutschen Film sei 2014 von Besuchern jenseits der 50 Jahre gekauft geworden, teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) am Freitag in Berlin mit. Und: Mit 2,3 Besuchen pro Kopf haben die über 60-Jährigen am häufigsten einen deutschen Film im Kino gesehe...

Herausragend

Der langjährige Generalintendant der Städtischen Bühnen Erfurt, Bodo Witte, ist tot. Er starb am vergangenen Samstag im Alter von 85 Jahren, wie das Theater Erfurt am Freitag mitteilte. Generalintendant Guy Montavon würdigte Witte als Theatermann mit Leib und Seele. Er habe das Profil der Erfurter Theater von 1965 bis 1992 maßgeblich geprägt und sie zur größten Kultureinrichtung im damaligen Bezir...

Afrika, Erde, Pluto ...

Der Mensch ist seit Anbeginn der Zeiten zum Reisen verdammt. Ein Häuflein war es nur, das sich vor Zehntausenden von Jahren von Afrika aus auf die Reise machte. Da gehörten wir noch zur Gattung des Homo sapiens. Heute nennen wir uns Homo sapiens sapiens, den »besonders weisen, klugen Menschen«. Darin steckt Wahrheit, Selbstgewissheit, aber auch eine gehörige Portion Hybris. Doch einen Weg zur...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Man achte auf die Knipszangen

Es dauert lange, bis der Mensch nichts mehr erreichen will. Bis Einverständnis eintritt: Du fasst eh nicht, was geschieht - säume also guten Gewissens, verfehl dein verbissen protzendes Ziel. Also: Sei auch reisend und darüber schreibend so, als hätte es um nichts anderes zu gehen als um das Erzählen von sehr banalen Vorgängen. Die doch aber schon das große Ganze sind und insgesamt, am Ende, das b...

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Seite an Seite

Unter dem Motto »Cocteau trifft Picasso« befasst sich ab Samstag eine Ausstellung in Münster mit der Freundschaft der beiden bekannten Künstler. Das Pablo Picasso Kunstmuseum präsentiert insgesamt fast 400 Zeichnungen, grafische Blätter, Plakate, Künstlerbücher und Keramiken von Jean Cocteau (1889-1963) und Picasso (1881-1973). Erstmalig in Deutschland wird nach Museumsangaben die Cocteau-Sam...

Einladungen zum Probedirigat

Bei der Suche nach einem neuen Thomaskantor in Leipzig gibt es Fortschritte: Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, wurden vier »Persönlichkeiten« zum Probedirigat eingeladen. »Sie sollen während einer Probewoche mit dem Thomanerchor verschiedene geistliche Chorwerke für die Motette und eine Bachkantate einstudieren«, erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der außerdem den Vorsit...

Manuela Lintl

Kunstmarkt in Aufruhr

Neues Ermächtigungsgesetz? Seit Tagen befindet sich der Kunstmarkt wegen des von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplante neue Kulturgutschutzgesetz zum Vorgehen gegen Kunstraub in Aufruhr. Zu Unrecht.

ndPlusDetlef Kannapin

Der Chronist

Der Regisseur Winfried Junge wird 80. Mit seiner Frau Barbara und dem Doku-Zyklus »Die Kinder von Golzow« hat er Filmgeschichte geschrieben – doch es gibt in seinem Werk noch viel mehr zu entdecken.

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Tom Mustroph

Mit einem Blick fixiert

Die Tour de France wurde in den Pyrenäen auch zur Begegnung mit der Tierwelt. Im Verpflegungszelt auf dem Plateau de Beille tauchten plötzlich zwei Pferde auf. »Ach, das sind die Tiere meiner Cousine. Sie kommt von der Farm nebenan«, erklärte eine Bäuerin den Durchmarsch der mit feinem Zaumzeug geschmückten Vierbeiner gelassen. Auf ihren Weidegründen war ein großer Parkplatz angelegt, und gewisser...

Das Aus für die Auster

Der futuristische Entwurf der Architektin Zaha Hadid wird wohl nicht verwirklicht - eine erneute Kehrtwende im Streit um die Kosten für die Arena der Spiele 2020.

Tom Mustroph, Rodez

Grüner Pfeffer

John Degenkolb lässt seine Mannschaft einen ganzen Tag lang arbeiten. Das Team Giant Alpecin hatte die Verantwortung übernommen. Den Etappensieg holt sich in einem schweren Finale jedoch der Belgier Greg Van Avermaet.

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Isaac Risco, Baltimore

USA und Kuba kicken gegeneinander

Das Vorspiel zu einer als historisch geltenden Versöhnung geht in Baltimore über die Bühne. Zwei Tage vor der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und Kuba nach jahrzehntelanger Eiszeit treffen die Fußballteams beider Länder am Samstagabend (Ortszeit) im Viertelfinale des Gold Cups aufeinander. Die Elf von Jürgen Klinsmann geht als klarer Favorit in das Duell mit den Spielern...

ndPlusUli Schember

Der Magier entweihte einen Fußballtempel

Alcides Ghiggia, dessen Tor gegen Brasilien bei der Fußball-WM 1950 das Maracanã zum Schweigen brachte, ist tot. Er starb auf den Tag genau 65 Jahre nach dem größten Moment seines Lebens.

Oliver Kern

Lasst uns mehr Medaillen kaufen!

Wie viel ist uns Spitzensport wert? Was soll er leisten? Fragen, die der Sportminister offenkundig unzufriedene Thomas de Maizière nicht beantwortet. Er fordert stattdessen lieber mehr Medaillen.

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Zuckerfest in Berlin

Drei Tage lang wird richtig geschlemmt: Muslime in Berlin feiern von Freitag an mit dem Zuckerfest das Ende des Fastenmonats Ramadan. »Der Muslim feiert in der Gemeinschaft«, kündigte die Türkische Gemeinde zu Berlin auf ihrer Internetseite an. Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet die Zeit des Verzichts. Weil Kinder mit Süßigkeiten beschenkt werden, wird es auch Zuckerfest genannt. Di...

Behörde will schnelle Abschiebungen

Der Chef der Berliner Ausländerbehörde, Engelhard Mazanke, hat sich für schnelle Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern ausgesprochen. »Wir wollen eine schnelle Integration, aber auch schnelle Rückführungen«, sagte der Behördenchef der »Berliner Zeitung«. Dazu könne auch Haft gehören, fügt Mazanke hinzu. In den Neuregelungen im Asylrecht sieht der Leiter der Ausländerbehörde aber »kei...

Christian Baron

Anständiger Amtsarschtritt

Menschen sind nicht von Natur aus böse. Man muss das immer wieder sagen, weil der kapitalistische Wahnsinn einen täglich vom Gegenteil zu überzeugen droht. Wenn Polizisten, Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter von oben befohlene Missetaten exekutieren, müssen sie sich einreden, in Wahrheit doch richtig zu handeln; sonst hielten sie ihre bedauernswerte Existenz nicht aus. Das gilt auch für jene Person...

ndPlusChristian Baron

Organisierte Unverantwortlichkeit

Zum Schutz der Familien, die das Wohnhaus in der Grunewaldstraße verlassen mussten, fordert der Verein »Amaro Foro« das Bezirksamt zum Handeln auf. Dort sieht man die Verantwortung aber beim Senat.

ndPlusUlrike Henning

Bessere Versorgung im Notfall

Per Salamitaktik gibt Berlins Gesundheitssenator seine Um- und Ausbaupläne für die Krankenhäuser der Hauptstadt in den Jahren 2016 bis 2020 bekannt. Kritik gibt es unter anderem am Konzept für die Geriatrie.

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Kanusaison im Nationalpark

Die mittlerweile neunte Kanusaison im Nationalpark Unteres Odertal ist eröffnet. Bis zum 14. November kann in Begleitung qualifizierter Kanuführer auf drei Strecken die Wildnis erkundet werden. »Ein fantastisches Naturschauspiel erwartet die Teilnehmer«, heißt es. Seeschwalben, bunt schillernde Libellen und von Bibern gefällte Bäume sind demnach zu erblicken. Um die Vögel zu schonen, ist das Kanuf...

Falsche Polizisten bestehlen Touristen

In gleich vier Fällen kurz nacheinander haben falsche Polizisten am Donnerstagabend Berlin-Touristen bestohlen. Die bislang flüchtigen Täter gingen dabei immer nach derselben Masche vor, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Eine Frau oder ein Mann sprach die Opfer in Berlin-Charlottenburg an und fragte nach dem Weg. Dann seien jeweils zwei Männer dazugekommen und hätten sich als Polizisten ausgeg...

Verzweifelte Suche im Nuthe-Schlick

Seit Mittwoch vergangener Woche wird nach dem im Potsdamer Stadtteil Schlaatz vermissten sechsjährigen Elias gesucht. Die Polizei schließt weder Unfall noch Verbrechen aus.

Bernd Kammer

Lohnstreit unter Palmen

Nicht alles ist Idylle im Botanischen Garten: Unter den Beschäftigten herrscht eine Zweiklassengesellschaft, sagt ver.di.

Wilfried Neiße

Beratung billiger als ein Anwalt

Die brandenburgische Verbraucherzentrale hat neue Räume in den Potsdamer Bahnhofspassagen bezogen. Vor allem Probleme mit dem Internet treiben viele Menschen dorthin.

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Abendbummel unter Heiligen

Würzburg. Blaue Stunde auf der Alten Mainbrücke in Würzburg: Das Bauwerk, bis 1886 Würzburgs einziger Flussübergang, ist ein beliebter Treffpunkt in der fränkischen Stadt. Die erste, romanische Steinbrücke an dieser Stelle wurde schon um 1120 unter dem Baumeister Enzelin errichtet, zuvor gab es dort eine Fähre. Die Brücke verbindet die Altstadt am rechten Mainufer mit der gegenüberliegenden Festun...

Kanusaison im Nationalpark

Die mittlerweile neunte Kanusaison im Nationalpark Unteres Odertal ist eröffnet. Bis zum 14. November kann in Begleitung qualifizierter Kanuführer auf drei Strecken die Wildnis erkundet werden. »Ein fantastisches Naturschauspiel erwartet die Teilnehmer«, heißt es. Seeschwalben, bunt schillernde Libellen und von Bibern gefällte Bäume sind demnach zu erblicken. Um die Vögel zu schonen, ist das Kanuf...

Verzweifelte Suche im Nuthe-Schlick

Seit Mittwoch vergangener Woche wird nach dem im Potsdamer Stadtteil Schlaatz vermissten sechsjährigen Elias gesucht. Die Polizei schließt weder Unfall noch Verbrechen aus.

Windkraft und Co. könnten Bedarf decken

Magdeburg. Sachsen-Anhalt könnte einer Studie zufolge in weniger als 20 Jahren seinen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien abdecken. Dazu würden sogar die bereits jetzt ausgewiesenen Flächen für Windenergie, Solar und Biomasse ausreichen, heißt es in der Untersuchung, die Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) in dieser Woche vorstellte. »Wir sind ein Land der erneuerbar...

ndPlusMatthias Klein, Frankfurt/Main

Ein Online-Portal allein reicht nicht

Neue Radwege bauen oder ein Schwimmbad doch nicht schließen: Mit Bürgerhaushalten können die Einwohner die kommunalen Ausgaben beeinflussen. Aber meist machen nur sehr wenige mit.

Wilfried Neiße

Beratung billiger als ein Anwalt

Die brandenburgische Verbraucherzentrale hat neue Räume in den Potsdamer Bahnhofspassagen bezogen. Vor allem Probleme mit dem Internet treiben viele Menschen dorthin.

Heidrun Böger, Leipzig

Helfer im Paragrafendschungel

Das deutsche Flüchtlingsrecht ist bekanntermaßen kompliziert. In Leipzig (Sachsen) unterstützen Jurastudenten zusammen mit Komillitonen anderer Fakultäten Asylsuchende bei ihren Anträgen und Verfahren.

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Widerstand

Der Dokumentarfilm »Widerstand ist Pflicht« von Katharina Thoms wird am Sonntag, 15.30 Uhr, im Bundesplatzkino am Bundesplatz 14 gezeigt. Der Film thematisiert den fast unbekannten ersten Widerstand gegen Hitler 1933 im schwäbischen Mössingen. nd...

DHM lädt zum 20. Juli ein

Das Deutsche Historische Museum lädt am 20. Juli, zum Jahrestag des Stauffenberg-Attentats auf Hitler, zum kostenfreien Besuch seiner Ausstellungen und Filmvorführung ein. Im Zentrum der um 16 Uhr beginnenden Führung durch die Sonderausstellung »1945 - Niederlage. Befreiung. Neuanfang« stehen sowohl die Voraussetzungen als auch die öffentliche Beurteilung der Widerstandsbewegung in zwölf europäisc...

Klima setzt historischen Parks zu

Der Klimawandel bedroht zunehmend auch die Parkanlagen der Preußischen Schlösserstiftung in Berlin und Brandenburg. Wie die historischen Anlagen und ihre alten Baumbestände bewahrt werden können, soll jetzt in einem neuen Forschungsprojekt untersucht werden. Das dreijährige Vorhaben der Technischen Universität Berlin, das am Freitag in der Hauptstadt vorgestellt wurde, wird von der Deutschen Bunde...

Meister des Mysteriösen

Die rätselhaften Meisterwerke des Regisseurs Andrej Tarkowskij verlieren wie guter Wein mit den Jahren nichts von ihrer Faszination. Darum ist es eine schöne und keineswegs nostalgische Tradition des Arsenal, regelmäßig im Sommer die sieben langen Filme und die mittellange Diplomarbeit des russischen Regisseurs (1932-1986) vorzuführen. Eröffnet wird die Reihe an diesem Sonnabend (20 Uhr) mit »Offr...

Der Discounter fängt die Kunden ab - außer sonntags

Auch Sachsens Bäcker stehen gewaltig unter Druck: Die Zahl der Bäckereien im Freistaat geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Gibt es derzeit im Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks 723 Mitgliedsbetriebe, so waren es im Jahr 1989 mit etwa 1700 mehr als doppelt so viele. Vor allem die Angebote der Discounter bringen die Bäckereien in Bedrängnis, sagt Innungsgeschäftsführerin Manuela Lo...

Erstmals »qualifizierte Leichenschau«

Delmenhorst. Nach der Mordserie eines Krankenpflegers an Patienten führen die beiden Krankenhäuser im niedersächsischen Delmenhorst nach eigenen Angaben als bundesweit erste Kliniken eine »qualifizierte Leichenschau« ein. Ab August werde jeder Patient, der im Klinikum oder dem St. Josef-Stift stirbt, zusätzlich von einem speziell geschulten Rechtsmediziner untersucht, teilten die Kliniken mit. So ...

Grit Büttner, Wismar

Meister backen kleine Brötchen

In Deutschland gibt es über 400 Brotsorten, doch immer weniger Handwerksbäckereien. Die Industrie verdrängt kleine Betriebe vom Markt. Der Schwund hat aber auch andere Gründe.

ndPlusHagen Jung, Hannover

Kriegsversehrte Gemälde mahnen

Im Bombenkrieg beschädigte Gemälde aus der Hand bedeutender Künstler sind zurzeit im niedersächsischen Landesmuseum zu sehen. »Brandbilder« heißt die Ausstellung in Hannover.

ndPlusKlaus Hammer

Anonyme Menschzeichen

Seine Anregungen gewinnt der Berliner Bildhauer Henry Stöcker nicht aus der Kunst-, sondern aus der Industriegeschichte. Es sind die Gegenstände, auf die er zufällig stößt oder die er bewusst auswählt, die ihm Anregungen geben: Alte Maschinenteile, ausgemusterte Geräte, Heizkörper, Auspuffrohre oder Rohrsysteme. Unbrauchbar für praktische Funktionen, werden sie brauchbar für die Kunst. Es war...

Seite 17

Der Unzumutbarkeiten ist kein Ende

Für das Auf und Ab in und um Griechenland kann das »nd«, stets nur partiell gut gerüstet sein. Immerhin haben Bundesfinanzminister und Kanzlerin immer noch eine weitere Schaufel an Unzumutbarkeiten draufzupacken gewusst.

Seite 18
Tom Strohschneider

Unsere Griechen

Griechinnen und Griechen erleben eine bewegte Zeit. Seit sechs Monaten ist ihr Land im Umbruch, mit dem Referendum kam es auf den Straßen und Plätzen auch wieder zu Demonstrationen. Vom Alltag der Menschen liefert aber die Fotowelt der Medien ein eintöniges Bild. Zum Leben in Griechenland gehört mehr als Anstehen an Geldautomaten und Sitzen auf Parlamentssesseln.

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Hans Barlach

Es hat schon eine gewisse Symbolik, wenn Hans Barlach die versagende Lunge die Lebensader durchtrennte. Ihm blieb nach dem jahrelangen Rechtsstreit mit der Chefin des Suhrkamp-Verlags, Ulla Unseld-Berkéwicz, einfach die Luft weg. Zuletzt war Unseld-Berkéwicz mit der Umwandlung des Verlags in eine Aktiengesellschaft vor Gericht erfolgreich, wodurch Barlach weitgehend seine Mitspracherechte verlor. ...

Satoru Iwata

Wie viele Leben hat Super Mario? Immer wieder wurde die wohl berühmteste Videospielfigur der Welt angezählt. Weil sein Erfinder, der japanische Nintendo-Konzern, zuletzt Verluste machte, schien die Zukunft des Jump-’n’-Run-Helden ungewiss. Seinen letzten Chef hat er überlebt: Nintendo-Präsident Satoru Iwata, der 13 Jahre an der Spitze stand, hinterlässt eine Firma, die sich gerade neu erfinde...

ndPlusGesa von Leesen

Parteiferner Promi

Mit dem bekannten Stuttgart-21-Gegner Hannes Rockenbauch will die LINKE in Stuttgart zur Landtagswahl im März punkten. Am Donnerstag wurde er mit nur wenigen Enthaltungen zum Kandidaten für die Landtagswahl gewählt.

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Thomas Gesterkamp

Streit um die Statistik

Guido Bohsem, Wirtschaftsredakteur der »Süddeutschen Zeitung«, radelte kürzlich durch Mecklenburg-Vorpommern - und sah Dinge, die er auf seine ganz eigene Weise interpretierte: »Glaubt man dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, ist die Tour eine ziemlich traurige Angelegenheit.« Laut den Aussagen des Armutsberichtes des Verbandes nämlich durchquere man »das Armenhaus der Republik, eine Art großfläch...

Seite 22
ndPlusBjörn Hayer

Der Tod der Fotografie?

Es kann eine verlassene Kirche irgendwo in einer toskanischen Landschaft sein, ein Café in den Gassen von Paris, der Blick einer schönen Frau. Oder einfach nur ein Blatt, das im Herbst vom Baum niedersinkt - die Fotografie hält fest, friert einen wirkungsvollen Moment ein, der sonst im Strom der Zeit verschwunden wäre. Sehen wir uns etwa nach Jahren noch einmal Bilder aus einer vergangenen Li...

Seite 23
Rainer Trampert

Die Akropolis an TUI, Piräus an China

Wenn es mit der Abwertung getan wäre, müsste es Moldawien blendend gehen. Wäre die Angleichung der Wirtschaftskraft das Kriterium für die Einheitswährung, lebten wir heute noch in Kleinstaaten mit Zollschranken.

Seite 24
lgn

Bildungslexikon

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER), der; Substantivische Zusammensetzung. Der GER wurde im Zuge der Entwicklung des Europäischen Kultur-, Wirtschafts- und Wissenschaftsraums erstellt. Er setzt Maßstäbe für den Erwerb von Sprachkenntnissen und stellt die Vergleichbarkeit von Sprachzertifikaten sicher. Für Studierende eignen sich das vom GER zertifizierte Cambridge Certificat...

ndPlusJürgen Amendt

English for Runaways

Als der CDU-Politiker Günther Oettinger vor einigen Jahren vor einem englischsprachigen Fachpublikum in Berlin bei einem Kongress des Zentrums für Kapitalismus und Gesellschaft der Columbia University einen Vortrag auf Englisch hielt, erntete er dafür hernach in den Medien Hohn und Spott. Oettinger las vom Blatt ab, doch seine Aussprache war unverkennbar vom schwäbischen Idiom geprägt. Der »Spiege...

Lena Tietgen

Ende des Deutschlandstipendiums

Einst gedacht, Studierende mit außerordentlichen Leistungen zu fördern, geriert das Deutschlandstipendium zum Flop. Sollten ursprünglich bis Wintersemester 2015/2016 acht Prozent der Studierenden in den Genuss von monatlich 300 Euro gelangen, korrigierte die Große Koalition ihr Ziel auf zwei Prozent bis 2017. (deutschlandstipendium.de) Doch selbst das Erreichen dieser Quote scheint in weite F...

ndPlusMartin Koch

Deutsch? Das war gestern!

Studiengänge auf Englisch gehören längst zum Alltag an deutschen Universitäten. Insbesondere in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aber auch in der Medizin und den Naturwissenschaften finden Vorlesungen, Seminare und Prüfungen immer öfter auf Englisch statt. Deutsch ist hier tabu. Wer das bedauert, gilt als rückständig und muss sich, sofern er im Englischen nicht ganz fit ist, den Vorwurf ...

Seite 25
Till Bastian

»Um die Russen niederzuhalten ...«

Der 16. Juli 1945 ist ein Montag - ein Montag, der die Welt verändern sollte. Zur Zeit der Morgendämmerung ist der Himmel bewölkt. Es beginnt der Countdown für die Explosion der ersten Atombombe der Welt. Um 5 Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden ist es soweit, »Trinity« ist explodiert. Ein Fotograf notiert: »Im ersten Stadium der Explosion kommt es zu einem ungeheuer grellen Lichtblitz, und dann bildet...

ndPlusJörg Roesler

Das Geschäft mit Milliarden

Bei dem von der Europäischen Union geforderten Abbau der griechischen Schulden legt die Bundesregierung besonderen Wert auf den Aufbau eines Privatisierungsfonds. In den sollen die Einkünfte aus dem Verkauf von griechischen Staatsbetrieben und -immobilien fließen. Eine Privatisierungsagentur, die TAIPED, hatte bereits die Regierung Giorgos Papandreou Mitte 2011 auf Druck der Europäischen Union ges...

Seite 26
Iris Rapoport, Berlin und Boston

Einfach zu warm angezogen

Als Schwangere erspäht man mit geschärftem Blick gleichfalls andere Schwangere. Ein paar Jahrzehnte später Ähnliches, bewirkt durch die Enkel. Plötzlich sieht man überall nette kleine Babys - und das ist in Berlin nicht anders als in Boston. Doch eine Frage lässt mich nicht los: Sollten Eltern an der Ostküste der USA bessere Instinkte haben als jene in Berlin? Es ist auffällig - der Nachwuchs...

ndPlusSteffen Schmidt

Durch den eisigen Rand

Schon die ersten Bilder der US-Sonde »New Horizons« vom Zwergplaneten Pluto und seinem größten Begleiter Charon waren zwar um Längen detaillierter als alles, was irdische und Weltraumteleskope bisher lieferten. Die neuen Bilder haben noch an Schärfe gewonnen, denn mit jeder Stunde hatte sich die Sonde dem Pluto um weitere 50 000 Kilometer genähert. Näher als 12 000 Kilometer kam die Kamera dem eis...

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Frank Ufen

Die Epidemie der Brillenträger

Fast überall auf der Welt steigt die Zahl derjenigen unaufhörlich, die sich mit kurzsichtigen Augen durchs Leben schlagen müssen - und das in einem Tempo und Ausmaß, dass genetische Mutationen daran nicht schuld sein können. Zumal es auch Ausnahmen gibt: Australien und Dänemark etwa. Der Augenheilkundler Frank Schaeffel vom Universitätsklinikum Tübingen schätzt, dass sich das Heer der Kurzsic...

Seite 30
ndPlusManfred Lädtke

Ganz schön watt los

Einmal im Jahr, wenn hinter dem Deich zwischen Emden und Greetsiel die Nordsee wieder auf Tauchstation gegangen ist, ziehen am Trockenstrand von Upleward ulkig kostümierte Menschen zu einer Schlammschlacht ins Watt

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Heidi Diehl

Willkommen in unserem Haus

Wären da in Heraklion und Chania nicht die Menschenschlangen vor den Geldautomaten, man könnte denken, auf Kreta sei die Welt vollkommen in Ordnung: keine Demos in den Straßen, keine wütenden Rentner machen sich öffentlich Luft, keine Schlangen vor den Tankstellen und schon gar keine Hamsterkäufe. Vielleicht sind ein paar mehr griechische Fahnen als in anderen Sommern zu sehen. Als Ausdruck ihres ...

Seite 32
Rike Martin

Mit dem Taxi durch Berlin

Hallo, in die Czarnikauer bitte. Auf in den Prenzlauer Berg! Sie kennen sich im Osten aus? Ich bin ein Kind der DDR. Mein Land gibt es nicht mehr, ich bin staatenlos. Das sage ich jedem, der danach fragt. Jetzt sind Sie Bundesbürger. Hab’ ich mir nicht ausgesucht. Ich lebe jetzt in einem Land, in dem das Volk total verarscht wird. Von wegen, wir brauchen Zuwanderung, weil ...

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