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UNTEN LINKS

Es war wirklich an der Zeit, dass ein Politiker im sich abzeichnenden Sommerloch am Nachrichtenhimmel mal richtig durchstartet. Ganz und gar einer von der Linkspartei, von der man sonst nur die üblichen Überfliegerfloskeln von Arbeitslosigkeit, Deindustrialisierung und Rentenungerechtigkeit gewohnt ist, wenn es um die deutsche Einheit geht. Das nämlich sind eher Fehlstarts - es sind die Kraniche, ...

Acht-Stunden-Tag ist Unternehmern Dorn im Auge

Berlin. Die Forderung aus der Wirtschaft, den Acht-Stunden-Tag aus dem Arbeitszeitgesetz zu streichen, stößt auf Ablehnung von Gewerkschaften und aus dem Bundesarbeitsministerium. Das Gesetz soll von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden, zitierte die »Rheinische Post« aus einem Positionspapier der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). Der Grund f...

ndPlusTom Strohschneider

Kaltland

Über 200 Angriffe auf Asylunterkünfte hat es in Deutschland seit Januar gegeben. Politiker wie der CSU-Innenminister haben das mitzuverantworten. Ein Kommentar zum Kaltland der brennenden Flüchtlingsheime.

Velten Schäfer

Auf dem Weg zu Roma-Sonderlagern

Forderungen der CSU nach Separierung von Asylbewerbern vom westlichen Balkan gewinnen an Unterstützung. Eine Studie zeigt derweil, dass eine medizinische Regelversorgung für Flüchtlinge vermutlich viel Geld sparen würde.

Vincent Körner

Brüssel lobt, wenn Athen gehorcht

Der zweite Teil der umstrittenen Gläubiger-Auflagen hat wie erwartet das Parlament in Athen passiert. Das gibt Lob aus Brüssel - doch die Kritik in der SYRIZA-Fraktion wird kaum geringer.

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Katja Herzberg

Tsipras zwischen Gläubigern und »Abweichlern«

Dem 40-jährigen charismatischen und in der Bevölkerung populären Ministerpräsidenten stehen nach der Parlamentsabstimmung von Mittwochnacht weitere schwere Verhandlungen bevor.

ndPlusTom Strohschneider

Eisernes Schweigen

Weil einige Gläubiger meinen, so schnell an Geld zu kommen, wird die ökonomische Substanz des öffentlichen Sektors in Griechenland zerstört. Über eine bessere Alternative zu reden war jedoch niemand bereit.

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ndPlusHannes Hofbauer, Wien

Wien lagert aus

»Asylkooperation« nennen die Innenminister aus der Slowakei und Österreich ein entwürdigendes Schauspiel, mit dem sie Anfang der Woche vor die Presse gegangen sind. 500 Flüchtlinge, für die in Österreich angeblich kein Platz ist, werden in die slowakische Stadt Gabčíkovo verlegt, wo sie - quasi exterritorial - unter österreichischer Verwaltung stehen. Seit Monaten spricht Österreichs rec...

Silviu Mihai, Subotica

»Morgen geht’s weiter, inschallah«

Immer mehr Menschen aus Konfliktländern fliehen auf dem Landweg nach Europa - und bleiben im rechtspopulistisch regierten Ungarn stecken. Dort drohen bald Inhaftierung und Zwangsarbeit.

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ndPlusRoland Etzel

Dokumente und Dämonen

Die Vereinbarung über das iranische Atomprogramm ist noch längst nicht durch. Die Vertreter der prinzipiellen Ablehnung sehen offensichtlich weiter gute Chancen, alles Abgesprochene noch pulverisieren zu können. Darauf weist die Demonstration am Mittwochabend in New York hin, für die mühelos mitten in der Urlaubszeit 10 000 Leute mobilisiert wurden. Man muss die teilweise abstrusen Parolen au...

ndPlusIngolf Bossenz

Zur Sache, Schätzchen

»Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.« So sprach Jesus zu einem Mann, der ihn gefragt hatte, was er Gutes tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen. Franz-Peter Tebartz-van Elst war Jesus nachgefolgt und sogar Bischof geworden. Allerdings hatte er trotzdem eine ...

Kurt Stenger

Symbolisch top, praktisch ...

Die französische Regierung hat in Sachen Klimadiplomatie Großes vor, richtig Großes sogar: Sie möchte Frankreich quasi zur Grande Nation des globalen Klimaschutzes machen. In Eigenregie will man Ende des Jahres beim UN-Gipfel in Paris 195 Staaten dazu bringen, sich auf einen verbindlichen Weltklimavertrag zu einigen. Darüber wird zwar seit Jahren ergebnislos verhandelt, doch diesmal soll es wirkli...

ndPlusSimon Poelchau

Die 68 Prozent

Während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wollte Google ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen und zeigte sein Logo in den Farben der Regenbogenfahne - dem Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung. »Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht«, zitierte Google einen Auszug aus der olympischen Charta. Jeder Mensch müsse die Möglichkeit dazu »ohne Diskriminierung jeglicher Art haben«. ...

Axel Berger

Das tägliche Überleben

Insgesamt 71 Prozent der globalen Bevölkerung müssen einer Studie zufolge mit einem Haushaltseinkommen deutlich unter der Zehn-Dollar-Schwelle auskommen. Kein Aufstieg in die Mittelschicht, Armut bleibt verbreitet.

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Hass und Unverstand

»Wenn die das Geld einsparen möchten, dann doch bitte für die Verbesserung der Betreuung UNSERER Kinder.« »Sie arbeiten für das Deutsche Volk … .« »Unfassbar nebenan bekommt ein deutsches Kind nix zu essen weil die Eltern jeden Cent umdrehen müssen und es wird gefordert das Geld an Ausländer gegeben wird. Ich frage mich wer solchen Leuten ins Gehirn geschissen hat. Omi und Opi haben das ...

Betreuungsgeldvorschlag als »Vaterlandsverrat«

Sie haben sich in die Debatte um die Verwendung der für das Betreuungsgeld geplanten Millionen eingemischt. Ihr Vorschlag? Ich habe vorgeschlagen, dass die 900 Millionen, die der Bund für das Betreuungsgeld jährlich geplant hat, an die Kommunen gegeben werden sollten, um die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in hoher Qualität zu gewährleisten. Als Sozialsenator, der für diese Au...

ndPlusEmran Feroz

Tiger mit Zahnweh

Einen Besuch beim Zahnarzt finden viele Kinder nicht toll. Wenn aber Studenten in Flüchtlingsheime kommen, um Kindern spielerisch etwas über Zahnhygiene beizubringen, sind sie eine willkommene Abwechslung.

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Residenz kommt van Elst teuer zu stehen

Limburg Die Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg beschäftigen nach wie vor das Bistum und den Vatikan. Die Diözese wartet auf eine Entscheidung aus Rom, ob der frühere Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Schadenersatz zahlen soll. Grundsätzlich sei bei Rechtsakten gegen einen Bischof der Heilige Stuhl zuständig, sagte der Sprecher der Diözese, Stephan Schnelle, am Donnerstag. »Ob und in w...

Zahl der Angriffe auf Heime gestiegen

Berlin. Bei Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte haben Nazis allein im ersten Halbjahr 2015 fast so viele Straftaten verübt wie im gesamten Jahr zuvor. Von Januar bis Anfang Juli registrierten die Behörden 173 Delikte rechter Täter, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Im vergangenen waren 175 Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften gezählt worden. In...

Urteil nach Blockupy-Kessel

In den meisten Fällen kommen Beamte nach Gewalttaten auf Demonstrationen ohne Strafe davon. Dieses Mal aber nicht. Ein Polizist wurde wegen Körperverletzung zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

ndPlusAert van Riel

»Das sind keine Klassenfeinde«

Sigmar Gabriel will seine Beliebtheit bei Unternehmensvertretern steigern. Bei einem gemeinsamen Auftritt verteidigte der SPD-Chef auch seine Reise nach Iran. Als Wirtschaftsminister müsse man der Wirtschaft helfen.

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Nigeria: Bombenterror

Die Boko Haram bombt weiter: Nach Nigeria verübte die Gruppe auch wieder schwere Anschläge im Nachbarland Kamerun. Ziele waren Busbahnhöfe und Märkte.

Debatte um Blands Tod

Nach dem Tod einer schwarzen Frau in einem Gefängnis in Texas geht die Diskussion in den USA um die Hintergründe des Falles weiter. Fragen wirft auch das Vorgehen der Polizei auf.

Markus Schönherr, Kapstadt

Kenia schmückt sich für verlorenen Sohn

Am Freitag wird Barack Obama zum ersten Mal als USA-Präsident in das Land seiner Vorfahren reisen. Viele in Kenia sehen ihn als verlorenen Sohn. Doch nicht überall wird der mit offenen Armen empfangen.

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Plan zur Schließung des Lagers Guantanamo

Washington. Das Weiße Haus hat einen Plan zur Schließung des umstrittenen Gefangenlagers Guantanamo Bay auf Kuba fast fertig. Die Arbeiten an dem Entwurf befänden sich in der »Endphase«, sagte Sprecher Josh Earnest. Der Plan zur »sicheren und verantwortungsvollen« Schließung solle dann nach der Fertigstellung dem Kongress zugeleitet werden. Zurzeit werden Earnest zufolge Einzelheiten ausgearbeitet...

Proteste gegen Abkommen mit Iran in USA

New York. Auf dem Times Square in New York haben am Mittwoch (Ortszeit) zahlreiche Menschen gegen das Atomabkommen mit Iran demonstriert. Das Abkommen prangerten sie als Bedrohung für Israel und die weltweite Sicherheit an. Der US-Kongress solle die Vereinbarung zurückweisen, forderten die Kritiker, darunter Politiker aus den Reihen der Republikaner sowie rechtsgerichtete Juden und evangelikale ch...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Hollande beschwört Terrorgefahr

Frankreich ist das in Europa am stärksten durch islamistische Terroranschläge gefährdete Land, heißt es in Analysen in- und ausländischer Sicherheitsexperten. Chemiewerke sollen Sicherheitsvorkehrungen treffen.

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Reim auf die Woche

Wen es freudenvoll erregte, Dass die neue Rechtspartei Sich alsbald von selbst zerlegte, Merkt erschrocken: Jetzt sind's zwei. Beide sieht man nun inzwischen - Schmucker Lucke; Petry heil! - Schaum vorm Bug nach Wählern fischen, Wurmgetier am Angelseil. Über Wasser aber fechten Sie mit ihren spröden Ruten: »Jene dort, das sind die Schlechten!«, »Diese hier, das sind die Guten!« ...

Lithium-Akkus als Luftfracht sind gefährlich

Berlin. Der US-Flugzeughersteller Boeing hat alle Airlines vor dem Transport größerer Ladungen Lithium-Ionen-Batterien gewarnt. Derartige Batterien werden in Handys, Laptops und vielen anderen elektronischen Geräten verwendet. Oft sind sie in größeren Mengen Bestandteil der Luftfracht. Boeing regt an, dass die Airlines auf den Transport solcher Fracht verzichten, bis sichere Methoden der Verpackun...

John Dyer

Bald 15 Dollar fürs Burgerbraten

Schnellimbisse in New York müssen ihren Beschäftigten bald 15 Dollar pro Stunde zahlen. Das ordnete der Gouverneur des Bundesstaates an: »Niemand kann im Staat New York leben und eine Familie ernähren mit nur 18.000 Dollar im Jahr.«

ndPlusKurt Stenger

Ein Deckel für die Atomkraft

Die französische Regierung hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Senkung der Treibhausgas-Emissionen wie CO2 um 40 Prozent, Halbierung des Energieverbrauchs und Verdoppelung des Stromanteils der Erneuerbaren.

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Gesetzlichen Mindestlohn einhalten

Berlin. Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert mehr Mindestlohnkontrollen. In Berlin sei seit Einführung der gesetzlichen Lohnuntergrenze von 8,50 Euro nur ein Prozent der 92 000 Betriebe überprüft worden, teilte die Gewerkschaft mit. In Sachsen kritisiert die IG BAU, dass in der ersten Jahreshälfte 2015 ebenfalls nur gut ein Prozent der rund 114 500 Betriebe überprüft worden ist. In Thüringe...

ndPlusJörg Meyer

Gesundheit statt Profit

Die Streichung des Acht-Stunden-Tages aus dem Arbeitszeitgesetz würde der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie dienen. Das Kapital setzt auf wöchentliche Höchstarbeitszeit. Unter uns: eine blöde Idee.

Hans-Gerd Öfinger

»Die kalte Dusche des Schlichterspruchs«

Der Ausgang der bald endenden Mitgliederbefragung zur Schlichtung ist offen, doch viele Beschäftigte aus den kommunalen Sozial- und Erziehungsdiensten sind enttäuscht von dem Ergebnis.

Judith Poppe

Entlassen wegen Gegenwehr

Die israelische Gewerkschaft Ma'an unterstützt palästinensische Arbeiter in der Westbank. Einer von ihnen steht in naher Zukunft vor dem Arbeitsgericht, weil er gegen seine Kündigung geklagt hat.

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Henkel probte den Amoklauf

Eine am Donnerstag nach langer Vorbereitungszeit durchgeführte, groß angelegte Übung zu einem Amoklauf war aus Sicht von Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt ein voller Erfolg. »Sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr haben außerordentlich professionell zusammengearbeitet«, sagte Henkel am Donnerstag. Er äußerte sich nach Abschluss des nachgestellten Amok...

Sarah Liebigt

Verwachsenes Berlin

Durchschnittlich befindet sich der Lieblingspark des Berliners nur 1767 Meter entfernt von seinem Wohnort, ergab eine vom Bezirk Mitte in Auftrag gegebene Umfrage. Berlin hat 5500 Hektar Grünanlagen.

Berlin klagt gegen Zensus

Der Berliner Senat greift den Zensus 2011 vor dem Bundesverfassungsgericht (BverfG) an. Der Schriftsatz sei am Vortag nach Karlsruhe gesandt worden, teilte die Innenverwaltung am Donnerstag mit. Der rot-schwarze Senat wehre sich damit gegen das aus seiner Sicht »verfassungswidrige Gesetz, das auch erhebliche finanzielle Folgen hat«, erklärte Innensenator Frank Henkel (CDU). Die Ergebnisse der Volk...

ndPlusChristian Baron

Oase floralen Glücks

Zwischen DGZ-Ring und Johannes-Itten-Straße im Bezirk Pankow bauen Studenten eine Brachfläche zum florierenden »Bermuda Garten« um. Neben Flüchtlingen sollen sich auch Einheimische daran beteiligen.

ndPlusChristin Odoj

Jugendclubs in Schöneberg sollen schließen

Einer der ältesten selbstverwalteten Jugendclubs der Stadt, der Drugstore in Schöneberg, soll Ende des Jahres dichtmachen. Die Verträge laufen Ende Dezember aus. Im Gespräch für die weitere Nutzung sind Büroräume.

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Auto-Zulassung: Wartezeit von einem Monat

Berliner müssen derzeit mindestens einen Monat warten, bevor sie ihr Auto zulassen können. Die beiden Zulassungsstellen in Kreuzberg und Lichtenberg seien überlastet, wie die Innenverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage der Piratenfraktion antwortete. Dieser Zustand sei »unbefriedigend«, hieß es. Angestrebt werde, dass jeder Kunde einen Termin innerhalb von zwei bis drei Werktagen erhalte. Ei...

Tropenwelt expandiert ins Freie

Längst hat sich die Erlebniswelt Tropical Islands einen festen Platz im Tourismus Brandenburgs erobert. Nun entsteht neben der Halle ein Freizeitpark für Badegäste und Sonnenhungrige.

Grüne gegen Großställe zur Geflügelzucht

Neuruppin. Die Landtagsfraktion der Grünen hat ein Ende der Förderung von Großställen in Geflügelbetrieben gefordert. »Künftig sollten nur noch Tierhaltungsbetriebe Mittel erhalten, die eine artgerechte Haltung nachweisen können«, teilte ihr agrarpolitischer Sprecher, Benjamin Raschke, am Donnerstag mit. »Agrarminister Vogelsänger macht jedoch das Gegenteil: Für Stallbauinvestitionen gibt es im Ra...

ndPlusBernd Kammer

Waldarbeiter in Orange

Nicht mehr die Berliner Forsten, sondern die Stadtreinigung ist zuständig fürs Müllsammeln im Forstrevier Teufelssee.

Tomas Morgenstern

Fröhlich sein und schwimmen

Erlebnis, Bildung und Sport verspricht die Europäische Jugendbegegnungsstätte Werbellinsee ihren Gästen. Vor einem Jahr hatte der Einrichtung nach einem tödlichen Unfall die Schließung gedroht.

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Gebremster Höhenflug

Dresden. Wolken über der Quadriga auf der Dresdener Semperoper: Das Haus verzeichnete für die Spielzeit 2014/2015 weniger Besucher als in der vorigen Saison. Damals waren es 308 000, in dieser Saison sank die Zahl unter die Marke von 300 000. Die Auslastung der 380 Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen lag nach Angaben des kommissarischen Intendanten der Sächsischen Staatsoper, Wolfgang Rothe, ...

AOK-Chef verunsichert Uniklinikum

Jena. In Thüringen ist eine Debatte über die Zukunft des Jenaer Zentrums für Herztransplantationen entbrannt. Laut der »Thüringer Allgemeinen« hatte sich der Vorstandschef der AOK plus, Rainer Striebel, dafür ausgesprochen, das Zentrum am Universitätsklinikum zu schließen. »Leipzig oder Berlin wären der richtige Standort für eine hoch spezialisierte Operation«, sagte er der Zeitung. Damit sorgte e...

Roland Böhm, Stuttgart

Grünes Desaster im »Drecksloch«

Grüner Ministerpräsident, grüner Verkehrsminister, grüner OB - und trotzdem ist die Luft in Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart gefährlich verschmutzt. Sie schaffen es einfach nicht.

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Preis für Esther Kinsky

Die Berliner Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky bekommt in diesem Jahr den mit 20 000 Euro dotierten Kranichsteiner Literaturpreis. Die Jury würdigte die 58-Jährige vor allem wegen ihres Romans »Am Fluss« (2014). Kinsky nehme »mit behutsamer Präzision armselige Geschäfte, schäbige Reihenhäuser, Stadtbrachen und sumpfige Treidelpfade in den Blick, entwirft die Topographie eines Londone...

Kunst und Geometrie

Nicht nur in der Mathematik ist der Punkt, an dem sich zwei Linien kreuzen, ein Schnittpunkt, auch in der Kunst verbindet die Geometrie. Die Ausstellung GEO EGO zeigt ab dem heutigen Freitag im Tschechischen Zentrum Berlin Arbeiten von fünf tschechischen Malerinnen und Malern, die vor Kurzem künstlerische Hochschulen wie die Prager Akademie der Bildenden Künste, die Akademie für Kunst, Architektur...

52 Prozent gegen dritte Startbahn

Die von ihm proklamierte »Koalition mit den Bürgern« wird für Horst Seehofer zum Problem: Glaubt man einer neuen Umfrage, so lehnt Bayerns Bevölkerung mehrheitlich eine dritte Startbahn für München ab.

Universität der Künste hofft auf Ai Weiwei

Nachdem der regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei am Mittwoch seinen Pass zurück erhalten hat, hofft die Berliner Universität der Künste, dass Ai Weiwei vielleicht schon bald seine auf drei Jahre angelegte Gastprofessur antreten kann, die er 2011 angenommen hatte. Der Lehrstuhl wird von der Einstein-Stiftung finanziert, die ihre Zusage auch aufrecht halte, bestätigte ein Sprecher der ...

ndPlusAndreas Gläser

Höflich geht die Welt zugrunde

Vor einigen Jahren fing es an, dass ich, nachdem ich eine Madame schon 55 Monate als ewige Flamme eines Freundes kannte und ihr zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand reichte, jene mir plötzlich eine Wange entgegenstreckte und locker umarmt werden wollte. Wange an Wange, ein Küsschen rechts, ein Küsschen links, für jeweils einen Luftikus ins Nirwana, so hatte sie sich das gedacht. Mitunter gab ...

Britta Warda, Hamburg

Altstadt, Neustadt, Hafenstadt

Zwischen Alster und Elbe ist was los. Das verdeutlicht der nunmehr siebte Teil der Stadtführerreihe aus dem Junius-Verlag, der sich mit der Hamburger Innenstadt beschäftigt. In bewährter Manier führt das Buch Wissenshungrige auf sechs lehrreichen Rundgängen durch Altstadt, Neustadt und HafenCity. Wie seine Vorgänger ist der Band in Zusammenarbeit mit Stattreisen Hamburg e.V. entstanden. Der Verein...

Joachim Baier, Büttelborn

Ein Dorf ist sauer auf die Post

Seit fast 30 Jahren trägt Helmut Becker in Büttelborn für die Post Pakete aus, er gehört längst zum Dorf. Jetzt soll er weg, der Zustellbezirk wird verändert. Der Nachfolger wird wohl weniger Lohn bekommen.

Volker Trauth

Flucht, Vertreibung und ein Loblied auf die Schönheit der Welt

Ein Projekt mit europäischen Dimensionen brachte im Jahre 2004 die Londoner Theatergruppe »Company of Angels« mit der Gründung von »Theatre Café« auf den Weg. Europäische Theaterleute, die sich vor allem dem Theater für Kinder und Jugendliche verpflichtet fühlen, sollten nach Stücken suchen, die ergründen können, was die Jugendlichen in Europa bewegt. Fünf »Theatre-Café«-Festivals haben in der Zwi...

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BGH bestätigt Rabatt-Verbot

Online-Händler Amazon hat mit einer Werbeaktion unerlaubt Rabatte auf neue Bücher gewährt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden. Der BGH bestätigte damit das Verbot der Vorinstanz. Die umstrittene Aktion hatte beim sogenannten Trade-In-Programm von Amazon stattgefunden, über das Kunden gebrauchte Bücher gegen einen Wertgutschein eintauschen können. Wer mindestens zwei alte ...

Ältestes Manuskript

Sensationsfund in Großbritannien: In der Bibliothek der Universität Birmingham wurde eines der weltweit ältesten Manuskripte des Korans entdeckt. Die Aufzeichnungen von Suren aus dem Koran stammen nach Angaben der Hochschule aus den ersten Jahren des Islams. Der Islamexperte David Thomas von der Universität Birmingham sagte, eine wissenschaftliche Untersuchung der beiden für die Aufzeichnungen ver...

ndPlusThomas Blum

Üble Laune

Die Menschen haben sich nach so jemandem wie uns gesehnt, wo doch Popmusik größtenteils banal und inhaltsleer geworden ist«, sagte der Sänger und Texter des britischen Working-Class-Protest-Duos Sleaford Mods kürzlich der »Berliner Zeitung«. Das Duo hat in den letzten Jahren nicht nur einen höchst eigenwilligen wiedererkennbaren Sound entwickelt, sondern auch einen raschen Aufstieg zu einer gerade...

Erik Baron

Der Gesang des Schmieds

Als Stéphane Hessel 2010 seine Streitschrift »Empört Euch!« herausgebracht hat, ging im Zuge der Finanzkrise ein Ruck durch das linke Europa. Doch dieser Ruck ist schnell verebbt, die Revolte blieb aus, man begab sich wieder zurück ins Hamsterrad des kapitalistischen Alltags. Doch wenn die Empörung, vor allem hinsichtlich der gegenwärtigen Erpressungspolitik des europäischen Finanzkapitals gegenüb...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Gründe über Gründe!

1981 riefen die Vereinten Nationen den 24. Juli zum Internationalen Tag der Freude aus. Hans-Dieter Schütt über die unzähligen Gründe, diesen Tag dem Bösen der Welt zum Trotz freudig zu begehen.

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Rudolf Walther

Eine Hommage an die Resistenza

Die italienische Resistenza ist ein Unikat in der Geschichte der europäischen Widerstandsbewegungen gegen Faschismus und Nationalsozialismus. Weil König Emanuel III. Benito Mussolini, dem Führer des im November 1921 gegründeten Partito Nazionale Fascista (PNF) schon im Oktober 1922 das Amt des Ministerpräsidenten und damit die Macht übergab, formierte sich antifaschistischer Widerstand gegen in It...

ndPlusManfred Weißbecker

Die Ästhetisierung des Holocaust

Ein Ende ist nicht abzusehen. Volker Ullrichs erster Band einer Hitler-Biografie war kaum auf dem Markt, da erschienen eine Bildbiografie von Armin Fuhrer und ein weiteres, vor allem an Jugendliche gerichtetes Buch über den Diktator aus der Feder von Thomas Sandkühler. Der Siedler-Verlag kündigt eine »umfassende« Darstellung Hitlers durch Peter Longerich an. Und dieser Tage nun erschien auch von W...

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ndPlusJürgen Amendt

Werbung nach Kontostand

Zutreffend ist, dass durch die Twitter, Facebook und Instagram im Internet Menschen miteinander in Kontakt treten können. Doch Haupt- oder Nebenzweck dieser Plattformen ist etwas anderes: die Werbung.

Jürgen Vogt

Südamerikas Antwort auf CNN

Vor zehn Jahren wurde der TV-Sender Telesur gegründet. Lange Zeit galt der Sender als "Chávez-TV". Heute kämpft er vor allem gegen die geringe Reichweite. An der Dominanz des CNN hat er nur kratzen können.

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ndPlusTom Mustroph

Der Barbier von Toulouse

Die Tour de France hat ein Startdorf. In jeder Etappenstadt wird das Village aus kleinen Buden mit spitz geformten Dächern aufgebaut. Sponsoren empfangen hier ihre Gäste. Aus der Gastgeberregion stellen Fleischer, Weinkelterer und Bierbrauer ihre Produkte vor. Und die Models, die abends das Gelbe Trikot dem Gesamtführenden überstreifen, verteilen vor dem Start die frischen Zeitungen des Tages. ...

ndPlusTom Mustroph,
St. Jean de Maurienne

Gastgebersieg beim Alpenvorspiel

Auf der 18. Etappe der Tour de France konnte sich ein Franzose durchsetzen. Im Gesamtklassement hingegen gab es keine wesentlichen Veränderungen. Chris Froome wirkt aber immer weniger souverän.

Andreas Morbach, Kasan

Auf dem Sprung nach Rio

An diesem Freitag werden die Weltmeisterschaften der Schwimmer eröffnet. In Kasan stehen zunächst die Wasserspringer im Fokus.

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ndPlusStephan Fischer

Stolperstein für jüdische Superstars

Am Berliner Hauptbahnhof will eine Ausstellung an deutsch-jüdische Spitzensportler erinnern, die wie Millionen andere auch ausgegrenzt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Max Zeising

Die schwierige Suche nach Toleranz

Mit der »Mitteldeutschen Fußballwoche für Toleranz« setzt Halle ein notwendiges Zeichen gegen Rassismus. Denn: Auch die Proteste gegen RB Leipzigs Fußballcamp kommen teilweise aus der rechten Ecke. Von Max Zeising, Halle (Saale) Die zahlreichen Sticker auf den Laternenmasten vor der Kicker-Arena in Halle-Neustadt zeugen vom Unmut, der in der Fanszene des Halleschen FC derze...

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Tod nach Party auf dem Nil

Schwere Unfälle auf dem Nil sind in Ägypten nicht selten. Bei der Kollision eines Partybootes mit einem Lastkahn starben am Mittwochabend 22 Menschen. Der Kapitän des Lastkahns wurde festgenommen.

ndPlusRené Heilig

Kein »Panzer marsch!« mehr in Heikendorf

Ein Panzer, eine Flak, ein Torpedo, eine V 1-»Vergeltungswaffe« - ein Waffennarr in Schleswig-Holstein hatte ein ganzes Arsenal im Haus. Bis die Staatsanwaltschaft kam. Das war vor knapp drei Wochen.