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UNTEN LINKS

Die meisten Deutschen sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Diese Meldung erfreut die Deutschen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Die anderen glauben sie nicht. Zu früh zufrieden? Darauf deutet einiges hin, denn der Befragung zufolge sind auch all die unzufriedenen Deutschen zufrieden, sobald sie nur den Job gewechselt haben. Wer nun noch unzufrieden zurückbleibt, der zeigt sich zur nächsten Befrag...

Afghanistan-Krieg: 1592 tote Zivilisten im ersten Halbjahr

Berlin. Die Anzahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg ist im ersten Halbjahr 2015 stark angestiegen. Zwischen Januar und Juni sind nach Angaben der UN-Organisation für Afghanistan (UNAMA) 1592 Zivilisten getötet und 3329 verletzt worden. Insgesamt stieg die Anzahl der zivilen Opfer um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. »Die nackte Statistik ziviler Opfer spiegelt nicht in ausreich...

Fabian Lambeck

Mehr Freiraum für den Bundesanwalt

Und plötzlich musste der Generalbundesanwalt seinen Koffer packen und gehen. Das hatte seine Gründe und der Justizminister hat das entschieden. Aber dass das Ministerium solche Entscheidungen treffen kann, ist falsch.

Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst

Genf. Im Mittelmeer ist erneut ein Boot mit hunderten Flüchtlingen an Bord gekentert. »Wir befürchten, dass bis zu 700 Menschen ertrunken sein könnten«, erklärte Leonard Doyle, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), am Mittwoch in Genf. 150 bis 200 Menschen seien offenbar gerettet worden. Das völlig überladene Fischerboot sei 25 Meilen vor der libyschen Küste ins Schlingern...

Kraniche von Hiroshima

Berlin. Die Papierkraniche wurden nach den atomaren Infernos von Hiroshima und Nagasaki ein weltweites Zeichen der Hoffnung. Als am 6. August vor 70 Jahren US-Flieger ihre Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima abwarfen, war das Mädchen Sadako Sasaki zweieinhalb Jahre alt. Als Elfjährige faltete sie aus Papier weit mehr als 1000 Kraniche, um mit Hilfe der Götter die Leukämie zu besiegen. S...

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Hiroshimas trauriges Jubiläum

Masaaki Tanabe kann die Touristen am Atombombendom in Hiroshima nur schwer ertragen. Manchmal, wenn Jugendliche sich in allzu albernen Posen vor dem Mahnmal fotografieren, schnauzt der 77-Jährige sie an. »Hier liegen meine Mutter und mein Bruder«, erklärt er dann kurz, knapp und mit einer Autorität, die keine Widerworte zulässt. Am 6. August ist der Atombombeneinsatz 70 Jahre her. Mitleid wil...

Lars Pohlmeier

Der atomare Wahn findet kein Ende

Die Toten von Hiroshima mahnen: Schafft die Atomwaffen endlich ab! Dazu ist auch politischer Druck der Zivilgesellschaft erforderlich.

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ndPlusJanina Fuge

Mit Kranichen erinnern - und vergessen

Vor den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki steht der japanische Angriff auf Pearl Harbor. An allen drei Orten wird klar: Zentraler Bestandteil der Erinnerung ist das Vergessen.

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Markus Drescher

Badespaß im Massengrab

Die Europäische Union steht angeblich für Werte. So heißt es zumindest ständig. Aber was sollen diese Werte sein? Mal sehen. Friedensnobelpreisträgerin ist die EU. Das klingt irgendwie nach Freundlichkeit und so was.

Klaus Joachim Herrmann

Mascha zwischen den Stühlen

Die Russin Maria Gaidar hat sich mit der Annahme des Amtes der Vizegouverneurin für Soziales im ukrainischen Odessa zwischen alle Stühle gesetzt. So heben ukrainische Medien hervor, dass die Politikerin in Moskau von einem Senator des Föderationsrates des »Separatismus und Extremismus« verdächtigt werde und sie den Pass mit dem Doppeladler zurückgeben solle. Schon das birgt Ironie. Denn nach russi...

ndPlusSilvia Ottow

Nur ja nichts machen

In Hospizen und auf Palliativstationen in Krankenhäusern wird mit der Betreuung Sterbender wohl eine der schwierigsten Arbeiten im Gesundheitssystem geleistet. Selbstverständlich sollen diese Einrichtungen finanziell gut ausgestattet sein. Niemand wird etwas dagegen haben, wenn diesbezügliche Gesetze das vorsehen. Allerdings sterben in Hospizen lediglich vier Prozent der Kranken, die meisten erleb...

Velten Schäfer

Gipfelstürmer

Unkompliziert soll er sein, kompetent und »überhaupt nicht steif«. Warum aber Generalstaatsanwalt Peter Frank nun den über die Blogaffäre gestolperten Generalbundesanwalt Harald Range beerben soll, weiß keiner so genau.

ndPlusFabio De Masi

Schäuble baut am deutschen Euro

Ein Gespenst geht um in Europa: der Plan B des ehemaligen griechischen Finanzministers Varoufakis für eine digitale Parallelwährung. Derweil schmiedet der deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, an seinem Plan A, dem deutschen Euro.

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Mit Einigung naht Neuwahl

Athen. »Wir werden keine neuen Vorbedingungen akzeptieren, um eine kleine Brückenfinanzierung zu bekommen.« SYRIZAs Fraktionssprecher Nikos Filis zeigte sich am Mittwoch vor Journalisten hartleibig. Die griechische Regierung will rasch zu einem umfassenden Abkommen mit den Gläubigerinstitutionen kommen und so die Staatsfinanzierung für die kommenden Jahre sichern. Seit einer Woche verhandelt die g...

»Austerität ist eine Sackgasse«

Lassen Sie uns über diese sechs Monate dauernden Verhandlungen sprechen. Wie würden Sie sie zusammenfassen? Hinter uns liegen sechs Monate hoher Anspannungen und starker Emotionen, aber Selbstgeißelung hilft niemandem. Gefühle von Freude, Stolz, Dynamik, Entschlossenheit, aber auch von Traurigkeit sind aufgetreten. Ich denke aber, dass wir am Ende des Tages, wenn wir den Prozess objektiv zu b...

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Kurt Stenger

Autobahnen des Welthandels

Über keine künstliche Wasserstraße werden mehr Güter transportiert als via Suezkanal. Am dichtesten ist der Schiffsverkehr allerdings auf einem Kanal in Deutschland.

ndPlusOliver Eberhardt

Temporäre Begeisterung für Großprojekt

Die Begeisterung ist groß: Tausende Ägypter wollen der offiziellen Eröffnung des erweiterten Suezkanals am Donnerstag beiwohnen - so viele, dass die Glücklichen, sagt die Kanalbehörde, per Los bestimmt werden mussten. Es wird, soviel ist sicher, der Höhepunkt einer Inszenierung werden, die bereits vor einem Jahr begann. Damals gab Präsident Abdelfattah al-Sisi seinen Planern vor laufenden Kam...

Hermannus Pfeiffer

Nadelöhr im Wüstenmeer

Der Ausbau des Suezkanals könnte den Welthandel beflügeln. Allerdings fehlte zuletzt der Bedarf an noch mehr Gütertransporten.

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Gedenken entzweit

Kroatien zelebriert seinen Sieg über die serbische Minderheit vor 20 Jahren mit einer Militärparade. Serbien gedenkt dagegen erstmals seiner vielen Opfer.

»Tiefste Verzweiflung«

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, in der Flüchtlingsfrage nicht vor Populisten und Ausländerfeinden einzuknicken.

ndPlusOlaf Standke

Obama wirbt für Atom-Deal mit Teheran

Dort, wo sich John F. Kennedy einst für Verhandlungen mit Moskau über einen Atomteststopp stark machte, warb Barack Obama am Mittwoch in einer außenpolitischen Grundsatzrede um Unterstützung für das Atomabkommen mit Iran. Adressaten seines Auftritts in der American University, nur ein paar Kilometer entfernt vom Weißen Haus, waren die Abgeordneten und Senatoren im Washingtoner Kongress, die sich e...

Reiner Oschmann

Der Lautsprecher

Der US-Vorwahlkampf zur Präsidentenwahl 2016 hat beispiellos früh und mit einem lauten Radau begonnen, der selbst für amerikanische Verhältnisse historische Vorgänger schwer finden lässt.

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ndPlusHagen Jung

Hitlers »Tiger« in der U-Bahnstation

»Damit schießt man Häuser kaputt und Menschen tot!« Die ehrliche Antwort wäre das, wenn ein Kind dieser Tage in Hannover auf einen Kampfpanzer zeigt und von seiner Mutter wissen will: »Was macht man damit?« Auslösen kann solch eine Frage ein »Tiger«-Panzer der Hitler-Wehrmacht. In Niedersachsens Hauptstadt und auch in Hamburg ist der kettengetriebene Koloss jetzt vielfach zu sehen: in U-Bahn-Stati...

René Heilig

Notwendige Nach-Range-Rangelei fällt aus

Auch nach Ranges Rausschmiss tönt es: Die »Landesverratsgeschichte« muss ein Nachspiel haben! Doch wer dabei nur an personelle Veränderungen denkt, bewirkt zu wenig.

Folke Havekost, Hamburg

»Roma bekommen nirgends Recht«

Umgang mit Flüchtlingen vom Balkan ist ungesetzlich: Diskriminierung und massenhafte Abschiebungen von Roma aus Deutschland stoßen auf Gegenwehr von Unterstützern. Am Mittwoch kam es in Hamburg zur Protestaktion.

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Kritik an neuen Richtlinien der Weltbank

Frankfurt am Main. Menschenrechtler befürchten eine Verwässerung der Umwelt- und Sozialstandards bei der Weltbank. Durch einen neuen Entwurf würden elementare Schutzrichtlinien gefährlich aufgeweicht, erklärte die Organisation »urgewald« am Mittwoch in Washington. Statt wie bisher verbindliche Regeln vorzuschreiben, würden die Standards für von der Weltbank geförderte Projekte in Zukunft weitgehen...

Australisches Gericht bremst Bergwerk aus

Australiens Wirtschaft fußt auf der klimaschädlichen Kohle. Da freut es Umweltschützer, dass das oberste Gericht den Start eines riesigen Kohlebergwerks aufhält.

John Dyer, Boston

US-Kohleindustrie sieht schwarz

Das US-Kohleunternehmen Alpha Natural Resources musste Insolvenz anmelden. Der Geschäftsführer sieht die gesamte Branche bedroht. Andere Energieträger sind schlicht billiger und weniger umweltschädlich.

ndPlusMartin Ling

Fairer Handel boomt in der Nische

Der faire Handel hat 2014 in Deutschland erstmals die Milliardenschwelle beim Umsatz in Euro übertroffen. Dennoch ist eine faire Welthandelsordnung nicht im Ansatz in Sicht. Im weltweiten Vergleich hinkt Deutschland hinterher.

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Impfung gegen Herpes Zoster

Der Impfstoff gegen Herpes Zoster für Menschen ab 50 ist seit zwei Jahren erhältlich. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt es nicht. »Derzeit wird darüber intensiv nachgedacht«, sagt der Ulmer Virologe Prof. Thomas Mertens, Mitglied der Kommission. Einer US-Studie zufolge senkt die Impfung das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, um 50 Prozent. Die Häufigkeit einer postzosteris...

ndPlusMatthias Klein

Mit Twitter aus der Isolation

Sie erzählen von Verzweiflung oder fehlender Selbstliebe und schütten ihr Herz aus: Menschen, die an einer Depression leiden, öffnen sich im Internet. Vielen hilft das. Aber es ist auch gefährlich.

Angela Stoll

Versteck im Nervenknoten

Patienten, die eine Gürtelrose überstanden haben, kann das Windpockenvirus noch Jahre später arg zu schaffen machen. Manche leiden an quälenden Nervenschmerzen.

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Fakten zur Flüchtlingsunterbringung

 Die Zahl der Flüchtlinge in Berlin hat sich seit 2013 jährlich verdoppelt - von 6000 auf 12 000 in 2014 und geschätzt 26 000 in diesem Jahr. Im Juli wurden mit 4106 Flüchtlingen erstmals über 4000 neue Asylbewerber in einem Monat registriert.  Im zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) arbeiten in der Zentralen Anlaufstelle 64 Mitarbeiter, die mit der Situa...

Umfrage: SPD baut Führung vor CDU aus

Die Berliner SPD hat ihren Vorsprung vor der CDU ausgebaut: Wären am nächsten Sonntag Abgeordnetenhauswahlen, würde die SPD im Vergleich zum Juni um zwei Punkte auf 29 Prozent zulegen. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der »Berliner Zeitung« käme die CDU erneut auf 24, die Grünen auf 17 Prozent. Die Linkspartei verlöre einen Punkt und könnte mit 15 Prozent rechnen. Alle anderen P...

Berlin und Brandenburg fordern Hilfe

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linkspartei) hat den Bund zur Übernahme von deutlich mehr Verantwortung für Flüchtlinge aufgefordert. Der Bund müsse für jeden Flüchtling eine Pauschale von mindestens 1000 Euro pro Monat an die Länder zahlen, sagte er dem »Evangelischen Pressedienst« (epd) am Mittwoch in Potsdam. »Der Bund kommt mir in dieser Debatte vor, als wäre er nur ein Zaungast. ...

Christian Baron

Ein Problem der Mitte

Nach dem Klick auf die in einschlägigen Online-Kanälen verfügbaren Videos rechtsextremer Musiker fallen gewöhnlich zuerst der schiefe Gesang und das stümperhafte Spielen der Instrumente auf, aber auch die rudimentäre Deutschkenntnisse offenbarenden Texte der meisten dieser so stolzen Deutschen. Gerade vom mondänen Berlin aus war es lange Zeit beliebt, über solche sich ihren Hass in konspirativ zus...

ndPlusChristian Baron

Rechte Szene musikalisch wieder aktiver

Um die rechtsextreme Musikszene in Berlin wurde es zuletzt ruhig. Nun wird sie wieder aktiver. Allein in den vergangenen zehn Wochen fanden laut Verfassungsschutz mindestens zwei rechtsextreme Musikveranstaltungen statt. Das geht aus der Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage von Clara Herrmann (Grüne) an die Senatsverwaltung für Inneres hervor, die »nd« vorliegt. Am 29. Mai veranstaltete d...

Blanko-Gutscheine sind rechtswidrig

Vor einer Woche hat der Flüchtlingsrat in einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) die katastrophalen Zustände in der Flüchtlingsunterbringung beklagt und ihn aufgefordert, Flüchtlingspolitik zur Chefsache zu machen. Gab es eine Reaktion? Zumindest keine direkte an uns. Über die Medien hat Herr Müller ja mitgeteilt, dass er auf offene Briefe nicht antwortet. ...

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Die F 34 kommt zum Alteisen

Noch ist die Abraumförderbrücke F 34 der tägliche Arbeitsplatz von Anlagenfahrer Dietmar Piesker im Tagebau Cottbus-Nord in Heinersbrück (Spree-Neiße). Aber das Großgerät hat ausgedient und stellt in den kommenden Wochen den Betrieb ein, denn noch in diesem Jahr wird die vom Energiekonzern Vattenfall betriebene Braunkohlegrube Cottbus-Nord planmäßig ausgekohlt sein. Sie soll ab 2018/2019 geflutet ...

Die Hitze setzt den Karpfen zu

Werder/Havel. Die Hitze setzt derzeit auch vielen Speisekarpfen in brandenburgischen Gewässern zu. »Viele Teiche haben zu wenig Wasser, dann kann es schnell zu Sauerstoffmangel kommen«, sagte der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg-Berlin, Lars Dettmann, am Mittwoch auf Anfrage. Es könnte in einigen Tagen sogar so weit kommen, dass Zuchtteiche abgefischt und die Fische umgeset...

Immer mehr Flüchtlinge in Erstaufnahme

Eisenhüttenstadt nahe der polnischen Grenze ist für Hunderte Flüchtlinge der erste Anlaufpunkt in Brandenburg. Viele der Ankömmlinge müssen derzeit zunächst in notdürftigen Gruppenzelten leben.

ndPlusJohanna Treblin

Etappensieg für Mall-Arbeiter

Rund 50 rumänische Arbeiter hatten im vergangenen Herbst wochenlang am Einkaufszentrum »Mall of Berlin« geschuftet - ohne auch nur einen Cent zu bekommen. Nun sollen sie endlich ihr Geld erhalten.

Tomas Morgenstern

Campen für den Kohleausstieg

Zum fünften Mal findet im Südosten Brandenburgs das Lausitzer Klima- und Energiecamp statt. Die Teilnehmer setzen sich gegen die Tagebauerweiterung und für den forcierten Braunkohleausstieg ein.

Wilfried Neiße

Potsdamer Monopoly

Schrittweise verschwindet das bauliche Erbe der DDR aus dem Stadtbild von Potsdam. Unter dem Vorwand der »Neugestaltung des Lustgartens« gerät derzeit das »Mercure«-Hotel wieder in den Focus.

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Brücke in die Vergangenheit

Asel. Touristen gehen über die sonst im Edersee versunkene Brücke bei Asel in Hessen. In dem vor mehr als 100 Jahren geschaffenen Stausee tauchen wegen der anhaltenden Trockenheit derzeit Ruinen auf, die üblicherweise unter der Wasseroberfläche liegen. Etwa 900 Menschen, die im Bereich des heutigen Stausees lebten, mussten seinerzeit ihre Heimat aufgeben und sich an anderer Stelle niederlassen. Di...

Gesetzesflut kurz vor der Sommerpause

Schwerin. Zum Ende der Legislaturperiode hin drückt Mecklenburg-Vorpommerns SPD/CDU-Landesregierung bei der Gesetzgebung offenbar noch einmal kräftig auf das Gaspedal. So sollen die Ministerien seit Ende Juni acht Gesetze und fast ebenso viele Verordnungen an Verbände und Institutionen zur Stellungnahme weitergeleitet haben. »Dieser Ausstoß in den Sommerferien übertrifft schon die sonstige Jahresp...

Dieter Hanisch, Kaltenkirchen

60 Antworten auf die Friedensfrage

49 Künstler und Künstlerinnen stellen sich der Frage: Haben wir Frieden im Land, 70 Jahre nach 1945? Ihre Antworten zeigt eine Wanderschau, die jetzt in Springhirsch (Kreis Segeberg) zu sehen ist.

Carsten Hoefer, München

Der Sinkflug der Freien Wähler

Seit der Landtagswahl 2013 geht es für Bayerns Freie Wähler in den Umfragen langsam, aber stetig bergab. Inzwischen kommt die Partei der Fünf-Prozent-Hürde gefährlich nahe.

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Das Ende der Männerriege

Dresdens Stadtrat wählt in seiner Sondersitzung am heutigen Donnerstag sechs der sieben Fachbürgermeister neu. Das Mehrheitsbündnis aus LINKE, Grünen und SPD hat dafür ein Paket geschnürt, beteiligt bei der Postenvergabe allerdings auch, anders als bisher in Dresden üblich, eine quasi »oppositionelle« Partei: Die CDU erhielt das Vorschlagsrecht für das Ressort Ordnung, Amtsinhaber Detlef Sittel ka...

Elisa Krakow

Impulsiv, auffallend, anders

Tanz kann jene tief empfundenen Emotionen und Gedanken zum Ausdruck bringen, die wir schwer in Worte fassen können. Ob nun leidenschaftlicher Zorn oder tiefsitzende Unruhe, im Stück »Wut« lässt die Compagnie der Choreografin Toula Limnaios keine innere Aufregung außer Acht. Live untermalt wird dieser Aufruhr der Bewegungen durch die E-Gitarre des Komponisten Ralf R. Ollertz. Zu sehen sind die...

ndPlusIrena Güttel, Bremen

Grillen, essen, wegwerfen - fertig

Im Sommer qualmen am Bremer Osterdeich die Einweggrills. Zurück bleiben oft Müllberge und unschöne Brandlöcher im Gras. Gehört das zur Grill-Kultur? Oder gehört das verboten?

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Waffensteuer und noch vieles mehr

Um die Finanzlage der Kommunen in Thüringen nachhaltig zu verbessern, haben die LINKEN im Freistaat vorgeschlagen, dass Städte und Gemeinden die bei ihnen angesiedelten Unternehmen und auch die Bürger in Zukunft stärker als bislang zur Kasse bitten sollen. Unter anderem sollten die Kommunen eine eigene Waffensteuer einführen, sagte der kommunalpolitische Sprecher der LINKE-Fraktion im Landtag, Fra...

Celestine Hassenfratz

Lernen ohne Angst

Das 1933 in North Carolina gegründete Black Mountain College war ein reformpädagogisches Experiment mit weitreichenden Folgen für Kunst und Wissenschaft. Eine Berliner Ausstellung erzählt seine Geschichte.

Hendrik Lasch, Dresden

Ein ziemlich später Sinneswandel

Dresden wächst. Unangenehme Folge: Wohnungen werden knapp, Mieten steigen. Deshalb kommt die Stadt auf eine Idee und gründet nun ein eigenes Wohnungsunternehmen - zehn Jahre nach dem Verkauf des alten.

»Unpolitisch kann ich nicht sein«

Michael Sanderling ist Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker. An diesem Donnerstag eröffnet er mit dem Young Philharmonic Orchestra Jerusalem das Berliner Festival Young Euro Classic. Sigurd Schulze traf ihn zuvor zum Gespräch.

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Versöhnliche Töne

Der chinesische Künstler Ai Weiwei darf eigenen Angaben zufolge nach seinem Europaaufenthalt wieder in die Heimat zurückkehren. Für seine Ausreise habe es »fast keine« Bedingungen gegeben, sagte der 57-Jährige der »Süddeutschen Zeitung« (Mittwoch). »Sie haben mir auch versprochen, ich dürfe zurückkommen, was mir sehr wichtig war. Sie sagten, ich bin ein freier Mensch.« Die chinesischen Behörd...

Bröckelnde Fassade

Nach dem Ende dieser Spielzeit beginnen die Renovierungsarbeiten am Festspielhaus in Bayreuth. Das Haus ist seit rund zweieinhalb Jahren eingerüstet, um zu verhindern, dass Teile der Fassade abbröckeln und Passanten gefährden. Auch im Inneren besteht großer Sanierungsbedarf. Insgesamt wird mit Kosten von etwa 30 Millionen Euro gerechnet. Die Festspielleitung geht von einer Sanierungszeit von bis z...

ndPlusRiham Kusa

Wo der IS herrscht, ist alle Mühe vergebens

Erbittert kämpfen syrische Rebellen gegen das Regime von Baschir Al-Assad. Die Kämpfe dauern seit vier Jahren an und werden heute noch mit unverminderter Heftigkeit geführt. Doch hinter den Kulissen des Bürgerkriegs kommt es zu erstaunlicher Zusammenarbeit, wenn es um Schutz und Erhalt des reichen Kulturerbes Syriens geht. Denn die eigentlich verfeindeten syrischen Gruppen sind sich darin einig, d...

Caroline M. Buck

Allein gegen die Fliehkraft

Ethan Hunt ist zurück, und das mit den üblichen Trompeten und Fanfaren. Zum fünften Mal in bald zwanzig Jahren kann man Tom Cruise in »Mission: Impossible« bei waghalsigen Stunts zuschauen, wie einen unglaublichen Sprung.

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Stark und gewitzt

»Die treuen Weiber von Weinsberg« wurden ja berühmt, weil sie um 1140 ihre Männer aus der belagerten Burg getragen hatten. Ob dieses Foto damit etwas zu tun hat? Jedenfalls scheint es sich um einen Wettbewerb zu handeln, bei dem viel gelacht wird. Dazu ein Zitat von Anne-Josèphe Théroigne de Méricourt, die als »Amazone der Französischen Revolution« gilt, weil sie für die Bewaffnung der Frauen eint...

ndPlusAndreas Form

Gewollt jugendlich

Billie und Franck: Sie wächst in einer Wohnwagensiedlung auf. Die unsoziale Welt der Asozialen ist ihre Welt, nicht die der Wohlanständigkeit. Er reibt sich an seinem Vater, einem reaktionären Bourgeois, ist schwul. Sie kommen sich über eine Theateraufführung näher - in der Schule, die sie bald verlassen muss, während er in ein Internat verschwindet. Ihr gemeinsames Stück ist ein Riesenerfolg - da...

Irmtraud Gutschke

Modernes Märchen

Es ist nicht das, was man gemeinhin unter Gegenwartsliteratur versteht, obwohl dem Buch durchaus ein ernstes Gegenwartsproblem zugrunde liegt. Aber dies wird in einer absichtsvoll konstruierten Geschichte erörtert, auf eine Weise, dass jemand für sich Lehren ziehen kann. Dieser Jemand dürfte eine Frau sein, die aus Sehnsucht nach Liebe immer wieder Versuche startete, die alle irgendwie schief gega...

ndPlusFriedemann Kluge

Zickenkrieg auf Afrikanisch

Nigeria: Jahrelange, brutale Diktatur, Umweltverbrechen multinationaler Ölkonzerne, Korruption, Terror von Boko Haram, damit verbunden die Entführung, Vergewaltigung und Tötung Tausender Frauen und Mädchen, Ebola-Epidemien, hohe Analphabetismus-Quote. Dieser Hintergrund lässt eine blühende Belletristik kaum erwarten. Lola Shoneyins Debütroman räumt mit einem tief sitzenden Vorurteil auf: dass...

ndPlusHarald Loch

Wer keine Freiheit zulassen will ...

Was unterscheidet einen »Roman über die Liebe« von einem Liebesroman? Die Literaturkritikerin Lena Andersson wählt für ihr Buch »Widerrechtliche Inbesitznahme« den ungewohnten Untertitel. Im schwedischen Original heißt er »en roman om kärlek«. Es geht um die Dichterin und Essayistin Ester Nilsson und um den Künstler Hugo Rask. Aus einem Auftrag, über diesen Künstler ein Porträt in einer renommiert...

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Tobias Riegel

Gegen den Staatsvertrag?

Mitte September soll der Fernsehrat des ZDF über die Zukunft des Intendanten des Zweiten Deutschen Fernsehens, Thomas Bellut, abstimmen. Dieses gerade vom ZDF verkündete Prozedere birgt gleich mehrere Probleme. Denn die aktuelle Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrats ist laut dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2014 zu »staatsnah«: Der Einfluss der Parteien in dem Gremium muss laut Geri...

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Gefährliches Spektakel

Wenn’s gefährlich wird, lassen die Männer den Frauen gern mal den Vortritt. Am Mittwoch stürzten sich bei den Weltmeisterschaften die Klippenspringer vor der Kulisse des dortigen Kremls aus 27 Metern in die Tiefe

Andreas Morbach

Freakshow in Tartarstan

Es hätte ein nettes Wiedersehen werden können: Julia Jefimowa, die überführte Doperin, die dank vom Weltverband verkürzter Sperre pünktlich zur Heim-WM wieder auf den Startblock steigen durfte, und Ruta Meilutyte, ihre schärfste Kritikerin, nebeneinander auf dem Podium. Die Chance war da: Die Russin Jefimowa hatte über 100 Meter Brust Gold, ihre litauische Konkurrentin Silber geholt. Doch die Sieg...

ndPlusJörg Aberger, Plauen

Trainingssprache Deutsch - eigentlich

Das Babelsberger Beispiel macht Schule, auch der VFC Plauen integriert Flüchtlinge in einer Fußballmannschaft. Der Trainer ist sich sicher: Das ist für Flüchtlinge und Vereine ein Gewinn.

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ndPlusSusanne Steffen, Tokio

Whisky fliegt ins Weltall

Japans größter Getränkehersteller Suntory schickt im August mehrere Whiskyproben zum Reifen auf die Raumstation ISS. Dabei wird getestet, ob die Schwerelosigkeit den Geschmack verbessert.

ndPlusMichael Donhauser, London

Posthume Ermittlungen gegen Heath

Missbrauch - und kein Ende in Großbritannien. Mit dem früheren Premierminister Sir Edward Heath hat das seit Jahren durch alle Gesellschaftsschichten wabernde Skandalthema nun auch die Downing Street erreicht. Die Vorwürfe wiegen schwer: Heath solle unter anderem einen zwölf Jahre alten Strichjungen vergewaltigt haben, so Medien unter Berufung auf einen heute 65 Jahre alten Zeugen. Außerdem soll d...

Miss Piggy und Kermit getrennt

Nach Jahren zwischen Streit und Harmonie hat eine der langlebigsten Beziehungen im US-Showbusiness nun ein Ende gefunden: Miss Piggy und Kermit haben heute ihre Trennung bekanntgegeben.