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Unten links

Für alle nd-Leser, denen die allgegenwärtige Werbung - sei es im alten Blechbriefkasten, im E-Mail-Posteingang oder auf riesigen Bannern an Gebäuden; sei es auf zugekleisterten Häusermauern, auf Werbebannern im Internet oder in nervigen Pop-up-Fenstern; sei es in den ständigen Unterbrechungen des Fernsehprogramms, vor den Radionachrichten oder in seitenfüllenden Zeitungsannoncen (außer in diesem, ...

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Kriege verursachen große Not

Berlin. In den Entwicklungsländern sind die Hungerwerte zwar seit 2000 um 27 Prozent gesunken, es gibt aber weiterhin 795 Millionen unternährte Menschen auf der Welt. Dies geht aus dem aktuellen Welthungerindex, den die Welthungerhilfe am Montag in Berlin präsentierte, hervor. Der diesjährige Bericht beschäftigt sich vor allem mit dem Zusammenhang zwischen bewaffneten Konflikten und der globalen H...

Asylheime brennen im Nordosten

Boizenburg. Das Feuer in der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern ist vorsätzlich gelegt worden. Die Ermittlungen des Brandsachverständigen hätten gesicherte Erkenntnisse geliefert, dass Brandstiftung vorliegt, sagte Stefan Urbanek von der Schweriner Staatsanwaltschaft am Montag. Der Brand war am späten Sonntagabend in dem dreistöckigen Fachwerkhaus ausgebrochen....

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Glücksforscher erhält Nobelpreis

Stockholm. Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht in diesem Jahr an den britischen Forscher Angus Deaton. Dies teilte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mit. Deaton, der an der US-Eliteuniversität Princeton lehrt, erhält den Preis »für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt«, sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie. Einer breiter...

Katja Herzberg

Partner der besonderen Art

Während die Bomben auf eine Friedensdemonstration in Ankara am Sonnabend für die progressiven Kräfte im Land eine Zäsur darstellen, bleibt die EU auf ihrem Kurs, mit Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Deal in der Flüchtlingsfrage auszuhandeln. Beim EU-Gipfel Ende der Woche soll eine entsprechende milliardenschwere Vereinbarung geschlossen werden. Die führenden EU-Politiker machen sich damit für ...

Lesen bis zum Umfallen

Berlin. »Mehr Inhalt, weniger Show« - diese Devise gab Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, für den diesjährigen Durchgang des weltgrößten Branchentreffs aus. Im Vorfeld der Veranstaltung, die am Mittwoch ihre Tore für das Fachpublikum und am Wochenende für das Publikum öffnet, stellte Boos »die politischste Messe seit langem« in Aussicht. Er kündigte an, dass viele der rund 4000 ...

Uwe Kalbe

EU buhlt um Erdogan

Die Türkei ist in den Zenit der EU-Begehrlichkeiten gerückt. Das Blutbad in Ankara am Samstag soll daran nichts ändern. Eine gute Verhandlungsbasis für Präsident Erdogan.

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ndPlusUwe Kalbe

Eine alte Rechnung

Zuverlässig oder Lafodödel? Eine Klassifizierung von Mitgliedern des Parteivorstands der LINKEN bietet offenbar willkommene Gelegenheit, alte Schlachten neu zu schlagen.

Fabian Lambeck

Die Doppelspitze rauft sich zusammen

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht als Doppelspitze: Ein Ding der Unmöglichkeit, fanden bisher viele. Doch die beiden zeigten in jüngster Zeit, dass sie zu gemeinsamen Kompromissen fähig sind.

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Tom Strohschneider

Formel 40-25-10

40-25-10 - so lautet die Formel einer Gesamtlage, die droht, zum Dauerzustand der Demokratie zu werden. Auch die Linkspartei vermag es derzeit nicht, wirkungsvoll an der parteipolitischen Stagnation zu rütteln.

Aert van Riel

Die Grenzen der Oppositionspolitik

Seit zwei Jahren stellt die LINKE erstmals die größte Oppositionsfraktion. Ihre Einflussmöglichkeiten bleiben aber eingeschränkt.

ndPlusUwe Kalbe

Take it, Gysi

Wenn Gregor Gysi geht, bleibt er. Was nach dem Wechsel an der Fraktionsspitze aus der LINKEN wird, wird sich zeigen. Welche Rolle Gysi spielen wird, ist offen. Nur dass er es ernst meint, ist sicher.

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Ines Wallrodt

Aussperrlager

Transit, das klingt nach Durchreise, Übergang. Die Transitzonen an der Landesgrenze, auf die sich CDU und CSU offenbar geeinigt haben, sollen jedoch das Gegenteil bewirken. Sie sollen die vorhandenen Durchgänge schließen und Menschen an der Einreise nach Deutschland hindern. »Wir schaffen das«, sagt Angela Merkel - ihre Partei gibt diesem Satz damit eine ganz neue Bedeutung. Und auch wenn jetzt wa...

René Heilig

Viel Luft dazwischen

Die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit (EASA) hat vor Flügen über dem Kaspischen Meer, Iran und Irak gewarnt: Vorsicht, Russen schießen mit Raketen. Die EASA will verhindern, dass sich abermals eine Katastrophe wie im Juli 2014 ereignet. Damals war Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen worden. 298 Menschen kamen ums Leben. Auch wenn man sich nicht erinnert, dass die EASA ähnlich...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Ermutigung für Lukaschenko

Vor der Wahl war die unabhängige belarussische Online-Zeitung naviny.by nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Nach der Wahl war sie wieder da und spöttelte, Kandidat Lukaschenko habe für seine mittlerweile fünfte Amtszeit als Präsident ein »elegantes« Resultat geholt. Unter 80 Prozent, hieß es, wäre er nicht zufrieden gewesen, dann teilte die Zentrale Wahlkommission 83,49 Prozent mit. »Oh Wunder...

Alexander Isele

Der Geforderte

Khagda Prasad Oli ist neuer Premierminister in Nepal. Der 63-Jährige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Nepals (Vereinte Marxisten und Leninisten) setzte sich am Wochenende mit 338 von 597 Stimmen im Parlament klar gegen den bisherigen Premier durch. Vor jubelnden Anhängern sagte Oli im Parlament, die Wahl sei ››eine Ehre und eine Herausforderung‹‹. Oli, der von einer Koalition von Monarchiste...

ndPlusBernd Zeller

Vielfach preisverdächtig

In unserem heutigen Bericht würdigen wir die Verdienste der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dies ist nötig, weil ihre Beliebtheitswerte gerade stark absacken. Eine Demokratie aber verträgt es nicht, wenn die Regierung zu unbeliebt ist. Demzufolge hat jüngst der Vizekanzler auf seiner Sozialnetzwerkseite die Mitteilung hinterlegt: »Wir müssen Deutschland zusammenhalten. Wir dürfen niemanden ver...

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Roma verlassen Michel in Hamburg

Hamburg. Die Roma-Familien, die im Hamburger Michel Schutz vor Abschiebung gesucht hatten, haben die Hauptkirche wieder verlassen. Die letzten Mitglieder der insgesamt 40-köpfigen Gruppe seien am Wochenende in anderen kirchlichen Gebäuden in der Stadt untergebracht worden, bestätigte ein Sprecher des Kirchenkreises dem epd am Montag. Die Roma, unter ihnen 28 Kinder, hatten zuletzt in mehreren Büro...

Proteste gegen AfD in Magdeburg

Magdeburg. Initiativen in Magdeburg haben zu Protesten gegen eine AfD-Demonstration am Mittwoch aufgerufen. In der Domstadt soll ein Zeichen für die Achtung des Grundgesetzes gesetzt werden, heißt es in einem am Montag verbreiteten Appell des Bündnisses gegen Rechts und der Initiative Blockmd. Der Satz »Die Würde des Menschen ist unantastbar« gelte auch als Aufforderung, für den Schutz der Mensche...

ndPlus

Einigkeit in der Union über Transitzonen

München. Die Unionsparteien sind sich laut CSU-Chef Horst Seehofer einig in der Forderung nach Transitzonen für Flüchtlinge an den Landesgrenzen. »Ich kann heute mitteilen, dass wir uns verständigt haben zwischen CDU und CSU, jetzt für Transitzonen einzutreten«, erklärte Seehofer am Montag in München. Im Laufe dieser Woche werde man die Konzepte im Einzelnen ausarbeiten. Die Einigung sei ein weite...

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

In sozialer Mission beschlagnahmt

Für die Unterbringung von Flüchtlingen Immobilien enteignen? Das Thema sorgt bundesweit für Aufregung, und Ablehnung. Der rot-grüne Senat in Hamburg macht es trotzdem, um Tausenden einen Winter in Zelten zu ersparen.

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Winterkorns Rückrufaktion

Volkswagens Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn steht nach Medienberichten auch vor dem Rückzug von seinen übrigen Ämtern in dem Autokonzern.

ndPlusRené Heilig

Atombomber-Treffen in der Eifel

Am Montag begann die NATO-Übung »Steadfast Noon«. Sie wird bis Freitag andauern. Viel mehr erfährt man nicht, denn im Mittelpunkt steht der nuklear bestückte Fliegerhorst in Büchel.

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ndPlus

Ankara verdächtigt den IS

Istanbul. Nach dem Terroranschlag von Ankara konzentrieren sich die Ermittlungen nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der IS »wird als erste Priorität untersucht«, sagte er am Montag dem türkischen Sender NTV. Davutoglu nannte aber erneut auch die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK und die linksextreme Terrorgruppe DHKP-C a...

UN: Flüchtlinge direkt nach Europa bringen

Berlin. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat Europa aufgerufen, Flüchtlinge direkt aus den Lagern und Ländern außerhalb des Kontinents aufzunehmen. Dabei sollten die EU-Staaten nicht nach Religion oder anderen Kriterien unterscheiden, sagte Guterres am Montag in Athen. »Ich kann nicht verstehen, wenn ich die Küste von Lesbos sehe, dass Menschen 1000 Euro für die (gefährliche) Überfahrt zah...

EU will Syriens Opposition vor Moskau schützen

Luxemburg. Die EU-Außenminister haben von Russland das Ende des militärischen Vorgehens gegen gemäßigte oppositionelle Gruppen in Syrien gefordert. Angriffe, die sich nicht gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) oder andere von der UNO als Terroristen eingestufte Gruppen richteten, müssten »sofort beendet werden«, hießt es in den Schlussfolgerungen des EU-Außenrats vom Montag in Luxem...

Oliver Eberhardt

Gefangen in einer neuen Spirale der Gewalt

Israel und Palästina kommen nicht zur Ruhe. In Jerusalem gab es am Montag erneut zwei Messerattacken auf Israelis. Attentate und Ausschreitungen forderten in diesem Monat mindestens 23 Todesopfer.

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ndPlusJürgen Cain Külbel

Hariri-Tribunal sucht Beweise

Zehn Jahre ist es her, dass der libanesische Ex-Premier Rafiq al-Hariri bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Doch noch immer tagt das Tribunal.

ndPlusHannes Hofbauer, Wien

Straches Oktoberrevolution knapp vereitelt

Nach der Wahl in Wien spricht vieles für eine Fortsetzung von Rot-Grün auf Landesebene. Die »Stimmen der Menschlichkeit« überwogen, dennoch ist ein Rechtsruck in Österreichs Hauptstadt zu konstatieren.

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Onlineshops mit geklauten Identitäten

Berlin. Die Daten zahlreicher Internetnutzer sind nach einem Bericht missbraucht worden, um Onlineshops zu eröffnen. Wie NDR Info am Montag mitteilte, werden über diese Internetseiten gefälschte Produkte angeboten. Nach Angaben des Radiosenders sind in Europa und den USA tausende Menschen sowie in Deutschland einige hundert von dem Identitätsdiebstahl betroffen. Die Bestohlenen hätten Namen, ...

Größter Tech-Deal der Geschichte

Dell will sein PC-Geschäft mit dem Kauf der Speicher-Firma EMC ergänzen. Der Kaufpreis von 67 Milliarden Dollar wird größtenteils auf Pump finanziert.

Simon Poelchau

Eine Auszeichnung für den Konsum

«Der Konsum im Großen und Kleinen ist ein Schwerpunkt der Forschung bei Angus Deaton. Dafür bekommt er den Nobelpreis.

ndPlusBahar Oghalai

Kriege schaffen Hunger

Der Welthungerindex 2015 stellt den Zusammenhang zwischen gewaltsamen Konflikten und der weltweiten Hungersituation dar.

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ndPlusMartin Ling

TTIP schlägt dem Süden ins Kontor

Sie sitzen nicht mit am Tisch und sind doch betroffen: Die Länder des Globalen Südens bei den Verhandlungen über TTIP. Dabei werden die Auswirkungen des Abkommens auch in diesen Ländern zu spüren sein.

Rapper Akon beleuchtet Afrika solar

Wenn der US-amerikanische Rapper Akon nachts durch hell erleuchtete Großstädte zieht, denkt er oft an seine Kindheit in Senegal zurück. In der Stadt Kaolack, in der er aufwuchs, war es abends stockdunkel, weil es keinen Strom gab. Noch immer müssen etwa 600 Millionen Afrikaner ohne Elektrizität auskommen. Jahr für Jahr sterben auf dem Kontinent 3,5 Millionen Menschen an toxischen Dämpfen von Treib...

Roland Bunzenthal

Aufstand der Armen

Der Aufstand der Armen gegen die Bereicherung auf ihre Kosten ist durch das Internet leichter machbar: Das demokratische Selbstbewusstsein muss sich ähnlich global ausbreiten wie Coca-Cola.

ndPlusLuis Trunk de Flores

Entwicklungshilfe für Europa

Seit 1989 existiert das Teatro Trono in El Alto bei La Paz. In die Theaterprojekte sind Ausgegrenzte Boliviens, wie Straßenkinder, integriert. Ihrem Selbstbewusstsein in der Gesellschaft kommt das zugute.

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Ryanair: Tegel offen halten

Die geplante Schließung des Berliner Flughafens Tegel nach der Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER wäre aus Sicht der Fluggesellschaft Ryanair ein Fehler. Das Wachstum der Passagierzahlen in Berlin halte an. »Dies ist nur zu bewältigen, wenn neben dem BER auch das alte Terminal in Schönefeld und der Flughafen Tegel langfristig in Betrieb bleiben«, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary dem »Ta...

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Polizei sucht nach Mohammed

Die Berliner Polizei sucht weiterhin intensiv nach dem vermissten vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed. »Die Kollegen haben am Sonntag 600 Flyer verteilt und angeheftet und Anwohner und Gewerbetreibende befragt«, sagte am Montag ein Polizeisprecher. Demnach sind bei der Mordkommission mehr als 90 Hinweise eingegangen, nachdem die Polizei Aufnahmen eines Mannes veröffentlicht hatte, der das Gelän...

Bernd Kammer

Bankdrücken dank BER

Sage keiner mehr, der BER in seinem jetzigen Zustand sei zu nichts nütze. Im Gegenteil, in der größten Krise des Flugwesens seit der Entsendung des Genossen Kossonossow zu den Bauern erweist sich der Flughafen jetzt als Rettungsanker in der Berliner Flüchtlingskrise. Hunderte Sitzbänke, die irgendwann mal im Schönefelder Terminal aufgestellt werden sollten, werden jetzt in der ehemaligen Landesban...

ndPlusBernd Kammer

Volksentscheid noch nicht vom Tisch

Trotz der Einigung mit dem Senat über eine sozialere Wohnungspolitik hat die Initiative Mietenvolksentscheid noch nicht entschieden, ob sie dem Kompromiss zustimmt und damit ein Volksentscheid überflüssig wird. »Wir arbeiten an einer Bewertung des Gesetzentwurfs, den der Senat jetzt vorgelegt hat«, sagte Sprecher Rouzbeh Taheri. Voraussichtlich Ende nächster Woche soll die Stellungnahme der versch...

Sebastian Bähr

Geflüchtete schlafen in der Kälte vor dem LAGeSo

Dutzende Geflüchtete übernachten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Bis zur Registrierung können Wochen vergehen. Die Situation spitzt sich zu.

Christin Odoj

Ich hasse Hund

In neun Workshops erkunden Grundschulkinder in vier Tagen Berlin. Am Ende wird es eine von ihnen entworfene Stadtführung geben. Der 4. Berliner Kinderkongress hat begonnen: Ein Besuch im etwas anderen Berlin.

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Bärlinde erreicht den Alex

Für die geplante U-Bahn-Trasse zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor im Zentrum Berlins ist nun auch die zweite Röhre fertiggestellt. Die Tunnelbormaschine hat ihr Ziel vor dem Brandenburger Tor erreicht, wie die Projektgesellschaft am Montag mitteilte. Die Riesenfräse wird nun zerlegt und aus dem Tunnel transportiert. Der Durchbruch von der neuen Röhre zum U-Bahnhof Brandenburger Tor ist ...

Tomas Morgenstern

Kreistag macht Platz für Flüchtlinge

Improvisation ist gefragt, um die Neuankömmlinge fürs erste unterzubringen, die Heime sind längst belegt. Auch Zelte taugen nicht mehr als Notunterkunft, seit es die ersten Fröste gibt.

Burkhard Fraune

Wenn Maschinen miteinander reden

Sie haben keine Entwicklungsabteilungen mit Millionenetats, dennoch betrifft die Digitalisierung mittelständische Familienunternehmer genauso wie Großkonzerne.

ndPlusAndreas Fritsche

Vierter Landrat direkt gewählt

Ein rot-rotes Bündnis sicherte am Sonntag die Wiederwahl von Landrat Stephan Loge (SPD). Der AfD-Kandidat Jens-Bürger Lange erreichte überraschend 22,9 Prozent.

ndPlusWilfried Neiße

Ein Lehrling aus der Ukraine

In seinem elften Jahr passt sich der Brandenburgische Ausbildungspreis den aktuellen Gegebenheiten an. Nunmehr wird die Eingliederung ausländischer Jugendlicher gewürdigt.

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Begegnung mit den Ahnen

Darmstadt. Zwei Besucherinnen betrachten einen der modellierten Urmenschenköpfe im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. In dem Universalmuseum mit seiner umfangreichen Sammlung zur Menschheitsgeschichte ist derzeit eine Sonderausstellung mit originalen Urmenschen-Funden aus fünf Weltregionen zu besichtigen. Das Haus zählt zu den großen Museen Deutschlands und vereinigt Sammlungen aus den Bereichen K...

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Leere Betten, aber mehr Patienten

Erfurt. In Thüringer Krankenhäusern sind im vergangenen Jahr nur etwa drei Viertel der Patientenbetten genutzt worden. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Montag verfügten die Kliniken über 16 177 Betten, die jedoch nur zu 75,8 Prozent belegt waren. Damit lag die Auslastung trotz weiter gestiegener Patientenzahlen leicht unter dem Niveau des Jahres 2013 (76 Prozent). Insgesamt wurden 20...

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Erfolge im Kampf gegen Metalldiebe

Pirna. Metalldiebe haben an den Bahnstrecken in Sachsen in diesem Jahr schon mindestens 225 Mal zugeschlagen. Von Januar bis Ende Juli erbeuteten sie 9712 Kilogramm Buntmetall, wie die Bundespolizei in Pirna mitteilte. Im Vorjahreszeitraum zählten die Ermittler nur 182 Fälle, bei denen die Ganoven allerdings 13 490 Kilogramm der begehrten Metalle raubten.In Sachsen-Anhalt ging sowohl die Zahl der ...

Guter Wald, teurer Wald

Rot-Rot-Grün hat im Koalitionsvertrag vereinbart, Teile der Thüringer Wälder für nachhaltige Bewirtschaftung zertifizieren zu lassen. Doch das kostet Geld. Woher es kommen soll, ist offen.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Beihilfe fürs König-Kurt-Gedenken

Sind selbstverliebte Plaudereien eines Ex-Politikers eine Quelle, die »für die zukünftige sächsische Geschichtsschreibung bedeutsam« ist? Sachsen regierende CDU sagt ja, die Opposition zürnt.

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Umberto Eco kommt nach Berlin

Einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart, der Italiener Umberto Eco, kommt zur Deutschlandpremiere seines neuen Romans »Nullnummer« nach Berlin Dies teilte der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) am Montag mit. Am 30. November werde Eco um 20 Uhr auf Einladung von Radioeins im Großen Sendesaal des rbb auftreten. Der Literatur-Abend ist eine gemeinsame Veranstaltung von Radioeins mit dem Carl ...

Renner prüft Zuschuss an Kino Babylon

Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) hat die Eskalation des Streits am Babylon-Kino als »hochgradig geschmacklos« kritisiert. Die Kulturverwaltung habe den Besitzer sehr deutlich darauf hingewiesen, dass seine angebliche Kunstaktion mit NS-Symbolen am eigenen Haus illegitim sei, sagte Renner am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Wenn es in der Folge zu Ausfällen komme, müsse der Se...

Mit dem Herzen sehen

»Der Pilot« (Eberhard Esche), der auch Erzähler der Geschichte vom »kleinen Prinzen« ist, wurde durch technische Probleme an seinem Flugzeug gezwungen, mitten in der Wüste Sahara zu landen. Hier macht er die Bekanntschaft eines seltsamen Jungen (Christel Bodenstein), der ihm offenbart, dass er ein Prinz von einem fernen, kleinen Stern sei. Während eines Jahres durchquerte der kleine Prinz die Erde...

ndPlus

Zehn weitere Jahre für Haus Schwarzenberg

Die Zukunft des Kulturhauses Schwarzenberg am Hackeschen Markt ist gesichert: Wie der Verein Schwarzenberg e.V. am gestrigen Montag informierte, seien die Verhandlungen über die Verlängerung des Nutzungsvertrages mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) erfolgreich abgeschlossen worden. Damit sei der Kunst- und Kulturstandort bis 2026 in seiner jetzigen Mischnutzung gesichert. Wie der Tr...

ndPlusHagen Jung

Nordost-Grüne attackieren Sellering

Ihre Kandidaten für die Landtagswahl 2016 haben die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern jetzt gekürt. Spitzenkandidaten sind die Landtagsvizepräsidentin Silke Gajek und Fraktionschef Jürgen Suhr. Sie erhielten auf dem Parteitag am Wochenende in Stralsund 82,7 beziehungsweise 93,3 Prozent der Stimmen.Streben die Grünen nach der Wahl im kommenden September eine Regierungsbeteiligung in Schwerin an? Der...

ndPlusTom Mustroph

Blicke in die DDR, wie sie war

Barbara Köppe wirft Blicke in die DDR, wie sie war: Inmitten von verrottenden Maschinen kämpfen Frauen um Würde, Schönheit und das Meistern des Alltags. Köppe, die 2007 nach über 40 Jahren Tätigkeit als Fotografin die Kamera aus der Hand legte, ist in ihrem Archiv auf eine ganz besondere Werkgruppe gestoßen. 1988/89 fotografierte sie in Betrieben des damaligen Kombinats Berlin Kosmetik. Was man hi...

Jasper Rothfels, Landau

Wo die Pferdekopfpumpe am Weinberg nickt

In Rheinland-Pfalz fließt nicht nur Wein, sondern auch Erdöl. Das Land belegt im Vergleich der Bundesländer bei der Fördermenge sogar den dritten Platz - auch unter Rot-Grün.

ndPlusBirgit Sander, Wismar

Schnabelwal narrt Meeresbiologen

Der verirrte Schnabelwal schwimmt weiter durch Wismarer Bucht, taucht urplötzlich neben Booten auf. Ob er den Weg aus der Ostseebucht selbst findet oder ob Meeresbiologen ihm helfen können, ist offen.

Harald Kretzschmar

Jenseits des Protokolls

Erich Salomon war ein berühmter Fotograf der Weimarer Republik. Sein Markenzeichen: das Ablichten von Politikern jenseits des Protokolls. Barbara Klemm ist von ihm beeinflusst. Eine Berliner Ausstellung ist beiden gewidmet.

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Preisträger stehen fest

Die Preisträger der diesjährigen Festspiele Mecklenburg-Vorpommern stehen fest. Ausgezeichnet werden der ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi, das Klaviertrio »Karénine« und die Kontrabassistin Laurène Durantel aus Frankreich, der polnische Bratschist Krzysztof Chorzelski sowie der französische Cellist Aurélien Pascal, wie eine Sprecherin am Montag in Schwerin mitteilte. Die mit insgesamt 20 000 Eu...

Gegen Buchvorstellung

In Indien haben Mitglieder der einflussreichen rechten Partei Shiv Sena aus Protest gegen eine Buchvorstellung schwarze Farbe auf das Gesicht eines der Organisatoren geworfen. Die Angreifer hätten ihn als »anti-national« bezeichnet, weil er das Buch eines früheren Ministers des Erzfeindes Pakistan präsentieren wollte, erklärte Sudheendra Kulkarni am Montag in Mumbai. Die Attacke reiht sich ein in ...

ndPlus

»Verblüffung und Freude«

Der deutsche Theaterregisseur und Musiker Heiner Goebbels (63) ist nach mehrwöchigem Aufenthalt in Russland tief beeindruckt von der Zusammenarbeit mit den Kollegen dort. »Ich fahre seit mehr als 25 Jahren nach Moskau, aber dies war die intensivste und wunderbarste Erfahrung«, sagte der Komponist und Theatermacher. Goebbels inszenierte mit dem Goethe-Institut sein Musiktheaterstück »Max Black«, da...

Caroline M. Buck

Zensoren und Bananenschalen

Zu den Höhepunkten des diesjährigen Stummfilmfests im nordostitalienischen Pordenone gehörte ein Film von ganzen 18 Minuten Länge. Ein Film von 1927, für dessen Produktion die satte Menge von 3000 Torten gebacken, verladen und - treffsicher geworfen wurde. Ein Film, der nur zu Teilen erhalten war und nun, frisch zusammengefügt, wieder in seiner beinahe vollen Länge zu sehen ist. Diese »Battle of t...

ndPlusWolfgang Schmidbauer

Menschen wie wir

In das Lexikon der populären psychologischen Irrtümer könnte man angesichts der Flüchtlingsströme, die jetzt - vorübergehend, endgültig, an den Grenzen behindert oder nicht - in Deutschland zur Ruhe kommen, ein Stichwort vom Irrtum der seelischen und körperlichen Ruhe nach überstandenem Stress aufnehmen. Denn seit langem gibt es eine ganze Reihe von Beobachtungen, wonach gerade diese Ruheperiode n...

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Neues Museum

Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) hat für das geplante Landesmuseum für zeitgenössische Kunst geworben. Die für DDR-Kunst bekannten Museen Dieselkraftwerk in Cottbus und Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder) sollen zusammengelegt werden. »Mit dem geplanten dezentralen Landesmuseum mit Standorten in beiden Städten wollen wir zwei Werkbestände, die zu den wichtigsten Sammlungen zeitg...

Im Zeichen der Moderne

Das Dessauer Kurt Weill Fest 2016 widmet sich dem Leben und Werk von zwei Stars der Musikszene des 20. Jahrhunderts. Unter dem Motto »Krenek, Weill & Die Moderne« werden Werke von Kurt Weill (1900-1950) und Ernst Krenek (1900-1991) aufgeführt. Beide Komponisten zählten zu den wichtigen Protagonisten im Musikleben der Weimarer Republik, wie die Festivalorganisatoren am Montag in Dessau-Roßlau mitte...

Wagners Ring vollendet

Mit einer bildgewaltigen Inszenierung von Richard Wagners »Götterdämmerung« hat der Wiener Regisseur Georg Schmiedleitner am Nürnberger Staatstheater seinen »Ring des Nibelungen« vollendet. Bei der Premiere am Sonntag erhielten der Theatermann und Orchesterchef Marcus Bosch dafür viel, aber eher höflichen Beifall. Seine ersten drei Teile der Opern-Tetralogie hatte das Nürnberger Publikum weitaus e...

ndPlusStephan Fischer

Ein Kilo Schaltgewitter

Nathalie Reinegger, 21 Jahre alt, beginnt nach ihrer Ausbildung, in einer Wohnstätte für geistig behinderte Menschen zu arbeiten. Schnell fügt sie sich ein in das neue Koordinatensystem aus Bewohnern, die dort nur Klienten heißen, und ihren Bezugsbetreuern - den Bezugis, wie sie dort in fürsorglicher, bloß nicht diskriminierender Binnensprache genannt werden. Zumindest am Tag. In der Anfangszeit i...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Axt im Hause

Herbert Fritsch inszeniert am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg »Die Kassette« von Carl Sternheim - und schuf auch das Bühnenbild. Neben einer gewissen Betulichkeit gibt es jedoch auch bestechend komische Momente.

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ndPlus

Kriegsreporter des »Spiegel« ausgezeichnet

Der »Spiegel«-Reporter Christoph Reuter hat für seine Berichterstattung über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Bayeux-Calvados-Preis für Kriegsreporter gewonnen. Der Preis wurde Reuter für seinen am 18. April dieses Jahres veröffentlichten Beitrag über den 2014 erschossenen IS-Drahtzieher Hadschi Bakr verliehen. Die von Bakr hinterlassenen und von Reuter ausgewerteten Dokumente bel...

ndPlus

Preis für Doku über Oury Jalloh

Die Journalistin Margot Overath erhält für ein Radiofeature zum nach wie vor ungeklärten Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh 2005 in einer Dessauer Polizeizelle den Deutschen Sozialpreis 2015. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zeichneten zusammen vier Journalisten in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen aus. Es hätten die Brisanz der Themen sowie die herausragende Erzählweise un...

Irina Wolkowa

Medien sind eine Waffe

Russland diskutiert ein Gesetz, das Medien dazu verpflichten soll, den Erhalt ausländischer Fördermittel - im Fachjargon: Grants binnen 30 Tagen der Medien-Aufsichtsbehörde Roskomnadsor anzuzeigen.

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Jan Mies, Tirana

Sensation nach dem Skandal

Die freudetrunkenen albanischen Fußballer schickten das obligatorische »Kabinen-Selfie« Richtung Heimat, in der Hauptstadt Tirana wurde die Nacht zum Tag: Nach dem historischen Triumph der Nationalelf gab es in dem kleinen Land auf der Balkanhalbinsel nur ein Thema. »Bonjour France« titelte die Tageszeitung »Mapo« - Albanien fährt zu EURO 2016! »Ein unfassbarer Traum ist wahr geworden«, schrieb Mi...

ndPlusKirsten Opitz

Früh ins Bett mit Belgiern im Kopf

Die deutschen Volleyballer treffen bei der EM in Bulgarien und Italien im ersten K.o.-Spiel ausgerechnet auf Belgien. Für Vital Heynen ist die Begegnung mit seinen Landsleuten »emotional schwierig«.Von Kirsten Opitz, SofiaHeimatgefühle muss Vital Heynen hinten anstellen. Wenn die deutschen Volleyballer am Dienstag in Sofia auf Belgien treffen, kommt es für ihren Bundestrainer zur »emotional schwie...

Jirka Grahl, Leipzig

Die Lust am Spielen verloren

Halbwütende Pfiffe und unangebrachte Partymusik: Nach dem mühsamen 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen Georgien freuen sich die Leipziger wieder auf Zweitligafußball.

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Jonas-Erik Schmidt, Köln

Mein Puls, mein Blut, mein Gehirnstrom

Früher hatte man einfach nur das Gefühl, schlecht geschlafen zu haben. Heute verrät das eine Smartphone-App. Selbstvermessung und Selbstoptimierung sind zum Hobby des 21. Jahrhunderts geworden.

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ndPlusMartin Hatzius

Hauptsache Lesen

Die indonesische Insel Lombok, deren Küste unser Titelbild im idyllischen Licht eines Sonnenuntergangs zeigt, gilt Touristen, wenn nicht als Geheimtipp, so doch als geruh-samere Alternative zum überlaufenen Bali. Weil nun wieder Buchmesse ist - und weil Indonesien in diesem Jahr seinen Gastauftritt am Main hat -, könnte man es auch so sagen: Während der Tourist sich an den Stränden Balis fühlen ma...

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Karlen Vesper

Selamat siang heißt Guten Tag

Selamat datang ke Indonesia. Wilkommen in Indonesien. Diese Begrüßung werden Messebesucher hören, wenn sie den Pavillon des Gastlandes betreten. Sie werden von hübschen jungen Frauen in farbenfrohen Sarongs mit strahlendem Lächeln empfangen. Wer deren Freundlichkeit erwidern möchte, sage: Selamat siang. Guten Tag. Christina Schott: Indonesien. Ein Länderporträt. Ch. Links. 220 S., br., 18 ...

Karlen Vesper

Als sich Flüsse und Bäche rot färbten ...

Warum sind manche Menschen glücklich, andere nicht? Wie viel Leid erträgt ein Mensch? Gibt es so etwas wie eine Vorsehung? Kann man dem Schicksal entfliehen? Warum sind Menschen grausam zueinander? Bedeutet lieben stets auch zu leiden? Laksmi Pamuntjak: Alle Farben Rot. A. d. Indon. v. Martina Heinschke. Ullstein. 671 S., geb., 24 €. Das Hindu-Epos »Mahabharata« erzählt von drei Kö...

ndPlusFriedemann Kluge

Wie Bali klingt und tanzt

Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist Indonesien, ein Land, das in literarischer Hinsicht nicht eben die ersten Ränge einnimmt. Da mag man sich in den Verlagsetagen erinnert haben, dass es »da mal was« gegeben habe ... Colin McPhee: Ein Haus in Bali. Roman. A. d. Engl. v. Ines Anselmi. Unionsverlag. 313 S., geb., 22,95 €. Nigel Barley: Bali. Das letzte Paradies. Roman. A. d...

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Irmtraud Gutschke

Lob der Erfahrung

Ihr grünes Fell war weiß geworden, als sie erleben musste, wie der gelbe Hund vom Felsen stürzte. Ihretwegen. Was sie nicht wusste: Er nahm es nicht übel, ja er dachte sogar gern daran zurück, wie ihn die Krähen ins Krankenhaus gebracht hatten, wo er einen zotteligen Rettungshund kennenlernte. Nie vergessen wird er das Bild, als die Katze, die damals noch grün war, vom Berg gegenüber gewinkt hatte...

ndPlusMartin Hatzius

Im Fundbüro der verlorenen Zeit

»Wie bei jedem Buch, das einem gefällt«, schrieb Jochen Schmidt vor einigen Jahren in seinem großartigen Lektüretagebuch »Schmidt liest Proust«, »lebt man ja in der Illusion, es sei nur für einen selbst geschrieben«. Was der Berliner Schriftsteller beim Lesen der sieben Bände »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« empfand - und sich zum Arbeitsprinzip machte, indem er seine Proust-Lektüre in ein...

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ndPlusHelmut Richter

Grüner Veltliner, sehr aromatisch, sehr trinkbar!

Der Titel meint das Debüt Hermann Hesses von 1898: eine Auswahl von Gedichten, von der sich seinerzeit in zwei Jahren lediglich 54 verkaufen ließen. Heutigen Sammlern ist das Bändchen mehr als 10 000 Euro wert und könnte durchaus kriminelle Gelüste wecken. Klaus Walther: Romantische Lieder und eine Leiche. Ein Bücher- Krimi. Mironde-Verlag. 159 S., br., 12,90 €. Kurioserweise ist d...

Matthias Biskupek

Kein Ton, ein Doon

Wenn einem Fernsehformat ein Buch folgt, könnte sich das rechnen. Vermutet ein jeder Verlag, der sich auf dieses Risiko einlässt. Ein ähnlicher Effekt tritt ein, wenn ein Fernsehgesicht, egal ob Koch, Wetterfee oder Nachrichtensprecher, ein Buch schreibt, ganz gleich worüber. Denn der Beruf des Schriftstellers ist nicht geschützt und somit auch kein Leser vor prominenten Sätzeproduzenten. U...

ndPlusKlaus Funke

Gott spielen und untätig leiden

Wer möchte das nicht? Einmal Gott sein. Der Berliner Dresdner Michael G. Fritz nimmt diesen Wunsch gleich in den Titel seines neuen Romans. Vielleicht hat er aber auch an den Film »Das Leben der Anderen« mit Ulrich Mühe gedacht, denn sein Roman beginnt an Überwachungsmonitoren für ein Berliner Bahnhofsgelände. Natürlich fällt einem da sogleich der Begriff Überwachungsstaat ein. Michael G. F...

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ndPlus

Hüben und drüben

Gute Laune: Das Foto von Rudi Meisel entstand 1980 auf der Grünen Straße in Wernigerode. Wäre so eine Szene damals auch in einer westdeutschen Stadt vorstellbar gewesen? Warum nicht. Auch dort gab es Kopfsteinpflaster und Frauen mit Kittelschürze, die sich lustig machten, auch dort gab es Altbauten, die der Sanierung bedurften. Disziplinierte Gymnastik in Essen und Herumlungern mit Bier in Havelbe...

Christin Odoj

Geliebter Mensch fremd

Unsere Eltern sind ein Mysterium. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie ohne uns. In der kurzen Phase, in der sie uns beibringen, aus dem Nest zu fliegen, ohne abzustürzen, lernen wir nur einen Bruchteil von ihnen kennen. Alles, was wir über sie wissen, bevor es uns gab, können sie filtern, umdeuten, neu denken. Sich selbst für uns konstruieren. Haben sie sich wirklich in der Disco kennengel...

Christian Baron

Nach der Katastrophe beginnt die Sinnsuche

Wie sähe die beste aller Welten aus? Eine hochtrabende Frage, auf die - wie so oft - die Satire eine passende Antwort weiß. Wenige Wochen ist es her, da veröffentlichte die Zeitschrift »Titanic« eine Fotocollage, auf der eine explodierende Atombombe, zwei verkohlte Wohnblöcke und ein ausgebranntes Kinderkrankenhauszimmer zu sehen sind. Garniert ist das Bild mit dem Schriftzug: »Gute Nachrichten fü...

Seite 26
ndPlusWerner Jung

Ein Staat der Liebe

Im letzten, 40. Kapitel zitiert die 33-jährige Autorin einen Paragraphen aus Antonio Gramscis Kerkerheften, den Paragraphen 1 über den Staat, worin man auch so etwas wie einen Leitgedanken dieses Romans sehen mag: Gramsci formuliert hier ein Paradox, denn ebenso wenig wie wir die Liebe, da ständig bedroht vom Verlust, wirklich leben können, ebenso wenig können wir auch im Staat leben: »Man kann«, ...

ndPlusSilvia Ottow

Fusselhaar und andere Makel

Französische Chansons, italienische Klassik, die neuesten Popsongs oder auch Jazz - die junge Sängerin singt alles, was ihre Agentin von ihr verlangt und was das Publikum hören möchte. Die Agentin heißt Kraunberg, genannt »die Kraunberg«. Das hört sich vermutlich nicht ganz zufällig wie ein Berg voller Grauen an. »Sie trägt rundherum Marken, von den allerfeinsten Sorten, die sich nur ein Gutverdie...

Irmtraud Gutschke

Abende in Deutscher Eiche

Sich in ein solches Erinnern fallen lassen! Wenn man das könnte! Noch einmal die Zimmer jener Wohnung vor Augen haben, die Kindheitsort war. Wie sah der Fußboden aus? Wie die Tapete? Nein, anfangs waren die Wände gestrichen, »gemalert«. Hohe Räume oder täusche ich mich? Und hinter dem Schrank im langen Flur das Bügelbrett - das sich nachts in etwas unaussprechlich Furchterregendes verwandeln konnt...

Seite 27
ndPlusAnja Märtin

Am Ende kommt es immer anders als gedacht

Endlich Urlaub. Auf in den Norden! Ole Reichmann ist mit seiner Familie auf dem Weg nach Dänemark: Henne Strand in Südwest-Jütland. Abschalten lautet das Ziel. Dazu jedoch kommt es vorerst nicht. Die Tochter der Reichmanns findet eine Leiche im Swimmingpool. Einer der Vormieter hatte das Ferienhaus offensichtlich nicht mehr aus eigener Kraft verlassen. Die Kripo Dänemark schaltet sofort ihre deuts...

Björn Hayer

Ein Unbehagen, so groß wie der Ozean

»Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben. / Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben« - mit diesen Versen setzt Rainer Maria Rilkes Gedicht »Vorgefühl« ein, das von einem aufkommenden Sturm kündet. In Yorck Kronenbergs Roman »Tage der Nacht« sieht sich Anton, emeritierter Literaturprofessor, der geballten Macht der Gezeiten ausgesetzt. An der britischen Küste, wo Meer und Winde toben, s...

Hans-Dieter Schütt

Der doppelte Raum

Untergehen kannst du auf festem Land. Freizügigkeit kann dir alle Wege zu dir selber verschließen. Der Schrei ist heute aus dem Stoff, aus dem morgen das Gelächter sein wird. Die Dinge verbessern heißt immer auch: sie auf neue Weise verfälschen. Kurzum: Nur raus, nur fort! Grimsey zum Beispiel. Eine isländische Insel. Der Erzähler dieser Novelle durchstreift das Eiland als Sammler arktischer Geogr...

Seite 28
ndPlusFriedemann Kluge

Angst ganz unten

Er kifft, er kokst, er säuft, er schmeißt die Arbeit und ... - er liest Dostojewski. Der hat auch irgendwie Pate gestanden für dieses Buch, denn es ist eine heutige, bundesrepublikanische Version der »Erniedrigten und Beleidigten«, eine Geschichte, die kaum verhohlen autobiografisch daherkommt, worauf schon der Vorname des Protagonisten weist, der, wie sein Verfasser, Dimitri lautet. Auch trägt si...

ndPlusHenry-Martin Klemt

»Ich würd dir gerne was erzähln ...«

Wenn Frank Viehweg singt, hat das mit Zuhausesein zu tun. Das gilt nicht nur für seine eigenen Texte und den balladesken Gestus seiner Musik. Wie andere an die Orte zurückkehren, von denen ihre Seele berührt wurde, zieht es den Liederdichter immer wieder zu Autoren, zu Zeilen, in denen er sich so wiederfindet, dass er sie gern selbst verfasst hätte. Mit der adäquaten, dem Urtext dienenden Nachdich...

Irmtraud Gutschke

Besondere Menschen

Nils Liebe - schon als Kind hat er seinen Familiennamen gehasst, der zu ihm, diesem in sich eingeigelten Jungen, auch nicht passte. Oder gerade doch? Man wird sich während der Lektüre immer wieder fragen, wie man die Beziehung zwischen Nils und der nicht minder seltsamen Sanela nennen soll. Sie ist aus Bosnien an eine deutsche Schule gekommen, die Mutter qualvoll an einer Krankheit gestorben, der ...

Seite 29
Martin Hatzius

Die Liebe wird für alle reichen

Würde man die neun Erzählungen in Serhij Zhadans Band »Mesopotamien« lesen können, ohne um die Ereignisse zu wissen, die sich seit der Niederschrift in der Ukraine zugetragen haben, man würde den Handlungsort Charkiw für einen mystischen Flecken halten, dessen Bewohner trotz all ihres seelischen Elends von der schützenden Hand der Stadtheiligen vor Schlimmerem bewahrt werden. Serhij Zhadan:...

ndPlusKarlheinz Kasper

Regieren mit einem Nagel im Kopf?

Vladimir Sorokin bezeichnete 2014 in einem Interview Russland als »Land der Groteske und der Unvorhersagbarkeit«. Seine Schreckensvision »Der Tag des Opritschniks« hatte mögliche Folgen dieser Unwägbarkeit vor Augen geführt. Nun kündigte er »ein Buch über Russlands Zukunft« und »über die Zukunft Europas und Eurasiens« an. Vladimir Sorokin: Telluria. Roman. A. d. Russ. v. Kollektiv Hammer u...

Seite 30
Manfred Loimeier

Großstädtisches Inferno

Luanda, die Hauptstadt Angolas, ist seit dem Ende des Jahrzehnte währenden Bürgerkriegs eine florierende Metropole, reich geworden durch Öl und Diamanten. Angolanische Autoren wie José Eduardo Agualusa (»Ein Stein unter Wasser«) oder Pepetela (»Jaime Bunda, Geheimagent«) haben der Hafenstadt literarische Denkmäler errichtet, und so überrascht es nicht, dass sich mit dem 1977 in Luanda geborenen Sc...

ndPlusPeter L. Zweig

Nicht nur natürliche Triebe

Als Frans Eemil Sillanpää (1888 bis 1964) als erster (und bisher einziger) Finne 1939 den Nobelpreis für Literatur erhielt, »für seine tiefe Erfühlung und lebensvolle Schilderung des Bauernlebens und der Natur seiner Heimat«, dachten die meisten wohl an »Silja, die Magd«, seinen Roman von 1931, mit dem der Sohn eines Kätners aus Hämeenkyrö auch international bekannt geworden war. Frans Eemi...

Florian Schmid

Im Vorhof der Revolte

Was haben Rockmusik, großstädtische Subkulturen, Gewalt, die aufkommende Revolte der späten 60er und die CIA mitein-ander zu tun? Im Roman »Back up« von Paul Colize wird aus dieser Mischung eine verschwörungstheoretische Kriminalgeschichte, die sich auch als Allegorie auf die 68er-Bewegung lesen lässt. Paul Colize: Back up. Kriminalroman. A. d. Franz. v. Cornelia Wend. Edition Nautilus. 3...

Seite 31
ndPlusSabine Neubert

Unmögliche Heimkehr

Die inzwischen 87-jährige französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Marceline Loridan-Ivens schreibt im Jahr 2015 einen Brief an ihren in Auschwitz ermordeten Vater. Ein Buch über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau? Viele lasen wir schon, keines davon war eins zu viel. Dieses kleine Büchlein aber ist ein ganz besonderes, man muss es nicht nur lesen, man sollte es besitzen....

Florian Schmid

Jede Menge Dreck am Stecken

Das Thema Vergangenheitsbewältigung, vor allem die Aufarbeitung des Franco-Regimes, spielt in Spanien seit einigen Jahren eine große Rolle. Das zeigt sich auch in Literatur und Film. Mit »Thallium« kommt nun ein im spanischen Original bereits 2004 erschienener Roman von Javier Sebastián heraus. Javier Sebastián: Thallium. Roman. A. d. Span. v. Ursula Bachhausen u. Anja Lutter. Verlag Kla...

Seite 32
ndPlus

Der Deichgraf und das Meer

Im Juli 1886 schrieb er die ersten Sätze. Endlich, nach anderthalb Jahren, die mit Vorarbeiten und Studien vergangen waren, sah sich Theodor Storm in der Lage, seine »Deich- und Sturmnovelle« zu beginnen. Er war nun beinahe siebzig Jahre alt, und er spürte, wie die Kräfte schwanden. Die Zeit drängte. Aber er kam nicht weit. Im Oktober zwang ihn eine Erkrankung ins Bett, und es dauerte bis zum Mai ...

Thomas Blum

Verräter und Flachköpfe

»Beim Zahnarzt erschraken zwei Nonnen, die eben das Sprechzimmer verließen, entsetzlich bei meinem Anblick … Toller berichtete mir später: die Damen, von denen eine die Oberin des Herz-Jesu-Ordens war, seien fürchterlich entsetzt zur Wirtschafterin geflüchtet. Offenbar habe ich mir die Haare wieder zu lang wachsen lassen.« Tatsächlich erregt der Häftling Erich Mühsam, der hier in seinem Tagebuch a...

ndPlusKlaus Bellin

Die Auflehnung

Über seinem Schreibtisch, wird berichtet, hing ein Porträt Fontanes. Fontane war das leuchtende Vorbild, der Autor, von dem er sich manches abgeschaut hat. Die Frauengestalten, die durch seine Romane ziehen, sind etwas jüngere Schwestern von Effi Briest, Stine oder Mathilde Möhring, einst ungeheuer populäre Geschöpfe, die mit der Zeit allerdings so unbekannt sind wie der Mann, der sie erfand: Geor...

Seite 33
Tom Strohschneider

Historische Figur nach dem Getümmel

Bilanz ziehen. Versuchen, den Menschen hinter dem Politiker sichtbar zu machen. Wieder einmal. Gregor Gysi hat mit Stephan Hebel gesprochen. Über Beatles, die BRD und das Begehrtsein als Politikermodell.

Seite 34
Karla Klein

Gemütlich und energisch

»Die Sachsen verdanken das, was sie sind, nicht ihrer Gemütlichkeit, sondern ihrer Energie«, urteilte dereinst Theodor Fontane. Mit diesem anerkennenden Spruch eines leidenschaftlichen Norddeutschen eröffnet Hagen Kunze seine Galerie von zwanzig Porträts großer sächsischer Erfinder, Künstler und Schriftsteller, Herrscher, Politiker und Philanthropen. Hagen Kunze: Große Sachsen. Buchverlag ...

ndPlusRosi Blaschke

Sie folgten dem Ruf Gottes - und gingen in die DDR

Dieses Buch ist ein hochinteressantes Kompendium, weil es neue Einblicke gibt in eine Zeit, in der sich nach dem von deutschem Boden entfesselten mörderischen Zweiten Weltkrieg zwei konträre Gesellschaften und Staatswesen entwickelten und Deutsche noch fast unbehindert von Ost nach West, aber auch von West nach Ost zogen. Mit Blick auf die gegenwärtige Flüchtlingsnot gewinnt dieses Buch zusätzlich...

ndPlusGesine Lötzsch

Das Ende der Dankbarkeit

Jetzt sind wieder eine Vielzahl von Artikeln und Büchern über die jüngste deutsche Geschichte erschienen. Viele sind des Themas inzwischen überdrüssig. Decker war sich der Sättigung bewusst. Er fand eine besondere Idee.

Seite 35
ndPlusDaniela Fuchs

Wider den Stachel gelöckt

Es war ein Weckruf der Erinnerung, eine Rückkehr der Geschichte. So beschreiben die Autoren des hier anzuzeigenden Sammelbandes oppositionelle Geschichtsbilder in den Ländern Ostmitteleuropas vor 1989. Sie würdigen diejenigen, die sich mit der offiziellen Geschichtsschreibung und Geschichtspropaganda in Polen, der DDR und der Tschechoslowakei in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhundert...

Elviera Thiedemann

Bürger zweiter Klasse

Am 3. Oktober 1990 fand die deutsche Nachkriegsgeschichte ihren Abschluss. Die Teilung Deutschlands wurde friedlich und demokratisch beendet, die staatliche und politische Einheit der Nation wieder hergestellt. Inzwischen sind die Bürger und Bürgerinnen in Ost und West in ihrer Mehrheit im vereinigten Deutschland »angekommen«. Im Osten eher als im Westen. Die Jüngeren vorbehalts- und komplikations...

Seite 36

Begegnungen mit großen Literaten

Rosemarie Schuder und Rudolf Hirsch auf dem X. Schriftstellerkongress der DDR 1987. Der Sohn eines jüdischen Schuhhändlers, der in der NS-Zeit nach Palästina emigrierte, hat die Autorin historischer Bestseller 1958 geheiratet. Das Paar schrieb das Standardwerk »Der gelbe Fleck. Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte«, 1988 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Gab...

ndPlusAndreas Diers

Der Partisanenprofessor

»Rote Blüte im kapitalistischen Sumpf« - so eine Charakterisierung Abendroths von 1956. Er ist durch sein politisches und wissenschaftliches Wirken in der Arbeiterbewegung bis zu seinem Tod präsent gewesen.

Jörg Roesler

Eine große Gaunerei

Die Privatisierung der volkseigenen Betriebe der DDR durch die Treuhandanstalt ist sicher das, was den meisten Ostdeutschen aus der Zeit der Transformation von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft am stärksten im Gedächtnis haften geblieben ist. Hamburgs Bürgermeister Henning Voscherau nannte jenen Vorgang das »größte Bereicherungsprogramm für Westdeutsche, das es je gab«. Es ging in der Regel u...

ndPlusGabriele Oertel

Thüringer Pioniere

Weder wird in der Erfurter Staatskanzlei mit links regiert, wie der Titel des kürzlich erschienenen Buches aus dem VSA-Verlag augenzwinkernd nahelegt, noch kann Bodo Ramelow vermutlich der Bezeichnung als Pionier etwas abgewinnen - zumindest im unrechtsstaatlichen Sinne. Dennoch stimmen beide Bilder. Dass ein Ministerpräsident aus der Linkspartei mit ziemlich viel linken Vorstellungen im regierung...

Seite 37

Freier Morgen

»Man darf es nicht zu toll treiben«, sagte Charlie, »du verstehst doch: Der Staat kann nicht einfach akzeptieren, dass das Gesetz gebrochen wird und dass man mit der Staatsmacht Katz und Maus spielt.« - »Braune Maus«, hatte er sich berichtigt und sich dabei umgesehen, für den Fall, dass jemand unser Gespräch belauscht hatte. - Ein Zitat aus »Brauner Morgen« (im Original »Matin brun«) von Franck Pa...

Gerd Kaiser

Ein Mordsvergnügen

Dies ist ein besonderes Buch. Sowohl auf Grund seines Themas als auch hinsichtlich der Art und Weise, wie hier ein Leben dokumentiert ist. Siegfried Grundmann: Georg Frentzel. PG und Angehöriger der SS- Einsatzgruppe B in der UdSSR. Nora-Verlag. 161 S., br., 14,90 €. Siegfried Grundmann begab sich auf die Spur von Georg Frentzel, der nach der Befreiung vom Faschismus über anderthalb...

ndPlusKurt A. Richter

Kein Sturm im Wasserglas

Er mochte Beobachtern auf den ersten Blick als ein Sturm im akademischen Wasserglas erschienen sein - der Streit, der an der Berliner Humboldt-Universität ausbrach, als linksorientierte Studenten ihren Unmut über Vorlesungen und publizierte Äußerungen zweier Professoren öffentlich machten und damit die Aufmerksamkeit einiger Medien erregten. Nun, es handelt sich hier tatsächlich um einen gewichtig...

Seite 38
Rupert Neudeck

Die durch den Rost fallen

Man könnte denken, es ist eine Werbebroschüre für die immer ausgedünnteren deutschen Kirchen, sowohl die katholischen wie evangelischen. Diese kümmern sich, wie man hier erfährt, schon lange um Illegale, oder wie man im romanischen Raum sagt, um die »sans papiers« (französisch) oder sin papeles (spanisch). Daniel Gäsche: Eingereist und abgetaucht. Illegal in Deutschland. Militzke. 224 S., ...

ndPlusWolfgang Gehrcke

Die Kolumnen der 25 Evangelisten

Die Leserinnen und Leser seien gewarnt: Dieses Buch ist gnadenlos einseitig. Die sonst so gefragte und gepriesene »Ausgewogenheit«, die tatsächlich oft nur bedeutet, dass unangenehme Tatsachen schön geschrieben werden, lässt Jörg Kronauer vermissen. Jörg Kronauer: Allzeit bereit. Die neue deutsche Weltpolitik und ihre Stützen. PapyRossa. 214 S., br., 14,90 €. Vorab: Der vom Autor an...

Seite 39
ndPlusMartin Ling

Zonen des Terrors

»In Mexiko gehen Soldaten und Polizisten brutal gegen die Bevölkerung vor.« Autoren gehen der Frage nach, »wie Politiken des Terrors im heutigen Lateinamerika Räume der Angst, aber auch des Widerstehens produzieren«.

ndPlusRoland Etzel

Genialität des Zupackenden

»Die arabische Schrift ist uns nicht vom Erzengel Gabriel gebracht worden.« Damit beendete Atatürk 1928 die Debatte um die von ihm propagierte Einführung der lateinischen Schrift in der noch jungen Republik Türkei. Eine langwierige akademische Debatte um Eingewöhnungs- und Übergangsfristen war handstreichartig abgewendet. Sükrü Hanioglu: Atatürk. Visionär einer modernen Türkei. Theiß. 312 ...

Horst Helas

An der Seite der Leidenden

Einleitend betont Lillian Rosengarten, dass zwei grundlegende Erlebnisse ihr Leben bestimmt haben, die auch der Zweiteilung ihres Buches die Struktur geben: das Kindheitserlebnis der Vertreibung ihrer jüdischen Familie durch die Nazis aus Deutschland sowie ihre bewusste Entscheidung im September 2010, sich an einer Schiffsreise nach Gaza zu beteiligen, um gegen die Palästinenserpolitik Israels zu ...

Seite 40
Peter Nowak

Von Norwegen bis Ungarn

Die ultrarechte FPÖ verdoppelte am 27. September 2015 bei den Landtagswahlen in Oberösterreich ihr Stimmergebnis, In Frankreich gelingt es dem Front National trotz interner Streitigkeiten, weitgehend die politische Agenda zu bestimmen. Auch in den skandinavischen Ländern Norwegen, Finnland und Schweden verzeichnen ul-trarechte Parteien Stimmenzuwachs und nehmen Einfluss auf die Innenpolitik. Der u...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Drohung aus Washington zu mitternächtlicher Stunde

»Wer mit welcher Absicht die Strippen zog«, möchte der letzte prorussische Ministerpräsident der Ukraine offenbaren. Nikolai Asarow sieht sein Land noch immer »am Scheideweg« und nennt die Entscheidung »offen«. Nikolai Asarow: Ukraine. Die Wahrheit über den Staatsstreich. Das Neue Berlin. 255 S., br., 17,99 €. Wir schreiben das Jahr 2015 und aus dessen Frühjahr stammen diese Äußerun...

Seite 41
Wladislaw Hedeler

Grenzenlose Macht - eine höchst akute Gegenwartsfrage

Dieses Buch ist Resultat einer Zusammenarbeit, wie man sie sich nicht nur auf geschichtswissenschaftlichem Feld wünscht. Historiker aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Frankreich, Russland, Ungarn und den USA, die - eingeladen vom Lehrstuhl »Geschichte Osteuropas« an der Humboldt-Universität und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur - Vorlesungen an der Alma Mater Unter den Lind...

ndPlusPeter Nowak

Gräber der Freiheit?

Der Philosoph und Sozialwissenschaftler Hendrik Wallat hat bereits mehrere Bücher herausgegeben, in denen er die in Deutschland verschüttete Tradition einer linken Bolschewismuskritik wieder aufnahm. Dabei stützte er sich auf libertäre, linksozialistische sowie links- und rätekommunistische Quellen. Mit dem neuen Buch setzt er diese wichtige Arbeit fort. Hendrik Wallat (Hg.): Gewalt und Mor...

Seite 42
Peter L. Zweig

Von Juwelen und Knobelbechern

Im März 1985 startete das DDR-Fernsehen die Ausstrahlung der englischen Krimiserie »Jim Bergerac ermittelt«. Der bei Drehbeginn 37-jährige und noch schlanke Darsteller des Sergeant, John Nettles, wurde schnell zum Liebling der Zuschauerinnen und Zuschauer. John Nettles: Hitlers Inselwahn. Aus d. Engl. von Kalterina Latifi und Jakob Brüssermann. Osburg. 480 S., geb., 24 €. Bekannt w...

ndPlusWerner Abel

Ikonographische Retuschen

Zeitweilige Mitkämpfer, Apologeten und Günstlinge verschwanden. Gruppen, in denen er abgebildet war, schrumpften, bis nur einer übrig bleibt, überlebensgroß: Stalin. David King illusriert dies an Hand vieler Beispiele.

Seite 43
ndPlusMona Grosche

Tolle Freunde

Jedes Kind ist einzigartig - und kann irgendetwas richtig gut, egal ob es stottert, im Rollstuhl sitzt oder ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften hat. So ist das auch bei Anni, Olli, Simone, Mario und Paul. Obwohl jeder einzelne von ihnen ein mehr oder weniger großes Handicap hat, sind sie dennoch alle fantastisch! Quentin Blake: Freddy und die fantastischen Fünf. A.d. Engl. v. Ruth Keen....

Mathias Runitz

Auf immer und ewig

Sich so unbefangen wie ein Vorschulkind ins Leben zu stürzen, wer wollte das nicht auch noch einmal? Keiner wünscht so einem ungestümen Welteroberer, dass er allzu früh mit dem Tod konfrontiert werde. Doch die Erfahrung, dass überall, wo ein Anfang ist, auch ein Ende lauert, bleibt auf Dauer nicht aus. Kathrin Schärer: Der Tod auf dem Apfelbaum. Atlantis beim Orell Füssli Verlag. 36 S., ge...

Martin Hatzius

Nichts ist unmöglich

Man kann nicht gerade sagen, dass Anton den ersten Tag an der neuen Schule herbeigesehnt hätte. Eigentlich wäre er sowieso lieber auf die Stadtteilschule gegangen als aufs Goethe-Gymnasium. Aber gut, seine Eltern wollten es so - trotz lauter Dreien und Vieren. Und dann waren da ja auch noch diese Tests bei dem »Psychoheini« - Ergebnis: hundertfünfzig. Da ahnt man es schon: Dieser Fünftklässler sie...

Seite 44
ndPlusIrmtraud Gutschke

»Es geht mir mehr als gut. Ich bin voller Tiger.«

Er sei schon einmal für klinisch tot erklärt, von Interpol (fälschlicherweise) wegen Industriespionage gesucht worden, wurde zum Priester geweiht, habe mehrere Schwertkämpfe gewonnen und lebe derzeit mit Frau und Kindern auf einer kleinen, windumtosten Insel in British Columbia … Was Jordan Stratford von sich verlauten lässt, klingt abenteuerlich, passt indes zu diesem Buch, das 11- bis 14-jä...

Silvia Ottow

Guter Vampir, böser Vampir

Im Grunde ist es bei Geistern, Drachen und Vampiren nicht viel anders als unter Menschen und Tieren. Es gibt immer welche, die einem das Leben schwer machen, und dann gibt es solche, derentwegen man eigentlich nur am Leben ist. Julia Freidank/ SaBine Büchner: Grusila. Vampirspuk in Venedig. Tulipan Verlag. 80 S., geb., 14,95 €. Das kleine Geistermädchen Grusila und das kleine Drache...