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Unten links

Um dem Eindruck vorzubeugen, diese Zeitung würde sich nicht hinreichend für Weihnachten interessieren, präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Fakten zum Fest: Knapp 37 Prozent der Bundesbürger wünschen sich möglichst wenig Stress durch Geschenkeinkäufe. 58 Prozent geben 100 bis 500 Euro für ihr Fest aus. Bei 18 Prozent fällt der Weihnachtsbaum weg. 49 Prozent hoffen auf ein amourö...

Waffenverkäufe leicht rückläufig

Stockholm. Die Verkäufe der 100 größten Waffen- und Rüstungshersteller sind im vierten Jahr in Folge zurückgegangen. Wie aus dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervorgeht, setzten diese Konzerne 2014 insgesamt 401 Milliarden US-Dollar um. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Forscher führen den Trend darauf zurück, dass führende Unternehmen in USA und W...

Flüchtlingsheim in Pirna angegriffen

Pirna. Im sächsischen Pirna ist ein Brandsatz auf eine Flüchtlingsunterkunft geschleudert worden. Bei dem Anschlag am frühen Montagmorgen ging die Fassade des Gebäudes in Flammen auf, wie die Polizei mitteilte. Mitarbeiter des Wachdienstes konnten das Feuer jedoch umgehend löschen. Die Ermittlungen hat das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum Sachsen in Leipzig übernommen. Den Angabe...

Merkel für weniger Zuwanderung

Karlsruhe. Angela Merkel hat die CDU auf ihren Kurs in der Flüchtlingskrise eingeschworen. Beim CDU-Parteitag in Karlsruhe verteidigte die Kanzlerin am Montag ihren Satz »Wir schaffen das«: »Ich kann das sagen, weil es zur Identität unseres Landes gehört, Größtes zu leisten.« Deutschland könne trotz des Ansturms von Hunderttausenden Schutzsuchenden seine Grenzen nicht schließen. Die Parteivorsitze...

Katja Herzberg zum Ausgang der Regionalwahl

Kein Grund zur Entwarnung

Sieg und Niederlage liegen oft sehr nah beieinander. So bleibt die rechtsradikale Front National auch nach der zweiten Runde der Regionalwahl in Frankreich die Siegerin der beiden Urnengänge.

Retter in höchster Not

Berlin. Die Lage der meisten Flüchtlinge, die in Griechenland ankommen, ist katastrophal - aber noch schlimmer wäre sie, gäbe es nicht viele freiwillige Helfer. Sie kommen aus aller Welt und arbeiten an der griechischen Küste als Lebensretter, sie versorgen die Migranten mit Wärmedecken, Essen, trockener Kleidung. Noch immer kommen täglich rund 3000 Menschen auf Inseln wie Lesbos und Chios an...

Ralf Klingsieck, Paris

Frankreichs Rechte in Regionalwahl gestärkt

Im zweiten Wahlgang am Sonntag konnte die Front National ihren Erfolg nicht wiederholen. Sie wird weiterhin keinen Regionalpräsidenten stellen. Profiteur ist die bürgerliche Rechte.

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Joel (36), Rettungsschwimmer aus Barcelona

»Ich komme ursprünglich aus Uruguay, bin Krankenpfleger und Rettungsschwimmer. Ich bin also wie gemacht für den Job hier. Als mich mein Boss fragte, ob ich bereit wäre, ehrenamtlich nach Lesbos zu gehen, habe ich sofort Ja gesagt. Ich bin jetzt seit zwei Tagen auf der Insel. Und auch wenn das Wetter momentan ruhig ist, gibt es immer wieder schwierige Situationen. Wir hatten diese Yacht mit 30...

Alexander (19), Rettungsschwimmer in Griechenland

»Ich bin professioneller Rettungsschwimmer geworden, um Menschen zu helfen. Jeden Tag wurde im Fernsehen von Ertrunkenen berichtet. Deshalb rette ich nun ehrenamtlich Menschen auf Lesbos. Ich frage mich, was passiert, wenn es in unserem Land einmal Krieg gibt. Ich kann nur hoffen, dass uns dann auch jemand hilft. Diese Leute sind Menschen wie wir. Der einzige Unterschied: Bei ihnen gibt es Kr...

Jasper (22), Schüler aus Flensburg

»Eigentlich müsste ich gerade mein Abitur machen. Aber nun bin ich hier, um zu helfen. Warum? Weil ich es für eine gut Sache halte - für alle Beteiligten. Mir geht es um Menschlichkeit, um Mitgefühl. Ich bin erst seit zwei Tagen hier, in dieser Zeit sind nicht viele Boote angekommen. Es ist krass zu sehen, wie die Leute ankommen - durchnässt, glücklich nach so einer langen Reise. Es berührt m...

Fabian Köhler, Mytilini

Das lange Warten auf Lesbos

Der Zuzug von Flüchtlingen über die griechischen Inseln in die EU nimmt kein Ende. Das Land ist mit der Versorgung völlig überfordert, Unterstützung aus Brüssel bleibt aus.

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Maria (29), Fitnesstrainerin in Griechenland

»Als ich die Bilder von Lesbos im Fernsehen sah, wollte ich unbedingt helfen. Und das kann ich am besten, indem ich Menschen vor dem Ertrinken rette. Ich bin Fitnesstrainerin und Rettungsschwimmerin. Vor zehn Tagen hat meine Rettungsschwimmer-Gruppe beschlossen, nach Lesbos zu gehen. Wir versuchen unser Bestes zu geben, niemanden ertrinken oder verschwinden zu lassen. Zurzeit haben wir zum Gl...

Sotiris (25), Student aus Hamburg

»Ich arbeite für die Vereinigung griechischer Rettungsschwimmer; aber hier sind wir alle ehrenamtlich tätig. Keiner von uns bekommt Geld für das, was wir hier tun. Unser Motto ist: Lass niemanden auf See sterben. Und wir tun unser Bestes, um dieses Versprechen zu halten. Wir stehen um sechs Uhr auf und patrouillieren an der Küste, bis die Sonne untergeht. Wir stimmen uns ab mit der Küstenwach...

Edgard (29), Anwalt aus Brasilien

»Eigentlich arbeite ich als Menschenrechtsanwalt in Brasilien. Ich sah die Bilder von den Flüchtlingen in Syrien, in der Türkei und auf Lesbos, habe alles hinter mir gelassen und bin einfach losgeflogen. Die Situation der Flüchtlinge in Europa ist schlimm, sehr schlimm. Aber man darf Europa auch nicht damit allein lassen. Für syrische Flüchtlinge ist es zum Beispiel ziemlich einfach, ein Visu...

Fabian Köhler, Mytilini

Am Ende weinen auch die Helfer

Ob aus Barcelona, Flensburg oder Sussex - Dutzende Freiwillige sind an den Stränden im Norden der griechischen Insel im Einsatz, um Flüchtlingen zu helfen.

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ndPlusAert van Riel

Merkels Trugbild

Der auf dem Parteitag geschlossene Kompromiss zur Asylpolitik dürfte rechtskonservative und liberale Unterstützer der CDU zufriedenstellen. Leidtragende werden hingegen viele Menschen sein, die aus ihren Heimatländern vor Verfolgung, Hunger und Krieg flüchten. Die rechten internen Kritiker von Angela Merkel sind mehrheitlich von ihrer Forderung nach Obergrenzen abgerückt. Aber dies haben sie nur g...

Grit Gernhardt

Wer nicht will, wird bezahlt?

Die Menschen, die aus kriegsgebeutelten Staaten nach Europa und Deutschland kommen, tun das in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Darunter verstehen sie aber nicht, das Sozialsystem auszunutzen, wie es fremdenfeindliche Bürger immer wieder behaupten. Im Gegenteil wünschen sich die meisten so schnell wie möglich so viel wie möglich Normalität - inklusive Wohnung, Kinderbetreuung und Arbeit. Der Z...

ndPlusKlaus J. Herrmann

Lukaschenko zwischen den Stühlen

Der Staatschef von Belarus reist von Minsk nach Moskau und der Westen winkt desinteressiert ab. Neben dem Namen Lukaschenko scheint ihm an dessen Tür allzeit nur der schmähende Zusatz »Letzter Diktator Europas« zu prangen. So sehen den Präsidenten viele Politiker und die Medien des Mainstreams seit Jahrzehnten kaum verändert geringschätzig. Über den abschreckenden und versimpelnden propagandistisc...

Roland Etzel

Der Retter

Ob Pravin Jamnadas Gordhan wieder so selbstbewusst seines Amtes waltet wie am 17. Februar 2010? Das Foto zeigt ihn beim Betreten des Parlamentsgebäudes in Kapstadt, wo er seine Rede zur Haushaltsdebatte hielt. Damals war er im ersten Jahr Finanzminister, und die südafrikanische Politik glaubte allen Grund zur Zuversicht zu haben, wenige Monate vor der Fußballweltmeisterschaft und so im Blickpunkt ...

ndPlusBernd Zeller

Ochse, Esel, Gauck

In unserem heutigen Bericht befassen wir uns mit der bekanntesten dezemberlichen Tradition, den Jahresrückblicken. Sie dienen hauptsächlich der Vergewisserung, dass das abgelaufene Jahr auch wirklich um ist. Des weiteren sollen sie mit der Platzierung Ende November bis Anfang Dezember die Menschen in eine freudige, hoffnungsvolle Stimmung versetzen, die vermittelt, dass man das Jahr schon fast ges...

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Sebastian Haak, Erfurt

Selbst Schwärzen will gelernt sein

Aus drei Ausschüssen ist der umstrittene AfD-Praktikant Torben Braga im Thüringer Landtag schon geflogen. Auch ein Kniff der AfD, der dem jüngsten dieser Vorfälle vorbeugen sollte, half nichts.

Kleiner Rüffel für Höcke

Der AfD-Landespolitiker Björn Höcke hat am Wochenende wieder einmal für Wirbel mit einer Rede gesorgt. Jetzt hat die Bundesspitze der Rechtspartei auf die Ausfälle reagiert.

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Flüchtlinge in Arbeit bringen

Kiel. Der Ökonom Dennis Snower schlägt vor, Flüchtlinge mit staatlichen Lohnsubventionen über Beschäftigungsgutscheine leichter in Arbeit zu bringen. »Damit sinken die Kosten für den Arbeitgeber«, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. »Der Unternehmer kann den Mindestlohn zahlen und hat dennoch niedrigere Kosten für eine begrenzte Zeit, in der sich der Flüchtling einarbeiten...

Dumm geflogen

Berlin. Die beiden deutschen »Tornado«-Kampfflugzeuge, die in der vergangenen Woche medial wirksam in den Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) geschickt worden sind, taugen für den beabsichtigten Aufklärungseinsatz über Syrien nicht. Lesern des sicherheitspolitischen Blogs »Augen geradeaus!« war durch die Kennung der Maschinen vom Luftwaffengeschwader 51 in Jagel aufgefallen, dass die beiden Jet...

Falsche Feindbilder

Einige Autonome feiern die »Randalemeister Leipzig«, insgesamt dominiert unter den Nazigegnern jedoch Unverständnis für die massiven Straßenschlachten am Wochenende.

Fabian Lambeck, Karlsruhe

CDU klatscht ihre Differenzen weg

Aufstand? Welcher Aufstand? Ein in letzter Minute geänderter Leitantrag und eine überzeugende Rede der Parteichefin sorgten dafür, dass der CDU-Bundesparteitag am Montag harmonischer ausfiel, als viele erwartet hatten.

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Abwehr ist keine Lösung

Jean-Yves Camus ist Politikwissenschaftler und forscht am 
Institut für Internationale Beziehungen und Strategien (IRIS). Der 57-Jährige ist zudem Direktor des Observatoriums der politischen Radikalitäten (ORAP) bei der der Parti Socialiste nahe 
stehenden Stiftung Jean Jaurès 
in Paris. Über die Schlussfolgerungen aus der Regionalwahl in Frankreich sprach mit ihm 
Ralf Klingsieck.

ndPlusBernard Schmid, Calais

Raues Klima in Calais

Im zweiten Wahlgang verfehlte die radikale Rechte auch an der französischen Nordküste die Mehrheit. Die rassistische Grundstimmung ist aber allgegenwärtig.

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Hannes Hofbauer, Wien

Dschihadisten aus Kindergärten?

Die Angst vor dem Islam nimmt immer skurrilere Formen an. Nun sollen schon die Kleinsten vor missliebigen Auslegungen des Korans geschützt werden. Im Visier der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) stehen islamische Kindergärten. Sie spricht von Kontrollen und Schließungen. Den Angriff lancierte der von ihr gestellte Außenminister Sebastian Kurz, der auch für Integrationsfragen zuständig ist. Der Au...

Irina Wolkowa, Moskau

Syrieneinsatz gibt Moskau politische Stärke

US-Außenminister John Kerry reist an diesem Dienstag zu einem Arbeitsbesuch in Moskau ein. Treffen will er dabei auch Präsident Wladimir Putin. Es ist, trotz der Eiszeit im bilateralen Verhältnis, der zweite in diesem Jahr.

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Fraport kauft griechische Flughäfen

Frankfurt am Main. Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport ist der Übernahme von 14 Regionalflughäfen im EU-Krisenstaat Griechenland einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Mit dem griechischen Privatisierungsfonds sei ein Konzessionsvertrag über 40 Jahre abgeschlossen worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Mit dem griechischen Partner Copelouzos Group will der MDAX-Konzern die Flughäf...

ndPlusAndreas Behn, Nairobi

Kein Fortschritt in der Doha-Runde

Eigentlich sollen Entwicklungsländer im Welthandel künftig besser zum Zug kommen. Doch die Industriestaaten setzen lieber auf regionale Freihandelsabkommen. Der Konferenz droht ein Scheitern.

Elmar Altvater

Ausstieg aus dem fossilen Energiemodell

Klimaziele zu beschließen ist eine Sache, doch wie sollen sie realisiert werden? Erste Signale, auch aus Deutschland von Seiten der SPD bezüglich TTIP, geben wenig Aussicht auf Hoffnung.

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Martin Ling über andere Ansätze

Müller beerdigt Niebels Konzept gegen Hunger

Dirk Niebels Rezept gegen Hunger wird ad acta gelegt: die German Food Partnership (GFP). Die 2012 vom damaligen FDP-Entwicklungsminister aus der Taufe gehobene Initiative sollte dem Hunger der Welt den Garaus machen. Das Rezept war freilich fragwürdig: Als Partner für die angestrebte Förderung von Kleinbauern hatte das Entwicklungsministerium (BMZ) ausgerechnet große deutsche Konzerne aus dem Agro...

ndPlusSohara Mehroze Shachi, Dhaka

Landflucht nach Dhaka

Angesichts der immer intensiveren Auswirkungen des Klimawandels - Überschwemmungen, Wirbelstürme und Dürren - suchen Tausende Menschen aus ländlichen Regionen Bangladeschs Zuflucht in Dhaka. Die Hauptstadt platzt langsam aber sicher aus allen Nähten. Auf einer Fläche von weniger als 325 Quadratkilometern leben dort bereits mehr als 14 Millionen Menschen. Kanalisation, Abfallentsorgung und Verkehrs...

Anne Gonschorek, Kapstadt

Afrikas Ärztelücke wird größer

Die medizinische Versorgung ist in einem großen Teil Afrikas schlecht. Bis 2035 dürften 4,3 Millionen Arbeitskräfte im Gesundheitswesen fehlen. Die Ausbildung ist schlecht, das Geld fehlt.

ndPlusMartin Rapp

Südafrikas Arme zahlen die Zeche

In der südafrikanischen Provinz Mpumalanga wird seit dem 19. Jahrhundert Kohle gefördert. Anwohner und Gewerkschafter kämpfen gegen Umweltverschmutzung und Zwangsräumungen.

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Erneut Gewalt am LAGeSo

Neuer Gewaltvorfall am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Moabit: Bei einer Auseinandersetzung soll ein Mann am Montagvormittag versucht haben, in den Sicherheitsbereich zu gelangen, obwohl er noch nicht an der Reihe war, so ein Polizeisprecher. Er bestätigte damit einen Bericht der »Berliner Zeitung«. Es sei daraufhin zu einem Handgemenge mit dem Sicherheitsdienst gekommen. Der Flü...

ndPlusNicolas Šustr

Chance als Risiko

»Smart aber sexy« rief Michael Müller (SPD) vergangenen Donnerstag als neuen Berliner Wahlspruch aus. Digitale Hauptstadt soll Berlin werden, besagt der Zehn-Punkte-Plan des Regierenden Bürgermeisters. Doche eine Sache fehlt.

Sebastian Bähr

Schlappe für Berliner NPD

Ein NPD-Aktivist verschickte als »Heimführungsbeauftragter« einen Drohbrief an die linke Bundestagsabgeordnete Azize Tank. Diese setzte sich zur Wehr und klagte.

Bernd Kammer

U-Bahn-Linie 5 könnte noch teurer werden

Die Verlängerung der U5 vom Alex zum Brandenburger Tor und darüber hinaus bis zum Hauptbahnhof könnte Berlin noch teurer zu stehen kommen. Falls der Lückenschluss nicht bis 2020 fertig wird, will der Bund sein Geld zurück.

ndPlusMartin Kröger

Über 10 000 junge Staatsdiener

Angesichts der wachsenden Stadt und der gestiegenen Aufgaben ist der Bedarf für Nachwuchskräfte im Öffentlichen Dienst groß. Die Linkspartei kritisiert das Fehlen eines Personalgesamtkonzepts.

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Junge Flüchtlinge im Berliner Dom

Junge Asylsuchende sollen in den Berliner Dom einziehen. Der Raum, den die Gemeinde freiwillig zur Verfügung stellt, biete Platz für 15 Jugendliche und eine Begleitperson, sagte eine Sprecherin der Domverwaltung am Montag. Er werde momentan hergerichtet und soll von Donnerstag an zur Verfügung stehen.Obwohl die Unterkunft nur eine Notlösung sei, könnten die jungen Flüchtlinge gut versorgt werden, ...

Träume vom Ryder Cup 2022 geplatzt

Potsdam. Enttäuscht haben Politik und Verbände in Brandenburg auf die Absage an Bad Saarow als Austragungsort für den Ryder Cup 2022 reagiert. Die 40. Auflage des 1927 begründeten Golf-Turniers war am Montag an Rom vergeben worden. Damit wird der Vergleich der besten Golfer aus Europa und den USA nicht, wie erwartet, im »A-rosa-Resort am Scharmützelsee« stattfinden. »Bad Saarow und die deutsche Ha...

Ufer des Kittlitzer Sees wird befestigt

Wichtigster Energieträger der DDR war die Braunkohle. Viele ehemalige Tagebaue wurden zu Seen umgestaltet - doch neben der Wasserqualität macht oft die Standfestigkeit der Ufer Sorge.

ndPlusAndreas Fritsche

Flüchtlingshelfer springen für den Staat ein

Das »Bündnis für Brandenburg« lud zur ersten Integrationskonferenz. Im Vorfeld beschwerten sich Willkommensinitiativen in einen offenen Brief über die Lebensbedingungen der Flüchtlinge.

ndPlusNicolas Šustr

Reallabor der Digitalisierung

»Arbeit 4.0«, dieser Begriff bezeichnet die digitale Umwälzung der Berufswelt. Der Senat will diesen Wandel gestalten und nicht einfach über sich ergehen lassen.

Andreas Fritsche

Auf dem Waldboden der Tatsachen

Gegen die Versauerung des Waldbodens hilft es, Nadeln, Zweige und Baumrinde bei der Holzernte im Forst zu lassen. Doch das senkt die Erlöse.

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Wo der Thüringer Whisky ruht

Nordhausen. In einem neuen Lager für Whiskydestillat der Nordbrand Nordhausen GmbH werden die Halterungen der Holzfässer kontrolliert. In den insgesamt 1000 Fässern mit jeweils 400 Litern werden in den kommenden drei Jahren rund 280 000 Liter Destillat gelagert. Die Fertigung der Halterungen und der Aufbau der Fässer wurde von der Nordthüringer Lebenshilfe übernommen. Das ist eine gemeinnützige Gm...

Hagen Jung

Sperrfeuer aus der CDU in Niedersachsen

Papst Franziskus verneigt sich in der Blauen Moschee zu Istanbul gen Mekka und predigt für den interreligiösen Dialog, Christen und Muslime sehen gemeinsame Glaubenswurzeln im biblischen Stammvater Abraham. Niedersachsens Landtags-CDU dagegen scheint mehr Nähe von Christen und Muslimen zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser. »Da machen wir nicht mit«, wetterte Björn Thümler, Fraktionschef der C...

Prämien für Fusionswillige

In den bundesweit größten Kreisen liegen die kleinsten Gemeinden - in keinem anderen Land ist die Diskrepanz in der Verwaltung so groß wie in Mecklenburg-Vorpommern. Die Regierung will das ändern.

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Hacks im Liebknecht-Haus

An diesem Mittwoch um 19.30 Uhr wird im Rosa-Luxemburg-Saal des Karl-Liebknecht-Hauses in Mitte Peter Hacks’ Lustspiel »Fafner, die Bisammaus« aufgeführt - »eine Gesellschaftskomödie von genialer Aktualität«, wie es in der Ankündigung heißt. In dem Stück, 1992 in Krefeld uraufgeführt, geht es um Erbstreitigkeiten und die Absurdität von Besitzansprüchen. In den Hauptrollen spielen Dominik Bender al...

Flüchtlinge finden keine Wohnung

München. Obdachlosenhilfen in bayerischen Großstädten bereiten sich auf die Versorgung von Tausenden wohnungslosen Flüchtlingen vor. »Durch beschleunigte Asylverfahren werden in absehbarer Zeit immer mehr anerkannte Flüchtlinge auf den Wohnungsmarkt strömen - viele werden dort nicht fündig werden«, sagte Sonja Wüst vom Katholischen Männerfürsorgeverein in München. Die Münchner Stadtratsfraktionen ...

Gottesdienst mit Skywalker

»Star Wars«-Filme locken seit Jahren viele Besucher ins Kino - nun soll der Kult um die Reihe auch ein Gotteshaus in der Hauptstadt füllen. In der Berliner Zionskirche findet an diesem Sonntag (10 Uhr) ein »Star Wars«-Gottesdienst mit Szenen aus der sechsten Episode und entsprechender Musik statt, wie der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte am Montag mitteilte. Die siebte und neueste Episo...

Roberto Diago in Berlin

Der kubanische Künstler Roberto Diago zeigt in Berlin seine bundesweit erste Einzelausstellung. Diago wurde 1971 in Havanna geboren und setzt sich unter anderem »kritisch mit der Situation der schwarzen Minderheit Kubas auseinander«, wie die Berliner Galerie Crone mitteilte. Die Schau »Tracing Ashes«, die vergangene Woche eröffnete, zeigt eine Auswahl seiner vielfältigen Arbeiten. Roberto Diago ge...

Voice of America

Seine Stimme sei angefüllt mit »schlechten Manieren, Sex und dem traurigen Wissen über den Lauf der Welt«, sagte Bruce Springsteen einst über Frank Sinatra. Der Begründer der großen Kunst des so eleganten wie ruppigen Big-Band-Entertainments und damit Wegbereiter aller folgenden Popstars war hin- und hergerissen - zwischen den Glitzerbühnen von Las Vegas einerseits und den Abgründen derer, die die...

Es war einmal ...

Halle. Immer weniger Jobcenter in Sachsen-Anhalt vermitteln die Dienste von Weihnachtsmännern. »Das lohnt sich inzwischen eigentlich nicht mehr«, sagte Kristian Simon Veil, Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Interessenten und Weihnachtsmänner fänden inzwischen überwiegend im Internet zueinander. Die diversen Onlinebörsen hätten die Vermittlungsdienste der Arbeitsagenturen wei...

Hajo Obuchoff

Begegnung ohne Risiko

Fans des 1. FC Union Berlin, des BFC Dynamo, von Energie Cottbus und dem SV Babelsberg 03 trafen hier aufeinander. Die Polizei war nicht zugegen. Statt handgreiflich Rivalitäten zu pflegen, ließ man sich bestens unterhalten.

ndPlusSebastian Stoll, Esslingen

Das Dorf der Obdachlosen

Im schwäbischen Esslingen gibt es ein Dorf, in dem leben nur Menschen von der Straße. Wo heute 26 Obdachlose untergebracht sind, gab es vor über 20 Jahren nur einen freien Platz nahe einer Autobahn.

Dieter Hanisch, Eutin

Malen bei offener Tür

Wenn Armin Mueller-Stahl in seinem Holsteiner Atelier steht, vergisst er oft die Zeit um sich herum. Nun sind in Eutin Bilder des Künstlers zu sehen, der am Donnerstag seinen 85. Geburtstag begeht.

ndPlusStefan Amzoll

Kleines Festival für einen Großen

Eine schwarze, surreale Struktur, ähnlich behuften Pferdebeinen, bildet das Plakat ab. Es kündigt an: Musik von György Kurtág im Marstall am Schlossplatz in Berlin. Das neue Schloss, dieser Sinnlosbau, ragt schon empor. Mehrere gut klingende Säle beherbergt der Marstall, nunmehr seit zehn Jahren Lehr- , Übungs- und Konzertstätte der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«. Einer heißt von alters her K...

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Genesis-Preis verliehen

Der Geiger Itzhak Perlman bekommt den Genesis-Preis 2016. Der »Superstar der klassischen Musik« sei nicht nur auf jeder Bühne zu Hause und habe mit jedem großen Orchester der Welt gespielt, er sei auch sehr engagiert in der Musikerziehung, hieß es am Montag von den Preisstiftern, darunter die israelische Regierung. Die Auszeichnung wird auch »jüdischer Nobelpreis« genannt und wird an Menschen verg...

Vorgestellte Gemeinschaft

Benedict Andersons 1983 auf Englisch und 1998 auf Deutsch erschienenes Buch »Imagined Communities« (»Die Erfindung der Nation«) ist eine der wichtigsten Studien zur Frage, wie Nationen entstehen. Für Anderson entwickeln sich Nationen aus einem Prozess des integrativen Vorstellens, der es den Menschen ermöglicht, sich in Solidarität mit ihm Unbekannten zu fühlen.Benedict Anderson wurde 1936 in Kunm...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Lehre vom Gewölbe

Von Hermann Melville stammt der Satz: »In dieser Welt der Lügen ist die Wahrheit gezwungen, wie eine verschreckte weiße Hündin durch die Wälder zu ziehen.« Bei Gorkis »Sommergästen« in der Berliner Schaubühne, vor geraumer Zeit inszeniert von Alvis Hermanis, ist die Wahrheit ebenfalls ein Hund, der ständig über die Bühne schnüffelt. Ein Golden Retriever, überhaupt nicht verschreckt, sondern souver...

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Orchester für Ostseeraum

Dirigent Kristjan Järvi gründet ein weiteres Orchester im Ostseeraum. Die Baltic Sea Philharmonic vereine Musiker aus den zehn Ländern des Ostseeraums, teilte der Förderverein mit. Unter der Leitung von MDR-Chefdirigent Järvi spielen bereits Nachwuchsmusiker aus der Region in der Baltic Sea Youth Philharmonic, einem Projekt, das im Herbst mit dem Europäischen Kulturpreis geehrt wurde. Dem zweiten ...

Historisches digitalisiert

Das Händel-Haus in Halle hat 144 historische Musikdokumente digital erfasst und ins Internet gestellt. Zu den Objekten aus der Sammlung gehört unter anderem der Erstdruck der Oper »Ottone« von Georg Friedrich Händel aus dem Jahr 1723, wie das Händel-Haus am Montag mitteilte. Zudem seien frühe Ausgaben der Oratorien »Joseph and his brethren (Joseph und seine Brüder)« und »Salomon«, beide mit Händel...

Aquarell kehrt zurück

Nach über 70 Jahren ist ein verschollen geglaubtes Aquarell des niederschlesischen Zeichners Christoph Nathe (1753-1806) zurück in Görlitz. Das bedeutende Werk wurde nach längerer Verhandlung mit Hilfe der Landesstelle für Museumswesen und des Freundeskreises für die Sammlung aus dem polnischen Kunsthandel angekauft, wie das Kulturhistorische Museum am Montag mitteilte. Das großformatige Blatt, da...

ndPlusGuido Speckmann

Wir haben nicht vor, etwas Konstruktives zu tun

Ein Nihilist ist jemand, der sich zu allem kritisch verhält. Begriff und Definition stammen aus „Väter und Söhne“ von Iwan Turgenjew. Am Deutschen Theater Berlin wird zurzeit eine Inszenierung des Romans gezeigt.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Wie Monsieur Harlin zum Schlossherren wurde

Frankreich ist das an Baudenkmälern reichste Land der Welt. Nach Zählungen des Kulturministeriums gibt es rund 10 000 Schlösser, von denen allerdings nicht alle alt und kulturhistorisch wertvoll sind, und 1200 Burgen, die aber zum größten Teil nur noch Ruinen sind. Nur 28 Schlösser gehören dem staatlichen Zentrum der Nationaldenkmäler CMN (Centre des monuments nationaux), das sich außerdem um mehr...

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Arabisches Programm für Flüchtlinge

Die Deutsche Welle (DW) baut ihr Programm für die arabische Welt zu einem Sender für Flüchtlinge um. Deshalb wird es ab sofort auch über Satellit in Deutschland verbreitet. Von diesem Dienstag an können Zuschauer in Westeuropa das arabischsprachige Fernsehprogramm der DW via Astra 1M empfangen. Das teilte der deutsche Auslandssender mit Sitz in Bonn und Berlin am Montag mit.Zielgruppe seien nunmeh...

ndPlusJan Freitag

»Ein Krampf«

Für Täter war es heilig, für Opfer die Hölle: 70 Jahre nach Hitlers Tod erlischt das Urheberrecht an »Mein Kampf«, was Anfang 2016 zu einer kommentierten Neuauflage führt - und für reichlich Zündstoff sorgt. Auf Arte geht der Filmautor Manfred Oldenburg der Frage nach, ob das Pamphlet auch heute noch gefährlich sein kann. Kann ein Buch aber überhaupt böse sein? Kann es gar Krieg führen gegen Feind...

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ndPlusBenedikt Paetzholdt

Einfacher spielen, häufiger treffen

Ein Jahr nach Dienstantritt von Uwe Krupp gehören die Eisbären Berlin wieder zur Ligaspitze. Der Sportliche Leiter Stefan Ustorf sieht dennoch großen Verbesserungsbedarf.

Erik Eggers, Frederikshavn

Noch mal von vorn

Die deutschen Handballerinnen sind bei der WM im Achtelfinale gescheitert. Eine gewinnbringende Spielidee konnte ihnen Bundestrainer Jakob Vestergaard nicht vermitteln. Ob er bleibt, ist ungewiss.

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Philippiner auf der Flucht vor »Melor«

Manila. Auf den Philippinen flüchteten 730 000 Menschen vor dem Taifun »Melor«. In der Provinz Albay verließen 600 000 Menschen aus Furcht vor Fluten und Erdrutschen ihre Wohnungen, so die Katastrophenschutzbehörden am Montag. In der Provinz Sorsogon wurden 130 000 Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Taifun hatte Montagmorgen mit Geschwindigkeiten von bis zu 185 km/h die Nordspitze der Insel Sama...

19 Grad - Wärmerekord in New York

New York. Frühlingsgefühle statt klirrender Kälte in New York und Washington: Mit fast sommerlichen 19 Grad Celsius ist in New York am Sonntag ein neuer Wärmerekord an einem Dezembertag erreicht worden. Der Spitzenwert wurde um die Mittagszeit an einer Station im Central Park gemessen, wie der US-Wetterdienst mitteilte. Der 13. Dezember war damit der wärmste Dezembertag in New York seit Beginn der...

Andrea Barthélémy, Washington

Sie haben eigene Persönlichkeiten

Viele Tiere mögen Musik - aber bisher mussten sie da mit Menschenmusik vorlieb nehmen. Ein US-Komponist will das ändern.