Seite 1

UNTEN LINKS

Man bekommt die historischen Bilder einfach nicht aus dem Kopf: Helmut Schmidt, im Amphetaminrausch den Kopf in den Nacken werfend, auf dem Wacken-Open-Air-Festival beim rasend schnellen Bearbeiten seines Basses; Günther Schabowski, wie er, nur mit einem strahlend weißen Bademantel bekleidet, mit seinem Hit »Ich war noch niemals in New York« die Massen begeisterte; Lemmy Kilmister bei seinem legen...

Massenhinrichtung in Saudi-Arabien

Berlin. Nach der Hinrichtung des regierungskritischen schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr in Saudi-Arabien hat sich die Bundesregierung besorgt gezeigt. »Die Hinrichtung verstärkt unsere bestehenden Sorgen über zunehmende Spannungen und sich vertiefende Gräben in der Region«, hieß es am Sonntag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Nimr war im Oktober 2014 zum Tode verurteilt und am S...

Militärflugplatz in Indien unter Feuer

Athankot. Bei einem mutmaßlich islamistischen Angriff auf einen indischen Luftwaffenstützpunkt nahe der Grenze zu Pakistan sind nach Armeeangaben sieben Soldaten getötet worden. Die in Armeeuniformen gekleideten Angreifer drangen in der Nacht zum Samstag auf den Militärflughafen im nordindischen Pathankot vor und lieferten sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften. Nach 14 Stunden gelang es, den A...

Oettinger: Polen unter EU-Aufsicht

Berlin. Das neue polnische Mediengesetz ruft die Europäische Union (EU) auf den Plan. »Es spricht viel dafür, dass wir jetzt den Rechtsstaatsmechanismus aktivieren und Warschau unter Aufsicht stellen«, sagte der für Medienpolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger. Nach dem von Oettinger ins Gespräch gebrachten Prozess würde die EU-Kommission zunächst im Dialog mit der polnischen Regierung ...

René Heilig

Legales Ballern

Hierzulande darf jedermann ballern. Man mag vielleicht nicht, sollte sich aber vorstellen, was passiert, wenn »besorgte Bürger« das, was sie für Recht halten, in die eigenen Hände nehmen - bewaffnet.

Auf der Suche nach Frieden

Berlin. 60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht - die Hälfte davon sind Kinder: ein trauriger Weltrekord. Die meisten Schutzsuchenden stammen aus Syrien. So passt es ins Bild, dass der erste Flüchtling, der im neuen Jahr in der Ägäis gestorben ist, ein syrisches Kind ist. Der zweijährige Junge aus Syrien, der am Samstag umkam, war von Helfern der privaten maltesischen Initiative...

Seite 2
Tom Strohschneider

Linkswende gegen den Rechtstrend

Teile von Europa rücken immer weiter nach rechts. Die Linke ist entweder zu schwach, dem etwas entgegenzusetzen, oder es fehlt an Mehrheitsoptionen gegen den Rechtstrend. Kann sich das ändern?

Seite 3

Ohne Job und Perspektive

Die interviewte Nizaqete Bislimi ist aus Kosovo geflohen. Das Balkanland gilt seit Kurzem auch offiziell als sicheres Herkunftsland gilt. Weshalb Flüchtlinge dorthin abgeschoben und damit in die Perspektivlosigkeit gedrängt werden. Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannten. Der Jubel ist lange verh...

Typisch deutsch: Alles in Kategorien stecken

Frau Bislimi, wie sehr identifizieren Sie sich mit Deutschland? Ich habe in Deutschland deutsches Recht studiert und bin deutsche Staatsbürgerin. Deutschland ist meine Wahlheimat. Deshalb identifiziere ich mich vollständig mit diesem Land. Sie sind mit 14 Jahren, während des Bosnienkrieges, aus Kosovo nach Deutschland geflohen. Warum war damals Deutschland Ihr Ziel? Die Entscheidung lag dam...

Seite 4
Tobias Riegel

Vorwärtsverteidigung

Auch wenn die vier Chefredakteure des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Polen mit ihrem Rücktritt »nur« ihrem Rausschmiss zuvorgekommen sind: Dieser Akt der Verweigerung ist ein starkes Zeichen aus Warschau.

ndPlusRoland Etzel

Die Schwäche des Schwertes

Mit dem IS in Irak und Syrien, heißt es, droht der Region ein Rückfall ins Mittelalter. Das ist unbestritten. Aber: Im flächenmäßig größten Staat der Region, Saudi-Arabien, hat das Mittelalter nie aufgehört

ndPlusWolfgang Hübner

Oppermanns Jammertal

Dass sich ein führender Sozialdemokrat über eine vermeintlich zu linke CDU beschwert, ist selten. Ein SPD-Mann wirft der CDU-Chefin Sozialdemokratisierung vor. Es gäbe aber wichtiges als solche "Schuldzuweisungen".

Andreas Fritsche

Grüne Schwarze

Die für den Verbraucherschutz zuständige Berliner Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw (CDU) ist am Sonntag beim Sternmarsch der vom Braunkohletagebau Jänschwalde-Nord bedrohten Dörfer Kerkwitz, Atterwasch und Grabko mitgelaufen. Wenn die Grüne Liga die Staatssekretärin nicht vorher werbewirksam angesagt hätte, dann wäre sie dort wohl niemandem aufgefallen, lautet ein hämischer Kommentar. Das ist...

Jörg Goldberg

BRICS-Staaten wollen bi statt multi

Der wirtschaftliche Aufstieg des Südens, für den auch das Kürzel »BRICS« steht, hat bislang aber die globalen Regeln und Organisationen, die den Weltmarkt steuern, kaum verändert.

Seite 5
René Heilig

Die Fußfesseln der Politik

Silvester in München: Terroralarm! Doch trotz angeblich ernsthafter Hinweise passierte nichts. Zum Glück. Nun fragt man sich: Gibt es die Terroristen überhaupt und wie wehrt man denen?

Seite 6
Rudolf Stumberger

Superbrokkoli als Streitfall

Wenn etwas in München patentiert wird, so hat der Inhaber dieses »Gewerbescheines« das Recht, anderen die Nutzung seiner Erfindung zu gestatten oder zu untersagen. Eigentlich ganz einfach. Eigentlich.

Seite 7

Belastungsprobe für Indien-Pakistan-Dialog

Bei einem mutmaßlich islamistischen Angriff auf einen indischen Luftwaffenstützpunkt nahe der Grenze zu Pakistan sind nach Armeeangaben sieben Soldaten getötet worden.

Seite 8

Tsipras unter Druck

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wehrt sich gegen unvernünftige Ansinnen der Kreditgeber in der Rentenfrage.

ndPlusNicole Deshayes, Lyon

Kein terroristischer Hintergrund

In Südfrankreich hat ein 29-Jähriger das Feuer auf einen Moschee eröffnet. Ins dschihadistische Muster passt er allerdings nicht.

ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Rückschritte in Europas Kulturhauptstadt

San Sebastián, auf baskisch »Donostia«, ist das alte Seebad der spanischen Könige. 2016 teilt es sich mit dem polnischen Wroclaw den Titel »Europäische Kulturhauptstadt«.

Seite 9

Neue Debatte über Maut für Fernbusse

Berlin. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat eine alte Diskussion befeuert und eine Maut für Fernbusse gefordert. »Ich fordere nur Fairness bei den Kosten der Verkehrsträger«, schrieb der LINKEN-Politiker im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Busmaut solle zur Förderung des Nahverkehrs genutzt werden - alternativ müssten die Trassenentgelte auf Schienen gestrichen werden, die von Bahnrei...

Hermannus Pfeiffer

Die lahmende Bankenwende

Die EU-Bankenunion soll für mehr Stabilität auf den Finanzmärkten sorgen. Die zweite Säule startete zu Jahresbeginn. Damit ist die sogenannte Haftungskaskade vollständig. Ein Grund zum Feiern ist das nicht.

Seite 10
ndPlusKarsten Krampitz

Die Ersten und die Letzten

Vierzig Olympiasiege für die DDR-»Diplomaten im Trainingsanzug«: Die Spiele von Montreal waren ein sportlicher Erfolg, der auch eine hochpolitische Seite hatte.

Seite 11

Wieder Angriff auf HDP-Büro

In der Silvesternacht war das Kreuzberger Büro der türkisch-kurdischen Linkspartei HDP erneut Ziel von Sachbeschädigung. Die Täter schlugen die Glasscheibe der Eingangstür ein, um hinein zu gelangen.

ndPlusNicolas Šustr

Gibt es andere Polizisten?

Nach Männern mit Migrationshintergrund bewerben sich nun also auch mehr Frauen bei der Polizei - und werden auch genommen. Die Behörde möchte sich also die gesellschaftliche Realität ins Haus holen, um die Bürger, die sie auftragsgemäß ja beschützen soll, besser zu verstehen. Polizei soll nicht mehr (nur) weiß und machohaft sein, sondern auch ein ernsthafter Ansprechpartner für Frauen, Lesben, Aus...

ndPlusAndreas Rabenstein

Die Polizei wird bunter

Erst nahm die Polizei mehr Frauen auf, dann auch mehr Bewerber aus Einwandererfamilien. Inzwischen bewerben sich auch junge Frauen mit türkischen oder polnischen Wurzeln.

»Die Hoffnung auf Frieden ist weg«

Die HDP (Demokratische Partei der Völker) ist eine Linkspartei und hat in Berlin rund 500 Mitglieder. Erol kritisiert das Vorgehen der türkischen Regierung und befürchtet eine Ausweitung des Konfliktes nach Berlin.

Seite 12

Doppeldecker vollständig ausgebrannt

Nur noch ein Gerippe blieb von einem Doppeldecker der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) übrig , nachdem er in der Nacht zum Samstag komplett ausgebrannt war. Der Fahrer und die beiden Fahrgäste konnten sich in Waidmannslust rechtzeitig unverletzt aus dem Bus der Linie N 20 ins Freie retten.Die Flammen loderten meterhoch, die Reifen platzten mit lautem Knallen. Die Feuerwehr konnte nach eigenen Angab...

Glücksspiel in Berlin

 In Berlin gibt es derzeit rund 600 Spielhallen, viele Betreiber müssen jedoch mit dem Aus rechnen. Noch gilt ein Bestandsschutz, aber dieses Jahr werden alle Berliner Spielhallen ihre Konzession verlieren - wer danach eine neue Konzession erhalten wird, steht noch nicht fest.  Das 2011 novellierte Glücksspielgesetz sieht strenge Auflagen vor. So dürfen nur noch acht statt früher zwölf Spielgerä...

Schülerfirmen im Unterricht

Potsdam. Die Arbeit von Schülerfirmen in Brandenburg soll künftig leichter im Unterricht integrierbar sein. Derzeit werde Unterrichtsmaterial für Lehrer erarbeitet, im Sommer soll es eine Testphase an Schulen geben, teilte die landesweite Schülerfirmen-Servicestelle mit. In Schülerfirmen lernen Kinder und Jugendliche Wirtschaftskreisläufe kennen und sie erproben unternehmerisches Handeln. Die Firm...

Andreas Fritsche

Kaffee ohne Kohle kalt

Berliner CDU-Politikerin marschiert gegen die Braunkohle. Brandenburgs SPD-Wirtschaftsminister hält verbal dagegen.

Celestine Hassenfratz

Wir alle sind Spieler

Reichtümer werden gewonnen und genauso schnell auch wieder verloren. Glück ist unberechenbar. Eine Nacht in einem Berliner Kasino.

ndPlusTomas Morgenstern

Ein Hauch von Cottbus 21

Viele Treppen, lange Wege, halsbrecherische Bahnsteigkanten - der Bahnhof von Cottbus ist in die Jahre gekommen. Bis 2020 wird er barrierefrei, kundenfreundlich und wohl auch hübscher.

Seite 13

Wie Du mir, so ich Dir!

Hamburg. Wohl jeder Szenestadtteil in Deutschland ist mit demselben Problem konfrontiert: Betrunkene Kneipengänger, die auf dem Weg zur nächsten Bar oder nach Hause ungeniert Wasser lassen. Dabei nehmen die Beschwipsten selten Rücksicht und erleichtern sich in Einfahrten und an Häuserwänden. Ein Speziallack, der bereits in Hamburg St. Pauli zum Einsatz kommt, sorgt nun dafür, dass der Urin nicht d...

ndPlusJasper Rothfels

Drohnen für das SEK in Mainz?

Kameras an Minihelikoptern über Gefahrenlagen: Drohnen können für die Polizei sehr nützlich sein. Allerdings gibt es auch Abstürze. Die saarländische Polizei setzt schon Drohnen ein. Bekommen auch Beamte in Rheinland-Pfalz demnächst eigene Minifluggeräte? Die Mainzer Landesregierung prüft, ob seine Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei Drohnen bekommen sollen. Denkbar sei ein Einsatz der unbemann...

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Nachhaltige Uniformen

Beim Einkaufen auf Öko-Siegel zu achten, ist inzwischen »in«. Auch die Landesverwaltung in Thüringen will das tun und so den Mittelstand im Land stärken. Und steht vorm gleichen Problem wie private Käufer.

Seite 14

Live-Show für »Lacky«

Am 19. Januar wäre der »Traumzauberbaum«-Komponist Reinhard Lakomy 70 Jahre alt geworden. Drei Jahre nach seinem Krebs-Tod wollen Weggefährten mit einer Geburtstagsgala an »Lacky« und sein Werk erinnern. Auf der Bühne stehen etwa die Schauspieler Carmen-Maja Antoni und Pierre Sanoussi-Bliss, die Sängerinnen Uschi Brüning, Angelika Mann und Dominique Lacasa, Musiker Dirk Zöllner, das Reinhard-Lakom...

Besessener Autodidakt

Als Großkaufmann in St. Petersburg zeigt diese Aufnahme von 1861 den Archäologen Heinrich Schliemann. Das Foto ist Teil der Ausstellung »Tod in Neapel - Heinrich Schliemann zum 125. Todestag«, die an diesem Montag in der Dienerkammer und im Roten Saal des Neuen Museums eröffnet und bis 30. Juni zu sehen sein wird. Heinrich Schliemann - Kaufmann, Multimillionär, Weltreisender und Ausgräber - ist bi...

Im Osten fehlen Biotonnen

Berlin. Ein Jahr nach ihrer Einführung hat sich die Trennpflicht für Biomüll in Deutschland nicht flächendeckend durchgesetzt. Mehrere Landkreise hätten noch immer keine Mülltonnen für Küchen- und Gartenabfälle eingeführt, kritisierte der Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE). Wo es sie gebe, würden zu viele Ausnahmen genehmigt. »Das Gesetz wird von Ländern und Kommunen mit erstaunlicher H...

Alexander Isele

Silvester in Berlin

Zugegeben, es war mein erstes Silvester in Berlin. Zugegeben auch, ich mag Silvester nicht. Und nochmals zugegeben, die Jahreswechselparty stand von Anfang an unter keinen guten Vorzeichen. Da war der schwelende Streit meines Freundes mit seiner Freundin; die Streitereien zwischen ihr und ihrer besten Freundin - und das Verhältnis der drei zueinander, das ich nie ganz verstanden habe.Sie war eifer...

Hagen Jung, Hannover

Smartphone führt durch NS-Zeit

Mit Tablet, Smartphone oder am PC lässt sich seit kurzem in Hannover ein »digitaler Stadtrundgang« unternehmen. Er führt zu Orten von Verfolgung und Widerstand in der Zeit des NS-Regimes.

ndPlusVolkmar Draeger

Radierung und Revolution

Es war ein wildbewegtes Doppeljahrzehnt, politisch und deshalb auch künstlerisch, die Zeit zwischen 1898 und 1919 - just die Spanne, der die neue Ausstellung im Bröhan-Museum sich widmet. Auf zwei Etagen sind von rund 120 Künstlern gut 250 Werke zu sehen, chronologisch und auch in sich thematisch gegliedert. Wie im Widerstand gegen das Kaiserreich die Spannungen in der polarisierten Gesellschaft z...

Ralf Hübner,Stollberg

Das Comeback der Schallplatte

Lange galt die Schallplatte als Auslaufmodell. Doch ausgerechnet in einer Zeit, in der immer mehr digitalisiert wird, findet die analoge Platte aus Vinyl neue Freunde.

Seite 15
Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Haben Sie schon gelesen«, fragte ein Bekannter Herrn Mosekund und streckte ihm eine Zeitung entgegen, »dieses Jahr soll noch schlimmer werden als das letzte.« - »So?«, sagte Herr Mosekund. »Ja«, rief der Bekannte, »die Wirtschaft stagniert, die Klimakatastrophe schreitet voran und die Krankenkassen wollen wieder mehr Geld.« - »Das ist mir egal«, erklärte Herr Mosekund. »Aber das ist doch alles fu...

»Fear« bleibt unverändert

Nach einem Gerichtsstreit will die Berliner Schaubühne ihr Stück »Fear« in unveränderter Form zeigen. »Meine Inszenierung thematisiert ein sich zunehmend verschärfendes Klima der Angst und der Gewalt in Deutschland«, sagte Regisseur Falk Richter der Deutschen Presse-Agentur. Die Anti-AfD- und Anti-Rechtspopulismus-Collage »Fear« steht ab 8. Januar wieder auf dem Spielplan der Schaubühne.Eine Demo-...

Bespielung bis zum Irrsinn

Die Kunstrichtung Dada wird 100 Jahre nach ihrer Entstehung in ihrer Geburtsstadt Zürich umfangreich gefeiert. Die Künstlerkneipe Cabaret Voltaire in der Zürcher Spiegelgasse 1 war die Wiege dessen, was die Väter und Mütter der Bewegung unter dem ebenso einprägsamen wie rätselhaften Begriff Dada zusammenfassten. Dort wurde Dada am 5. Februar 1916 von Hugo Ball, Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Ar...

Werner Wolf

Diener am Kunstwerk

Die seit 1945 alljährlich zum Jahresende im Leipziger Gewandhaus erklingende neunte Sinfonie Ludwig van Beethovens ergreift aufgeschlossene Musikhörer stets von Neuem. Doch diesmal berührten der Tod des langjährigen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur und die warmherzigen Gedenkworte des Gerwandhaus-Ehrendirigenten Herbert Blomstedt die Konzertbesucher, bevor der erste Ton erklang.Schillers und Be...

ndPlusGunnar Decker

An den Ufern der Nacht

Um genau 19.55 Uhr macht Jürgen Karney eine Ansage. Dies sei das letzte Solo-Konzert der Puhdys, das das MDR-Fernsehen aufzeichne und am 13. Februar sende. Um Punkt 20 Uhr (fast auf die Sekunde genau) beginnen die Puhdys mit dem Ende ihrer fast ein halbes Jahrhundert andauernden Bandgeschichte. Welche Rockband der Welt täte das und auch noch am Neujahrstag, wo man sich üblicherweise von der Silves...

Seite 16

Chansons aus dem Leben

Der französische Sänger Michel Delpech ist tot. Der 69-Jährige starb am Samstag an den Folgen einer Krebserkrankung, teilte am Samstag die Ehefrau des Sängers einer französischen Nachrichtenagentur mit. Ihr Mann habe drei Jahre lang gegen den Kehlkopfkrebs gekämpft, sagte Geneviève Delpech. Der Sänger starb im Krankenhaus Puteaux bei Paris, kurz vor seinem 70. Geburtstag.Es gibt kaum Franzosen, di...

ndPlusHans Dieter Schütt

Nicht bloß grüßen ...

Seine Nase ragte noch hervor aus Hintergründen. Die sein Stellplatz auf der Bühne, vor der Kamera waren - nein, sein Spielplatz. Peter Dommisch bleibt in Erinnerung als ein Meister der kleinen Rolle. Berliner Pfiff und eben jene nasenspitze, nase(un)weise Frechnatur. Ja, nicht unbedingt zählt die Kraft der häufigen Präsenz - es gibt eine Faszination des Momentanen. Ein einziger Auftritt, und das A...

Hans-Dieter Schütt

Der Riss in der Latzhose

Die Dinge des Lebens. Sind sie groß, werden sie mit den Jahren kleiner? Sprengen sie das Erinnerungsvermögen, passen sie in eine Schublade? Der Literaturkritiker Ulrich Greiner hat »Das Leben und die Dinge«, genauer: sein Leben und Dinge dieses Lebens, zu einem »alphabetischen Roman« gefügt. Entstanden ist eine Feuilleton-Fundgrube von Agfa bis Zimmer, von Boot bis Tonbandgerät, von Computer bis S...

ndPlusKlaus Hammer

Suche nach dem Urzustand

Das Spreewaldmuseum Lübbenau hat etwa 50 Werke der Spreewaldmalerei von 20 sowohl bekannten als auch weitgehend unbekannten Künstlern von 1830 bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zusammengetragen.

Seite 17

Wilsberg macht Quote

Der ZDF-Krimi »Wilsberg: Tod im Supermarkt« hat am Samstagabend die meisten Menschen vor das TV gelockt. Mit 7,58 Millionen (21,9 Prozent) schlug Leonard Lansink deutlich die Konkurrenz. Die Kai-Pflaume-Show »Klein gegen Groß - Das unglaubliche Duell« der ARD kam auf 6,39 Millionen Zuschauer (19,2 Prozent). »Deutschland sucht den Superstar« (RTL ) erreichte 4,96 Millionen Zuschauer (14,4 Prozent)....

Wenige Shows für TV-Ballett

Die Zukunft des Deutschen Fernsehballetts ist 2016 gesichert. »Es gibt Tourneen mit David Garrett, Beatrice Egli und Carmen Nebel sowie Auftritte im ZDF«, sagte Manager Peter Wolf. »Das große Fragezeichen ist immer noch 2017.« Mehr Engagement wünscht sich Wolf vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), der das Ballett nach dem Ende der DDR weitergeführt hatte. Gerade mal zwei Aufträge für das kommende Ja...

Tradition und Vaterland

Nach dem neuen Mediengesetz kann die polnische Regierung künftig unmittelbar über die Besetzung von Leitungspositionen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entscheiden. Polens Außenminister Waszczykowsi verteidigte in der »Bild«-Zeitung das umstrittene Vorhaben: In den öffentlich-rechtlichen Medien des Landes sei unter der Vorgängerregierung ein bestimmtes linkes Politik-Konzept verfolgt worden: »Al...

Jan Freitag

Der Bruder des NS-Verbrechers

Man kann übers Fernsehjahr eine Menge sagen und gewiss nicht nur Gutes. Besonders eigenproduzierte Serien waren ja mehrheitlich gewohnt miserabel und waren sie es ausnahmsweise mal nicht, waren sie zumindest sagenhaft erfolglos wie das schwer gehypte »Deutschland 83«. Waren sie hingegen weder mies noch erfolglos, hießen sie stets »Weissensee«. Ein wenig besser verhielt es sich mit Spielfilmen, die...

Seite 18

Wege nach Rio

Nur die Sieger der europäischen Kontinentalturniere sind sicher bei Olympia in Rio de Janeiro 2016 dabei. Die deutschen Männer sind in Berlin gefordert, die Frauen in Ankara. Die Zweit- und Drittplatzierten der kontinentalen Olympiaqualifikationswettbewerbe erhalten noch eine letzte Chance. Vom 14. Mai bis 5. Juni werden bei Turnieren des Weltverbands FIVB mit je acht Mannschaften in Japan weitere...

Alte Niederlagen als neuer Vorteil

Die deutschen Volleyballerinnen wollen nach Rio. Letztmals spielten sie 2004 in Athen bei Olympia. Beim Qualifikationsturnier in Ankara ruhen die Hoffnungen auch auf einer Rückkehrerin.Von Martin Moravec, AnkaraAusgerechnet Ankara! An der Stätte einer ihrer größten Enttäuschungen wollen sich die deutschen Volleyballerinnen den Traum von Rio erfüllen. Rund dreieinhalb Jahre nach dem schmerzhaften A...

ndPlusLars Becker, Innsbruck

Sturz, Podest und Hoffen auf ein Wunder

Severin Freund überstand in Innsbruck einen Sturz, doch Peter Prevc fliegt ihm wieder davon. Alles sieht nach einem Sieg des Slowenen aus. Der Slowene geht mit einem stolzen Vorsprung in das Finalspringen am Mittwoch.

Seite 19
Gerald Fritsche, Lenzerheide

Sundby und die Touristen

Die Tour de Ski der Langläufer hatte schon immer Überraschungen parat. Doch mit dieser hat wohl keiner gerechnet: Bereits nach drei Etappen scheint der erste Gesamtsieger festzustehen.

ndPlusAndreas Asen, Buenos Aires

Von der Party in die Hölle

Beim Prolog der 38. Rallye Dakar ist es zu einem folgenschweren Zwischenfall gekommen. Zwei Zuschauer wurden schwer verletzt. Schon zum Start der Rallye dreht sich alles um die Sicherheitsfrage.

Seite 20

Rekordgewinne in Deutschland

58,7 Millionen Euro räumt im Dezember 2014 ein Handwerker aus Hessen beim Eurojackpot ab - der größte Lottogewinn, der jemals in Deutschland ausgeschüttet wurde. 46,1 Millionen Euro: Den bis dahin dicksten Gewinn in Deutschland streicht im April 2013 ein Spieler aus Hessen beim Eurojackpot ein. 45,4 Millionen Euro teilen sich im Dezember 2007 drei Tipper (Lotto 6 aus 49) aus Niedersachse...

Fast 50 Millionen Euro

Es ist eine fast unwirkliche Summe: 49,7 Millionen Euro. Ein Spieler, der bei Rheinland Lotto seinen Tipp abgab, kann sich nun über sie freuen. Er muss sich nur noch melden.

ndPlusChris Melzer, Forks

Der Sachensucher

John Anderson hat sein eigenes Museum. Für die Exponate hat er keinen Cent bezahlt. Seine Ausstellungsstücke hat er jahrzehntelang zusammengetragen - am Strand.