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Unten links

Plätze, Straßen, Menschen - es gibt sie still und laut. Lautes Wasser aber gibt es zum stillen nicht zu kaufen. Wohl, damit niemand den Hersteller verklagt. »Die Niagarafälle sind laut, aber Ihr teures Gesöff hört man kaum!« Mit Kohlensäure versetztes Wasser perlt, es lärmt nicht. Echtes Geräusch macht - stilles Wasser. Wasser, das vom Himmel fällt oder sich den Weg ins Tal bahnt, nur dieses errei...

AfD fast so stark wie die SPD

Berlin. Die Rechtsaußen-Partei AfD kommt in Sachsen-Anhalt knapp einen Monat vor der Landtagswahl auf 17 Prozent - sie liegt damit nur noch einen Punkt hinter der SPD. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen werde die AfD »mit 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, gefolgt von CDU mit 27 und SPD mit 19 Prozent«, so der MDR. Die Linkspartei erreicht in der Umfrage für den MDR nur noch 20 Prozen...

Bund zahlt seine Rechnung nicht

Frankfurt am Main. Das Bundesfinanzministeriums hat angekündigt, den Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung von derzeit 14 Milliarden auf 14,5 Milliarden im nächsten Jahr anzuheben. Eine Sprecherin reagierte mit der Mitteilung auf einen Bericht der »Frankfurter Rundschau«, wonach der Bund für Flüchtlinge und Hartz-IV-Bezieher zu wenig zahle. 2016 entstünde bei den gesetzlichen Krank...

Silvia Ottow

Nachdenken statt hetzen

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man lachen. Drohende Finanzdefizite in der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Flüchtlingszahlen zu schieben, ist nun wirklich eine groteske Verzerrung der Wirklichkeit.

Unsichere letzte Zuflucht

Berlin. Die bundesweit 350 Frauenhäuser sind für die Opfer von häuslicher Gewalt oft die letzte Zuflucht. Doch in Zeiten knapper Kassen kämpfen viele der Einrichtungen ums Überleben. Die Situation ist so angespannt, dass die deutschen Frauenhäuser an diesem Freitag eine »16 Tage - 16 Bundesländer-Tour« starten, um auf die unhaltbare Situation hinzuweisen. Unter dem Motto »Gewalt gegen Frauen beend...

ndPlusKatja Herzberg

Merkel sucht die Flucht nach vorn

Vor dem EU-Gipfel in Brüssel versuchte sich Bundeskanzlerin Merkel in Zweckoptimismus. Vor allem in der Flüchtlingsfrage wird sie sich nicht durchsetzen können.

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Rosinenpicken in Brüssel

Erneut fordert Großbritannien die EU-Partner mit Sonderwünschen heraus. Ob Währung, Passkontrollen oder EU-Etat - die Regierungen in London haben über die Jahre eine ganze Reihe Rosinen für das Vereinigte Königreich herausgepickt. Bei diesem EU-Gipfel geht das Schachern in vier Punkten weiter. Es könnte sich durch die ganze Nacht zu Freitag hinziehen. Der konservative Premier David Cameron wi...

Kay Wagner, Brüssel

Von Union keine Spur

Beim ersten Treffen im Jahr 2016 haben die EU-Staats- und Regierungschefs gleich wieder schwere Brocken vor sich: Sie müssen die Uneinigkeit zum »Brexit« und in der Flüchtlingsfrage überwinden.

Asylsuchenden früher helfen

Andreas Schloenhardt ist Professorial Research Fellow am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien und Professor für Strafrecht an der University of Queensland in Brisbane, Australien. Er forscht und lehrt insbesondere zu Menschenhandel und Flüchtlingsrecht. Zur europäischen Krise im Umgang mit dem Flüchtlingszustrom befragte ihn Katja Herzberg.

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ndPlusJirka Grahl

7000 Tote bis zur WM 2022 in Katar

Am Persischen Golf liegt das ölreiche Emirat Katar, in dem 2022 die Fußball-WM stattfinden soll. In einer umstrittenen Abstimmung hatte der von Korruptionsskandalen erschütterte Weltverband FIFA die Titelkämpfe 2010 an den Wüstenstaat vergeben. Wegen der Hitze wird die WM erstmals im Winter gespielt werden, das Finale ist für den 18. Dezember 2022 geplant. Ein Großteil der zwölf WM-Stadien (s...

Selbst Monarchien brauchen einen gewissen Konsens

Zahra Babar ist als stellvertretende Forschungsdirektorin am Center for International and Regional Studies der Georgetown University in Katar tätig. Die gebürtige Pakistanerin mit australischem Pass arbeitet zu den Themen Migration und Arbeitsverhältnisse in den Golfstaaten. Mit der Soziologin sprach Tom Mustroph über das Kafala-System in Katar und Möglichkeiten, die Menschenrechtssituation dort zu verbessern.

ndPlusTom Mustroph, Doha

Gullivers Leiden

Für seinen Job als Baggerführer auf einer WM-Baustelle in Katar hat der Philippino Gulliver Vermittlungsgebühren gezahlt. Seine Lage und die seiner Kollegen bleibt schwierig.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Trucks auf dem Rückzug

Als im ukrainisch-russischen Transitkrieg nichts mehr ging und sich die Kontrahenten völlig festgefahren hatten, durften alle Trucks am Mittwoch den Rückzug antreten. In der Ukraine lagen seit Tagen Hunderte Lkw russischer Speditionen fest. Ihnen blockierten Krimtataren und der »Rechte Sektor« im Zeichen des Konfliktes in der Ostukraine die Transitstraßen. Ein Streit zwischen Moskau und Warschau u...

Velten Schäfer

Beängstigende Sterbeserie

Was würde man folgern, wenn etwa in Russland rund um eine düstere politische Mordserie mögliche Zeugen oder Mitwissende reihenweise zu Tode kämen? Im deutschen NSU-Fall beschränkt man sich aufs Mitzählen. Nun sind wir bei fünf: Der Verlobte jener Zeugin des Stuttgarter NSU-Ausschusses, die 2015 an einer angeblich durch eine Prellung ausgelösten Lungenembolie starb, ist tot. Man geht von Selbstmord...

Ingolf Bossenz

Die Vernunft der Muslime

»Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.« Natürlich kann man Heinrich Heines Ratschlag auch folgen, indem man einer beliebigen anderen Religion huldigt. Beispielsweise dem Islam, der hierzulande schwer im Kommen ist, per Prikas zu Deutschland gehört und von dem si...

ndPlusKerstin Ewald

Nicht am Tisch

Als im Sommer 2015 die Bundesregierung den Genozid an den Herero und Nama endlich anerkannte, verbuchte dies der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike auch als eigenen Erfolg und den seiner Mitstreiter: »Wir begrüßen die überfällige Anerkennung des Genozids und werten sie als großen Erfolg unseres jahrelangen Kampfes.« Gleichzeitig vermisste der Berliner immer noch eine förmliche Entschuldigung gegenü...

Leila Dregger

Die Chance von Lesbos ergreifen

Man hat uns freiwillige Helfer das wiedererwachte Herz der Menschheit genannt. Viele von uns arbeiten täglich bis zur Erschöpfung. Doch wir wissen: Das beendet die Not nicht. Vielleicht müssen wir aus der ganzen Menschheit austreten.

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Fabian Lambeck

Die Misshandelten müssen zahlen

Frauenhäuser in Deutschland sind für viele Opfer häuslicher Gewalt die letzte Zuflucht. Da es an gesetzlichen Regelungen mangelt, müssen viele Betroffene die Kosten selbst übernehmen.

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Legida lässt Journalisten verstummen

Berlin. Die Leipziger Internet Zeitung LIZ stellt nach rechten Angriffen ihre Live-Berichterstattung von den rechten Legida-Aufmärschen in der Messestadt ein. Man werde »zunehmend im Stich gelassen, unsere Kollegen vor Ort werden unausgesetzt bedroht und attackiert«, teilte sie mit. Damit würden die Demokratiefeinde erreichen, was »schon immer das oberste Ziel war: die Einschüchterung der freien P...

Robert D. Meyer

Der Traum vom erschossenen Flüchtling

Pegida-Mitglied Tatjana Festerling hat der britischen »Daily Mail« ein Interview gegeben. Darin verharmlost sie nicht nur die Rolle rechter Hooligans, sondern will auch auf Flüchtlinge schießen lassen.

ndPlusStefan Otto

Plädoyer gegen Stacheldraht

Deutsche Hilfsorganisationen kümmern sich in vielen Krisenregionen um Vertriebene. Sie bemängeln, dass Fluchtursachen häufig in den Hintergrund und politische Lösungen außer Acht geraten.

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Ausnahmerecht in Frankreich verlängert

Paris. Mit einer Verlängerung des Ausnahmezustandes hat die französische Nationalversammlung der Regierung weiter umfassende Sonderrechte im Kampf gegen den Terrorismus eingeräumt. Das Parlament beschloss in Paris, die umstrittenen Regelungen weitere drei Monate in Kraft zu lassen. Die Parlamentarier votierten mit 212 gegen 31 Stimmen für die von der Regierung unter Präsident François Hollande ang...

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ndPlusRoland Etzel

Ein Diplomat mit Macht

Welche Bedeutung, welche reale politische Macht besitzt ein Generalsekretär der Vereinten Nationen? Heute gilt er als »Grüß-August« beim Abschreiten von Ehrenformationen. Das war aber nicht immer so. Und dafür steht auch der Name des sechsten Generalsekretärs in der UNO-Geschichte, des Ägypters Boutros Boutros-Ghali, dessen Tod im Alter von 93 Jahren am Dienstag bekannt gegeben wurde.Heute kaum vo...

ndPlusKlaus Joachim Hermann

Koalition in Kiew bröckelt

Die ukrainische Regierung bleibt auch nach dem gescheiterten Misstrauensvotum unter Druck. Die Vaterlandspartei Julia Timoschenkos kündigte die Koalition auf und forderte auf, ihr zu folgen.

Birgit Gärtner

In dubio contra Kevin Cooper

Kevin Cooper ist wegen vierfachen Mordes verurteilt, einiges weist jedoch auf seine Unschuld hin. Die Behörden halten an seiner baldigen Hinrichtung fest.

Catrin Kabus Søndergaard,
Arusha

Der ewige Museveni

In einem angespannten politischen Klima wählt Uganda am Donnerstag einen Präsidenten. Der seit 30 Jahren regierende Amtsinhaber Yoweri Museveni geht erneut als Favorit ins Rennen.

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Haftung für BER soll geprüft werden

Nach der Kritik des Brandenburger Rechnungshofs zu Missmanagement am Hauptstadtflughafen wollen Grüne und Piraten in Berlin die Haftung der Verantwortlichen erneut prüfen lassen. Entsprechende Anträge wollen beide Fraktionen am Donnerstag im Abgeordnetenhaus stellen. Der Rechnungshofbericht weise auf Fehler der Organe der Flughafengesellschaft hin, begründen die Grünen ihre Forderung. »Im Interess...

Aktuell nur vereinzelte Masern-Fälle

Ein Jahr nach dem Tod eines Kleinkindes durch Masern stecken sich derzeit in Berlin nur vereinzelt Menschen mit der Infektionskrankheit an. Im aktuellen Bericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) werden etwa Infektionen bei zwei ungeimpften Geschwistern im Bezirk Mitte genannt, die das Virus möglicherweise in Moskau aufgeschnappt haben. 2016 gab es bisher lediglich vier Fälle - im...

Johanna Treblin

Gewaltig überfordert

Jetzt hat auch der Senat eingesehen, dass erstens ein Großteil der Flüchtlinge bleiben und zweitens noch mehr ankommen werden. Dadurch werde »in den kommenden Jahren eine erhebliche Integrationsaufgabe« auf die Stadt zukommen, heißt es im Aufschlag der Senatskanzlei für einen »Masterplan Integration und Sicherheit«, der an diesem Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses behandelt wurde. E...

ndPlusJohanna Treblin

Flüchtlingspolitik à la McKinsey

Am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) hat sich die Lage verbessert. Flüchtlingsinitiativen kritisieren, die Menschen müssten noch immer auf ihr Geld warten. Nur nicht mehr im Freien.

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Johanna Treblin

Kiezbündnis für den Erhalt des RAW

Lokale Vereine und Initiativen haben sich zum Stadtteilbündnis »RAW für den Kiez« zusammengeschlossen. In einem Offenen Brief vom Mittwoch kritisieren sie, am Dialogverfahren zur Zukunft des Geländes an der Revaler Straße in Friedrichshain unzureichend beteiligt zu sein. Ein erstes Werkstattgespräch soll am heutigen Donnerstag im ASTRA Kulturhaus stattfinden. Im Offenen Brief formulieren die stadt...

ndPlusTomas Morgenstern

Buga-Alptraum der Kämmerer

Im Oktober ist die Havelland-Bundesgartenschau mit einem satten Defizit zu Ende gegangen. Nun kommen auf die veranstaltenden Kommunen offenbar noch weitere Lasten zu.

ndPlusMartin Kröger

Filteranlage gegen Pillenreste

Durch Faktoren wie den demografischen Wandel steigen die Medikamentenrückstände im Wasser dramatisch an. Mit Ozonstrahlung und Aktivkohle sollen die Schadstoffe herausgefiltert werden.

Andreas Fritsche

Die Zeit nach der Braunkohle

Das Lausitzer Revier soll vom Rheinischen Revier lernen, empfiehlt das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie.

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32 Felsräume im Sandstein

Blankenburg. Blick auf die winterliche Burg Regenstein in Blankenburg (Sachsen-Anhalt): Im Jahre 1169 erstmals erwähnt, war die Burg vom 12. bis zum 15. Jahrhundert Herrschaftssitz der Grafen zu Regenstein. Die insgesamt 32 in Sandstein gehauenen Felsräume, die größtenteils besichtigt werden können, gelten als Besonderheit der Anlage am Harz. Ab 1671 wurde die Burg von den Preußen zur Festung ausg...

Befragung der Bayern zu CETA fällt aus

Eine bayernweite Volksbefragung ist seit Sommer 2015 möglich - eine Idee von Ministerpräsident Horst Seehofer. Bisher ist das Volk aber noch zu keinem Thema konsultiert worden.

Dieter Hanisch, Kiel

Vogel Strauß macht Druck

Schon 2014 haben die Piraten in Schleswig-Holstein einen Antrag zur Karenzzeit von Ministern im Landtag eingebracht, bislang kam die Sache nicht voran. Jetzt sei das Maß voll, sagen die Piraten.

ndPlusHagen Jung

Das meiste landet im Sparstrumpf

220 Millionen Euro Überschuss kann Mecklenburg-Vorpommern für 2015 verbuchen. Davon gehen 60 Millionen in den Schuldenabbau, 160 Millionen fließen in die Rücklagen. Sehr zum Ärger der Opposition.

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Alliierten- Museum verliert Chefin

Die Chefin des Alliiertenmuseums in Berlin, Gundula Bavendamm, soll offenbar Vorsitzende der Bundesstiftung Flucht, Verreibung, Versöhnung werden. Die 50-jährige Historikerin und Kulturmanagerin sei die einzige von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vorgeschlagene Kandidatin, berichtet der Berliner »Tagesspiegel« (Mittwochsausgabe). Grütters hat den Vorsitz im Stiftungsrat inne.Um die Ne...

Kerr-Preis für Berliner Lyriker

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht in diesem Jahr an den in Berlin lebenden Lyriker und freien Literaturkritiker Nico Bleutge. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird am 17. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Der 1972 in München geborene Bleutge studierte in Tübingen Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien ...

Literaturpreis für Feridun Zaimoglu

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu (51) ist neuer Träger des Berliner Literaturpreises. Die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit der Heiner-Müller-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin verbunden. Sie wird von der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung vergeben.Der seit 50 Jahren in Deutschland lebende Autor erhalte den Preis für sein »sprachgewaltiges erzählerisches und dramat...

Tom Mustroph

Niemals wieder Opfer sein

Weinende Frauen aller Altersgruppen, die Köpfe in Tücher gehüllt. Sie erzählten sich Geschichten, hörten einander zu und umarmten sich. Am Schluss erhoben sie die Hände zu Fäusten. Zu sehen waren diese Bilder auf der Projektionsleinwand, als drei Abgesandte der afghanischen Menschenrechts- und Demokratieorganisation (AHRDO) am Dienstagabend ihre Workshops vorstellten. In diesen berichteten die Fra...

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Bremen macht auf Harmonie

Die Bremer Regierung aus SPD und Grünen will unter Verweis auf den Bundesmindestlohn den Landesmindestlohn auf der momentanen Höhe von 8,80 Euro pro Stunde einfrieren und - entgegen dem Landesmindestlohngesetz - nicht weiter fortschreiben. Gemeint ist der von öffentlichen Arbeitgebern zu zahlende Lohn.Die Begründung der Koalition besteht aus Eigenlob und der Behauptung, unterschiedliche Länder-Min...

Dirk Löhr, Weimar

Der wundersame Herr von Boilstädt

1500 Jahre ruhte er ungestört in Thüringer Erde, bis »Herr von Boilstädt« 2013 bei Straßenarbeiten entdeckt wurde. Die Archäologen können nun erstmals eine christliche Bestattung um 600 erforschen.

Christiane Raatz, 
Großerkmannsdorf

«Nicht mehr allzu lang»

Der Preis für Milch fällt und fällt - und ein Ende ist nicht in Sicht. Erste Betriebe in Sachsen geben auf. Wie steht es um die Milchbauern? Ein Besuch im Freistaat.

ndPlusGunnar Decker

Vom sinnlosen Absaufen

Die Regisseurin Katie Mitchell will an der Schaubühne demonstrieren, dass die Opferrolle Ophelias aus Shakespeares „Hamlet“ ein vermeintliches Klischee ist. Doch ihr Versuch hat etwas unfreiwillig Komisches.

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Bildmagier

Für diese Geschichte würde er gerne noch einmal die Kamera rausholen und seine verwegenen Einstellungen, Blickwinkel und 360-Grad-Fahrten ausprobieren: die Tschechow-Novelle »Die Dame mit dem Hündchen«. Doch, ach, bei Michael Ballhaus wütet der Grüne Star, die Augen wollen nicht mehr. Haben sie zu viel gesehen? Etwa von jenem Gemisch aus Blut und Schlamm und karierten Hosen, aus dem die USA gebore...

Caroline M. Buck

Kein Pardon

Dass das Leben keine Idylle ist in den Jugendfilmen der Berlinale, ist Programm. Schließlich sollen die Filme neue Perspektiven eröffnen, Blicke in andere Lebenswirklichkeiten erlauben. Zwei Dokumentarfilme aber haben es in diesem Jahr besonders in sich. »Royahaye Dame Sobh« (Träume ohne Sterne) von Mehrdad Oskouei wurde in einem Straf- und Umerziehungslager für junge Mädchen in Iran gedreht. Und ...

ndPlusGunnar Decker

Von wem bleibt was?

Die Frage nach dem Nachruhm ist vorab nicht zu klären. Leider? Zum Glück! Ihre Zeitgenossen kannten die Bestsellerautorin Johanna Schopenhauer. Ach, sie hat einen etwas verschrobenen Sohn, Arthur, der ist Philosoph und schreibt auch? Heute liest niemand mehr Johanna Schopenhauer. Und wie ist es mit dem literarischen Trio der 20er Jahre: Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald und Thomas Wolfe? Der e...

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Nachts im Harz

Als ob der Geist von Ritter Hatebold aus dem 5. Jahrhundert dort umgehen würde: Der Regenstein, die älteste Steinburg Deutschlands, erstrahlt auf dem Foto von Ingo Panse in geheimnisvollem Licht - ebenso wie die anderen Orte, die er im Harz fotografierte: Felsen, Ruinen, Höhlen ... Darunter sind bekannte Touristenattraktionen wie die Rosstrappe oder der Hexentanzplatz. Anderes will erst entdeckt w...

Björn Hayer

Die Untoten von Düster

Was führt einen in die deutsche Provinz? Idylle, Natur, Waldeinsamkeit, wie ein so schön romantischer Begriff lautet? Dass es Rock Oldekop noch einmal in seinen ehemaligen Heimatort, das jenseits einer ICE-Strecke gelegene »Glantz« verschlägt, hat einen anderen Grund. Wo sich in der Einöde Igel und Fuchs »Gute Nacht« sagen, will er noch einmal alte Wunden öffnen. Noch immer ist ihm der Tod seiner ...

Irmtraud Gutschke

»Kekse und Tee für die Geister«

Er ist erst seit zwei Monaten im Ruhestand, doch Jakob Franck wird wohl nicht so bald zur Ruhe kommen, denn Friedrich Ani hat mit ihm offensichtlich noch manches vor. In Kartons und Kisten hat der einstige Kriminalhauptkommissar Material über Fälle von damals gesammelt, die rätselhaft geblieben waren. Mit dem Tod der 17-jährigen Esther vor über zwanzig Jahren hätte er sich indes wohl nicht noch ei...

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Leiterin verstorben

Im Alter von 90 Jahren ist die langjährige Leiterin des »Otto-Pankok-Museums« in Drevenack verstorben. Eva Pankok, die selbst als Künstlerin wirkte, hat sich ihr Leben lang um das Werk ihres Vaters Otto, ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer, gekümmert. Ihre Eltern hatten während des deutschen Faschismus die jüdische Schauspielerin Brunhilde Barz und ihren Ehemann, den Maler Mathias Barz, in...

Auszeichnung für André Schinkel

Das Thüringer Literaturstipendium »Harald Gerlach« 2016 geht an den Autor André Schinkel. Der aus dem sächsischen Eilenburg stammende Lyriker und Prosa-Schriftsteller setze sich poetisch mit der Thüringer Landschaft auseinander und leiste damit einen Beitrag zur literarischen Wahrnehmung des Freistaates, sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linkspartei) am Mittwoch in Erfurt.Schinkel bekom...

Nicht nur Wajdas Assistent

Der polnische Regisseur Andrzej Zulawski ist tot. Nach polnischen Medienberichten starb er in der Nacht zu Mittwoch im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Kurz zuvor hatte sein Sohn Xawery, der ebenfalls Regisseur ist, über soziale Medien berichtet, dass sein Vater im Sterben liege.Zulawski, der als Sohn eines polnischen Schriftstellers und Diplomaten in Paris aufwuchs, machte...

ndPlusStefan Amzoll

Komponierender Weltbürger

Pierre Boulez ist 90 geworden, leider nicht älter. Friedrich Cerha, Doyen der österreichischen Neuen Musik, wurde am Mittwoch ebenso alt und scheint noch viel vorzuhaben. Desgleichen der unverwüstliche György Kurtag, der nach Kodaly und Bartok und neben György Ligeti zu den Großen der ungarischen Gegenwartsmusik gezählt werden darf. Er, 1926 im rumänischen Lugoj geboren, gilt überdies als bedeuten...

Velten Schäfer

Der große Mauernazihundeschwindel

Das »Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung« (HAIT) in Dresden folgt ohne Zweifel einer speziellen geschichtspolitischen Agenda. Dennoch ist nicht alles, was dort erarbeitet und veröffentlicht wird, als bloß politisch gewollt abzutun. In einem aktuellen Fall scheint sich jedoch der Wissenschaftshabitus der Dresdner Antitotalitaristen als Generator blühenden Unsinns zu erweisen: Die jün...

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Themen ohne Meldung

Medien in Deutschland berichten nach Ansicht der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) zu wenig über die Finanzierung von Atomwaffen. Die INA und der Deutschlandfunk stellten am Mittwoch in Köln die zehn nach ihrer Einschätzung wichtigsten vernachlässigten Nachrichtenthemen des vergangenen Jahres vor. Auf dem ersten Platz landeten die Geschäftsbeziehungen von deutschen Banken und Versicherungen m...

Skandale und Flüchtlinge

Die Nutzer von Facebook, Twitter und Google Plus haben im vergangenen Jahr mehr als 123 Millionen Mal Nachrichtenartikel weiterempfohlen. Die Zahl steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um 40 Millionen, wie die Technische Universität (TU) Darmstadt am Mittwoch mitteilte. Mit 116,7 Millionen sogenannte Likes liefen die weitaus meisten Empfehlungen über Facebook. Beherrschende Themen seien Skandale, d...

Filmstarts der Woche

Hail, Caesar! Regie: Joel Coen, Ethan Coen. Ein Tag im Leben des »Problemlösers« eines großen Hollywoodstudios der 50er Jahre. Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Frances McDormand, Tilda Swinton und Channing Tatum in einem neuen, gewohnt famosen Meisterstück der Coen-Brüder. Midnight Special Regie: Jeff Nichols. Ein V...

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ndPlusGrit Gernhardt

Krebs, Genschäden, Tod

30 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl und 5 Jahre nach der Fukushima-Katastrophe leiden hunderttausende unter den Auswirkungen der Strahlung, ergibt eine Studie. Nicht nur die Zahl der Krebserkrankungen hat zugenommen.

Kleine Zugeständnisse

Bastian Schmidt ist aktiv beim Berliner Solikreis für die Beschäftigten bei Amazon. Mit ihm sprach Wladek 
Flakin.

Andreas Knobloch, Havanna

Völkerverständigung auf vier Rädern

Als erstes US-amerikanisches Unternehmen seit mehr als 50 Jahren wird ein Traktorenhersteller ein Werk auf Kuba errichten. Die von den Unternehmern Saúl Berenthal und Horace Clemmons geführte Firma erhielt grünes Licht.

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ndPlusMartina Rathke

Spaß fördert die Heilung

Auf der Kinderchirurgie Greifswald wurde das Glück gemessen. Die Studie belegt, dass Klinikclowns kranke Kinder glücklicher machen. Die Verfasser plädieren für den »Kollegen Clown« im Klinikalltag.

Martin Koch

Der Doktor ruft gleich zurück

Patienten aus elf Ländern wurden zur Qualität der Gesundheitsversorgung befragt. In Deutschland ergab sich dabei ein zwiespältiges Ergebnis.

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Arne Richter 
und Wolfgang Müller, Zürich

Blaues Auge für den Kaiser

6800 Euro Geldstrafe sind für Beckenbauer kein Desaster. Auch die offizielle Verwarnung tut dem Fußball-Kaiser ohne Amt nicht weh. Das FIFA-Urteil hat mehr symbolischen Wert.

ndPlusDenis Trubetskoy, Lviv

Der Oligarch ist müde

Seit fast zwei Jahren kann Schalke-Gegner Schachtjor Donezk nicht zu Hause spielen. In Lviv sind die Donezker nicht mehr willkommen - und Vereinspräsident Achmetow kämpft mit massiven Problemen.

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Keine Vollautomatik bei der Bahn

Berlin. Nach dem Zugunglück in Bad Aibling zieht Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kein vollautomatisches Sicherheitssystem im Zugverkehr in Betracht. Es sei klar, »dass in der Sicherheitskette auch eine Person am Schluss eine Letztentscheidung haben muss«, sagte er am Mittwoch in Berlin nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags. Zu einem möglichen Vier-Augen-Prinzip als Ab...

11,2 Millionen Euro für Absturzopfer

Köln. Familien der Germanwings-Absturzopfer haben bislang von der Lufthansa und ihrem Tochterunternehmen Germanwings insgesamt 11,2 Millionen Euro an direkten Kompensationen erhalten. Ein Germanwings-Sprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der »Rheinischen Post«. Demnach wurden acht Millionen Euro an sogenannten Vorschusszahlungen bereits kurz nach der Katastrophe vom 24....

Zu klein fürs Cockpit?

Mit knapp 1,62 Meter ist eine Frau zu klein, um Pilotin zu werden. Das meint zumindest die Lufthansa. Ob eine festgelegte Mindestgröße Frauen diskriminiert, entscheidet nun das Bundesarbeitsgericht.